Arte TV

Das Programm von Arte TV kann man bei all den Online Festivals leicht vergessen; Es lohnt zur Zeit einen Blick - oder auch mehrere. So ist z.B. DIE SCHÖNE QUERULANTIN im Prg (OmU), eine seltene Chance. Es gibt ein paar Filme von Eric Rohmer und 5 mal Asia Filme, darunter Mr. LONG und BLIND WOMAN’S CURSE z.B.

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In der ARTE-Mediathek gibt’s echt coole Sachen! :smiling_face_with_three_hearts: Ich hab mir da bisher einpaar Dokus und Konzertmitschnitte angeschaut.

Ich „Fitzcaraldo“ mit Klaus Kinski. Total irre, neben „Aguirre, der Zorn Gottes“ mein liebster Film mit Kinski.

Muss gestehen, das ich die beide immer noch nicht kenne. Ist Fitzcaraldo „zu schade“ für TV (wegen Bildqualität) oder meinst Du mal 'ne Chance geben als Erstsichtung?

Naja, da fragst Du den falschen… ich gucke auch viel auf „großem“ TV und sogar auf Laptop, solang der Film gut ist… sind echte „Klassiker“ die ich zuerst und danach auch „nur“ im TV gesehen habe und ich muss sagen, „Aguirre“ hat mich auf einem Röhrenfernseher damals mehr beeindruckt, als so mancher Film im Kino. Da war ich 16 Jahre jung und extrem beeindruckt was da im Nachtprogramm gezeigt wurde.

Okay, ein richtig guter Film wird ja im Grunde nicht schlechter nur weil die Projektionsfläche oder die Quelle nicht perfekt ist…stimmt schon. Und man kann sich dann immerhin noch steigern… Hab mich die letzten Jahre einfach an bessere Bedingungen gewöhnt. Also wenn ich die Zeit finde bis zum 04.08., gebe ich dem mal 'ne Chance.

Dann solltest Du Dir vielleicht zum Einstieg erstmal die berühmt berüchtigte Werner Herzog Doku anschauen, dann wirst Du heiß auf die Filme, egal in welcher Qualität.

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So etwas mache ich in dem Fall eigentlich nicht, da es mir da zu sehr vor Spoilern greult. Aber vielleicht hinterher. Danke für den Tip.

Es mag vielleicht etwas kurios klingen, aber eine klassische Spoilergefahr besteht bei dieser speziellen Art von Filmen eigentlich nicht, aber wenn Du wirklich völlig jungfräulich an die Kinskis rangehen willst, dann halte ich jetzt natürlich gerne meine Klappe. Aber ich kann Dir jetzt schon verraten, es wird nicht bei einer Einzelsichtung bleiben. Je mehr Du über die Hintergründe der Entstehung dieser Filme erfährst und die Eskapaden eines Kinskis beim Dreh, je mehr wirst Du süchtig und die Filme immer wieder anschaun und vieles dabei neu entdecken. Die Filme sind wie ein Sog.

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Ich war bereits mit zarten 16 Jahren total angefixt, als ich beim „zappen“ zwischen den damals vorhandenen 5 (!) Programmen mit unfassbarem Glück in der Nacht beim Anfang von „Aguirre“ hängen blieb… Was für ein Wahnsinn von einem Film, hat mich nachhaltig beeinflusst. Die Doku mit Werner Herzog vom Dreh von „Fitzcarraldo“ ist ähnlich verstörend… weniger wegen Kinskis Ausbrüchen, sondern weil Herzog den Wahnsinn kommentiert, als hätte er eine Familienpackung Valium geschluckt. Was er wahrscheinlich auch hat.

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Fitzcarraldo“ ist mein liebster „Herzog“ :heavy_heart_exclamation:

Hab’s natürlich wieder nicht geschafft ihn zu schauen…jetzt isser erstmal raus aus dem Prg. Vielleicht kauf ich den mal blind im Sale.

Neu in der Arte-Mediathek: „Midareru“ von Mikio Naruse. Einer der besten japanischen Filme, die es gibt, meiner Meinung nach. Dennoch ist es fast unmöglich, in Europa an diesen Film zu kommen (abgesehen, von einer Bootleg-DVD, die ein dubioser Ebay-Händler vertreibt). Also unbedingt anschauen!

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Ja, das war ein guter Tip. Weder kann noch mag ich beurteilen, ob es einer der besten jap. Filme ist, in die Sammlng aufnehmen könnte ich mir aber vorstellen. Sehr ruhige Erzählweise, viel Nostalgie und Melancholie. Das der Film durch eine eher pessimistische Sicht ein traurig-tragischer Downer ist, hätte ich gerne vorher gwusst…was solls. Subtil erzählt er viel über Blicke und kleine, fast unscheinbare Gesten. Gutes Schauspiel. Die Musik ist ebenfalls klasse, zurückhaltend aber dennoch stets präsent. War das eigentlich ein langsamer Walzer, das eine Stück, was wiederholt wird? Eigenartig, welche künstlerischen Bezüge meine Erinnerungen kreuzen. So fühlte ich mich an die Emotionen und Nostalgie von Antonioni’s L’aventura erinnert oder an De Sica’s Fahraddiebe. Außerdem habe ich jetzt ständig Elvis Presley’s „Are you lonsome tonight“ im Ohr…Seltsam :slightly_smiling_face:

Es freut mich, dass er dir gefallen hat. Es ist halt ein klassisches Melodram, dafür aber eines der besten, das ich kenne. Ich könnte mir vorstellen, dass es Leuten, die bei japanischen Klassikern eher an Kurosawa-Filme wie Sieben Samurai oder Sanjuro denken, ehere schwer fallen könnte, in den Film reinzukommen.

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Diese Schwierigkeiten habe ich bislang offenbat nicht. Kenne bislang (nur) fünf Filme von Kurosawa aber ich neige eh nicht so dazu solche Erwartungshaltungen Regisseur übergreifend auf Grund von Sprache oder Genre aufzubauen. Für mich ist MIDARERU in seiner Gesamtheit einfach ein guter Film, so wie ich es auch von UGETSU, LETTER FROM AN UNKNOWN WOMAN und manch anderem cineastischem Highlight sagen kann.

Ich habe mir dann übrigens auch Die verborgene Festung noch angeschaut. Der hat mich ebenfalls sehr beeindruckt weil er seine Story so fließend und überzeugend erzählt. Von Überlänge gefühlt keine Spur. Humor funktioniert auch, nicht zu albern. Kann man gut mehrmals schauen denke ich.

Die Arte-Mediethek liefert und liefert :slight_smile:
Your Face und Days von Tsai Ming-Liang, einem der renommiertesten taiwanischen Regisseure. Letzterer lief dieses Jahr im Wettbewerb der Berlinale und wurde da sehr gelobt. Bemerkenswert, dass der Film jetzt seine breite Deutschlandpremiere als kostenloser Stream bei Arte hat!
Außerdem läuft Das Geheimnis der dunklen Kammer von Kyoshi Kurosawa, der mit Retribution und Creepy bereits zweimal beim FFF vertreten war.

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Cool, danke für die Info! „Days“ habe ich schon lange auf dem Schirm, darüber freue ich mich umso stärker.