Blumhouse

Da uns die Blumhouse Productions Filme ja auf dem FFF und daneben seit Jahren begleiten, fand ich diesen Artiekl über die „Philosophie“ dahinter teilenswert:

Was haltet ihr von dem Ansatz? Einerseits kann man mit „Hier hast du ein kleines Budget, aber dafür künstlerische Freiheit“ Regisseuren einen Gefallen tun, die ansonsten vielleicht gar keine Filme machen könnten. Und hin und wieder sind richtig gute Ideen darunter. Aber andererseits sind da diese lieblosen Fließbandproduktionen, mit denen Blumhouse den Markt überschemmt… Ich habe in letzter Zeit Sinister 2 und Insidious 3 gesehen, und es war furchtbar. Tatsächlich bin ich inzwischen ziemlich voreingenommen, wenn ich das Blumhouse Logo sehe.

Aus der Schmiede kamen doch schon einige wirklich unterhaltsame und für das Budget sehr gut gemachte Genre-Filme. Hier nenne ich insbsondere Oculus, 13 Sins & The Purge. Von “Insidious” mochte ich bereits den 1. Teil überhaupt nicht, Sinister interessiert mich auch nicht wirklich.

Das überrascht mich jetzt ein bisschen, denn für mich ist das genau die Art von Filmen, an die ich denke, wenn du davon schreibst, dass dich in den letzten Jahren die veröffentlichten Horrorfilme weniger begeistern. :wink: Dabei bin ich ansonsten doch eher die optimistische und sehe die Lage ziemlich rosig.

An The Purge mochte ich zwar die Grundidee, weil die wirklich interessant ist - aber die Charaktere und Dialoge fand ich unterirdisch. Bei 13 Sins hat der Regisseur ja sogar selber erzählt, dass es eine reine Auftragsarbeit war. Gerade dieses Gefühl, dass kein Herzblut dahintersteckt, habe ich bei Blumhouse oft. Auch wenn manche Filme am Ende ganz okay sind… 13 Sins war nicht verkehrt. Aber dann kommt halt Paranormal Activity 2 - 10.

Es macht aber natürlich einen Unterschied, ob man als Regisseur mit einer frischen Idee zu Blumhouse kommt, die man gerne umsetzen möchte, oder ob man für ein Fließbandprojekt eingespannt wird. Deshalb will ich auch nicht alle Filme über einen Kamm scheren. Sie haben uns immerhin Whiplash beschert, den ich zwar noch nicht gesehen habe, der aber sehr gelobt wird. Im Horrorbereich sehe ich da nur insgesamt weniger Licht und mehr Schatten… Vielleicht sollte ich einfach die Fortsetzungen ignorieren, denn über die habe ich mich bisher tatsächlich am meisten geärgert.

Blumhouse ist ein zweischneidiges Schwert. Und zwar sowohl für das Publikum als auch für die Filmemacher.

Auf der einen Seite hat die Produktionsfirma einen neuen Genreboom gestartet und m. E. gute bis brauchbare Filme wie PARANORMAL ACTIVITY, SINISTER, INSIDIOUS, THE BAY, THE PURGE 2, OCULUS, THE GIFT und THE VISIT hervorgebracht. Dass da natürlich nicht nur Gold produziert wird, ist klar und liegt nicht unbedingt an den niedrigen Budgets, aber das ist ja in der ganzen Branche so.

Auf der anderen Seite hat Blumhouse die Schleusen geöffnet für zahlreiche billig produzierte Horrorfilme, die es dem Konsumenten erschweren, die Spreu vom Weizen zu trennen. Und – jetzt kommt die Branchen-Innensicht – laut Rob Zombie hat die kostengünstige Produktionsschmiede offenbar dafür gesorgt, dass Studiobosse jetzt grundsätzlich von ihren Regisseuren erwarten, dass sie jeden Film für rund 3-5 Millionen hinbekommen.

Wer sich für die Hintergründe interessiert, kann sich die zwei folgenden Podcasts anhören:

Rob Zombie im Interview mit Mick Garris
Jason Blum im Interview mit Bret Easton Ellis

Die Podcasts von Garris und (mit Einschränkung) Ellis sind ohnehin für Horrorfans interessant und können kostenlos (z. B. bei iTunes) abonniert werden.