Fantasy Filmfest 2018 (September)


#42

Egal wie man dazu steht, aber es ist sehr übertrieben und schlicht falsch das als Zensur zu bezeichnen. Zensur bedeutet, dass die Verbreitung von unerwünschten Inhalten durch eine machthabende Institution unterdrückt wird. Wenn man die Verkürzung eines Filmfests in einigen Städten aus wirtschaftlichen Gründen damit gleichsetzt, würden Opfer echter Zensur ganz schön blöd gucken. :wink:


#43

Sie haben Recht,dass war die falsche Wortwahl.
Hier wird einem ja lediglich ok­t­ro­y­ie­rt,was man schauen darf.
Sorry!


#44

Es ist halt schon ein gewaltiger Unterschied, denn Rosebud will selber schließlich am liebsten auch überall alle Filme zeigen. Oder witterst du hier eine große Verschwörung, weil sie uns von guten Filmen fernhalten wollen? :smiley:


#45

Wo ist Dein Problem? Warum bist Du so verzweifelt? Ist es nur, weil du die Leute vom FFF nicht leiden kannst? Wieso ist das so ein Thema in Deinem Leben? Die Screeningtermine sind seit 1 Woche online. Das Programmheft gibt es als PDF (http://fantasyfilmfest.com/media/FFWN18/index.html). Das Leben ist hart, aber es könnte noch Schlimmeres auf der Welt passieren. Also halte durch und denk an was Schönes!


#46

Predator6666 verkörpert alles, was ich am Internet liebe und hasse zugleich :flushed: Ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll


#47

:wink: sich wundern!


#48

ALTER! …


#49

Hattest du bisher in deiner Stadt eine Dauerkarte oder hast alle Filme angeschaut? Wenn ja, dann kann ich deinen Frust (aber nicht die Wortwahl) nachvollziehen, wenn nicht, dann solltest du wohl eher mit dir so schimpfen :wink:


#50

Um mal etwas Klarheit in die Verschwörungstheorien und Mutmaßungen zu bringen, habe ich Rosebud per E-Mail gefragt, was denn genau hinter den Entscheidungen der Festivalkürzung steht und worauf wir uns dieses Jahr einstellen können. Die Antwort fiel erfreulich ausführlich aus - es sind wohl seit Versand des letzten Newsletters einige entsprechende Fragen eingegangen. Hier die Mail von Rosebud, ich denke, das wird einige Kritiker besänftigen und vielleicht auch neue auf den Plan rufen, denn es gibt wohl theoretisch auch die Möglichkeit, dass auf den späteren, kürzeren Festivals Filme laufen könnten, die aus rechtlichen Gründen vorher nicht gezeigt werden dürfen. Ja da schau her. Ich denke: Abwarten und schauen, was kommt. In jedem Sinne.

Was bewog uns zu der Veränderung? Ist die zeitliche Reduzierung zunächst nur ein Test?

Da kommen wirklich eine Menge Faktoren zusammen. Die Kostenexplosion der letzten zehn Jahre durch die Digitalisierung und die Veränderung in der Kinolandschaft und allgemein in der Branche stellen große Herausforderungen dar. Die Streaming Portale verkleinern die Zeitfenster der Filmauswertung und somit die Möglichkeiten für Festivals. Durch die neuen Player ergeben sich vielfältige Verschiebungen auf dem nationalen und internationalen Markt, die Auswirkungen auf uns bezüglich unserer Kooperationspartner, der Filmauswahl und der Kosten (und Einnahmen) haben. Diesen veränderten Gegebenheiten müssen wir versuchen, gerecht zu werden. Das war auch in der Vergangenheit, wenngleich aus anderen Gründen, nie anders. Das Initiieren der zusätzlichen Side-Events (Fantasy Filmfest NIGHTS und -WHITE NIGHTS), Kinowechsel an verschiedenen Standorten (dieses Jahr in Frankfurt) und die Limitierung des Fantasy Filmfest auf einen Saal waren wichtige und richtige Veränderungen, auch wenn sie nicht für jeden Einzelnen ideal sind und manche von uns (auch wir vom Team) einzelne Aspekte aus „den alten Zeiten“ vermissen.

Der Schritt ist uns nicht leicht gefallen, weil wir natürlich genau wissen, dass vor allem die treue Dauerkarten-Gemeinde möglichst viele und vielfältige Filme sehen möchte und jede Limitierung ablehnt. Deshalb haben wir auch immer versucht, das Programm in allen Städten gleich zu halten, Sondervorstellungen blieben eher die Ausnahme. Das könnte sich unter Umständen mit dem neuen Konzept ändern, indem es uns flexibler macht und sich daraus positive Effekte ableiten. Lasst uns diesbezüglich nach dem Festival Bilanz ziehen.

Wie kann man sich eine Auswahl des Programms vorstellen?

Das lässt sich, ohne dass das Gesamtprogramm feststeht, schlecht sagen. Wir gehen davon aus, dass die Auswahl in Stuttgart, Nürnberg und Leipzig auch variiert und nicht in jeder dieser drei Städte das gleiche Programm läuft. Ohne es verbindlich zu versprechen, könnte es zudem sein, dass in diesen Städten dann auch Filme gezeigt werden, die aus Termingründen vorher (also in den Städten mit dem Gesamtprogramm) noch nicht geklappt haben. Das war bisher aus diversen Gründen immer nur eingeschränkt möglich, aber das neue Konzept ließe auch diese Option zu.

Liegt es an den Kinos?

Nein, sowohl das Cinecittá in Nürnberg als auch das Metropol in Stuttgart sind tolle Kinos mit super Mitarbeitern, in denen die Organisation immer reibungslos klappt. Leider zeichnet sich aber in diesen beiden Städten der deutliche Trend ab, dass hauptsächlich die Wochenenden wahrgenommen werden. Unter der Woche ist die Auslastung hier im Vergleich zu den anderen Städten deutlich schwächer, so dass wir nicht kostendeckend arbeiten können.

Kritik: Nürnberg und Stuttgart hatten zu wenige Gäste / die Werbung war nicht ausreichend / die Nachtvorstellungen wurden zu spät gelegt

Leider ist es so: Für Gäste zählt nur ein volles Kino. Und natürlich möchten auch wir, dass möglichst viele Zuschauer die Gäste in Anspruch nehmen können. Insofern reisen wir wenn möglich mit den Gästen in mehrere Städte. Diese Routen sind organisatorisch aufwendig und manche Städte eignen sich weniger als andere. Oft haben die Gäste auch eigene Wünsche und wollen in die Hauptstadt. Und obwohl man das annehmen könnte, kommen durch die Anwesenheit eines Gastes nicht mehr Zuschauer (es sei denn, es ist ein richtiger Star, aber so einen kann sich das Fantasy Filmfest eh nur selten leisten). Ein weiterer Grund, dass wir also eher Städte anpeilen, die von Haus aus verlässlich gut besucht sind oder in denen der Saal auch mit weniger Zuschauern gut gefüllt aussieht.

Aufwendige Werbemaßnahmen sind im digitalen Zeitalter bei kleinem Budget, wie wir es haben, schwierig. Wir ärgern uns selbst am allermeisten, wenn wir in einem Jahr und in bester Absicht mal wirklich Geld in die Hand nehmen und trotzdem keine messbare Wirkung spüren, wie konkret in Stuttgart schon erlebt. Mit Filmstarts haben wir den idealen Werbepartner gewonnen, um möglichst umfänglich Filminteressierte zu erreichen.

Die wichtigsten Programmschienen sind die zwei Vorstellungen um 19 Uhr und um 21 Uhr herum. Dass die nachfolgenden Vorstellungen, deren Start zwischen 22.30 Uhr und 23 Uhr liegt, in Städten wie Nürnberg und Stuttgart während der Woche aufgrund fehlender öffentlicher Verkehrsanbindungen in der Nacht, keine Zuschauer mehr generieren, ist nicht unser Fehler, aber wir müssen reagieren. Und die Reaktion kann nicht sein, in den beiden Städten alle Vorstellungen in Richtung Mittag vorzuziehen, weil das in der Woche noch schwieriger wäre. Wir versuchen wirklich, in den jeweiligen Städten bestehende Voraussetzungen so zu berücksichtigen, dass es für möglichst viele zeitlich machbar ist. Aber alles können wir nicht auffangen.

Was kannst du als Besucher tun (dies wurde von einigen gefragt)?

Bleib weiterhin dabei und gib uns im Herbst Feedback, wie dir das neue Konzept gefallen hat. Wir wissen deine langjährige Unterstützung und Treue sehr zu schätzen.

Wir hoffen, dass unsere – auch für uns wirklich nicht leichte - Entscheidung mit diesem Blick ‚behind the scenes‘ für dich wenigstens etwas verständlicher wurde und du sie mit uns trägst - zumindest bis wir alle im Herbst erlebt haben, wie die praktische Umsetzung konkret ausgesehen hat.


#51

Vielen Dank, das war doch ein sehr informativer Einblick.

Interessant finde ich das mit den möglicherweise unterschiedlichen Filmen. Dann wird das FFF ja eine richtige Wundertüte. :smiley: Natürlich wird das Gefühl aufkommen “wieso haben die den Film und wir nicht?!”, aber objektiv betrachtet ist es kein Nachteil. Ob ein Film nun in einer anderen FFF-Stadt läuft oder in Toronto oder sonstwo kommt aufs gleiche raus, und deshalb sollten wir uns nicht mehr über den einen Fall aufregen als über den anderen. Das nur schon mal vorsorglich zur Beschwichtigung. :wink:

Was die Kritik angeht, kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass die Gäste einen Unterschied machen. Wer kommt denn extra für die Gäste? Das ist vielleicht bei extrem bekannten Schauspielern oder Regisseuren der Fall, aber ich würde behaupten, dass 90% der FFF-Gäste nicht für extra Besucher sorgen, sondern “nur” die Festivalatmosphäre bereichern (ohne das jetzt abwerten zu wollen). Oder liege ich da völlig daneben, weil ich mich zwar über Gäste freue, aber meine Filmauswahl nicht von ihnen abhängig mache?

Was die letzten Slots angeht, hat sich da (zumindest in Frankfurt, ich weiß nicht ob das überall so war) schon etwas verbessert. Früher konnte ich weniger Filme sehen, inzwischen geht das durch eine kleine Verschiebung nach vorne etwas besser. Man wird nie alle zufriedenstellen können, aber zumindest diejenigen, die nicht zu weit außerhalb wohnen, profitieren von diesen kleinen Verschiebungen.


#52

Genau diese e-Mail habe ich auch bekommen. Schön, dass Stellung genommen wird


#53

Ich.:wink: Okay, es kam noch nicht vor das mich ein Film gar nicht interessiert hat und ich der Gäste wegen trotzdem hingegangen bin. Aber es hat mich schon das eine oder andere Mal in eine bestimmte Richtung beeinflusst. Z.B. bei Love Eternal damals war ich nicht sicher ob ich den sehen möchte, die Ankündigung von Gästen hat mir dann den Ruck gegeben. Und es hat sich gelohnt. Anders herum kenne ich es aber auch. Beim Filmfest HH mitunter. Wenn die Terminierung (unterschiedliche Kinos) zu eng ist überlegt man es sich evtl. zweimal ob man noch Lust auf ein Q & A nach dem Film hat. In meiner jüngeren FFF (Festival) Zeit haben mich Gäste allerdings gar nicht interessiert das kam dann später.


#54

Sehr interessante Einblicke :slight_smile: Vielen Dank fürs Nachfragen


#55

Ich freu mich auch über die ausführliche Antwort. Auch ich hatte Rosebud angeschrieben. Und das Konzept, dass in den drei verkürzte Städten unterschiedliche Filme und evtl. Filme laufen, die in den anderen Städten nicht laufen, macht das Ganze ja schon recht spannend. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie’s werden wird und freue mich trotzdem drauf.


#56

Ich zähle auch zu den betroffenen Nürnberg-Besuchern. Wie der Teufel es so will, ist das Kino 7 in diesem Januar nun rappelvoll. Wenn das mit den Filmnights im Frühjahr das so weitergeht, dann hat Rosebud hier den Ball ins eigene Netz versenkt.
Diese Filmauswahl für die FFF/2 in Nürnberg und Stuttgart birgt noch ein anderes Risiko. Letztens war einer der Filme Festivals der Abräumer und wurde auch so abseits des “besonderen Geschmacks” bekannt (genaue Umstände weiß ichs jetzt gerade nicht) und den Veranstaltern wurde die Bude eingerannt. Laut Aussage wurde Rosebud davon völlig überrascht. Wenn so ein vermeintlich “kleiner” Film, Schauspieler oder Regisseur sowas wieder hinlegen, wir aber den Film nicht abbekommen, dann ärgern sich alle.
Und zu Nürnberg: dort liegen zwei Kinomagazine aus. Ein stromlinieförmiges Lobhudelmagazin “Cinecitta” und die “Filmtips”. Letztere stammen noch aus der Zeit, in aus Webers Aktivitäten der Vor-Cinecittazeit. Weber hat den Platz, dort einige Seiten für Werbung unterzubringen.
Dann gibts im Cine keine Plakate mehr. Überall sind großflächige LCDs, von denen einige oft den selben Film bewerben. Ohne Einbußen können auch da Werbungen fürs FFF und dessen Ableger angezeigt werden.

Jetzt ein paar Gedanken zur Filmauswahl von mir.
Ein ketzerischer Gedanke zuerst: Gibts zuwenig Zombie- und Vampirfilme? Nein, ich bin mit der Auswahl grundsätzlich zufrieden. Im speziellen, naja … :wink: Im Fernsehen gibts genügend davon, doch ich denke, dass es früher mit mehr “Wankenden Toten” und Spitzzähnen auch mehr Besucher in Nürnberg gab.
Thema O-Ton: ja, Untertitel sind teuer bzw. nochnicht fertig und mglw. geben die Verleiher synchronisierte Fassungen nicht heraus, vor allem wenn sie so dicht vor der “Premiere” wie “The shape of water” liegen. Viele haben aber Schwierigkeiten, sich auf einen Film im O-Ton einzulassen und zu konzentrieren. Vielleicht sank ja allgemein diese Bereitschaft, wenn wie ich im Radio hörte nach Spotify-Auswertungen die Hörer nach maximal 5s Intro weiterspringen.


#57

THE SHAPE OF WATER lief bei den White Nights mit (aufdringlich großen, gelben) Untertiteln; YOU WERE NEVER REALLY HERE auch. Generell gibt es mittlerweile deutlich häufiger untertitelte englischsprachige Filme beim Festival, als das früher der Fall war. Eventuelle Verständnisschwierigkeiten haben also sicher nichts damit zu tun, wenn heute weniger Menschen das FFF besuchen als früher… wobei ich mir nicht mal sicher bin, dass das ortsübergreifend so ist. Und über synchronisierte Fassungen brauchen wir ja wohl nicht ernsthaft reden, oder?


#58

4 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: White Nights 2018


#59

Der Termin für Hamburg wurde um eine Woche nach hinten geschoben: 13. – 23.09.


#60

Sollte man wirklich meinen. Ich bin allerdings immer wieder überrascht wieviele Menschen in meinem direkten Bekanntenkreis sagen “Was, Du schaust Dir Filme im Originalton an ?” oder “Wie, KOREANISCH im Orig. mit Untertiteln ? Wie anstrengend…”. Man unterschätze also nicht, das die Schnittmenge sprachlich hevorragend gebildeter Menschen + Interesse an Genrefilmen + Bereitschaft sich auf sowas einzulassen + Finanzielle Kaufkraft = eine doch eher kleine Zielgruppe ergibt.


#61

Ein Beitrag wurde in ein neues Thema verschoben: FFF Nights 2018 (April/Mai)