25. Nippon Connection - Japanisches Filmfestival (27. Mai bis 1. Juni 2025)

Wahrscheinlich hat er zuviel Soju gesoffen.

Wow. Du klingst genauso expertenhaft wie ich, wenn ich über deutsches Kino rede :laughing: Vielleicht solltest du dir einfach noch mal ein bisschen Mühe geben und dir (z.B. aktuelle) japanische Filme tatsächlich ansehen. Was du hier von dir gibst, wirkt leider ernsthaft ignorant :worried:

Love Exposure war früher einer meiner Lieblingsfilme. Aber das kann auch nixjt darüber hinweg täuschen, dass das japanische Kino im großen und ganzen nicht gut ist.

Bei Rapid Eyes Movies habe ich mich früher übrigens mal Initiativ beworben, weil die nicht unnötig Geld für doofe Synchros verschwenden, sondern die Filme mit hervorragenden Untertiteln und Booklets rausbringen. Würden die doch nur mehr und aktuellere Filme rausbringen. Dann würden vielleicht die anderen Herausgeber REM folgen und auf die Synchros verzichten.

Habe dieses Jahr mindestens sechs japanische Filme. Das wirklich schreckliche an japanischen Filmen im Allgemeinen ist die Charakterentwicklung und wie die Filme enden. Viele japanische Filme sind in den ersten 60, 70, 80 Minuten herausragend und versauen dann mit dem Ende den Film.

Ich habe ja früher in Korea koreanisch gelernt. Und wie man sich denken kann, waren etwa die Hälfte meiner Kommilitonen Japaner. Und da mein Mitbewohner ebenfalls Japaner war, war ich in einem sehr japanischen Umfeld unterwegs. Die waren auch der Meinung, dass japanische Realfilm-Kino sei für die Füße, und haben nur Anime geschaut und Mangas gelesen. Übrigens kannte auch nur einer den Film Love Exposure.

‘Tschuldigung, wenn ich jetzt auch noch mal ungefragt dazwischen grätsche, aber das Meiste, wenn nicht sogar ziemlich Alles, was Du, @Kumiho , da so zum Thema “Japanisches Kino” von Dir gibst, ist - mit Verlaub - ganz großer Quatsch… Sowohl @Herr_Kees , als auch @todaystomorrow und @alex_wintermute haben Dir doch nun schon mehrfach beizupuhlen versucht, wie komplex und breitgefächert gerade auch die japanische Filmlandschaft aufgestellt ist, und was für ein breites Spektrum nicht nur am Filmgenres, sondern auch in der Machart und dem Erzähl-Duktus das Nippon-Kino abdeckt, und was für eine reiche und weit zurückreichende Film-Historie das Land der aufgehenden Sonne vorzuweisen hat… Vielleicht solltest Du Dich da einfach mal ein wenig (weiter-)bilden, und auch japanische Filme abseits des mainstreams und aus anderen Zeit-Epochen anschauen. Hier mal eine kurze und absolut unvollständige Liste IMHO wirklich empfehlenswerter und herausragender Japanischer Filme, mit denen Du dann nach erfolgter Sichtung damit anfangen kannst, Deine recht einseitig-kurzsichtige, stereotyp-klischeebeladene Meinung nochmals zu überdenken, und selbige hoffentlich revidieren kannst:

  • “Rashomon” (Kurosawa Akira, 1950)
  • “Ugetsu” (Mizoguchi Kenji, 1953)
  • “Seven Samurai” (Kurosawa Akira, 1954)
  • “Godzilla” (Honda Ishirō, 1954) (bitte nur das japanische Original, und nicht den U.S.-cut)
  • “Das Schloss im Spinnwebwald” (Kurosawa Akira, 1957)
  • “Floating Weeds” (Ozu Yasujirō, 1959)
  • “The Approach Of Autumn” (Naruse Mikio, 1960)
  • “An Autumn Afternoon” (Ozu Yasujirō, 1962)
  • “Onibaba - Die Töterinnen” (Shindō Kaneto, 1964)
  • “Die Frau in den Dünen” (Teshigahara Hiroshi, 1964)
  • “Gate Of Flesh” (Suzuki Seijun, 1964)
  • “Zweimal Jungfrau” (Wakamatsu Kōji, 1969)
  • “Female Prisoner Scorpion: Jailhouse 41” (Itō Shun’ya, 1972)
  • “Battles Without Honour And Humanity” (Fukasaku Kinji, 1973)
  • “Lady Snowblood” (Fujita Toshiya, 1973)
  • ”Graveyard Of Honor” (Fukasaku Kinji, 1975)
  • “Im Reich der Sinne” (Ōshima Nagisa, 1976)
  • “Vengenance Is Mine” (Imamura Shōhei, 1979)
  • “Irezumi - Die tätowierte Frau” (Takabayashi Yōichi, 1982)
  • ”Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb” (Ishii Gakuryū, 1984)
  • “Ran” (Kurosawa Akira, 1985)
  • “Tampopo” (Itami Jūzō, 1985)
  • “Typhoon Club” (Sōmai Shinji, 1985)
  • ”Tetsuo - The Iron Man” (Tsukamoto Shin’ya, 1989)
  • “Topāzu - Tokyo Decadence” (Murakami Ryū, 1992)
  • “Sonatine” (Kitano Takeshi, 1993)
  • “Gonin” (Ishii Takashi, 1995)
  • “August In The Water” (Ishii Gakuryū, 1995)
  • “Yentown - Swallowtail Butterfly” (Iwai Shunji, 1996)
  • “Shall We Dance” (Suo Masayuki, 1996)
  • “Organ” (Fujiwara Kei, 1996)
  • “Sakikos geheimer Schatz” (Yaguchi Shinobu, 1997)
  • “Hana-Bi - Fireworks” (Kitano Takeshi, 1997)
  • “Raigyo” (Zeze Takahisa, 1997)
  • “Ringu - Ring” (Nakata Hideo, 1998)
  • “Audition” (Miike Takashi, 1999)
  • “Dead Or Alive” (Miike Takashi, 1999)
  • “Wild Zero” (Takeuchi Tetsuro, 1999)
  • “Pornostar” (Toyoda Toshiaki, 1998)
  • “Eureka” (Aoyama Shinji, 2000)
  • “Monday” (Sabu, 2000)
  • “Tokyo X Erotica” (Zeze Takahisa, 2000)
  • “Kairo - Pulse” (Kurosawa Kiyoshi, 2001)
  • “All About Lily Chou-Chou” (Iwai Shunji, 2001)
  • “Visitor Q” (Miike Takashi, 2001)
  • “Suicide Club” (Sono Shion, 2001)
  • “Dolls” (Kitano Takeshi, 2002)
  • “Graveyard Of Honor” (Miike Takashi, 2002)
  • “Nobody Knows” (Koreeda Hirokazu, 2004)
  • “Linda Linda Linda” (Yamashita Nobuhiro, 2005)
  • “Sakuran” (Ninagawa Mika, 2006)
  • “Welcome To The Quiet Room” (Matsuo Suzuki, 2007)
  • “Der Wald der Trauer” (Kawase Naomi, 2007)
  • “The Clone Returns Home” (Kanji Nakajima, 2008)
  • “Still Walking” (Koreeda Hirokazu, 2008)

Anime hab’ ich jetzt nicht erwähnt (sonst wäre die Liste vermutlich nochmal doppelt so lang geworden), weil Du ja explizit von Real-Filmen geschrieben hattest. Filme nach 2010 hab’ ich bewusst weg gelassen, weil Du davon ja schon so einige zu kennen scheinst. Und auch den Regisseur Nakashima Tetsuya hab’ ich in der Auflistung jetzt einfach mal ausgelassen, weil ich seinen Film ”The World Of Kanako” damals auf dem FFF als absolute Zumutung empfunden habe (reasons why: Siehe hier (← Link / Klick’ mich!), und deshalb bisher auch noch keinen anderen Film von ihm gesehen habe - weder den thematisch ja wohl ähnlichen ”Confessions”, noch seine Frühwerke ”Kamikaze Girls” und ”Memories of Matsuko”. Insofern kann ich selbst den nicht wirklich guten Gewissens weiter empfehlen. Ist halt - wie so Vieles - immer auch Geschmackssache. Und, wie schon geschrieben: Ist eh’ und sowieso eine vollkommen lückenhafte und unvollständige Auflistung. Sollte aber für einen ersten Überblick ausreichen.

Und jetzt kommt die “Hausaufgabe” für Dich: Schau’ Dir mindestens fünf Filme aus obiger Liste an, mach’ Dir mal ein paar Gedanken dazu, und dann sinniere bitte nochmal ernsthaft darüber nach, ob Du das, was Du weiter oben im thread so Alles zum Thema “Japanischer Realfilm” vom Stapel gelassen hast, wirklich guten Gewissens weiterhin in der Form stehenlassen willst.

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Das ist völliger Bullshit.

Rapid Eye Movies gehörten zu den frühesten Labels in Deutschland, die insbesondere den japanischen Film einem größeren Publikum nahe brachte, durch ihre unzähligen DVD Veröffenlichungen im japanischen O-Ton mit dt. Untertiteln. Dafür bin ich REM ewig dankbar. Leider sind die irgendwann weg vom japanischen und asiatischen Kino und haben sich in meinen Augen zu sehr auf das indische Kino konzentriert, nämlich dem aalglatten und perfekt gestylten Bollywood Mainstream Kino, mit dem ich nahezu nix anfangen kann. Die glorreichen Zeiten von REM sind leider längst vorbei. Aber ich bin froh darüber, dass REM als Label für asiatische Filme, besonders aus Japan, damals Mitte der 90er Jahre und später gab. REM hat definitiv meine Leidenschaft zum japanischen Kino entfacht wie auch das FFF von damals. Auch das japanische Kulturinstitut in Köln, die besitzen ein eigenes Kino und zeigen des Öfteren Retrospektiven als Beispiel von Ozu, den Anfängen des japanischen Kinos, bishin zu Kitano und Miike. Außerdem werden dort regelmäßig Filme vorgestellt, die das höchst interessante Japanische New Wave Kino betreffen, das man auf gewisser Ebene mit der französischen Nouvelle Vague vergleichen kann. Mal ganz abgesehen von all den grandiosen Samurai, Yakuza, Exploitation, Anime, Dramen, Pinky Violence und J-Horror Filmen, die aus Japan kommen. Wie ich sehe bist du alles andere als im Bilde.

Das sehe ich komplett anders. An welche Filme hast denn dabei gedacht?

Das Problem der Jungspunde ist ein generelles Problem, nicht nur in Japan. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte mal, dass die Generation Z und vor allem die Gen Alpha, also die jungen Generationen, die mit Internet, TiKTok, Youtube, Streamingdiensten und Social Media von klein auf aufgewachsen sind, ein komplett anderes Sehvermögen an den Tag legen, als die alten Boomer Säcke, oder die Generation X, zu der ich selbst gehöre. Wette 100:1 das denen 30er, 40er, 50er, 60er und 70er Jahre Klassiker, die oftmals eine eher ruhige Kameraführung, Schnitt und tiefe Charakterentwicklung aufweisen, nebst offenen Enden und dessen Plot auch mal zum Nachdenken anregt, weniger gut ankommen, als all die modernen Filme ab 2000 mit schnellen Schnitten, unrealistischen Look und evtl. noch mit bombastischer Action im CGI Gewand. Viele junge Menschen sind nur noch sensationshungrig, wollen nur noch unterhalten werden ohne viel nachzudenken. Alles muss schnell gehen und sofort gewisse Reize ansprechen. Selbstverständlich nicht alle, aber die breite Masse schon. Vermute ich mal. Und “Love Exposure” ist einfach ein großartiges und vielschichtiges Werk von Sion Sono.

Filme vor ~2007 zählen natürlich nicht. Würde man die gesamte Filmhistorie betrachten, könnte man ja dann sogar behaupten, dass deutsche Kino sei gut.

Und selbst Hirokazu Koreeda und Ryusuke Hamaguchi immer gute Filme rausbringen, ändert das nichts an der japanischen Filmlandschaft im Allgemeinen. Es ist einfach so, dass Japan keine Thriller mit konsistenter Handlung und realistischen, nachvollziehbaren Entscheidungen des Protagonisten drehen kann. Das, und das letzte drittel wird meist verhunzt.

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Okay, das klingt jetzt aber schon deutlich anders, als Alles das, was Du vorher so von Dir gegeben hattest. Da hattest Du nämlich von “japanischen Filmen” / “Kino” im Allgemeinen, und eben weder vom zeitgenössischen Japanischen Film, noch von einem speziellen Sub-Genre, nämlich dem Thriller, gesprochen / geschrieben. Wiewohl ich auch das in Frage stellen würde, ist das dann aber nochmal eine ganz andere Aussage, als die meisten der zuvor von Dir in diesem Kontext getätigten Behauptungen. Aber hey - Ist halt Deine Meinung, und ist ja auch okay, und gut so. Nur: Wenn Du sie hier so dermaßen markig raushaust, und einfach mal so in den Raum stellst, dann darfst Du Dich - gerade auch bei sovielen japanophilen Cineast:Innen wie “hier in diesen Foren” - aber eben auch über vielfachen Widerspruch nicht wundern.

Und dass die zwei Sätze

auch schon wieder und immer noch kompletter Nonsens sind, möchte ich hier jetzt einfach nochmal anmerken, aber dennoch, und ganz entgegen meiner sonstigen Gepflogenheiten, nicht weiter ausführen. Weil: Ich weiss doch auch nicht mehr weiter… Entweder, Du merkst es selbst nochmal, oder aber eine weitere Diskussion macht hier und an dieser Stelle IMHO nur noch wenig Sinn. Bitte nicht böse sein, aber da bringt dann auch alles weitere Geschreibsel nix mehr.

Weiß ich nicht mehr, da müsste ich mir viele Filme nochmal neu ansehen und erstmal herausfinden, welche ich denn gesehen habe. Aber vermutlich betrifft es einige, die zwischen 2008 und 2015 oder so erschienen sind.

Das ist wieder mal eine ganz tolle Aussage von dir. Respekt!

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