21. Japan-Filmfest Hamburg 19.08. bis 02.09.2020

Hallo. Vielleicht hat die kleine Unterhaltung gestern die Betreiber dazu bewegt, ein Update zum Japan-Filmfest in Hamburg zu geben.

https://jffh.de/de/news/wegen-corona-21-jffh-2020-vom-19-23-08-2020-1.html

Aufgrund der COVID-19-Pandemie findet es 2020 als reines Online-Festival statt, und zwar vom 19. August bis zum 2. September.

Über 50 Filme sollen dann 40 Filmblöcken verteilt auf der Plattform https://www.videociety.de/ streambar sein. Ich weiß nicht, was ein Filmblock sein soll, aber ein Filmblock kostet 5€.

Auf dem Youtube-Kanal soll es dann wohl auch Interviews geben.

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Olé! :innocent: :popcorn:

Auf dem JFFH liefen die letzten Jahre diverse Kurzfilme von ca. 20-50 Minuten. Jeweils zwei bis drei hat man zusammengefasst in einer Vorstellung gezeigt wozu also auch nur ein Ticket nötig war. Ich schließe mal, das eine (Kino)Vorstellung einem Filmblock entspricht und nicht zwangsläufig nur ein Film bedeuten muss. Entsprechend kann es mehr Filme als Filmblöcke geben.

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Vielen Dank. Ich wusste nicht, was ein Filmblock sein soll.

Auf der Seite Sumikai sind wohl auch die ersten Ankündigungen zu finden. Woher die die haben, weiß ich aber nicht. Denn weder auf Facebook noch auf der offziellen Seite finde ich dazu was. Vermutlich eine Pressemitteilung.

Paradise Next und His Bad Blood habe ich mal auf meiner Liste…

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Ich bin für die vielen Onlinefestivals so dankbar! :hugs: Aus Rücksicht auf Mama und Papa fallen Livefestivals für mich leider aus, bis es einen Corona-Impfstoff gibt… :pensive:

Ich find’s auch gut. Kann Filme sehen, die ich sonst nicht sehen könnte. Das Far East Film Festival hat’s ganz besonders schnieke gemacht und als italienisches Festival nicht direkt alles geoblockiert. Aber da war ich ja zu faul…

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In Punkto „FEFF“ muss ich an dieser Stelle ein Sorry an @Frank loswerden :sleepy:. Bin seit 2 Wochen mit Assignments zugemüllt, weil viele Leute im Urlaub sind. Hab’s aber nicht vergessen und werde in den nächsten Tagen meine Zusammenfassung fortsetzen.

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Zeit spielt keine Rolle. Mir ist kürzlich aufgefallen, das mein Jhresfazit für 2019 noch fehlt :joy: Und auch hier noch keine Neuigkeiten zum Programm.

So wie es sich auf Facebook anhört wird das Programm nächste Woche veröffentlicht.

72 Filme werden gezeigt und ein paar Trailer und Bilder haben sie schon hochgeladen auf FB und Youtube.

Wow, der Trailer rockt böse ab Unfinished Trailer. Sind das Zusammenschnitte aus älteren Filmen, kommt mir irgendwie so vor…kann aber nichts zuordnen. Hm, wirkt auf mich jedenfals nicht alles wie aus 2020.

Der Animierte Festival Trailer hingegen komplett anders in blaß. Dieses Laufband Analoger Filmeffekt gefällt mir. (wie nennt man die Ränder vom analogen Filmband?)

Edit
Jetzt sind auch die ersten Filme auf der JFFH Website online. Cencoroll Connect mit temporeichen Elektro-Synthie Sounds im Trailer. Paradise Next sieht auch gut aus. Der Trailer zum Kurzfilm Kyonetsu erinnert mich ein bisschen an Night Boat, glaube ich war’s, aus dem letzten Jahr. Bin gespannt was noch so kommt.

Empfehlen kann ich Mimicry Freaks, den ich auf dem letzten Obscura Filmfest gesehen habe. Ein wahrhaft obskurer Horrortitel.

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Der Trailer war mir aufgefallen aber sieht bildtechnisch etwas billig aus finde ich. Und möglicherweise auch etwas zu hart an für mich :wink:

Also ja, das Bild ist wirklich nicht das Beste, das stimmt schon. Man sieht dem Film auch sein niedriges Budget an. Aber er fühlt sich so verstörend und wirr an, dass er bei mir rückblickend echt Eindruck geschindet hat.

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Hmmm. Es sind auf der Seite jetzt 71 Filme online und auch auf Facebook haben sie nun geschrieben. Letzte Woche war noch von 72 Filmen die Rede. Es scheint, als würde der Film „His Bad Blood“ nun doch nicht dabei sein…

Oh Mann, die Japaner… :laughing: Lese gerade folgende Beschreibung zum 3 Minuten Kurzfilm Crap-Man:

„Action, Comedy. Eine Low-Budget-Persiflage auf die Filme, in denen ein Superheld alle durch seine Superkraft rettet und die kosmische Energien zum Strahlen bringt. Der Crap-Man hat eine dicke Kackwurst auf dem Kopf und isst mit dem Po-Loch. Und das Baby Takashi verdankt seine Rettung dem Durchfall des Helden.“ :poop:
https://jffh.de/de/festivals/21-jffh-2020/crap-man.html

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:poop: :heart: :poop: :heart: :poop: :heart: :poop: :heart: :poop: :heart: :poop: :heart: :poop:

Filme sind ja bereits Online. Habt ihr schon eine Auswahl getroffen?
Ich bin erstmal mit 11 Filmen dabei, 10er Ticket plus Einen. Habe sämtliche Kurzfilm Slots mit Ausnahme von einem und die 6 Langfilme:

Paradise Next
Beautiful Goodbye
Unfinished
Deep Logic
Out of the Blue
Horny Taxi

Mit Freunden sind außerdem geplant:

Ghost Master (im Doppel mit Tobe Hooper’s Lifeforce)
Doorman’s Drama
und einen der Animes Pinguin Highway oder Children of the Sea.

Viel Spaß! Erste Eindrücke und Tips sind willkommen. :smile:

Der erste Kurzfilmslot:

Into the Blue
Die 40 Minuten hätte man auf gute 15 Minuten kürzen können indem man sich einfach vom Zwang löst eine (sehr kryptische) Story erzählen zu müssen. Herausgekommen wäre eine filmische Meditation in der Natur von atmosphärisch-hypnotischem Charakter mit hervorragendem Sounddesign, mal röhrend, raunend oder spährisch. Diese Attribute finden sich zwar auch in den 40 Minuten doch die seltsame Story irritiert.

Hitomi
Eine kurze, liebevolle Hommage an die Fotografie und die Idee die Welt mit anderen Augen zu sehen. Kurz und schmerzlos.

A walk Home
Wer wissen möchte warum ein Mann nur mit Unterhose bekleidet, schreiend, mit einer weiteren Unterhose in der Hand, über eine grüne Wiese rennt , erfährt es in diesen 10 Minuten. Na ja…

Motherhood
Der Film für den ich diesen Kurzfilmblock gebucht hatte ist in der Tat sehr gelungen. Eine kurze Sci-fi Zeitreise Parabel, die an die japanischen Eugenik Zwangsabtreibungsprogramme zur Steuerung des menschlichen Erbguts erinnert. Gut gefilmt, gut erzählt, vereinnahmende Inszenierung. Mein Favourit aus diesen 4 Kurzfilmen.

Die beiden Filme meines 2. Kurzfilmblocks hatten einen unerwarteten WTF Turn gemein und waren über ihre Gesamtlaufzeit doch eher moderat.

Cavity
ist dunkel, nicht düster und verortet sein Setting Millieu nah. Wir begleiten einen Fahrer, der junge Frauen, meist Studentinnen, für Liebesdienste zu ihren Kunden fährt und abholt. Der Film ist sehr verhalten, lange Zeit passiert quasi fast immer das Gleiche, bis jemand die Schnauze voll hat…

On a strange Day
ist für mich eine dieser kleinen Perlen für die ich das JFFH und eben auch manchmal dessen Kurzfilme liebe. Im Gegensatz zu Cavity ist dieser taghell und von freundlich-heiterer Stimmung. Begleitet von einem (bekannten) Klassik Stück aus Violine und Klavier finden sich vier Freunde zusammen, doch die Schwester eines der zwei Frauen fehlt und ist nicht auffindbar.
ON A STRANGE DAY erwischt voll da wo man es nicht erwartet. Großartig und sehr subtil aber wirkungsvoll wurden hier die Vorbereitung und Payoff gelegt. Ich glaube nicht das jemand den Twist auf Grund des kleinen Puzzlesteinchens schon im voraus erahnen kann…
Das Ende fand ich dann leider nicht so gelungen, trotzdem passen hier Atmosphäre, Musik, die charismatischen Charaktere und der kleine WTF Moment für gute Unterhaltung. Mein bisheriger Favourit.

Edit:
Als Stichwort für die zwei Dramen meines dritten Kurzfilmblocks könnte man Humanismus nennen. Zwei im Kern tiefsinnige Filme.

Anhand der schwierigen und schmerzhaften Themen von Alkoholismus und Gewalt in der Familie erzählt No One but I know von Aufopferung und der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind. Und das macht er sehr gefühlvoll und intensiv, technisch souverain und mit atmosphärisch ruhiger Grundspannung. Die kleine Story ist vorhersehbar aber daran sollte man die Qualität dieser 25 qualitativen Minuten nicht messen.

Where is the Mind entpuppt sich ebenfalls als tiefsinnig. Seicht und leicht wie eine frische Brise wird die Story zum Zuschauer getragen und mit klaren, sehr sparsamen, sanften elektronischen Klängen nuanciert. Den ungleichen Protagonisten hat das Leben einige Sorgen beschert, die sie, jeder auf seine Art zu bewältigen suchen. Die Chemie zwischen den Darstellern ist großes Glück für diese kleine Independent Produktion, der ich nur eine möglichst große Verbreitung und Bekanntheit wünschen kann. Löst meinen bisherigen Kurzfilmfavouriten ab :slightly_smiling_face:

Edit 2

Unfinished
Wer wie ich den Trailer zu diesem Film großartig findet und sich davon einen wohl temporierten und strukturierten Sog in die dunklen Exzesse der Yakuza erhofft, wird evtl. von genau diesen Punkten enttäuscht sein. UNFINISHED zeigt deutliche Schwächen in der Wahl seiner stilistischen Mittel hinsichtlich einer funktionierenden Struktur und dem Editing/Tempi. Kurzum, er fühlt sich lange nicht so homogen und soghaft an, wie es möglich gewesen wäre. Das ist auch dem Umstand geschuldet, das er sich einfach zu wenig Zeit für eine angemessene Dynamik lässt. Statdessen prescht er sofort mit Gewaltexzessen vor und hat im weiteren Verlauf Schwierigkeiten den Film in einen stetig steigendem Sog kulmulieren zu lassen.

UNFINISHED, mein erster Langfilm (120 Min.) auf diesem JFFH, ist eine einzige Gewaltorgie. Er persifliert dies oft genug, so das einem unterm Strich zwar klar sein dürfte wie er gemeint ist; Das man sich ein ausgekugeltes Schultergelenk wieder einrenken kann wissen wir. Das das aber auch mit dem eigenen Kopf möglich ist, sehe ich zum ersten mal :joy: Er wird im Verlauf auch zunehmend absurder und grotesker. Dennoch findet er oft genug nicht die Balance, und Gewalt fühlt sich hier auch selbszweckhaft an. Mit seiner eigenartigen Gratwanderung hat er sich meiner Ansicht nach übernommen. Nichtsdestotrotz bietet UNFINISHED denkwürdige Sequenzen, wie z.B. ein Mann gegen Mann Fight mit im Ansatz „The Raid“ ähnlichen Qualitäten, der mir richtig Spaß gemacht hat. Auch die Verknüpfung eines Bondage Tanz mit einer ausufernden Schießerei zu hervorragend passender Musik bleibt in Erinnerung, wie ein paar kleinere Details. Ein Haufen guter Zutaten machen noch keinen hervorragenden Film, ein Desaster ist er aber auch nicht.

Frage: Bin ich eigentlich der Einzige, der hier schaut?

Wollte gerade was dazu schreiben. Hab mir jetzt auch diese „Leihkarte App“ von Universal am Handy installiert. Die Freischaltung hat ca. 12h gedauert!? War das bei Dir auch so träge? Hoffentlich funzt der Filmcodekauf über Paypal etwas geschmeidiger?
Möchte mir unbedingt den „Longshort“ CAVITY und natürlich UNFINISHED anschaun. Danke übrigens für Deine feinen Reviews.