Moin moin zusammen,
eines der durchschnittlichsten FFF aller Zeiten ist nun gestern zu Ende gegangen. Bin seit 1990 regelmäßiger Besucher und habe einen so schwachen Jahrgang in einem an und für sich starken Filmjahr selten erlebt. Es gab nicht wirklich viele Highlights und die meisten Filme waren gerademal nett. Auch die Vorfreude ließ zu wünschen übrig, da speziell hier in Hamburg einer der ganz wenigen prominenten Filme - SIN CITY - aufgrund des offiziellen Kinostarts nicht lief und somit ein vermeintliches Highlight oder zumindest ein Film, den man sehen will, leider wegfiel (das gleiche gilt für LAND OF THE DEAD; mag er noch so scheisse sein, sehen wollen ihn alle).
Somit hielt sich die Erwartungshaltung in überschaubaren Grenzen. Genauso überschaubar war dann auch die Begeisterung wärend des Filmfestes.
Im einzelnen:
Organisation:
Diesesmal wurde erstmalig mehrfach die Kinos gewechselt, was zumeist nur bedingt funktionierte. Eine zentrale Infotafel wäre hilfreich. Den Abschlußfilm (!) nicht im großen Cinemaxx 1 zu zeigen, war atmosphärisch ne Katastrophe. V.a. wenn man bedenkt, was fürn Müll ansonsten im Kino 1 lief.
Hamburg hat jetzt Natalie. Eine Praktikantin, die Rosebud mit Rat&Tat zur Seite steht. Leider hat Natalie eine modische Kette an der Hose hängen und zeichnte sich durch heftige Nervosität aus, was dazu führte, dass sie während (!) der Vorstellung pausenlos rein und rausrannte (sie RANNTE wirklich) und mit ihrem Kettengeklimper das Publikum wahnsinnig nervte. Bei mir hiess sie nur noch das Klimpermädchen.
Zum Thema Filmansagen sage ich nichts mehr. Von der Idee hat sich Rosebud offenbar schon vor einem Jahrzent getrennt. Nur das nötigste wird verkündet. Schade, ein einfacher und kostenloser Weg für etwas Filmfest-Atmo zu sorgen. Mir aber mittlerweile schnuppe. Ich sehe das FFF als das, wie sie sich selber empfinden: Eine Filmabspielstätte. Für die Atmo habe ich wichtigere Filmfeste.
Kino:
Cinemaxx in HH ist steril und tot, aber man gewöhnt sich an alles. Die Projektion war überwiegend okay bis gut und das Personal im Cinemaxx ist freundlich, hilfsbereit und flexibel. Somit ist alles zweckmässig, aber komplett emotionsfrei. Und die Verzehrpreise sind ganz schön happig.
Publikum:
Argh!!! Hass!!! Nach einer Woche gehen einem diese fürchterlich pubertären Filmfestnerds mit schwacher Sozialkompetenz, Über- oder Untergewicht, fürchterlicher Aufgeregtheit vorm Kino, im Kino und auch während der Vorstellungen, permanenten überlauten, demonstrativen Insider-Gespärchen quer durch den Kinosaal, tonnenweise Knistertüten und ausgeprägter Rücksichtslosigkeit entsetzlich auf die Eier. Speziell eine Gruppe erfordert jedes Jahr mein gesamtes Reservoir an Toleranz und Menschenliebe, damit ich die Woche ohne Knastbesuch überlebe. 
Diese Leute sind noch nicht mal jung, was ja vieles entschuldigt. Filmfans sind es auch nicht, was man daran merkt, was sie für ne gequirlte Scheisse von sich geben und dass man sie auf sonstigen Veranstaltungen in HH nie antrifft (speziell auf dem qualitativ viel höherwertigeren Hamburger Filmfest im Spetember laufen ganz häufig Filme, die im Folgejahr dann vom FFF gezeigt werden, aber auch da sind meine speziellen Freunde nie vertreten). Es sind eben FFF-Fans und keine Filmfans. Ein Jahr lang leben sie im Keller vor ihrem PC, heissen wahrscheinlich Pinhead, Splatterfreund oder Freddyfan und nerven die Welt mit ihren Erkenntnissen, nur diese eine Woche im Sommer bilden sie ein hässliches Rudel und mischen das Kino auf. Dieses Jahr haben sich mehrere Besucher bei der FFF-Leitung ob der Lautstärke dieser Gruppe beschwert (ich wars nicht) was bei den Betroffenen zu heftiger Irritation führte: “Was, uns finden nicht alle cool??” Wie auch, wenn man Bequemschuhe anhat und auf pubertären Humor steht… Vor lauter Irritation beschlossen die Leute dann, den Beschwerdeführer zu verhauen. Applauss!! So, das musste mal raus.
Nun zum wichtigsten, die Filme:
Habe jobbedingt nur 13 Filme sehen können, wobei ich ONE NIGHT IN MONGKOK, SIN CITY und SURVIVE STYLE 5+ bereits vor dem Festival gesehen habe und jetzt einfach mal in die Wertung mit reinnehme.
Überragend: Fehlanzeige
Sehr Gut: THE PRSEIDENT’S BARBER, DEAR WENDY, SURVIVE STYLE 5+
Gut: DEVIL’S REJECT
Sehenswert: KISS KISS, BANG BANG, SIN CITY
Okay: A BITTERSWEET LIFE, ONE NIGHT IN MONGKOK, BLOOD & BONES
Gehen gerade so eben noch durch: GODZILLA, EVIL ALIENS, SATAN’S LITTLE HELPER, UNCERTAIN GUEST
Schrott: MORTUARY, KAAL, DEAD MEAT
Ich hoffe, das Programm wird nächstes Jahr wieder etwas kontroverser und nicht so schnarchig harmlos wie dieses. Das Publikum kann ich ja leider nicht ändern… 
Viele Grüße
Mirco
Und dafür, dass man aus der Masse nicht die Klasse destillieren kann und sich gezielt für diese Filme seine Karten kauft, ist auch kaum den Veranstaltern anzulasten. Ich fand das Programm dieses Jahr zwar auch schwächer als letztes Jahr, aber ebenfalls auf einem hohen Niveau und bis auf Devil’s Rejects und Big White habe ich persönlich keinen Film gesehen, den ich anschliessend bereut habe. Und es waren immerhin auch 21 Stück.