Aktuelle Genrefilme

Je später der Abend, um so nerviger die Gäste.

Ich hab mir den “Hole” jetzt auch mal angeschaut und bin durchschnittlich begeistert. Die Story passt auf einen Bierdeckel: Mutter, Sohn, Haus, Wald und das riesige Erdloch mitten im Wald.
Allerdings entwickelt dieser kleine Mystery Grusler in der ersten Hälfte doch eine unangenehm schaurige Athmosphäre, passt mit seinen bewußt trüben, verblassten, sandigen und monochromen Bildern perfekt in die herbstliche Jahreszeit. Der Spannungsbogen wird langsam aber kontinuierlich aufgebaut, das gute Schauspiel von Mutter und Sohn funktioniert hervorragend. Langweile kommt nie auf und Längen sind nicht vorhanden. Der Soundtrack ist sehr abwechslungsreich, tricky und passt immer exakt zur jeweiligen Szene. “Szene” ist gleichzeitig das Motto des Filmes. Er hat nämlich keinen klassischen stringenten chronologischen Flow, ist auch nicht schwierig verschachtelt, wirkt aber trotzdem wie ein Episodenfilm aus vielen kleinen fast kurzfilmartigen Sequenzen. Das fand ich schon sehr spannend, macht neugierig und hebt den Film in der ersten Hälfte durchwegs über Durchschnitt. Im letzten Drittel hat er mich dann aber leider verloren, denn man spürt die Torschlusspanik und die fast hilflose Not, den Film irgendwie zu Ende bringen zu müssen. Hier macht der Film mit unnötiger Action und kitschigen Effekten leider alles kaputt, was er zu Beginn so wundervoll geschmeidig und mysteriös aufgebaut hatte.
Die ersten zwei Drittel sind sehenswert 7/10
Das letzte Drittel versagt leider 4/10
In Summe trotzdem wohlverdiente 5.5/10

Hab mir jetzt auch mal den Clovehitch auf Prime angeschaut und hätte fast vorzeitig abgebrochen, denn dieser atypische DramaThrillerKiller beginnt etwas spröde, altbacken, klischeehaft mit spießig konserativer Mid Amerika Familien und Pfadfinder Stimmung bei Kaffee und Pancake, immer kirchentreu und scheinheilig. Unterstützt wird diese Stimmung bildlich durch einen grieselig vergilbten monochromen Filmlook. Aus dieser langweiligen Normalität heraus schleicht sich dann aber ab Mitte des Films langsam und wendungsreich das Unglaubliche heran, dass von Anfang an auf der Hand lag und nie versteckt oder verheimlicht wurde. Die ungeschönte Offenbarung des Clovehitch Killers entwickelt sich dann doch noch zu einer spannenden Familientragödie mit tiefen seelischen Abgründen und fesselt auch den Zuschauer bis zum bitteren emotionalen Ende.
Anfangs gähn bei 4 Punkten, ab Mitte dann überraschende 7 Punkte. Somit für mich durchschnittliche 5.5 Punkte. Kann man für lau 1mal gucken.

Der Action Trash Hit vom 4. Obscura Filmfestival Berlin jetzt kostenlos auf Youtube für alle zu sehen, viel Spass!

Unnötige, aber unterhaltsame Fortsetzung, der ihre Zombies leider ziemlich egal sind.

Wenn im “Room 237” noch Licht brannte, hat es Mike Flanagan jetzt ausgemacht.

Sehr schön gesagt, auf den Punkt. LEIDER.

Ich fand Dr Sleep richtig klasse! So können Geschmäcker auseinandergehen…

Amazon Prime hat The Axiom – Das Tor zur Hölle ins Programm aufgenommen. Ein toller Genre-Film, den ich nur zuuuu gerne auf dem FFF gesehen hätte. Schöne Mischung aus Horror und Dark Fantasy, zwar Low Budget produziert, aber das Drehbuch ist nicht ganz unoriginell.

Meine letzten Sichtungen aus den Bereichen Action, Thriller, Horror und Arthouse. Fast ein kleines Filmfest.



Nach Steven Segal im Zug, Jean-Claude van Damme beim Eishockey und Rutger Hauer im Schwimmbad nun also Dave Bautista im Fußballstadion: Diese jüngste DIE HARD Variante ist zwar nicht viel intelligenter als die Rip-Offs der 90er, aber doch etwas spannender, kurzweiliger und durch Bautista tatsächlich auch emotionaler. Die Kampfszenen sind fast schon realistisch brutal – Bautista ist trotz Militärausbildung fast jedem Gegner unterlegen – nur leider zu hektisch geschnitten. Dafür entschädigt dann so eine durchgeknallte Idee wie eine Motorradverfolgungsjagd durch die Stadiongänge, begleitet von Frankies „Two Tribes“. Spaßige Oldschool-Action! Aktuell bei amazon im Stream.



Brian de Palma teilt das Schicksal von Dario Argento: Einst erfolgreiche visionäre Filmemacher, schwinden seit Jahren immer mehr das Talent, der Erfolg und damit die finanziellen Möglichkeiten, weitere Filme zu realisieren. Nicht, dass man nach dem missratenen Remake PASSION (2012) noch auf den nächsten de Palma gewartet hätte, aber dank dänischen Geldern hat er es nun doch nochmal geschafft, einen beachtenswert gut besetzten Eurothriller zu drehen, der auf der Habenseite außerdem einen stimmungsvollen Score von Pino Donaggio sowie drei interessante Set Pieces verbuchen kann. Für einen guten Film reicht das dennoch nicht, denn DOMINO krankt an einem zu simplen Drehbuch, an unglaubwürdigen und klischeehaften Szenen am Rand der Parodie, vor allem aber an mangelndem Tempo. Man ist zwar froh, ab und zu den typischen de Palma Stil durchblitzen zu sehen (hallo Vertigo-Hommage, hallo Split Diopter, hallo Plansequenz), aber der alte Schwung ist hin.



Leichenschauhäuser und Nervenkliniken bilden willkommene Locations für beklemmenden Horror. Ambiente und Atmosphäre der kühlen und funktionalen Räumlichkeiten sind anfangs auch eine echte Stärke des Films. Wenn die Geschichte nur mehr hergeben würde. Aber die Story des unter mysteriösen Umständen eingelieferten und wiedererwachten Toten und den mit ihm verbundenen Todesfällen dreht sich nur im Kreis, anstatt in einer unheimlichen Abwärtsspirale, wie dies von den Filmemachern vielleicht beabsichtigt war. Doch dazu fehlen leider Spannung, ein überraschenderes Skript und mehr Production Values als die auf Dauer dann doch ermüdenden immergleichen Hospitalgänge.



Ein Cocktailkleid mit tödlichem Eigenleben, Modeverkäuferinnen wie aus einem Tim Burton-Film, ein menstruierendes Mannequin und ein Arbeitgeberduo, das Angestellten ihre Klozeiten vorrechnet und sie für ihre Art zu grüßen kritisiert. Die Bankangestellte Sheila scheint der einzig normale Mensch in dieser merkwürdig absurden Welt zu sein, die Peter Strickland (BERBERIAN SOUND STUDIO) sich da ausgedacht hat, angesiedelt in einem filmischen Universum irgendwo zwischen Dario Argentos SUSPIRIA und Quentin Dupieux‘ WRONG. IN FABRIC ist demnach auch ganz sein eigenes Ding, nicht Jacke, nicht Hose, für eine Komödie zu weird und für einen Horrorfilm zu künstlerisch. Für alle, die Freude an schönen Bildern und merkwürdigen Mythologien haben, ist dieser Film allerdings maßgeschneidert.

Ich muss euch vor dem neuen Black Christmas Film warnen. Hab ich Freitag in der Wolfsburger Horror Nacht gesehen. Ist ja nach 2006 das nächste Remake vom 1974er Original, ich kenne nur die 2006 Version. Soll nicht viel gemeinsam haben außer das Grund Setup.

Als der Film vorbei war und wir alle draußen waren, fragte mich der Organizer der den Film vorher nicht kannte: “Was war das denn?” Ich antwortete: “Ein Woke Film”. Drinnen meinte er dann dass der Film total sexistisch sei. Ich meinte: “Gegen uns.” Er gibt ihm 0 Punkte und fast das gesamte Publikum fand ihn auch scheiße. Das meinte er auf Facebook anschließend dazu:

Nichts gegen Frauen. Nichts gegen Frauenpower. Nichts gegen Final Girls und Scream Queens. Und auch nichts gegen einen leichten Seitenhieb gegen chauvinistische Männer. Aber das, was ich gestern in “Black Christmas (2019)” erleben musste, war eine persönliche Beleidigung. Der totale Tiefpunkt des diesjährigen Horrorfilms und eine bittere Enttäuschung der ansonsten sehr geilen X-Mas Horror-Nacht in Wolfsburg. Ich bin immer noch zutiefst erschüttert! Hätte doch die Filmemacherin vorher mal Hard Way - The Action Musical geschaut und sich ein Beispiel daran genommen, wie man taffe Mädels hätte inszenieren können. Aber nööö. Da hilft auch die kuhle Katze nix mehr! Eine hohe Plazierung in den FLOP 5 der diesjährigen Saison hat dieser Mist damit sicher. Bravo!

Jemand anders, finde das deutsche Original nicht mehr, daher auf englisch:

I go along and say that I was really shocked by the film. But not as you would expect from a horror film. You may be able to bring the film to a Christmas party of male-killing hardcore feminists, but elsewhere is the wrong place. After watching the film, I would rather not meet the creator behind it in the dark. The lady must have a brutal hatred of men. She did not put the lady in the foreground as usual with female power, but on top of that she downgraded everything that was a lout to animals hating power-hungry women

Quasi Charlie Angels 2019 als harmloser Slasher, denn CA soll ja auch woke bzw. feministisch sein. Black Christmas 2019 war wirklich übel, die User Comments und Kritiken sprechen auch Bände. Jede Menge Facepalm Momente, unsympathische Darsteller denen man den Tod wünscht aber die bösen Männer sind auch nicht wirklich besser.

Die Mädels machen eine Tanzperformance die bei den Männern gar nicht gut ankommt, landet auch im Netz. Ein Typ meinte später: “Was habt ihr erwartet? Hätten wir so ein Video gedreht wo Frauen niedergemacht würden, dann …” Da meint die eine das ist was anderes, Männer darf man fertig machen weil Männer die Macht haben. FACEPALM. Zum Dank wird er dann auch noch rausgeschmissen obwohl er Recht hatte.
Am Ende der Okkult Club wo die Männer mit Hilfe von schwarzer Magie ihre verlorene Männlichkeit wiederbekommen wollen. Die Punkte die die aufzählten stimmten sogar, nur die Konsequenz daraus ist falsch, Frauen müssen nicht in die 2te Reihe und auch nicht bedingungslos gehorchen aber man brauchte halt böse Männer, also richtig böse, keine bad boys. Dann kommen die Frauen zu Hilfe um ihre Freundin zu retten. Wie das aussah und dann der Kampf der Geschlechter mit dem finalen Spruch: “Ihr werdet Frauen niemals zerstören”, haha, das will ja auch keiner, denn Frauen kriegen Kinder.

Im Grunde ist man dafür dass die Mädels sterben, die Jungs aber irgendwann auch weil die so bekloppt sind. Gibt Filme die haben schwarz und weiß und es gibt Filme die haben grau aber dort ist die Charakter Zeichnung viel besser als hier. Kurz gesagt, der perfekte Film für Misandristinnen, ein umgekehrter Exploitation Film nur schlimmer.

Review Auszüge:

„Black Christmas“ visuell einfach zu keusch, um eine höhere Altersfreigabe zu rechtfertigen. Die Macher verzichten fast vollends auf die Darstellung von Blut und anderweitig visuelle Gewalteskapaden. Auch Jump-Scares bietet der Film keine. Das, sowie das innerhalb der Reihe erstmalig auftretende Abdriften in übernatürliche Gefilde, sind aber nicht der Hauptgrund dafür, weshalb einen „Black Christmas“ absolut unbefriedigt aus dem Kinosaal entlässt. Nach der erzählerisch zwar wenig subtilen, insgesamt aber plausiblen ersten Hälfte widmet sich Sophia Takal der von #MeToo und Co. angeheizten Stimmung und kreiert auf der Leinwand einen plumpen Geschlechterkampf ohne Zwischentöne, der absolut nichts mit einer ernsthaften Auseinandersetzung gesellschaftssystematischer Defizite zu tun hat, sondern ausschließlich ohnehin vorhandene Gräben noch weiter ausgräbt. „Black Christmas“ beginnt als auf der Höhe der Zeit angesiedelte Hinterfragung bestehender Genremechanismen und endet in hysterischem Populismus, mit dem die Regisseurin das Horrorgenre bisweilen komplett verlässt. Darin waren sich nach dem Screening übrigens beide Geschlechter einig.

Fazit: Sophia Takals Pläne, mit „Black Christmas“ das männerdominierte Slasher-Genre auf links zu drehen, missglückt nach einer vielversprechenden ersten Hälfte, da sich die Regisseurin viel zu sehr auf den Konflikt und nicht auf die Lösung versteift. Ganz davon abgesehen, dass ihr Film als Angst schürender Horrorfilm komplett versagt.

User Comments auf imdb:

This was absolutely nothing like the remake of the original. It was quite frankly dreadful!!! I would avoid paying any money towards this abomination. I am all for gender equality and I have women in my life who have been a big influence on me. But watching this for an hour and half was torture. It went on a big feminist journey portraying all men as pigs and all women as saints. Huge stereotypical tirade which left me squealing! Avoid this film like the plague

We cant beat misogyny by becoming misandrists. We’re supposed to stop hate, not perpetuate it.

This movie was not made with a good story or to be scary, it’s just made to appease the Feminazi’s, and that’s just sad.

Black Christmas (2019) spends so much time telling us that the female characters are awesome that it forgets to develop any of their actual character. Most of the female characters might as well be referred to as “Girl 1” and “Girl 2” because their sole reason for being on screen is to be quickly bumped off in festive fashion. In a film that is clearly influenced heavily by the MeToo movement, to have such weak characters is detrimental to the whole saccharine message the film wants to convey.The male characters, most of whom are Fraternity Jocks are presented as either creepy, misogynistic or both. This film wants us to root for the female characters by forcing us to swallow the idea that the male characters are all wicked and degrading jerks. There is even a jolly festive song about sexual assault thrown in for good measure. This all makes no sense when a film about empowerment of the gender resorts to doing the very thing it is supposedly criticizing to get its point across.

Jetzt bin ich interessiert.

Dafür, dass der Film Dir nicht gefallen hat, hast Du Dich aber ausgiebig damit auseinandergesetzt.

Hab den Film ganz schnell abgeschrieben. Die ersten Reviews reichten mir und er war nicht mehr auf meinem Radar.

Meistens so dass Leute eher was bei einem Verriss schreiben als bei was positivem und bei dem macht es auch ein bißchen Spass.

Dieser hier ist ein Paradebeispiel wie man einen Film verkackt und schlecht für angehende weibliche Regisseure. Sie können es besser, sollten sich aber auf einen guten Film konzentrieren und kein Pamphlet drehen.

And now for something completely different:

Ein Weihnachtsmehrteiler für Geduldige:

Ein Mord mit Fehlern:

Ein Zimmer in der Twilight Zone:

Der gerade angelaufene Film von Christian Alvart (ANTIKÖRPER, STEIG.NICHT.AUS.) ist ein Remake des Festivallieblings LA ISLA MINIMA von 2015:

Hat den schon jemand gesehen?

Ganz neu in den Kinos: “Underwater”.

Ich bin sehr angetan von dem Film, eine Mischung aus Alien und The Descent, nur unter Wasser spielend.

Wirklich so gut ? Nach Sichtung des generischen Trailers hab ich eigentlich nur noch einen weiteren Film a la “The Abyss” erwartet …

War gestern drin. Für mich nur Durchschnitt. Leidlich spannend, optisch auch nicht sehr interessant. Immerhin Stewart in Unterwäsche.