Fazit FFF 2019

Mein persönliches Fazit für Stuttgart.

Ich stelle fest: Mit zunehmendem Alter neige ich dazu, mir nicht mehr wie früher noch jeden Scheiß anzuschauen. Insbesondere nicht in der Spätvorstellung. Oder wenn es sich um dialoglastige Dramen handelt, die kurze Zeit später ohnehin veröffentlicht werden und im Heimkino ebenso gut wirken. Deshalb dieses Jahr nur 33 Filme – passend zum 33. FFF.

Eine tolle Mischung aus Horror und Arthouse, interessanten Ideen und gut gemachten Filmen hat Rosebud wieder angerührt. Auch dieses Jahr waren zwar wieder nur wenige persönliche Highlights (I SEE YOU, HOTEL MUMBAI, TONE-DEAF, WHY DON’T YOU JUST DIE) und viel Mittelmaß dabei, aber das liegt am Markt. Und auch am Alter.

Es ist müßig darüber zu diskutieren, ob THE LODGE für dieses Jahr der beste Eröffnungsfilm war und natürlich eine bewusste Entscheidung von Rosebud. Ich hätte ihn lieber statt dem etwas schwachen und blutleeren LITTLE JOE als Centerpiece gesehen und READY OR NOT oder I SEE YOU zur Eröffnung und WHY DON‘T YOU JUST DIE als Abschluss. Das hätte dem Festival einen Kickstart gegeben und als Rausschmeißer noch eins über den Schädel gezogen. Aber gut.

Statt einer Bestenliste beschränke ich mich mal darauf, was mir in – positiver wie negativer – Erinnerung geblieben ist:

Der erste Schuss in THE LODGE.
Der erste Schuss in ALL THE GODS IN THE SKY.
Die Twists und Turns von DOOR LOCK, der zeigt, wie man aus einem Remake einen völlig eigenständigen Film machen kann.
Das exzellente Drehbuch von I SEE YOU, das trotz raffinierter doppelbödiger Erzählweise keine nennenswerten Logiklücken lässt.
Die herrlich sarkastischen Dialoge und Robert Patricks Anti-Millennial-Rants in TONE-DEAF.
Die Gutenachtgeschichte in LIGHT OF MY LIFE.
Das Kreischekind und der hochklappbare Bürgersteig aus VIVARIUM.
Die strenge Kühle (oder war es eine kühle Strenge?) von LITTLE JOE.
Margot äh Samara Weaving in READY OR NOT.
Melanie Gaydos in ALL THE GODS IN THE SKY.
Die Schwierigkeit, eine Leiche kleinzukriegen (A GOOD WOMAN IS HARD TO FIND).
Die Schwierigkeit, eine Not-OP durchzuführen (HARPOON).
Die Feigheit in THE WITNESS.
Die Schäbigkeit von 3 FROM HELL.
Die Grundidee von RED LETTER DAY – und wie man sie so verkacken kann.
Die blinkenden Lichter der Langeweile von DARK ENCOUNTER.
Die Karaokenummer in SOMETHING ELSE.
Mein Puls bei HOTEL MUMBAI.
Der Anfang von WHY DON’T YOU JUST DIE – Hans Landa trifft Tom & Jerry.
Der viel zu kurze Vorspann von IT COMES – und der viel zu lange Film danach.
Die „Sexszene“ in EXTRA ORDINARY.

„Stella!“

Die liebenswerten Videobotschaften der Regisseure – fast ist man geneigt, dem netten Johannes Roberts seinen missratenen Haifilm zu verzeihen.

Sowie die konsequenten kurzen Ansagen von Arthur vor fast jedem Film – Chapeau!

Vielen Dank für Meinungen, Austausch und Reviews hier im Forum!

3 Like

Hier erstmal meine „Charts“ für dieses Jahr.

Wie erwartet mit ungewöhnlich vielen soliden, guten Filmen, selten so ein großes 7er-Feld gehabt. Wenig Ausschläge ganz nach oben, noch weniger nach unten.

Und einem finde ich starken Durchschnitt von 6,7 !!!

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Mope - 9,5/10

Hotel Mumbai - 9/10

Bliss - 9/10

Why Don’t You Just Die - 8,5/10

The Gangster, the Cop, the Devil - 8,5/10

3 From Hell - 8,5/10

Kingdom - 8,5/10

I See You - 8/10

Freaks - 8/10

Romulus & Remus - 8/10

Scary Stories To Tell In The Dark - 7,5/10 95

Feedback - 7,5/10

Light of my Life - 7,5/10

White Snake - 7,5/10

Ready or Not - 7,5/10

Some Time Later - 7,5/10

The Lodge - 7/10

Extra Ordinary - 7/10

Girl On The Third Floor - 7/10

Something Else - 7/10

Diner - 7/10

All The Gods In The Sky - 7/10

Vivarium - 7/10

Little Joe - 7/10

The Witness - 7/10

Tone-Deaf - 7/10

First Love - 7/10

Shadow - 7/10

Charlie Says - 7/10

Dachra - 6,5/10

A Good Woman Is Hard To Find - 6,5/10

Porno - 6,5/10

Harpoon - 6,5/10

Door Lock - 6,5/10

Come To Daddy - 6/10

It Comes - 6/10

Angel of Mine - 6/10

Get Shorty - 6/10

47 Meters Down: Uncaged - 5,5/10

Rabid - 5,5/10

The Professor and the Madman - 5,5/10

Riot Girls - 5,5/10

Into the Dark: New Year, New You - 5,5/10

Making Monsters - 5,5/10

Dreamland - 5,5/10

Red Letter Day - 4,5/10

The Furies - 4/10

Darlin’ - 4/10

Reborn - 4/10

Deadsight - 3/10

Dark Encounter - 2,5/10

Und hier nun mein Fazit bzw. meine finalen Gedanken zu 11 tollen Tagen und dem FFF 2019 in Köln

  • Das Residenz in Köln bleibt ein Genuss - Sitze, Stimmung, Personal, Vorführer, Bild- und Tonquali - alles erstklassig und Dinge, die man nicht als selbstverständlich sehen sollte! Erst recht wenn man danach z.B. mal wieder im Metroplis Platz nimmt und den Unterschied merkt

  • Danke an die Organisatoren, die immer wieder mit Freundlichkeit, Offenheit und Witz durch’s Programm begleiten

  • Danke an langjährige Mitgucker, viele nette Gespräche und die familiäre Stimmung!

  • Wetter war (vor allem an den WE) ziemlich stark und ein sonniger Genuss zwischendurch

  • Gab genug Gewinnspiele

  • Gab zu kurze oder seltsam aufgeteilte Pausen (wie immer, wohl nicht anders möglich)

  • Gimmicks wie der Mangazeichner lockern alles auf und sind zu begrüßen

  • Die vielen Videoeinführungen der Regiesseure sind fein, sollten beibehalten werden und sind immer lustig, sympathisch, sinnvoll. Und entschädigen etwas, dass alle immer nur “in echt” nach Berlin kommen, wenn denn überhaupt

  • Gefühlt etwas weniger Besucher als die letzten Jahre, aber immer noch (hoffentlich) richtig zufriedenstellende Auslastung (vl so 60% über alle Filme verteilt?!) und mit Berlin wohl führend

  • Sehr feines, diszipliniertes, intelligentes und passendes Publikum. So guckt man gerne Filme. Man muss halt wissen, wann ein Klatschen und Grölen angebracht ist und wann man gefälligst still zu sein hat. Das ist hier fast immer der Fall. Selbst wenn gefühlt von Jahr zu Jahr weniger “ausgerastet” wird, selbst bei Szene, die dies verdeint hätten. Eigentlich schade.

  • Nächstes Jahr muss ich mich wieder besser ernähren. Mit Bier, Whisky, Fast Food und Co. habe ich es in den fast 2 Wochen echt übertrieben, was den Geist nochwas wuschiger macht als eh schon.

  • Wie immer ein kleiner, wunderschöner (Alp-)Traum durch viele fremde Welten und skurille Situationen. Tage, an denen man echt von der Außenwelt abgeschottet ist und den Kopf eigenartig freibläst. Das tut gut, selbst wenn es auch anstrengend ist. Erst recht so exzessiv und lückenlos betrieben, inklusive nach Hause fahren und Reviews schreiben.

  • Das Klo im 1. Stock ist ein echter Geheimtipp um mal nicht die überlaufene Toilette im “Keller” zu nutzen :wink:

  • Verpflegung ist mit dem (herausragenden) Salädchen, dem (gut bestückten) Kiosk, dem Sushiladen und dem Falafelmann genügend im Umkreis

  • Der Opener scheint mittlerweile immer eher eine mutige Wahl zu sein und fast ein Spalter

  • Das Centerpiece setzte wieder leise, emotionale, eher künstlerischere Töne

  • Der Closer war wieder versöhnlich, safe, angenehm und fast fluffig

  • Extrem breites “gehobenes Mittelfeld”, selten so viele 7er verteilt

  • Auffällig wenige Ausreißer für mich dieses Jahr ganz nach oben und ganz nach unten

  • Sehr homogenes Feld, was den Wertungsdurchschnitt 2019 bei mir sogar etwas über die vergangenen Jahr hebt

  • Für Asiafans ein feuchtes Träumchen mit vielen Toptiteln

  • Special Interest Liebhaberperlchen wie DINER, SOMETHING ELSE oder BLISS. Oder eben mein Liebling MOPE

  • Über Spalter wie LIGHT OF MY LIFE lässt sich immer am besten diskutieren

  • Eindeutige Hits wie HOTEL MUMBAI oder GANGSTER,COP,DEVIL, über die es eigentlich kaum zwei Meinungen geben kann (jaja, gibt es doch, gibt es immer, i know)

  • Midnight Madness könnte mit mehr solchen bizarren, blutigen, rauschigen Krachern und Wachhaltern wie BLISS besetzt werden. Etwas wie CHARLIE SAYS hat dort mM nichts zu suchen

  • Die Wiederholungen am letzten WE haben alles angenehm entzerrt

  • Balance aus Schock und Anspruch, Spaß und Ernst, Horror und Arthouse, Mainstream und Nische, Emotionen und Hardcore stimmt für mich noch immer recht gut, muss man erstmal so hinbekommen

  • GET SHORTY war dieses Jahr gefühlt ein schwacher Jahrgang für mich, aber die 6/10 klingt dennoch noch ok. Aber ginge da nicht mehr?!

  • Ein wenig mehr “Fantastisches” und “Heftiges” und “Grenzwertiges” und “Rotes” könnte schon gezeigt und gewagt werden, vor allem im “Tagesfinale” :syringe:

  • Werbung vorher könnte etwas vielfältiger sein - ein Trailer für den (eh schon längst ausverkauften!) Abschlussfilm muss nicht vor JEDEM Film gezeigt werden

  • Wie erwartet heftig starker Fresh Blood-Jahrgang

  • Einführungen könnten etwas mehr speziell zum kommenden Film sein und zumindest grobe Hintergrundinfos geben, nicht nur Werbung usw. sein

  • Danke an alle, die meine Reviews lesen und ich hoffe, mit diesen zumindest etwas helfen zu können

Was von den Filmen besonders hängen geblieben ist:

  • Cronenberg kann man nur “frei” remaken. Und selbst das reicht kaum
  • man kann immer noch an der Nase herumgeführt werden, s. I SEE YOU
  • Robert Patrick mag keine Hipster, Milennials usw. :wink:
  • Casey Affleck erzählt gerne Geschichten
  • heirate nie in ein “Brettspielimperium”
  • Rom wurde auf Blut gebaut. Noch mehr als man eh schon meint
  • war das wirklich die beste verfügbare INTO THE DARK-Episode?!
  • (vor allem) Koreaner ziehen einen “nicht fallenden” Wohnungspreis der Polizei und Mut vor
  • LITTLE JOE bietet für mich die perfideste und gemeinste “Invasion” aller Zeiten
  • Hammer sind en vogue
  • PORNO bietet nicht wirklich Porno - aber dafür eine der schmerzhaftesten Szenen des Festivals und wahrhaftig bösartiges “Taschenbillard”
  • der Haischocker hat mir zumindest besser gefallen als sein Vorgänger. Was wenig heißt
  • schließe von einem Trailer nicht auf den Film (s. KINGDOM)
  • Radiomoderator kann ein unangenhemer Job sein
  • Rob Zombie is “back” - und polarisiert nach wie vor. Geil.
  • RIP Captain Spaulding
  • DEADSIGHT und RED LETTER DAY haben ihre starken Grundideen ziemlich verhauen
  • Don Lee bleibt King und wird die Welt im Sturm erobern
  • Das Wörterbuch ist ein Spalter
  • Fliegende Lichter wirken einschläfernd - wenn sie einen denn nicht so dermaßen aufregen würden!!!
  • FREAKS gewinnt seinem Subgenre doch noch genug Neues und Frisches ab
  • Die Pornobranche ist ein unfassbar heftiges, dreckiges Geschäft mit manchmal richtig bösem Ende
  • CM Punk kann (einigermaßen) spielen!
  • Steve McHattie kann das eh und kann nicht oft genug auf der Leinwand sein
  • auch die Franzosen können noch schocken - und das schon in den ersten Minuten! ALL THE GODS IN THE SKY startet absolut einprägsam…
  • … und SOMETHING ELSE hört genauso einprägsam auf!
  • nach HOTEL MUMBAI konnte man mich auswringen
  • Tunesien hat seinen ersten brauchbaren Horrorfilm!
  • Miike dreht nicht immer bis 12 auf. Dennoch schön, dass er immer wieder dabei ist
  • die Russen rocken?!
  • BLISS ist ein unfassbarer Quantensprung für Regisseur Joe Begos und hat mir einen der schönsten Abende bereitet, zu meiner körperlichen Verfassung zu diesem Festivalzeitpunkt auch schon ideal gepasst!
  • mehr als ein Animationsfilm dürfte es schon sein!
4 Like

Hier also auch mein Fazit zum FFF 2019, denn die Reviews bieten ja immer nur Momentaufnahmen …

Dieses Jahr konnte ich 24 Filme mitnehmen, das ist von der Zahl her gutes Mittelfeld bei mir, da ich alter Sack es physisch nicht mehr durchhalte, sehr viel mehr Filme anzusehen. Beneidenswert, das manche von Euch sich immer noch die „ganze Ladung“ geben, und dann des Nachts auch noch tolle Reviews zu schreiben in der Lage sind…

Die Durchschnittswertung meiner 24 Filme liegt dann allerdings bei gerade mal 6,3 Sternen. Das ist retrospektivisch betrachtet eher schwach und irgendwie bezeichnend für diesen sehr „durchwachsenen“ Jahrgang : Zwar habe ich glücklicherweise wohl so manche „echte“ Gurke umschifft, war aber auch nur sehr selten so richtig begeistert und geflasht. Der erste Jahrgang seit einer kleinen Ewigkeit, in dem ich beim besten Willen (und Wollen) einfach keine 10 Sterne für einen Beitrag vergeben konnte. Zu selten blitzten Genialität, Innovation und echte Faszination auf. Will sagen, ich war wirklich nur sehr selten wirklich beeindruckt. Gut unterhalten allerdings oft, amüsiert sogar häufig, verängstigt, schockiert oder gegruselt dann aber eher seltener. Es fehlten für mich die wirklich harten Bretter die einen im Kinosessel so richtig fertig machen. Das meiste irgendwie zu zahm, vieles unausgegoren, oder zu angepasst, kommerziell, vorhersehbar. Nicht so richtig mein FFF von früher. Nicht der grandiose Jahrgang, wie z.B. 2016.

Die Highlights

Das waren für mich auf jeden Fall „The Lodge“ und „I see you“. Mit ziemlich großem Abstand zum gesamten Rest, auch wenn das meine Reviews und Bewertungen nicht ganz so deutlich abbilden. Ich konnte hier einfach keine 10 Sterne vergeben, wollte die anderen Filme aber nicht abwerten.

Das sind nämlich dicht gefolgt : „Tone Deaf“, „Vivarium“, „Dreamland“ , „Something Else“ und „Harpoon“, auch „The Professor and The Madman“ , „Hotel Mumbai“ , „Little“ Joe“ , „The Gangster…“ und „Rabid“.

Alles andere war für mich dann eher gutes Mittelmaß, oft aber auch schwach oder schlecht.

Würg die Gürk

Die einzigen echten Kandidaten für unser allseits beliebtes Einmachglas wären dann „47 Meters…“ und „The Furies“. Puuh, Glück gehabt, denn wenn ich Eure Reviews so lese, gabs da wohl noch mehr. Aber wir sind uns da ja auch nicht immer einig…

Schade, verpasst

So gerne gesehen hätte ich noch „Bliss“, “Girl on the third floor” „Why dont you just die“ und „3 From Hell“. Ging aber nicht. Bin aber irgendwie sicher das diese Filme meinen Durchschnitt gehoben hätten.

Das Kino

Zum ersten mal in der „Harmonie“ in Frankfurt. Kleine Leinwand, alte Bestuhlung, schlechte Belüftung, unfassbar unbequeme Armlehnen im großen Saal, auf denen mir regelmäßig die Arme schmerzten (Wer die Dinger gebaut hat gehört erschossen. Oder harpuniert.). TROTZDEM : Ein Kino in das ich mich aus irgendeinem Grund verliebt habe. Die Betreiber sind hier mit Herzblut dabei, das Foyer ist urgemütlich, die Atmosphäre war klasse um sich mit alten Bekannten endlich mal wieder auszutauschen, man hat sogar freien Blick auf die Untertitel, auch wenn ein langer Lulatsch mit Hut vor einem sitzt. Und wo sonst gibt es guten Wein, Scotch und wirklich leckeres Essen in einem KINO ? Entschädigte für so manches. Sauberste Toilette in einem Kino EVER. Wir waren uns einig : Das FFF Publikum hat Anstand und Niveau und war im Metropolis nie Schuld an den grandios versifften Toiletten seinerzeit- Die S-Bahn Station dann nur 200 Meter entfernt, sehr praktisch. Ich komme wieder.

Mein Fazit:
Prinzipiell hat es mir sehr gut gefallen. Gute Stimmung. Filmauswahl vielseitig. Allerdings wenig Ansagen und keine Gewinnspiele, außer bei der capelight show. Nett fand ich, dass man in den Pausen auch mal mit Rainer quatschen konnte.

Pausenzeiten waren soweit ok. Da es oft nicht richtig voll war, hatte man genügend Zeit für Essen besorgen und Pipi. Hier auch ein Dankeschön an das cinema Team für die Paninis.

Die capelight show fand ich interessant, ebenso manche Aussagen, warum welcher Film gezeigt wird, was nicht geht und warum. Solche Hintergrundinfos oder auch Infos zur Herstellung, Produktion, Vertrieb von Filmen könnten meiner Meinung nach mehr sein.

Eine größere Trailerauswahl wäre wünschenswert. Gefühlt 1000 Mal den Trailer zu Scary stories zu zeigen, ist Folter. Dann der schreckliche Badlands (?) Trailer mit einem saudummen Grammatik-Fehler (“die Beute sind fett”). Midsommar war auch zu oft vertreten.

Es freut mich immer wieder, alte Bekannte auf dem FFF wiederzusehen. Dieses Jahr gefühlt ein kleineres Trüppchen. Irgenwo fiel die Zahl 39 für verkaufte Dauerkarten. Was dazu führte, dass man fast immer zwei Sitze belegen konnte und somit auch genügend Platz hatte. Gemütlich und schmerzfrei sitzen geht aber anders.

Das cinema: bin zwigespalten
ja, das Team ist sehr nett, die Atmosphäre heimelig. Aber:
unbequeme Sitze
kaum Steigung, so dass Untertitellesen eine Herausforderung ist. Hier war es von Vorteil, dass die meisten Vorstellungen nicht so gut besucht waren, so dass man doch immer einen Platz gefunden hat, wo man gut sehen / lesen konnte. Außer bei Miike, der war rappelvoll. Da hatte ich hinterher echt Nackenschmerzen.

Da das Parkplatzsuchen angenehm kurz ausfiel, war das zum Glück kein Problem. Hatte fast immer denselben Parkplatz. Mit den Öffentlichen irgendwo hinzukommen, ist ja meist kein Problem, heimzukommen dann eher schon. Und das ist für mich halt auch ein Nachteil vom cinema. Da liegt das cinemaxx am Isartor günstiger. Noch günstiger wäre der Mathäser am Hauptbahnhof.

Die Filme
Außergewöhnlich stark: die Asiaten. Und mit White Snake ein wunderschöner Fantasy Film.

Ansonsten für jeden Geschmack was dabei.

Mein absolutes Highlight: Kingdom
Dicht gefolgt von
The Gangster, the Cop, the Devil
Diner
White Snake

Sehr gut
All the Gods in the Sky - was’n downer. Puuh.

The Lodge - manchmal kommt es anders als man denkt

Why don’t you just die - Tempo, Witz, Story, hier stimmt einfach alles

Light of my life - ja, ich mochte den sehr.

Überraschend gut
The professor and the madman - während die meisten anderen Sean Penn sensationell fanden, gefiel mir Mel Gibson sehr.

Feedback
relativ kleiner, spannender Film mit Eddie Marsan endlich mal in einer Hauptrolle. Und ein Wiedersehen mit Anthony “Giles” Head.

Some Time Later
Monty Python Humor auf Spanisch

A good woman is hard to find
toll gespielt von der Hauptdarstellerin

Rabid
besser als sein Ruf und die Farbe Rot sehr schön in Szene gesetzt.

und ja, trotzdem der Film zu Tode getrailert wurde, war Scary stories … sehr schön atmosphärisch umgesetzt. Wie bei del Toro eben zu erwarten ist.

Die anderen gesichteten Filme waren meist gut, unterhaltsam oder anschaubar.

Vivarium - dystopisch, interessant in Szene gesetzt, künstlich

I See You - interessantes storytelling, aber zu sehr gehyped.

3 from Hell
RIP Captain Spaulding
Ein Film, wie von RZ zu erwarten war

Dreamland
Super: Juliette Lewis
Etwas eigenartiger Film, der den Titel zurecht trägt

Romulus und Remus
Geschichte lebendig dargestellt. Sprache war für mich ganz selten als Latein erkennbar.

Tone-Deaf, Ready or not, Extra Ordinary waren sehr amüsant.

Kann man schaun
Girl on the third floor - prüfe die Vorgeschichte deines Eigenheims

Angel of Mine - eine ziemlich bittere Geschichte

Little Joe - eine etwas zahme Umsetzung des body snatcher Themas

The Furies - der sinnbefreite slasher für zwischendurch

Freaks - Bruce Dern gut, most anmoying child, hatte ich mir mehr versprochen

Reborn - Wiedersehen mit Horrorikone Barbara Crampton. Kurz, knackig, was für zwischendurch.

Come to Daddy - etwas absurd, aber ganz unterhaltsam.
Immer wieder interessant, Frodo oder auch Harry Potter, in diesen kleinen Filmen zu sehen, die es ihnen erlauben, sich mal anders zu präsentieren.

Und ja, ich fand auch Dark Encounters zumindest bis zur Hälfte gut.

Richtig übel fand ich:
Bliss - Style over substance und das Wort “f…” mindestens einmal zu oft benutzt.

Red Letter Day - Tolle Grundidee, Umsetzung verkackt

Mope - fand den einen Darsteller einfach sooooo unsympathisch

Something Else - selbstverliebter Laberfilm von Jeremy Gardner, der aus seiner Idee auch zu wenig rausholt.

Außer Konkurrenz
Hotel Mumbai
Sehr sehr spannend, basiert auf wahren Begebenheiten, verbindet Fiktion mit echten Nachrichtenschnipseln gekonnt. Für mich hätte dieser Film den Platz als centerpiece verdient. Zu den fresh bloods passt er m.M. nach eher weniger.

Die fresh blood Filme waren alle ziemlich beeindruckend. Mein Favorit: der Russe.

Auch die shorties fand ich durchaus gelungen. Meine zwei Favoriten: It’s not custard und Purgatory story.

Die Asiaten erhalten folgende Reihenfolge

  1. Kingdom
  2. The Cop, …
  3. Diner
  4. White Snake
  5. The Witness (fand hier vor allem das Schlussbild sehr beeindruckend)
  6. First Love (für Miike eher sehr konventionell)
  7. Shadow (Von den Farben her sehenswert, story kennt man halt schon. Eine flottere Umsetzung hätte dem Film nicht geschadet)
  8. It comes

Ausgelassen
Making Monsters
Into the Dark
Porno
47 Meters down
Riot Girls
Deadsight
Darlin’
Harpoon
Dachra (würde ich aber gerne nachholen)

Freu mich jetzt auf die White Nights im Januar.

Da haben wir in Frankfurt auch synchron im Strahl gekotzt. Unerträglich.

Danke. Ich finde solche Foltersessel gehen im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr. Wir zahlen den SELBEN Preis wie Köln und Nürnberg, die das Fest im Luxuskino genießen dürfen.

Eine Woche ist es nun her und die Zeit um etwas Abstand zu gewinnen, hat voll ausgereicht. Ich war 2010 schonmal als DK-Besitzer auf dem FFF und damals hat mich das total mitgenommen. Ich wusste zum Teil gar nicht einmal, in welcher Vorstellung ich nun saß und brauchte ewig, um dann wieder im Alltag anzukommen. Deswegen waren meine Bedenken zunächst recht groß, ob ich das wirklich 11 Tage durchziehen will. Aber dann noch zu vieler unverbrauchter Urlaubstage und prima Anbindung an die Öffis sollte es dann doch dieses Jahr klappen. Den einen oder anderen Film hatte ich schon in Berlin mitgenommen, manch einen sah ich bereits privat im Vorfeld, andere über PR-Streams. Daher startete ich in der luxuriösen Situation, alle Filme dieses Jahr mitzunehmen und trotzdem anständige Pausen zu haben.

Zum Festival in Köln:

  • Das Residenz ist wirklich ein Luxuskino. Im Guten wie im Schlechten: Das Möbiliar ist einfach großartig und halb im Liegen zu schauen, macht selbst schlechte Filme angenehm. Dem gegenüber stehen deftige Preise für Verpflegung (einmal Weingummis + Getränk = 8 Euro, einfach nope).

  • Schön, dass dieses Mal ein wenig mehr Festivalatmosphäre als sonst aufkam. Mit Zeichner im Foyer, gefühlt mehr Publikum und überall Shirts, Poster und sonstigem ausliegend, habe ich alles etwas präsenter wahrgenommen.

  • Umliegend Gott sei Dank viel Auswahl. Mit Bäcker um die Ecke immer schnell ein paar Brötchen in den Saal geschleust, ansonsten sehr lecker gegessen im “Romeo! Romeo!”.

  • Das Wetter in Köln war bombastisch. Ein goldener September, sodass auch der Park vor dem Kino bestens mit Festivalgästen belegt war.

  • Etwas traurig finde ich, dass Köln in Sachen Gäste einfach nicht mit anderen Städten mithalten kann. Das kenne ich aus Stuttgart oder Berlin anders und komischerweise lassen sich dann auch gerne Regisseure zu den FFF-Gurken blicken (Reborn, Luz).

  • An einigen Tagen war ich tatsächlich erst nachts um halb 3 zu Hause, da werde ich mir das mit den Midnight Slots die nächsten Male nochmal überlegen müssen.

  • In zwei Filmen wurde nicht unweit von mir geschnarcht: White Snake und Kingdom. Schwer zu sagen, ob es einfach an den gemütlichen Sesseln liegt oder ob man einfach anderes erwartet hat.

High- & Lowlights

Highlights:

  1. The Lodge: Kein sehr beliebter Opener, hat mich aber vollkommen erwischt und alle Ansprüche erfüllt. Auch über das FFF hinaus einer der besten Filme des Jahres für mich.
  2. I See You: Macht verdammt viel Spaß, ist superclever konstruiert und lässt einen aktiv mitdenken (oder nach möglichen Fehlern suchen). Sehr runde Sache.
  3. Freaks: Klasse Superpowers-Drama und damit ganz nach meinem Geschmack.
  4. Hotel Mumbai: Objektiv betrachtet wohl einer der besten, wenn nicht sogar der beste Film. Spielt in einer eigenen Liga und gehört eigentlich nicht aufs Festival. Werde ich mir aber auch privat holen.
  5. Why don’t you just die!: Alles richtig gemacht, so müssen Crowdpleaser aussehen.

Lowlights:

Nicht unbedingt schlecht, aber meilenweit an meinem Geschmack vorbei: Diner, Something Else, Some Time Later, Dreamland

Die Rohrkrepierer: Bliss, Little Joe, Light of my Life, Red Letter Day, Rabid, Darlin’

Mein gesamtes Ranking (inkl. Nights & White Nights) gibt es auch hier:
https://letterboxd.com/ayres/list/fantasy-filmfest-2019-movies-ranked/

Titelauswahl:

Gefühlt: relativ guter Jahrgang. Aber eben nur gefühlt. Das liegt an einigen Ausreißern nach oben und der Tatsache, dass mich auch einige nur mittelmäßige oder leicht überdurchschnittliche Filme stärker involvieren konnten.

Tatsächlich: Jetzt kommt die Abrechnung. Ich habe eine durchschnittliche Punktzahl von 5,33 vergeben. Das bedeutet für mich eben genau das: Durchschnitt. Das liegt daran, dass echt viele Filme dieses Jahr richtig schlecht abgeschnitten haben, vor allem aber die Masse fehlte, um das auszugleichen (dazu gleich mehr). Nach oben hin gibt es aber ebenfalls hohe Punktzahlen (mehrfach zwischen 7 und 9).

Mich stören dann tatsächlich Filme wie Angel of Mine, Charlie Says oder The Professor and the Mad Man im Programm, deren Slot sich nur schwer rechtfertigen lässt. Dasselbe gilt für Hotel Mumbai, aber das ist immerhin nochmal qualitativ ein Reißer. Das sind Filme, die jetzt alle nicht schlecht sind, mich aber auch nicht umhauen. Ich würde mir wirklich mehr phantastische Filme wünschen. Dass das FFF ohne Arthaus nicht mehr kann: geschenkt. Sogar ein Little Joe (und der Film regte mich wirklich auf) passt zum FFF. Aber diese ganzen Dramen, die so auch im ZDF laufen könnten, brauche ich ehrlich gesagt nicht. Die Chance, hier einen Volltreffer zu landen, ist gering.

Fazit

Hatte extrem viel Spaß mit diesem Jahrgang. War eine stressig-schöne Zeit, die ich aber ganz gut organisieren konnte und die mich nicht so sehr ermüdet hat, wie erhofft. Aktuell schreibe ich noch immer fleißig Reviews (32 von 49 sind geschafft), die ich auch hier veröffentliche. Mein Ziel war tatsächlich nur, mindestens fünf Filme zu finden, die in die Sammlung wandern können und das hat geklappt. Der Rest war einfach Unterhaltung. Über das FFF hinaus hatte ich auch hier im Forum mit euren Beiträgen und vor allem den Statistiken viel Vergnügen. Insofern können die White Nights gar nicht früh genug kommen.

Die beiden letzten Kurzkritiken habe ich gerade abgeschickt, ich kann sagen, dass das FFF aus meiner reduzierten Sicht mal wieder ein echt gutes FFF war, die 6 Filme, die ich ausgewählt hatte waren alle gut bis exzellent, sowas hatte ich zu lange nicht mehr, die schlechteste Wertung war glaub ich eine 7,5 (Tone Deaf) und die Spitze hat 2 10er vorzuweisen (I See You und The Gangster, the Cop and the Devil) - kann gerne so weiter gehen bei den White Nights…

Nachdem ich nun auch schon lockere 30 Jahre FFF auf dem Buckel habe, bisher aber aus Respekt vor der beeindruckenden Expertise der hier versammelten Film-Nerds schriftliches Feedback unterließ, möchte ich meine Eindrücke heuer doch mal äußern.
Insgesamt bin ich einfach nur dankbar, dass es ein solches Highlight wie das FFF in München gibt. Ich konnte über die Jahre unzählige Perlen an Filmkunst genießen, auf die ich sonst nie gestoßen wäre.
Ebenso dankbar bin ich für das f3a-Forum hier, weil ich nach dem Ende des FFF nicht in ein tiefes, schwarzes Loch falle, sondern danach noch mehrere Tage unterhaltsame und spannende Lektüre genießen kann.

Was mir immer wieder auffällt, ist die teilweise ambivalente Haltung zur Filmauswahl.
Ich selbst liebe jede Art von Genre-Film, durchaus auch der härteren Sorte, habe aber auch ein Faible für Arthouse, ohne Trash deswegen zu missbilligen. Wenn mich ein Film bewegt, kann er schonmal nicht sooo schlecht sein…

Unter diesen Voraussetzungen und dem sicher schwierigen Geschäft, welche Filme überhaupt angeboten werden und zu kriegen sind (wovon Rainer und Kollegen ja in den Ansagen immer wieder in netten Anekdoten berichten), finde ich, dass die Mädels und Jungs einen super Job machen.
Dass es immer wieder für einzelne Kontroversen reicht, liegt in der Natur der Sache, mir jedenfalls bereitet die enorme Spanne zwischen (nur als Beispiel) DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE und dem GREASY STRANGLER immer wieder Freude.

Und damit, sorry für die lange grundsätzliche Einleitung, zum heurigen Programm.

HIGHS:

Das Cinema in München.
Ich kann die Beschwerden über das ebenerdige Sitzen und die damit verbundene Schwierigkeit, Untertitel zu lesen, nachvollziehen, zumal mein Mandarin auch nicht grad das Frischeste ist, aber von der Atmosphäre her ist es zehnmal schöner als bei der Multiplex-Mainstream-Umgebung im Cinemaxx. Die Leute vom Cinema sind nett, und man ist als FFF-Publikum unter sich.

THE GANGSTER, THE COP, THE DEVIL
KINGDOM
SHADOW
THE WITNESS
FIRST LOVE
Ich liebe einfach das asiatische Kino, in allen Facetten. Heuer war der Fokus stark. SHADOW hatte seine Kritiker, ich fand ihn jedoch grade im Vergleich mit HERO erfrischend in seiner schwarz-weißen Zurückhaltung, und die Regenschirm-Schlacht wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Und hey, ein Jahr ohne Miike ist ein verlorenes Jahr. Für mich der souveränste Regisseur überhaupt.
Und mein All-Time-Ranking der coolsten Gangster-Bosse hat auf dem Podium nun neben Robert De Niro und Al Pacino nun nicht mehr Brando sitzen, sondern, Fanfare, Ma Dong-Seok, den ich schon in TRAIN TO BUSAN mochte.

THE LODGE
Ich fand den als Opener wirklich groß. Schon klar, nicht jedermanns Sache, aber mich hat er dermaßen gepackt und geschmerzt…

FREAKS
Zwar 'ne hohe Durchschnitts-Bewertung, aber doch auch ein Spalter, wie zu lesen ist. Hat mich überrascht, ich war weggebeamt von der Schauspielern, der Spannung, den erfrischenden Blick auf vermeintlich ausgewalzte narrative Pfade, Stichwort Superkräfte. Geht’s nicht grade bei den besseren Superhelden-Filmen genau darum: wie ist es, ANDERS zu sein als das Gros der Menschen? Und wie gehen wir - NORMALEN - damit um?

ALL THE GODS IN THE SKY
Wow. Einfach nur: WOW. Melanie Gaydos. Die Franzosen. Alle paar Jahre kommt von denen ein bitterer Reißer, ich sag nur MARTYRS, an dem man ein paar Wochen knabbert.

LOWS:

PORNO und RIOT GIRLS.
Ich sag’s mal so, beide mit sympathischer Haltung im Geiste, die Ausführung, nun ja…
Sonst nix.

SPALTER:
3 FROM HELL
Schon klar, Rob Zombie. DEVIL’S REJECTS war besser, keine Frage, aber hey, unterhaltsam ohne Ende eben doch. Zombie ist kein großer Künstler, sondern ein, großgeschrieben, FAN. Aber er ist UNSERER Fan. Und was Baby Sheri Moon betrifft: ich kann verstehen, wenn man das grandiose Over-Acting und das überdrehte Klein-Mädchen-Getue mit direktem Schlenker zur Mordenden-Messer-Mieze für nervig und so hält, das ist sicher die richtige Haltung für einen erwachsenen, gereiften und ernsthaften Charakter. Da ich aber weder das eine noch eins der anderen bin, gestehe ich, dass ich Rob Zombie fürderhin immer noch zu seinem ehelichen Glücksfall gratuliere und renne auch in seinen nächsten Knaller, wenn Sheri Moon wieder am Start ist.

HOTEL MUMBAI hab ich verpasst. Schande über mich. Und der FRESH BLOOD-Wettbewerb war der stärkste seit langem, in dem ich FREAKS noch vor den Russen gesetzt hätte.

In diesem Sinne. Freu mich auf die WHITE NIGHTS.

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Die diesjährigen Festivitäten sind nun auch in Hamburg endgültig passé, Zeit also für ein ausführliches Resümee…

Mit “Door Lock” ging gestern nachmittag das FFF 2019 für mich zuende, ein sang- und klangloser Abschluss dieses Jahrgangs, der tatsächlich auch stellvertretend für das gesamte 2019er-Programm stehen könnte - schmucklos, in weiten Teilen (zu) gewöhnlich, ohne nennenswerte filmische Innovationen oder Geniestreiche, kein Glamour, eher business as usual. Mehr Konfetti als Goldflitter, eher Mettwurst-Klappstulle und Käsebrötchen als Kaviar und Lachshäppchen, statt Moët & Chandon meist nur schnöder Faber-Sekt (na gut, der letzte Vergleich ist ein bisschen unfair - wer Faber-Sekt trinkt, kann sich eigentlich auch gleich mit Batteriesäure das Goldkehlchen verätzen… but I think you know what I mean.) Das im Vorfeld schon von mir als eher durchschnittlich befürchtete Programm entpuppte sich tatsächlich als ebensolches. Einige wenige Ausreißer nach oben, ein paar krasse low lights, aber in der Masse der gesichteten Filme war schnödes Mittelmaß angesagt. Unsterbliche Klassiker gab’s dieses Jahr gar keine, nüscht à la “It Follows”, “Under The Skin”, “Universal Soldier: Day Of Reckoning” oder “The Eyes Of My Mother”. Nun ist es ja aber auch klar, dass es Filme solchen Kalibers nicht jedes Jahr geben kann, aber in den letzten beiden Jahren konnte ich auch den eher durchschnittlichen und schlechten Streifen meist noch ein paar interessante Facetten abgewinnen - während mir in diesem Jahr auch die sehr guten und guten Filme größtenteils kaum noch neue Aspekte oder weiterdenkenswerte Ideen vermitteln konnten. Fand’ auch die thematische und filmische Vielfalt in den letzten paar Jahren einfach breitgefächerter. Es fehlte etwas Aufrüttelnd-Durchschüttelndes wie “Fashionista”, etwas Erhaben-Majestätisches wie “Jungle”, etwas Poetisch-Schlichtes wie “Marlina The Murderer In Four Acts”, oder auch etwas Eigenwillig-Durchgeknalltes wie “Replace”. Naja. Im nächsten Jahr kann es dann in Sachen Filmauswahl eigentlich ja nur besser werden - hoffe ich jedenfalls mal.

Sehr schade auch, dass es “Midsommar” , trotz aller Bemühungen vonseiten der Rosebuddies, leider nicht auf’s Festival geschafft hat - denn obwohl ich persönlich den Film gar nicht mal so mag, ist es doch ein grandios gefilmter, meisterhaft erzählter Horrorstreifen, der einfach perfekt ins FFF-Programm gepasst hätte, und bestimmt auch für ausverkaufte Vorstellungen gesorgt hätte. Und wo ich eh’ grad’ schon dabei bin: Auch wenn ich für meinen Teil Filmen wie “Freaks”, “Hotel Mumbai” und “I See You”, wenig bis garnichts abgewinnen kann, so bin ich dennoch überaus froh, dass sie auf dem FFF gezeigt wurden - denn sie waren durch die Bank weg allesamt sehr gut besucht bis ausverkauft. Was sich von vielen der “kleineren” Streifen leider nicht behaupten lässt - ohne die großen Namen, die ordentlich Publikum ziehen, würden wir wohl auch nicht mehr in den Genuß von Nischentiteln oder kleinen feinen Indie-low budget-Perlen kommen.

Persönlich am Meisten gefreut habe ich mich, die Freiburg- / Kaiserstuhl-posse nach sechs Jahren endlich mal wieder zu treffen. Die Beiden waren von Mitte / Ende letzten Jahrzehnts bis anno 2013 alljährlich Dauerkarten-Stammgäste in HH, wo wir einander auf dem Weg vom einen in den anderen CineMaxx-Saal kennengelernt und festgestellt haben, dass wir ähnliche filmische Vorlieben / Kino-Vernarrtheiten haben. Dann hatte es sie in den letzten paar Jahren aber in andere Festivalstädte, hauptsächlich nach Berlin verschlagen, bevor sie jetzt wieder mal in Hamburch aufschlugen. Ein schönes Wiedersehen nach langer Zeit. Gute Heimfahrt, und hoffentlich nicht erst wieder bis in sechs Jahren!

Etwas nervig war, dass ich, obwohl über die gesamte Festivalzeit Urlaub und so, trotzdem immer irgendwie im Dauerstress war (real life und anderer überbewerteter Kram), und das mit dem Rein- und Rausfahren nach / aus HH mit den Jahren auch immer kräftezehrender wird. Bislang habe ich ja auch immer noch nicht meinen Senf zu allen 2019 gesehenen Filmen abgegeben, bin aber recht zuversichtlich, das im Laufe dieser Woche noch nachholen zu können.

Schwer vermisst wird auch der Asia-Schnellimbiss direkt neben dem Savoy-Kino, welcher Ende September letzten Jahres ja bereits dichtmachen musste. Die Garküche hat ja den großen Vorteil, dass sich die Mahlzeiten extrem schnell zubereiten lassen, was bei den in letzter Zeit ja oft sehr kurzen Pausen zwischen zwei Filmen dafür sorgte, dass ich auch innnerhalb von 15 Minuten meine Bestellung aufgeben, das Essen erhalten und noch fix verzehren konnte, bevor es wieder ins Dunkel des Kinosaals ging. Absolut unschlagbar, was die Versorgung mit warmen Mahlzeiten anging, und preisgünstig obendrein auch noch. Jetzt befindet sich in den Räumlichkeiten ein Fischrestaurant - für mich als seit bald 18 Jahren vegetarisch mich ernährende Person leider keine wirkliche Alternative.

Was die Einordnung der diesjährig von mir gesichteten Filme angeht:

The Fab Four

“Mommy loves you.” (Isabella Rosselini, “Blue Velvet”)

Eigentlich hätte da oben ja “Fave Five” stehen sollen, da die ersten vier dieser fünf Favoriten aber bereits in der Nacht von Donnerstag auf Freitag feststanden, und es von den letzten zwei Filmen (“Charlie Says” und “Door Lock”) dann keiner mehr zu meinen Lieblingen geschafft hat, sind’s dieses Jahr dann halt nur die Top 4, und nicht wie sonst die Top 5, geworden…

  • John Lennon: Der ungestüme Wilde, der gerne mal die Klappe zu weit aufreißt - "Bliss"

  • Paul McCartney: Der Konservativ-Bodenständige, der ein bißchen langweilig wirkt - "Reborn"

  • George Harrison: Der esoterisch angehauchte Mystisch-Sinnsuchende - "Dachra"

  • Ringo Starr: Der schweigsame Stille, der ab und an mal einen Witz erzählt - "Light Of My Life"

Herausragend

“The whole hill… smelt like… victory!” (Robert Duvall, “Apocalypse Now”)

  • "Bliss"

And the Winner is… “Bliss” ! Der vielleicht einzige Film dieses Jahrgangs, der ohne Rücksicht auf Verluste oder irgendjemandes Geschmacksgrenzen aufs Ganze geht, der sich Alles und noch viel mehr traut, der laut, randalierend und unverstanden seinen Weg geht, gegen alle inneren und äusseren Widerstände, der selbst im Scheitern noch gewinnt. Das Zelluloid Bits und Bytes gewordene Äquivalent zu einem halluzinogenen Drogenrausch, etwas, das weniger verstanden, denn erfahren werden will. Ein wilder, wüster Höllenritt, ein Film wie ein rohes, blutiges Stück Fleisch - Kau’ genüsslich drauf rum, oder kotz’ es angewidert aus. A Beast of it’s Own. Chapeau!, für ein lässig hingerotztes, sich in allen erdenklichen Körperflüssigkeiten suhlendes, rauh-rüpeliges und bei all seiner wahnhaften Abgefucktheit immer wahrhaftig bleibendes Meisterwerk.

Sehr gut

“Louis, I think this is the beginning of a beautiful friendship.” (Humphrey Bogart, “Casablanca”)

  • "Light Of My Life"
  • "Romulus and Remus: The First King"
  • "Why don’t you just die!"

Gut

“Good enough for Paul Newman, good enough for you!” (Dolph Sweet, “The Wanderers”)

  • "Dachra"
  • "Vivarium"
  • "All The Gods In The Sky"
  • "First Love"

Mittelmäßig

“You are not special. You are not a beautiful or unique snowflake.” (Brad Pitt, “Fight Club”)

  • "The Lodge"
  • "Mope"
  • "Reborn"
  • "Hotel Mumbai"
  • "Riot Girls"
  • "Little Joe"
  • "Shadow"
  • "Door Lock"
  • "Charlie Says"

Schlecht

“I’m starting to dislike you…a lot!” (Jack Starrett, “First Blood”)

  • "Dreamland"
  • "Diner"
  • "I See You"

"Wir raten ab!"

“Could be worse!” - “It’s worse!” (Carrie Fisher und Harrison Ford, “Star Wars”)

  • "Freaks"

Die kleine Chloe hat nicht nur eines, sondern gleich mehrere Probleme. Es ist ihr unmöglich, ihren unbändigen Heißhunger auf tiefgekühlte Süßspeisen zu stillen, denn ihr Daddy hat ganz gewaltig 'nen Hau weg und will sie partout nicht vor die Haustür lassen. Mammi ist auch keine große Hilfe, denn die ist mal eben kurz in den Wandschrank gezogen und kommt nur raus, wenn’s ihr passt. Außerdem greint sie nur Dumm Tüch und dreht ebenfalls ganz gehörig am Rad. Der olle senile Mitschnacker-Opa vom Eiswagen just outside the door hat auch ordentlich einen an der (Eis)Waffel, nervt nur mit blöden Fragen und weigert sich, sie zum Augenarzt zu fahren, wohin sie doch dringend mal müsste, da ihr in letzter Zeit ständig der rote Lebenssaft aus den Sehorganen entweicht. Kriegt sie es im Angesicht all dieser kirremachenden Herausforderungen hin, cool as Ice Cream zu bleiben, oder geht sie am Ende doch in die Luft? Willkommen zu “Freaks”, der sich wirklich hart abgerackert hat, um den mehr als wohlverdienten Titel “Schrottfilm des diesjährigen Festivals” ergattern zu können. Eine Famile wie frisch aus der Klapsmühle, krank, kaputt und immer ein bisschen zu sehr neben der Spur - die Flodders des Mutantenstadls, sozuschreiben. Ein Streifen, der narrativ immer nur auf der Stelle tritt, eine Fassade von Film, hinter der sich so gut wie nichts verbirgt, das über die eigene Selbstreferenzialität hinausweisen würde. Man wäre am Liebsten selbst eine_R dieser Mutant_Innen with serious eye problems - und sei es nur, um die deppert-drömeligen Drehbuchschreiberlinge mitsamt ihrem vermasselten Script in eine von diesen seven year time bubbles einschliessen zu können und ihnen zu sagen: “Da habt ihr, macht endlich mal was Vernünftiges draus!” Cast und Crew noch dazu, und nach sechs Monaten hätte man dann - mit Glück - so etwas wie einen brauchbaren Film. Obwohl - I seriously doubt it.

Hab’s auf dem Festival verpasst, möchte ich bei Gelegenheit nochmal nachholen

  • "Kingdom"
  • "Tone-Deaf"
  • "Harpoon"
  • "Ready Or Not"
  • "White Snake"
  • "Rabid"
  • "Girl On The Third Floor"
  • "The Gangster, The Cop And The Devil"
  • "47 Meters Down: Uncaged"
  • "A Good Woman Is Hard To Find"
  • "Scary Stories To Tell In The Dark"

Würde ich mir nichtmal anschauen, wenn man mir Geld dafür geben würde

  • "The Furies"
  • "Red Letter Day"
  • "3 From Hell"
  • "It Comes"
  • "Dark Encounter"
  • "Making Monsters"

Hätte ich gerne auf BluRay (oder wenigstens DVD)

  • "Bliss"
  • "Dachra"
  • "All The Gods In The Sky"
  • "Light Of My Life"
  • "Romulus and Remus: The First King"
  • "Why don’t you just die!"
  • "Reborn"

Auf Nimmerwiedersehn!

  • "Freaks"
  • "Dreamland"
  • "Diner"
  • "I See You"

Herzlich willkommen @splattercheffe
Wow, wie hast Du es geschafft 30 Jahre lang zu schweigen und dann haust Du doch endlich solch einen fundierten Beitrag raus. Gratulation, you are warmly welcome.
Genau diese alten Hasen brauchen wir hier, bitte bleib uns erhalten und schau auch mal zwischen dem Hauptfestival bei uns vorbei.

Vielen Dank, und: versprochen

Fazit FFF19

Mit etwas Abstand kommt hier noch mein Fazit FFF19.

Wie Ihr ja schon wisst, besuche ich das FFF neuerdings und bereits zum 2ten Mal in Nürnberg im Cinecitta, weil hier für mich einfach das gesamte Drumherum und die Atmosphäre optimal stimmen. 1 Woche Urlaub für den anspruchsvollen Kino Genießer. Parkplätze sind in der Nähe des Kinos fußläufig immer bequem verfügbar. Direkt an der idyllischen Pegnitz gelegen hat das Cinecitta mit seiner großen Sonnenterasse einen unheimlichen Charme und vis a vis fand dieses Jahr auch noch das Nürnberger Altstadtfest statt, quasi die fränkische Wiesn ohne Fahrgeschäften. Ein Meltingpott der fränkischen Gemütlichkeit. Einmal ins Cinecitta Areal eingetreten, vergisst man sofort den trüben Alltag und ist mitten in seiner heilen Filmwelt, einem Eldorado für Cineasten, einem chilligen Entspannungstempel mit Wohlfühl Atmosphäre, voller Bars, Lokalen, weitläufigen unterirdischen Gängen, Hightech Kinos, Freundlichkeit, Gemeinsamkeit und einem ganz großen Herz für Film Nerds.

Beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir übrigens eine neue Thread Idee ein, die es so glaub ich hier noch gar nicht gibt? Wäre es nicht cool, wenn wir einen Thread unserer Festival Kinos eröffnen könnten? Jeder soll mal von seiner Stadt, seinem Kino prahlen und berichten, Bilder posten und einfach seinen FFF Standort präsentieren!? Titel „Unsere FFF Kinos“. Was meint Ihr?

Doch jetzt hin zum FFF Jahrgang 2019. Er war für mich zwar eher durchwachsen und durchschnittlich, aber trotzdem ganz OK. Es hat immerhin noch für 20 Titel gereicht plus die Shorties plus 2 Titel außer Konkurrenz! Wollte eigentlich 25 anschauen, aber selbst im Urlaub kommt es manchmal anders als man denkt?
Die Gurken konnte ich bis auf Porno gut umschiffen.
Die Fresh Blood Teilnehmer waren zusammen stärker als der ganze Jahrgang.
Das hatten wir glaube ich auch noch nie?

Hier mein Ranking:
Bliss: dreckig, macht sein Ding, schert sich nicht, sfw 9,5
Why don`t you just die: Fan made, grandios blutig 9,0
I see you: tricky, phroggin’, surprise 9,0
Vivarium: “Cube 2019” 8,5
Ready or Not: Exploding Splatter Spass 7,5
Tone-Deaf: Der alte Mann und sein Sarkasmus 7,0
The Gangster…: solide, aber nix Neues aus Korea 7,0
Diner: bunt, schrill, crazy, Japan Style 7,0
Hotel Mumbai: emotional ergreifend 7,0
First Love: Durchschnitts Miike 6,5
Extra Ordinary: ghostly Persiflage 6,5
Harpoon: Jealousy on a Boat 6,5
Get Shorty: kurzweilig wie es sein soll 6,5
A Good Woman is hard to find: But we finally get her! 6,0
Girl on the Third Floor: kleines 80er Jahre Indie Revival 5,5
Romulus & Remus: Rollenspielgruppe geht in den Wald und haut drauf 5,5
Freaks: vergebene Liebesmüh, X-Men für Anfänger 5,5
Dreamland: konfus, ermüdend, schräg 4,0
3 from Hell: enttäuschend, lieber auf ein RZ Konzert gehen! 4,0
Porno: unterirdisch, weg damit 3,0

ES2: hab ich mir im 360 Grad Cinemagnum nachmittags mit 10 anderen Besuchern angeschaut. Was für ein optischer Blast! Was für eine akustische Dolby Atmos Intensität.
Aber was helfen all die technischen Raffinessen, wenn der Film nix taugt. DC meets MC meets Blockbuster Animations, die der Story nicht gerecht werden. Fail 5,0

Rambo 5: hab ich mir im kleinen 50 Sitzer Deluxe Kino für 16 Euro angeschaut, die Bedienung am Platz war wirklich sehr zuvorkommend und die großen Liegesitze mit Nachttisch Lämpchen sind wirklich sehr bequem. Aber selbst mit Dolby Atmos Beschallung wird aus Rambo 5 kein richtig guter Film. Künstliche Revenge Story, bei der unser Sly nach alter Manier seine altbekannten Fallen aufbaut und in den letzten 15 Minuten ein brutales Feuerwerk der Zerstörung abfackelt inkl. dem Herausreißen des Herzens seines Endgegners.
Das ist alles so lame das es schnarcht. Einziges Highlight war der Reminiszenz Abspann, der alle Rambo Teile szenisch zusammengefasst hat und hoffentlich auf ein Ende dieser Serie schließen lässt? Irgendwann muss doch mal Schluss sein? 4,0

Round about war das FFF19 aber im Cinecitta wieder ein perfektes Festival.
Das Kino 4 ist ein großes würdiges Kino mit fetter Leinwand und 7.1 Dolby Digital.
So weit ich weiß, waren wir nie ausverkauft?
Selbst mit Platzkarten war eine flexible Positionierung fast immer möglich und ich habe es mir in den Lover Chairs meistens alleine dick und fett gemütlich gemacht, ach ja.
Die Ansprachen von unserm Host Matthias waren immer quicklebendig, fundiert, witzig und seriös.
T-Shirts, Taschen und die good old “OLD BOY” Blu-ray wurden täglich verkauft und verlost.
Es wurden sogar kritische Themen angesprochen, warum das FFF Publikum immer älter wird und das junge Publikum in Zeiten von Streaming Plattformen auf dem Festival einfach fehlt?
Die wirklich nervige kontinuierliche Penetranz durch den Trailer des Abschlussfilmes fand ich eine ziemliche Frechheit und das werde ich auch seitens Rosebud reklamieren, denn das ist wirklich kaum auszuhalten. Den eigentlich offiziellen banalen FFF Trailer habe ich gar nicht gesehen. Wo ist denn der eigentlich hinverschwunden? Aber das sind Kleinigkeiten, genauso wie die “Fetten Beute” des Games Trailers, da schauen wir drüber weg, aber nervig war es doch!

Ich war mit der Auswahl meiner Filme aber doch in Summe sehr zufrieden und würde das Jahr FFF19 zwar als durchschnittlich abstempeln, wurde aber auch gelegentlich positiv überrascht.
Sehen uns in 2020.

Nachdem ich nun alles sich etwas hab setzen lassen, bin ich vom diesjährigen FFF doch ein wenig enttäuscht. Allerdings gab es auch ein paar, wenn auch wenige positive Überraschungen. Alles in allem fand ich’s aber doch ziemlich durchschnittlich. “Verschenktes Potential” ist wohl mein häufigster Eindruck.

Hier meine Einschätzungen der 20 von mir gesehenen Filme:

3 From Hell: Hatte hohe Erwartungen, denen der Film nicht gerecht wird. Teils echt nervig & ärgerlich. Wenig neues, viel geklaut. Daher sehr enttäuschend.

A good woman is hard to find: Nicht immer realistisches, aber hartes Drama. Für meinen Geschmack etwas zu überzeichnet. Kann sich irgendwie nicht so recht für eine Richtung entscheiden.

Bliss: Viel Blut im Drogenrausch mit einer mehr als unsympathischen Protagonistin. Ärgerlich und teilweise echt nervtötend

Come to Daddy: Die Story hätte Potential gehabt. Zwar schräg, aber da hätte man mehr draus machen können. Schade drum.

Darlin’: Auch hier verschenktes Potential durch zu viele unausgegorene Seitenelemente und befremdliche Humoreinlagen die nicht so recht passen wollen. Dafür eine ausgezeichnete Darstellerleistung. Zuviel gewollt.

Deadsight: Den Möglichkeiten entsprechender Indie-Flick. Nichts besonderes, aber doch irgendwie, trotz Logiklöchern, unterhaltsam und spannend.

Extra Ordinary: Hatte mir was anderes vorgestellt, dennoch sehr unterhaltsam und mit coolem, trockenem Humor. Manchmal etwas bekloppt, aber dennoch sehr sympathisch.

First Love: Typischer Miike-Film. Nicht sein bester aber auch nicht sein schlechtester. Irgendwo dazwischen. Guter Standard.

The Furies: Auch hier verschenktes Potential. Gute Idee, aber doch irgendwie lieblos umgesetzt. Trotzdem ganz nett.

The Gangster, the Cop, the Devil: Gewohnt guter Korea-Thriller. Wie schaffen die das immer nur so zu fesseln. Absolut sehenswert mit großartiger, intensiver Darsteller-Performance

Hotel Mumbai: What a Brett. Trotz manch unnötiger Dramatisierung schonungslos realistischer Terrorismus-Horror. Ein Film der an die Nieren geht. Top!

Porno: Auch hier hätte man viel mehr draus machen können. Die FX können aber durchaus überzeugen. Ansonsten eher lahm.

Red Letter Day: OMG… wenn man schon so 'ne coole Idee hat, warum setzt man die nicht auch ansprechend um? Wirkt wie ein Schnellschuss. Ein bisschen Mühe könnte man sich doch schon geben.

Ready or Not?: Absolut unterhaltsame, abgefahrene Horror-Comedy. Verstehe nicht, warum man dem Film oft den Mainstream zum Vorwurf macht. Hat mich sehr gut unterhalten.

Romulus & Remus: The first King: Stylische Gewaltorgie ohne den (historischen) Anspruch, den der Film vorgibt zu haben. Auf Dauer recht ermüdend.

Scary Stories to tell in the dark: Schon unterhaltsam, aber auch nicht der große Knaller. Gut gemacht, kann sich aber irgendwie auch nicht richtig zwischen Familien-Grusel und Erwachsenen-Horror entscheiden. Highlight sicherlich, dass das halbe Kino den ständig gezeigten Trailer irgendwann mitgesprochen hat (“Augie? - Stella!”)

Shadow: Tolle Optik, kam aber irgendwie auch nicht so recht aus den Pötten. Viel zu rar gesäte, dafür toll Choreographierte Kampszenen. Leider zu lang und spannungsarm.

Something Else: Minimalistisches, philosophisches Psychogramm im Horror-Gewand. Leider etwas unausgegoren und langatmig. Das erschreckend lachhafte Monster im Finale lässt einen nicht wissen, woran man da eigentlich ist.

Tone-Deaf: Verschenktes Potential - mal wieder. Großartige Darsteller in einer abstrus unlogischen, konstruierten Story.

Why don’t you just die!: Visuell brilliant umgesetzte Gewalt-Orgie im Comic-Style. Dazu eine eine gut durchdacht Handlung. Ein unerwartetes, poppiges Highlight.

Zwar war das Rahmenprogramm in diesem Jahr nicht so der Burner, dafür war das Fresh Blood Angebot äußerst stark. Auch wenn HOTEL MUMBAI nicht uverdient gewonnen hat, hätte ich es WHY DON’T YOU JUST DIE fast mehr gegönnt, Da letzterer weitaus mehr FFF-Attitüde besitzt. So verschieden wie die beiden Filme auch sind, so großartig sind sie beide aber auch auf ihre Weise. Für mich waren diese beiden Streifen im Sumpf der Mittelmäßigkeit die beiden herausragenden Beiträge.

Leider hat sich zu meinem Anliegen noch niemand hier zurückgemeldet.
Was haltet Ihr davon?
Wäre doch mal cool einen etwas privateren “Einblick” in die Lieblingskinos unserer Community Member hier zu bekommen als es die jeweiligen Kino hp´s bieten!
Viele schwärmen ja immer in höchsten Tönen von Ihrem geliebten FFF- oder Stammkino.
Lasst uns doch mal Bilder und Fakten sprechen lassen!?

Ich denke, das ist der Tatsache geschuldet, dass das FFF vorbei ist. Kann jetzt nur von mir sprechen, aber privat komme ich niemals in dieses Kino (so gerne ich es habe: viel zu teuer).

Ein ganz normales Multiplexkino mit dem Charme einer Flughafenhalle ist für dich ein Eldorado für Cineasten? Ernsthaft? Ich glaube, darunter verstehe ich etwas völlig anderes. Das fängt bei einem mutigen, kontroversen, entdeckungfreudigen Programm an, wofür das Cinecitta ganz bestimmt nicht steht.

Vielleicht wäre ein allgemeiner Thread “Wie sieht euer Lieblingskino aus?” eine gute Idee, denn ob man eher urigem Charme mit eigener Persönlichkeit oder sterilem Glaskasten mit High Tech Ausstattung erliegt, hängt ja sehr vom persönlichen Geschmack ab.

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