Fazit FFF 2016

Hach ja, meine drei Tage FFF sind rum bzw. waren am Montag abend schon vorbei und ich bin in etwas melancholischer Stimmung wieder gen Heimat gefahren. Gern wäre man noch länger geblieben, denn ich habe sie schnell lieben gelernt, die einzigartige Atmosphäre dieses Filmfestes. Früh da sein und trotzdem anstehen, mit Unbekannten plaudern, Fast Food im Kinosessel essen, immer wieder die gleiche Werbung sehen und es trotzdem genießen. Filme schauen mit Gleichgesinnten hat mir noch nirgends so viel Spaß gemacht wie hier und ich bin zwar einerseits verärgert, dass Festival erst in den letzten zwei Jahren für mich entdeckt zu haben, aber andererseits auch dankbar, es jetzt miterleben zu dürfen. Klingt alles sehr sentimental und ist es wohl auch. Jedenfalls hab ich mir 8 Filme angesehen und bin mit der Ausbeute sehr zufrieden. Richtig ins Fettnäpfchen ist keiner der Streifen getreten, heißt also auch, dass 80 Euro gut investiert wurden. Einzig Imperium hat mich ein wenig ratlos zurück gelassen. Eigentlich ein feiner Film, der mit seinem Ende aber ganz viel an Kredit verspielt.

Die Highlights kamen für mich recht spät, aber umso nachhaltiger. Liebling ist für mich ganz knapp und entgegen der großen Mehrheit (?) Here Alone geworden. Der hat mich ordentlich auf dem falschen Fuß erwischt und damit noch mehr beeindruckt. Somit liegt er knapp vor Under The Shadow, der mal eben zu einem der besten Gruselfilme der letzten Jahre avancieren dürfte und mit seinem minimalistischen aber extrem wirkungsvollen Horror den Bruder im Geiste (The Babadook) locker in die Schranken weist. Auf Platz 3 kommt dann der Downer des Festivals (ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster, auch weil ich es nicht für möglich halte, dass 2016 beim FFF ein Film noch ergreifender in die Gefühlswelt des Zuschauers brettert): Kidnap Capital. Ein schonungsloses und schmerzhaftes Abbild einer Realität, die keinen interessiert.
Der Rest folgt dann knapp dahinter, ob nun blockbusterartiges Entertainment bei Mojin, Psychospielchen bei Psycho Raman, eine herausragende Darstellerin in The Girl with all the Gifts oder überraschend frisches (Anti)superheldenfutter mit Jeeg Robot… unterhalten wurde man immer.
So rückblickend ärgere ich mich doch ein wenig, dass ich mir The Eyes of my Mother nicht zugetraut habe und am Montag recht früh gefahren bin und so Carnage Park verpasst habe. Nun denn…
Rezis zu den Filmen folgen (hoffentlich) noch, bis dahin erstmal ne fixe und recht emotionale (daher wohl oft etwas zu hohe) Einzelwertung:

Here Alone (9/10)
Under The Shadow (9/10)
Kidnap Capital (8,5/10)
Mojin (7,5/10)
Psycho Raman (7,5/10)
They call me Jeeg Robot (7,5/10)
The Girl with all the Gifts (7/10)
Imperium (6/10)

2 „Gefällt mir“

War ein sehr merkwürdiges FFF dieses Jahr. Nach drei Jahren mal wieder mit Dauerkarte. Hab also zwei Filmlisten, Filme die ich sehen wollte (weniger als früher) und welche die ich mitgenommen habe. In beiden Listen gibt es gute als auch schlechte Filme, die DK only Reihe ist natürgemäß schlechter. Hätte ich aber auf sie verzichtet wären mir gute Filme entgangen. Man muss also wohl doch durch alles durch oder sollte man totzdem aussieben?

Letztes Jahr war es besser, irgendwie verhält sich 2016 zu 2015 wie damals 2014 zu 2013.
Insgesamt gesehen waren knapp 58% der Filme gut. Die Durchschnittsnote beträgt 3.67 von 5. Bei den gewollten Filmen ist das Verhältnis 73% zu 27%, die Note liegt bei 3.9, bei den DK only Filmen ist es 37% zu 63% und die Note liegt bei 3.34. Zahlen sind allerdings nur die halbe Wahrheit. Es war wieder sehr zahm und sehr künstlerisch verschwurbelt, so extrem hatte ich das damals tatsächlich nicht und ich hab auch da schon über 30 bis 40 Filme geschaut.

Die Hits waren:
Kingsglaive - Final Fantasy XV
Mojin - The Lost Legend
Train to Busan
The Neighbor
My big Night
(sowie einige Werbe Trailer: Slasher, Final Fantasy XV und Deus Ex.)
Davon sind oder werden drei allerdings ab 12 sein.

Bei den Horrorfilmen stach Scare Campaign hervor, auch Carnage Park hat mir gut gefallen, sowie Bed of the Dead. Die anderen waren auch ganz gut: Beyond the Gates, Don’t Kill It, The Lesson.

Die ganz schlechten waren:
Another Evil
Creepy
Eyes of my Mother
Here Alone

Die größte Überraschung war neben My big Night sicherlich der Jeeg Robot, dabei mag ich gar keine Superheldenfilme, auch Seoul Station war angenehm zu schauen. Deep in the Wood hatte ich viel schlechter erwartet.
Die Shorties waren auch viel besser als letztes Jahr.

Gemessen an den Erwartungen waren Antibirth, Cell und Don’t Grow Up ziemlich enttäuschend. Wie man einen Film wie Follow besser machen kann, zeigt Dusk vom WOF. Von den guten Filmen hätten auch einige noch besser sein können.

Sehr gut war der zweigeteilte Einlass, getrennt nach Einzeltickets und Dauerkarte, man ist sofort wieder im Kinosaal, dafür lohnt die sich am meisten.

Meine Fresh Blood Reihenfolge ist so, erst gut, dann weniger und dann der schlechteste.
Scare Campaign
The Lesson
The Similars
Happy Birthday, They call me Jeeg Robot (da kann ich mich nicht entscheiden)

We are the Flesh
Under the Shadow, Greasy Strangler (ebenfalls)
The Priests

Here Alone

Jeeg und Priests waren zuerst gar nicht auf meiner Liste, Under the Shadow nur weil er iranisch ist. Da sieht man es mal wieder, meine Hits tauchen in der Top 3 gar nicht auf.

Meine Komplett Liste:

Super
Kingsglaive: Final Fantasy XV

Sehr gut
Mojin: The Lost Legend
My big Night
The Neighbor
Train to Busan

Gut oder unterhaltsam
Abattoir
Bed of the Dead
Beyond the Gates
Carnage Park
Desierto
Devil’s Candy
Don’t Kill It
Girl with all the Gifts
Happy Birthday
I Had A Bloody Good Time at House Harker
Imperium
Level Up
Psycho Raman
Scare Campaign
Seoul Station
Swiss Army Man
Terra Formars
The Lesson
The Similars
They call me Jeeg Robot
To Steal from a Thief

Oberes Mittelmaß
The Crew
Deep in the Wood
Don’t Grow Up
Greasy Strangler
Havenhurst
Night of the Living Deb
The Priests
Under the Shadow
We are the Flesh
Yoga Hosers

Mittelmaß
Antibirth
Cell
Follow
Kidnap Capital
We Go On

Unteres Mittelmaß
Another Evil

Schlecht
Creepy
Eyes of my Mother

Tonne
Here Alone

Konnte diesmal leider nicht so viel sehen wie gewollt.

They call me Jeeg Robot 7,5/10
Under the Shadow 7,5/10
Swiss Army Man 7/10
Imperium 7/10
Abbatoir 5/10
Beyond the Gates 4/10

Durchwachsene Ausbeute diesmal. Ein Kracher war diesmal leider nicht dabei. Hat trotzdem Spaß gemacht.

Für mich war es das erste Fantasy Film Fest. Nachdem ich bereits bei den Nights 16 war, bin ich nun ziemlicher Fan dieses sympathischen Festivals. Tolle Stimmung, interessiertes Publikum, nette Introductions der Organisatoren und natürlich eine sehr besondere Filmauswahl. Zu den Nights fand ich das Q&A mit Robert Eggers sehr informativ. Das hat den Festivalbesuch richtig besonders gemacht, vielleicht kommen ja in Zukunft wieder mehr Gäste nach Berlin.

Hier eine Liste meiner bisher gesehenen Filme:

  1.  Swiss Army Man (9,5/10)- FFF
    
  2.  Under the Shadow (8,5/10)- FFF
    
  3.  Psycho Raman (8/10)- FFF
    
  4.  Another Evil (8/10)-FFF
    
  5.  Here Alone (7,5/10)-FFF
    
  6.  Imperium (7/10-FFF
    
  7.  Scare Campaign (6/10)
    
  8.  Deep in the Wood (6/10)
    
  9.  The Girl with all the Gifts (6/10)-FFF
    
  10. The Ones Below (6/10)

  11. Dont grow up (5/10)´

  12. To Steal from a thief (4/10)

  13. Carnage Park (2/10)

Ich hab nur die markierten Filme beim FFF gesehen, daher bin ich mit meiner Filmauswahl sehr glücklich. Leider habe ich The Neighbor, The Devils Candy und Desierto nicht geschaut. Die hohle ich definitiv nach. Ab Hälfte der zweiten Woche war ich nicht mehr in Berlin, ansonsten wären The Similars, Creepy und Train to Busan auf der Liste gewesen. Don´t kill it hätte ich vielleicht probiert auch wenn das jetzt nicht mein Genre ist.

Swiss Army Man ist ein wunderbar kreatives Feuerwerk und hat mich zum Ende hin sehr berührt. Ein erfrischend andersartiger Soundtrack des Manchester Orchestra Frontmanns Andy Hull sowie superbes Editing sind besonders hervorzuheben. Under The Shadow hat mir als Schicksalsporträt einer jungen Frau während des Iranischen Krieges gut gefallen, mich aber in den letzten 30 min dann gar vom Hocker gehauen. Selten so ein intensives Kinoerlebnis gehabt (Ich bin aber auch kein Horrorprofi). Psycho Raman ist erfrischend anderes Kino. Sehr kompromisslos. Hätte mir einen noch realistischeren, weniger hoch stilisierten Look gewünscht, so hatte man als Zuschauer immer ein wenig Distanz zum Gesehenen. Hervorragend hat mir der Raman Darsteller Nawazuddin Siddiqui gefallen. Interessante Grundidee, hat mich insgesamt definitiv mehr an die südkoreanischen als an Hollywood Serienkillerfilme erinnert. Und noch ein paar Worte zu Another Evil: Ein paar Mumblecore Filme hab ich schon gesehen und zum Glück gab es den Hinweis im Programmheft. Für mich ein sehr sympathischer, überraschend substanzvoller und lustiger Festivalabschluss, bei dem mehr die zwischenmenschlichen Beziehungen als echter Grusel im Vordergrund stehen. Nie und nimmer wäre ich auf diesen Film abseits des FFF gestoßen.The Girl with All
the Gifts, The Ones Below und Imperium haben alle eine höhere Punktzahl durch ein unbefriedigendes Ende verspielt. To Steal from a Thief ist in der zweiten Hälfte regelrecht auseinandergefallen und Carnage Park ist einfach absolut nix für mich.

Insgesamt ein positiver Eindruck und mal sehen was die Filme auf meiner Watchlist noch hergeben. Freue mich auf die White Nights.

Das FFF 2016 war letztendlich ein durchwachsenes Festival!

Hier mal so ein Misch-Masch-Mix:
Viele Klein-Filme die witzige Ideen hatten aber diese nicht ordentlich umsetzten konnten (u.a. BED OF THE DEAD, NIGHT OF THE LIVING DEB, BEYOND THE GATES) - das ist wirklich schade und gerade ärgerlich bei BEYOND, da dieser wirklich eine nette Idee hat aber die Umsetzung :frowning: (ja und im coolen Videoladen würde ich gerne mal rumstöbern wollen).
Starke Filme waren auf jedenfall PSYCHO RAMAN, sehr eindringlich und die Hauptdarsteller außergewöhnlich gut!! MOJIN-THE LOST LEGEND macht wieder deutlich was KINO bedeuten kann - Magie, Action, Sound und Phantasie - ein bunter Mix der richtig Spaß macht und ja in 3D hervorragend funktioniert!
CARNAGE PARK ist ordentlich! Horror Kino das an alte Tage erinnert und teilweise echt kurios daher kommt (allein schon der Soundtrack :sunglasses:) - THE NEIGHBOR hat auch was, fies und teilweise spannend (erinnert aber immer wieder an die alten Filme von Marcus Dunstan). TRAIN TO BUSAN ist irgendwie der zweite Teil von WORLD WAR Z nur in koreanisch und dass diese zweistündige Zombiebombe es ordentlich krachen lässt war letztendlich ein schönes Ding. Als Abschlussfilm macht das natürlich Sinn. Der Eröffnungsfilm SWISS ARMY MAN dagegen war irgendwie nur nett! Diesen Film jedoch als besten 2016 zu bezeichnen ist dann doch etwas daneben!
DON’T KILL IT macht wieder deutlich, was Herzblut bedeutet - ein kleiner Horror Film mit blutigen Einlagen und coolen Sprüchen, ja etwas trashig aber es funtioniert! Die Fassung in Berlin war noch nicht fertig und daher eine besondere Nummer, zumal Mike Mendez und Kristina Klebe vor Ort waren!
WE ARE THE FLESH ist eigentlich ein Theaterstück auf Leinwand, sehr skurril, verrückt und teils pornographisch - definitiv nix für jedermann. Aber das solche Filme noch den Weg aufs FFF finden, dafür Daumen hoch! YOGA HOSERS ist so richtig cool blöd und ich sage nur “Wunderbar”!! Gut fand ich auch THE GIRL WITH ALL THE GIFTS - die Grundthematik Zombie mal etwas anders und daher durchaus zu empfehlen. HERE ALONE auch ein Zombie, nur etwas ruhiger und zwischenmenschlich wurde hier der Fokus auf die Personen gerichtet - irgendwie ein realistischer Zombie Film.
Enttäuscht von UNDER THE SHADOW, dieser ganze Geister Quark geht mir auf die Nerven, egal ob aus Asien oder Iran - diese billigen Schockmomente :sleeping:
THE PRIEST war gruselig unterhaltsam und wie schon bei TRAIN macht das asiatische Kino so vieles richtig (gut)!! DESIERTO hat eigentlich nicht viel zu erzählen, schockiert aber bis zum Ende, weil dies wirklich real sein kann bzw. ist! THE CREW hat nur wenige gute Momente, irgendwie ist da die Luft raus bei den Franzosen, wo ist die harte Action und Coolness? Hätte mir mehr erwartet!
FFF 2016 wie gesagt recht durchwachsen - mehr dreckige Filme werden wohl auch zukünftig ausbleiben, früher wars doch anders, verspielter, fieser und lebendiger. So ein fettes Yes Baby bleibt leider aus! Eine kleine Retro zum Jubi wäre ein richtiges Dankeschön an die Fans (alt und neu) gewesen. Für die Menschen mit Dauerkarten gab es wieder ein T-Shirt (Geschmacksache), ein “Turnbeutel” und eine DVD bzw. BR. Alles OK! Hätte mir gewünscht, dass DIE 30 (Jahre) irgendwie präsenter eingeflossen wäre (auf T-Shirt, Beutel, auch Buttons wären nett gewesen).
Nun ja “wir” sind auf die nächsten 30 Jahre gespannt…

Ich finde auch, dass das 30jährige Bestehen des FFF noch besser hätte gefeiert oder heraus gestellt werden können. Ist schließlich ein tolles und besonderes Jubiläum. Mit ein paar Aktionen, Special Guests oder besonderen Filmchen über die Organisatoren und die Crew (eine Art kurzes Making of FFF oder Behind the Scences vielleicht?!). Oder man hätte die alten FFF Trailer von Magna Mana im Vorprogramm zeigen können usw. Die Foto Show war ja ein netter Ansatz, da hätte man drauf aufbauen können. Möglich wäre sicher noch so einiges gewesen und hätte mehr zu einer Festival Stimmung beigetragen.

Ich muss auch sagen, dass ich etwas verwirrt war, dass das Thema Jubiläum zwar irgendwie immer präsent war, aber nie so richtig an die Oberfläche gespült wurde. Eine (sorry, aber so kam es rüber) recht primitive Fotoshow und das wars auch schon. Da hatte ich mir auch deutlich mehr erhofft. Wie war das damals beim 25 jährigen Bestehen?

Mein Fazit zum Fantasy Filmfest 2016 in München

Ich habe dieses Jahr 32 Filme gesehen, sehr wenig Gurken und doch einige Highlights. Als bester Film dieses Jahr steht für mich Train to Busan fest, aufs Treppchen kommen noch Psycho Raman sowie They Call Me Jeeg Robot. Am meisten überschätzt finde ich Swiss Army Man - diese Mischung aus Fäkalhumor (der beim zigsten Male nicht mehr lustig ist) sowie Dramedy, nein, das fand ich eher zum Fremdschämen.

Nun zunächst die Filmübersicht mit grober Einschätzung. Diese weicht von meiner Twitter-Ersteinschätzung, die oft noch durch Festivalatmosphäre beeinflusst, öfters etwas ab. Auch bewerte ich immer danach, was ein Film sein will bzw. was man erwartet – einen trashigen Vampirfilm nach den gleichen Kriterien zu bewerten wie ein sozialkritisches Drama ist m.M. nach einfach falsch.

Nun im einzelnen:

Hervorragend
Train to Busan
Psycho Raman
They Call Me Jeeg Robot

Sehr gut
Don’t kill it
Scare Campaign
The Girl with All the Gifts
Under the Shadows
Yoga Hosers

Gut
The Greasy Strangler
Carnage Park
Cell
Deep in the Wood
Devil’s Candy
The Eyes of My Mother
Follow
I had a Bloody Good Time at House Harker

Ordentlich
The Lesson
The Priests
The Similars
Another Evil
Seoul Station

Mittelprächtig
Antibirth
Bed of the Dead
The Neighbor
War on Everyone – Dirty Cops

Mäßig
Swiss Army Man
Abattoir

Schlecht
We Are the Flesh

Gurke
Don’t Grow Up

Was mir positiv bzw. nicht so positiv auffiel:

positiv
viel Anwesenheit und Ansagen von Rainer und Andreas
die extra Schlange für die Dauerkartenbesitzer
das Dauerkartenbesitzer-Paket mit DVD
breit gefächertes Programm
gute Stimmung im Kino

nicht so positiv
relativ „straffes“ Programm – kurze Pausen zwischen den Filmen
cinemaxx-Foyer als Baustelle (wobei das gut gehandelt wurde)
recht wenig deftiger Funsplatter

Insgesamt bin ich wieder sehr zufrieden, auch mit meiner Auswahl. Eine kleine Hoffnung habe ich jedoch immer noch, ob man nicht zumindest am Wochenende Parallel-Slots auffährt und einen kleinen Saal mit Wiederholungen bzw. trashigen kleinen Splatterfilmchen bespielt.

Mein Fazit für München,
ich habe dieses Jahr nur 16 Filme gesehen. Die letzten Jahre waren es immer so um die 25. Ich fand das Programm dieses Jahr nicht so gut. Ein paar Filme habe ich aber auch wegen dem guten Wetter ausfallen lassen.
Natürlich hat das Cinemaxx als Kino auch ein paar Vorteile (abfallende Sitzreihen, mehr Toiletten), allerdings überwiegen für mich im Vergleich zum Cinema die Nachteile (Es stinkt oft nach der Burgerküche, Man muss die Treppen hoch um zwischen den Filmen mal 10 Minuten Frischluft zu schnappen. Und natürlich mein Lieblingsthema - Scheiß Freie Platzwahl :triumph:

Ich hoffe deshalb nächstes Jahr wieder auf das Cinema.

Zu den Filmen.
4/5
Under the Shadow
The Girl with all the Gifts
Swiss Army Man
Train to Busan
Imperium
Another Evil
Desierto

3/5
Here Alone
The Ones Below
War on Everyone
Yoga Hosers

2/5
Psycho Raman
The Greasy Strangler
Cell

1/5
Abattoir
Havenhurst

Für das 30-jähriche fand ich das Rahmenprogramm auch recht mäßig.
Außerdem waren es zu wenig Ansagen vor dem Filmen (vielleicht hab ich auch nur die falschen Filme gesehen), aber das von man nicht mal vor dem Centerpiece ein paar Sätze sagen, fand ich schon ziemlich schwach.

Naja, das hört sich jetzt alles vielleicht zu negativ an. Ich gehe immer gerne aufs FFF und freue mich schon auf die Nights

Also ich hoffe mal, dass mein Geschmack dem von Ugene-Gene nahe kommt, dann habe ich bei meinen 7 Filmen 3 in der 4/5er und 1 in der 3/5 Kategorie am Start und keinen darunter! Übermogen geht es hier in endlich Hamburg los!

Morgen (eigentlich schon heute) ist zwar erst der letzte Tag, meine Fazit will ich aber jetzt schon abgeben:

21 Filme waren’s dieses jahr wobei ein paar mehr Nulpen und eher mittelmäßige Streifen dabei waren (lag vielleicht auch an meiner Auswahl). Die Highlights waren eher rar gesät. Dafür waren mit “We are the flesh” & “The Greasy Strangler” mal wieder ein dem Festival würdige, unorthodoxe Beiträge dabei. Aber auch “The Similars” und natürlich “Swiss Army Man” fand ich sehr ungewöhnlich, einzigartig und dem Festival mehr als angemessen. Als filmische Perle konnte ich allerdings nur “The eyes of my mother” für mich entdecken. Aber auch Splatterspaß wie “Scare Campaign”, “Don’t Kill it” und “I had a bloody good time…” konnte mich erfreuen. Wirklich enttäuscht war ich von “Abattoir” und “Bed of the Dead” obwohl bei letzterem die Erwartungen auch nicht zu hoch gesteckt waren. Gleiches gilt für den mehr als mäßigen “Yoga Hosers”. Insgesamt gesehen war das Programm also doch ziemlich OK, aber halt nicht wirklich überdurchschnittlich. Für den letzten Tag erwarte deshalb für die letzten 3 Filme die ich anschauen werde, dieselbe qualitative Mischung. Ich lasse mich überraschen.

Positiv möchte ich hevorheben, dass diesmal vor den meisten Filmen auch wieder Ansagen gemacht wurden. Im letzten Jahr musste man in Stuttgart ja 5 Tage darauf warten. Deshalb ein großes + dafür.

Etwas schade fand ich dagegen, dass in Stuttgart überhaupt kein Gast anwesend war. Man ist es ja gewohnt, dass hier im Südwesten nicht all zu oft Filmemacher anwesend sind, aber dass diesmal überhaupt niemand da war - und das zum Jubiläum - fand ich schon recht schwach.

Und wenn wir schon dabei sind… außer den Gratulations-Clips vor dem Eröffnungsfilm hat man garnicht gemerkt, das es sich um eine Jubiläumsausgabe handelt. Gut, war bei den letzten Jubiläen auch nicht viel anders, aber ich glaube, dass man den (langjährigen) Fans da vielleicht schon das ein oder andere Extra hätte bieten können. So war’s halt nur ein ganz gewöhnliches Festivaljahr, bei dem kaum einer auf dem Schirm hatte, dass dieses tolle Festival schon in der 30te Runde ist.

Jetzt aber genug genörgelt, zufrieden bin ich nämlich trotzdem und freu mich schon auf die White Nights.

Mein Fazit aus Stuttgart:

Es wird ja hier “in diesen Foren” gerne über die Qualität der Filme, über Preise, Kinos und Rosebud im Allgemeinen gemeckert. Und ja, klar, finde ich auch immer wieder einige Filme nervig und einige Entscheidungen unverständlich. Aber in der Hauptsache sind wir doch Fans und dies ist eine Fanseite, von daher bin ich auch dieses Jahr dankbar, dass das FFF wieder in meiner Stadt stattgefunden hat und ich die Möglichkeit hatte, in 11 Tagen mit 43 Filmen bequem und komprimiert das Genreprogramm zu sehen, das ich mir ansonsten mühsam im Laufe der nächsten 2-3 Jahre über Kino, DVD und Streamings hätte zusammenklauben müssen. Denn gucken tun viele von uns die meisten Filme des FFF doch sowieso früher oder später – auch den Schund.

Stuttgart hat dieses Jahr drei Moderatoren “verschlissen” (Zitat Andreas), zunächst den immer gut gelaunten Max, der vor fast jedem Film eine kurze unterhaltsame Ansage machte, dann Frederike, die uns zumindest bei der jeweils ersten Vorstellung “in den Tag einführte” und auch sonst ein paar warme Worte und Bluray-Verlosungen für uns hatte sowie schließlich den gesundheitlich angeschlagenen Andreas, der ohnehin nicht viele Worte/Ansagen macht und dieses Mal nur noch vor den wichtigsten Filmen erschien. Gäste gab es in Stuttgart auch keine, das Festivalfeeling müssen sich die Besucher hier halt traditionell selbst machen.

Meine persönliche Statistik:

Die Highlights: THE EYES OF MY MOTHER und TRAIN TO BUSAN
Die sehr guten: WAR ON EVERYONE, WE ARE THE FLESH, THE GIRL WITH ALL THE GIFTS, TRASH FIRE, IMPERIUM
Die Gurken: DON’T KILL IT, THE LESSON, CARNAGE PARK, HAPPY BIRTHDAY, TERRA FORMARS

Heftigster Jumpscare: UNDER THE SHADOW
Ekligste Szene: Die Hotdog-Tunke in THE GREASY STRANGLER

Offensichtlichste Trends: Zombies, Flüchtlinge (nicht nur vor Zombies, aber auch), Schwangere

Größtes Verbrechen: CREEP in der Spätvorstellung um 23.30 Uhr
Zweitgrößtes Verbrechen: DON’T KILL IT im Director’s Spotlight

Längster Film: CREEPY (130 min.)
Gefühlt längster Film: TERRA FORMARS (108 min.)

Bester Walkout: BED OF THE DEAD

Inoffizielles Gastland: Mexiko

Bis zu den White Nights!

Mein Fazit zum FFF 2016 aus KÖLN

Es war mal wieder ein großes, überwältigendes & auch anstrengendes Vergnügen. 51 Filme plus 9 Kurzfilme in 11 Tagen ist schon eine Hausnummer & man muss schon was verrückt dafür sein - aber das sind wir ja alle. Filmverrückt!

Danke an’s Team des FFF, dass ihr uns das mal wieder ermöglicht habt. Zum 30. Mal. Wow, beklatscht euch bitte mal ne Sekunde selber ;).

Die Jubiläumsatmosphäre war zwar nicht großartig anders als sonst, trotzdem war es in den Hinterköpfen. Und wie heißt es so schön: wir Fans machen die Atmosphäre & das hat in Köln meiner Meinung nach mal wieder fein geklappt. Tolle Mitgucker hatte ich - es war mir wie immer eine sehr angenehme Ehre!

Natürlich auch dank dem Deluxe-Kino Residenz, aus dem man hoffentlich nie mehr auszieht. Zwei Ligen über dem Cinedom, eins der besten Kinos Deutschlands & selbst beim sechsten Film am Tag noch gemütlich & bequem. Top!

Die Zuschauerzahlen gingen nochmal nach oben & haben sogar das Rekordjahr 2015 getoppt - Nicht schlecht! Ausverkauf waren die Hits wie Swiss Army Man, Train To Busan oder auch Kingsglaive… Doch auch der Rest war durchschnittlich würde ich sagen zu 70% besetzt, was doch mehr als beachtlich ist bei 450(?) Plätzen.

Nun zum Wichtigsten, den Filmen :slight_smile: Ich habe schon oft gehört: oh, gerade für den Jubiläumsjahrgang eher blass. Nein, für mich stimmt das nicht. Klar wären mehr Specials, Gewinnspiele (gabs diesmal gar keine!) oder auch Ansagen toll gewesen. Vielleicht sogar ein Best Of von Bad Taste über Dobermann bis Eden Lake - ich denke die Massen die ein paar Klassiker hätten sehen wollen, hätten ein Stadion füllen können, nicht nur das Residenz. Außerdem gab es weniger allgemeine Hits, also Überfilme die allen gefallen. Wie z.B. nur Train To Busan oder mit kleineren Abstrichen Swiss Army Man. ABER, und das ist nicht umsonst groß: es gab eine Menge kleinerer Hits, Special Interest-Dinger die alle ihre angetanen Fans finden werden. Von Bombast wie Mojin oder Final Fantasy über Abstruses wie den Greasy Strangler über Arthouse wie Eyes of My Mother oder schlicht plattes Entertainment wie Don’t Kill It - die Mischung macht’s & die stimmt hier auffällig gut. Nur die Mitternachtsslots waren etwas schwachbrüstig & auch oft zu spät zu Ende/nicht perfekt gelegt.

Meine persönlichen, intimen & zum Teil auch mega überraschenden Highlights waren Trash Fire, Another Evil, Devil’s Candy, Similars oder auch My Big Night. Was für Erlebnisse & was ein wilder Haufen :slight_smile:

Und wenn man das Programm erstmal sacken lässt & hier zu Hause auf locker 20 Filme kommt, die man sich auf Blu-ray holt - dann ist das sicher kein schlechter Jahrgang. Auch wenn die Durchschnittswertung wohl auch bei mir etwas gesunken ist. Da muss ich aber nochmal gegenrechnen die Tage. Doch selbst die eher mau weggekommenen oder im blassen Mittelfeld gelandeten Beträge wie “We Go On”, “Terra Formars” oder “Kidnap Capital” haben etwas, ich würde sie nochmal gucken & eventuell kaufen & über ihre Daseinsberechtigung beim FFF gibt es rein gar nichts zu streiten.

Die Shorty- & Fresh Blood-Gewinner stehen im entsprechenden Thread. Apropos: die Shorties haben ebenfalls gerockt!

Hier also meine absoluten Charts - final, unverfälscht & 3 Stunden nach dem letzten Vorhang :wink: :


Train To Busan - 9,5/10
The Devil’s Candy - 9/10
My Big Night - 9/10
Another Evil - 9/10
The Eyes of My Mother - 8,5/10
Under The Shadow - 8,5/10
Trash Fire - 8,5/10
The Similars - 8,5/10
Psycho Raman - 8/10
Swiss Army Man - 8/10
Scare Campaign - 7,5/10
The Priests - 7,5/10
The Girl With All The Gifts - 7,5/10
The Greasy Strangler - 7,5/10
War On Everyone - 7,5/10
The Ones Below - 7/10
They Call Me Jeeg Robot - 7/10
Toro - 7/10
FFXV: Kingsglaive - 7/10
Creepy - 6,5/10
Yoga Hosers - 6,5/10
Deep In The Wood - 6,5/10
Get Shorty - 6,5/10
Imperium - 6,5/10
Shelley - 6,5/10
Seoul Station - 6,5/10
Night of the Living Deb - 6/10
Don’t Grow Up - 6/10
To Steal From A Thief - 6/10
Kidnap Capital - 6/10
We Go On - 6/10
Don’t Kill It - 6/10
The Lesson - 5,5/10
Desierto - 5,5/10
Here Alone - 5,5/10
The Neighbor - 5,5/10
Mojin - 5,5/10
Bed of the Dead - 5,5/10
Beyond The Gates - 5,5/10
The Crew - 5,5/10
Happy Birthday - 5/10
Carnage Park - 4,5/10
Into The Forest - 4,5/10
Abattoir - 4,5/10
I Had A Bloody Good Time At House Harker - 4,5/10
TerraFormars - 4/10
We Are The Flesh - 3,5/10
Antibirth - 3,5/10
Follow - 3/10
Havenhurst - 3/10
Level Up - 3/10
Cell - 2,5/10

SHORTIES:
Seth - 9/10
The Black Bear - 8,5/10
Growing Pains - 8/10
Interesting Ball - 7,5/10
Kookie - 6,5/10
Arcana - 6/10
Twenty-Fourty-Three - 6/10
Uncanny Valley - 6/10
Decorado - 3/10

DANKE DANKE DANKE & ICH FREUE MICH RIESIG AUF DIE WHITE NIGHTS!

Fand’s in Frankfurt auch ein schönes Festival, hatte auch das Gefühl, dass es trotz kleineren Saals mit 283 Plätzen auch von den Besuchern her angezogen hat (Swiss Army Man, Train to Busan, Final Fantasy, Girl with all the Gifts waren ausverkauft, Don’t Kill It + Greasy Strangler so gut wie). Dafür sehr wenige Besucher am Sonntagnachmittag zu My Big Night und The Priests, schade eigentlich, lag viell. auch am Wetter. Keine Ahnung wie’s Rosebund fand, hoffe aber, dass man Frankfurt beibehält, falls das je zur Debatte stand. Beyond the Gates hat mich gestern zum Abschluss noch positiv überrascht, hatte aufgrund der Bewertungen eigentlich Schlimmes befürchtet. Kein Meisterwerk zwar, aber könnte tatsächlich eine Videopremiere aus den 80ern sein, inkl. aller Vor- und Nachteile. Schön. Von den Filmen wusste ich sonst einzig nicht, was Cell in dem Programm zu suchen hatte. Fand zwar noch Abattoir, Final Fantasy und Bed of the Dead richtig doof, aber da konnte man wenigstens entfernt nachvollziehen, warum die im Programm waren. Aber gut, nothing’s perfect und ich freue mich jetzt ebenfalls auf die White Nights, Material sollte ja genug da sein…

Mit den Dauerkartenbesitzern kann ich nicht mithalten, trotzdem ein kleines Fazit von mir. :slight_smile:

30 jähriges Jubiläum? Wenn man es nicht wüsste, man würde niemals darauf kommen. Gemerkt hat man von diesem Jubiläum nichts. Finde ich nicht schlimm, aber nehme ich einfach mal als Fakt mit auf.
Spass gemacht hat es trotzdem wieder, eine Institution die ich sehr vermissen würde, wenn es diese nicht mehr geben würde. Man weiß ja meist erst was man woran hat, wenn es nicht mehr existiert. Von daher ein großes Lob von mir an das Rosebud Team, für 30 geile Jahre, die ich ungefähr zur Hälfte miterleben durfte.

Zu den diesjährigen Filmbeiträgen selbst, rein gefühlsmäßig, rein subjektiv gesehen, eher mau bis mittelmäßig. Wobei ich mich fragen muss, was ich vom Festival eigentlich erwarte. Ich glaube da gab es Mal diese saugeile Nights, mit Frontier(s), [REC], Inside, Timecrimes… ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Entweder waren diese 8 Film gut, oder absolut genial, darunter gab es nichts. Seit dem ist das mein Massstab, aber das geht so natürlich nicht.
Es wurde hier ja schon Mal erwähnt, die Auswahl war dieses Mal wirklich sehr bunt, so wie sich das gehört. Von daher realistisch gesehen, ein tolles Programm!!

Zum Klimaanlagen Problem, auch bei Train to Busan (komplett ausverkauft), war es wieder sehr heiss.
Es bleibt für das Frankfurter Metropolis festzuhalten, die Klimaanlagen sind dort absolut unterdimensioniert!
Und das kann einem die Vorstellung schon ein wenig vermiesen, wenn man unabhängig vom Film, irgendwie auch wieder froh ist, aus dem Saal draußen zu sein.

Zu den Filmen:

The Greasy Strangler (10/10)
The Eyes of my Mother (8/10)
Train to Busan (8/10)
Psycho Raman (7/10)
Kingsglaive: Final Fantasy XV (7/10)
Under the Shadow (6,5/10)
Imperium (5,5/10)
The Girl with all the Gifts (5/10)
The Devil’s Candy (4/10)
The Neighbor (4/10)

Wie kann man bspw. einen Film wie Kingslaive mit The Eyes of my Mother wertetechnisch vergleichen?
Kann man gar nicht!
The Eyes of my Mother bewerte ich als intensives, verstörendes Kunstwerk.
Bei Kinsglaive fließen rein die optischen Reize und in Kombination mit der überwältigenden (wenn auch völlig undurchsichtigen) Action, der pure Unterhaltungswert in die Note. Ähnlich auch bei Train to Busan, ich finde diese Filme als Ganzes gesehen nicht so toll, aber der Unterhaltungswert im Kino war für mich enorm.

Mir ist also durchaus bewusst, dass The Eyes of my Mother der eigentlich weitaus bessere, “wichtigere” Film ist, trotz gleicher Punktzahl.

Etwas wie The Greasy Strangler bewerte ich normalerweise gar nicht, aber die 10/10 müssen hier irgendwie sein - keine Ahnung warum. :wink:

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War mal wieder in Stuttgart und in Frankfurt unterwegs. In meiner alten Heimat Stuttgart gefällt mir das Kino deutlich besser. Der Saal im Metropol hat genau die richtige Größe, das Kino an sich ist schön und sauber, die Mitarbeiter freundlich.
Folgendes hab ich gesehen:
The Priests - 8,5/10
Psycho Raman - 8,5/10
The Greasy Strangler - 8,5/10
Desierto - 8/10
The Girl with all the Gifts - 8/10
Train to Busan - 8/10
The Crew - 7,5/10
Don’t Kill It - 7/10
The Lesson - 7/10
War on Everyone - 7/10
The Ones Below - 6,5/10
Swiss Army Man - 6/10
The Similars - 4/10
Carnage Park - 3,5/10
Here Alone - 3/10

Motto des Festivals: "30 Jahre - scheißegal"
Positive Überraschung: The Greasy Strangler
Der am unglücklichsten platzierte Slot: Creepy
Hätte ich gerne noch gesehen: Seoul Station, Under the Shadow, We are the Flesh
Eröffnungs- und Abschlussfilm waren perfekt ausgewählt.

Ansonsten war’s wie immer. Kein sehr gutes, aber auch kein schlechtes Festival, wenn ich meine gesehenen Filme und die Reviews der fleißigen Schreiber richtig einordne.
Allerdings vermisse ich die Zwei-Filme-Schiene immer noch sehr. Früher waren’s mindestens doppelt so viele Filme, die ich geguckt habe.

Auf die White Nights freue ich mich schon und dazwischen gibt’s ja noch das Koreanische Filmfestival Ende Oktober in Frankfurt. Langweilig wird’s also nicht.

Dann schreib ich jetzt auch mal mein Fazot. 30 Jahre also… das ist ein stolzes Alter, happy Birthday! :tada: Ich bin erst etwa die Hälfte davon dabei, aber in dieser Zeit hatte ich eine Menge Spaß, habe viele wunderbare Filme auf dem Festival entdeckt und der Kinosaal hat sich zu meinem traditionellen Sommerurlaubsort entwickelt. Deshalb freue ich mich, dass es das FFF immer noch gibt, und ich hoffe, dass sie noch mindestens weitere 30 Jahre durchhalten.

Etwas wehmütig bin ich dieses Jahr allerdings, weil mein Mann und ich durch unseren Hund nicht mehr beide mit Dauerkarte dabei sein können. Nächstes Jahr werde dann auch ich zum ersten Mal seit langem keine Dauerkarte haben. Aber ich habe dieses Jahr dafür möglichst gut ausgekostet.

Gesehen habe ich 29 Filme und die Kurzfilme. Einige Nachtslots musste ich auslassen, wobei mich aber nur Creepy richtig ärgert. Den will ich versuchen nachzuholen. Insgesamt waren für mich sehr viele durchschnittliche Titel dabei und im Vergleich zu anderen Jahren weniger echte Highlights. Dadurch ist der Gesamteindruck nicht ganz so positiv ausgefallen wie sonst. Abr es hat immer noch großen Spaß gemacht! Auffallend finde ich die Verteilung der Filme, denn für mich waren die ersten Tage und die letzten Tage (inklusive Eröffnungs- und Abschlussfilm) die deutlich stärksten, und unter der Woche gab es eine ziemliche Flaute.

Das Drumherum

Positiv:

  • In Frankfurt wieder viele Ansagen vor den Filmen, die zur Festivalatmosphäre beitrugen, ohne zu viel zu verraten.
  • Wenn man den Eröffnungsfilm gesehen hat, hat man finde ich genug von der Jubiläumsatmosphäre mitbekommen. Das Vorprogramm mit den Fotos und Glückwünschen fand ich sympathisch. Und könnte man nicht öfter solche kleinen Videoclips der Regisseure vor die Filme packen wie bei Swiss Army Men? Da gibt es doch bestimmt noch mehr, die das gerne machen würden.
  • Stimmiges Postermotiv, das für mich in eine passendere Richtung als die Comicmotive geht.
  • Die Blu-rays für Dauerkartenbesitzer. Vielen Dank! :slight_smile:

Negativ:

  • Das Programm enthielt wenige Filme aus dem “phantastischen” Bereich (siehe unten bei meiner Monsterquote). Nächstes Jahr wird das hoffentlich wieder mehr.
  • Nur noch eine Wand für Kommentare, deren obere Hälfte trotz extra aufgestelltem Treppchen nur schwer zu erreichen war. Schuld daran ist wohl die Position des Kinos. Das war unten besser.
  • Den neuen Saal fand ich okay, aber mit nur einer Treppe sitzt man ziemlich eingequetscht. Außerdem versagte die Klimaanlage manchmal bei vollem Saal.
  • Das T-Shirt gefiel mir dieses Jahr gar nicht. Es sieht zu sehr nach einem Fanshirt mit dem Portrait eines unbekannten Musiker aus. Der “Augeneffekt” kommt nicht rüber.
  • Wer den Eröffnungsfilm nicht gesehen hat, hat das Jubiläums-Special leider verpasst. Eine Fotowand oder etwas in der Art wäre als Ergänzung ideal gewesen.

Gesehene Filme

Top:

Swiss Army Man

Weitere Highlights:

The Girl with All the Gifts
Train to Busan
The Greasy Strangler
The Similars
Under the Shadow

Gut:

Desierto
The Priests
The Devil’s Candy
Psycho Raman
Scare Campaign
The Neighbor

Okay:

Abattoir
Deep in the Wood
Don’t kill it
Into the Forest
Bed of the Dead

Durchschnitt:

They Call Me Jeeg Robot
Here Alone
Another Evil
Havenhurst
Beyond the Gates

Naja:

The Ones Below
The Lesson
I Had A Bloody Good Time At House Harker

Schlecht:

Level Up
Cell
Happy Birthday
We are the Flesh

Sonderpreise

Lieblingsposter, das ich mir auch aufhängen würde: The Greasy Strangler (und Beyond the Gates wegen des Trashfaktors)
Beste jüngste Darstellerin: Sennia Nanua (The Girl with All the Gifts)
Hartnäckigster Ohrwurm: Jurassic Park Theme (wer den Film gesehen hat, weiß es)
Größte Enttäuschungen gemessen an den Erwartungen: Beyond the Gates & The Lesson
Positivste Überraschung gemessen an den Erwartungen: Swiss Army Man & Desierto
Goldene Scheidungspapiere für die unromantischsten Paare: Bed of the Dead
Goldene Eheringe für die sympathischste Familie: The Devil’s Candy
Mehr-Akzeptanz-Orden für unästhetische Menschen: The greasy Strangler
Nervtrailer des Jahres: Final Fantasy XV (schöne Musik und so, aber SO lang)
Retropreis: The Similars
Hätte gerne den Retropreis gehabt, hat aber zu viel Potential verschenkt: Beyond the Gates
Hätte gerne den Retropreis gehabt, hab ihn aber nicht gerafft: Abattoir
Beste Title Card: Happy Birthday
Schöner Wohnen Medaille: The Ones Below
Hatten-schon-bessere-Zeiten Trostpreis: Twist Endings
WTF Award: The greasy Strangler, The Similars, Swiss Army Man
Charakter, von dem ich gerne mehr gesehen hätte: Zombie-Reh (Train to Busan)
Plötzlichster Stilwechsel mitten im Film: The Lesson
Lustigster Kinozufall: Parallel zum Exorzismusfilm “The Priests” fand eine Messe im Kino statt
Der am unglücklichsten platzierte Slot (gesponsert von bewitched240): Creepy
Frage, die man sich in vielen Filmen stellen konnte: “Ihr seid nahe Verwandte? Das hätte ich gar nicht gedacht.”

Bonus Top 3 der schönsten Basteleien:

  1. Bus aus Müll (Swiss Army Man)
  2. Sexhöhle aus Pappe (We are the Flesh)
  3. Meerjungfrauenakt aus Holz (House Harker)

Bonus Top 3 der nicht so leckeren Getränke:

  1. Menstruationsblut (das will ich euch nicht spoilern, damit ihr ab jetzt vor jedem Film Angst habt)
  2. Wein aus rostigen Dosen (Another Evil)
  3. Giftgrünes Dämonenjägergift (Don’t Kill it)

Meine Monsterquote

Gewöhnliche psychopathische Killer: 12
Geister: 3
Von Dämonen besessene Menschen: 3
Infizierte (benehmen sich wie Zombies): 3
Verfluchte Objekte (inklusive gruseliger Erscheinungen): 2
Mutanten / Menschen mit Superkräften: 2
Echte Zombies: 1
Untote, aber kein Zombie: 1
Vampire: 1
Aliens: 1 (aber nicht direkt zu sehen)

Hier zeichnet sich ein interessanter Trend ab. Das übernatürliche wird anscheinend weniger. Keine klassischen Monster, Werwölfe, sonstige Tiermutanten oder sich direkt zeigende Außerirdischen mehr. Und selbst die Dämonen und Mutanten präsentieren sich nur in Menschengestalt. Die Zombies werden so gut es geht durch Krankheiten erklärt. Ich sehe also dieses Jahr einen starken Trend weg vom Phantastischen und hin zum Realistischen, was gerade bei einem “Fantasy” Filmfest erstaunlich ist. Dabei habe ich mich bei meiner Filmauswahl eigentlich bemüht, alle “unrealistischen” Filme mitzunehmen, so weit es von der Uhrzeit her gepasst hat. Mal sehen, ob das nächstes Jahr wieder so ist.

3 „Gefällt mir“

Schönes Fazit! :joy:

Hier noch kurz mein Fazit zum FFF in Frankfurt, mit ein paar Tagen Abstand.

Jubiläum:
Nette Diashow und Videobotschaften vor dem Eröffnungsfilm, sonst leider gar nichts. Da hätte man schon ein kleines bisschen mehr bieten können, und sei es nur ein Slot mit einem von fünf Klassikern aus den letzten 30 Jahren, über den das Publikum vorab per Internet hätte abstimmen können. SCREAM, BLAIR WITCH PROJECT, RINGU, BOONDOCK SAINTS, SAW, AMELIE… man überlege nur mal, welche Meilensteine auf dem FFF ihre Deutschland-Premiere gefeiert haben! Irgendeine Würdigung dieser Historie wäre nett gewesen. Immerhin gab es einen netten Sektempfang nach dem Eröffnungsfilm.

Kino:
Das Metropolis bleibt das Metropolis, eine hässliche, atmosphärefreie Abfertigungshalle fürs Popcorn-Publikum. Die Verlegung in Saal 3 war dabei fast (nach Saal 1 bei den FFF-Nights 2016) der bisherige Tiefpunkt: in mehreren Fällen zu klein für die Besuchermassen, mit einer äußerst schwachbrüstigen, bei vollem Kino dezent versagenden Klimaanlage, vor allem aber mit miserabler Schallisolierung von den Nachbarsälen. Bei ruhigen Filmen konnte man permanent das Gedonnere von den Leinwänden der angrenzenden Kinos hören oder sogar spüren. So was gab es in den letztjährigen Kinos 8/9 nicht. Nur noch eine einzige kleine, im oberen Bereich schwer zugängliche Kommentarwand. Am Ende des Festivals keine FFF- (und natürlich längst keine Film-) Poster mehr zum Mitnehmen.

Stimmung:
Die war großartig und wurde von Rosebud auch gelungen hochgehalten. Keine Gäste (bis auf einen Überraschungsgast: den Fotografen des diesjährigen Titelmotivs), daran ist man in Frankfurt allerdings auch gewöhnt, dafür aber vor mindestens drei Vierteln aller Filme coole Ansagen erst von Frederike, später, besonders euphorisch, von Max. Drei Mal Blu-ray-Verlosungen. Parallel zum Screening von THE PRIESTS ein Massen-Gottesdienst live im Nachbarsaal. Lautstark seine Begeisterung kundtuendes Publikum, pure Party bei THE GREASY STRANGLER, kaum ein Film ohne Applaus beim Abspann. Viele nette Gespräche mit offenen, interessierten Rosebud’lern und Festivalbesuchern.

Filmauswahl:
Für mich persönlich nicht nennenswert anders als in den letzten Jahren. Ein paar wenige echte Highlights, darunter der von den meisten gehasste WE ARE THE FLESH, ein paar wenige Vollpflaumen wie BED OF THE DEAD, dazwischen eine Menge Mittelmaß und Gutes, wenig Ärgerliches. Besonderes Lob für kleine Filme, die ich andernfalls kaum wahrgenommen hätte, auch wenn sie nicht alle gleichermaßen gelungen waren – etwa THE SIMILARS, ANTIBIRTH, FOLLOW, THEY CALL ME JEEG ROBOT. Ein paar “Stammgäste” des Festivals dagegen mit ihren neuen Filmen eher sehr enttäuschend: ABATTOIR, TERRA FORMARS, THE NEIGHBOR.

Die Filme im Einzelnen (innerhalb der Kategorien nicht sortiert):

SEHR GUT:
We are the Flesh
The Girl with all the Gifts
Swiss Army Man
The Eyes of my Mother

GUT:
My big Night
Scare Campaign
Carnage Park
Train to Busan
The Similars
Another Evil
The Greasy Strangler
The Lesson
Creepy
They call me Jeeg Robot
Under the Shadow
Imperium
Yoga Hosers
Trash Fire
Psycho Raman
Get Shorty
To steal from a Thief
The Crew
The Devil’s Candy

MÄSSIG:
Follow
The Priests
War On Everyone
Seoul Station
I had a bloody good Time
Don’t kill it
Mojin
We go on
Toro
Antibirth
The Ones Below
Deep in the Wood
Here alone
The Neighbor
Kidnap Capital
Desierto
Night of the living Deb

SCHWACH:
Beyond the Gates
Into the Forest
Shelley
Don’t grow up
Abattoir
Havenhurst
Happy Birthday
Kingsglaive

BODENLOS:
Bed of the Dead
Terra Formars
Level up
Cell

Insgesamt hatte ich wie immer eine tolle Zeit und freue mich schon auf die White Nights. Man könnte nur langsam wirklich mal einen Wechsel in ein anderes Kino in Betracht ziehen. Einen so kleinen Saal wie das Metropolis 3 – den bekommen wir auch im Cinema oder den E-Kinos.

Auch in HH ist es aus und vorbei.

Irgendwie muss ich gestehen, dass ich diese Festival recht schwach gefunden habe. Vom Ablauf war alles 1a, das Kino ist nach wie vor ein Genuss und Sven macht das in Hamburg seit Jahren echt spitze. Aber die Filme… von ca. 40 Filmen waren etwas mehr als eine eine Hand voll dabei, die mir richtig gefallen haben. Vielleicht lag es an mir… so hatte ich bei den Nights noch 3 Filme, denen ich 8+ gegeben habe beim “großen” waren es dann stabile null.

Naja ein paar schöne (7/10 und 7,5/10) Filme gab es aus meiner Sicht dann doch:
Eröffnung + Abschluss
Shelley
The Priests
We are the flesh
Here alone
The devils candy
Desierto
Under the shadow

Naja, neues Jahr, neues Glück. :slight_smile: