Aktuelle Genrefilme

Meistens so dass Leute eher was bei einem Verriss schreiben als bei was positivem und bei dem macht es auch ein bißchen Spass.

Dieser hier ist ein Paradebeispiel wie man einen Film verkackt und schlecht für angehende weibliche Regisseure. Sie können es besser, sollten sich aber auf einen guten Film konzentrieren und kein Pamphlet drehen.

And now for something completely different:

Ein Weihnachtsmehrteiler für Geduldige:

Ein Mord mit Fehlern:

Ein Zimmer in der Twilight Zone:

Der gerade angelaufene Film von Christian Alvart (ANTIKÖRPER, STEIG.NICHT.AUS.) ist ein Remake des Festivallieblings LA ISLA MINIMA von 2015:

Hat den schon jemand gesehen?

Ganz neu in den Kinos: “Underwater”.

Ich bin sehr angetan von dem Film, eine Mischung aus Alien und The Descent, nur unter Wasser spielend.

Wirklich so gut ? Nach Sichtung des generischen Trailers hab ich eigentlich nur noch einen weiteren Film a la “The Abyss” erwartet …

War gestern drin. Für mich nur Durchschnitt. Leidlich spannend, optisch auch nicht sehr interessant. Immerhin Stewart in Unterwäsche.


Die Erwartungen an Netflixproduktionen, bzw. -Premieren sind aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahre nicht mehr besonders hoch. I AM MOTHER, der in einigen Ländern auch regulär im Kio startete, bildet glücklicherweise eine Ausnahme. Das Science-Fiction-Kammerspiel weckt Erinnerungen an EX MACHINA und MOON und auch wenn er deren Kaliber nicht ganz erreicht, bietet er intelligente und teilweise auch spannende Unterhaltung mit einigen Twists und Turns, von denen man nicht alle kommen sieht.



Jennifer Kents BABADOOK-Nachfolger stellt erneut eine Frauenfigur ins Zentrum und wieder geht es um die Verarbeitung eines Traumas durch Schrecken und Gewalt, wenn auch unter völlig anderen Umständen: Eine junge Frau, die als Verurteilte in der australischen Strafkolonie Tasmanien einem Leutnant zum Frondienst unterstellt ist, verfolgt diesen nach einer unsäglichen Tat quer durch den Dschungel, unwillig begleitet von einem Aborigine. Auch wenn diese Rachegeschichte keineswegs neu ist, schafft Kent mit dem Setting, vor allem aber mit der oft schwer erträglichen Darstellung realer Gewalt, einen ungewöhnlichen Film, der weit von den üblichen Rape & Revenge-Streifen entfernt ist. Allerdings wird die Bosheit einiger Männer hier so übertrieben gezeigt, dass man sich doch etwas mehr Differenzierung und charakterliche Grauwerte gewünscht hätte. Auch ist der Film, der eigentlich eine sehr simple Geschichte erzählt, mit seinen epischen 136 Minuten mindestens um eine halbe Stunde zu lang geraten.



Traumatisierter Junge bildet sich einen imaginären Freund ein, der zunehmend die Kontrolle seines Lebens übernimmt und nicht gerade positive Absichten für seine Mitmenschen hat – aus dieser nicht gerade irrsinnig originellen, aber soliden Grundidee hat Regisseur Adam Egypt Mortimer eine interessante Schizophrenie-Parabel gemacht. Das Psychodrama, das sich langsam zum Thriller wandelt und schließlich in (Body-)Horrorvisionen abgleitet, hat Potenzial und wäre ein richtig guter Film, wenn die Hauptfigur nicht so ein uncharismatischer Schluffi und „Daniel“ (Schwarzeneggersohn Patrick) nicht so platt böse wäre. In jedem Fall ist der Film um Längen besser geraten als Mortimers in jeder Hinsicht missglückter SOME KIND OF HATE.



So ähnlich hätte FIGHT CLUB aussehen können, wenn er von Yorgos Lanthimos inszeniert worden wäre: merkwürdige Charaktere, die sich irrational verhalten, eine spröde Atmosphäre, Ausstattung und Kostüme, die retro erscheinen und gleichzeitig aus der Zeit gefallen zu sein scheinen und ein knochentrockener Humor, der kaum als solcher erkennbar ist. Jesse Eisenberg ist mit seiner linkisch-autistischen Art wie geschaffen für ein solches Szenario, ein bleicher Buchhalter auf der Suche nach seiner Maskulinität, der in einer dubiosen Kampfsportgruppe landet und sich dort in der Rangordnung nach oben „arbeitet“. Der Film bleibt jedoch beim Gelbgurt, zu wenig einfallsreich ist die Geschichte, zu wenig involvierend die Inszenierung.



Kurze Zeit nach der Netflixserie THE HAUNTING OF HILL HOUSE eine weitere Shirley Jackson-Adaption. Allerdings ist Stacie Passons Film mehr Coming of Age-Drama als Gruselfilm, auch wenn einige Mysterien darin herumspuken. Interessant, wie offensichtlich sich Filme wie STOKER und MARROWBONE an Jacksons Vorlage bedient haben: die Familie, die das Schloss nicht verlässt, der etwas zu selbstbewusste entfernte Verwandte, der sich plötzlich einnistet, das junge Mädchen, das sich gegen ihn zur Wehr setzt. Hier allerdings fehlt fast jegliche Spannung, schön gefilmt und gut gespielt ist eben nicht genug.



Von der Struktur her erinnert OVERLORD an einen ganz anderen Pulp-Horror: FROM DUSK TILL DAWN. In der ersten Hälfte noch Weltkriegsabenteuer à la WHERE EAGLES DARE, in der zweiten Hälfte dann Nazizombietrash im Stil von WOLFENSTEIN, FRANKENSTEIN’S ARMY & Co. und beides nicht wirklich überzeugend. Der professionell produzierte Film lahmt an einem einfallslosen Skript, an mangelndem Mut, wirklich über die Stränge zu schlagen und – tödlich bei einem solchen Trashthema – an der kompletten Abwesenheit von Humor.

Knives Out - nicht so fetzig wie Ready or Not - aber durchaus charmanter, vergnüglicher Krimispaß in bester Agatha Christie Manier. Fand den Akzent von Daniel Craig nicht so ganz gelungen. Und man muss sich schon auch auf die eher langsame, gemütliche Erzählweise (immerhin dauert der Film 131 Minuten) einlassen können. Aber wer eher feinen Humor und Esprit mag und auch auf blutige Szenen verzichten kann, hat seinen Spaß.

Sehr schön war das setting. Die Ausstattung im dem Haus - wow. Ein Traum.

Es macht auch Spaß, dem Schauspieler-Ensemble zuzusehen. Don Johnson und Jamie Lee Curtis haben sich ganz gut gehalten.

So, und nun freu ich mich auf Coma. Sieht ja rein optisch schon mal nicht schlecht aus.

1917
Kriegsfilme ziehen mich nicht automatisch ins Kino. Aber der Mix aus gepriesener Leinwandtauglichkeit, Regie Sam Mendes und einige Oscar Nominierungen haben mich dann doch neugierig gemacht. Großartige Kamera. Habe ich früher Emmanuel Lubezki Roger Deakins deutlich vorgezogen, so liefern sich die beiden spätestens seit Deakins’ starker Kamera in Blade Runner 2049 mittlerweile beinahe ein Kopf an Kopf Rennen in meiner Gunst. (Wenn ich The Revenant oder Children of Men sehe, hat Lubezki atmosphärisch noch minimal die Nase vorn). An jenen, Bladen Runner 2049, kommt er in 1917 nicht ganz heran, aber sein elegant- involvierender Kamera Stil trägt den Hauptteil dazu bei, das der Film den Zuschauer sehr vereinnahmen kann. Unterstützt wird dies durch die tolle Musik mit ihren leicht irischen Anklängen. Auch das Set Design ist top. Ob er seine zahlreichen Oscar Nominierungen wirklich verdient sei mal dahingestellt; Im Zusammenspiel mit der Stil sicheren Inszenierung von Mendes sollte der geneigte Cineast sich den Film im Kino jedoch nicht entgehen lassen. Überzeugender Kurzauftritt von Benedict Cumberbatch btw. 8-8,5/10

Mich hat der Film leider nicht so gepackt. Die technischen Oscars gehen ok, Kamera natürlich auch, aber insgesamt war er mir doch zu distanziert:

In READY OR NOT hat mir Margot Robbie deutlich besser gefallen.

Kein Wunder, da hat Margot Robbie ja auch nicht mitgespielt! :wink:


Sylvester Stallone, der seine Rambo-Figur seit dem Erfolg des ersten Films ebenso missverstanden hat wie die dortigen Gesetzeshüter, pfropft nun seinem eigenen Mythos als unnötigen Verschluss einen TAKEN-Klon auf. Rambo gegen das Kartell ist der simple Plot und der Film scheint nur wegen seines Showdowns gedreht zu sein, in dem Dutzende namenlose mexikanische Gangster aufs Brutalste dahingemetzelt werden. Natürlich nicht ohne vorherige heroische Aufrüstungsmontage à la HOME ALONE. In Zeiten von JOHN WICK hat John Rambo schon lange ausgedient. Hoffentlich hält der Filmtitel sein Versprechen.



Junges ehrgeiziges Camgirl muss feststellen, dass ihr Kanal von einer Doppelgängerin gekapert wurde. Ein interessantes Mysterium um unwirkliche Identitäten und Rollenspiele, von Madeline Brewer in starken Performances mit selbstbewusster Sexualität dargestellt. Etwas mehr Spannung, Horror und eine tiefergehendere Auflösung wären wünschenswert gewesen, dafür bekommt man faszinierende Einblicke ins Camgirl-Business, die Autorin Isa Mazzei wohl aus eigener Erfahrung schöpfen konnte. Definitiv einer der besseren Genrefilme bei Netflix im Stream.

Adam Sandler, der ungeschliffene Schauspieldiamant:




Die Liga der leider doch etwas zu gewöhnlichen Gentlemen:



Wo es Krokodile gibt, gibt es keine Haie. Sonst hätte Aja die auch noch mit eingebaut.

Vielversprechende Regisseure scheitern an bekannten Stoffen, Teil 1:


Vielversprechende Regisseure scheitern an bekannten Stoffen, Teil 2:

Wenn Soziologiestudenten Filmdrehbücher schreiben:


Eigentlich eine schön straighte, spannungsreiche Thrillerstory, die das spanische Original mit Luis Tomar auch schon ordentlich umgesetzt hatte. Das deutsche Remake ist leider größtenteils eine Zumutung mit gestelzten Dialogen, die noch dazu von den ansonsten solden Darstellern überraschend hölzern wiedergegeben werden. Wieder mal eine vertane Chance für den deutschen Genrefilm.





Roger Avarys erster Film seit 17 Jahren (!) wäre Mitte der Neunziger wohl mit einem Schulterzucken als weiterer Tarantino-Klon durchgewunken worden. Doch Tarantino hat sich weiterentwickelt und Filme wie diese kann man eigentlich nur noch als pseudocool und peinlich bezeichnen. Schade, Avarys KILLING ZOE und THE RULES OF ATTRACTION waren stark, aber sein Hauptrollen-Pärchen hier wirkt nur wie ein billiger Abklatsch von Bruce Willis und Maria de Medeiros aus PULP FICTION (an dem Avary mitgeschrieben hat) und dass er sie ständig „Honeybun“ nennt, macht die Sache nicht besser. Was in Erinnerung bleibt, ist Crispin Glovers „ich geb einfach nochmal alles“-Performance als Killer, der so verrückt ist, dass er denkt, er sei Franzose, und eine in Blut getauchte Kunstausstellung, der sogar im Abspann nochmal ausgiebig Tribut gezollt wird.





Update einer der meistverfilmten Schauergeschichten nach Dracula und Frankenstein. Die gotische Atmosphäre der wohl berühmtesten Version THE INNOCENTS (1961) wird hier durch zeitgenössische Jumpscares ersetzt und bis auf ein paar Alternative Rocksongs wird der Geschichte zunächst nichts hinzugefügt. Am Ende allerdings wird der Film dann plötzlich ganz mutig und verdreht mit einem Twist plötzlich alles vorher gesehene – sehr zur Frustration der Zuschauer. Ok, aber unnötig.





Vin Diesel kehrt zurück zu den Genre-B-Movie-Wurzeln, die ihm vor 20 Jahren mit PITCH BLACK zum Durchbruch verholfen haben. Ging sein stoischer Charakter damals noch als starker Stereotyp durch, regiert BLOODSHOT ein einziges Klischee. Afrika: Supersoldat Diesel erledigt im Alleingang ein ganzes Haus voller Feinde. Italien: Supersoldat Diesel im weißen Feinripp nimmt seine attraktive blonde Frau in den Arm. Kühlhaus: Bösewicht tänzelt bedrohlich auf gefesselten Supersoldat Diesel zu, während der eigens dafür aufgestellte Ghettoblaster „Psycho Killer“ spielt. Und das waren die ersten 10 Minuten des Films. Damit könnte man BLOODSHOT eigentlich gleich als trashige ROBOCOP-TERMINATOR-Variante abtun. Wenn ein Twist am Ende des ersten Akts nicht doch zumindest ein wenig Drehbuchintelligenz vermuten ließe. Allerdings ist damit der Anspruch, etwas mehr als einen Durchschnittsactionklon zu fabrizieren, auch schon erfüllt und der Rest wird mit viel mittelmäßigem CGI und ein paar annehmbaren Actionszenen Marke Michael Bay bestritten. Guy Pearce nimmt seine Rolle viel zu ernst und Lamorne Morris (NEW GIRL) ist als Comic Relief völlig fehl am Platz. Das Ende lässt befürchten, dass das Ganze als weiteres Franchise angelegt ist. Dann bitte lieber UPGRADE 2.0, Leigh Wannell hat für dieses Genre deutlich mehr Talent.

Hätte nicht gedacht, dass es von Argento nochmal etwas interessantes zu berichten gibt, und nun das:

Das Korean Cultural Center New York stellt bis 30. Juni zehn koreanische Filme auf Vimeo zum Streamen bereit.

  • The Battle: Roar to Victory (Kriegsfilm; in Deutschland erschienen)
  • Be With You (Liebesfilm; lief in D nur auf Festivals)
  • Inside Men (Thriller; in Deutschland erschienen, mit über 9 Millionen Kinobesuchern erfolgreichster koreanischer Film ohne Jugendfreigabe)
  • Luck-Key (Actionkomödie; lief in D nur auf Festivals)
  • Mal-Mo-E: The Secret Mission (Historienfilm; lief in D nur auf Festivals)
  • Man of Men (lief nie in Deutschland)
  • Midnight Runners (Actionfilm, lief in D nur auf Festivals)
  • The Throne (Historienfilm)
  • Vanishing Time: A Boy Who Returned
  • A Violent Prosecutor (Actionthriller; lief in D nur auf Festivals)
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Cool. Dankeschön. Das heißt, man braucht vimeo. oder geht das auch auf youtube?