Fazit FFF 2021

Mein persönliches Fazit für Stuttgart:

Ein ungewöhnliche Veranstaltung war‘s, mit ein bisschen Restcorona-Athmo, aber größtenteils entspanntem Festivalfeeling. Im Foyer des Gloria 2 war das FFF-Publikum unter sich, Maske optional, dank 2G, kurze Intros vor jedem Film und sogar zumindest eine Verlosung, fast wie früher. Die Teams von Rosebud und den Innenstadtkinos wie gewohnt super freundlich und professionell, die Vorführungen liefen reibungslos, das kennen wir von früher noch ganz anders. Einziger Wermutstropfen sind die engen Sitzreihen, die spätestens beim dritten Film zur Qual werden. Andererseits kann man die Wahl für Kino 2 verstehen, es ist durch die aufsteigenden Sitzreihen deutlich untertitellesefreundlicher als das größere und komfortablere 1er.

Was die Filme angeht, hatten diese vielleicht etwas schwerer bei mir als üblich, da ich wenige Tage vor dem Festival noch TITANE gesehen hatte, der noch immer nachwirkte und neben dem selbst die härtesten und überraschendsten Festivalfilme verblassen mussten. Fun Fact: Hätte 007 das Festival nicht nach hinten verdrängt, wäre TITANE laut Rosebud auf dem FFF gelaufen!

Da es zwar ein buntes Programm, aber für mich keinen einzelnen herausstechenden Beitrag sondern eher viele mittelmäßige und manche guten Filme gab, mache ich aus meinen 33 gesehenen Filmen keine Bestenliste sondern sondiere nach anderen Kategorien.

Die spannendsten Filme
HUNTER HUNTER
COMING HOME IN THE DARK
TED K.

Die überraschendsten Filme
NIGHT DRIVE
LAMB
BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES

Die lustigsten Filme
MOTHER SCHMUCKERS
OSS 117
CRABS!
LET THE WRONG ONE IN

Die schönsten Filme
THE FEAST
LAMB
THE INNOCENTS

Die nervigsten Filme
SOUND OF VIOLENCE
THE SADNESS

Die langweiligsten Filme
BROADCAST SIGNAL INTRUSION
PIG
JOHN AND THE HOLE

Die besten Titelsequenzen
OSS 117
MOSQUITO STATE

Die besten Double Features
BROADCAST SIGNAL INTRUSION + DASHCAM
HUNTER HUNTER + COMING HOME IN THE DARK
BOYS FROM COUNTY HELL + LET THE WRONG ONE IN
SEE FOR ME + MIDNIGHT

Der Vollständigkeit halber: Ausgelassen habe ich AFTER BLUE, BLOODY ORANGES (lief nicht in Stuttgart), BLOOD CONSCIOUS, THE SPINE OF NIGHT und GET SHORTY. Vielleicht gab’s auch deshalb fast keine Gurken für mich dieses Jahr, meine Bewertungen bewegen sich zwischen 3 (SOUND OF VIOLENCE) und 7.5 (LAMB, THE INNOCENTS, OSS 117, HUNTER HUNTER, COMING HOME, NIGHT DRIVE).

Meine gesammelten Reviews gibt es hier.

Zum Schluss noch eine kurze Übersicht über vier Dinge, die ich bitte so bald nicht mehr sehen will, weder auf dem FFF noch sonstwo (es sei denn, es wäre wirklich mal originell inszeniert):

  1. Eröffnungssequenzen, in denen ein Auto durch eine bevorzugt kurvige Landschaft fährt und aus der Vogelperspektive gefilmt wird. Nur weil Ihr das jetzt mit Drohnen günstig machen könnt, seid Ihr nicht gleich Stanley Kubrick.
  2. Wo wir schon dabei sind: Türen, bevorzugt von Badezimmern, die mit der Axt eingeschlagen werden, am besten dann noch mit durchlugendem Psycho.
  3. Leute, die von aus dem Nichts kommenden Kraftfahrzeugen überfahren werden. Dieser „Bus-Ex-Machina“-Effekt war in FINAL DESTINATION ein Knaller, aber das war vor 21 Jahren. Lasst Euch mal einen neuen Überraschungsexitus einfallen.
  4. Fernsehgeräte, auf denen NIGHT OF THE LIVING DEAD läuft. Es gibt bestimmt noch andere Public Domain Filme, die vielleicht auch besser zur Filmhandlung passen. Lasst die lebenden Toten doch mal eine Weile ruhen.

Freue mich auf die nächsten FFF Nights XXL, dann hoffentlich post-pandemisch!

6 „Gefällt mir“

Ähm nun ja, die Geschmäcker sind nun mal verschieden, ich empfand es „schön“, wie sensibel die Welt der Kinder eingefangen wurde und fand den Film sehr schön erzählt, auch dass er z. B. am Ende auf einen großen Superheldenshowdown verzichtet und das Kräftemessen der Kinder sehr dezent, aber trotzdem wuchtig inszeniert. Das mit der Katze würde ich jetzt mal als Spoiler markieren.

Ich auch. Also das mit dem spoiler.

Mit etwas Verspätung hier auch mein Fazit zum FFF in Frankfurt.

Von der Pandemie-Situation hat man zum Glück nicht viel gespürt, dank 2G-Regelung lief im Kino alles geschmeidig und fühlte sich eigentlich genau so an wie früher – Dauerkarten-Besitzer ließen am ersten Tag kurz ihren Impfnachweis checken und konnten dann durch den separaten Ein-/Ausgang direkt an der (mitunter massiven) Schlange vorbei in den Saal huschen.

Jener war leider nur selten wirklich gut gefüllt. Das war blöderweise schon vor Corona oft so in Frankfurt; und die Besucherzahlen haben sich eher überhaupt nicht gebessert. Für das Kino war das FFF wohl ein klares Verlustgeschäft: Parallel liefen im kleinen Saal zig über-ausverkaufte Vorführungen von DUNE und JAMES BOND, während sich in den großen (FFF-) Saal oft nur eine Handvoll Zuschauer verirrten.

Ausverkauft waren nur zwei Vorstellungen: PIG und THE SADNESS; aber auch nur halbwegs gut gefüllt waren kaum eine Handvoll mehr (GET SHORTY und BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES zum Beispiel). Insbesondere „Highlights“ wie der Eröffnungs- und Abschlussfilm, aber auch etwa OSS 117, enttäuschten durch miserable Besucherzahlen.

Immerhin war das Publikum zu 99 % gut drauf und gewillt, Spaß zu haben. Abgesehen von den beiden Parteien in der Loge, die einander während der GET SHORTY-Rolle vehement beschimpft und (angeblich) mit Getränken übergossen haben und sich nach dem Film gegenseitig die Polizei auf den Hals hetzen wollten… Ist halt eine roughe Stadt hier :wink:

Ok, ehrlicherweise muss man aber auch sagen, dass viele vertraute Gesichter dieses Mal gefehlt haben. Woran es gelegen hat? Kann man im Gesamten nur spekulieren. Ich weiß von mehreren, dass die relativ kurzfristige Terminverlegung ihnen (bzw. ihrer Urlaubsplanung) einen Strich durch die Rechnung gemacht hat. Und von anderen, dass sie wegen Covid-Sorgen immer noch nicht gerne unter so viele Menschen gehen wollen.

Apropos: Hat mich etwas überrascht, dass die Pandemie nur in so wenigen Filmen (zumindest implizit) thematisiert wurde … ich glaube, nur in DASHCAM und THE SADNESS, oder? Dafür gab es, was letztendlich auch der Pandemie geschuldet ist, extrem viele Videogrüße von Regisseuren. Auf solche hatte das FFF ja früher, im Gegensatz zu anderen Festivals, nie gesetzt. Inzwischen hat sich das Format aber global etabliert, und ich finde es tatsächlich ziemlich cool, vor einem Film noch ein paar einleitende Worte der Macher zu hören zu bekommen.

Sympathisch war, dass Artur vor fast jedem Film eine Ansage gemacht hat. Eine Verlosung gab es hingegen in Frankfurt leider nicht :confused: Dafür zahllose Trailer, die einem nach ein paar Tagen wirklich auf die Nerven gingen, insbesondere zu THE TRIP, TILL DEATH und THE PROTÉGÉ … aber auch das haha-wie-lustige Tele5-Ding konnte man bald nicht mehr sehen. Vielleicht irre ich mich, aber ich hatte den Eindruck, dass in vergangenen Jahren zumindest in den ganz frühen und ganz späten Slots nicht so viele Werbespots rausgeballert wurden wie dieses Mal … Am Ende waren sie mir alle zu viel.

Obwohl es sich fast alle anders gewünscht hatten (insbesondere das Kino selbst und der größte Teil der Zuschauer), fand das Festival erneut in der Harmonie statt. Nicht falsch verstehen, genau wie die meisten anderen liebe ich die Harmonie, aber seit einem halben Jahr gehört eben ein weiteres Kino zur Unternehmensgruppe, und das ist das Eldorado, das nicht nur viel, viel besser gelegen ist (direkt in der Innenstadt), sondern auch nur eine einzige Leinwand hat. Wir hätten dort also unser „eigenes Festivalkino“, jeder kann es problemlos erreichen, die kulinarische Versorgung ist ca. 100 x besser. Rosebud wollte aber den „Stress“ nicht eingehen, von einer „bewährten Lösung“ woanders hin zu wechseln. Hoffen wir, dass sich diese Einschätzung bis zum nächsten Festival ändert.

Den Anmerkungen #1–4 von Herr_Kees kann ich ansonsten nur zustimmen. Insbesondere die „Bus-Ex-Machina-Masche“ hat inzwischen wirklich unerträgliche Ausmaße angenommen. Gefühlt wurde dieser lazy Drehbuchtrick dieses Jahr in mindestens 10–15 Filmen angewendet. Das war schon nicht mehr komisch.

Was mir ansonsten noch aufgefallen ist: Es wurde sehr viel gekifft auf der Leinwand. Zigaretten geraucht werden ja seit 2–3 Jahren ohnehin schon wieder mehr, derart viel freizügigen Drogengebrauch habe ich aber wohl noch nie gebündelt gesehen. Teils auch durch Cops, siehe z.B. CRABS! :wink:

Nun endlich zu meinen Filmbewertungen. War kein überragendes Jahr, wenige deutlich herausragende Filme für mich – aber doch noch mehr als die deutlich abfallenden. Insofern kann ich zufrieden sein. Innerhalb der Kategorien sortiert nach Präferenz: Der jeweils „beste“ Film ganz oben, der jeweils „schlechteste“ ganz unten. Großer Gewinner: THE INNOCENTS, schlechtestes Machwerk: SOUND OF VIOLENCE.

Die sehr Guten:
THE INNOCENTS
ARE YOU LONESOME TONIGHT?
BLOODY ORANGES
PIG
THE FEAST
LAMB
BROADCAST SIGNAL INTRUSION
THE SADNESS
BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES
RAGING FIRE
OSS 117: FROM AFRICA WITH LOVE

Die halbwegs Guten:
TED K
GUNPOWDER MILKSHAKE
CRABS!
HUNTER HUNTER
NIGHT DRIVE
GET SHORTY
COMING HOME IN THE DARK
SILENT NIGHT
LET THE WRONG ONE IN
SPIRITWALKER
HARD HIT
BOYS FROM COUNTY HELL
THE SPINE OF NIGHT
KNOCKING
MIDNIGHT
SWEETIE, YOU WON‘T BELIEVE IT
THE BOY BEHIND THE DOOR
SEE FOR ME
AFTER BLUE
BLOOD CONSCIOUS

Die weniger Guten:
TEDDY
JOHN AND THE HOLE
DASHCAM
MOSQUITO STATE
BRAIN FREEZE
SOUND OF VIOLENCE

Hier gibt’s alle meine Reviews im Überblick.

Insgesamt wieder ein wunderbares „hol mich aus dem Alltag raus“-Erlebnis. Freue mich aufs nächste Mal!

6 „Gefällt mir“

Mal ernsthaft, warum wurde da der Film nicht angehaltenm und die Spinner rausgeschmissen und mit einem Hausverbot versehen? Solch Subjekte haben im Kino nichts zu suchen…

3 „Gefällt mir“

Ich denke, das hat niemand von Rosebud oder dem Kino selbst mitbekommen – war ja niemand bei der Vorführung dabei, und es hat auch keiner der anderen Besucher in der Loge etwas gemeldet. Unten im Parkett hat man eh nur eine kurzzeitig lautere verbale Auseinandersetzung zwischen zwei Kurzfilmen gehört.

OK, dann kann aber auch keiner sich nachher beschweren, der es nicht gleich gemacht hat :wink:

Tja. Da kommen meiner Meinung gleich mehrere Gründe zusammen. Zum einen halte ich den späten Termin für schlecht gewählt, mir hat das im Sommer früher deutlich besser gefallen. Im letzten Quartal nach den Ferien haben viele einfach keine Zeit mehr auf ein 8 oder 10 Tages Festival zu gehen.Dazu kommt die Corona Situation. In meinem engsten Bekanntenkreis kenne ich bereits 2 relativ junge Menschen, die trotz doppelter Impfung eine schwere Infektion durchgemacht haben. Und jene, die vor Corona KEINE Angst haben, sich aber nicht impfen lassen wollen, die sperrt man mit der 2G Regel dann obendrein auch noch aus und verliert weitere potenzielle Gäste. Sehe diese Aussage von mir bitte mal wertfrei.

Im Übrigen kann ich nur für mich selbst sprechen, wenn ich Dir sage : Noch nie zuvor haben mich so wenige Filmtitel interessiert (etwa 10). Ich war erst kurz davor zu überlegen, ob ich auch nach Frankfurt kommen soll, aber für nur 1 Titel am Tag die Anreise und die Kosten, da hatte ich keine Lust zu. Und ich glaube Du gibst mir recht wenn ich jetzt mal ganz vorsichtig formuliert behaupte, das das FFF 2021 nicht der ganz große Burner gewesen ist, da gab es schon bessere. Freuen tu ich mich allerdings noch auf ein paar Titel die wohl so gut gewesen sind, wie ich dachte. Knocking, Are You Lonesome Tonight und The Innocents gehören z.B. dazu.

Zu guter Letzt : Ich weiss, Du liebst Deine Harmonie. Auch ich finde die Betreiber sympathisch, das Foyer wunderbar, das Angebot an Getränken und Leckereien fantastisch. Nur worauf es eben ankommt, nämlich den eigentlichen Filmgenuss, der gefällt mir in diesem Kino einfach nicht. Und ich habe WIRKLICH Probleme mit der Bestuhlung, mir tun aufgrund der schmalen Sitze und den komischen Lehnen bereits nach 30 Minuten die Arme weh.

Ich hoffe das wir uns dann nächstes mal im Eldorado wieder sehen werden, das das FFF nicht so spät im Jahr stattfindet, und das mir die Filmauswahl wieder mehr zusagen wird.

Aber ist das Eldorado nicht ähnlich wie die Harmonie? Aber ich spüre zwischen den Sitzen im Metropolis, Eldorado und Harmonie auch keinen Unterschied. Nur könnten die Lehnen überall 20 cm höher sein. Da müsste man aber am „Gefälle“ vielleicht nacharbeiten, damit die Hinterleute noch was sehen können.

Das Eldorado wirkt für mich wie die Harmonie in klein. Kleines Foyer ohne Sitzmöglichkeiten. Wenn man unten ist, muss man aufpassen, dass man nicht ganz hinten sitzt. Da kann man die Gespräche von draußen hören.

BITTE ??? Also ich bin jetzt nicht besonders groß, schwer oder fett, eher Durchschnitt mit Bauchansatz, aber die Sitze im Metropolis sind alleine schon deshalb viel bequemer, weil die Lehnen nicht so hart und vor allen Dingen so hoch sind. Ich komme mit der Bestuhlung der Harmonie nicht klar, sorry. Hoffentlich wird das im Eldorado anders.

Naja, wer zu so wenig Rücksichtnahme auf andere bereit ist, dass er sich nicht mal impfen lässt, kann zwar für meinen Geschmack auch in Zukunft dem Festival fernbleiben – aber ich bezweifle sehr, dass das viel damit zu tun hat. Denn auch diejenigen Städte, in denen 3G gilt/galt, berichten ja von einem ähnlichen Zuschauerrückgang.

Würde auch nicht sagen, dass das Festival von der Filmauswahl jetzt so viel schlechter war als in vergangenen Jahren. Ich fand wie immer meine paar Highlights und meine wenigen Flops, insgesamt empfand ich es als guten Durchschnitt. Am ehesten dürfte es an der Terminverlegung gelegen haben, denke ich. Einige Bekannte haben mir auch bestätigt, dass sie ihren Urlaub schon längst für den ursprünglichen Festivaltermin eingereicht hatten und das dann bei der relativ kurzfristigen Verschiebung nicht mehr ändern konnten …

Hmm. Ich versteh es halt nicht, weil nicht-geimpfte den impfwilligen ja nicht schaden, umgekehrt aber geimpfte die ungeimpften anstecken können (die das ja gerne in Kauf nehmen). Also das Argument mit Rücksichtsnahme zählt nicht, im Gegenteil, eine meiner Kolleginnen hat sich trotz 2 facher Impfung auf so einer „2G Party“ DOCH angesteckt, das auch weitergegeben und fiel in der Firma 3 (!) Wochen aus. In sofern finde ich 2G zur Ankurbelung des Geschäfts einfach nur kontraproduktiv, auch wenn es mir privat egal ist. Lass uns einfach hoffen das das Thema im Sommer 2022 durch ist.

Die Statistiken und Studien zeigen sehr deutlich, dass Impfen schützt. Vor Infektion und damit indirekt auch vor Weitergabe. Nicht zu 100%, insofern haben deine Kollegen und Bekannten echt Pech gehabt (man muss halt leider immer unterscheiden zwischen Einzelfällen und dem Großen Ganzen). Aber es schützt so deutlich, dass das Thema schon jetzt weitgehend durch wäre, wenn sich alle Impfen lassen würden. Dementsprechend schaden die Impfunwilligen der ganzen Gesellschaft sehr massiv.

Sorry, ich weiß, ist off-topic. Aber gerade bei der aktuellen Entwicklung sollte man solche (meiner Meinung nach) Fehlanalysen nicht unkommentiert lassen. Die Impfverweigerer sollten immer wieder unter die Nase gerieben bekommen, wie egoistisch ihr Verhalten ist, und nicht noch bestärkt werden darin.

Es wurde doch schon bekanntgegeben, dass spätestens zum 20. März alle Maßnahmen aufgehoben werden.

Geht für mich in Ordnung was Du schreibst. Ich wollte auch nicht schon wieder das Thema hervorkramen, es ging mir mehr darum, wie man mehr Besucher in die Kinos hätte bekommen können.

Ich denke, es ist ein Zusammenspiel mehrerer Gründe:

  • Die Verschiebung war für einige ein Problem
  • Manche fühlen sich immer noch unsicher, unter so viele Menschen zu gehen
  • Menschen sind Gewohnheitstiere. Und in den letzten 18 Monaten waren wir zwangsläufig alle sehr viel zu Hause. Da muss sich so mancher erst mal wieder umgewöhnen, jetzt wieder regelmäßig ins Kino zu gehen.

Was 2G und 3G angeht: Ich denke nicht, dass 2G dort, wo es angewandt wurde, eine negative Rolle gespielt hat. Zum einen waren die Tests für das dritte G nicht mehr kostenlos, was einen Kinobesuch unverhältnismäßig teuer gemacht hätte. Zum anderen könnte 2G sogar den einen oder anderen, der sich unsicher gefühlt hat, überzeugt haben, doch zu kommen. Weil die Schnelltests bei weitem keine 100%ige Sicherheit bieten.

Meine FFF 2021 Rangliste

Silent Night - 9/10

Beyond Infinite Two Minutes - 8,5/10

Raging Fire - 8,5/10

Bloody Oranges - 8,5/10

Lamb - 8/10

Pig - 8/10

Midnight - 8/10

Sweetie, You Won’t Believe It - 8/10

The Innocents - 7,5/10

OSS 117 3 - 7,5/10

Ted K - 7,5/10

The Sadness - 7/10

Hunter Hunter - 7/10

Let The Wrong One In - 7/10

Are You Lonesome Tonight? - 7/10

Spine of Night - 7/10

Spiritwalker - 7/10

Mosquito State - 7/10

The Feast - 7/10

See For Me - 6,5/10

Boys From County Hell - 6,5/10

Coming Home In The Dark - 6,5/10

Knocking - 6/10

Gunpowder Milkshake - 6/10

Broadcast Signal Intrusion - 6/10

Teddy - 6/10

Get Shorty - 6/10

Crabs! - 5,5/10

Hard Hit - 5,5/10

Night Drive - 5/10

Sound of Violence - 4,5/10

Brain Freeze - 4,5/10

John & The Hole - 4/10

Dashcam - 4/10

Boy Behind The Door - 3,5/10

Blood Conscious - 3,5/10

After Blue - 3,5/10

Durchschnitt : (gut bis sehr gute) 6,97 (wenn ich mich nicht verrechnet habe)

Worte, wahrscheinlich sogar (Ab)Sätze kommen die Tage noch von mir zur 2021er Ausgabe des FFF :wink:

1 „Gefällt mir“

Nochmal ne kleine Bilanz zum FFF in München…

Das Rio-Kino war insgesamt eine gute Wahl. Der Saal ist groß (360), von daher war auch die freie Platzwahl kein Problem, da ja, wie in den anderen Städten auch, fast keine Vorstellung ausverkauft war. Die Belegung lag gefühlt 20 Prozent unter Schnitt, teilweise eigenartig verteilt (LAMB fast voll, der Rapace-Effekt? - Centerpiece nur gut zur Hälfte voll, etc.). Die Umgebung am Rosenheimer Platz ist zwar nicht so toll, aber dafür hatte man den direkten Durchgang zum dazugehörigen kleinen Cafe, sehr fein, guter Espresso. Technik und Komfort auch im grünen Bereich, Leinwand groß. Atmosphäre und die Leute vor Ort sehr nett. Gerne wieder.

Ich weiß ja nicht, wie’s euch geht, aber das Nervigste, wenn man mehr als 10 Vorstellungen besucht, sind die sich endlos wiederholenden Trailer. Und ich liebe Trailer! Aber egal wie gut die auch sein mögen, nach der zehnten Wiederholung interessiert mich an den vorgestellten Werken gar nichts mehr. Komplett redundant wird’s dann bei Sachen wie SCREAM, wo ich mich bei aller Wertschätzung ohnehin frage, wie oft man den gleichen Film eigentlich nochmal drehen kann. Zugegebenermaßen hatte der aber den lustigsten Spruch… („I’m Sidney Prescott. Of course i have a gun…“)

Zum Programm. Ich komme bei meinen Bewertungen auf den doch beachtlichen Durchschnitt von etwa 7,5/10 bei 17 Filmen. Spricht entweder für meine Begabung, mir die richtigen Streifen rauszusuchen, oder meine angeborene Begeisterungsfähigkeit und die dazugehörige Neigung, locker zu Höchstwertungen zu greifen, wenn mir das Gebotene gefällt.

Herausragend
LAMB
RAGING FIRE
SILENT NIGHT

Sehr gut
HUNTER HUNTER
ARE YOU LONESOME TONIGHT?
THE INNOCENTS

Immer noch klasse
OSS 117
BEYOND THE INFINITE TWO MINUTES
BROADCAST SIGNAL INTRUSION

Gut bis leicht über dem Schnitt
GUNPOWDER MILKSHAKE
SPIRITWALKER
SEE FOR ME
THE FEAST

Durchschnitt
THE SADNESS
BRAIN FREEZE

Gurke
THE BOY BEHIND THE DOOR
AFTER BLUE

Dir Reihenfolge passt so: LAMB war aus meiner Sicht der Beste. Zukünftiger Kult-Klassiker, würde ich hoffen.

Vielleicht noch ein paar Superlative:

Die beste Action-Szene
RAGING FIRE Ihr wisst, welche ich meine.

Die beste Performance
SILENT NIGHT Vom gesamten Ensemble.

Das ausgefuchsteste Drehbuch
ARE YOU LONESOME TONIGHT?

Die verstörendsten 10 Minuten
HUNTER HUNTER Und zwar die letzten 10.

Der bestaussehendste Mann
OSS 117 Jean Dujardin. War klar.

Ich freu mich auf April…!

6 „Gefällt mir“

Mein Fazit zum 35. (!) Fantasy Filmfest
(Dabei bin ich seit 1996)

Von 37 Filmen habe ich 35 gesehen; ausgelassen habe ich
Sound of Silence (sorry Violence)
Dashcam

Themen:
Blinde Menschen, taube Menschen, Menschen im Rollstuhl, Autismus, Mischwesen
Kopfhörer
Wald, viel Wald
toughe Frauen
Äxte

Aussage des Festivals dieses Jahr: don’t mess with Mother Nature !

Erkenntnis: auch bei englischsprachigen Filmen (z. B. Irisch, Neuseeländisch) wären Untertitel manchmal durchaus nice.
Und es ist kein Fest für Tiere (Hasen, Katzen etc.) und auch Kinder sind mit Vorsicht zu genießen.

Die ewig gleichen Trailer gehen einem spätestens am 2. oder 3. Tag auf den Sack.

Die Filme an sich fand ich gut bis sehr gut; eine richtige Enttäuschung war für mich nicht dabei, bin aber immer relativ gnädig. Allerdings gab es auch keinen Film, der mich vom Sockel gehauen hat. Der schlechteste Film war für mich „John and the Hole“, gefolgt von „Teddy“. Die beiden besten Filme „Raging Fire“ und „OSS117“. Der Rest liegt dazwischen. Den Eröffnungsfilm fand ich eine gute Wahl für den Einstieg, das Centerpiece war heftig und der Abschlussfilm war dann der Festival-Downer, der uns jetzt in die kommende Weihnachtszeit entlässt. (Die Briten und ihre Exits - können die das mal sein lassen ?)

Ansonsten fühlte ich mich gut unterhalten. Schön fand ich die Ansagen vor den Filmen von Rainer und Artur (der ist ja echt knuffig). Es gab zwei Verlosungen. Und merchandize (hab mir ein Poster mitgenommen, für das andere hatte ich kein Geld).

Das Programm war relativ gut durchgetaktet, so dass es manchmal fast stressig wurde, mit Essen, Pinkeln, zurück in den Saal quetschen.
Leider war das Fest nicht sehr gut besucht, was traurig für die rosebuddies ist. Als Zuschauer jedoch recht angenehm, da meist viel Abstand eingehalten werden konnte und man freie Sicht auf die Leinwand hatte.

Das Kino ist gut, mit Steigung und bequemen Sitzen. Das Personal ist sehr freundlich. Theoretisch ist das Kino auch gut mit den Öffis erreichbar, wenn nicht grade Baustellen, Stammstreckensperrung, Schienenreparatur ist. Das nervt. Bin dann doch mit dem Auto gekommen, es gab keine Probleme, einen Parkplatz zu finden (was ich ja befürchtet hatte) - zur Not hätte ich ins Parkhaus fahren können (was mir aber zu teuer gewesen wäre, auf Dauer). Ich habe keine Lust, nach einem Film wie „Midnight“ an der dunklen S-Bahn-Station im Regen zu sitzen.

Dass sowenig Leute da waren, kann daran liegen, dass wir ja noch immer in Pandemiezeiten leben, sodass es unsicher war, ob und wann und wie das Fest stattfindet. Viele rechnen ja mit September, und haben dann Schwierigkeiten, Urlaub umzubuchen. Im Kino war 3G+ angesagt. Wäre jetzt wahrscheinlich auch anders, dann wäre 2G die Situation (wenn ich Söderlein richtig einschätze).

Ich hoffe, wir werden noch viele Fantasy Filmfeste haben und freu mich auf die viertägigen nights im April.

Jetzt erstmal Jahresendspurt …

7 „Gefällt mir“

Ein durchaus besonderes Festival dieses Jahr. Spannenderweise bin ich noch immer auf der Suche nach Erklärungsansätzen. Ja, die Auswahl war überdurchschnittlich gut, aber wiederum nicht so überragend, dass es die regelrechte Begeisterung, die ich jeden Abend verspürte, rechtfertigen würde. Flankierende Elemente wie zeitweiser Urlaub oder ein Konzert-Review taten wohl ihr übriges. Egal, ich genieße den Moment… :slight_smile:

Was blieb u. a. in Erinnerung?

Eine Zahnskulptur in „Gunpowder Milkshake“ inkl. seltenem Szenenapplaus. Film war besser als befürchtet, durchaus lustig, die Actionszenen passabel. Eine Straffung um die nicht funktionierenden sentimentalen Stellen wäre jedoch nicht übel gewesen. Tschussi-tschuss. 6,5.

Die erste „Walkingsequenz“ in „Spiritwalker“ und die unerwartet harten Fights. Film bedarf noch einer Zweitsichtung, da ich ob zu wenig Schlaf in der Nacht zuvor ehrlich gesagt nicht alles verstand. Das, was ich an Storyidee, Action und Tempo mitschnitt, gefiel. 7,0.

Der Pathos-Overkill in „Hard Hit“. Nein, ich habe kein Problem mit Korea-Pathos, aber hier drückte es doch arg aufs Tempo. Davor machte er vieles richtig. 7,0.

Meine Lachflashs in „Bloody Oranges“. Spannend, das schafft sonst nur Bong Joon-ho. Ein großer Spaß, trotz der Dialoglast. Schön, dass er es mit der Härte am Ende nicht übertrieb, wenngleich das Lachen dennoch im Halse stecken blieb. 8,0.

Selbstverständlich das nur minimal überzogene Ende von „Hunter Hunter“. Mit dem Rest konnte ich leider wenig anfangen, Spannung stellte sich bedingt ein. 6,0.

Der Stau auf der Autobahn, der mich „The Boy Behind The Door“ kostete. Ein Segen, wie sich herausstellen sollte.

Der hohe Sympathiewert von „Beyond The Infinite Two Minutes“. Ein weiteres großes Vergnügen, tolle Idee, saulustig, hält sein Tempo leider nicht bis zum etwas schwachen Finale durch. 8,0.

Der Abschied in „Lamb“. Von wegen nordische Unterkühlung. Bewegender und besser als erwartet, bizarr und mit recht viel Charme. 7,0.

„Midnight“ als Spalter. Die vielen positiven Stimmen haben mich nicht wenig überrascht. An dieser Stelle beste Grüße an Leimbacher-Mario, dessen Tagesfazits und Rezensionen ich außerordentlich schätze. Ich gehörte leider analog dem ebenso geschätzten D.S. der Unglaubwürdig-Fraktion an, mein Korea-Herz blutete, als auch in Köln Gelächter einsetzte. Dabei war er nicht unspannend, und Jin Ki-joo machte ihre Sache super. Das rettet ihn auf 6,5.

Die Überraschungsmomente in „Night Drive“. Hammer, Kofferinhalt… Besten Dank an die Community, ohne die positiven Stimmen hätte ich ihn ausgelassen. Und einiges an Kurzweil und Amüsement verpasst. 7,0.

Der Untertitelbedarf bei „Coming Home in the Dark“. Grenzt an eine Frechheit. Man konnte dennoch folgen, was es jedoch nicht spannender oder intensiver machte. Schade, ich fand den unbeholfen mit der Webcam agierenden Regisseur irgendwie nett. 5,5.

Die lauernden Blicke von Annes Elwy in „The Feast“. Ja, arthousig das Ganze, aber er köchelt gut vor sich hin, überzeugte optisch und akustisch. 7,0.

Der Endkampf in „Raging Fire“. Zauberte mir ein seliges Oldschool-Grinsen ins Gesicht. Hach, und Donnie als Superheld bei der (ernstgemeinten?) Rettung des Kindes beim Carcrash. Herrlich. Der Ansatz der Schere an der einen oder anderen Stelle hätte aber nicht geschadet (wobei ich nur ein geringes Pathos-Problem hatte). 8,0.

Nicht besonders viel aus „Let The Wrong One In“. Ja, Conor McMahon lässt sich gemeinhin gut weggucken, es gibt einiges zu lachen, die handgemachten Effekte gefallen. Man muss seine Werke aber selten ein weiteres Mal schauen. 6,0.

Blut und Gedärme in „The Sadness“. Das war er also. Ja, er ist explizit, die Effekte sehen gut aus, die Corona-Anspielungen funktionieren. Nein, „Spaß“ macht das Ganze nicht, insb. die sexuelle Komponente ging mir doch an die Nieren, Spannung, Empathie mit den Hauptfiguren Fehlanzeige. Und 150 db wären nicht nötig gewesen. 6,5.

Das Geräusch der Grillen und des Windes in „Are You Lonesome Tonight“. So stimmungsvoll blieb es leider nicht. Unausgegorene Mischung aus Schuld und Sühne-Drama und „Thriller“ mit merkwürdigem Schnitt und unpassender Musik/Sounduntermalung. Optisch ansprechend, aber insgesamt nicht meins. 5,0.

Shut the fuck up, „Silent Night“. Die Balance zwischen verhalten bissiger Familienkomödie und Weltuntergangsdrama funktionierte gar nicht schlecht. Problem sind die bedingt sympathischen Figuren, was nicht bedeutet, dass mich das nicht gerade überraschende Ende kaltgelassen hätte. Ein besserer Abschluss als erwartet. 7,0.

Und fernab der Filme? Die Publikumsauslastung war für Kölner Verhältnisse nach meinem Empfinden eher gering. Dennoch wie immer schön, die bekannten Dauerkärtler wiederzusehen, die man nun schon seit vielen Jahren kennt (ich bin immerhin schon bzw. leider erst seit 2008 dabei). Etwas negativ fiel auch die Trailerflut und damit einhergehend die ungewohnt kurzen Pausen zwischen den Filmen auf. Ein Zugeständnis an die Pandemie-bedingt leidende Industrie? Bedauerlich nur, dass keiner vom Schlage eines „Augie? Stella!“ darunter war. Ah, und beste Grüße an Herr_Kees. Es gibt zumindest einen „Fan“ von „The Maid“, nämlich mich. :slight_smile: Und muss denn vor nunmehr beinahe jedem Film diese blöde Lightshow gezeigt werden, dazu noch mit defekten Vorhängen? Dennoch ist die Residenz weiterhin großartig.

Meinen herzlichsten Dank an die Veranstalter und die Community. Ich freue mich auf die Nights!

7 „Gefällt mir“