Fazit FFF Nights 2011

Berlin übrigens. 10 Filme. 2 Tage. Geht noch. Viele Leute wiedergesehen. Die man nur zwei mal im Jahr sieht. Filme: Solide Auswahl. Siehe torts.de. Keine Gurken. Aber auch keine wirklichen Extaseverschaffer… … Hatte auch immer mittigen Platz, es scheint, dass 3D-Projektionsflächen vom Rand her gesehen zum Rand hin abdunkeln… Und ich habe jetzt NOCH EINE 3D-Brille. Klar, jeder hat eine zu Hause. ZU HAUSE. Egal. Habe auch die Klimaanlage überlebt. Man sagte mir, die sei zu kühl für kurze Hosen. Also egal. Gute Sessel. Viele Ansagen, sehr schön. Keine Schlägereien wegen Rucksackaufdemplatzliegenlassen, auch nicht bei den einschlägigen Filmen (“I spit on your Rucksack!”). Wenig Knisterer und Chipsesser. Man sollte aber überlegen, für manche Zeitgenossen Deo anzubieten… Zwangsweise. Kann man ja als 3-Deo verkaufen, für ein paar Euro mehr… Hochfrisurplattmachdienste wäre auch nicht schlecht. Entmützung war nicht notwendig, diesmal… Keine alte Werbung. Hoffentlich kommt da im Sommer auch was Neues und nicht die mit Rosmarie auf dem Tisch. Gehörte aber nicht zur Zielgruppe der Mittelaltermitdudelsackrockbands oder der verstörenden Clips für die Rockyhorrorpictureshowlivebegeisterten… und bei GTA - ist ja auch von Rockstar - komme ich einfach nicht weiter, ich weiß nur, wenn man aus dem Krankenhaus kommt und noch auf den Stufen jemanden verprügelt, kriegt man eine Waffe… Immerhin nur 2 Tage Werbung. Werbung kann nerven, wenn man sie 40mal sehen muss. Wirklich.

Und… Highlights? Flops?
Filmtechnisch gesehen, versteht sich :wink:

… einfach den Link oben anklickenn ach “siehe…” … aber in noch kürzer und unbunt: Highlights waren I saw the Devil, Troll Hunter, Kidnapped, The Hole; der Rest war ok; bis auf die zwiespältigen I spit on your Grave und Essential Killing, bei denen kommt es auf die persönlichen Vorlieben an, noch mehr als bei den anderen Filmen… richtige Gurken waren jedenfalls nicht dabei (…obwohl ein paar Leute Essential Killing gaaar nicht mochten…)

… gibt es übrigens jemand, der Essential Killing mochte? Wenn ja, warum???

Hiho!

So, erster Tag gelaufen, ich kann auch mal meinen Senf abgeben!

13 Assassins: Guter Einstieg! Nicht der absolute Hit, aber ein solider Start in die FFFN!

The Hole 3D: Popcornkino! Unterhaltsam, aber die Moral kam mit dem Vorschlaghammer. Und irgendwie strotzen die 3D-Filme zur Zeit noch von billigen Effekten und wirken billig! Aber ich hab nicht bereut rein gegangen zu sein!

Kidnapped: Ganz anders als mein Vorredner, der war für mich die absolute Gurke des Tages! Viel Geweine, Gewalt, Brutalität, Geschreie, wenig Handlung - und bis zum Einschlafen langweilig! Wäre ich Essen gegangen, ich hätte mehr von der Zeit gehabt!

Troll Hunter: Toller Film! Für mich der Höhepunkt des Tages, hat aber das Zeug, mein Lieblingsfilm der Nights zu werden! Schön erzähl, mal endlich kein zu platter Vorschlaghammerhumor. Ich fahr jedenfalls nicht ohne UV-Scheinwerfer nach Norwegen!

I spit… habe ich mir nicht angesehen, da bin ich einfach nicht die Zielgruppe für!

Tschüss
Tiggr

Mein Fazit

The Troll Hunter
Sehr cool, ich liebe Trolle, ich liebe Norweegen, ich liebe diesen Film! Das ist aber kein Partykracher oder Megablockbuster, das ist ein kleiner Indipendent-Film, also keine falschen Erwartungen bitte. Die genialen Soundeffekte muss man hier extra erwähnen und machen ein Kinobesuch zur Pflichtveranstaltung.

Mother’s Day
Nicht so mein Genre, aber der Film war von vorne bis hinten gut gemacht, spannend, brutal und diese Mother ist wirklich krass - krass gut!

I saw the devil
Südkoreanische Rachefilme sind der Kavier am Buffet und I saw the devil zählt für mich zu den Besten. Hier stimmt einfach alles und Choi Min-sik spielt den perversen Psycho-Bastard wieder einmal, als könnte er gar nicht anders - dieser Pfundskerl!

Wake Wood
Nettes Filmchen, etwas Gore, eine mysteriös dunkle Atmosphäre und ganz viel Familiendrama - vielleicht etwas zu viel davon.

Hiho!

Zweiter Tag, 5 weitere Filme! Heute wirklich ein gurkenfreier Tag!

Esential Killings: Hmmm, schlecht war er auf keinen Fall. Aber ich kämpfe noch damit, mir darüber klar zu werden, was ich von dem Film halte! Ich würde sagen: Ansehen, und eine Meinung bilden!

Burke & Hare: Nach Troll Hunter mein zweites Hightlight des Festes. Schwarzer, trockener Humor, schöner schottischer Aktzent, tolles Ambiente! Wie heißt es doch bei Ebay immer so schön: Gerne wieder!

Mothers Day: Nicht ganz mein Ding, aber auf alle viel besser als Kidnapped. Mehr Handlung, bessere “Folterszenen”, das richtige Maß an Brutalität und Charaktertiefe für so einen Film! Höre ich mich gerade bescheuert an?

I saw the devil: Wer ist denn nun der Psychopath? Gibt es in Korea wirklich so viele Psychos! Auf alle Fälle sehenswert, saftig bis zum Ende!

Wake Wood: Kein absoluter Spitzenfilm, aber handwerklich ok, der bessere “Friedhof der Kuscheltiere” - als Abschluss ganz ok!

Tschüss
Tiggr

Ich fand die äußerst wenige Werbung sehr gut. Hatten bei zwei Filmen, glaub ich, Werbung und das hat auch gelangt.

Ich muss sagen, dass mir die Filmfest Nights gut gefallen haben, aber auch einge negative Punkte waren dabei. Und das waren nicht die Filme.
Als absolute Gurke empfand ich die Filme Essential Killing und Wake Wood.
Essential Killing hatte einfach nichts interessantes an sich.
Wake Wood hatte eine nette Idee, aber das kannte man alles schon. Einzig das Ende war gut…aber das wars auch schon.
The Hole empfand ich als zwar gut, aber mehr Kinder-Grusel.
Kidnapped empfand ich als sehr gut, aber dieses Minutenlange Geflenne war grauenvoll.
Burke & Hare war ebenfalls sehr gut gewesen. Da hatte ich nur das Problem, dass er witzig anfing und gegen Mitte ernster wurde. Aber das achte den Film nicht schlecht.
13 Assassins ist gut, denke aber eher, dass er mehr für Fans solcher Filme ist. Ich fands aber gut, dass es kein Gore-Gemetzel gegen Ende war.
I Spit on Your Grave war gut, aber hatte durch das ganze Mundpropagande etc. was anderes erwartet. Durchaus gute Unterhaltung.
Mother’s Day war ich sehr positiv von überrascht und hat mir daher gut gefallen.
Aber mein persönliches Highlight war einfach I Saw The Devil. Top von der ersten bis zur letzten Minute.

Was ich weniger toll fand, war dieser Aussetzer mit Troll Hunter.
Ok, dass der Schlüssel nicht geht, ist eine Sache, aber mit spärlichen Informationen die Leute fast eine geschlagene Stunde im Kino sitzen lassen find ich scheiße.
Zuerst sagte man, verschiebt ich um 45 Minuten ca.
Dann 45-60 Minuten
10 Minuten später, wo einige schon rausgingen, wurde gesagt, in 10 Minuten definitiv und dann ließ man uns 30 Minuten warten ohne Infos um dann am Ende gesagt zu bekommen, verschoben auf 00:30 Uhr. Das ist scheiße.

Was ich ebenfalls absolut Mist fand, war das Verhalten zweier DK Besitzer.
Bei einem ging es um Platzreservierung, einer nahm die Tasche weg und setzte sich dorthin und der Besitzer kam hin, setzte sich unter Protest u.a. auf ihn und später sogar stellte er sich vor ihn…bei 13 Assassins wo mehr behidnert wurden als nur die beiden gewollte. Absolut Kindergarten Verhalten.
Das andere fühlte sich einer angegriffen und es kam schon zu leichten Handgreiflichkeiten und das Kinopersonal musste dazwischen gehen.
Und der Grund war total unnötig und lächerlich gewesen.
Ich persönlich möchte sowas nicht nochmal erleben, da es grundsätzlich unnötig ist.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Kenshin am 27.03.2011 12:13 ]

Hiho!

Das andere fühlte sich einer angegriffen und es kam schon zu leichten Handgreiflichkeiten und das Kinopersonal musste dazwischen gehen.

Sag mal, haben die noch alle? Es geht um Filmplätze! Haben die noch ein Realleben?

Was bin ich froh, dass da die Frankfurter scheinbar zivilisierter sind! Hier wurde zwar auch über den Sinn und Zweck des Reservierungsverbotes diskutiert, aber es blieb immer im Rahmen einer Diskussion. Und um Plätze geprügelt hat sich keiner!

Tschüss
Tiggr

Puh, gut, dass das mit den Sitzplätzen und dem immer wieder aufflackernden asozialen Verhalten nicht nur Berlin vorbehalten ist :wink:

Und wie gern ich jetzt wieder damit anfangen würde, dass ich persönlich jedem, der bei “Essential Killing” bei jeder Szene mit Blut schallend gelacht hat, die Dauerkarte mit der Kante über den Augapfel ziehen würde.

Hallo beisammen,

nach den Nights in München muss ich nun doch auch mal meine Senf dazugeben: Da ich eigentlich seit Anfang an als Dauerkartenbesitzer dabei bin, sehe ich es wirklich mit Besorgnis, dass das ganze immer liebloser “abgewickelt” wird. Man hat sich ja schon daran gewöhnt, dass Reiner einen auch nach über 10 Jahren weder kennt noch grüßt noch mit irgendeinem Besucher des Festivals freiwillig spricht, aber diesmal…!?! Am ersten Tag keinerlei Ansagen, einen der Top-Filme total verhauen (“wir haben da was vergessen”) und dann auch noch eine mehr als maue Begründung… Absolut ungenügend! Wenn nicht die tolle Fangemeinde wäre, würde des FFF (und die Nights) den Namen “Festival” schon lange nicht mehr verdienen. Es handelt sich eher um Filmvorführungen…
Tut mir leid Rosebud - ich und wohl auch ziemlich viel andere Besucher habt ihr enttäuscht!

Gruß

doktork

Im Grunde bekam ich genau das was ich erwartet habe, zum Glück keine Gurken aber auch keine Oberkracher, also keinerlei Ausreißer weder nach oben noch nach unten.
Fand irgendwie alle Filme gleich gut, nur Burke & Hare fällt etwas ab, Comedy ist halt nicht mein Genre. Mein persönlicher Favorit und Gewinner war Kidnapped. Sowas liebe ich einfach. Knackiger und schneller als Mother’s Day.
Das Grave Remake um einiges besser als das Original welches zäh und langweilig daherkam.
I saw the Devil hat noch keine endgültige Wertung, in der Fassung gut bis sehr gut, aber erst noch einmal komplett sehen dann kann ich auch richtig bewerten. 13 Assassins ein bißchen verquer mit den vielen Characteren und Dialogen. Lieber modern und straight wie Azumi. Also:

Gewinner und richtig gut: Kidnapped

Knapper Verlierer aber immer noch über Durchschnitt: Burke & Hare

Gut: Alle anderen auch Essential Killing den viele nicht mochten. Wie Van Diemen’s Land nur schneller.

Michaela hat sich bei The Hole total gefürchtet, hihi. Haben uns beim Italiener vor dem Troll Hunter Essen vorbestellt und zwar für Punkt 18:35, da der aber 104 und nicht 90 Minuten ging waren wir erst später da, aber kein Problem, Tisch war schon fertig gedeckt und Essen auch sofort da. Nur so geht es.

Ja, man muss sich halt auf die Filme einlassen können ;.)

Mir haben die nights total Vorfreude auf das Sommerfestival gemacht.

Eines meiner Highlights wäre I saw the devil gewesen.

Ich hatte ja mit Sucker Punch angefangen, hat mir gut gefallen, sah sogar Parallelen zu Pan’s Labyrinth. Genau der richtige Einstieg für ein FANTASY Filmfest.

Dann kam Wake Wood, ein etwas gemütlicher Familienfilm, für die Hammer-Familie, halt. Viel Wald, leider keine wogenden Decolletés wie in den 60ern und 70ern als noch Christopher Lee in mysteriösen Kutschen die Damen durch den Wald jagte, aber eine würdige Hammer-Geschichte. Mit einer Klasse-Endeinstellung.

Dann ging’s weiter zu einem “I sell the dead”-ähnlichen Burke and Hare, zwar hochkalibriger als I sell besetzt, erreicht aber m. M. nach nicht dessen Witz und Charme. War ganz nett, so, für Samstag Nachmittag.

Mother’s Day hat mir sehr gut gefallen, spannend, perfide und eine grandiose Rebecca de Morney. Die stellt sogar die derzeit heiß diskutierte “Tiger Mom” in den Schatten. Regeln aufstellen und konsequent durchziehen, sonst gibt’s Ärger. Da kann man noch was lernen, so als Eltern.

Und dann die “Kurzfassung” von I saw the devil. War trotzdem gut.
Und man kam früher nach Hause :wink:

Essential Killing hab ich großzügig ausgelassen genau wie Kidnapped.

Hab dann mit The Hole 3D angefangen, mich schön gegruselt - die Dame neben mir übrigens auch ! - und mich über die Trolljäger amüsiert. Schön, dass man hier, im Gegensatz zu Filmen wie Cloverfield, die Trolle schön sieht und die Wackelkamera nicht allzu sehr nervt…

Dann schnell Pause, d.h. im Megaspeed Penne essen, zahlen, Pipipause und dass in 10 Minuten. Puh, da soll mal noch einer sagen, gemütlicher Kinonachmittag.

Dann wurde ich von Dvdscot unbarmherzig und gnadenlos gezwungen, I spit anzusehen. War dann alles halb so wild, weil, wie schon von anderen festgestellt, eine gewissen Distanz zu den Protagonisten vorherrschte.

Und zum Abschluss mein weiteres Highlight, 13 assassins. Ein ziemlich geradliniger und auch brutaler Samurai-Actioner, der durchaus Parallelen zu Kurosawa aufweist. Aber von Miike hätte ich etwas schrägeres erwartet, irgendwie anders, kanns auch nicht besser erklären.

Also, jetzt noch bis September warten und dann geht’s wieder los - mit hoffentlich vielen Vampiren.
Aber bitte nicht wieder Penne im Schnelldurchgang !

PS:
Vielleicht mag Rainer ja nicht allzuviel sagen, weil’s gleich weitergetratscht wird in irgendwelchen Foren und es einem dann doch auch passiert, dass einem das Wort im Mund umgedreht wird. Nur so ein Gedanke.

Das mit Sucker Punch - Pan’s Labyrinth meinst du jetzt aber nicht ernst, oder? :astonished:

Das Zack.Snyder-Baby ist für mich auf der nach unten offenen 5-Jahres-Drecks-Skala als bodenlos plaziert… liebloser Mainstream-Müll, leider… :disappointed:

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: todaystomorrow am 05.04.2011 01:08 ]

Aber BTT:

  • Kidnapped, Mother’s Day: klar die Highlights, intensiv, konsequent, spannend und gut inszeniert.

  • Burke & Hare: I like! Fantastisches Set-Design, unglaublich realistisch, kein Kalauer-Gekloppe, aber eine sehr nette und durchwegs unterhaltsame Komödie mit ganz eigenem schottischen Flair.

  • Troll Hunter, I saw the Devil: schon okay, aber den Hype nicht wert. Zur Genüge durchgekaute Ideen ganz ahnsehnlich neu umgesetzt, aber absolut nicht berührend/intensiv genug. Dennoch unterhaltsam.

  • 13 Assassins: zum Glück keine bloße Kurosawa-Verbeugung, zum Glück auch kein Miike-Sandkasten-Ego-Trip. Stattdessen ein erstaunlich “normales” Schlachtenepos mit teils sehr unkonventionellen Kämpfen und Kämpfern, leidlich unterhaltsam, streckenweise aber doch viel zu langatmig.

  • I Spit on your Grave: Och joooo… schon besser als das Original, aber Spannung bleibt Fehlanzeige. Der Torture-Porn-Einfluss tut der Storynichtigkeit aber sogar gut.

  • Wake Wood: ja, lief auch.

  • The Hole: Hurra, ein Kinderfilm. Und der überflüssigste 3D-Einsatz aller Zeiten.

  • Essential Killing: ich glaube, in meinem Review habe ich mich schon ausreichend aufgeregt :wink: Arthouse-Eitelkeit ohne Kraft.

  • Köln: Null Atmosphäre. Nicht empfehlenswert. Wie gehabt.

Am 05.04.2011 01:18 , todaystomorrow schrieb:

- Köln: Null Atmosphäre. Nicht empfehlenswert. Wie gehabt.

Was am Cinedom liegt. Multiplexe haben per se keine Atmosphäre. In den guten alten Zeiten des Residenz gab es sehr wohl Atmosphäre, insbesondere auch nach dem Film, wenn sich die Meute vor dem Kino austauschte und man unter sich war. Aber da der Zuschauerstrom seit dem Kinowechsel nach oben ging und das Residenz auch nicht mehr existiert, kann man die alten Zeiten nicht zurückholen. Ich meine mich zu erinnern, dass wir uns hierüber (und über Alternativen wie das Cinenova) bereits ausgetauscht haben. Dabei finde ich das Cinenova nun auch nicht atmosphärisch überbordend.

“- Köln: Null Atmosphäre. Nicht empfehlenswert. Wie gehabt.”

Zum einen muss ich natürlich erstmal dem Herrn Kaplan zustimmen, die gute alte Zeit im Residenz (wo heute der unsägliche Oliver Pocher seine noch unsäglichere Show aufnimmt) war wirklich um längen besser. Da stand man teils wirklich noch 1-2 Stunden nach dem letzten Film mit Leuten rum (teils auch welchen, die man vorher noch nie gesehen hatte) und diskutierte noch über die Filme, oder ging danach noch einen trinken. Heute? Fehlanzeige, eine kleine, sehr überschaubare Anzahl von Leuten steht noch (wenn’s hochkommt) vielleicht 10-20 Minuten nach Ende unten vor’m Cinedom, das war’s aber auch.

Allerdings muss man auch sagen, daß sich die Rosebud-Leute kaum noch Mühe geben. Man braucht das ganze ja nur mit den ersten Jahren im Cinedom zu vergleichen - da gab es noch verhältnismässig viele Ansagen vor den Filmen, heute gibt’s das noch beim Eröffnungs- und dem Schlussfilm, und beim Centerpiece, ansonsten nur noch ein paar Sätze vor einem Film, wenn einer der Sponsoren was zu verlosen hat.

Früher hingen Banner an den Geländern bei den Rolltreppen, sowie an den Eingängen zu den jeweiligen Kinosäälen, und wenn man auf die Etage kam, gab es auch noch eine Klappwand, an der Poster von FFF-Filmen und ein Timetable hingen. Und heute? Nix. Nada. Letztes Jahr gab es ein FFF-Poster am großen Saal, ein kleines Banner an den Rolltreppen, und die Klappwand stand einsam, verlassen und vor allen Dingen LEER herum.

… dass die Rosebudleute sich keine Mühe mehr geben, kann ich nicht bestätigen… außer bei e-mails… in Berlin war ich hochzufrieden (Vielen Dank!!!), und statt zu viel Werbung gabs richtige Ansagen!!

Ein niveauvolles Festivalrahmenprogramm wäre schon schön, irgendwie hat Rosebud scheinbar keine Lust oder Zeit darauf, muss man dann wohl akzeptieren. Die tolle Filmauswahl reißt dann auch das meiste wieder heraus, ich freue mich jedenfals jedes Jahr auf das Festival, auch ohne Rahmenprogramm.

Die Null-Atmosphäre ist mir bei meinem letztjährigen Abstecher nach Köln auch aufgefallen - in Berlin ist es aber auch nicht viel besser, finde ich.

Die FFF Nights einfach direkt mit dem Film zu beginnen - ohne Eigen-Trailer oder Anmoderation oder sonstwas, das ist schon bitter und lieblos. Okay, John Landis war dann später noch da, aber Fan-Service sollte sich gleichmäßig über die Filme verteilen und nicht gebündelt über einen Film ergossen werden. Über die inhaltliche Qualität von Essential Killing kann man durchaus zu Recht geteilter Meinung sein, aber diesen doch eher ungewöhnlichen und trotzdem (oder gerade deshalb) preisgekrönten Film einfach wortlos auf die Leinwand knallen, das wirkt lieblos. Bei nahezu jedem Berlinale-Film wird sich wesentlich mehr Mühe gegeben, dem Sujet Film auch gerecht zu werden und den Film würdig zu präsentieren. Immerhin könnte man dann noch mal die Gelegenheit zu nutzen, “Blindkäufer” des Tickets für Essential Killing schon mal drauf einzustimmen, dass es seeehr ruhig und gemählich wird.

Generell denke ich mir auch immer, dass es eigentlich bitter ist, wie die Kommunikation mit den Fans gehandhabt wird - nicht zuletzt, wenn ich daran denke, dass es beim FFF in einer Stadt wie Berlin mit 3,5 Millionen Einwohnern eher die Ausnahme als die Regel ist, dass eine Vorstellung ausverkauft ist. Und das dümpelt ja auch auf einem relativ konstanten Niveau seit Jahren rum: 4-5 ausverkaufte Vorstellungen und der Rest eher gut bis mau besucht. Aber es werden ja auch lediglich in Ausnahmefällen Trailer zu den Filmen gezeigt, deren Kartenverkauf eher schleppend läuft, obwohl es sich da häufig auch um Filme handelt, die eher zu Unrecht “ignoriert” werden. Natürlich könnte man wieder argumentieren, dass Trailer Zeit fressen und/oder spoilern - aber ich fände es für meinen Teil begrüßenswert, wenn es beim FFF noch andere “Entscheidungshilfen” geben würde als das in keiner Weise ernstnehmbare Programmheft.

Wenn man da mal das Potenzial der Fans besser nutzen würde, aber für mich sieht es auch so aus, als ob da immer eine “Barriere” vorhanden ist. Ich drängel mich jetzt natürlich auch nicht darum, persönlichen Kontakt zu den Veranstaltern herzustellen, aber generell ist da noch jede Menge Optimierungsbedarf, da man ja auch davon ausgehen kann, dass unter den FFF-Besuchern jede Menge Journalisten, Webseiten-Betreiber, Medienschaffende etc. sind.

Diese mangelnde Kommunikation fällt mir jedenfalls auch seit Jahren auf - sie ist mir zwar auch eigentlich recht egal, weil es mir ja hauptsächlich um die Filme geht, aber wenn ich es aus einem professionellen Blickwinkel betrachte, dann gehört zu einem Festival schon mehr als eine halbherzig betriebene Facebook-Seite und ansonsten Schweigen im Walde für den Rest des Jahres (abgesehen von 1-2 Newslettern).

Nicht, dass das jetzt missverständlich wirkt: Ich bin unendlich dankbar, dass es das FFF gibt und werde auch die nächsten 100 Jahre noch hingehen - aber es existiert eben auch Optimierungspotenzial, was sich reichlich einfach nutzen lassen würde. Und natürlich werden die Veranstalter schon recht genau wissen, was sie da machen, aber die Medien-Präsenz des FFF im Vorfeld finde ich reichlich mau.