First of all, vielen Dank für dieses Interview generell.
Second of all, vielen riesigen Dank für Todi, der sich soviel Mühe für die technische Umsetzung dieses Interviews gemacht hat und bestimmt unzählige Nächte dafür geopfert hat.
Third of all, vielen Dank an Rainer, der so offen und ehrlich Rede und Antwort gestanden hat.
Am Wichtigsten ist es aber überhaupt, dass wir uns der aktuellen regressiven Situation am Film Markt bewußt werden und damit die Existenz unseres geliebten Festivals noch viel höher einzuschätzen wissen und lernen als bisher!
Natürlich wollen wir immer die größten best-klimatisierten Kinosääle, die größten und frischesten Filme, die angenehmsten timeslots, die günstigsten tickets, 10er Karten usw.
Aber wenn VoD und Streaming, siehe z.B. dieses Jahr TORO dem Festval Business den Rang ablaufen, dann wird es für die Zukunft eines Festivals immer schwerer!
Dann sind unsere banalen Phantasie Wünsche wirklich nur noch Firlefanz!
Was ich aus dem Interview gelernt habe, ist die Tatsache, dass es heutzutage immer schwieriger wird ein Festival im klassischen Stil auf die Beine zu stellen, denn der digitale Markt und die immer schnelleren Vermarktungsformen arbeiten leider gegen uns und gegen das FFF.
Ich bin gespannt wie es demnächst weiter geht und wie sich der Umbruch auf unser Festival auswirkt?
Ich hoffe es passiert schleichend.
Vielleicht sitzen wir in naher Zukunft alle vor unseren W-Lan fähigen TVs und streamen via Netflix das FFF nur noch in beliebiger Reihenfolge über eine freigeschaltete Woche einsam und alleine in unseren Wohnungen!!!
Wollen wir das wirklich? Nein.
Aber was wollen wir dagegen unternehmen?
Die digitale Streaming Filmwelt ist nicht aufzuhalten und wird auch uns und unser FFF irgendwie überrollen.
Ich bin gespannt, wie und ob unsere Rosebuddies sich auf diese Entwicklung einstellen können und wollen!?
Rainer:
Das alte System mit den Parallelslots würde nicht mehr funktionieren, weil dafür die Voraussetzung
nicht mehr existiert. Die Parallelslots waren natürlich mehr Filme aber es waren
auch viele Wiederholungen. Deutschland ist noch stabil aber der Home-Entertainment-
Markt ist weltweit zusammengebrochen, es werden immer weniger Filme verkauft.
Rainer:
Ich glaube, dass die gesamte Film- und Kinoszene vor einem riesigen Umbruch steht. Netflix
und andere Streamingdienste produzieren hochwertige Serien oder kaufen auch Filmrechte
hinzu. Exklusivität ist dabei ein ganz wichtiges Kriterium. Der Markt wird derzeit immer
undurchsichtiger und es fällt schwer den Überblick zu behalten. Welche Titel, wo auf
der Welt, auf welcher Plattform oder auf welchem Medium, zu welchem Termin, verfügbar
sind. Dieses Jahr war unser Festivalbeitrag TORO plötzlich online verfügbar und wir waren
darüber vorab nicht informiert.