19. Japan Filmfest Hamburg 23. - 27. Mai 2018


#21

BraveStorm war richtig gut, von den ganzen High Octane Titeln einer der besten. Da haben die nen guten Fang gemacht.


#22

Von Facebook:
“Wir haben ein kleines Problem:
2 unserer Gästeabholer sind spontan leider verhindert, weshalb wir dringend jemanden brauchen, der morgen, am Dienstag, die Gäste vom Flughafen abholen kann.
Freiwillige vor!
Unfreiwillige auch!!!”


#23

@Dvdscot: Wie waren die ersten beiden Tage denn so? Gibt’s schon positive Überraschungen / extreme Reinfälle zu vermelden? Wie ist die Festival-Atmosphäre bislang? Schilder’ doch mal ein paar Eindrücke, wenn Du Zeit und Lust haben solltest…

Ab morgen bin ich dann auch dabei, dürfte aber eher unwahrscheinlich sein, dass wir uns über den Weg laufen… ich schau’ ja nur den ganzen Noh-Krams, also ziemliches Kontrastprogramm zu Dir. Ich weiss auch gar nicht, ob ich Dich überhaupt (wieder-)erkennen würde, wir sind uns ja nur ein- oder vielleicht auch zweimal begegnet (war auch auf dem JFFHH, oder?). Na, wie auch immer, wünsche Dir noch viel Spass und jede Menge toller (und blutiger) Filme.

Ich freu’ mich jedenfalls, dass es mit der Arbeit nun doch noch hingehauen hat, und ich morgen nachmittag dann doch schon zur Vorführung von “Noise” dabei sein kann… eventuell nehme ich danach dann auch noch das “Kanazawa Shutter Girl” im 3001 Kino mit, je nach Lust und Laune.


#24

Gintama war sehr albern. Neben mir sass ein Japan Fan. Gestern um 3001 war es gemütlich, der mittlere Slot war gut (Endzeit und Schulmädchen Zombies). Ab heute im Studio wird es wohl voller. Mach dann auch meine erste Ansprache um 23 Uhr beim Mega Kracher Kodoku - Meatball Machine. Asura Blood C war ein Amateurfilm.


#25

Hallo! Schon der vierte Filmfest Tag heute. Sechs Filme sah ich bislang. Brave Storm gestern war wirklich gut inklusive eines Soundtracks dessen Fanfaren ein wenig an Star Wars erinnerten. Hier hat man aus einer klein- bis mittelgroßen Produktion mit gutem Auge und starker Musik das Beste herausgeholt und den Film ein wenig über sich selbst hinaus gehoben. Die Roboter konnten vom Design mit Transformers mithalten und die Kämpfe waren sauber choreografiert. Auch schauspielerisch war er stimmig obwohl mich der Wissenschaftler nicht ganz überzeugen konnte.
Im nach hinein bin ich froh den Eröffnungsfilm ausgelassen zu haben. Hatte schon befürchtet das er albern ist.
Leider war noch kein ganz großer Film dabei, im Gegenteil erlebe ich bislang ein ziemlich durchschnittliches Festival. Enttäuscht war ich auch von Noise, von dem ich mir wirklich mehr erhofft hatte. Aber der zog sich einfach extrem über seine zwei Stunden. Wenn er wenigstens im positiven Sinne langsam gewesen wäre. Aber er fühlte sich träge an. Dazu die andauernde stilistische Überbelichtung…Ich hätte ihn wirklich gern gemocht und hab ihm bis zum Schluss innerlich die Chance eingeräumt aber er hat mich emotional insgesamt leider nicht berührt. (@die_Lachsschaumspeise: Wie ging es Dir?)
Auch von den Filmen abgesehen (später dann noch ein paar Worte zu z.B. zu Sono) gab es leider zahlreiche kleinere oder auch größere Pannen, angefangen von der dieses Jahr sehr späten Bekanntgabe des Programms und dem fehlerhaften Prg. Heft (Seitenzahl Angaben), die Sache mit den Gäste abholen, über 20 minütige Einlass Verzögerungen bis zum Totalausfall eines Films (Garage Rockin’ Craze), den ich Gott sei Dank nicht geplant hatte. Fairerweise möchte ich an dieser Stelle allerdings noch einmal die neue Internetpräsenz loben :slightly_smiling_face: Die macht wirklich Spaß und lässt sich vor Allem praktisch gut nutzen mit dem integrierten Timetable z.B.
Zu alldem kommt die gute Wetterlage hinzu, die glaube ich mitverantwortlich war für mäßig besuchte Vorstellungen. Antiporno von Sion Sono war ganz gut besucht.
Für heute steht Tokyo Vampire Hotel auf dem Prg. und evtl. schaue ich noch Tokyo Ghoul…


#26

Es sind ein paar Sponsoren abgesprungen, dadurch flogen grosse Filme wieder aus dem Programm. Bei Bamy bin ich raus gegangen und hab Burger gegessen. Tokyo Vampire Hotel war die Oberbombe und auch Hedobora am Schluss steigerte sich mit zunehmender Laufzeit. Erst ein Gangster Drama, dann ein Cyberpunk Action Splatter, yeah.


#27

Guter Hinweis. Gilt das auch für “Zebra” (Shimauma) von Hajime Hashimoto ? Der war erst angkündigt und dann plötzlich nicht mehr da. Tokyo Vampire Hotel bekommt auch von mir den :+1: Spaßmacher mit leichten Defiziten. Später mehr dazu. Und arggh, Hedobora klingt jetzt plötzlich interessant. Hätte ich doch noch bleiben sollen?

Heute geht’s mit drei Filmen bei mir zu Ende. Hab mich dazu entschlossen Modern Love zu schauen und dafür die mittlerweile dritte Chance sausen lassen Your Name im Kino zu schauen. Ich denke die Chance das der noch einmal gezeigt wird ist höher als Modern Love sobald wieder im Prg. zu finden. Danach auch im 3001 der Kurzfilm Slot und dann geht’s zum Abschlussfilm Chronicle of the after School Wars Alle drei Filme mit Gästen!


#28

Enttäuscht war ich auch von Noise, von dem ich mir wirklich mehr erhofft hatte […] Ich hätte ihn wirklich gern gemocht und hab ihm bis zum Schluss innerlich die Chance eingeräumt aber er hat mich emotional insgesamt leider nicht berührt. (@die_Lachsschaumspeise: Wie ging es Dir?)

Ja, meine Seherfahrungen in puncto “Noise” decken sich bedauerlicherweise doch sehr mit den Deinen - war auch recht underwhelmed, gelinde geschrieben… von den drei Filmen, welche ich am Freitag schaute (die anderen beiden waren “Kanazawa Shutter Girl” und “Love For Sale”), konnte mich leider keiner so richtig begeistern. Ich weiss auch nicht, ob das nun am letzten Tag noch grossartig anders werden wird, gerade auch bei “Modern Love” bin ich immer noch ein wenig skeptisch… eventuell hab’ ich mir auch einfach die falschen Filme rausgepickt. Naja, hinterher ist man bekanntlich ja immer schlauer (wirft 5 Euro ins Phrasenschweinderl). Ich hätte ja zum Beispiel ja gerne auch noch “100 Yen Love” und “Radiance” von der von mir sehr geschätzten Naomi Kawase gesehen, das liess sich aber aus zeitlichen Gründen nicht einrichten. Andererseits bin ich aber auch froh, es überhaupt mal wieder auf’s JFFHH geschafft zu haben, nach zwei Jahren Pause.

Ich hoffe, dass ich dann morgen oder am Dienstag nachmittag nochmal a bissl mehr zu den von mir besuchten Filmvorführungen schreiben kann, komme quasi gerade aus dem Kino (wenn hier bei uns im Kleinstadtkino schon mal was Anderes als der x-te Hollywood-Superheld_Innnen-Blockbuster, computeranimierte Kinderfilme oder schlechte deutsche Komödien mit wahlweise Matthias Schweighöfer oder Till Schweiger laufen, dann muss ich das ja quasi unterstützen), mache mir jetzt nur schnell noch was zu essen und werde dann gleich nachher schon wieder los nach Hamburg, habe also gerade wieder mal (viel zu) wenig Zeit für Ausführlicheres.

Allen (vor Allem Frank und Dvdscot) viel Spass am letzten Festivaltag, und auf hoffentlich gute und spannende Filme.


#29

Hat denn von Euch jemand TOKYO VAMPIRE HOTEL als Film UND Serie (amazon) gesehen und könnte über Unterschiede berichten?


#30

Ich bin dann mal so frei und zitiere mich mal eben selbst:

…gerade auch bei “Modern Love” bin ich immer noch ein wenig skeptisch…

…hätte ich aber gar nicht sein müssen, denn der war wirklich ganz ganz toll, hat mich zu Tränen gerührt (na gut, ich weine ja sowieso bei gefühlt jedem zweitem Film) uuuund auch noch (vollkommen zu Recht) einen der drei in diesem Jahr neu eingeführten Festivalpreise gewonnen (sind die eigentlich auch dotiert? bin grad’ zu faul, das noch nachzuschauen…). Superbes Zusammenspiel auch der beiden Hauptdarsteller_Innen, da hat die Chemie wirklich gestimmt. Das Kino war dann auch sehr gut gefüllt (reichlich heiss war’s da drinnen), wobei das Q&A jetzt nicht soviel hergegeben hat (ich konnte auch die Übersetzungen leider sehr schlecht verstehen, weil’s nur ein Mikro gab, und das hatte der Regisseur die ganze Zeit mit Beschlag belegt). Schöner Soundtrack auch, by the way. Und naja, ich weiss ja jetzt nicht, ob es wirklich Parallel-Universen gibt, und da dann diverse Doppelgänger von mir rumlaufen - aber für den Fall, dass dem so sein sollte, und wir uns eines Tages alle über den Weg laufen sollten, steht eines schon mal fest: Wir müssen unbedingt alle zusammen den Cafeteria Dance einüben !!! :man_dancing: :wink::grin: Kinners, das wird soooo toll - ich freu’ mich jetzt schon drauf wie blöd!

Auch “The Viper’s Hex” zum diesjährigen JFFHH-Abschluss hat dann gut gepasst - ein fieser kleiner “Von-totaler-Erniedrigung-zu-bitterböser-(und blutiger)-Rache”-female empowerment-Horrorthriller. Leider war aber nach recht kurzer Laufzeit schon der Ton asynchron zum Bild - wohl eine Folge der vorgenommenen Datenumwandlung des Films, da bis kurz vor Beginn noch gar nicht feststand, ob der Streifen überhaupt würde gezeigt werden können. Einige Besucher_Innen sind daraufhin dann auch gegangen und haben ihr Geld zurückerstattet bekommen, ich hab’s tapfer bis zum “Rotes Blut-auf-weissem-Schnee”-gefärbtem Schluss durchgehalten, und nicht bereut.


#31

Bin zu müde um noch viel zu schreiben, aber das muss ich jetzt noch loswerden. So kann man doch keinen Film gucken :open_mouth: oder war das eine Millisekunden Verzögerung, die manch einer gar nicht bemerkt? Ich mein rein bei der Musik mag das ja zu verschmerzen sein, aber wenn Sprache bei OT nicht mehr Lippen synchron ist…wo ist da der Spaß ???

Nun denn, demnächst von mir dann auch noch ein paar Eindrücke zu einem Pannen reichen Jahrgang mit gefühlt wenig Höhepunkten.

Edit : Weiter geht’s mit Sion Sono, dieses Jahr zweimal vertreten. Mit Antiporno kehrt Sono motivisch zurück zu seinen früheren Werken STRANGE CIRCUS oder GUILTY OF ROMANCE aus 2011, bedient sich thematisch frühkindlicher Erfahrungen und einer psycho-sexuellen Dynamik, in ein knallbuntes Setting verpackt. Die Farben sind auffällig (wie schon in Guilty of Romance); die Kompositionen erinnern bis auf die Ausnahme der Action Painting Sequenz in Ihrer klaren Abgrenzung an den Umgang mit Farben mancher Gialli. Überrascht hat mich zuerst das er die Hauptakteurin vor leuchtend gelben Wänden in einem blass-orangem Kleid inszeniert. Vor dem Hintergrund der Bedeutung von Orange als Farbe der Lebensfreude, des Vergnügens, Energie und Sexualität ist dies allerdings weniger erstaunlich.
Sono typisch chaotisch offenbart die Handlung bald diverse Metaebenen und so ist Antiporno trotz allerhand nackter Tatsachen :yum: näher am Mindfuck als am wahrhaftigem Fuck :stuck_out_tongue_winking_eye: . Im Vergleich oben erwähnter Filme von ihm ist auffällig das er neben seinen Leitmotiven die Kunst selbst zum Thema macht. Diese Verschmelzung ist ihm nur teilweise gelungen, Sono hat schon stärkere Filme abgeliefert. Spaß macht Antiporno dennoch, denn neben den grellen Farben und den explizit und theatralisch vorgetragenen Monologen der Hauptdarstellerin ist auch der klassische Soundtrack eine gute Wahl. Gut auf der großen Leinwand. Bewertung ist noch unklar zwischen 6,5-7 Pkt.

Tokyo Vampire Hotel war dann ein Sono ganz anderer Art und ich staune jedes Mal was für unterschiedliche Filme der Mann auf die Menschheit loslässt :astonished: Wieder liebt er es opulent, das Hotel beeindruckt mit kräftigen und edlen Farben. Vermutlich wurde für das Gelb der gleiche Farbeimer geöffnet wie in ANTIPORNO. Das Setting der Salzmiene, welches mir außerordentlich gut gefiel, überzeugt mit durchdachtem Szenenbild und entfaltet durch die Inszenierung eine tiefe Atmosphäre. Auch musikalisch gefiel er. Tokyo Vampire Hotel ist kein Kopfkino sondern pure Unterhaltung, hier wird geschossen und gesäbelt bis Köpfe rollen. In der starken Eröffnungssequenz im Restaurant zwinkert der (Galgen) Humor eines Tarantino durch, aber Sono bleibt doch Sono, spendiert dem Zuschauer gegen Ende allerdings auch eine schöne SCARFACE Hommage :joy:
Bei einer Länge von knapp zweieinhalb Stunden generiert Sion Sono einen beeindruckenden Erzählfluss, der nur in der letzten Std. (zuweilen etwas) ins Stocken gerät. Womit jetzt eigentlich (@Herr_Kees) der Vergleich zur zu Grunde liegenden Serie kommen müsste, welchen ich so nicht geben kann, da ich die Serie nicht kenne. Ich behaupte aber mal, das “man merkt” das es ein Zusammenschnitt ist, denn - und das war das Einzige, was ich wirklich als störend empfand-, es sind einige atmosphärische/emotionale Breaks im letzten Drittel von Tokyo Vampire Hotel, die von Seiten des Drehbuchs keinen Sinn zu machen scheinen. Es wiederholen sich hier gefühlt einige Szenen während der Kämpfe. Plötzlich geht’s wieder von vorne los wo eigentlich dem Geschehen Genüge getan war (also verwirrender Handlungsablauf, nicht choreografisch bezogen). Hier wäre sicherlich nochmals ein kritischer, abschließender Blick eines Produzenten hilfreich gewesen um der Produktion zu mehr Glätte und inszenatorischer Eleganz zu verhelfen. Es gab auch ein (oder zwei?) Szenen, die sich in meinen Augen Bild gestalterisch, also technisch vom Look her, nicht gut einfügten. Ich vermute aus dem selben Grund. Letztlich könnte das der Grund sein, warum Tokyo Vampire Hotel trotz großem Spaß Faktors die 8 Punkte knapp verfehlt. :slightly_smiling_face:


#32

One Cut of the Dead war ein lustiger Zombiefilm. Erst sah man den 37 Min One Take Film, dann die Vorbereitungen darauf und dann die chaotischen Bedingungen unter denen er entstanden ist (also als Teil des Films, der Story). Im Abspann gab es dann ein paar echte BTS Aufnahmen vom One Take Film. Der wurde zuerst gedreht, 6 Versuche, davon 4 erfolgreich, der vierte Take war es dann.

Beim Mukuro Q&A hat der Regisseur ein paar Tränen der Rührung vergossen weil er es so toll fand, dass wir alle seine Filme geschaut haben. Zuschauertechnisch waren es am Sonntag im Studio Kino immer um die 20 Leute herum.

Einige Filme hätte ich nicht als Naginata geführt: Bamy, Red Capsule und After School Wars. Diese drei Filme haben die typische FFF Krankheit, sind im Kern Arty Dramen, enthalten aber ein paar klitze kleine Genre Elemente. Für mich reicht das nicht um als Naginata durchzugehen. Stattdessen hätte ich BraveStorm in dem Kino gezeigt, der wirklich Naginata ist.

Auch gibt es den Trend in Japan Langfilme innerhalb einer Woche ohne Genehmigung in Bruchbuden/Lagerhallen/Fabriken und deren Umgebung (Wald) zu drehen. Extrem viele Kleinstfilme dieses Jahr aus den o.g. Gründen. Am besten sind halt doch die Filme die schon einen (deutschen) Verleih oder eine große World Sales haben.


#33

Der 22 minütige Animationsfilm Red Ash lief als Vorfilm zu BRAVE STORM und zeigt in einer zukünftigen Welt den Kampf zwischen Menschen der “Pure Race” und den “Nano Race”, die via Genmodifizierung besondere Kräfte besitzen, diese aber nicht benutzen dürfen und daher in Parallelwelten reisen…
Von Studio 4°C produziert entstand hier kurzweiliger Spaß der durch seine verspielten Stil und seine Charaktere eigentlich für ein jüngeres Publikum geeignet scheint. Ganz nett zur Einstimmung auf den Vorfilm aber nicht so ganz mein Ding. Cool ist natürlich das die Kreativen mit diesen Doppelvorstellungen die Chance erhalten solch kleine Kurzproduktionen im Kino auf der Leinwand zu zeigen.

Dann noch ein Nachtrag zu Noise. Meine oben beschriebene Enttäuschung klingt so als sei sie hauptsächlich stilistisch bedingt doch auch die Charakterzeichnung hat mich nicht überzeugt, wirkte bei einer Person sogar seltsam widersprüchlich, so das es mir leider nicht möglich war Empathie herzustellen. Am überzeugendsten wirkte auf mich der Protagonist, der seine Drohungen per Telefon kundtat, seine Figur war allerdings auch eher schablonenhaft angelegt.

Ebenfalls am dritten Tag lief zum Abschluss Kodoku Meatball Machine. Dvdscot 's Ansage die ersten 30 Minuten wären Charakterisierung, dann geht’s richtig los, stimmte so ungefähr. Bedauerlicherweise waren das die 30 Minuten, die mir mit am Besten gefielen :roll_eyes: Dabei hat Kodoku für eine Trash Produktion dieser Art sogar ein ganz annehmbares Story Fundament, allem voran die Sache mit den Krebs Kranken, dessen Krebs Zellen die Nano Borg Implantate abstoßen und der deshalb nicht vollständig assimiliert wird. Soweit so gut. Mir sagte einfach das Design der mutierten Menschen nicht zu und solch Over the Top Splatter Blutfontänen konnte ich noch nie etwas abgewinnen. Auch die Gewehr Salven aus Brüsten oder der Minuten lange “Mutierten” Ritt der Frau mit nacktem Oberkörper wirkte doch irgendwann nur noch übertrieben und übersättigend, das mir ein “Werd mal Erwachsen” auf den Lippen lag :laughing: Vielleicht sind diese Filme einfach nicht mein Ding, wie viele muss man sehen um das zu wissen :thinking: ? Wovon ich allerdings absolut positiv überrascht war, ist die Musik, die mit ihren Western Motiven besonders im Verlauf des Films ordentlich Schwung und eine Prise trockenen Humor hineinbringt. Auch choreografisch ging der okay, Umstände, die ihn durchaus über den Durchschnitt heben. Leider musste ich 10 Minuten früher gehen um die letzte Bahn noch zu kriegen, es war zu verschmerzen :wink: Regelmäßig zum JFFH nehme ich gerne einen Nishimura oder Iguchi mit, da es die einzige Zeit und Gelegenheit im Jahr für mich ist, solche Filme zu schauen, die nur am Rande meines Interessenbereichs liegen. Ich kenne z.B. TOKYO GORE POLICE der mir bislang glaube ich am Besten gefiel, MUTANT GIRL SQUAD oder HELLDRIVER von dem ich nur eine blöde Cut Version sah. Oder von Iguchi THE MACHINE GIRL oder GOTHIC LOLITA BATTLE BEAR.


#34

Gefühlt wollte ich Dir gerade spontan zustimmen, aber… BRAVE STORM wurde als Naginata gekennzeichnet. Diese Filme sind ja nicht allein für das Studio Kino, obwohl ich da mit dir einer Meinung bin, das er da besser aufgehoben gewesen wäre.
Und was AFTER SCHOOL WARS angeht: Auch hier teile ich zwar Dein Gefühl, das die Einordnung nicht ganz trifft. Schaut man sich allerdings die Definition noch einmal an:
Naginata/Action und Horror
Naginata ist eine Schwertlanze, deren Namen beim JFFH stellvertretend für Action- und Horrorfilme steht. Ausweglose Situationen, radikale Lösungen – die Filme der Naginata-Reihe sind voller Geschwindigkeit und bieten Adrenalin pur.
Die meisten dieser Eigenschaften sind bei After School gegeben. Das mit dem Katana mordende Mädchen, die ausweglose Situation (ihr psychische Gespaltenheit) und die radikale Lösung. Geschwindigkeit hatte er nur zum Teil und Adrenalin pur war das sicher nicht. Insgesamt geht das aber schon durch. :wink:


#35

Ich meinte, man hätte BraveStorm in einen der Kinos bringen sollen wo nur Naginata Filme liefen und nicht wo alles gemischt war. Also einfach mit einem der drei von mir genannten tauschen.


#36

Achso…

Am letzten Tag sah ich Modern Love, das kleine 3001 nahezu ausverkauft mit akutem Sauerstoffmangel und derbe warm. Der Film hat Charme und ich stimme zu das das vor Allem an der gutem Chemie der Hauptdarsteller und der starken Musikauswahl lag, z.Teil Live Aufnahmen einer Band, zu der der Regisseur guten Kontakt hat, wie er im Q&A erzählte. Leider kam der Song, der mir im Trailer Modern Love so gut gefiel, nur im Abspann. Warum machen die das immer ?..Modern Love hat neben tiefen Gefühlen aber auch eine starke intellektuelle Annäherung an sein Sujet, weshalb er mich wohl nicht im gleichen Maße so stark (also zu Tränen) berührt hat wie @die_Lachsschaumspeise. In der Tat gibt es einiges zum Rätseln bzw. zum Nach- und Mitdenken. Vermutlich auch ein Film an dem @Zwerg-im-Bikini ihren Spaß haben könnte, obwohl er kein klassischer Mindfuck oder vollblütiger Mystery Film ist. Diese Elemente des rätselhaften, Mystery, Gedankenkonstrukte usw. haben in meinen Augen weniger Selbstzweck. Sie sollen viel mehr die Würze dieser im Kern klassischen Sci-fi Romanze sein. Dafür spricht das letzte Drittel des Films und Das Ende. Für mein Gefühl war mir das zwar zu viel an intellektueller Würze (zumindest zuviel um mir Tränen hervorzulocken :wink: ), um bei dem Vergleich zu bleiben, den Preis hat sich Modern Love dennoch verdient. Bewertung steht noch aus. Die schöne Landschaft von Agartha war übrigens Spanien hab ich mir von der Dolmetscherin sagen lassen.
Der darauf folgende Kurzfilmslot überraschte uns mit der reinen Komödie Kerama Blue die, obwohl ich kein echter Fan des Kurzfilm Formats bin, zum unterhaltsamsten, erfrischenstem Beitrag des Festivals zählte. Mit viel Herz erzählt Tsukasa Kishimoto die Geschichte um ein Pärchen im Urlaub und überrascht die Zuschauer mit der ungewöhnlich umgesetzten Idee von Verständigungsschwierigkeiten. 7,5/10 Pkt.
Cold Feet war eine Geister-Horror Story. Eine junge Frau lässt sich von einem/Ihrem? Mann mitnehmen in eine abgelegene Hütte, muss aber feststellen das es dort nicht mit rechten Dingen zugeht. Atmosphärisch dicht umgesetzt konnte mich dieser Kurzfilm dennoch nicht so begeistern. Guter Durchschnitt.
Mother fand ich richtig bescheuert. Eine Mutter verliert ihre Tochter durch einen Autounfall. Der Fahrer war ein in Japan stationierter Soldat. Das Militär will keine Verantwortung übernehmen. Die Mutter rächt sich auf ihre Art. Ich fand schon die Inszenierung spannungsarm und langweilig. Und dann kam das Ende…:disappointed:
The Devil in the Afternoon erzählt von der Boshaftigkeit der Gesellschaft, von Vorurteilen, von Kindern, die noch lernen müssen das Handlungen (manchmal große) Konsequenzen haben. Die Umsetzung war leider auch reichlich seltsam. Keine Ahnung was hier die Intention des Regisseurs war bzw. ob es überhaupt eine gab. Leicht unterdurchschnittlich.

Bei Zeit und Lust schreibe ich noch etwas zum Abschlussfilm und ein kurzes Fazit zum 19. JFFH.


#37

Stimmt, wollte ich noch drauf hinweisen: Drei Filme, nämlich Bamy, Noise und One Cut of the Dead laufen bzw. liefen auch auf der Nippon Connection, siehe entsprechenden Thread.


#38

Etwas verspätet hier mein kurzes Fazit zum 19. JFFH.

Vorweg ein paar Worte nachgereicht zu Blame. Netflix Produktion, dessen Story auf der erfolgreichen Manga Serie basiert. Da hatte ich mir deutlich mehr von versprochen. Schön düsteres Szenario, der Animationsstil kann allerdings im Vergleich des groben Strichs von Zeichner Tsutomu Nihei atmosphärisch nicht mithalten. Die Figuren sind relativ schablonenhaft angelegt, die Action Sequenzen ganz ordentlich umgesetzt. So hoch budgetiert schien mir der Anime insgesamt nicht, die reellen Produktionskosten sind mir allerdings unbekannt. Insgesamt wohl besser im Kino als daheim, vermutlich aber schnell vergessen. Lieber die Mangas lesen. 6/10 Pkt.
Chronicle of the After School Wars war ein lobenswerter Versuch dem Samurai Schwert-Schulmädchen-Splatter Genre psychologische Tiefe zu verleihen und durchdacht umzusetzen. Das gelingt ihm leider nur teilweise, da er sich schlicht viel zu lang anfühlte. In dem im Ansatz gut gelungenem Bestreben das Leiden der Hauptprotagonistin fühlbar und verständlich zu machen, verzettelt sich Regisseur Junpei Tsuchida in redundanten Heul- und Leidenszenen und in Battle Szenen, in denen sich die Protagonisten mitunter so strohdoof verhalten, das einem die Haare zu Berge stehen. Bei mir hat das die Bereitschaft deutlich geschmälert dem grundsätzlich interessanten Hintergrund der Story zu folgen. Lieber nochmal Battle Royale, obwohl der die Schwerpunkte mehr auf Kämpfe und sozialkritische als auf psychologische Inhalte setzt. Das Farbschema in Chronicle… war sehr cool. 5,5-6/10 Pkt.

Insgesamt wird mir dieses Jahr als der Jahrgang mit den vielen Pannen in Erinnerung bleiben. :roll_eyes: Bei dem Kurzfilm Slot, den ich sah, fielen die Gäste aus. Andere “Missgeschicke” hatte ich ja oben schon erwähnt. Nicht alle beeinträchtigten mein persönliches Erleben des Filmfestes aber wenn man jeden Tag anwesend ist und viele Gespräche führt, überträgt sich das schon irgendwie. Beste organisatorisch-technische Sache bleibt die gute neue Internetpräsenz :smile:

Filmisch werden mir die beiden Sono’s in guter Erinnerung bleiben, gefolgt von der Indie Sci-fi Drama Zeitreisen Romanze Modern Love. Der Rest verblasst zunehmend. Enttäuscht war ich von Noise.

Vielleicht ist es ja gut das nicht alles reibungslos lief, quasi zur Übung als Feuertaufe (sagt man das so?) für das 20. Jubiläumsjahr 2019, dann gerne mit Gästen, die auch erscheinen und etwas nachhaltiger wirkenden Filmen mit mehr Impact. :wink:

Abschließend meine Wertungen:

Blame 6/10
Brave Storm 7,5/10
Red Ash 5,5/10
Noise 4/10
Antiporno knappe 7/10
Kodoku: Meatball Machine 5/10
Tokyo Vampire Hotel 7,5/10
Modern Love ? ca. 7/10
Kokoro Odoru - Kerama Blue (Kurzfilm) 7,5/10
Cold Feet (Kurzfilm) 5,5/10
Mother (Kurzfilm) 2,5/10
The Devil in the Afternoon 4,5
Chronicle of the After School Wars 5,5-6/10