Das diesjährige Festival hat Fahrt aufgenommen und auch wenn es danach aussieht, als sei die Ernte dieses Mal von überwiegend guter Qualität, öffne ich trotzdem mal das Gurkenglas.
Potenzial sehe ich dieses Jahr bei “88” und “Infini”.
Aber mal im Ernst, bei nochmaliger Durchsicht sind dieses Jahr wirklich wenig Rohrkrepierer auszumachen.
H. ist einer der Filme auf die ich mich besonders freue, eben weil nicht von Anfang an klar ist, in welche Richtung die Geschichte laufen dürfte. Für mich ist nach nunmehr 21 Jahren FFF-Folgschaft die Unvorhersehbarkeit und das Überraschungspotential eines Filmes maßgebend. Also hoffe ich das H. jetzt mal KEINE Gurke wird.
Bei Infini haben sich wohl schon zahlreiche Gäste der (vorherrschenden?) Meinung angeschlossen, das hier das Gurkenglas weit offen stand.
Und sonst ? Ehrlich gesagt hoffe ich das es keine Gurken geben wird, weil ich (fast) alle Filme sehen möchte.
Etwas SORGE habe ich allerdings bei diesen Filmen :
BITE
Ava’s Possessions
DEMONIC
PARASYTE
die ich auch (noch) nicht auf meiner Watchlist stehen habe, zumal sie in Frankfurt auch überwiegend im late night slot laufen, den ich sowieso nicht mag.
Mit DEMONIC wird dir vermutlich ein Besessenheits-Horror vom Reißbrett gegenüberstehen. Nichts, was man nicht auch schon vorher gesehen hat. So jedenfalls die Stimmen, die ich so aufgefangen hab.
Strangerland ist bei mir über jeden Verdacht erhaben. Man könnte dem Film vorwerfen wegen seiner Hauptdarstellerin etwas mainstream lastig zu werden, aber ich glaube das wird nicht so sein. Kidman ist bekannt für ihre Rollen in GUTEN Filmen. Ich freu mich übrigens extrem auf “Starngerland” und musste sogar der Versuchung wiederstehen, den Film vor dem FFF anzusehen. Der wird bestimmt gut.
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Alexander am 08.08.2015 15:56 ]
Kannst Du das etwas genauer ausführen? Schwer zu ertragen kann eine ganze Menge bedeuten und bei Excess Flesh kann man wohl davon ausgehen, das der manch einem zu viel (Blut/Ekel etc.) ist. Also lag’s am Inhalt, das er dir nicht gefiel oder an der Umsetzung, oder…
Meine persönliche Gurke für dieses Jahr ist auch “Excess Flesh”.
Nicht weil der Ekel- oder Blutfaktor schwer zu ertragen sind, die halten sich nämlich sehr in Grenzen. Schwer zu ertragen finde ich die beiden Mädels mit ihren Störungen, weil sich bei mir null Mitleid, Sympathie oder Interesse eingestellt hat. Ganz abgesehen von den Logiklöchern, die selbst mir aufgefallen sind…
Ich stimme Severina voll zu. Er war jetzt nicht übermäßig eklig oder blutig, aber er wollte offensichtlich provozieren, indem er sich sehr intensiv mit den Essstörungen und sonstigen Störungen der beiden Frauen beschäftigt hat, was weder besonders spannend noch interessant war (weil es immer wieder gezeigt wurde). Und immer wieder sehr viele Nahaufnahmen von Essensszenen und dazu diese “kreischende” Musik und null Sympathie für beide Frauen. Also schwer zu ertragen dann vor allem vom Stil des Films her. Sehr experimentiell. Aber ich wünsche dir, Umelbumel, trotzdem, dass er vielleicht dann dir zusagt und du etwas an dem Film findest, was ich nicht gefunden habe. Auf jeden Fall viel Spaß dabei und ich bin auf eure Meinungen gespannt.
EXCESS FLESH scheint wohl meine Gurke 2015 zu sein!!
Unsympathische Charaktere mit übertriebenen Darstellungen!
EXCLESS FLESH ist keineswegs provozierend oder kritisch, nein einfach nur daneben und schauspielerisch echt unterirdisch!!!
Mit 2.77 Durchschnittswertung bildet HELLIONS in der momentanen 2015er-Statistik derzeit das Schlusslicht. Eigentlich wollte ich ihn mir ansehen, aber jetzt bin ich doch etwas verunsichert. Kann jemand, der ihm eine vernichtende Wertung von 1-2 Sternen gegeben hat, kurz sagen, warum er ihn so gurkig findet?
Bite ist bislang meine persönliche Gurke: Viel zu langer Aufbau, der auf Drama getrimmt ist (was mir persönlich gut gefallen hätte, wenn es so weiter gegangen wäre), bis der Film nach einer knappen Stunde immer dümmer wird und durch den unfreiwilligem Humor jegliche Atmosphäre flöten geht.
Das ist immer das Nervigste für mich: Wenn ein Film viel Energie in den Aufbau steckt, um dann im letzten Drittel völlig abzukacken.
Nach den beiden Enttäuschungen “Kill Your Friends” und “Maggie” war BITE mein erstes Highlight:
Liebevoll gemachter B-Movie um einen folgenschwerer Insektenstich. Zwar sind die schauspielerischen Darbietungen nicht besonders toll und manche Verhaltensweisen mehr als fragwürdig. Das macht aber nichts, denn der Film lebt von seiner creepy Atmosphäre, seiner gelungenen optischen Umsetzung und dem feinen Ekelgefühl, das er erzeugt. Genau so möchte man Bodyhorror sehen. Ein kleines glibberiges Juwel.
7,5/10