FFF 2020 - Fantasy Filmfest

Noch vor den White Nights einen Thread zum nächsten, großen Festival zu eröffnen scheint voreilig, aber wer aufmerksam den aktuellen Newsletter gelesen hat, der entdeckt einen kleinen Satz, der wieder für viel Gesprächsstoff sorgen wird:

2020 werden die Städte Stuttgart, Nürnberg und erstmals auch Frankfurt wie in 2018 nur mit 6 Tagen und reduziertem Programm bespielt. Hamburg, Berlin, Köln und München wie immer mit 11 Tagen.

Dass Frankfurt jetzt auch dazu kommt, hat sich leider auch abgezeichnet. Ich dachte aber, dass durch den Wechsel des Kinos nochmal die Kurve gekriegt wurde

Komisch ist nur, dass in Stuttgart gesagt wurde, dass sich dieses 6/11Tage Model nicht gerechnet hätte, da unterschiedliche Verträge ausgehandelt werden müssen und auch unterschiedliche Hefte etc.
Naja, ich persönlich freue mich sogar über 6 statt 11 Tage, da es für mich angenehmer ist mit Arbeit und Familie in Einklang zu bringen.
Mich nervt es aber, dass hier wieder Unterschiede hinsichtlich einzelner Städte und damit Ungleichbehandlung stattfindet

In Stuttgart haben nicht wenige die Situation aus 2018 Rosebud extrem übel genommen

Das ist wirklich bedauerlich. In der Rückschau zeigt sich leider, dass beim gekürzten Programm nicht nur die Gurken wegfallen – siehe dazu auch den entsprechenden Thread.

In 2018 wurden 24 Filme nicht gezeigt, darunter interessante Beiträge und Festival-Favourites wie CUTTERHEAD, LUZ, KEEP AN EYE OUT, ONE CUT OF THE DEAD, SATAN’S SLAVES und WILDLING.

Einige der nicht gezeigten Filme sind bis heute schwer “nachzuholen” (ungeachtet ihrer Qualität), wie z. B. MURDER ME MONSTER, DEMENTIA: PART II oder eben Dupieuxs KEEP AN EYE OUT.

Noch dazu wurden dieses Mal auch die Preise erhöht. So bekommen die 3 Städte nicht nur ein reduziertes Programm, sie müssen pro Karte auch mehr zahlen als die anderen Städte.

Und obwohl ich dieses Mal darauf vorbereitet war, da der Saal beim großen FFF 2019 dieses Mal immer relativ leer war und Matthias auch darauf hingewiesen hat, dass es wahrscheinlich zu einer Kürzung kommen wird, bin ich trotzdem deprimiert.

Auch in Nürnberg wurde uns ja gesagt, dass sich das unterschiedliche Programm in den verschiedenen Städten nicht rechnen würde, weil zu aufwändig und kompliziert. Die wissen auch nicht, was sie wollen. Hoffentlich streichen sie nicht wie 2018 alle Horrorfilme und interessanten Filme (ist natürlich Ansichtssache) für diese 3 Städte. Wäre ein kleinerer Kinosaal in Nürnberg nicht evtl. eine Option gewesen, falls dieser in der Miete etwas günstiger wäre? Das Cinecitta bietet da ja alle möglichen Kinosaalgrößen.

Ich muss mir jetzt halt sagen, lieber die Hälfte als gar kein großes FFF in Nürnberg. Zumindest war’s dieses Mal nicht der Weihnachts-Newsletter.

Allerdings wird es sicherlich so sein, dass wieder ein paar der Dauerkartenbesitzer dann wahrscheinlich gar nicht mehr hingehen werden. Gelernt hat Rosebud hier leider nicht dazu.

Mich wundern die 11 Tage in Berlin wie immer, waren bei uns ja 12, seit dem Wegfall der Parallel Slots allerdings ohne echten Vorteil. Im Grunde finde ich es kompakter auch besser.

Generell ist der Trend natürlich interessant, dadurch wird das Nürnberger FFF quasi genau so lang wie das Regensburger Hard:Line was richtig voll ist.

Schade, Ich bin über diese Entscheidung wirklich “not amused”.
2018 konnte ich mir noch mit Frankfurt Long und Nürnberg Short mein passendes Midsize Programm zusammenbasteln.
2019 war mit Nürnberg Long sowieso alles safe.
2020 wird es jetzt aber entscheident schwieriger. Meine beiden bevorzugten Festival Locations Frankfurt und Nürnberg sind ja jetzt beide Short, shit. Um mir mein 2-Städte Programm zusammen zu bauen, hängt jetzt eigentlich ALLES von den Terminen ab.
Option 1: Frankfurt Short + in Köln Long auffüllen.
Option 2: Nürnberg Short + München Long auffüllen.
Option 3: Köln Long only
Option 4: München Long only

Option 3+4 fallen mangels Übernachtungsmöglichkeiten über 11 Tage for free für mich eigentlich flach.
Option 2 dürfte von Frankfurt aus reisetechnisch die schwierigste Kombi sein.
Option 1 erscheint mir deshalb momentan auf den ersten Blick die machbarste Lösung, aber nur, wenn Frankfurt und Köln nicht parallel laufen!
2020 wird für mich also planerisch wirklich ein super schwieriger Jahrgang! Aber schau mer mal wie die Termine und die Programmierung der Filme aussehen werden!? Vielleicht lässt es sich ja auch mit dem 6 Tage Programm in Frankfurt ganz gut leben? Und den Rest schau ich mir dann im Kölner Luxuskino bequem im Liegesessel an.

In Zeiten des digitalen Wandels, muss man wohl froh sein, überhaupt noch ein klassisches FFF über alle 7 Städte zu bekommen, auch wenn 3 Städte dabei leider kastriert und in Zukunft vielleicht sogar komplett abgeschafft werden? Verzicht üben ist angesagt und den Rest der Filme müssen wir uns dann halt auf den unzähligen digitalen Plattformen zusammenstreamen! Bad but Reality.
Wo bleibt hier eigentlich der anonyme Finanzier oder die Finanzspritze aus dem Off?

Schade schade schade, aber damit müssen wir jetzt wohl alle in den kastrierten Städten erstmal klar kommen, jeder auf seine Weise.

Schade, schade. Damit fällt Stuttgart als Option weg und es werden wohl Berlin oder Köln. Diese scheinen zumindest ordentlich zu laufen, sozusagen als Ost- und Westmagneten.

Aber Luz war doch never ever ein Festival-Favorite O_o

Unbenommen der Tatsache, dass ich dir in allem Recht gebe: Dupieux‘ KEEP AN EYE OUT kommt am 12. Dezember in die deutschen Kinos, unter dem dollen Titel DIE WACHE :no_mouth:

Und nein, LUZ war auch meiner Meinung nach kein Festival-Favourite.

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LUZ fällt eher in die Kategorie „interessante Beiträge“. Den Dupieux (einer seiner schwächeren, wie ich finde), hatte ich schon auf den frz. Filmtagen nachgeholt, nett, dass er noch einen Kinostart bekommt.

Okay, das war abzusehen, nachdem in Frankfurt sogar der zimelich kleine Saal des “Harmonie” (mit dem ich mich gerade erst angefreundet hatte) bei vielen Vorstellungen nicht mal zur Hälfte besetzt gewesen ist.

Natürlich muss mit dem FFF Geld verdient werden, ich frage mich nur, ob dieses “Downsizing” nicht mehr ehem. Stammkunden vergrault, als neue anzuziehen. Bereits die Wahl der recht unbequemen Kinos in München und Frankfurt hat viele Menschen abgeschreckt, natürlich nicht uns hardcore fans, aber ich hörte auch andere Stimmen. Wenn jetzt noch ein “abgespecktes” Programm dazu kommt,dann wird das wohl in 2020 eine sehr intime und übersichtliche, kleine Veranstaltung für die Hardliner. Mit dem für was das FFF mal stand hat das allerdings nicht mehr viel zu tun.

Für was stand das FFF denn einst? Für volle, große Säle?

Schon mal darüber nachgedacht, dass das eine ganz allgemeine Entwicklung des Kinobetriebes heutzutage ist?

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Es stand für ein viel größeres und wesentlich breiter gefächertes Angebot, für alternative Programm-Slots, für Focus Asia, für mehr Animés, für die French Connection, und für spannende Gäste, Q&A’s, usw. , die es z.B. in Frankfurt gar nicht mehr gibt.

Natürlich denke ich als Fan über die Entwicklung des Kinobetriebs nach. Die Frage ist nur, warum läuft es denn dann in Berlin und Köln so gut, wo dieses Jahr manche Filme bereits nach wenigen Stunden ausverkauft waren !?

Ein guter alter Bekannter aus Berlin sagte mir erst vor kurzem, das er nicht mehr hingeht, weil ihn das Programm, Angebot, Filmauswahl, Streckung auf 10 Tage und fehlende Parallelslots nicht mehr ansprechen. Das ist kein Mensch der sich ein Festival finanziell nicht leisten könnte oder keine Lust mehr auf Kino hat, im Gegenteil. Und ich glaube hier nicht mehr an einen Einzelfall.Es brechen alte Gäste weg, das ist Fakt.

Wofür steht es noch? Ich denke, dafür, dass nicht zensiert wird. Und indem Rosebud diesen 3 Städten die Filme auswählt, ist das eine Art Zensur. Wir haben nicht das selbe Programm wie die anderen Städte. Und ich denke, vielen ist es wichtig, ein gleichberechtigtes Programm für alle Städte zu haben. Ich möchte mir gerne selbst raussuchen, welche Filme ich dort ansehen will und mir nicht von anderen auswählen lassen, was ich letztendlich vom vollen Programm noch zu sehen bekomme.

Da wäre es doch besser, für alle Städte wieder auf 8 Tage (wie’s früher mal war) zurück zu kürzen, aber für alle das selbe Programm zu bieten. 6 Tage sind halt nur die Hälfte aller Filme und somit werden wir um die Hälfte der Filme betrogen und diese Enttäuschung war das letzte Mal schon sehr groß bei jedem bekanntgegebenen und interessanten Film, der dann nicht in Nürnberg oder Stuttgart lief.

Fände ich nicht gut und fair die Idee. Warum sollten die Städte, in denen es top läuft, die Kürzungen mittragen?!

Selbst wenn man es kollegial nennen könnte, muss sich und ihre Zuschauer und ihre Entscheidungen schon jede Stadt selbst tragen, samt allen Konsequenzen :man_shrugging:

Das Festival ist doch keine staatliche Veranstaltung, die irgendwelchen “Gleichbehandlungsvorschriften” unterliegt. Wenn eine Stadt Verluste einfährt, dann sollte man die Veranstaltung dort einfach einstellen oder sich auf die Filme konzentrieren, die sich rechnen.

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Alexander, bei deinen Postrs ist mir zuviel Polemik am Start, hatten wir ja schon öfter, ich denke, dass du ziemlich mit den Entwicklungen zu kämpfen hast, aber dann mach es doch wie ich, geh nur noch zu einigen Filmen hin und geniesse das FFF solange es das noch gibt, die kämpfen doch schon lange mit der Existenz und daher versucht man auch unterschiedliche Varianten aus, in der Hoffnung, dass es irgendwie hilft - mir sagt auch ziemlich viel nicht mehr zu, aber nicht alles kann ich auch die Veranstalter schieben, das Alter spielt auch eine Rolle, weil ich einfach nicht mehr stundenlang im Kino sitzen kann… Das ist eventuell auch ein Problem, dem Rosebud ausgesetzt ist, man läuft schon so lange und die alten Hasen sind in die Jahre gekommen. Neue Leute anzulocken scheint schwer zu sein… Ich geniesse das Wenige, das es noch gibt so gut es geht, beim diesjährigen FFF war ich ja mal wieder extrem zufrieden mit meiner bescheidenen Auswahl!

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Ich finde auch, bei allem Bedauern, dass hier zu vieles negativ gesehen wird gegenüber Rosebud. ich selbst bin einfach froh, überhaupt noch jenseits Streamingportalen und Blockbusterkinos so ein Angebot wie das FFF zu haben. Die Programmauswahl trifft hinsichtlich der Schwerpunktsetzung auch nicht immer genau MEINEN Geschmack, aber hier von Zensur zu sprechen wie oben, ist doch wirklich albern. Dann muss man es schon machen wie DVDScot, mit dessen Geschmack ich seltenst übereinstimme (nichts für ungut), aber der die, sorry, Eier hat, selber ein Festival auf die Beine zu stellen. Dass die Jungs auf die Wirtschaftlichkeit achten und darunter nun FFM zu leiden hat, ist sehr schade, aber statt nur zu meckern, sollten grade wir alten und älteren Hasen eher überlegen, wie man im persönlichen und erweiterten Umfeld mal für Nachwuchs und Werbung für Genre-Festivals sorgt (also auch für das Obscura z.B.). Schließlich sind in München die Säle zwar noch ganz ordentlich gefüllt, aber ich erinnere mich, dass noch vor fünf Jahren oder so der Opener, Centerpiece, Abschlussfilm quasi sofort ausverkauft waren. Heuer waren die nicht mal komplett voll.

Wie wäre denn mal ein Slot hier im Forum, der sich nur um Ideen zur Nachwuchs-Gewinnung dreht…?

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Sorry, ich tische hier knallharte Fakten auf, da bedarf es keiner Polemik. Ich bin seit 1991 dabei und sage wie es ist. Ich hab hier auch ein paar Dinge zum nachdenken rausgehauen, aber bestimmt kein polemisches Gelaber. Wenn das keiner hören will der mit allem superduper zufrieden ist, dann bin ich hier halt raus, aber offensichtlich scheine ich ja nicht der einzige “Meckerfritze” zu sein, warum greifst Du dann meinen post an ? Ich denke die ganze Geschichte wird sich für mich dann bald wirklich auch erledigt haben. Its better to burn out than to fade away. Und die meisten Filme lassen sich ja auch anderweitig ansehen.

Oha, empfindlich auch, dann habe ich nichts gesagt… Edit: Aber schönes Neil Young Zitat! :wink: