Mal eine Anfänger-Frage an Leute mit Erfahrungswerten: was erwartet mich denn, wenn ich eine koreanische oder taiwanesische DVD bestelle, bei der mir angegeben wird, sie enthalte englische UT? Untertitel nur für den Hauptfilm? Oder auch für das Bonusmaterial?
Konkret geht es um 2 Editionen von “I am a Cyborg…”, die koreanische
und die taiwanesische.
Die koreanische hat natürlich nette Bonusfeatures, aber die bringen mir halt nichts, wenn sie keine UT haben.
Und noch eine Frage: hat jemand Erfahrung mit yesasia.com? Oder gibt es da bessere / günstigere Alternativen?
Dass die DVDs Regional-Code 3 haben, ist mir übrigens trotz Anfängertum bewusst 
Danke schon mal im Voraus für eure Antworten!
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Für koreanische DVDs gilt im allgemeinen immer:
Hauptfilm hat Englische Untertitel, Extras haben KEINE Untertitel. -
Die koreanische Edition von I’m A Cyborg hat definitiv keine Untertitel bei dem Bonusmaterial, was die oben genannte Faustregel wieder bestätigt.
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Da Park Chan-Wook spätestens seit Oldboy internationale Anerkennung geniesst (und das ist auch sehr verdient
) bin ich mir sicher das R1 (US) & R2 (UK & DE) Editionen folgen werden bei denen dann auch die Extras Untertitel haben werden. Ich persönlich werde daher auf eine vernünftige DVD-Release warten. -
yesasia.com ist durchaus ein zuverlässiger Laden.
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Für eine detaillierte Übersicht über verschiedene DVD Editionen eines Filmes immer dvdcompare.net und ofdb.de konsultieren:
http://dvdcompare.net/comparisons/film.php?fid=11176
https://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=115045&vid=206914
https://www.ofdb.de/view.php?page=fassung&fid=115045&vid=209783
Ist zwar Off Topic, aber ich persönlich habe mir noch nie Bonusmaterial auf einer DVD angesehen. Einfach weil ich glaube, daß man sich dadurch das Filmerlebnis etwas zerstört. Man muss nicht immer jedes Detail im Hintergrund kennen, häufig ist es besser weniger zu wissen, um sich die Faszination nicht zu zerstören. Aber jeder wie er es am liebsten hat.
Danke, Case, sehr nützliche Hinweise! Und du hast vermutlich recht: die ems-Special-Edition von “Old Boy” ist ja auch sehr hübsch geraten. Von daher sollte ich wohl noch warten.
Zu lexx: da sind wir uns ja schon wieder nicht einig! Ich erinnere mich an deine Meinung, dass das FFF für dich alles andere als Urlaub ist
.
Kann deine Meinung zum Bonusmaterial aber schon nachvollziehen. Bonusmaterial ist Glücksspiel. Ich habe Interviews mit Regisseuren schon entgeistert abgeschaltet, weil sie mir tatsächlich den schönen Film kaputt geredet haben. Manchmal können aber auch echte Perlen dabei sein. Ganz genial: ein ca. 90 minütiges Gespräch auf der Bonus-DVD von “Cypher” (lief 2003 auf dem Festival) zwischen Regisseur Natali, Drehbuchautor, Production Designerin und einem Schauspieler. Selbst wenn man den Film nicht kennt oder nicht mochte sehr aufschlussreich zum Thema Filmemachen mit begrenztem Budget.
Das Hauptproblem ist aber sicherlich, dass 90% des Bonusmaterials einfach komplett überflüssig sind, da die meisten Making-Ofs einfach Werbefilmchen für den eigentlichen Film sind, in denen die Schauspieler ihre Rollen beschreiben und alle Beteiligten betonen, wie wahnsinnig toll und einmalig die Zusammenarbeit mit Schauspieler X und Regisseur Y doch war.
Ja, stimmt schon, es gibt auch einige wirkliche DVD-Bonus Perlen. Was ich so gelesen und gehört habe, ist es aber leider meistens doch nur 08/15 Standard. Bei den DVDs die ich besitze sind häufig nur Trailer dabei und das wars. Allerdings kaufe ich auch extra immer die günstige Fassung, so Limited Zeugs sehe ich als pure Geldmacherei an, das unterstütze ich nicht. Sicher gibt es da auch Fassung die ihr Geld wert sind, aber im Grunde geht es ja um den Film und nicht um das drumherum. 
Wirklich cool fände ich so Film+OST Kombinationen, aber das rentiert sich finanziell wohl nicht für die Labels.
Was mich besonders stört sind diese speziellen deutschen Artworks (Cover), die immer so aussehen, als wären sie an unseren pauschalen Geschmack angepasst (sieht sicher nicht nur so aus), bieder und langweilig. Ich möchte das Original Cover haben und nicht so eine eingedeutschte Version. Ich würde viel mehr DVDs kaufen, wenn ich das Original Cover hier bekommen würde. Man sollte Werke aus anderen Ländern nicht eindeutschen, sondern ihnen ihren Charme belassen und zwar zu fast 100%!
Wenn Du übrigens Old Boy so verehrst wie ich, haben wir doch noch was gemeinsam! 
Habe ich alleine drei mal im Kino gesehen, in drei verschiedenen Sprachen.
Bonusmaterial ist wirklich manchmal arg langweilig. Ich erinnere mich an “2009” mit einer ungefähr 75-min-Dokumentation, die nichts weiter zeigt außer Impressionen von den Dreharbeiten, völlig unkommentiert. Man sieht immer und immer wieder wie Statisten Tee trinken, die Schauspieler proben etc. Als einmaliger Eindruck von vielleicht 5 min wäre das ok, aber in dieser Länge war das einfach gähn.
Oft ist auch leider wirklich nur eine Sammlung “Das war eine ganz tolle Erfahrung” Blabal dabei. Aber dennoch schaue ich mir die Bonussachen i.d.R. an, zumindest zappe ich mal rein. Denn dafür bin ich viel zu neugierig, und manchmal ist es ja auch wirklich interessant, wenn das Bonusmaterial über die Hintergründe der Entstehung informiert, unterhaltsaam, wenns witzige Outtakes gibt, auch Alternativenden bringen manchmal eine andere Sichtweise auf den Film (wie etwa bei Blade Runner oder Butterfly Effect). Allerdings ist auch hier die Gefahr groß, mit vielen Enden eher zu verwässern oder es beliebig erscheinen zu lassen. Ist eine Gratwanderung.
Wenn ich das Bonusmaterial aber aus puristischen Gründen ablehnen würde wie Lexx, dürfte ich mich auch nicht aus anderen Quellen über Hintergründe oder die Macher des Films informieren. Das berühmte Interview zwischen Truffaut und Hitchcock hätte mich nie in die Geheimnisse der Manipulation des Zuschauers eingeweiht.
@zoulwags: Welches Interview hast du denn entgeistert ausgemacht? Und war der Film in deinen Augen auch mist oder nur das Gerede vom Regisseur?
Nun ja, es ist schon ein Unterschied ob ich sehe wie Schauspieler vor dem Bluscreen operieren, oder daß die niedergemähte New Yorker Stadt in Wirklichkeit nur ein Miniatur Model aus Pappe ist, oder wie sich Godzilla seiner Maske entledigt und darunter ein stink normaler Schauspieler emport steigt, als wenn ich darüber nur etwas in der Zeitung lese. 
Ich habe allerdings auch einen immensen Drang mich einer Illusion zu 100% hingeben zu können, das ist mir wichtiger als jedes Bonusmaterial, und das geht eben nur, wenn man nicht zu viel über die Hintergründe kennt.
Das mag zwar in einer Welt, in der Realismus vor allem bedeutet möglichst in einem 4D-Kino zu sitzen, keinen großen Wert mehr haben, aber wenn mir jemand so kommt, dann verweise ich immer gerne auf Blair Witch. Der Film hat gezeigt, wie wenig Technik dazu beiträgt etwas realistisch und intensiv wirken zu lassen. Blair Witch hat seine Intensität dadurch erreicht, in dem alles dafür getan wurde, daß es möglichst authentisch wirkt. Vor allem hörte das nicht außerhalb des Filmes auf, daß wurde auch außerhalb so vermittelt. Für mich ist Blair Witch daher einer der wichigsten Horror Filme aller Zeiten. Er hat wieder die Sinne dafür geschärft, worauf es bei einem intensiven Horror Film meiner Meinung nach eigentlich ankommen sollte.
Wirklich interessantes Bonusmaterial war auch bei FDTD dabei, der das Entstehen des Films zeigt, die Leute am Set (mit einem anfänglich noch gut gelaunten George Clooney, dann immer genervter
) und welche Schwierigkeiten ansonsten noch auftauchen. Oder bei Corpse’s Bride wurde die stop-motion-Technik ganz gut erklärt.
Meistens besteht das Bonusmaterial aber doch nur aus Interviews, in denen man sich dann gegenseitig lobt und immer wieder bekräftigt, wie toll es doch war und wieviel Spaß man doch hatte. Spaß ? Ich denke, die arbeiten ?? HMMM. Witzige Outtakes haben leider die wenigstens DVDs.
Für mich ist an der DVD eigentlich nur wichtig, dass O-Ton drauf ist und Untertitel bzw. dann noch deutsche/englische Tonspuren. Welches Cover die DVD hat, ist mir auch ziemlich wurscht. Und dass es nicht so teuer ist - bei mir fängt die Schmerzgrenze ab EURO 14.99 an (glaub, soviel kostet OSS 117 bei amazon.fr, und der ist dann noch auf französisch …). So um die EURO 9,99 ist okay. Oder halt ausleihen, aber da hat man dann das Problem, dass man halt die DVD nicht besitzt, für mich als “Sammler” dann wieder schwierig 
Am 21.08.2007 09:47 , Michaela schrieb:
für mich als „Sammler“ dann wieder schwierigEine Sammlerin der es egal ist wie das Cover ausschaut. Hmm… muss ich nicht verstehen.![]()
Ich sammel ja nicht das cover
sondern den Film 
Das führt zwar langsam sehr weit weg vom Thema, aber Cover ist mir auch wichtig. Ganz gruselig sind die Covers der James Bond DVDs, die inzwischen gar nichts mehr mit dem Originalfilmplakat zu tun haben und die auch sehr austauschbar wirken. Vielleicht war das ja sogar beabsichtigt.
Aber ich gebe lexx recht, ein schönes, stilvolles Cover auf einer DVD macht mehr her als ein billig wirkendes, aber auf den deutschen Markt hingekleckstes Cover.
Aber da selbst bei Klassikern inzwischen “Hand angelegt” und upgedatet wird, kommt man in diesen Genuss kaum noch. Ein bißchen trübt das den Eindruck schon.
Vorbildlich und rühmliche Ausnahme ist in meinen Augen die Reihe “The Films of Mario Bava”. Liebevoll gemacht und immer mit dem Originalfilmplakat.
Nachdem meine Woche Freigang (= FFF-Urlaub) vorbei ist, dauert es mit den Antworten etwas, aber auf ein paar Dinge wollte ich schon noch mal kurz eingehen
@ Lexx: Mit Oldboy haben wir tatsächlich etwas gemeinsam, und auch deine Einstellung zu deutschen DVD-Covers deckt sich mit meiner. Der Oberhammer ist die momentane TV-Movie-Beilage “Lost Memory - Killer ohne Erinnerung”. Meine Fresse! Hätte ich es nicht hier auf der Site gelesen, hätte ich niemals auch nur geahnt, dass das “The Alzheimer Case” sein soll! Ich meine, deutsche Titel sind das eine. Der letztjährige FFF-Film “Murk” lief ja inzwischen auch schon in einem 3. Programm unter der kongenialen Übersetzung “Todeshochzeit - Jeder hast das Recht auf einen blabla Tod” (oder so). Aber das Artwork bei “Lost memory” toppt alles: 4 junge Menschen, von denen ich einen als den ermittelnden Cop erinnern konnte, die geheimnisvoll-lässig schauen. Völlig nichtssagend! Vom alzheimer-geplagten Killer, dem brillanten Jan Decleir, keine Spur. Filme über alte Menschen, das will doch keiner sehen - dachte man sich wohl bei der TV Movie. In jedem Fall mysteriöses Marketing, das einen Qualitätsfilm komplett verramscht.
@ GeorgeKaplan: jetzt wo du so fragst, fällt mir natürlich kein konkretes Beispiel ein. 
Ich meinte aber schon Filme, die mir gefallen haben und bei denen dann der Regisseur im Interview ziemlich dämlich rüberkam. Ich glaube Eli Roth auf der “Cabin Fever”-DVD war so ein Fall. Und der Regisseur des japanischen “Ring”. Der hat auf mich wie ein Roborter gewirkt.
Mein Lieblingsbonusmaterial ist übrigens das Dreharbeiten-Videotagebuch auf der 2. DVD von “Magnolia”. Ca. 100 Minuten lang folgt dieses chronologisch den Dreharbeiten des Films und lässt einen nachempfinden, wie es Regisseur Anderson wohl erging, als er seine Drehzeit nach und nach um 3 Wochen überschritt und gleichzeitig mit einer Produktionsfirma verhandeln musste, die den Film gerne 30 Minuten kürzer gehabt hätte. “Magnolia” selbst muss man dazu nicht gesehen haben. Steht für sich selbst als Dokumentarfilm.
So, und jetzt sind wir wohl wirklich komplett off topic, deshalb belasse ich es dabei. Die Moderatoren des Forums sind ja wirklich sehr langmütig hier 
The Alzheimer Case: Der offizielle deutsche DVD-Titel ist mit “Totgemacht” allerdings noch ne Spur daemlicher!
Owei… gröhl. Erinnert mich an das Bergdrama “Das Mädchen vom Hof”, das mangels Erfolg dann erst als “Die Totenschmecker” und dann als “Der Irre vom Zombiehof” vermarktet wurde. Ohne dass sich damit Erfolg eingestellt hätte.
"Der Irre vom Zombiehof!! Yesss!!
Nie gesehen, aber ich erinner mich an den amüsanten Eintrag dazu im “Lexikon des Horrorfilms” von Hahn/Jansen.
Schade aber eben nur, wenn sowas mit qualitativ hochwertigen Filmen wie “The Alzheimer Case” oder “Murk” passiert…