Fazit für München…
Für mich war das ein starker Jahrgang, ich hab mal spaßeshalber ein Ranking meiner 18 Filme erstellt:
- AFTER YANG
- FREAKS OUT
- SPEAK NO EVIL
- HUESERA
- ALIENOID
- DON’T WORRY DARLING
- DEADSTREAM
- THE ROUNDUP
- WATCHER
- PIGGY
- NOTHING
- AMERICAN CARNAGE
- MEGALOMANIAC
- EMERGENCY DECLARATION
- OGRE
- EMPLOYEE OF THE MONTH
- THE SEED
- OLD PEOPLE
Bemerkenswert: ab Platz 14(!) hab ich ne Bewertung von 7/10 aufwärts bis zu den beiden heuer herausragenden 10/10, AFTER YANG und FREAKS OUT. Desaströs war für mich nur OLD PEOPLE.
Viel zu lachen gab’s allerdings nicht grade. Viele Werke scheinen es geradezu darauf anzulegen, Terror zu verbreiten, mindestens psychischen. Vermutlich ein Echo auf unsere Zeit. Herzhaft losprusten musste ich eigentlich nur bei DEADSTREAM und teilweise bei ALIENOID. Am glücklichsten rausgegangen bin ich ausgerechnet bei einem traurigen Film: AFTER YANG, deswegen auch meine Nummer Eins. Man sieht ja heutzutage selten einen nicht-dystopischen Science-Fiction-Ansatz, und ich weiß natürlich nicht, wie das bei euch ankam, aber die Welt, in der Colin Farrell mit seiner Familie lebt, sieht gar nicht sooo übel aus… vielleicht kam mir das aber nur so vor, weil ich gerne Tee trinke. Just kidding, hier wird einfach eine Stimmung entwickelt, die mir etwas Hoffnung vermittelt, und das inmitten der sonstigen Nihilismus-Varianten (die ich cineastisch natürlich trotzdem sehr schätze).
Der imaginäre Splattercheffe-Preis für die coolste Performance geht an Franz Rogowski. Der beste Spezialeffekt ist Ma Dong-Seoks Faust zusammen mit den Katzen aus ALIENOID. Starke Frauenfiguren sind wie die letzten zwei, drei Jahre viele am Start (OGRE, MEGALOMANIAC, PIGGY, WATCHER, DON’T WORRY DARLING, HUESERA, FREAKS OUT, …), das ist schön. Noch schöner wäre, diese Frauen müssten nicht zwingend misshandelt/getäuscht/gemobbt/terrorisiert etc. werden, bevor oder während sie sich als starke Figuren zeigen dürfen. Aber hey, wir sind beim FFF, da sind diese Themen halt immanent, und wenigstens darf ich hier hoffen, dass es ein Echo darauf gibt…
Das City in München war sehr angenehm, Leute im Kino sehr nett, der Innenhof mit Filmwirtschaft nebenan perfekt. Die etwas kurzatmige Taktung war, wie Rainer zugab, der ambivalenten Tatsache geschuldet, dass mehr Trailer-/Werbeblöcke verkauft wurden als gedacht, und ganz ehrlich, die Kohle sei den Verantwortlichen mehr als gegönnt, damit auch zukünftig starke Programme zu uns finden. (Auch wenn selbst die besten Trailer nach dem siebten Mal anfangen zu nerven. Außerdem verstehe ich nicht, wieso die Trailer immer länger werden, aber da scheinen die Marketing-Fuzzis was zu wissen, was ich nicht weiß.)
In diesem Sinne, ich bin gespannt auf die Stimmen und Bewertungen aus den restlichen Städten!