FFF 2020 - Fantasy Filmfest

Bei aller inhaltlicher Zustimmung: Das tust Du eben nicht (nur), Du sagst, wie Du es wahrnimmst.

Das ist kein Fakt, sondern eine Prophezeihung. Auch das, wofür das FFF „steht“ ist Deine persönliche Wahrnehmung, für andere steht es z. B. für Splatterfilme auf Großleinwand (schon länger nicht mehr der Fall) oder für abseitige Arthousefilme aus aller Welt (eher mein Fokus) oder für eine gute Zeit mit Gleichgesinnten oder oder oder…

Alles gut, bin nicht beleidigt. Ich merke nur immer wieder das Kritik einfach nicht gefragt ist, weshalb ich mich da jetzt zurücknehmen werde. Habt Spaß.

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Kenn ich gut, passiert mir auch oft, daher war das eher als netter Anstubser zu verstehen :wink:

Sehr schade um Frankfurt… aber ich denke trotzdem, dass es logisch (wenn auch schmerzhaft) ist, schlecht laufenden Städten das Programm stark zu kürzen anstatt überall gleichmäßig zu kürzen. Wieso sollten diejenigen darunter leiden, bei denen die Säle gefüllt sind?

Was die Gründe angeht, sehe ich die Schuld nicht beim Programm, denn Zombies und Vampire gibt es genauso wie früher. Selbst die Asiaten waren zuletzt wieder stärker vertreten. Dieses Jahr war für mich eher uninteressant, aber das wechselt genau so wie früher. Ein ganz großer Faktor ist doch eher, dass die Zeiten sich geändert haben im Vergleich zu vor 20 Jahren.

  • Früher war die Technik im Heimkino wenig verlockend, mit kleinen Röhrenfernsehern und miesem Sound - heute habe ich das FFF zu Gunsten selber organisierter Filmabende mit Freunden aufgegeben, weil die meisten Filme auch so wirken, und es sogar gemütlicher ist (bei mir sind aber dazu noch zwei Umzüge hauptverantwortlich, es ist einfach zu weit zum Kino).
  • Früher hatten wir es schwer, an uncut Versionen oder generelle internationale Veröffentlichungen zu kommen - heute ist das Dank Online-Shops kein Problem mehr, weswegen ein großer Bonus des FFFs wegfällt.
  • Früher war ein Kinobesuch günstiger als ein VHS/DVD Kauf - heute ist es eher anders herum, gerade wenn man Streaminganbieter dazu rechnet, bei denen FFF-Titel häufig sehr schnell landen.
  • Früher nahm man mehr Filme mit, von denen man nichts wusste - heute kennen wir vorher schon zig Meinungen und deshalb bleiben die Säle bei potentiellen Gurken leerer.

Das sind alles für den Besucher keine negativen Entwicklungen, aber für ein Filmfestival sind sie bestimmt problematisch. Ich kann mir vorstellen, dass es mittelgroße Festivals allgemein immer schwerer haben, und nicht nur das FFF zu kämpfen hat. Dazu kommt der organisatorische Aufwand, der dahintersteckt, es in mehreren Städten stattfinden zu lassen. Die Werbung für neue Besucher ist z.B. nicht ideal, und das ginge wahrscheinlich leichter, wenn es nur einen Standort hätte. So muss alles aufgeteilt werden.

Was die fehlenden Gäste angeht bin ich deshalb noch nie zum FFF gegangen. Es war ein netter Bonus, aber wenn da nicht ein richtig großer Stargast sitzt, den auch Laien sofort erkennen, zieht man damit denke ich wenig zusätzliche Besucher an. Es wurde ja nicht mal damit geworben. Da würde ich sogar sagen, dass die fehlende Deko (früher gab es in Frankfurt richtig schöne, selbstgebastelte Deko!) eher von Nachteil ist.

Nachtrag: Noch ein Gedanke: Kann es sein, dass sich unsere Wahrnehmung von Kino generell gewandelt hat? Früher war das Kino die erste Anlaufstelle, um einen Film zu sehen. Meine Freunde und ich haben uns dort regelmäßig auch kleine Filme angesehen. Mangels Alternativen und weil es relativ günstig war (siehe oben). Aber durch 3D, Lasershows, teures Essen und die großen Multiplexe wurde uns Kino immer mehr als Event verkauft. Man geht für den Effekt-Blockbuster hin, für Marvel und Star Wars, das neue Werk des Lieblingsregisseurs oder den einen Horrorfilm, den man auf der großen Leinwand sehen will. Für alles andere gibt’s Netflix. Ich habe das Gefühl, dass sich mein Bekanntenkreis inzwischen in zwei Gruppen aufgesplittet hat: Ein paar wenige gehen sehr oft ins Kino, weil für sie die Leinwand wichtig ist. Sneaks, Festivals, dafür sind sie die Zielgruppe. Aber immer mehr gehen nur noch super selten ins Kino (wie gesagt - die paar großen Filme im Jahr, auf die man sich besonders freut). Die dann auch noch zu der Wundertüte FFF zu überreden, ist sehr schwer. Dass es diese Entwicklung gibt, sieht man finde ich auch daran, dass die meisten Kinos nur noch eine kleine Auswahl an Filmen zeigen (halt die großen), und dass kleinere Filme nur kurz und in den Mini-Sälen abgesepeist werden.

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Oh man, noch mehr Nutzerbrille geht nicht, als bei sowas gleich “Zensur” zu rufen. Wie blöd wäre Rosebud denn, die “gesunden” Städte Berlin und Köln zu beschneiden? Okay, darauf muss ich nicht weiter eingehen, sollte eigentlich selbsterklärend sein :wink:

Ja, eine Auswahl ist doof. Aber immernoch besser als gar nichts. Schaut euch mal die Schicksale von Bochum, Dortmund und Hannover an. An deren Stelle wäre ich geradezu glücklich über eine Auswahl.

Generell, und das fällt mir an Alexanders Posts stark auf: Nicht nur in der Filterblase denken. Natürlich trifft das Hardcore-Fans, Dauerkartenbesitzer und langjährige Besucher härter. Aber mit denen alleine kann man nicht kalkulieren. Die sorgen für einen fixen Absatz, aber letztlich kommt es auf die Variablen an. Und ohne volle Säle bei Freaks, 3 From Hell und wie sie alle heißen, würde es in anderen Städten auch anders aussehen. Das sind Gelegenheitszuschauer oder Leute, die vielleicht eine Hand voll mitnehmen, die es aber nicht stört, wenn ein Festival verkleinert wird, solange sie noch eine Auswahl bekommen. Die tragen den Event am Ende finanziell und nicht die “vergraulten Stammkunden”.

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Jo, von mir war das ebenso ein kleiner, ganz bewusster Anstubser Richtung Alexander, der mir doch häufig ein wenig zu sehr lospoltert hier… Er ist halt ein sehr emotionaler Mensch. :smile: :smile:

Aber nichts für ungut, ist ja in eine sehr gesunde Diskussion übergegangen.

Das ist eine interessante Frage. Von meinen Leuten geht wirklich niemand mehr ins Kino. Allenfalls nochmal zu sowas wie Joker. Cinephile Menschen, die den Luxus eines Programmkinos vor der Haustür haben, gehen ganz bewusst dort hin. Da wird es immer die unumstößlichen geben aber auch die haben es schwer. Glaube, da gibt es zu den Multiplexen gar nicht so einen großen Unterschied, auch wenn letztere das wirtschaftlich sicher ganz anders auffangen können. Ich würde sogar behaupten, denen geht es im Hinblick aufs Überleben sogar wesentlich schlechter. Die Kids von heute gehen nicht mehr ins Kino. Wozu auch? Dank Überangebot Streaming, deutlich kürzeren Kino/Heimkino Auswertungen ist da auch kaum Eile geboten. Merkt man auch an der Preis-Offensive, die eine große Multiplex Kette vor wenigen Monaten (in einigen Städten) startete: Deutlich heruntergesetzte Eintrittspreise, unabhängig vom Wochentag oder Sitzplatz Kategorie. Damit reagieren die ganz offensichtlich auf den Zuschauer Schwund.

Was mich dabei aber zu einer ganz anderen Frage führt, die ich mir in letzter Zeit immer häufiger gestellt habe: Kann es sein, dass die Amerikaner ganz anders Kino konsumieren? Logisch, braucht man nicht zu erwähnen, VOD ist auch da Thema und Rückgänge an den Kinokassen wird es zu verzeichnen geben aber dennoch habe ich das Gefühl, dass dort doch noch mehr ins Kino gegangen wird.

…von den Franzosen gar nicht zu reden.
Was mir persönlich bei allen mittlerweile bestehenden Alternativen nicht einleuchtet, ist der Verzicht auf die große Leinwand und das damit zusammenhängende Gefühl eines gemeinsamen Erlebens. Wie es eben grade bei Festivals stattfindet. Stattdessen wird, ganz egal wieviel Kunden Netflix und Genossen noch rekrutieren, alles irgendwie… kleinteiliger. Lauter kleine Filterblasen.
Dass ein Film wie ROMA etwa quasi nicht im Kino auftaucht oder nur ne Woche, der aber laut nach der großen Leinwand schreit, finde ich extrem schade und ich werde nie begreifen, dass man da als Cineast nicht ins Kino läuft, sondern sich mit Streaming begnügt. Ist das ne Altersfrage?

Was meinst Du?

Ich weiß es wirklich nicht aber ich kann mir vorstellen, dass es, was das Kino-Besuchs-Verhalten angeht, keinen großen Unterschied zu D gibt. Oder meinst Du das gar nicht?

Ja, kein Plan. Für mich DAS Hauptargument für Kino ist definitiv die große Leinwand. Keine Ahnung, ob dieser Zauber der jüngeren Generation gänzlich abhanden gekommen ist?

Ich denke schon, dass die große Leinwand noch geschätzt wird, aber eben für die “großen” Film-Events des Jahres. Die Marvels und Star Wars laufen schließlich super.

Für mich ist die Leinwand auch das Hauptargument fürs Kino, aber leider laufen die meisten Filme, die mich interessieren nur im kleinen Saal (weil ich z.B. kein 3D sehen möchte). Und dann überlege ich mir zweimal, ob ich den Preis für einen Mini-Saal bezahle, in dem am Ende noch laute Besucher um mich herumsitzen oder die Sicht versperren. Kinoerlebnis ist halt leider nicht gleich Kinoerlebnis. :frowning: Bei Festivals weiß ich zumindest, dass das Publikum sich benimmt, und deswegen habe ich das FFF immer regulären Kinobesuchen vorgezogen. :wink:

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Auch wenn es langsam ganz schön offtopic wird, hier noch ein mehr als interessanter Artikel zur aktuellen deutschen Kinolandschaft und u.a. auch den Vergleich zu unseren französischen Nachbarn, bei denen das Herz des Kino noch immer extrem viel lauter schlägt als hierzulande:

http://www.blog.insidekino.de/?p=7665

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Es gibt Länder, in denen es den Kinos gut geht und die Leute durchschnittlich 3 bis 4 Mal pro Jahr ins Kino gehen, wie Südkorea, Island, Irland, Australien, Neuseeland, Mexiko, Frankreich, Singapur, Hongkong, die USA und Kanada. Und dann gibt es auch Deutschland und Russland, wo die Leute etwa 1,5 Mal pro Jahr ins Kino gehen.

Durch China zeigt der weltweite Trend für’s Kino natürlich ganz steil nach oben. Etwa Mitte der 20er werden die Hälfte der Top-10-Box-Office Hits der jeweiligen Jahre chinesische Filme sein.

Ich meinte, die Franzosen haben auch noch eine andere Kino-Kultur, bessere Besuchszahlen, auch von der Produzentenseite her einen selbstbewussteren Ansatz. Siehe auch den Link von Leimbacher-Mario unten.

Thema KINO BERLIN: laut FFF Homepage steht da:

Einzeltickets
11.00 € Parkett / 13.00 € Loge

Das sieht nach ZOO Palast aus…

Also natürlich mache ich auch Werbung bei Freunden, in der Arbeit, überall da, wo ich denke, dass es jemanden interessieren könnte. Und ich gehöre auch sicherlich nicht zu den Schwarzsehern, denn ich freue mich über das FFF, solange es noch in meiner Stadt ist, auch wenn nur halb und versuche das Beste aus dem halben Programm zu machen (auch mir ist das Treffen dort mit Gleichgesinnten sehr wichtig), aber der Punkt mit der Programmkürzung ist halt für viele Betroffene, mit denen ich gesprochen habe, sehr ärgerlich.

Natürlich gönne ich jeder Stadt ihr volles Programm (aber wenn einen die Programmkürzung selbst betrifft, kommen natürlich auch negative Gefühle hoch, weil man ja das FFF so sehr liebt mit allem, was dazugehört).

Das Wort Zensur war vielleicht etwas hart und falsch gewählt. Aber ich versichere, dass ich dem FFF auch mit nur dem halben Programm treu bleiben werde und das Beste aus der Situation machen werde.

Und es steht außer Frage, dass Rosebud auch irgendwie davon leben und sich das Ganze finanziell lohnen muss.

Wie auch immer wünsche ich allen Städten nur das Beste und so lange es eben geht viel Spaß beim FFF.

Ist das echt pro Jahr? Nicht monatlich? Die Kinobesuche.

Leider wirklich pro Jahr. Der Durchschnittsdeutsche geht 1-2 mal pro Jahr ins Kino :disappointed: :man_shrugging: :cry:

aha. erstaunlich.

ich geh definitiv drei mal im Jahr. und seh dann aber an die 60+ Filme . :innocent::wink:

Es sind halt die gesamten Kinobesuche in einem Jahr auf die Bevölkerungszahl runtergebrochen. Also nur ein Durchschnitt. Barbies gehen zum Beispiel gar nicht ins Kino. Die können nicht mal eigene Entscheidungen treffen und wissen nichtmal wie man Kinotickets bekommt.

Was sind denn Barbies?

Es sind wohl Babies gemeint. :wink: