An American Crime

Da mir momentan sowohl Zeit als Muse (ich befinde mich schon wieder in Hektik :grin: ) fehlt ne Review zu schreiben nur den kurzen Hinweis zu dem Film, dass dies bisher einer der emotionalsten und bewegensten Filme war, die ich auf dem FFF 07 zu sehen bekam.

Der Film war in allen Belangen einfach der Hammer und ein echter “Downer” - selten eine so betroffene Grundstimmung nach einem Film erlebt, der aber zeitgleich (zumindest bei allen die ich gehoert hatte) eine toale Begeisterung auszuloesen verstand!

Wohl nicht nur in meinen Augen ein absolutes Highlight, welches man sich nicht entgehen lassen sollte!

merci beaucoup. Sowieso schon vorgemerkt, jetzt extra unterstrichen :wink:

Da bin ich ja mal gespannt, ob wir “kompatibel” sind :grin:
btw: Ich hab deine Kritik-Bewertungen mal durchgeschaut lach Sieht man von eigentlich einem Genre ab (Anime dun einige wenige Filme wie Shadowboxer :grin: ) scheinen unsere Geschmaecker doch extrem identisch :wink:

Jack Ketchum hat diese Geschichte auch zu einem sehr lesenswerten Roman verarbeitet “The Girl next Door” (in Deutschland unter dem recht reißerischen Namen “Evil” erschienen). The Girl next Door ist nun auch verfilmt worden

http://www.thegirlnextdoorfilm.com/

Das wird ein interessanter Vergleich, die Geschichte einmal als TrueCrime und einmal als Romanverfilmung zu sehen. Ehrensache, dass ich mir American Crime anschaue.

So wie ich das seh, bin ich froh, diesen Film nicht gesehen zu haben. Sowas gehört in den Bereich meiner schlimmsten Albträume und hätte dann auch den entsprechenden Effekt gehabt. Näheres hierzu auch unter:

http://www.crimelibrary.com/notorious_murders/young/likens/1.html

Vorsicht: diese website ist interessant, aber ziemlich heftig.

Es gibt übrigens ein exzellentes Buch zu dem Fall Sylvia Likens, welches die Tat, ihre Vorbedingungen und auch den nachfolgenden Prozess minutiös schildert und es dabei schafft, immer genau den richtigen Ton anzuschlagen, beziehungsweise den schwierigen Spagat zwischen aufrichtiger Empathie und detachierter Nüchternheit hervorragend meistert. Ist von Kate Millet, trägt den Titel “Im Basement. Meditationen über ein Menschenopfer”, und datiert aus dem Jahre 1979. Kann ich allen Interessierten nur schwerstens empfehlen.
Auf Deutsch leider nur noch antiquarisch erhältlich (unter Anderem auch -für wenig Geld- bei amazon.de marketplace). Ich kenne das Buch schon seit mehreren Jahren und bin - nicht nur aus diesem Grunde - schon recht gespannt, wie der Film die Thematik wohl darstellen wird.

P.S.: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Buch sogar doppelt habe. Das heisst, irgendwo bei mir müsste noch ein überzähliges Exemplar rum(f)liegen. Falls das jemand haben möchte (für 'nen Euro oder so), kann mir die Person deswegen auch gerne 'ne PN schicken. Könnte aber etwas dauern, da ich das gute Stück erst Mal raussuchen müsste.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: die_Lachsschaumspeise_! am 04.08.2007 18:52 ]

Am 30.07.2007 10:10 , Sidschei schrieb:

Da mir momentan sowohl Zeit als Muse (ich befinde mich schon wieder in Hektik :grin: ) fehlt ne Review zu schreiben nur den kurzen Hinweis zu dem Film, dass dies bisher einer der emotionalsten und bewegensten Filme war, die ich auf dem FFF 07 zu sehen bekam.

Der Film war in allen Belangen einfach der Hammer und ein echter „Downer“ - selten eine so betroffene Grundstimmung nach einem Film erlebt, der aber zeitgleich (zumindest bei allen die ich gehoert hatte) eine toale Begeisterung auszuloesen verstand!

Wohl nicht nur in meinen Augen ein absolutes Highlight, welches man sich nicht entgehen lassen sollte!

Dem kann ich absolut zu stimmen!!!

Ich habe einen meiner Alptraumfilme jetzt nachgeholt! Das Buch von Ketchum hatte ich gelesen und kam mir beim lesen schon wie ein Voyeur vor! Ich hatte echt überlegt, ob ich das Buch zur Seite lege. Als dann der Film auf dem FFF gezeigt wurde, hatte ich nicht den nötigen Abstand zum Buch, um mir das auch noch als Film anzutun.
Eigentlich bin ich auch froh, ihn nicht im Kino gesehen zu haben. Wer weint schon gerne nach einem Film auf dem FFF?

Und die Schauspieler sind alle so grandios, das ist echt unheimlich.
Catherine Keener ist für diese Rolle wohl 2 x für den Golden Globe nomeniert worden.

Hammerharter aber sehenswerter Film!

1x Emmy und 1x Golden Globe Nominierung hat sie dafuer erhalten.

Eigentlich bin ich auch froh, ihn nicht im Kino gesehen zu haben.

Das war wirklich der einzige Film in meiner FFF-Laufahn, wo ich mir ernsthaft ueberlegt habe, danach einen Film ausfallen zu lassen um das Gesehene auch erstmal „verdauen“ zu koennen. Waere da nicht danach ein Film gekommen, den ich unbedingt sehen wollte, haette ich das auch gemacht. Zum Glueck war der dann auch wirklich so gut, dass er es schaffte, in seine eigene Welt zu ziehen dann. (war Mr. Brooks)

Es war allerdings im Kino schon ein Erlebnis, weil man selten eine Mischung aus Betroffenheit und Begeisterung in einem von so einer Masse an Leuten erleben kann.

Sid

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 06.11.2010 14:29 ]

Ich habe den Film erst dieses Jahr gesehen. So sehr ich Ellen Page auch mag, muss ich gestehen, dass der auf meiner Anseh-Liste weit unten war. Und nachdem ich ihn jetzt kenne, weiß ich, dass das auch ganz okay war.
Der Film ist gut! Gut gespielt, gut erzählt, er trifft genau den richtigen Nerv zwischen “Filme sind ein Unterhaltungsmedium” und “das ist wirklich passiert”. Es ist nun mal keine Doku, aber dem Realitätsgefühl konnte ich mich nicht entziehen. Obwohl es auf dem selben Fall basiert, ist Jack Ketchums “Girl next Door” (aka Evil) durch die teils mehr in Szene gesetzte Gewalt der erträglichere von beiden, finde ich. Nicht, dass ich ernsthaft Spaß dran hätte… aber “An American Crime” finde ich so furchtbar nüchtern vorgetragen, dass die Hilflosigkeit einfach unerträglich wird.

Dadurch, dass man hier nicht sensationsgeil mit der Folter umgeht, bekam ich beim Ansehen auch ein sehr ungutes Gefühl mir das überhaupt anzusehen. Ich mag Splatterfilme und es darf Filmprotagonisten mal so richtig dreckig gehen und alles… aber es sind nur Filme und ich nehme das nicht mit in meinen Alltag. Wie aber ein junges Mädchen hier systematisch zerstört wird… das war wirklich hart mit anzusehen.

Mir gefällt das Ende, in dem man sich dann doch ein bisschen künstlerische Freiheit nimmt.
Aha, hatte gar nicht nachgeschaut, dass Catherine Keener für ihre Rolle mit Emmy und Golden Globe nominiert war, kann ich aber durchaus nachvollziehen. Es ist bestimmt cool, einen Bösewicht zu spielen. Dabei denkt man aber an sowas wie Darth Vader oder Hannibal Lecter. Respekt, dass sie das durchgezogen hat, stelle ich mir sehr schwer vor.
Und ja, Ellen Page hat sich längst zu einer Lieblingsschauspielerin etabliert, aber diesen Film werde ich so schnell kein zweites Mal schauen.