Aktuelle Genrefilme


#201

War für mich neben “Girl on a train” und “A Cure For Wellness” einer der ganz wenigen, wirklich sensationell genialen Filme im letzten Jahr. Wird nur noch von Aronofsky’s “Requiem For A Dream” übertroffen, der einen noch fertiger macht!


#202

Gleich zwei recht spektakuläre Genrefilme feierten in den letzten Monaten Premiere bei Netflix. Beide wurden von der Presse ziemlich verrissen. Einer davon zu Recht, wie ich finde.

Und dann war da noch dieser Superheldenblockbuster, der diesmal nicht nur die Welt, sondern auch gleich das schwarze Hollywood retten soll und (möglicherweise deshalb?) bei Kritik und Publikum wahre Begeisterungsstürme auslöste. Bei mir eher nicht so.


#203

The Shape of Water zieht handwerklich alle Register. Und wird daneben vom sehr guten Schauspiel aller Protagonisten getragen, vorne weg Sally Hawkins, die dafür - ich sagte es bereits - den Oscar einheimsen wird. Zeitlich spielt der Film in den 60 Jahren, als Schallplatten und Unterhaltungssendungen im Fernsehen (Bonanza) Einzug ins traute Heim halten. Dabei ist die Story gar nicht soo spektakulär und schnell erzählt. Frau verliebt sich in Unterwasserkreatur, die in einer geheimen Forschungseinrichtung gefangen gehalten wird. Eine Fantasy-Liebes-Mär würd ich sagen. Es ist die Umsetzung, die den Film so hervorhebt.

Etwas befremdlich fand ich allerdings die Tatsache, dass es offenbar niemand so wirklich eigenartig findet, dass eine junge Frau eine Liebesbeziehung mit einer unbekannten und seltsamen Unterwasserkreatur eingeht, bis hin zum Geschlechtsverkehr. Überhaupt wird in dem Film das Thema Sex nicht bloß angedeutet, sondern damit sehr freizügig umgegangen. Das hatte mich hier und da etwas gewundert.


#204

Ich wollte erst eine Review schreiben, vielleicht mach ich das auch noch, aber der Film hat mir die Lust darauf verleidet. Ich finde den Film unerträglich langweilig, da helfen auch nicht die großartige Kamera, die schönen Bilder, das innovative Setting und die teils zauberhafte Atmosphäre. Inhaltlich ist “The Shape of Water” so leer wie eine ausgelassene Badewanne, dabei vorhersehbar, unlogisch bis zum Boden des Atlantiks und repetitiv ohne Grenzen. Darüber können auch nicht die zu Anfangs noch an Meisterwerke von Gilliam oder Jeunet erinnernden Bilder 2 wirklich sehr lange Stunden über hinwegtäuschen. Ich fands entsetzlich. Del Toro und ich dürften wohl keine Freunde mehr werden. Ich fand seine FIlme bislang durch die Bank zu eindimensional und optisch maßlos übertrieben (oder zu laut - oh wie habe ich Hellboy damals auf dem FFF 2004 gehasst!), als wolle man damit über die Inhaltsleere hinwegzutäuschen versuchen. Es bringt mir nämlich nix, wenn ich in einen kunterbunten Bonbonladen gesteckt werde, wenn ich dann doch nur 2 Stunden lang immer die selbe grüne Sorte naschen darf. Dabei war ich 1993 von “Cronos” noch wirklich fasziniert, aber seitdem ist viel Wasser die Kommerzmühle heruntergelaufen.


#205

Das gilt aber hoffentlich nicht auch für “Devils Backbone”, Alexander? :open_mouth:


#206

Den habe ich (noch) nicht gesehen. Interessanterweise klingen ein paar der Reviews von 2002 (!) aber fast genau so, wie ich den neuen “Del Torro” empfunden habe :

“Die Story ist so vorhersehbar, dass keine wirkliche Spannung auftauchen kann. Krampfhaft versucht, sich wenigstens an den guten Bildern festzuhalten, rutscht der Film in Langweile und Enttäuschung.”

"Wer bis zum Schluss noch nicht eingeschlafen ist, bekommt noch ein einigermasen lässiges Ende zu sehen. Alles in allem aber zu wenig, die Optik reicht halt einfach nicht aus … "

Wenn ich also mal wieder Lust auf Kunst und einen ruhigen Film habe, werde ich mir den ansehen :wink:


#207

Gegen den allgemeinen Trend war ich nicht restlos begeistert von der neuen Netflix-Exklusivpremiere. Trotz großer Erwartungen doch nur eine minderwertige ARRIVAL-Variante mit deutlich geringerer Komplexität und weniger Stimulanz von Auge und Gehirn.


#208

Ich hatte in den letzten Tagen eher das Gefühl, der Trend sei, dass Annihilation ganz okay, aber nicht so großartig wie erwartet ist? Zumindest war ich bereits ein wenig ernüchtert von den vielen leicht enttäuschten Kommentaren, als ich ihn mir gestern angesehen habe. :wink: Aber dafür hat er mir dann doch ganz gut gefallen.

Gerade was die Optik angeht, war ich ziemlich beeindruckt, und finde, dass er alleine dafür einen Kinostart verdient hätte. Zwischendurch schwächelt er bei den CGi-Kreaturen etwas, aber im Großen und Ganzen war es für mich definitiv ein Erlebnis fürs Auge. Außerdem mochte ich die Schauspielerinnen.

Was das im Vorfeld angekündigte “fürs Hirn” angeht, sollte man allerdings nicht zu viel erwarten. Mir haben die ersten zwei Drittel sogar besser gefallen als das Ende, und das liegt nicht einmal an der experimentellen Umsetzung. Das Rätselraten und Erkunden der geheimnisvollen Landschaft fand ich sehr spannend, aber am Schluss verlor mich der Film ein wenig. Ähnlich sind zwar auch “Arrival” oder “Contact” aufgebaut, die am Ende ebenfalls sehr eigen werden, aber bei den beiden hat es für mich besser funktioniert.

Trotzdem hatte ich beim Abspann das Gefühl, einen ordentlichen Sci-Fi Film gesehen zu haben. Einen, dem es vielleicht besser getan hätte, an einigen Stellen weniger künstlerisch sein zu wollen - aber ich bin gespannt auf die Fortsetzungen.

7/10


#209

Doch, leider schon. Aber es reicht ja, wenn wir Freunde sind … :slight_smile:


#210

Schöner Nachtrag zu BRIGHT:


#211

Freut Euch auf die Veröffentlichung dieses Hammers. Oder holt Euch am besten gleich die UK-Ausgabe.


#212

Ich lehne mich jetzt mal ein bisschen aus dem Fenster und spreche eine Empfehlung für THE DISCOVERY aus, wenn man Mystery mag. Dabei scheint der Netflix-Film eher im “okayen” Bereich zu liegen, was die Bewertungen angeht. Aber vielleicht ist es ja für den einen oder anderen ein Geheimtip?

Ich hatte vor vielen Monaten den Trailer gesehen, wegen der spannenden Grundidee und Top Besetzung für vormerkenswert befunden und das Ganze dann doch wieder vergessen, weil ich nirgendwo etwas über den Film las, als er veröffentlicht wurde. Bis ich neulich mein Netflix Abo reaktivierte und ihn auf meine Watclist packte. Zeit, einen Blick zu riskieren. Und mir hat gefallen, was ich sah.

Im Jahr 2018 wird jede halbwegs ungewöhnliche Sci-Fi / Mystery Story mit dem Label versehen, dass es auch eine BLACK MIRROR Folge hätte sein können. Jap, das trifft es. Aber es klingt auch leicht abwertend, denn gerade in diesem Fall steckt genug drin, um einen Spielfilm zu rechtfertigen.

THE DISCOVERY geht erst einmal einem Gedankenexperiment nach, und ich mag solche Aufhänger. Was wäre wenn… der wissenschaftliche Nachweis erbracht werden würde, dass es ein Leben nach dem Tod gibt? Wir wüssten noch nicht, was genau kommt, sondern nur, dass da definitiv etwas ist. Diese Nachricht alleine würde eine Welle von Selbstmorden nach sich ziehen. Wieso hier Leid ertragen, wenn man die Gewissheit hätte, dass es nach dem Tod weiter geht? Der Wissenschaftler, der die Entdeckung gemacht hat, zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück, forscht aber weiter, um die endgültige Antwort liefern zu können. Er will erfahren, was genau uns nach dem Tod erwartet.

Mit seinen Experimenten erinnert THE DISCOVERY stellenweise an FLATLINERS, ohne dabei jedoch komplett in die Horrorecke abzudriften. Ich hatte ehrlich gesagt einen furchtbar traurigen Film erwartet, aber er war dann doch ganz gut zu ertragen. Es geht zwar um Schuldgefühle, Selbstmordgedanken und die Frage nach dem Sinn im Leben - aber in erster Linie hat mich einfach die Geschichte fasziniert, die mehrere Wendungen schlägt und einen miträtseln lässt, was wohl letztenendes die Wahrheit ist. So wie das ein gelungener Mystery Streifen eben machen sollte.

8/10


#213

Warum ich mir Angelina Jolie zurückwünsche:


#214

Könnte aber trotz allem die bessere Wahl zum Schwarzen Panther gewesen sein.

Der Schwarze Panther ist einfach zu lang und langweilig. Mir fehlten die coolen Sprüche zwischendrin, das Sichnichtsoernstnehmen. Der Hauptdarsteller bleibt irgendwie, äääh, blass. Gut fand ich seine Schwester Shuri (Letitia Wright), so ne kleine Freche, die auch noch klug ist. Danai Gurira (Okoye) hat halt so ein wenig Michonne gespielt :wink: (Ob Katanah-Schwert oder Speer, bleibt sich dann ja egal).

Also die männlichen Darsteller waren eher langweilig, blass und die Damen hatten’s drauf, kamen aber irgendwie zu kurz. Ausnahmen bei den männlichen Darstellern: Andy Serkis (zu wenig Leinwandpräsenz) und der Cousin vom schwarzen Schmusekater - Killmonger, der war eigentlich recht interessant.

Tja, und es gibt wohl bald keinen Film mehr ohne den meist recht sympathischen Martin Freeman.

Stan Lee hatte sein übliches Cameo und der Abspann deutet an (Winter Soldier ?), wie gehabt.

Ansonsten 08/15 Story; freu mich aber jetzt, aufgrund des Trailers, dann doch auf Avengers: Infinity War.


#215

Don’t Knock Twice

Eigentlich frag ich mich ja, was das bringen soll, über diesen Käse von Film zu schreiben. Aber weil er einigermaßen aktuell ist, ins Genre passt und bei Amazon Prime gerade zu streamen ist, versteh ich das hier jetzt mal als eine Art Warnung. Es sei denn, hier liest jemand mit, der/die 14,15 Jahre als ist. Für den/diejenige könnte Don’t Knock Twice noch als okayer “Grusler” durchgehen. Alle anderen “Pros” erwarten hier lediglich Stangenware mit altbekannten Zutaten.

Naja, vielleicht tut man Filmen wie diesen auch einfach unrecht. Denn sie sind exakt auf das oben beschriebene Zielpublikum hin produziert (Tennie-Horror-Popcorn-Fun). Das dumme ist nur, dass wir immer allzu oft in die Falle treten und was anderes erwarten oder sagen wir erhoffen. :smile::smile:


#216

Tomb Raider

Ein unerwartet unterhaltsames Action Abenteuer. Jede Menge Adrenalin. Ein Teil des Characters der alten Filme und der Hauptfigur geht definitiv verloren und sicher werden einige Fans der Filme mit Angelina Jolie und vermutlich auch der Spiele Vorlagen enttäuscht sein. Dafür kommt frischer Wind in das Franchise. Und der heißt Alicia Vikander. Sie ist smart, cool, humorvoll, schlägt sich gut in den Action Sequenzen obwohl das bislang ja gar nicht ihr Genre ist und hat das Zeug ihre Rolle noch weiter auszubauen. Sie hat ganz schnell innerhalb der Story Entwicklung in ihre Rolle hinein gefunden und eine absolut überzeugende Darstellung vom sportlich ambitionierten Fahrradkurier, aber auch zaghaft zurückhaltendem Wesen zur Überlebenskämpferin geboten.

Die Inszenierung von Roar Uthaug macht Schluss mit den cartoonesken Elementen und mir gefiel es. Uthaug darf sich gerne noch einmal dieses Stoffes annehmen. Ich denke er hat von seinen Erfahrungen aus The Wave profitiert. Die Action Sequenzen sind jedenfalls stark umgesetzt und auch gut vom Timing. Das Zusammenspiel zwischen Regisseur, Kameramann und Hauptdarstellerin Vikander hat gut funktioniert. Leider können die übrigen Darsteller das Niveau nicht halten. Und die Mystery/Rätsel Elemente hätte man sicher noch besser umsetzen können, die wirkten z.Teil etwas plump. Alicia Vikander ist in meinen Augen jedenfalls eine gute Nachfolgerin wenn nicht sogar schon ein Gewinn. Ich wünsche mir das das Franchise mit ihr fortgeführt wird! Genug Potenzial ist vorhanden auch mit Blick auf das Drehbuch, auf das Ende des Films und die Rolle von Kristin Scott Thomas. Hatte zum Schluss auch ein bisschen was von Largo Winch. Gute 7/10 von mir, eine 4 Punkte Bewertung wird diesem Film lange nicht gerecht.


#217

Ist doch schön, dass er Dir gefallen hat. Meins war‘s nicht.


#218

Steven Spielbergs Einzug ins Overlook Hotel – für manche ein Sakrileg, für mich die interessanteste und überraschendste Sequenz des bisherigen Kinojahres:


#219

Den Szenenspoiler hättest du dir sparen können bzw. verschleiern müssen :flushed::weary:


#220

Sorry, aber die ganze Presse berichtet darüber, da bin ich davon ausgegangen, dass das mittlerweile bekannt ist. Abgesehen davon ist es m. E. kein Spoiler, da es keinerlei Einfluss auf die Handlung hat. Oder war das jetzt auch ein Spoiler? Ups.