Vom spätsommerlichen Wetter mal abgesehen, leider kein allzu guter Tag heute für mich in Hamburg…
Just because they’re after you, doesn’t mean you’re not paranoid
Keine Ahnung warum, aber ich hatte tatsächlich erwartet, dass „Vincent doit mourir“ irgendwie absurd lustig und extrem-schwarzhumorig sein würde… war er dann (zum Glück) aber so gar nicht. Im Gegenteil beginnt das Ganze zunächst eher noch halbwegs harmlos, wächst sich sodann aber äusserst rasant zu einem waschechten Social Paranoia-Thriller vom Allerfeinsten aus, dass sogar die laut quiekenden Body Snatchers mit den erigierten Zeigefingern sich argwöhnisch-ängstlich umschauen und dabei jedweden Augenkontakt zu vermeiden suchen. Gerade in seiner ersten Hälfte ist die Spannung beinahe mit Händen zu greifen, weil man eben nie weiss, ob nicht vielleicht der nächste soziale Kontakt in the wink of an eye schon zum ultra-aggressive attacker mutiert… Den Nebenstrang mit der geheimen Selbsthilfe-Organisation der Betroffenen hätt’s allerdings gar nicht gebraucht, und führt irgendwie auch nirgendwohin. Nach den ersten fünfundvierzig Minuten droht der Streifen sich aber ein wenig zu verlieren. Zuerst wird die unvermeidliche Liebesgeschichte arg unvermittelt und etwas uninspiriert ein- und umgesetzt, entwickelt dann aber doch noch ihren ganz eigenen Charme. Erst zum Ende verhebt sich der Film aber ganz gewaltig und will einfach zu viel, als er dann auch noch auf Zombiekalypse / den totalen gesellschaftlichen Zusammenbruch machen will, diese Thematik aber leider überhaupt nicht in den Griff bekommt (ein fünzig Meter langer Stau auf der Autobahn mit wirrer Gemeinschaftsklopperei bis aufs Blut mag ja für Manche schon das Ende der Welt bedeuten, ist in diesem Kontext dann aber doch etwas sehr mau für die angestrebte Schockwirkung). Trotzdem ein netter kleiner Nervenzerrer mit Hirn und dem Herz am rechten Fleck. Bleibende Wirkung wird der bei mir aber nicht hinterlassen. Passt aber auch sehr gut in den relaxten Nachmittags-Slot.
In the desert, nothing is wasted (except the time you spend watching this movie)
Ich kann ja nun wirklich nicht sagen, ich sei nicht vorgewarnt gewesen… Die vielen Negativ-reviews hier im Forum und auch andernorts sprachen ja im Vorfeld schon eine deutliche Sprache… aber naja, einerseits hatte ich mein Kinoticket schon erworben, bevor all diese kritischen Stimmen laut wurden, zum Anderen stirbt die Hoffnung ja bekanntlich zuletzt. Aber eine so mediokre Grütze, eine dermaßen verquaste Zumutung hatte ich dann doch nicht erwartet. Will hier auch gar nicht allzuviele Worte zu „The Seeding“ verlieren, weil im Grunde genommen jedes einzelne davon schon eines zuviel und die ganze Sache es auch gar nicht wert ist. Die ersten fünf oder zehn Minuten waren noch halbwegs ansehbar, danach wurde die Story dann aber durchsichtiger als Julia Fox’ Oberteil auf dem red carpet in Cannes. Und allerspätestens nach einer halben Stunde dürfte dann auch die / der Allerletzte im Publikum begriffen haben, worauf der ganze Kappes hinauslaufen würde… und genau so kam es dann auch. Macht ja auch nichts weiter, wenn ein Film mal nicht den Vogel in Sachen Originalität abschießt, solange das Ganze wenigstens noch einigermaßen gut fotografiert und emotional involvierend erzählt ist. Aber auch hier leider: Pustekuchen! Einzig das Sound Design war durchaus wirkungsvoll, wenngleich auch hier gilt: so oder ähnlich schon 1000mal gehört (und das meist in weitaus besseren Filmen).
Ein lustlos runtergedrehtes, narrativ auf der Stelle tretendes cross-breed (see what I did there?
) aus „The Hills Have Eyes“ und „127 Hours“, in der shabbyness von „The Texas Chainsaw Massacre“ gefilmt. Das filmische Äquivalent zu Fahrstuhlmusik: leer und langweilig, vor lauter repetitiver Monotonie extrem nervtötend und höhepunktarm dahinplätschernd. Avoid at all costs!