Hier meine 5 Cent, bzw. 14 Euro zu SEND HELP. Leider „musste“ ich den Film in der überteuerten und im Grunde weitgehend unnötigen 3D-Fassung sehen, da die OV nur in Kombi zu haben war.
Full disclosure und unpopular opinion: Ich bin kein großer Fan von Raimis ersten beiden EVIL DEAD Filmen. Von seinem Frühwerk mag ich ARMY OF DARKNESS und den mit den Coens entstandenen CRIMEWAVE am liebsten, dann kommen die ersten beiden SPIDER-MAN-Filme und dann eine ganze Weile lang nichts.
Komischerweise läuft No Other Choice überwiegend mit deutscher Synchro. Sogar in der Harmonie. Ich wusste überhaupt nicht, das in der Harmonie überhaupt Synchros gezeigt werden. Komplett gestört. Vielleicht sollte ich eine Beschwerde schreiben.
Entweder bin ich Sonntag 20:30 Uhr in der Harmonie oder 17:45 in Darmstadt, oder Samstag 23:30 Uhr in Mainz.
Army of Darkness finde ich total bescheuert, hat für mich seinerzeit den Spirit der beiden “Evil Dead” Filme komplett verraten. Für mich ist “A Simple Plan” (1998) immer noch Raimis bester Film. “Drag Me To Hell” hatte ich schon wieder vergessen, als ich aus dem Kino raus war. Ich denke das sind alles Geschmacks-Indikatoren “Send Help” mal bleiben zu lassen, was nicht heissen soll, das ich mir den Film aus neugier irgendwann mal “kostenreduziert” streamen werde.
100% beipflicht! ARMY OF DARKNESS iss leider sehr schlecht gealtert, vor allem verdammt lahm und unlustig. Lediglich die wirklich schöne Harryhausen-Hommage und die Mühlen-Sequenz sind noch guck- und goutierbar. Letztere beiden hätten eigentlich einen besseren Film verdient.
EVIL DEAD 2 war mal einer meiner liebsten 80er Jahre Horrorfilme, hat aber auch etwas von seinem Charme eingebüßt, wohingegen der erste Teil nach wie vor einwandfrei funktioniert.
Der war ja damals schon billig (was die Effekte angeht) iss aber immer noch verdammt effektiv und m.E. einer der besten ‚Terror-Filme‘ überhaupt, zusammen mit dem ersten TCM. Kamera und Musik allein sind da schon die halbe Miete…dazu dieser herrliche Schäbi-Look, der sich einfach nicht reproduzieren oder in die Neuzeit übertragen lässt - gell DOLLY?
Immer noch ein Paradebeispiel dafür, was man mit wenig Geld aber einem großen Herzen und sehr viel passion for the business auf die Beine stellen kann, wenn man nur will. S.a. Jacksons BRAIN DEAD.
THE QUICK AND THE DEAD müsste ich vielleicht mal wieder auffrischen, genauso die arg unterschätzten DARKMAN (mit Liam Neeson!) und THE GIFT, welche ich seinerzeit extrem mochte.
OZ und den ollen DOCTOR STRANGE fand ich beide tatsächlich ganz okay/vergnüglich, und die SPIDER MAN-Filme sind mir auch arg ans Herz gewachsen. Selbst der oft gescholtene dritte Teil, wenn man mal den bescheuerten Venom-Subplot abzieht. SPIDER MAN 2 vielleicht immer noch der beste Superhelden-Film ever!
CRIME WAVE iss grober Unfug und DRAG ME TO HELL absolute Gülle, gestern nochmal kurz reingeschaut. Hat die Optik einer nervigen Hochglanz-TV Sitcom/Teenie Soap. Ganz furchtbar…
Der wirklich großartige A SIMPLE MAN iss damit zumindest auch für mich zusammen mit dem ersten EVIL DEAD und SPIDER MAN 2 sein bislang bester.
Diese Meinungen überraschen mich nicht, weshalb ich meinem Post ja auch die Prämisse der „unpopular opinion“ vorangestellt habe. Ich mag den kindischen Raimi nun mal lieber. Und finde A SIMPLE PLAN zwar solide, aber auch nur einen mittelprächtigen Coen-Klon, da gefielen mir die John Dahl-Filme in den 80ern und 90ern deutlich besser.
Naja, das iss jetzt aber schon etwas frech von dir… für die ‚unpopular opinions‘ bin hier immer noch ich zuständig, DUST BUNNY oder COMPANION anyone?
Joh, die Coens sind ‚in dem Bereich‘ noch nen Tacken besser, v.a. BLOOD SIMPLE und NO COUNTRY FOR OLD MEN sind ja Musterbeispiele des äh Neo Noir. Witzigerweise gibt es ja gerade zwischen den Coens und Raimi auch außerberuflich so einige Überschneidungen…
Und noch mal ja, John Dahl war im Neo Noir natürlich die allererste und beste Adresse. Schade, dass der Kerl schon seit längerem nur noch fürs Fernsehen arbeitet - eine echte Schande.
Mit KILL ME AGAIN und vor allem RED ROCK WEST und THE LAST SEDUCTION hatte er einen sensationell guten Run…
Hab witzigerweise erst vor 2-3 Tagen die DARK AND DEADLY Noir-/Neo-Noir-Doku von 1995 gesehen, wo er neben Regie-Ikonen wie Robert Wise, Edward Dmytryk, Dennis Hopper und einem noch jungen Bryan Singer auch öfter mal zu Wort kommt.
Aber ich glaub ich schweif mal wieder vom Thema ab…anyway: Vollste Zustimmung bzgl. seines wirklich vorzüglichen Oeuvres…
Was ich an den ja auch von Dir sehr geschätzten SPIDER MAN Filmen von Raimi besonders mochte war aber, das sie eben NICHT “kindisch” waren. Der ein oder andere Gag muss bei Marvel natürlich erlaubt sein, aber dieses zu einer Klamauk-Orgie verkommene Marvel Universe sowie alle Spider Man Filme, die später von anderen Regisseuren kamen, widern mich einfach nur an. Und ich glaube einfach nicht, das sich Raimi mit seinem wirklich guten “Simple Plan” da den Coens anbiedern, oder gar von ihnen kopieren wollte. Aber selbst den besten “Brian de Palma” Filmen unterstellen ja einige, sie seien von Hitchcock abgeklaut. So gesehen wird sich wohl immer irgendein großes “Vorbild” finden, das zur Inspiration beitragen durfte. Nur sehe ich das bei “Send Help”, und um diesen Film ging es ja urtümlich, eher nicht.
So lange wir noch bei Sam Raimi sind und bevor mit dem seit gestern nun auch endlich in Deutschland laufenden NO OTHER CHOICE (habe Tickets für Sonntag) womöglich der nächste heiße Genrescheiß durch diesen Thread durchdiskutiert wird, hier noch ein Ranking aus 2023, über das man mal wieder herrlich geteilter Meinung sein kann sowie ein mir bis dato völlig unbekannter Raimi-Zombie-Kurzfilm, der im Rahmen der „Make a wish“ Foundation entstand. Enjoy.
…eine Diskussion, bei der ich dann brav meine Klappe halten, mich entspannt im PC-Stuhl zurück lehnen, und die ich dann in aller Seelenruhe von den side lines aus verfolgen kann. Habe mich nämlich nun vor ein, zwei Tagen endgültig dazu durchgerungen, mir den definitiv nicht anzuschauen… und ja, auch dafür habe ich selbstschreibend (more or less) gute Gründe (dazu dann vielleicht, vielleicht aber auch nicht, an anderer Stelle demnächst nochmal mehr). Stattdessen am Samstag dann möglicher Weise doch noch „Little Trouble Girls“, und / oder „Lesbian Space Princess“ (wobei der nur noch ein allerletztes Mal im „3001“-Kino läuft).
Bin aber auch ohne eigene Seh-Erfahrung sehr auf Eure Meinungen, reviews und Kommentare zum neuen Park Chan-Wook und seinem Blumentopf schmeissenden Antihelden gespannt.
Ich erwarte zwar keinen zweiten “Parasite” (den ich grandios finde und mittlerweile zum zweiten mal gesehen habe), aber der Film interessiert mich. Das einzige was mich stört ist seine offensichtliche Vorhersehbarkeit, aber ich schätze, in das Konzert der Diskussionsrunde werde ich dann auch mit einstimmen.
Am besten wir fangen jetzt gar nicht erst an über Sinn und Unsinn solcher “Hitparaden” zu diskutieren, aber bis auf “The quick and the dead” (lohnt sich der Film?) habe ich ALLE gesehen und wirklich schlecht fand ich eigentlich nur Dr. Strange und, wie gesagt, den 3. Teil von Evil Dead halt enttäuschend.
Hm, interessant. Du hast dich also ‚vor ein, zwei Tagen endgültig dazu durchgerungen‘ dir den ‚definitiv nicht anzuschauen‘?! Wieso, weshalb, warum? Guckst doch sonst (fast) alles? Und: Gabs zwischendurch mal Zweifel? Und wieso endgültig und definitiv? Was ist passiert?
Fragen über Fragen, die allesamt (fast schon) spannender sind als der Film selbst…
Ich harre mal geduldig der Antworten, die hier hoffentlich noch nachgereicht werden
Und erwarte bis dahin gespannt die am kommenden Sonntag um 11 Uhr in TÜ stattfindende Baden Württemberg-Premiere (yes, so was gibt’s!) von SIE GLAUBEN AN ENGEL, HERR DROWAK?
Von dem hatte ich bis vor einer Woche noch nichts gehört, aber ein Kumpel, der mit so etwas normalerweise überhaupt nichts anfangen kann, hatte den Anfang des Jahres in einer Sneak gesehen und als sehr unterhaltsamen, tollen aber auch ‚weirden Arthouse‘-Film bezeichnet.
Trailer sieht tatsächlich sehr gut aus, und ebenso lesen sich die bisherigen Kritiken, die ich so gesehen habe. Lustig, berührend und auch visuell interessant.
Und damit irgendwie weit, weit weg vom sonst üblichen deutschen ähm (zensiert).
Neben dem vielbeschäftigten, fast schon überpräsenten Lars Eidinger und (in einer Nebenrolle) Dominique Pinon dürfte hier einmal mehr die schon in SILENT FRIEND hervorragend besetzte und aufspielende Luna Wedler die eigentliche ‚Attraktion‘ sein…auf den freu ich mich irgendwie grad am meisten.
Zumal bei dieser ähm Premiere auch Brezeln und Sekt gereicht werden (für einen Schwaben ein nicht unwichtiges Kaufargument ) und angeblich sowohl Produzenten als auch das Film-Team (wer auch immer damit gemeint ist) anwesend sein soll und für eine anschließende Q&A Session zur Verfügung stehen wird.
Hoffe mal, dass auch Frau Wedler durch Anwesenheit glänzt.
Ach ja, der Park Chan-Wook läuft bislang hier nur 2x abends in der OmU-Version. Hoffe mal, dass da noch mehr kommt.
Und: Mit WINTER IN SOKCHO läuft ein weiterer, eher kleiner, koreanischer (Indie)-Film an, der mich ebenfalls arg interessiert und im Programmkino 1x täglich in der OmU-Fassung läuft.
Wird voraussichtlich am Dienstag ebenfalls gesichtet.
Indeed, hat hier nix zu suchen… habs aber auch mal ziemlich lange gelesen.
Als mir die Cinema zu (bl)öde wurde war das mal ne gute Alternative.
Hab aber Ende der 0er / Anfang der 10er wieder aufgehört und verfolg jetzt
halt immer noch die Reviews via FB…und das reicht mir dann auch.
Die von dir verlinkte Liste (die ich schon auf FB sah) bestätigt mich darin
Keine Ahnung, ob Du das oben Stehende nun wirklich ernst meinen solltest, oder eher ironisierend-spöttisch mich veräppeln willst (ich würde das ja eher in Richtung Letzteres deuten). Falls die zweite Interpretation zutreffen sollte:
Ich gedachte mit meinem post lediglich kund zu tun, dass auch ich - analog zu Eurem ganzen gegenseitigen virtual back patting in Sachen "Wir gehen aber nicht in „Send Help“! - nun mal einen Film auszulassen beabsichtige, den scheinbar alle Anderen aber unbedingt und am Besten eher gestern schon, als morgen erst im Kino gesehen haben müssen. Viel mehr hatte ich damit gar nicht zum Ausdruck bringen wollen. Und ja, zugegeben, meine Ausdrucksweise ist so manches Mal, und eher öfter, denn selten, etwas arg blumig und gerade hier vielleicht auch mal ein wenig sehr dick aufgetragen… Aber ich empfinde das tatsächlich auch als ganz schön und entspannend, wenn ich mal nicht zu jedem x-beliebigen Streifen nun auch noch meinen Senf dazu geben muss (Einige Andere ja eventuell auch, wenn ich mal meine vorlaute Klappe, und die hyperaktiven Tippfingerchen ausnahmsweise mal still halte ), sondern einfach nur mit hochgelegten Beinen und in entspannter Sonnendecks-Liegestuhl-Position, einen fruchtig-kühlen Cocktail schlürfend, die (sicherlich auch ohne eigene Kenntnis des Besprechung des Diskussions-Gegenstands spannend und anregend zu lesende) Debatte verfolgend und mir meinen Teil dazu denkend (oder auch nicht…), ganz in Ruhe mir das Alles zu Gemüte führen kann, ohne, dass ich diesbezüglich mich dann auch noch in der Pflicht sehe, gleich wieder den halben thread mit meinen geistig minderbemittelten Ausflüssen zukleistern zu müssen.
Pass’ mal gut auf, was Du sagst, Freundchen… Ich komm’ sonst doch noch bei Dir rum, und shanghaie Dich, und dann gibt’s aber… nämlich wirst Du dann in guter alter Ludovico-Methode von mir dazu genötigt, ob Du nun willst oder nicht, Dir mit mir zusammen „sonst (fast) Alles“ anzuschauen - als da wären alle drei Teile von „Fack ju Göthe“, plus im Anschluss noch einen Til Schweiger-Film-Marathon vom Feinsten Gemeinsten! Da weisste danach dann auch endlich mal, wie datt so is’, wenn mensch sich „fast Alles“ anguckt!
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Du das wirklich und tatsächlich Alles ernst gemeint, und dementsprechende Antworten von mir erwarten solltest:
Ich sehe mich vollkommen ausserstande, bereits im Vorab Fragen zu beantworten, die mir noch unbekannt sind, von daher gehört das „nach“ in „nachgereicht“ selbstschreibend gestrichen!
„Passiert“ ist zum Einen der Trailer, welcher ja bei den White Nights im Endlos-loop gefühlte sechshundertsechsundsechzig Mal gescreened wurde - und hier geht es mir ein bisschen wie @Michaela mit der wiederholten ständigen Berieselung durch den „Send Help“-Trailer: Dachte ich beim ersten Ansehen noch: „Oh, na sieh mal Eine:r an - Der Trailer zum neuen Park Chan-Wook, wie interessant!“, so ging mir der doch mit zunehmendem Wieder- und Wieder-Ansehen(-Müssen) mehr und mehr gegen den Strich, und brachte mich dazu, am Ende eigentlich so gar keinen Bock mehr auf den Film zu haben. Zumal er mich sowohl vom Sujet, als auch vom filmischen Tonfall und dem inszenatorischen Stil doch reichlich unangenehm an „Parasight“ , ähem, will meinen „Parasite“ von Bong Joon Ho erinnerte… und den empfand ich damals Anfang 2020, als ich ihn im Hamburger „Metropolis“-Kino im Rahmen der „Kino-Jahreshighlights 2019“-Filmreihe dann doch noch nachgeholt hatte, quasi noch während des Rausgehens aus dem Kinosaal als absolutes Ärgernis, und fast schon als persönlichen Affront. Ein fürchterlich selbstgefälliger, zynisch-menschenverachtender, plakativ-populistisch agitierender Streifen voller klischeehaft-grobgezeichneter Charaktere, und mit einer albern versimplifizierend-plumpen, unzutreffend-eindimensionalen, und denkfaul-billigen message. Miserabel-abgeschmackte, banal-geistlose Gesellschaftskritik, gefällig-anbiedernd verpackt für Menschen, die weder wissen, was „Gesellschaft“ ist, noch sich gross Gedanken darum machen, was eine zutreffende Art von „Kritik“ denn in erster Linie leisten sollte, und könnte. Blosses hirnrissig-dumpfes Zertrümmern des Status Quo, und sich in nihilistisch-aggressiver Wut suhlend, mit möglichst drastischen Bildern, um das Ganze auch noch dem:der Letzten penetrant-abrupt reinzuhämmern. Und da ich selbst halt damals schon nicht in diese ganzen IMHO völlig überzogenen, unzutreffenden und vorschnell Beifall spendenden Lobes-Hymnen einstimmen konnte, und wollte, und mir Parks Neuer aber halt auch in eine doch recht ähnliche Richtung zu gehen scheint, was das Bekritteln der (nicht ganz so) schönen neuen Arbeitswelt spätkapitalistischer Prägung, sowie die zornige Anklage gegen den / das Lächerlichmachen des Konformitätsdruck(s) in der südkoreanischen Gesellschaft anbelangt, habe ich mich - nach einigem Hin und Her, gerade, weil der ja doch schon recht guten Leumund erhalten hat, und ich einige (wenngleich auch lange nicht alle) Filme von Park ja doch schon auch sehr gerne mag, und der rein filmisch ja schon auch sehr opulent anmutet - dann doch gegen einen Kinobesuch entschieden. Zumal mir auch mein Bauchgefühl davon abrät, und mir nahelegt, den vielleicht doch besser auszulassen. Und last but not least ist Park auch immer hit and miss bei mir. Ich mochte und mag „Thirst“ total gerne (ist von den bisher gesehenen Parks mein mit Abstand liebster), ebenso gefiel mir „Stoker“ damals ganz gut. Und „I’m A Cyborg, But That’s Okay“ mag seine Längen, und einige nicht zu vernachlässigende narrative Probleme haben, but that’s okay (<— pun intended). Auf der Gegenseite ist der beinahe einhellig in den höchsten Tönen gelobte „Oldboy“ alleine schon von seinen opulent schwelgerischen Bildern hier ein Gedicht, die schauspielerischen Leistungen sind der absolute Wahnsinn, unde so manche Sequenz hat man auch über zwanzig Jahre nach der Erst-(und Einzig-)Sichtung nicht vergessen, und immer noch lebhaft-plastisch vor Augen. Dennoch ist mir der Streifen in toto viel zu überkonstruiert, und ersäuft zudem auch allzu oft in gefühlig-überzeichnetem Pathos, und vordergründig-betulichem Kitsch. Die „Vengenance“-Filme, „J.S.A.“, und „Die Taschendiebin“ sind mir allesamt immer noch unbekannt, und auch „Decision To Break Up“ (a.k.a. „Die Frau im Nebel“ liegt hier immer noch ungesehen rum. Ich habe aber bei „No Other Choice“ ganz einfach auch das ungute Gefühl, das der mir persönlich - bei aller stilistischen Brillanz - in meinen Augen irgendwie auch zu opulent bebildert ist, und mir zu glänzend-glatt inszeniert anmutet. Und befürchte, dass der wohl auch von seiner ganzen Erzählhaltung so dermaßen durchkomponiert und genau abgetaktet ist, dass er mir unterm Strich dann einfach auch wenig Neues erzählen kann, und wird. Jedenfalls kam es mir nach dem abermaligen Ansehen des Trailers sowohl so vor, als wüsste ich schon ganz genau, was der Film mir sagen möchte, als auch, wie er das denn zu tun gedenkt. Als würde mir da ein komplettes Ansehen nichts, aber auch gar nichts ungesehen unerwartet Neues vermitteln, oder mich etwas bislang ungekannt unerwartet Innovatives entdecken lassen. Und als wären die Bilder gerade auch von ihrer straffen Anordnung so statisch-leblos, dass der Geschichte und den Emotionen kaum noch Platz zur eigenen Entfaltung bliebe, weil irgendwie Alles in so ein festgezurrt starres narratives Korsett eingezwängt scheint. Ich mag aber lieber Filme sehen, bei denen den Ideen und Geschichten noch ausreichend Platz zum Atmen gegeben wird, die mir auch noch Momente erlauben, in denen ich selber, und weiter denken kann, in denen noch Raum da ist, für das eigene Anknüpfen und Dasein. Und nicht alles von vorneherein schon so dermaßen zugestellt wirkt, wie das zumindest für mich bei „No Other Choice“ wohl der Fall zu sein scheint.
„Passiert“ sind zum Anderen aber auch der oben geschilderte eigene (Nach-)Denkprozess, und darüber hinaus auch diverse in der Zwischenzeit gelesene Kritiken und reviews, welche mich in meinem eh schon halb gefassten Entschluss bestätigten (in dem movie review auf critic wurde mir bereits das Filmende, und die letzte Szene ge-spoilered, und hat mich auch dieses nur noch mal re-assured, dass ich mich da wohl doch richtig entschieden habe). Klar „verpasse“ ich nun das „Wie?“, und sicherlich einige schöne, und schwarzhumorig-„lustige“ Szenen (die Sequenz mit der mehrfach „schallisolierten“ Pistole, und der plötzlich reinplatzenden Ehefrau), damit kann ich aber durchaus leben. Wie gesagt: Ich lass’ den wohlweislich besser sein, und freue mich aber dennoch jetzt schon auf Eure Anmerkungen und Kommentare dazu. Und hoffe zudem auch sehr, dass der morgen abend auch bei Wolle M. Schmitt drankommen wird.
Ich glaube, da verwechseln Sie mich… Wenn hier jemand (fast) Alles guckt, dann ja wohl @Herr_Kees , und vor Allem und zuallererst @Leimbacher-Mario (der irgendwie, irgendwo, irgendwann mal eine bodenlose Truhe mit einem unendlichen Übermaß an Zeit ausfindig gemacht hat… und ich mag ja nun beileibe kein Harry Potter-Fan sein, aber selbst mir ist der Umstand bekannt, dass die naseweise Zauberklassen-Streberin definitiv nicht „Hermine“, sondern „Hermione“ heisst! Und nein, da gelten auch keine Argumente à la „Ja, aber in der deutschen Übersetzung…“. Weil: Fuck die deutsche Übersetzung (zumal, wenn in der sogar Eigennamen sinnentstellt verdeutscht werden)! ). Auch, wenn ich gerne mehr Filme pro Jahr sehen würde: Alleine schon meine seit einigen Jahren mich zunehmend plagenden und mir mehr und mehr zu schaffen machenden diversen Zipperlein, und chronischen Erkrankungen (sowohl physischer, als auch psychischer Art) machen mir da (allzu) oft einen Strich durch die Rechnung, und verunmöglichen so manche andernfalls sichere, und gerne mitgenommene Sichtung (just heute wieder die vermutlich letzte Vorführung von „Little Trouble Girls“ im „3001“-Kino ). Sodass ich da in Sachen Film-Auswahl notgedrungen und gezwungen noch selektiver vorgehe, und vorgehen muss, als zuvor schon. Denn tatsächlich war ich eigentlich noch nie so die:der Vielseher:in vor dem HerrnThe Almighty Cthulhu. Und habe schon immer mit Bedacht mir meine picks raus gesucht. Was aber zutrifft, ist, dass ich da kaum Berührungs-Ängste habe, ob ein Film nun Hollywood-Blockbuster, Arthouse-Happen, Genre-Ware, oder nischigstes Experimental-Kino ist. Ob es sich dabei um Standardware von der Stange, 08 / 15-Mainstream-Kino, oder abgedreht-anstrengende Auteur-Filme handelt. Wobei ich zumindest in letzter Zeit (lies: seit etwa 8 Jahren) von MCU-Quark, „Star Wars“ und dergleichen generisch-unattraktiven franchise-Schablonen-Streifen die Finger lasse. Und es eben auch bestimmte Regisseuer:Innen gibt, von deren bisherigem œuvre ich dermaßen ernüchtert war, und deren mise en scene mir derart widerstrebt / gegen den Strich geht, dass ich da von deren neuesten Ergüssen lieber gleich die Finger lasse. Eben, weil mir deren inszenatorische Eigenarten, und / oder ihr individueller Stil so gar nicht zusagen. Der bislang noch jeden seiner von mir gesehenen Filme mit gravitätischer Schwere und pathoshafter Bedeutungshuberei platt gedrückt habende Christoper Nolan wäre da so ein Muster-Beispiel, oder auch der in meinen Augen immer nur „Provozieren um des Provozieren-Willens“-provozierende Gaspar Noé (wobei es da aber auch Ausnahmen gibt, siehe z.b. damals „Climax“ ). Jedenfalls komme ich in den letzten zwei, drei Jahren auf immer nur so höchstens dreissig bis vierzig Kino-Besuche pro Jahr (die ganzen FFF-Geschichten, plus FilmFest Hamburg mit eingerechnet). Von daher…
„Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“ liest sich in der Tat interessant, sieht auch ganz gut aus, von den ersten Bildern so zu urteilen. Ist hier aber erst ab dem 19.02. im (super kleinen und von mir noch nie besuchten) „FilmRaum“ zu sehen. Und zu „Winter in Sokcho“ hatte ich neulich auch ein ganz spannend klingendes review gelesen. Der läuft hier allerdings im für mich eher schwer erreichbaren „Studio“-Kino. Mal gucken, ob ich es dahin schaffen kann, und werde. Würde mich aber über Wortmeldungen Deinerseits, beide Filme betreffend, sehr freuen.
Und genauso isses auch gekommen - plus, sogar mit Raimis „Send Help“ im Doppelpack:
Hier noch einige (leicht spoiler-verseuchte) reviews zum neuen Park-Film, welche meine eigenen Befürchtungen bezüglich des Narrativs und des Inszenierungs-Stils bestätigen:
Jessas, sorry, dass du dich jetzt genötigt sahst eine so ellenlange (aber natürlich wie immer trotzdem lesenswerte) Begründung rauszuhauen.
Ich wollte einfach nur wissen, warum du gerade den auslässt…hab halt das Gefühl, dass du tatsächlich zu (fast) jedem Film immer sehr ausführliche Kommentare abgibst und demnach auch öfters im Kinosessel sitzt als bspweise meine Wenigkeit.
Da lag ich dann wohl falsch
Ein kurzes, knappes ‚keinen Bock auf den‘ oder ‚Thema interessiert mich nicht‘ oder ‚kann mit dem Regisseur nix anfangen‘ hätte es an der Stelle sicher auch getan. Sorry für die gestohlene Lebenszeit
Deine Beschreibung (endgültig… definitiv… durchgerungen) klingt bzw. liest sich jetzt halt so als wenn du da hin- und hergerissen warst bzw. einen wochenlangen Kampf mit dir ausgetragen hast ob du den gucken sollst oder nicht. So habe ich es halt interpretiert…
Anyway, ich selbst werd den gucken, falls der mal zu einer passenden Uhrzeit in der OmU kommt, hab aber tatsächlich auch keine allzu großen Erwartungen. Dürfte zu lang werden und natürlich mehr „Style over Substance“ sein, aber gute Unterhaltung sowie ein paar schöne Bilder und visuelle Ideen erhoffe ich mir hier schon. Würde dir an der Stelle aber - warum auch immer - THE HANDMAIDEN ans Herz legen, könnte mir irgendwie vorstellen, dass du den magst.
Weiss jetzt aber auch nicht warum - ich fand den jedenfalls richtig stark.
DECISION TO LEAVE war eher enttäuschend, für mich sein bislang schwächster - aber ich werd mir den noch einmal anschauen. THIRST wiederum hat für mich erst aber der zweiten Hälfte funktioniert. Und gerade als ich begann ihn zu mögen war er auch schon wieder vorbei. I’M A CYBORG…hat einfach viele wunderbare Szenen und sowohl JSA (JOINT SECURITY AREA) als auch die Rache-Trilogie sind meine Faves und absolut mein Ding. Peak Park sozusagen. Hab ich gottlob alle zeitnah gesehen, noch bevor der ganz große Hype losging.
Genauso wie PARASITE, den ich zusammen mit einem Kumpel während unseres Korea-Urlaubs gleich in der ersten Woche quasi vor Ort besichtigen konnte. Also lange bevor wir irgendwo etwas darüber lesen konnten. Wussten noch nicht mal um was es da geht.
Wir fanden den damals erstmal nur ganz okay/gut, aber nach weiteren Sichtungen iss er mir mittlerweile schon sehr lieb geworden. Sorry auch dafür
Sein bester bleibt für mich allerdings MEMORIES OF MURDER. Den letzten (MICKEY 17) hab ich immer noch nicht gesehen.
Dass du mir aber mit FACK JU GÖHTE drohst geht fast schon zu weit und dürfte gegen die Genfer Konventionen verstoßen, da greift mit Sicherheit auch § 123 BGB (Androhung eines Übels).
Oder anders formuliert: Es gibt zwei Menschen in Deutschland die noch nie eine Sekunde von SCHUH DES MANITOU (wahlweise auch alles Sonstige von Herrn Herbig) und/oder FACK JU GÖHTE gesehen haben. Ich bin der andere…
Da wir schon beim deutschen Film sind - anbei ein paar Notizen zum heute Mittag gesichteten SIE GLAUBEN AN ENGEL, HERR DROWAK?, der hier ja als BaWü-Premiere mit Gästen lief.
Hab im Vorfeld gehört und gelesen, dass der gut sein soll. War er auch. Vor allem visuell. Ist ja zu 90% in s/w, nur wenige farbige Sequenzen (für die Flashbacks) plus ein paar gelungene wunderschöne Momente, in welchen gezielt gesetzte Farbtupfer das düstere s/w aufbrechen. Hat mich in der Art an Reitz’ genialen DIE ANDERE HEIMAT - CHRONIK EINER SEHNSUCHT erinnert.
Film hat auch viel absurden Witz (Lars Eidinger anyone?), den man schon mögen muss. Ein Pluspunkt ist die mit grandioser Kamera eingefangene Architektur, die an eine 70er Jahre Sci-Fi-Dystopie gemahnt und es schwer macht den Film lokal und zeitlich zu verorten (was durchaus im Sinne der Macher war).
Anfang und Ende ganz toll. Zwischendurch ein paar Längen. Aber für einen (hüstel) deutschen Film war das schon gut - und irgendwie auch mutig und originell. Okay, genaugenommen ist es ja eine Deutsch-Schweizer-Co-Produktion. Die beiden Hauptdarsteller grandios - Luna Wedler ja eh eine tolle Neuentdeckung, die war schon in SILENT FRIEND großartig. Und der mir bis dato unbekannte Karl Markovics müsste eigentlich hierfür alle Filmpreise der Welt kriegen. Der hat eine ungemeine Präsenz - und bislang auch schon über 110 Credits auffem Buckel, war u.a. auch schon 2x bei Wes Anderson dabei. Und Jeunet-Kumpel Dominique Pinon punktet mit herrlich schrägem Deutsch.
Ja, den kann man schon gucken, eine Vorliebe für Arthouse sollte man allerdings mitbringen. Fürs breite Publikum ist der sicher nichts. Das ist bei den o.g. filmischen Auswürfen (FACK JU YOU KNOW WHOM) sicher besser aufgehoben…
Ach ja, Regisseur und DarstellerInnen waren leider keine anwesend, lediglich die Produzenten und ein paar Leute vom Filmteam. Von Ersterem gabs halt ein zuvor aufgezeichnetes Video-Q&A zu sehen. Schade eigentlich.
Dafür war der große Saal im Tübinger Museums-Kino proppenvoll, von 380 Plätzen vielleicht noch 10-15 frei. Und das Sonntags um 11 Uhr. Könnte auch am Sekt und den Brezeln gelegen haben, die zum Nulltarif angeboten wurden. Was ein echter Schwabe ist…