Alles Lüge?

Damit der erste Spambeitrag wenigstens „etwas“ kreativ ist lach

Wie alle regen uns oftmals ueber das Programmheft und dessen bescheuerten Beschreibungen auf. Manchmal hat es aber auch schlichtweg recht. Also dann: Hier nun die Chance, auf das Programmheft einzuhaemmern und mal den Frust ueber die groessten Luegen der Programmheftgeschichte abzubauen…

Ich fang mal mit meinem „Lieblingstext“ des Jahres 2010 an:
SHANK

Der Text zieht vergleiche zu

A CLOCKWORK ORANGE

Fand ich voellig daneben und absolut irrefuehrend. Und vor allem eine Schande fuer A Clockwork Orange, mit diesem Film in einem Atemzug genommen zu werden. Wobei hier schon die Intention der beiden Filme in ihrem Ursprung einfach voellig daneben ist… meiner Meinung nach.

So, nun auf auf, hier koennt ihr Punkte sammeln ohne Ende :wink:

Also ich hab mich noch nie über das Programmheft aufgeregt. Würde ich es ernst nehmen, müsste ich das wahrscheinlich tun, aber ich seh das alles als großen Spaß an.

Ich finde diese oftmals übertriebenen lobhuldigungen einfach nur lustig und bei meiner Freundin und mir gehört es schon dazu, nach dem fff nochmal die “besten“ rauszusuchen.

Zu deinem genannten beispiel: Ist mir hat nicht aufgefallen, muss ich mit nochmal anschauen.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Shadox am 01.11.2010 09:02 ]

Da ich ein absoluter Spoilerphob bin, lese ich die Texte “richtig” erst nachdem ich mir den Film angeschaut habe. Ich bin da auf Seiten von Rosebud: Das Programmheft ist ein Katalog und die Beschreibungen dürfen nicht negativ sein. Und genauso seh ich das auch. Wir haben ja f3a und die imdb um uns vor scheiße zu warnen :wink:

Allgemein lasse ich mich mehr von Bildern leiten, da war ja das Bedevilled Bild heuer sowas von ein Spoiler…

Mein Highlight in Textform für dieses Jahr war aber Human Centipede…einfach weil in der Text sp ultra-sarkastisch rüberkam.

Stimmt! Es ist ein Werbekatalog. Aber das schlimmste fuer einen Werbekatalog ist doch definitiv, wenn er luegt, oder? Also, zumindest in meinen Augen. Schoenmalerei ist ja ok, aber voellig falsche Faehrten legen wirft - auf lange Dauer - kein gutes Licht darauf.

Klar, wir wissen, wie das zu Lesen ist und ich bin - fuer mich persoenlich - durchaus schon in der Lage aus den Wortlauten in der Beschreibung herauszulesen, welcher Film mir definitiv nicht gefallen wird g

Texte wie “Human Centipede” oder damals das Teil mit dem “Wolf” (weiss nicht mehr, wie dieser Billig-Film hiess) sind da fuer mich definitiv besser und geeigneter und der darin befindliche Sarkasmus fuer mich mehr Werbung als alles andere!

Mir gehts ja auch in diesem Beitrag weniger darum, sich um “Gefallen oder nicht Gefallen” eines Filmes im Zusamenhang mit dem Text zu “streiten”. Geschmack ist ja definitiv bei jedem anders definiert. Mir geht es mehr darum, grobe Schnitzer und an sich - soweit wie moeglich - echte Falschaussagen zu entlarven…

Der Text zu “The human Centipede“ war auch unser Favorit.
Diese “ehrlich“e, “jaaaa“s und “ohne Witze“ waren einfach nur genial. Obwohl man sich natürlich darüber streiten kann, ob ThC wircklich so eine “Trash-Perle“ ist… hust

Mir gefallen am Programmheft die Hinweise auf die nächsten DVD-Erscheinungen :slight_smile:

Die Texte lese ich schon, muss man halt Abstriche machen. Finde es auch interessant, dass die englischen Beschreibungen dann doch manchmal auch von den deutschen abweichen. Aber mit der Zeit bekommt man ja auch Übung, um zwischen den Zeilen zu lesen.

Der Vergleich von Filmen hinkt meiner Meinung nach sowieso immer, so nach dem Motto, wenn Ihnen dieser Film gefallen hat, mögen Sie vielleicht auch … Und wenn dann auch noch Klassiker à la “A Clockwork Orange” ins Spiel gebracht werden, huijui.

Man muss aber definitiv sagen, dass es besser geworden ist. Inzwischen hat man wenigstens häufiger mal das Gefühl, der Autor des Textes habe den jeweiligen Film wenigstens mal gesehen… ^^… D.h. es werden einem inzwischen öfter mal echte Gründe genannt, warum einem ein Film gefallen könnte, und nicht mehr einfach nur “Der ist aber mal echt super!” usw.

Mir geht es da wie Zakero: Um Spoiler zu vermeiden lese ich mir Texte nur durch, wenn ich mir absolut unsicher bin, welchen von zwei Filmen ich mir ansehen soll. Wobei ich dann auch eher nach f3a Tipps gehe…

Meine Erwartungen an die Texte sind also nicht sonderlich hoch, da sie mir normalerweise nicht als Entscheidungshilfe dienen. Sie unterhalten mich und das reicht. Das Heft dient mir in erster Linie als treuer Begleiter während des Festivals: Man blättert drin und liest sich die Reviews zu schon gesehenen Filmen durch, während man darauf wartet, dass das Licht ausgeht. Man füllt mit übertriebener Genauigkeit den Timetabe aus. Man benutzt es als Unterlage, wenn man sich mal was notieren will. Und wenn das Festival vorbei ist, landet als als zerfleddertes Zeitdokument in der überfüllten Schublade, die man schon seit 10 Jahren aufräumen wollte, und in der sich auch die restlichen Programmhefte tummeln.

Ich freu mich jedes Jahr wie Sepp auf das Heft, allerdings bin ich im Lauf der Jahre etwas “mißtrauisch” geworden da naürlich jeder Film als total toll dargestellt wird. Ich informiere mich nach Möglichkeit vorher im Internet bevor ich ein Ticket kaufe, z. B. auf dieser Seite hier ähem. Direkt “gelogen” fand ich die Beiträge im Programmheft nie, es lässt sich halt viel zwischen den Zeilen lesen und viele Dinge sind oft “schön geredet”. Was ich ÜBERHAUPT nicht mag ist wenn Filme mit anderen Streifen, häufig auch noch Klassikern, verglichen werden und dann an keinster Weise an diese heranreichen…da werde ich immer mißtrauisch wenn ein toller Film für einen Vergleich herhalten muss…

Naja direkt “gelogen” sind die Beschreibungen ja wircklich nicht, sie beschönigen nur eine ganze Menge.
Hab das diesjährige Heft gerade nochmal durchgeblättert und was da einem alles als must-see verkauft wird. Die Vergleiche zu echten Klassikern gehen teilweise gar nicht.

Auch für Neulinge kann das echt verwirrend sein. Obwohl ich hier sagen muss, dass der der die Texte todernst nimmt echt dumm sein muss. Das Heft soll als Werbung funktionieren und man glaubt ja auch nicht alles was in der normalen Werbung kommt. Ich hoffe es zumindest. xD

Das Problem fängt doch schon in der Schule an - die Kinder mal eine Inhaltsangabe schreiben lassen. Das hakt man in der Grundschule schnell ab und in der Oberstufe bei einer Textanalyse wird der Teil doch nur überflogen.

Es ist immer wieder ärgerlich auf Buchrückseiten, DVD Covern oder eben auch in einem solchen Programmheft Halbwahrheiten und im schlimmsten Fall Spoiler zu lesen.
Dabei kann ich es durchaus verzeihen, dass man sein Produkt im besten Licht präsentieren möchte. Da ist nichts verwerfliches dran. Man sollte immer mit Optimismus (harrr was ist das?) ran gehen, dass es irgendwen da draußen gibt, dem der Film gefallen wird. Der soll dann auch nicht von einem zu negativen Bild abgeschreckt werden. Von Superlativen halte ich aus Prinzip nichts und die werden zu schnell ran gezogen.

“Shank” habe ich jetzt als Blu-Ray hier rum liegen. Der Vergleich mit “Clockwork Orange” hat mich auch hinten rüber kippen lassen. Also nach dem Sehen, weil da offensichtlich jemand den großen Unterschied in der dargestellten Jugendgewalt nicht bemerkt hat. Da muss man einfach den Kopf an die Wand schlagen.

ABER im Internet sieht es bei Hobbyschreibern auch oft nicht besser aus. Da wird entweder der Film erst halb nacherzählt (aaaa, Spoiler) oder eben Inhaltsangabe schon mit Meinung vermischt, um Dinge zu beschönigen oder Vorurteile zu schüren.
Im Programmheft herrscht der Werbeeffekt durchaus vor. Mir würde es aber auch besser gefallen, wenn mehr Filmemacher einfach dazu stehen würden, dass man das Rad nicht dauernd neu erfinden kann und sie nicht zu Vergleichen greifen, die einfach Blasphemie sind. Wer erwartet, dass jeder Film, den man sieht immer gleich alles toppen können muss… naja, dem ist dann auch nicht mehr zu helfen. XD

Oh, ein DN’ler :slight_smile: :grin:

Am 02.11.2010 00:15 , Misato schrieb:


„Shank“ habe ich jetzt als Blu-Ray hier rum liegen. Der Vergleich mit „Clockwork Orange“ hat mich auch hinten rüber kippen lassen. Also nach dem Sehen, weil da offensichtlich jemand den großen Unterschied in der dargestellten Jugendgewalt nicht bemerkt hat. Da muss man einfach den Kopf an die Wand schlagen.

Das ist letzten Endes genau das, der Umstand, auf den ich mit dem Thread hinauswollte. Gerade beim fettgeschriebenen und Deiner Schlussfolgerung daraus. OK, ich nannte das hart Lüge… man koennte es auch einfach Unwissenheit oder sonst was nennen.

Am 01.11.2010 23:58 , Shadox schrieb:

Naja direkt „gelogen“ sind die Beschreibungen ja wircklich nicht, sie beschönigen nur eine ganze Menge.

Vielleicht habe ich das wirklich falsch ausgedrueckt. Beschoenigen, ok, das lass ich mir ja noch gefallen, da es wirklich eine Werbebroschuere ist. Mir gehts einfach um echte „Falschaussagen“, Schlussfolgerungen (wie bei Shank hier oben), die einfach total daneben, falsch sind.

Ich hab erst demletzt nen Film gesehen, wo ich mir dachte: WeiWeiWei. Der, der den Text geschrieben hat, kann den Film eigentlich unmoeglich gesehen haben, weil er wirklich was ganz anderes erzaehlt.
Mir faellt nur um nichts in der Welt gerade ein, welcher Film das nochmal war. Ich hoff, ich komm noch drauf, denn das macht mich gerade echt wahnsinnig g

//Edit

Aaaaaaaaah. Jetzt ist es mir eingefallen ;o) dieser Kommentar zu „Devil’s Playground“:

und obendrauf gibt’s noch eine Schippe trockenen Humor. Herrlich britisch eben!

Öhm. Bin ich der Einzige, der bei diesem Film nicht einen, aber wirklich auch nicht nur einen „trockenen Humor“ entdeckt hat, der „herrlich britisch“ war?

Also, ich weiss nicht. Bei herrlich, britisch trockenem Humor erwarte ich, dass mir quasi das Lachen im Halse stecken bleibt - im positiven Sinne. Aber bei „Devil’s Playground“ kann ich selbst mit 1.75 zugedrueckten Augen nicht einmal irgendwie Lachen oder Schmunzeln? Und wenn, dann nur wegen der unheimlichen Doofheit der teilhabenden Akteure g Aber das wird er wohl kaum gemeint haben :wink:

Sid

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 02.11.2010 09:16 ]

Sidschei, wenn ich es nicht besser von Dir wüsste, würde ich dir glatt den Advocatus Diabolus unterjubeln, der hier mit dem Schalk im Nacken eine Diskussion um der Diskussion willen provoziert.

Im besagten Text wird als Einleitung alleine auf die historische Bedeutung der Filme über Jugendkriminalität in England eingegangen:

“Die bemerkenswerte Tradition des britischen Gangfilms – angefangen mit Kubricks A CLOCKWORK ORANGE bis zu Allan Clarkes Studie jugendlicher Wut, SCUM…”

Ein inhaltlicher Bezug, etwa im Sinne von “zeigt die gleichen Ursachen von Jugendkriminalität” oder gar eine künstlerische Gleichsetzung “ist formal auf gleicher Höhe”, davon steht hier nichts. Unabhängig von der Tatsache, dass wir uns über den gewollt verkaufsfördernden Charakter des Heftes einig sind, schießen wir hier gerade mit Kanonen nach Spatzen, getreu dem Motto “Wehret den Anfängen”.

Niemand behauptet ja auch, dass ein x-beliebiger Tatort von inhaltlicher oder formaler Bedeutung ist, nur weil Fritz Lang vor 80 Jahren mit “M” einen bemerkenswerten Kriminalfilm in diesem Land gedreht hat.

Abgesehen davon gehe ich mit Todaystomorrow konform, das heißt, ich finde die Beschreibungen inzwischen zutreffender als noch vor 10 Jahren. Sollte es doch mal den einen oder anderen Ausrutscher geben… naja, das hat halt Tradition. :wink:

Am 02.11.2010 09:34 , GeorgeKaplan schrieb:

Im besagten Text wird als Einleitung alleine auf die historische Bedeutung der Filme über Jugendkriminalität in England eingegangen:

„Die bemerkenswerte Tradition des britischen Gangfilms – angefangen mit Kubricks A CLOCKWORK ORANGE bis zu Allan Clarkes Studie jugendlicher Wut, SCUM…“


Auf der BD Hülle setzt sich das fort mit:
Mo Alis SHANK ist zweifellos das CLOCKWORK ORANGE seiner Generation!

Obwohl ich noch zu den Leuten gehöre, die „Shank“ einiges abgewinnen konnten (die derzeitige IMDB Wertung von 3.7 besteht zu 25% aus 1en, man fragt sich, was diese Leute dann einem Film wie „Five across the eyes“ oder „Quantum Apocalypse“ geben müssten…), sehe ich nun wirklich keine Veranlassung ausgerechnet „Clockwork Orange“ zu nennen, nur weil Jugendliche und Gewalt gemeinsam in der Story enthalten sind. Vor allem fehlt „Shank“ ein besserer Blick auf die neu entstandene Gesellschaft. Da ist „This is England“ ja noch näher an CO dran.
Man vergleicht ja auch „Australia“ nicht mit „Saving Private Ryan“, weil es in beiden Filmen Krieg gibt. Im Nachhinein sind hoch gegriffene Vergleiche auch eher hinderlich. Fans des heran gezogenen Films sind entweder sowieso von vornherein skeptisch, nahezu vorurteilsbelastet oder man geht mit riesigen Erwartungen ran. Das finde ich dann wieder ungerecht dem neuen Film gegenüber. Die Erwartungshaltung steht dem Entertainment schon viel zu oft im Weg, das muss man nicht noch künstlich pushen.

Was mich immer ärgert ist, dass man dem Programmheft nur selten entnehmen kann, um welche Art Film es sich handelt. Ist es ein ernsthafter Horror-Thriller? Oder nimmt sich der Film nicht ernst, ist also eher eine Parodie auf Horror-Filme? Ich persönlich bin ein großer Freund des Spaß-Horrors, stehe allerdings weniger auf den ersthaften Horror, und darum hätte ich halt vorher gerne gewusst ob ein Film der richtige für mich ist. Und selbst wenn im Text diverse Hinweise versteckt sind kann man sich nicht darauf verlassen weil hier erfahrungsgemäß viel zu viel geflunkert wird.

Dabei schafft es jede lausige TV-Zeitschriften, eine Punktewertung nach Kategorien vergeben: Spannung, Action, Humor, Anspruch, und so weiter. Auch diese Bewertungen sind manchmal fraglich, aber wenn da bei Humor 0 Punkte stehen, dann ist der Film nicht lustig. Darauf ist zumindest Verlass.

Wenn man bei imdb schaut, dann stehen da z.B. bei “Severance” die Worte: Comedy, Horror, Thriller. Schon weiß ich dass der Film für mich in Frage kommt. Bei “Carriers” steht da hingegen: Drama, Horror, Thriller. Ist also ein Film den ich eher meiden würde.

Kurzum, ich hätte im Programmheft gerne weniger Lobhudelei und dafür mehr Information. Das würde dem FFF generell gut tun, weil dann das richtige Publikum in den richtigen Filmen sitzt.

zwei Beispiele wo definitiv so mancher im falschen Film saß:

  • “Eden Lake”: Weil es der Eröffnungsfilm ist und weil in den Jahren davor immer eher harmlose Horror-Komödien liefen, habe ich ein paar Kumpels überredet dem FFF eine Chance zu geben und sich wenigstens den Eröffnungsfilm anzuschauen. Im Programmheft stand zwar, dass es wohl ein brutaler, blutrünstiger, bösartiger Film ist, aber andererseits schreiben die das bei fast jedem Film und im Kino gibts dann trotzdem reihenweise Lacher. Diesmal hat es allerdings gestimmt. “Eden Lake” war wirklich ein bösartiges Monster von einem Film. Meine Kumpels waren natürlich entsprechend schockiert und machen seither einen großen Bogen um das FFF.

  • “The last Exorcism”: Den habe ich mir nicht angeschaut weil Exorzismus-Filme halt … nuja, meistens so sind wie sie halt sind. Nicht mein Ding. Hier beginnt die Fehlinformation schon beim Trailer, der leider etwas völlig falsches suggeriert. Im Endeffekt saßen wohl viele Zuschauer im Kino, die sowas wie “Exorcismus der Emily Rose” sehen wollten. Andererseits wäre der Film wohl etwas für mich gewesen, aber ich habe ihn wegen dem Trailer (aha, das übliche Exorzismus-Gedöns halt) links liegen gelassen.

Am 02.11.2010 09:34 , GeorgeKaplan schrieb:

Sidschei, wenn ich es nicht besser von Dir wüsste, würde ich dir glatt den Advocatus Diabolus unterjubeln, der hier mit dem Schalk im Nacken eine Diskussion um der Diskussion willen provoziert.

Is ja quatsch. Abgesehen von der Tatsache, dass Du quasi selbst sagst, dass ich schon immer „so wahr“, hab ich als Threadersteller rein punktetechnisch betrachtet weniger von einer Diskussion wenn ich den Thread erstellt habe als ihr, die darin postet :wink:

Im besagten Text wird als Einleitung alleine auf die historische Bedeutung der Filme über Jugendkriminalität in England eingegangen:

„Die bemerkenswerte Tradition des britischen Gangfilms – angefangen mit Kubricks A CLOCKWORK ORANGE bis zu Allan Clarkes Studie jugendlicher Wut, SCUM…“

Nun ja. Sagst Du mir damit, dass Du der Meinung bist, dass „Shank“ sich in diese Tradition einreiht?

Fuer mich steckt die Tatsache hier im Detail dessen, was Du selbst zitierst:

Studie jugendlicher Wut

Hier steckt imho genau der Detailteufel: Auch wenn alles Filme sind, steckt hinter den genannten wirklich was dahinter. Lass es uns Studie nennen. Ein auch nur ansatzweises Auseinandersetzen, was fuer mich Qualitaetsmerkmal eines wirklich guten Filmes ist, kann ich bei Shank nicht entdecken. Im Gegenteil: Shank betrachte ich einfach nur als einen Film. Nicht mehr, nicht weniger, unabhaengig von meinem Gefallen. Er bietet einfach keinen echten Tiefgang.

„Die bemerkenswerte Tradition des britischen Gangfilms“ muss, meiner Meinung nach, einfach mehr hergeben als dieses - natuerlich nur meiner Meinung nach - wenig inspirierte und abwechslungslose Werk.

Aber vielleicht liegt das auch einfach in der (jetzt provokativ globalisiert genannten) „Verdummung“ der nachwachsenden Generationen vergraben. Mein Anspruch mag vielleicht hoeher liegen, als er in der heutigen Zeit oftmals ist, in dem wirklich gute, anspruchsvolle Filme finanziellen Beinbruch erleiden.

Es ist ja weitergedacht genauso eine Frechheit, diese biligen Indie-D-Movie-Schrott-Filme mit Romeros Original-Zombie zu vergleichen. Nur weil er dessen Grundgedanke eventuell weiter fuehrt, ist es noch lange kein Werk, was auf der selben Stufe zu nennen ist oder sich dort aufhaelt? Und wer einmal drauf reinfaellt, wird immer vorsichtiger und glaubt spaeter mal nicht, selbst wenn wer dann auf nem Cover (oder im Programmheft) die Wahrheit spricht. Und das ist doch auch kacke.

dass wir uns über den gewollt verkaufsfördernden Charakter des Heftes einig sind, schießen wir hier gerade mit Kanonen nach Spatzen, getreu dem Motto "Wehret den Anfängen".

Schadet sich das FFF aber nicht selbst, wenn es werbetechnisch betrachtend und dadurch hinnehmend „Falschaussagen“ trifft? Man sieht es doch schon hier: Das Heft wird nicht wirklich ernst genommen. Ist ja auch nicht Sinn und Zweck, oder?

Abgesehen davon gehe ich mit Todaystomorrow konform, das heißt, ich finde die Beschreibungen inzwischen zutreffender als noch vor 10 Jahren.

Dem kann ich durchaus zustimmen. Es hat sich wieder veraendert, ist - sagen wir mal - wieder vorsichtiger geworden.

Aber irgendwie hat sich der Thread in ne ganz andere Richtung entwickelt, als ich es mir im Ursprung dachte g Ich wollte eigentlich diese - wie Du es nennst :grin: - Traditionen blos aufgelistet/genannt haben und nicht eine generelle, schon x mal vorhandene Kritik/Diskussion ueber das Heft erneut ausloesen. Aber auch egal :wink:

@Lucki:

Es ist aber auch sehr gewagt, auf eine „Folge lustiger Eroeffnungsfilme“ darauf zu schliessen, dass die Folge fortgesetzt wird g Es gab ja auch schon andere Eroeffnungsfilme. Wenigstens ein kurzen Bllick auf die Genres von imdb sollte man da schon werfen, wie weiter oben auch erwaehnt. Das laesst den Film wenigstens irgendwie genauer einordnen. Dass das Programmheft keinerlei Ansatz ueber das Genre liefert, find ich auch immer und immer wieder schade. Aber da gibts ja zwischenzeitlich in der Tat schnelle, andere Informationsquellen. Zum Glueck.

Was „The last Exorcism“ angeht, gab es da bei den Vorfuehrungen wo der Regisseur anwesend war auch einige diskussion ueber den Trailer und nicht vorhandener Szenen im Film, beispielsweise. Hier war er - so wurde mir erzaehlt - einfach dem Druck des amerkanischen Filmstudios ausgeliefert, welches den Film eben dem amerkanischen Publikum schmackhaft machen musste. Und das waere anders halt wohl nicht gegangen.

Sid

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 02.11.2010 13:51 ]
Nun ja. Sagst Du mir damit, dass Du der Meinung bist, dass "Shank" sich in diese Tradition einreiht?

Aus filmhistorischer Sicht ja, alle weiteren Aspekte kann und will ich nicht bewerten, da ich SHANK nicht gesehen habe. Vermutlich liegt das Problem in dem Begriff Tradition, du verbindest damit auch einen gewissen Anspruch, eine gewisse Wertung, die ich damit nicht verbinde.

„Traditionell“ wird in England um 5 Uhr Tee getrunken. Wenn mir dann ein Teebeutel serviert wird, diskutierst du über den Verfall der Tradition, ich stelle erst mal nur fest, dass es traditionell um 5 uhr Tee gab.

Ich wuerde, gemessen am Filmbeispiel, Deinem Tee-Vergleich zustimmen, wenn um 5 Uhr einmal Tee und einmal “heisses Wasser” als Teeersatz zur Wahrung der Tradition serviert wird.

Das trifft fuer mich persoenlich eher den Vergleich zu Shank.

Aber ok. Das Beispiel war sehr gut gelungen, um Deinen Punkt absolut korrekt zu verstehen.

Allerdings liegen wir dann in diesem Fall echt komplett auf ner anderen Betrachtungslinie, zumal ich mich definitiv weiterhin weigern werde, diese schrottigen Billig-Zombie-Romero-Fortsetzung als “Tradition des Zombie-Filmes” zu akzeptieren g

Könnte man glatt einen Shank Thread im Filme Forum eröffnen. :slight_smile:

Ich find es auch schade dass nicht mal mehr das Genre im Programmheft genannt wird, das ist nämlich wichtig, der Text gibt das oftmals nicht her.
Auch hab ich die Erfahrung gemacht dass bei den vielen Filmen die komplett auf einer Seite präsentiert werden kaum was über den Inhalt steht sondern viel Drumrum Geschwafel existiert. Oftmals gibt der Film dann auch gar nicht viel her worüber man hätte schreiben können.
Wichtig ist auch was nicht in dem Text steht. Wenn ein Film also durch besonders tolle Darsteller oder Setting besticht dann kann es gut sein dass alles andere eher nicht in der Form vorhanden ist. Das nicht genannte, negative kann manchmal überwiegen.
Die englischen Passagen sind entweder Auszüge aus anderen Kritiken/Werbetexten oder der deutsche Text zusammengefasst und übersetzt. Bei Weltpremieren gibt es manchmal noch gar keine Reviews weil den Film noch niemand gesehen hat, manchmal aber auch schon. Aber auch bei bekannten Filmen gibt es manchmal keine Review Auszüge, hat man etwa keine guten gefunden?