So rein im Grunde seines Daseins ist Descent 2 eigentlich kein schlechter Film. Das Einzige, den Fehler das europaeische Ende betreffend ausser Acht gelassen, was ihn wirklich schlecht macht, ist die hier schon oft erwaehnte, abgrundtief (wie passend) schlechte Story, respektive Storyline, die ihm zu Grunde liegt und die mich in eine Zeit zurueckversetzt fuehlen lies, als ich gerade mal das Fahrrad fahren gelernt habe.
Jo, Horrorfilme sind nicht immer logisch, da geb ich meinen Vorrednern auch recht. Das erwarte ich auch nicht. Aber ich erwarte, dass man im Jahre 2009 Horrorfilme macht, die sich nicht der schlechtesten und ausgelutschten Klischees bedienen und diese genauso schlecht in die Story einbinden, wie ihre Grundlage bildet.
Den groessten , inhaltlichen Patzer, dass die traumatisierte, gestoerte und histerische Dame wieder in die Hoehle geschleppt wird, den kann ich mit zugedruecktem Auge sogar noch verzeihen. Das braucht es halt, wenn man die Story so weiter spinnt. Die Sache mit dem Polizisten aber, die Misato auch schon erwaehnte, ist nicht nur in Sachen seiner Person voellig inakzeptabel, sondern auch in der Grundlage seiner Handlungen.
Als er Sarah die Handschellen in Mitten der Hoehle anlegt, wollt ich wirklich schreiend und weinend vor Wut aus dem Kino rennen. Also bitte, echt. Man ist in einer Hoelle, voll mit spinnenden und hungrigen Gollums. Das Forankommen ist schon so ob des schwierigen Gelaendes extrem muehsam und dann tut man Western-Sheriff-Like sich ne Blondine ans Handgelenk ketten? Ne, danke. Bei aller Liebe zu zugedrueckten Augen. Aber so einen Story-Murks will ich einfach nicht mehr sehen. Und vor allem auch nicht mehr akzeptieren in Filmen! Das ist fuer mich echt vergleichbar mit einem Erwachsenen, der immer noch an der Babyflasche zur Ernaehrung nuggelt. Und aus diesen Zeiten sollten Filmemacher heute einfach draussen sein.
Um so aergerlicher ist es, dass direkt auf diesen Klopps eine recht schoene inszenierte Szene resultiert, an der ich mich dann allerdings nur nicht mehr erfreuen konnte.
Ebenfalls fuer mich total unerklaerlich:
Ich nehme es durchaus hin, dass Juno es einfach geschafft hat sich knapp 2 Tage nicht fressen zu lassen und dass sie Wasser hatte.
…was mich persoenlich gar nicht so stoerte. Man kann in Notsituationen ja einiges schaffen. Was ich aber wieder einen totalen Hirnpatsch fand war die Tatsache, dass sie ja offensichtlich wusste, wo der Ausgang ist… schliesslich fuehrt sie die Meute dann hin. So: Und nun erklaer mir mal bitte einer, warum sie in der Hoehle bleibt und lebt, wenn sie doch weiss, wo es raus geht?
Ebenfalls fuer mich voellig unertraeglich war diese schwarze Polizistin (afair). Was die an Handlungsstraengen gehabt hat, ist wirklich unterste Klischeeschublade, die ich einfach nicht mehr ertragen kann. Das Kind, das mit dem Telefon, das Geplaerre… schauderhaft. Wenigstens war sie Teil eines wenigstens sehr gelungenen Endes, wie ich zumindest fand.
Fairerweise muss man allerdings sagen, dass dies vielleicht auch einfach nur ein Problem von „Vielsehern“ ist. Denn ich hab nach dem Film auf der Strasse einige Leute gehoert - offensichtlich mehr Gelegenheitsseher - die von dem Film total begeistert waren, ihn sogar besser als den Zweiten teilweise fanden.
Letzteres kann ich im Grund sogar nachvollziehen. Weil zieht man die Storypatzer mal aus dem Film raus, hat er an sich in der Tat von Allem ein bischen mehr zu bieten als der erste Teil.
Ein weiteres, grosses Hauptproblem ist einfach dann auch die Tatsache des europaeischen Endes, welches ich ja wirklich genial fand. Aber es wird einfach nur vernichtet, wenn die Fortsetzung dann so weiter geht. Amerkanisches Ende hin oder her, hier waere es durchaus moeglich gewesen, insgesamt eine schluessige Fortsetzung zu inszenieren, die beide Enden logisch vereint. Kurzes Beispiel, ohne viel nach zu denken: Sie klopft an das Auto, trifft auf den „Hoehlenzurueckwerfer“, so kommt sie zurueck in die Hoehle. Kleinste, moegliche Schnittmenge aus beiden Enden, die sich dann vereinen und mit denen man dann leben koennte.
Haette man dann darauf verzichtet, sie wieder in die Hoehle mit zu nehmen und einen anderen Einstieg gefunden, warum man da erneut reingeht (auch das waere moeglich gewesen: Beispielsweise eine 2er Kletter-Gruppe, die in die selbe Hoehle reingeht, eine Tote findet und die Polizei alamiert) waere auch dies alles schluessiger gewesen. Zur Not haette man Sarah dann ja auch in ihrem Loch sitzend wieder finden koennen, wenns denn sein muss.
Man haette daraus wirklich eine richtig gute Fortsetzung machen koennen. Denn die Grundlage des Filmes gefiel mir, sie war doch stimmig. Wie man den Schwenk zum ersten Teil in der Hoehle gemacht hat, durch das Auffinden der Toten, verstand mir durchaus zu gefallen. Aber wenn ein Film so nen bescheuerten Inhalt als Grundlage hat, kann ich all das Gute schlichtweg auch nicht mehr geniessen… Tut mir leid. Schlimmer zum selben eitpunkt war eigentlich nur die absolut unnoetige Fortsetzung von Cabin Fever 2 - aber DA stimmte wenigstens die Story-Weiterspinnung einigermassen g