FFF 2022 - Fantasy Filmfest

Jau, der Tag nach dem FFF ist für mich immer ein Graus. Medizin dagegen: ein schöner Kinobesuch. :sweat_smile:

Ab heute läuft der neue Jeepers Creepers im Kino.

Ich bin froh dass das FFF vorbei ist, endlich kann ich mich wieder auf mein Obscura konzentrieren. Es kommen auch neue Film Ankündigungen und der erste Festival Trailer.

Seit dieser Woche in Köln dabei. War nicht letztes Mal sogar Köln als Startstadt geplant? Meine sowas in Erinnerung zu haben. Meine Kollegen aus der Geek Germany-Redaktion und ich durften einige Filme netterweise schon vorab sehen, die restlichen folgen auf Tagesbasis nun hier (Reviews).
Absolutes Highlight soweit für mich bislang: Speak no Evil.

Ansonsten werde ich nicht müde zu betonen, wie sehr ich das Kölner Residenz liebe. Es ist einfach jedes Mal wie Urlaub, dort zu sein. Leider dieses Mal mit einer Regenwoche, dabei waren grade die FFF-Wochen sonst immer schön sonnig im September.

Aber jetzt zum regulären Kölner Programm.

Tag 1

Don’t Worry Darling
Bin hin und her gerissen. Großartige Besetzung, tolle Bilder, wunderbare Ästhetik. Und trotzdem hat mich der Film nicht erreicht, weil er leider eben doch komplett vorhersehbar ist, wenn man schon zuviel Vergleichbares gesehen hat. Hängt wohl wirklich schwer damit zusammen, ob man schon viele Filme und Serien konsumiert hat, je nachdem ist der Überraschungseffekt eben gewaltig oder verpufft sofort. Gerne gesehen, am Ende für mich aber eben doch nur ein Hausfrauenthriller. Kann aber voll verstehen, dass das ein gern gesehener Opener ist. Die Warner-Partnerschaft ist bei sowas Gold wert und mit großen Namen als Zugpferd ist auch die Werbetrommel automatisch gerührt.

The Roundup
Solide Standard-Action-Kost, nicht mein Genre. Gesehen, gut unterhalten gefühlt, aber nichts, was ich nochmal schauen muss.

Viel versprechender Start in Köln ganz entspannt am Mittwoch Abend, für mich 2 wirklich hervorragende Filme.

Ich hab die letzten Jahre tatsächlich nicht so viel gesehen und für mich hat don’t worry darling komplett reingehauen. Wurde so richtig reingezogen und die Auflösung hat mich gut gekriegt.

Roundup ist genau die Sorte von Film, die ich mir für den späten Slot wünsche. So schläft niemand ein und abseits davon war das Ding auch richtig unterhaltsam. Starkes Doppel zum Beginn. 2 mal 8-9/10.

Mit Medusa grade war aber vielleicht schon das erste Gürkchen am Start :D. Fing noch ganz unterhaltsam an, aber dann passierte quasi nichts mehr…

War wieder nett. Meine wie immer ziemlich unqualifizierten Gedanken zum FFF in Berlin auf torts.de. CU.

Ein Beitrag wurde in ein neues Thema verschoben: Fazit FFF 2022

Wir könnten doch 'nen Fazit-Thread aufmachen?

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Tag 2 in Köln

Heute Morgen noch „The Outlaws“ geguckt (7/10) und an gestern Abend angeknüpft mit Don Lee und Kimchikloppe. Dann ging’s ab nach Köln zu diesem halbwegs bunten Quartett…

MEDUSA DELUXE
4/10
All Talk, Some Style, viel mehr nicht. Joe Spinells verquatschte Erben… Schräger Pony, dünnes Haar, fiese Extensions. Naja bis noch weniger. Discoabspann, One-Shot-Art und audiovisuelle Aspekte retten minimal.

YEAR OF THE SHARK
4/10
Anfangs noch sympathisch, ganz niedlich, nett und witzig. Doch von Minute zu Minute ärgerlicher, ernster, lahmer und blöder. Selbst für Hai-Allesgucker eher nur Fischreste auf TV-Niveau.

MEGALOMANIAC
6,5/10
Kommt weder aus dem Dreck noch den Puschen - doch seine Dunkelheit, Perversität und Abartigkeit hilft ihm natürlich zumindest zu schocken und zu verstören. Aber bei eingefleischteren Hunden wie uns gelingt auch das natürlich nur bedingt.

SISSY
7,5/10
Schön-saftige Slasher- und Social Media-Satire - versöhnlicher Abschluss eines anstrengenden Tages. Bissig und bunt. Jetzt weiß man langsam auch warum nur „Carrie“ die diesjährige Retrospektive sein konnte. Und sogar den Kreis zu den Friseurinnen geschlossen und endlich eine Skalpiering gezeigt. Nice!

So let it be done. :+1:

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Tag 2 in Stuttgart

Hat sich hier kürzlich jemand über zu kurze Pausen beschwert? Ihr Glücklichen! Wir haben gar keine mehr! Da die immer zahlreicher zu werdenden Trailer jetzt bereits zu den ersten Filmen laufen (früher gab‘s da nur den Festivalspot) und bei den Fresh Blood Filmen noch Interviews mit den Regisseuren angehängt werden, geht es gerade bei manchen Vorstellungen fast nahtlos weiter…

Heute ein sehr abwechslungsreiches Programm, das – soweit lehne ich mich schon mal aus dem Fenster – mit meiner persönlichen Festivalgurke MEDUSA DELUXE beginnt. Stellt Euch einfach Iñárritus BIRDMAN vor, nachempfunden von einer Gruppe untalentierter Erstsemester-Filmstudenten. Ich hoffe, einen langweiligeren Film muss ich dieses Jahr nicht mehr sehen. Geht lieber Haare waschen!

THE YEAR OF THE SHARK entpuppte sich dagegen als angenehme und überraschende Überraschung: Statt der erwarteten reinen Haikomödie zeigt der Film Tiefe, Reife und wird sogar noch richtig spannend.

Ebenfalls unerwartet ist MEGALOMANIAC mein Tsgeshighlight. Ich kann verstehen, wenn man den Film pseudoprovokant oder pathetisch findet oder sich gar langweilt – mich hat er mit seiner Düsternis, seiner Intensität und vor allem seiner Hauptdarstellerin in Bann geschlagen.

SISSY ist ein netter Rausschmeißer, der als Influencersatire beginnt und gegen Ende sogar noch splattrig wird. Nach meinem Empfinden war hier die Tonabmischung nicht optimal, zum Teil war die Musik so laut, dass man die Disloge kaum verstand. Hatte noch jemand den Eindruck oder lag‘s am Kino/an mir?

Reviews sind verlinkt.

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Ich hatte dasselbe Empfinden bezüglich der Tonabmischung bei SISSY in Stuttgart.

Es kam mir so vor als wären die Hintergrundgeräusche, die Musik und die Dialoge mit derselben Lautstärke abgemischt worden.

Kann natürlich auch eine Einstellung im Kino gewesen sein. Das werde ich morgen aber definitiv beobachten und ansprechen

Tonabmischung in lauteren Passagen ist auch im Luxuskino in Köln für mich nicht optimal (bei Don’t Worry Darling und Sissy besonders aufgefallen) - ist also definitiv nicht nur subjektiv bei euch!

Kurze Pause bestand darin, die Interviews auszulassen, zur Toilette sausen und wieder rein in den Saal. Essen zwischendrin Fehlanzeige.

Soweit ich das beurteilen kann, gab es bei uns in München keine Probleme mit den Tonabmischungen.

Die Interviews gibt es in ganzer Länge auf der homepage vom FFF.

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Zustimmung bzgl. Tonabmischung bei Sissy auch von mir.

Werden denn die Interviews immer ganz gezeigt nach dem Film? Die gehen ja immer über 20 Minuten, wenn ich mich nicht verschaut habe. Das ist ja etwa so lang wie eine mittellange Pause. :thinking:

Nein. Nur ein etwa fünf minütiger Ausschnitt.

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Tag 2

Medusa Deluxe
Könnte glatt eine Netflix-Produktion sein. War anfangs schon vom Bildformat hart abgenervt und war dazu geneigt, gedanklich auszusteigen. Dann habe ich aber doch irgendwie Interesse entwickelt, nachdem ich die Namen irgendwann zuordnen konnte (ich meine: es gibt keine Einführung und nichts, wir kriegen einfach zig Namen um die Ohren gehauen). Dann war es allerdings doch arg viel Herumlatscherei. Pluspunkte für die Kameraführung und irgendwann hat man auch den Durchblick zum Wer-mit-wem-und-warum-und-überhaupt. Aber das Beste ist leider doch der Abspann, der echt Laune macht. Insgesamt schon hart an der Grenze und nur Sympathiepunkte bewahren das Ding vor dem Gurkenglas.

Year of the Shark
Wenig pointierter und kaum witziger Hai-Alarm auf Mallorca-Verschnitt. Als Komödie versagt das, für ein Drama fehlt es an allem anderen.

Megalomaniac
Schon im Vorfeld gesehen. Interessantes Worldbuilding, plakativ und bewusst dreckig. Hat am Ende aber nicht viel zu erzählen bzw. wenig Spannendes.

Sissy
Für mich einer der schwächeren, aber unterhaltsameren Filme des Festivals. Finde das Social Media-Thema allmählich auch nicht mehr originell und für einen Slasher liefert das hier sehr wenig. Aber Ästhetik und Cast hieven das dann doch nochmal in den Durchschnitt.

Das ist aber nicht bei allen Filmen so. Bei Megalomaniac fand ich den Sound klasse. Ich glaube in Köln haben die eine neue Soundanlage bekommen da gibt es jetzt Dolby Atmos

Laut Website in Köln nur 7.1. Aber vlt nicht up2date. Da steht auch Projektor 2k, schätze aber mit 4k Upgrade. Schön ist, wenn du in der Bahn nicht weißt, ob die älteren Damen auch über das Festival reden „da war eine eisenschiene aber da war Gras drüber gewachsen und er hat die nicht gesehen. Das Bein richtig lang und tief aufgeschlitzt…“. Leider ging es aber nicht ums festival sondern um den Ehemann, andersrum wäre schöner. An dieser Stelle dann auch gute Besserung an unbekannt.

Der Tag gestern fing sehr lahm an. Wobei die ersten 10 Minuten von Medusa Deluxe noch die besten waren. Der Film ging bis zum Schluss eigentlich gar nicht los und die Dialoge waren dann auch nach rund 20 Minuten nicht mehr interessant genug… Erstes Gürkchen am Start. 2-3/10 für ein paar gute Gags und die okaye Kamera und den (Pseudo?) Onetake.

Year of the Shark gefiel mir da gleich deutlich besser. Ein paar nette Gags zur allgemeinen Empörungsmentalität und Wissenschaftfeindlichkeit, sehr wenige aber dafür brauchbare blutige Szenen, insgesamt unterhaltsam nur ein klein wenig altbacken kam er daher. Piranhas hat mich mehr abgeholt. 6/10

Sympathische und sehr schüchterne Gäste gab es dann zum belgischen Megalomaniac. Beim angehängten Q&A war die Zeit um Fragen zu stellen allerdings so kurz bemessen, dass vermutlich niemand so schnell in englisch oder französisch vorformulieren konnte :sweat_smile:. Und durch das eng getaktete Programm fand sich auch danach nicht wirklich Zeit für einen Austausch. Der Film selbst, nunja. Es gab ein paar Atmosphärisch starke Momente und das Ende gingen so weit ok. Die Sozialarbeiterin verhielt sich allerdings maximal unlogisch und das nervt… Wenn mensch eine bereits gefesselte Frau findet, die offensichtlich in a Gefahr ist, dann ruft Mensch zu erst die Bullen. Egal was los ist. Erst mal absichern. Der alleingang war nicht nachvollziehbar. Überzeugen konnten die Szenen auf der Arbeit, da habe ich der Hauptdarstellerin auch ihr Schauspiel absolut abgenommen. Insgesamt aber irgendwie trotzdem kein Knaller. Für eine Gurke war es aber dann doch spannend genug. 3-4/10.

Zum Abschluss gab es dann schließlich Sissy und der war definitiv mein TagesHighlight. Sehr schön gespielt, sehr modern, sehr unterhaltsam, für mich hatte es noch mehr Gore geben dürfen, aber ein paar Szenen waren schon angenehm derb. Das Ende war auch in point. Etwas weniger Rückblenden und VHS Sequenzen und das Ding wäre noch besser. 7-8/10

Heute bin ich leider berufsbedingt erst zum Family Dinner am Start. Morgen sogar gar nicht und Weine jetzt schon wegen Freaks Out. Aktuell gibt es ihn nur auf französisch/italienisch als blu Ray - mit französischen Untertiteln. Danke für nichts :cowboy_hat_face:.

Viel Spaß allen weiterhin :).

Family dinner war auch eines meiner highlights.

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