Aktuelle Genrefilme


#101

Guardians 2 ist eher was wenn Freunde mitkommen, ich glaube der macht alleine nicht satt, halt zu glatter Mainstream für mich. Eigentlich ist das King Arthur auch aber seitdem ich LARP mache, finde ich sowas viel interessanter und jetzt will ich auch den von 2004 sehen. Der neue von Guy Ritchie floppt ja komischerweise, es ist auch die übliche Story aber halt modern und hip gefilmt. Wenn dort ein Plan erzählt wird, sieht man gleichzeitig wie er ausgeführt wird, das wird abwechselnd gezeigt, also zwischen den Szenen hin und her geschnitten. Dazu gibt es Actionszenen wie aus Sucker Punch und Warrior’s Way.

Resident Evil: Vendetta, der dritte CGI Film ist im Grunde ein normaler B Horror Actionfilm aber durch tolle Actionszenen sehr unterhaltsam.

Get Out war dagegen eher enttäuschend, da verstehe ich den Hype nicht. Der ist gar nicht so originell wie behauptet, es gibt viele Filme wo eine Familie ein dunkles Geheimnis hat. Ist ja nicht schlimm wenn gut gemacht, der hier kocht aber auf Sparflamme und das bei 104 Minuten, viel zu lang. King Arthur ist ein klassischer Baukastenfilm mit einer Struktur wo man weiß wann was passiert. Da kann man sich dann drauf freuen. Get Out ist einer dieser klassischen Filme die nach einem Aufbau auf ein bestimmtes Ziel hinsteuern und wenn das erreicht ist, ist der Film vorbei. Ähnlich wie Cruel Summer, der geht aber nur 77 Minuten (PAL) und ist krasser. Hier ist das Ziel allerdings ziemlich unspektakulär und zu wenig, eher für Neulinge geeignet. Das haben andere ähnliche Filme tatsächlich schon viel besser hingekriegt. 80 - 90 Minuten und ein nicht so glatter Look hätten dem Film besser getan. Es muss nicht alles perfekt gefilmt sein, stattdessen lieber ein paar coolere Ideen und nen rauheren Look. Abattoir fand ich auch um einiges besser oder Don’t Breathe.

Ich war mal an Mania und Blood Hunters für mein Obscura interessiert, Mania lief dann auf dem Final Girls und Blood Hunters sogar auf dem Frightfest. Beide würde ich ablehnen, Mania ist relativ billig und tatsächlich auch mit nur einer Mini Crew gefilmt. Ein Road Movie ähnlich wie Baise Moi, zwei Frauen auf der Flucht aber dadurch dass man nie jemanden sieht der sie auch verfolgt, entsteht keine Spannung oder Gefahr, sie reden sich das immer nur ein. Fahren, Sex, töten, so geht es weiter bis irgendwann Schluss ist.
Blood Hunters ist ein klassischer Krankenhaus Horrorfilm mit blutsaugenden Kreaturen, kommt mit nur ein paar Räumen aus und entwickelt einfach keine große Wirkung. Ziemlich standardmäßig und klein gehalten, dazu blutleer. Nichts was man auf einem Festival sehen muss.


#102

Pirates of the Caribbean - Dead Men Tell No Tales

Flotte Action, super cgi, 3D auch gut, Atmos sound dazu, allles top. Gut aufgelegte Schauspieler, Johnny Depp nicht ganz im Vordergrund, was der Figur ganz gut tut und Javier Bardem hat was finster gruseliges. Alles in allem super Unterhaltung, sogar ein wenig Romantik. Aber trotzdem hat mir irgendwie das letzte kleine bisschen gefehlt, um vollends zu überzeugen. Der Film wirkte ein wenig wie ein Sammelsurium aus den besten Szenen der bisherigen Piratenfilme, mit Stunts oder Actionszenen, die man so oder ähnlich schon kennt. Und eine Szene kam mir sehr Monty Python inspiriert vor. Paul McCartneys kleinen Auftritt übersieht man fast, leider. Alles in allem ein trotzdem vergnüglicher Abend.

Hab neulich den deutschen Trailer gesehen. Hat Johnny eine andere Synchronstimme? Klang zumindest schrecklich und hat so gar nicht gepasst. Allerdings ist der gute Mann im Original sehr schwer zu verstehen. Besonders nach ner Buddel Rum. Also er, nicht ich.

Get Out
Bin hier mit DVDScot einer Meinung. Guter Horrorfilm, entwickelt sich sehr langsam, versteh aber den Hype nicht. Horror für das mainstream Publikum halt, das sich bei den zwei blutigen Szenen im Sitz windet. Die story ist an sich interessant, die Umsetzung ein wenig dröge und so ganz klar bin ich mir auch nicht, ob der Regisseur und Autor hier ein eventuell politisches statement zu Rassismus abgeben wollte. Wenn ja, war es, zumindest für mich, nicht eindeutig. Auch so manche twists und Wendungen dürften für den geübten Horrorfilmfan erahnbar sein. Bin aber trotzdem drauf reingefallen :joy:

Und ein großes Vorbild ist mir zu diesem Film eingefallen, spannender und letztendlich gruseliger: The Stepford Wifes, mit Katharine Ross, nicht das Remake mit Nicole Kidman. Aber das ist Ansichtssache.


#103

Ich hoffe das zählt noch als “aktuell”, weil der Film es erst dieses Jahr zu uns geschafft hat.

INTO THE FOREST

Nein, nicht der mit den französischen Jungs, sondern der mit Ellen Page und Evan Rachel Wood. Mich hat das Ganze sehr an HERE ALONE erinnert, denn auch hier liegt der Fokus stark auf den Charakteren und Ihrem Überleben im Wald. Statt Zombies verursacht ein nicht näher erklärter Stromausfall die Apokylpse. Für meinen Geschmack war die Geschichte ein wenig zu ruhig, und man muss einige Klischees und Logiklöcher hinnehmen. Allerdings spielen die beiden Hauptdarstellerinen sehr gut, und das hält bei der Stange. Es geht eben viel mehr um Emotionen und Atmosphäre als um Action und Horror.

6/10 (aber wem HERE ALONE gefallen hat, sollte defintiv einen Blick bei Netflix rieskieren)


#104

Aber sicher, laut Regisseur Jordan Peele ist der nach wie vor alltägliche Rassismus in den USA (und anderswo) das entscheidende Thema und Aufhänger des Films gewesen. Schau mal hier in sein Interview: http://www.spiegel.de/kultur/kino/get-out-interview-mit-regisseur-jordan-peele-a-1146059.html


#105

Gut gemachter, ultrabrutaler indonesischer Actionfilm mit Iko THE RAID Uwais, der seine Gewalttätigkeit streckenweise etwas übertrieben zur Schau stellt. Dadurch steht er dem Exploitationgenre näher als dem Actionthriller, was ihm leider nicht nur an Seriosität sondern auch an Spannung nimmt. Dafür sind die rasanten Kampfszenen hier meist so gut gefilmt, dass man sieht, was die Darsteller draufhaben – hier wird noch mit Choreographie gearbeitet statt mit Schnittgewittern. Empfehlung für Asia-Action-Fans, seit kurzem uncut auf Netflix…


#106

Ebenfalls Headshot im Kino gesehen, hab mal ein paar Highlights aus Reviews zusammengefasst und hier gepostet, was für Reaktionen:
http://www.das-fanmagazin.de/forum/sonstiges/off_topic/21461-gute_filme/index82.html

Auszüge aus Reviews:
“Seien es blutige, extrem roh und direkt daherkommende Ballereien mit zerschossenen Gesichtern und zerfetzten Leibern oder gebrochene Knochen, zertrümmerte Schädel, aufgeschlitzte Extremitäten und gebrochene Genicke, die Gewaltästhetik von „The Raid“ und „The Raid 2“ ist in jeder Actionszene allgegenwärtig.”

“Wenn Lees Schergen eine unbescholtene Busbesatzung auslöschen oder diverse Knochen in Großaufnahme bersten, dringt der Gewaltgrad auf fragwürdiges Terrain vor.”

“Wie fühlt es sich an, jemanden ins Gesicht zu prügeln, bis es eine Masse aus Blut und Knochen ist? Wie, aus Nahdistanz mit Sturmgewehren das Feuer zu eröffnen? Wie, alle Zähne auszuspucken? Wie, eine Machete mit dem Unterarm zu blocken? Derlei heavy Highlights hätten auf einschlägigen Festivals spontanen Szenenapplaus verdient.”

“In Headshot begreift das Regie-Duo brodelnde Aggressionen, schleichende Eskalationen sowie explosionsartige Ausbrüche als Situationen voller unangenehmer Beklemmung, abstoßender Zuspitzungen und hässlicher Brutalität. Unter donnernden Trommelschlägen tauchen die beiden spröde Schauplätze wie karge Büroräume in regelrechte Blutbäder, bei denen sich die jeweiligen Kontrahenten wie Raubtiere belauern, übereinander herfallen und schließlich in messerscharfen, beinahe auf den Punkt inszenierten Kampfsequenzen förmlich ins Delirium massakrieren.”

“Wenn beispielsweise eine Machete von unten durch eine Tischplatte getrieben wird und dann der Gegner mit dem Kopf auf den Tisch gehämmert wird, wobei sich die Klinge durch seinen Hals bohrt, dann hat das derbstes Splatterfilm-Niveau. Und von solchen Momenten gibt es einige in “Headshot”.”


#107

Im Jahr 1999 war Stephen Sommers THE MUMMY trotz ordentlichem Budget ein kleiner Überraschungserfolg: Ein Guilty Pleasure, das keiner auf dem Schirm hatte, ähnlich wie ein paar Jahre später PIRATES OF THE CARIBBEAN. Beide Filme waren keine Meisterwerke, aber sie hatten Charme und waren verspielt, weil so etwas in ihren Budgetrahmen damals eben noch möglich war.

Die Filmlandschaft Hollywoods sieht heute gänzlich anders aus: In ihrer Verzweiflung, alles richtig machen zu müssen, um aus ihren jahrzehntelang nahezu ungenutzten Monstercopyrights rasch ein lukratives Franchise zu stampfen (quasi ein Universal-Universe, hier ambitioniert „Dark Universe“ genannt), hat UNIVERSAL ein Filmmonster erschaffen, das noch grauenvoller ist als der Bastard aus VAN HELSING und THE LEAGUE OF EXTRAORDINARY GENTLEMEN es sein könnte.

Nicht allein, dass dies von vorne bis hinten ein seelenloses Reißbrettprodukt ist, komplett mit ausdruckslosen Schauspielern, peinlichen Dialogen, schlechtem CGI und einer Story auf unterem Videospielniveau, hier werden auch lieblos Genreklassiker wie AMERICAN WEREWOLF und LIFEFORCE, ja, passend wäre: geplündert. Vor allem aber werden beliebte Traditionsmarken geschändet, allen voran natürlich die Mumie, aber auch Dr. Jekyll & Mr. Hyde, die hier völlig zusammenhanglos in die Handlung gepfercht werden und nicht zuletzt Tom Cruise, der in diesem Schrott sichtlich verloren wirkt.

Hier übrigens noch eine wunderbar treffende Kritik, Zitat: “Once upon a time audiences were asked to tolerate Hollywood’s creative bankruptcy, now we’re expected to applaud it — in 10 years, the copyright lawyers might get top billing over the stars.”


#108

Das Filmchecker Review zu Raw klingt nicht so besonders, erscheint in UK im August auf DVD:

Dafür kann ich euch “Plan B - Scheiß auf Plan A” wärmstens empfehlen, ein deutscher Martial Arts Film der letztes Jahr in Sitges lief und jetzt von Fox ins Kino gekommen ist:


#109

Die EMPIRE Review klingt schon besser:

http://www.empireonline.com/movies/raw/review/


#110

Eine Superhelden-Origins-Story als Antikriegsfilm, das ist schon ein ehrgeiziger Ansatz. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass auch auf diesem Film mal wieder schwere Franchise-Hoffnungen lasten und zudem die Filmwelt besonders kritisch auf den ersten Superheldenfilm mit weiblichem Star und Regisseurin blickt, ist es fast schon ein Wunder, dass WONDER WOMAN so ordentlich geworden ist.

Von einem feministischen Statement ist er dennoch weit entfernt: Klar gibt es ein paar nette Culture Clash Szenen, doch die Klischees überwiegen, am schlimmsten äußern sie sich im albernen Prä-Nazi-Schmock, der schon CAPTAIN AMERICA leicht ins Lächerliche zog. Die Story hat zwar einen interessanten Kern und scheint zumindest ansatzweise die Sinnlosigkeit des Krieges und das Wesen des Menschen behandeln zu wollen, folgt aber dann doch der üblichen Struktur, die im üblichen zerstörerischen Showdown gipfelt, der dieses Mal glücklicherweise nicht so sehr in die Länge gezogen wird wie üblich.

Aber: das comic timing stimmt, die Chemie zwischen den Hauptdarstellern passt, das Wonder Woman Theme rockt, Gal Gadot fühlt sich in ihrer Rolle ganz offensichtlich wohl und die balletartig choreografierten Actionszenen gehören zum Besten und Schönsten, was man seit langem in dem Bereich im Kino sehen durfte. Kein Wunder, hat doch Zack Snyder auch hier seine Finger drin.


#112

Sehr gut geschrieben Herr Kees, auf den Punkt gebracht! Vor was mir aber wirklich “graut” (haha) ist das sie wohl auch vorhaben die anderen großen Klassiker wie Frankenstein und Dracula in diese kommerzielle Mühle des Grauens zu werfen, um auch diese Klassiker zu einem blassen Stück geschmacklosen Franchise zu verwursten.


#113

Ja, das steht zu befürchten. Es sei denn, sie stampfen das Vorhaben mangels Erfolg ein: THE MUMMY hat aktuell erst 34 von seinen 125 Mio Budget wieder eingespielt. Mal abgesehen davon müssen wir uns den Scheiß ja auch nicht mehr anschauen. Ich bin aus dem Franchise (und aus dem mit den Piraten) jedenfalls raus.


#114

Alien Covenant

Auch wenn man als dem SF- und Horror-Genre zugeneigter Filmfreund nicht zur “Logikpolizei” gehört, die bei den bereits im Ansatz auftauchenden Logiklöchern in Filmen sofort mit erhobenem Zeigefinger als Whistleblower das Gezeigte in Frage stellen mag (auf IMDB hat jemand in der Tat ca. 47 Logikfehler in “Covenant” gefunden!), also selbst dann, wenn man mit offenen Armen diesen lange erwarteten Film liebkosen und einfach nur genießen mag… also selbst dann fällt es einem Alien-verliebten Fan wie mir mehr als nur schwer, diesen Film zu mögen. Und dies liegt wirklich nicht allein an den tatsächlich zuhauf vorkommenden, dummen und unlogischen Aktionen der Protagonisten.

Dabei fängt alles so toll an. Der im als “Erster Teil” eigentlich unterbewertet beschriebenem Meisterwerk von 1979 kongeniale und der gruseligen Atmosphäre zumindest zu 50% geschuldete Musik-Score von ALIEN wird in “Covenant” in einer verdichteten Form hervorragend neu interpretiert und erzeugt sofort Gänsehaut bei den Liebhabern des Originals und läßt auf wirklich Großes hoffen, scheint Altmeister Ridley Scott doch endlich wieder auf den so lange nicht mehr wirklich gekitzelten Nerv des “Alien”-Fans zu zielen. Doch weit gefehlt. Anfängliche Versatzstücke die aussehen wie aus “Mission to Mars”, “Sunrise” und “Event Horizon” mögen auf der großen Leinwand zwar für kurze Momente der Verzückung beim Space-Freak führen, können aber leider nicht nachhaltig über einen Film hinwegtäuschen der vor allem eines ist : Enttäuschend!

Zwar wird hier die nicht uninteressante Idee aus “Prometheus” konsequent weiter gedichtet und verdichtet, ist das Spiel von Michael Fassbender nicht minder beeindruckender wie im Vorgänger, allein es mangelt an einer der Reihe endlich mal wieder Leben einhauchenden, atmosphärischen Umsetzung mit stringentem Spannungsaufbau und dem “Alien” Mythos geschuldeten Atmosphäre. Letztere blitzt zwar hin und wieder in einzelnen Szenen auf, aber der Film bleibt insgesamt blass und leider auch viel zu dunkel. Wenn 90% einer Geschichte in unterbelichteten Räumen spielt und man mehr erahnen als erkennen kann, was gerade auf der Leinwand passiert, dann wirkt das nicht wie eine 100 Millionen Dollar Produktion, sondern einfach nur billig.

Der größte Fehler dieses Films ist aber seine absolute Spannungs-Armut. “Covenant” ist schlicht und einfach langweilig, und wenn sogar meine Freundin, die sich sonst bei Filmen dieser Art des öfteren in Schrecken abwendet, anfängt zu gähnen und zu murren, dann läuft tierisch was schief, liebe Filmfreunde.

Natürlich bin ich als hardcore-Fan und Bewunderers des ALIEN Films von 1979 vielleicht nicht die geeignetste Person, “Covenant” (wie auch zuvor “Prometheus”) ganz objektiv zu beurteilen, aber nach so vielen Jahren des Wartens und des Hoffens hätte man meiner Meinung einfach mehr erwarten können.

Ob mit der in “Covenant” etwas konstruiert und leider auch recht konfus erzählten Geschichte die “Geburt” des Xenomorph nun auf interessante Weise erklärt oder einfach nur ein genialer Mythos entzaubert wird möchte ich dabei noch nicht mal bewerten. Doch die Art und Weise WIE das alles passiert, vor allem im letzten Drittel des Films, in dem wir dann die Aliens endlich zu sehen bekommen, kann nur als zutiefst fahrig, konfus und schlampig inszeniert beschrieben werden. Was für ein Anti-Climax voll konfuser Schnitte und unstimmiger Sequenzen - grausig, aber nicht im Sinne von dem Horror-Fan geschuldetem “grausig schön”, nicht im geringsten.

Seit Jahren bin ich der Meinung das Ridley Scott entweder sein Handwerk verlernt hat, oder genau so satt , fett und ohne Feuer ist wie sein Kollege George Lucas, der mehr oder weniger die Teile I-III von Star Wars versaut hat. In einem Interview mit dem von mir in den 80er Jahren einst so hoch verehrten Herrn Scott las ich neulich, das für ihn das “schwierigste” gewesen sei, die Drehbücher zu schreiben. Das merkt man leider.


#115

Kleiner Tipp:

Im Juli geht es jeden Freitag um 23 Uhr (Eintritt frei / 5 EUR MVZ) bei den UCI MIDNIGHT MOVIES rund. Oft wird dort richtiger Schrott gezeigt - anders diesen Monat.

Mit LET HER OUT, SHE COMES AT NIGHT, VIRAL und THE SUBLET stehen uns Genrefans wirklich 4 sehr interessante Werke ins Haus, die die Wochenenden doch kaum besser einläuten könnten :slight_smile:

Also wer eines der teilnehmenden Kinos in der Nähe hat - diesen Monat lohnt’s sich glaub ich!

Vielleicht sieht man sich ja in Wuppertal :wink:

EDIT: SHE COMES AT NIGHT wird leider nur stark geschnitten auf dem deutschen Markt erscheinen. Und da die Midnight Movies immer die BRs benutzen, wird auch diese Vorstellung geschnitten sein… und auf den hatte ich mich am meisten gefreut :frowning: :weary:


#116

Ich wollte hier mal auf Neill Bloomkamps Oats Studios aufmerksam machen - deren drei Kurzfilme RAKKA, FIREBASE & ZYGOTE sind gratis auf YouTube und extrem, extrem beeindruckend und stark.

Wer auf Sci-Fi-Horror steht, dem geht hier ein Herz auf und der kann einen echten Film von denen kaum noch erwarten!


#117

@Leimbacher-Mario
Habe mir alle drei Teile angeschaut und sie sind richtig gut :smile: wobei man bei Zygote mal schauen muss wie viel Potenzial die Idee hat. Firebase und Rakka gefielen mir am Besten, von denen würde ich gerne einen Langfilm sehen. Es ist erstaunlich wie aufwendig diese Kurzfilme produziert sind. Die müssen ein verhältnismäßig hohes Budget gehabt haben.

Alien Covenant Auch wenn ich das viele Gejammer manchmal nicht mehr hören kann das es nicht mehr so wie früher ist, muss ich nun nach knapp vier Wochen zumindest insofern zustimmen, das Covenant kein Film geworden ist, der lange im Gedächtnis bleibt. Ich fand ihn aber trotz Fast Food Charakter kurzweilig sehr unterhaltsam. Ridley Scott ist schon lange nicht mehr auf der Höhe seines Schaffens. Man ist gut beraten die Erwartungen herunterzuschrauben.
Wer sich allerdings zu Recht an der Szene über die unglaubliche Naivität aufregt mit der sich die zwei Wissenschaftler in Prometheus einem Wesen nähern das an eine Cobra erinnert (dafür hatte ich dem Film nach Erstsichtung innerlich einen Punkt abgezogen), dem muss auch die Frage gestattet sein warum man denn glaubt das dieses beim Nachfolger grundsätzlich anders sein sollte. Und i.d.Tat gibt es auch bei Covenant Szenen die den Protagonisten nicht gerade viel Intelligenz zusprechen. Allerdings möchte ich anmerken, das solch blöde Verhaltensmuster im neuen Ridley Scott häufiger dem Tempo der z.T. rasanten Entwicklungen geschuldet sind wenn z.B. zwei Damen auf einer Blutspur ausrutschen wie auf einer Bananenschale. Ich fand das Maß an Blödheit daher noch erträglich. Auch bin ich nicht der Ansicht das Covenant billig aussah; ich fand ihn visuell sogar ansprechend, angefangen vom Space Intro, oder den von der Natur überwucherten Resten des Raumschiffs, dem Szenario des Planeten oder der Sequenz der Erinnerung des von Fassbender gespielten Androiden an zurückliegende Ereignisse. Es mag sein das er visuell seinem Budget nicht ganz gerecht wird - die Kampfsequenz auf dem Shuttle wirkte nicht sehr überzeugend - aber insgesamt hat mir der Look - auch der der Xenomorphen gut gefallen.
Es ist leider wahr, das er nicht im besten Sinne spannend war, doch ihn als langweilig zu bezeichnen wird ihm meines Erachtens nicht gerecht. Das liegt auch daran das mir ein Aspekt der Story besonders gut gefallen hat, der gerne des öfteren kritisiert wurde;Nämlich die neue Gesinnung des Androiden Walter In meinen Augen war das eine richtig coole Idee, verrückt genug das es mich an Roger Corman erinnert hat, wie auch so manch andere Aspekte des Films. Darüber hinaus gewinnt die Story durch diese Wendung interessante Aspekte, wobei die Idee der sich hinterfragenden, lernenden und sich grundlegend ändernden K.I. natürlich nicht neu ist, hier zumindest jedoch überraschend kam. Ich bin jetzt jedenfalls neugierig genug wohin das führt.

Leider muss ich den Aussagen zu den Charakteren zustimmen. Wirklich gelungen war nur die Figur des Androiden, Daniels schneidet bei mir neutral ab; da muss man abwarten wie ihr Charakter ausgebaut wird (sofern sie wieder dabei ist). Dan O’Bannon wird als Charakterschreiber neben Ronald Shussett für den nächsten Teil aufgeführt. Den Kapitän als entscheidungsunfähiges Weichei zu skizzieren war auch eine ganz blöde Entscheidung.

Insgesamt fand ich Alien: Covennant überraschend trashig; wie oft kriegen wir so etwas schon in dieser Form…Mir hat’s im Kino ganz gut gefallen auch wenn viele Xenomorphen einige fragwürdige Schnitte und eine verkackte Kampfsequenz keine richtige Spannung aufkommen ließen und sich letzten Endes auch meine obige Befürchtung Life könnte der spannendere Alien sein bewahrheitet hat.
Die musikalische Interpretation hat mir gut gefallen. Direkt nach Sichtung hat es für eine knappe 7/10 Pkt. gereicht, ob er das halten kann, da bin ich mir nicht sicher.

Und wo ich schon dabei bin die Kritiken hier zu diesem Film nicht ganz zu teilen, möchte ich gleich meine Sicht auf Logan nachreichen, der nun schon einige Wochen zurück liegt.

Logan zieht einen Großteil seiner Energie aus seiner ausufernden Brutalität. Manche haben dies kritisiert. Andere, die größere Nähe zu den Comic Vorlagen sehen, begrüßt. Ich kenne die Comics nicht. Logan erhält meines Erachtens genug Charakterisierung um in ihm das zu sehen was seine Figur ist: Ein des Kampfes müder Mutant, dessen Überdruss jedoch nicht sein gutes Wesen verbergen kann. Der dauernde, innere aufzehrende Kampf lässt diese Wut entstehen. Das man seinem Alterskampf Kindern gegenüberstellt sah ich nicht als Kinderkram, sondern als gelungenen Katalysator und Spiegel der damit verbundenen Emotionen, des (inneren) Widerstandes der Transformation, der Nähe zwischen Leben und Tod usw. Es hat für mich die tragische Komponente im unter Storytelling Aspekten positiven Sinne verstärkt.
Vom Setting her betritt Logan neue Wege und hat nahezu nichts mit seinem Vorgänger gemein. Eine überraschende Neuerung, denn auch die Inszenierung passt sich dem an; Das für beide Filme James Mangold verantwortlich ist, hätte ich so nicht vermutet, ist allerdings z.B. an der ähnlichen, hervorragenden Ausleuchtung oder den gelungenen, übersichtlich gut choreografierten Kampf Sequenzen erkennbar bzw. erahnbar.
Ich kann verstehen wenn so manchem Fan der Wolverine und X-Men Reihe die Stilistik - Look und Setting - nicht zusagen, doch mir hat es nach kurzer Eingewöhnung gefallen: Sci-fi Drama mit viel Western Elementen und einem Hauch Mad Max, besonders im ersten Drittel.
Marco Beltrami sorgt auch dieses Mal wieder für einen sparsamen und einfühlsamen Soundtrack über dessen dauerhaftem Wert abseits der Leinwand ich mir allerdings nicht im klaren bin. Auch hätte ich mir hier und da mehr Führung vom Score gewünscht, der doch sehr zurückhaltend in Aktion trat. Insgesamt eine Gaudi mit der ich so nicht gerechnet hatte. 8/10 Pkt.

Edit Rechtschreibung


#118

Erfreulich, dass immer mehr Vielseitigkeit ins Superheldengenre kommt und die Materialschlachten immer öfter nicht mehr so sehr im Vordergrund stehen. SPIDER-MAN: HOMECOMING interessiert sich mehr für seine Figuren als für seine Spezialeffekte (von denen es natürlich dennoch eine Menge gibt) und man würde diesem Film auch gerne zuschauen, wenn er komplett ohne Superkräfte, Waffen und Explosionen auskäme.

Denn der mittlerweile sechste Spidey seit 2002 ist frisch und witzig, hängt nicht zu eng an seiner klassischen Vorlage, ist bis in die kleinen Rollen sehr gut besetzt und im Gegensatz zu den letzten drei Filmen der Reihe endlich mal wieder mit souveräner Leichtigkeit inszeniert. Zu Beginn grenzt der selbstironische Umgang mit dem Superheldenthema schon an der Parodie, der Übergang zur Metaebene eines DEADPOOL ist da fließend. COP CAR und CLOWN Regisseur Jon Watts kann offensichtlich sowohl (Buddy- und Romantic-) Comedy als auch Action und bekommt sogar ein paar in diesem Genre eher ungewöhnliche ernsthaft bedrohliche Suspenseszenen hin.

Die 3D-Umsetzung des Films ist grundsätzlich gelungen und es macht Spaß, mit Spidey durch die Gegend zu schwingen, bis man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. In den etwas hektischer geschnittenen Actionszenen leidet allerdings die Orientierung etwas durch das abgedunkelte Bild und das Auge mag nicht mehr so recht folgen. Und am Schluss wartet noch eine nette Überraschung auf die Geduldigen – nämlich nichts anderes als der lustigste “Post-Credit-Sting” seit es Marvel gibt.


#119

Finde ich schon Banane einen Genrefilm zeitgleich zum FFF regulär ins Kino zu bringen. Entweder vorher oder nachher (und dann gerne auch auf dem FFF).
http://www.blairwitch.de/news/it-comes-at-night-deutscher-kinostart-bekannt-65755/


#120

Die internationale Presse war selten so gespalten und sie haben alle Recht: VALERIAN ist ein fantastisch fantasievolles Weltraumabenteuer mit reichlich Mut zu Kitsch und Trash, ein opulenter 3D-Bilderrausch mit eindimensionalen Charakteren und völlig flachen Dialogen, ein episodisches Eskapismus-Epos mit Rihanna-Showeinlage und naiv-humanistischer Botschaft, kurz – typisch Luc Besson.

Im Vergleich mit dessen SciFi-Meilenstein THE FIFTH ELEMENT wirkt VALERIAN zwar doch etwas weniger durchdacht, stringent und originell, gemessen an der aktuellen Kinolandschaft ist er jedoch ein singuläres Ereignis. Schade, dass der immens teure Film wohl mangels finanziellem Erfolg nicht in Serie gehen wird, dieser nette Quatsch ist jeder bierernsten Superheldenmaterialschlacht vorzuziehen.


#121

Wonder Woman hat Spaß gemacht und ist der Tat als Kinoereignis und möglicher Auftakt eines neuen Franchise ein rundes Ganzes geworden mit toller Choreografie, fetzigem Score und auffällig guter Chemie zwischen den Hauptdarstellern, wobei Chris Pine in meinen Augen jedoch ausgerechnet in der ersten “Liebesszene” der Grad zum Overacting nicht 100% gelungen ist.
Wonder Woman ist unverkennbar die weibliche Version eines Captain America inkl. der mitunter etwas holprig wirkenden Einbindung der Nazi Historie.
Für mich hätte er als Auftakt gerne noch länger beim ersten Schauplatz der Kriegerinnen verweilen dürfen oder sogar nahezu den gesamten Film dort ansiedeln können. Das Szenario gefiel mir besser und es wäre durchaus noch Platz (nicht zwingend die Notwendigkeit) gewesen das gesellschaftliche Gefüge zu vertiefen und ein paar Geheimnisse ihrer Kultur für kommende Filme zu teasen.
Die Balance zwischen dem von Wonder Woman gepredigtem Pazifismus und ihrer Liebe einerseits und dem gnadenlosen, aggressivem Kampf andererseits empfand ich zwar weniger gelungen aber Gott sei Dank werden wir von übertriebenem Showdown der Marke BATMAN vs. SUPERMAN verschont. Ähnlich wie nach FANTASTIC BEASTS AND WHERE TO FIND THEM sehe ich noch Steigerungspotenzial (auch in der Nachwirkung), habe jedoch ganz zufrieden den Saal verlassen und bin neugierig auf eine mögliche Fortführung.