Fanny Lye Deliverʼd

Gibt es eigentlich hier niemanden, den die heuchlerische Moral stört?

Gewalt verurteilen, aber Gewalt einsetzen. Die vorherrschende Religion verurteilen, aber durch eine andere ersetzen. (Auch wenn sie noch so freiheitlich zu sein scheint.)

Es gibt beim Quäkertum zwar auch nichtreligiöse Abspaltungen, aber das hat bei diesem Film ja keine Relevanz. Religion ist für mich aus atheistischer Sicht Unfreiheit. Freiheit und somit auch Emanzipation vermittelt dieser Film für mich deswegen kaum bis gar nicht. Kaum, weil man auch den historischen Kontext sehen sollte. Für eine aktuell zeitgemäße Übertragung als Message für Freiheit und speziell Emanzipation finde ich die Umsetzung deswegen mehr als fragwürdig, auch wenn der Film ansonsten hochqualitativ realisiert wurde.

Ich stimme zwar mit deiner Ablehnung des Konzepts „Religion“ überein, aber die Quäker zeichnen sich wohl durch große Toleranz in Glaubensfragen und durch die Forderung nach Menschenrechten und genereller Religionsfreiheit aus. Insofern sehe ich hier keine Heuchelei. Zumal der Film ja von einer Zeit handelt, als die Zugehörigkeit zu einer Religion für die meisten Menschen etwas selbstverständliches dargestellt hat und Atheismus höchstens individuell und heimlich gelebt wurde. Da war eine Religion, die Religionsfreiheit und Menschenrechte predigt, etwas höchst freiheitliches und emanzipatorisches.

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