2019 Academy Awards

Es ist ja bald wieder soweit (24.02.), deshalb wollte ich einfach mal den passenden Thread dazu eröffnen.

Überraschend sind für mich dieses Jahr die Nominierungen der Best Pictures!?
Soviele “alte” wie auch aktuell in good old Europe gezeigte Oscar Nominees hatten wir bisher noch nie!?
Black Panther: altes 2018er Tier und sowieso Mega Kitsch, wird künstlich hochgepuscht.
BlackKlansMan und Bohemina Rapsody waren zwar erfolgreich, sind aber eigentlich auch unserorts schon durch.
Green Book, Vice und A Star is Born starten gerade bei uns im Kino.
ROMA, der erste Netflix Oscar Beitrag ohne echtem Kinostart ist auch schon “alt”, aber trotzdem ein gerechtfertigter Oscar Favourite!
Und unser FFF The Favourite ist sowieso ein TOP Favourite!

Es ist und bleibt dieses Jahr aber trotzdem spannend, denn es heißt Draumen drücken für unseren deutschen Beitrag “Werk ohne Autor” aka “Never look away”.

https://oscar.go.com/nominees

1 Like

[…] es heißt Draumen drücken für unseren deutschen Beitrag “Werk ohne Autor” aka “Never look away”.

You serious? Ganz ernsthaft: bevor ich für sowas Grenzdebil-Geschmackloses (und ja, das schreibe ich jetzt auch ohne den Film gesehen zu haben… ich habe schon diese möchtegern-bedeutungsschwere Luftnummer namens “Das Leben der Anderen” durchlitten, da muss ich mir nicht auch noch Henckel von Donnersmarcks neuestes filmgewordenes Nach-Anerkennung-Lechzen reintun) wie “Werk ohne Autor” die Daumen drücke, würde ich sie tatsächlich lieber mit einem stumpfen, verrosteten Taschenmesser abschneiden… mehr als genug Gründe siehe dafür auch hier. Aber naja, ich bin ja auch immer noch mit aller Bestimmtheit dafür, dass man Bruno Ganz den Finger, an welchem er den Iffland-Ring trägt, für seine Rolle in diesem nekrophilen Revanchismus-Schmonzes namens “Der Untergang” abhacken sollte. Zudem hat “Lord of the Rings: The Return of the King” anno dunnemal ja tatsächlich ganze 12 Oscars abgesahnt, und allerspätestens seitdem ist die ganze Chose ja eigentlich eh kaum noch ernstzunehmen. Insofern: Academy Award my Ass! :stuck_out_tongue_winking_eye:

SCNR

Nachträgliche Korrektur: Okay, Jacksons protofaschistisches Blut-und-Boden-Epos hat dann doch “nur” elf (das spricht ja auch schon wieder Bände: Wie könnte es auch eine andere Zahl sein? - je graziler und weißhäutiger, desto stolzer und edler, aber die dunkelhäutigen Menschen aus dem Süden sind natürlich per se böse und verderbt und dienen nur mehr als Schlachtfutter für Riefenstahl-eske Stahlgewitter… von dem rassistischen Zerrbild der Darstellung der Orks wollen wir mal besser gleich schweigen. Wo ist eigentlich das Black Lives matter von Mittelerde, wenn man es mal braucht? :wink:) Oscars erhalten, und ja, das war ein Post-9/11-Jahrgang, die Zeiten waren hart und so, irgendwer muss dafür ja auf die Mütze bekommen, wenn auch nur im Film, da können auch die Bösen noch so RRRichtig böse sein, aber dennoch…

wat’n rant. hui.

Also entweder bin ich zu naiv, aber in diesem Lichte hab ich den Herrn der Ringe noch nie betrachtet.

Was mir allerdings z.B. aufgefallen ist: wenn ich die imdb Startseite öffne, dann erscheint ja auch die Zeile mit drei Bildern von “Stars”, die Geburtstag haben. Die sind praktisch immer “weiß”. Ganz hin und wieder werden “andersfarbige” erwähnt.

Da find ich Theaterproduktionen oft interessanter. Da geht es um die Rolle und nicht die Hautfarbe oder Geschlecht des Darstellers.

Die Academy Awards werd ich mir nicht anschaun. Zuviele Werbeunterbrechungen und dann diese Selbstbeweihräucherung und, je nachdem was gerade Thema ist, künstliche Betroffenheit.

Das fängt für mich deutlich früher an, aber das hat kaum etwas mit den ausgezeichneten oder eben nicht ausgezeichneten Filmen zu tun. Sondern mehr mit meiner eigenen Erkenntnis, dass ein Oscar - egal wofür - nichts über den Film sagt. Weder über seinen Wert, seinen Anspruch, seine Klasse und erst recht nicht über seine Bedeutung für die Zukunft.

Im Gegenteil, mit wenigen Ausnahmen sind die Filme ein paar Jahre später allenfalls nur noch eben als “Oscargewinner” bekannt. Shakespeare in Love, Chicago, LA Crash, Slumdog Millionaire, Argo oder jüngst Moonlight - von denen würde ohne Oscar kein Mensch mehr reden, erst recht nicht beim Thema Best Film ever.

1 Like

möchtegern-bedeutungsschwere Luftnummer namens Das Leben der Anderen

:thinking:

Yes I am serious, aber aus einem anderen Grund als Du es vermutlich angenommen hast!:grinning:
Der Film und dieser komische Florian von und zu Heckel Donnersmeier sind mir dabei eigentlich ziemlich wurscht.
Ich betrachte das eher aus rein kompetitiven Gründen und freue mich, dass überhaupt ein “deutscher Film” von der suspekten Jury in den kleinen illustren Kreis der Foreign Language Nominees gewählt wurde, warum auch immer?
Für mich hat die Oscar Verleihung nur einen rein amüsanten entertaining Charakter, ich verfolge die ganze “Chose” einfach aus Neugier und Zeitvertreib, um live ein wenig Mitfiebern und später auch Mitreden zu können.
Ich picke mir dazu selbst immer einfach ein paar Filme raus, die ich gesehen habe, die mir gefallen haben und die ich gewinnen sehen will.
Dieses Jahr sind das The Favourite und Roma aus cineastischen Gründen und eben dieses ungesehene Werk ohne Autor aus rein nationalen Gründen, um zu sehen wie dieser scheinbar hochgelobte “deutsche” Film im Wettbewerb und den Augen der Jury performen wird.

Also keine Angst liebe Lachsschaumspeise, ich betrachte diese Oscar Farce durchwegs noch genauso differenziert wie Du und viele andere hier.:grinning:

1 Like

Hätte ich schreiben können, deckt sich haargenau mit meiner Sichtweise. Einzig, das mit dem “deutschen Beitrag” ist mir wirklich sehr egal. Naja, gut, wenn die Zeremonie einmal läuft, dann will man auch wissen, ob dieses deutsche “Werk ohne Autor” das Rennen macht. Aber mitnichten drücke ich dem die Daumen. Für mich läuft das auch nicht unter “unser deutscher Beitrag”, wie Du es nennst. Bei sportlichen WMs, EMs, whatever, vermeide ich auch die Aussage “haben wir gut gespielt”. Ich? Ne, ich habe da nicht gespielt. So ist es auch nicht “mein” Oscar Beitrag.

Aber noch was ganz anderes hält mich davon ab, für das “Werk ohne Autor” mitzufiebern. Schlicht die Tatsache, dass der von mir persönlich geschätzte Künstler Gerhard Richter, auf dessen Leben dieses “Werk” zumindest lose basiert, den Film richtig scheiße findet. Und den Hannes von Dottersack auch. Aber da bin ich unparteiisch. :grin:

Vielleicht hätte ich hier besser doch den Button “Ironie an” setzen sollen!:grinning:

Who still cares about this scam? I don’t… Und da ist mir auch irgendsoein Donnerbalken schnurzegal, nur weil er Deutscher ist? Aus meiner Sicht ein ziemlich lächerlicher Grund…

Ist es nicht ein bisschen wie beim Eurovision Song Contest? Die Zuschauer nehmen es nicht so ernst wie die Menschen vor Ort, es wird eine riesge, bunte Show veranstaltet, das Drumherum ist wichtiger als die Kunst, man hat zumindest einiges zu lachen, hinterher ist man sehr müde und wer gewonnen hat interessiert nach einem Jahr kaum noch wen.

1 Like

Deine Zusammenfassung ist absolut zutreffend.

Aber trotzdem hoffe ich, das “The Favourite” und “Roma” dieses Jahr viele Oscars absahnen werden, denn sie haben es cineastisch absolut verdient und sie würden auch sicher noch nach einem Jahr im Gespräch bleiben.

Aber:
THE FAVOURITE ist irish/british und damit aus USA Sicht leider nur ein weiterer ungeliebter Beitrag aus “Good Old Europe”!
ROMA ist sowieso als Netflix und Mexiko Produktion der absolute Feind und muss hinter einer Mauer verbarrikadiert werden!

Dieses Jahr geht es also nicht nur um “Me too” sondern um “My Natíon too”!!!

Insofern sind die Acadamy Awards dieses Jahr sogar besonders brisant und reizvoll.
Ich bin gespannt, was passiert.

1 Like

Nachdem THE FAVOURITE und ROMA die BAFTAS quasi unter sich aufgeteilt und zumindest mal 3 wichtige Golden Globes eingestrichen haben, wird tatsächlich eine interessante Frage bei den Oscars dieses Jahr sein, ob die Academy dem europäischen Film den Vorzug gibt, oder Trump ein fröhliches „Fuck you“ zuruft und den Mexikaner wählt – trotz Produktion durch den bösen Kinokiller Netflix. Kann natürlich auch sein, dass man sich wie bei den Globes für den mit Abstand „oscarsten“ Oscarfilm GREEN BOOK (Golden Globe für „Bester Film/Komödie“) entscheidet, womit die Veranstaltung ihren Rest filmkulturelle und gesellschaftliche Relevanz dann vollends verspielt hätte. Dass der okaye Stimmungsfilm BOHEMIAN RHAPSODY (Golden Globe für „Bester Film/Drama“) das Rennen macht, steht ja hoffentlich nicht zur Diskussion.

Zur Vorbereitung:

update, es wird spannend…

Interessant finde ich dieses Jahr, dass so viele Best Picture Oscar Award Filme bereits verfügbar sind bzw. in good old Europe bereits gelaufen sind und ausgewertet wurden/werden?

Black Panther: alter Hut, bereits durch, ich frag mich sowieso, was der noch bei den Oscars verloren hat? Ist wohl ein USA spezifisches Phänomen?
BlackkKlansman: Kino bei uns durch, bereits im Homevideo verfügbar.
Bohemian Rapsody: Kino bei uns durch, 1. März schon Homevideo.
The Favourite: Für FFF Gänger alter Hut und durch, 30. Juni Homevideo.
Green Book: Aktuell bei uns im Kino, 27. Juni Homevieo.
Roma: schon lange exklusiv bei Netflix verfügbar.
A Star is Born: Kino bei uns durch, bereits im Homevideo verfügbar.
Vice: Startet gerade bei uns im Kino, ab 26. Juli im Homevideo.

Never look away aka Werk ohne Autor: bei uns im Kino durch, Homevideo auf on hold.

Mein kleiner Tip für Best Original Screenplay: First Reformed, auf Amazon verfügbar!

Kein Host. Endlich mal eine richtig gute Nachricht im Zusammenhang mit den Oscars. Das aufgesetzte und durchkonstruierte Gequassel ging eh auf den Keks die letzten Jahre. Aber vielleicht ist’s ja auch nur ein Gag. Ansonsten bringen die Laudatoren ja evtl. ein bisschen Abwechslung rein.

So, nu isses passiert, ROMA wurde mit dem „Besten ausländischen Film“ Oscar ruhiggestellt, GREEN BOOK ist der „beste“ (politisch korrekt gewähle Alibi-)Film und THE FAVOURITE ging bis auf den naheliegenden und natürlich verdienten Oscar für Queen Coleman leer aus (eine Schande, zumindest der Drehbuchoscar hätte drin sein müssen). Die Verleihung hat ohne Host noch weniger Gesicht, auf die früheren, teils liebevoll zusammengestellten Einspielfilme wurde ebenfalls verzichtet, so dass hier nur noch möglichst effizient Awards durchgereicht werden. Schade um eine einstmals sehenswerte Feier des Filmemachens.

Diese Farce ist schon lange überflüssig wie Hämorhoiden…

Ich wollte meinen Senf jetzt unbedingt auch noch zur diesjährigen Oscar Verleihung loswerden.
Für die wenigen Interessierten hier nochmal die Winner und Nominees:
https://www.oscars.org/oscars/ceremonies/2019

Vorausschicken muss ich unbedingt, dass ich erst zum 2ten Mal diese Veranstaltung überhaupt live und in voller Länge auf Pro7 verfolgt habe.
Und ich muss sagen, ich war eher enttäuscht als begeistert sowohl von der Präsentation als auch von der Auswahl der Winner.
Die Veranstaltung hat insgesamt und ohne einem Host wie ein billig heruntergespultes Not Pflichtprogramm gewirkt. Keiner wußte so recht wohin er wann und wohin gehen sollte und die Danksagungen der Nominierten wurden teilweise rigoros durch fehlplatzierte Konzertmusik Einspieler einfach abgewürgt. Sehr schade. Der Auftritt des Acadamy Award Directors war dann genauso traurig wie sein Ebenbild und die gesamte Veranstaltung. Glamour und Organisation = Fehlanzeige!

Was die Verteilung der Oscars anbelangt, kann ich Herrn Kees nur Recht geben.
ROMA war eine politische Ruhigstellung.
THE FAVOURITE wurde völlig unterbewertet.
BLACK PANTHER war eine scheinheilig rassistische Farce.
GREEN BOOK war die wunderbare USA Alibi Lösung.
BOHEMIAN RAPSODY mit Rami Malek war die einzig sinnvoll nachvollziehbare Entscheidung.
btw, Rami Malek ist übrigens im Gespräch, den Bösewicht im neuen “Bond” zu spielen!?

NEVER LOOK AWAY unser deutscher “Donners what the fuck Marck” Beitrag ging leider leer aus, oh weeeh.
Nationalität und Deutschland Stolz mal weggelassen, er hatte niemals auch nur ansatzweise die Chance auf einen kleinen Teil eines Oscars.
Roma, Capernaun und Shoplifters sind einfach zu fett und meilenweit entfernt von seinem deutschen Beitrag.

Ich bin gespannt wie es demnächst weitergeht und ob die Oscars sowohl optisch wie auch inhaltlich nächstes Jahr eine Reformation erfahren, Ihr langweiiges Konzept umstellen und sich an die neuen Realitäten anpassen!?

Schau mer mal.

Harald Schmidt sagte mal, am allerschlimmsten sei diese Veranstaltung für die geladenen Gäste und Schauspieler, weil die dann 5 Stunden am Stück nicht koksen können. :smiley:

Ich hab das auch erst 2 x im Leben komplett gesehen, zuletzt in 2018, wo ich es sehr unterhaltsam fand.