FFN 2025 - Fantasy Filmfest Nights

"When did the pleasure stop and the pain begin? When did we start to realise that, no, we didn’t have ‚perfect‘ skin, no, we didn’t have ‚perfect‘ figures, no, we didn’t have ‚perfect‘ hair, yes, we should resist that extra piece of cake? Was it during puberty when NORMAL changes occured to a NORMAL body, or was it in our 20s and 30s, after years and years of self-denial and self-hate? Or was it when we started to believe what the magazines told us - we could be perfect? Perfection is an imaginary state - nobody and nothing is perfect. But with thousands of £s, a top makeup artist, a top hairdresser, photographer and stylist, the right lighting and - most important - good touching up techniques (for photos), we can achieve that what is perceived to be perfection by the magazines and the media.

With the constant bombardment of perfect people with perfect figures on TV and in magazines, it’s not surprising that by the age of nine, one third of girls are already dissatisfied with their bodies and have started to diet. By the time they reach adolescence, 75% of girls are unhappy with their bodies, with over 50% on diets.

With the rise of the supermodel / waif and the decline of female self-esteem, the time has come to say STOP !"

(Vodoo Queens, Info Leaflet for the „Supermodel Superficial“ 7"-Single )

"Eine unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernanten-Profil bringt kleine Mädchen zum Weinen, indem sie ihre orthodoxe, hochgerüstete Belanglosigkeit zum Maßstab humaner Seinserfüllung hochschwindelt, über ‚Persönlichkeit‘ redet, sich aber kaum mehr erinnern kann, was das ist, und sollte diese je zum Vorschein kommen, sie mit Rauswurf bestraft. Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nationale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge ‚Entscheidung‘ mitteilt und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man dann elegant und stilsicher, wie der Dichter sagt, sechs Sorten Scheiße aus ihr rausprügeln – wenn es bloß nicht so frauenfeindlich wäre.“

(Roger Willemsen (R.I.P.) über Heidi Klum / „Germany’s Next Top Model“)

"I am not my body / I’m somebody "

(Dream Wife, „Somebody“ )

FFN’s Next Flopmodel Oder: Eine (Stief-)Schwester hackt der anderen keine Zehen ab…

…sich selbst dafür aber schon. Doch wir greifen vor. Denn diese kaum erträgliche, im Kontext des Films aber absolut notwendige Szene, in welcher die titelgebende Stiefschwester des ach so holden Aschenputtels ihren (falschen) Fuß um seine Endglieder verkürzt, nur, damit ihr der Ausgeh-Schuh einer Anderen passen möge, ist ja nur der Endpunkt in einer langen Reihe von Erniedrigungen, Demütigungen, physischen und psychischen Zurichtungen und Prozeduren, denen sich die etwas pummelige, pausbäckige und gutgläubig-lebensunerfahrene Elvira auf Anraten ihrer geldgierigen und geltungssüchtigen Mutter Rebekka im Filmverlauf unterzieht, um endlich ihre versponnenen Tagträumereien wahr werden zu lassen, und den angehimmelten Prinzen zu ehelichen… eine Odyssee von Torturen und Maltrakturen, die sie letzten Endes nicht nur um ihre Digiti pedis, sondern beinahe auch um ihren Verstand bringen wird…

… und es ist auch diese eine Szene, vor der mir schon vor der Sichtung von „Den stygge stesøsteren“ am Meisten graute, obwohl ich natürlich wusste, dass letztlich Alles darauf hinauslaufen würde, und die mitanzuschauen mir am vergangenen Freitag abend kaum möglich war, und mich (wie befürchtet) bis ins Mark erschütterte, und mich im Angesicht dieser kaum erduldsamen Qualen zu tieftraurigen Tränen rührte.

Diese eine Szene, die das genaue Hinsehen nicht nur erfordert, sondern geradezu einfordert, diese Szene, bei der schamhaftes Wegschauen nicht erlaubt ist, und ich doch für einen kurzen Sekundenbruchteil die Augen schliessen musste - in jenem Moment, in dem das Hackmesser herabsaust, und sich tief ins Fleisch der äussersten Bein-Extremitäten gräbt. Aus beklemmend-verzweifelter Angst, das Gezeigte sonst nicht aushalten zu können.

Diese Szene, die nun für meine Film-Biographie eine Trennscheide darstellt, die von jetzt an in meinem eigenen filmischen Erleben einen Bruch markiert, die mein cineastisches Bilder- und Empfindungs-Archiv fortan in ein „Davor“ und ein „Danach“ unterteilt.

Was Coralie Fargeats „The Substance“ in vergangenen Jahr nicht einmal im Ansatz gelang, das vermochte Emilie Blichfeldts schonungs- und tabulose Märchen-De- und Rekonstruktion im Handumdrehen Zehenabschneiden: Sie verstörte und verunsicherte mich zutiefst, sie traf mich tief in meinem Innnersten, und räumte mühelos und ohne grössere Anstrengung jegliche mühsam errichtete psychische Barrieren von Selbstschutz und eigener geistiger Sicherungs-Maßnahmen beiseite, so dass ich, jeglicher individueller seelischer Sicherheitsnetze beraubt, bar jedweder Resilienz, mich gezwungen sah, diesen kaum auszuhaltenden Schmerz und die jedes Verstehen übersteigende Pein der Protagonistin beinahe ungefiltert nachzuempfinden. In meinen nun fast fünfzig Jahren Ins Kino-Gehen und Filme Schauen komme ich vielleicht auf ein gutes halbes, bis vielleicht ein ganzes Dutzend Szenen, die mich ähnlich schwer getroffen, ungeschützt erwischt, und so dermaßen tief angerührt und berührt haben, mich fast schon physisch angegriffen haben. Diese eine gehört von nun an dazu. Und vielleicht - vermutlich - ist es die für mich schmerzhafteste von Allen. Gar nicht mal nur um ihrer Selbst Willen (obwohl auch das schon kaum aushaltbar erscheint), sondern vielmehr auch dessentwillen, was ihr im Kontext des Films vorausging, und vor Allem und zuvorderst um das, was sie in mir evoziert hat. Und was mir das nachfolgende review vermutlich schwerer macht, zu schreiben, als vielleicht all jene, die ihm voran gingen. Was mir das Formulieren dieses Textes wohl mehr noch an Schmerzen verursachen wird, als den Film gesehen zu haben, von dem er handelt.

Eine Freundin von mir schlägt sich seit nunmehr über drei Jahrzehnten mit ihrer Magersuchts-Ess-Störung herum. Sie hat bereits ich-weiss-nicht-wieviele Therapien, Reha-Maßnahmen, und alle möglichen und unmöglichen Behandlungen hinter sich, und es kann ihr doch nicht gelingen, endlich und endgültig von diesem ihrem gestörten Körperempfinden wegzukommen, sich von diesem verschobenen Körperbild loszusagen, von diesem aus den Fugen geratenen Selbst-Empfinden Abstand zu nehmen. Selbst, wenn die Magersucht mal eine (mehr oder minder) längere Zeit weg ist - irgendwann erleidet sie doch wieder einen Rückfall. Inzwischen sind, nach sovielen Jahren in und mit der Krankheit - diverse Organe (u. A. Nieren und Herzmuskel) stark und irreparabel geschädigt. Wird sie zeitweise (durch einen Schlauch, welcher über die Nase zur Speiseröhre führt) künstlich ernährt, dann reisst sie sich das Schlauchteil irgendwann wieder ab. Als ich sie im letzten Jahr nach einer Weile wieder sah, bin ich stark erschrocken, wie unglaublich dürr und abgemagert sie war (sie wog zu der Zeit deutlich unter 40 Kilo).

Selbstverständlich ist das ein Extremfall, und zum Glück nicht die Regel. Dennoch sind auch solche Extremfälle nur das Ende / der Tiefpunkt eines breitgefächerten Spektrums von Ess-Störungen / gestörter Selbst-Wahrnehmung / eines krankhaft empfundenen Körper-Selbstbildes, die weitaus mehr Mädchen und (bei Weitem nicht nur) junge Frauen betreffen, als Viele das vermutlich wahrhaben wollen. In der Tat kenne ich selbst kaum (Cis-)Frauen, die nicht auf die eine oder andere Art irgendwann im Laufe ihres Lebens ein oder mehrere Male Probleme mit ihrem individuellen Körper-Bild, ihrem physischen Selbst-Empfinden und ihrer Eigenwahrnehmung gehabt haben. Was sowohl mit der Idee von (körperlicher) „Schönheit“ als primärer weiblicher Eigenschaft / hehrem Ideal, dem nachzueifern schon jungen Mädchen im Kindesalter eingeimpft und längst nicht nur medial vermittelt beigebracht wird, als auch einer ganzen Industrie von Beauty-Produkten, Diäten, Schönheits-Regimes wie Vermessungen, Körpergewichts-Tabellen, Lifestyle-Diktaturen, plastischen Operationen und soziokulturellen Normen / Normierungen zu tun hat. Ein alltäglicher Schönheits-Terror, dem letztlich und auf Dauer keine Frau entkommen kann, und mit dessen idealisierten Zerrbildern in Werbung, Mode, Zeitschriften, Fernsehen und und und, sich zu messen sie sich beinahe jeden Tag gezwungen sieht… und diesen von ihr oftmals gar nicht gewollten Vergleich mit retuschierten und operierten Ideal-Körpern mit Model-Maßen beinahe zwangsläufig verlieren muss. „The Ugly Stepsister“ nun greift ein ebensolches Muster-Beispiel verklärter Schönheit, nämlich das Grimmsche Märchen vom Aschenputtel, auf, und dreht es radikal auf links. Und stellt somit all dessen inhärente Zurichtungs-Methoden, grausamen (Selbst- und Fremd-)Verstümmelungen, all die Demütigungen und Schikanen, denen sich die naiv-unbedarfte Elvira ausgesetzt sieht, die zum Einen den Ansprüchen ihrer Mutter genügen, und zum Anderen aber auch ihre eigenen verinnerlichten Ideal-Vorstellungen von der Eheschliessung mit dem Prinzen, durch die, mit und nach der schon alles Andere auch irgendwie gut werden wird (dass der ach so empfindsame Gedichte schreibende Königssohn in Wahrheit ein mieses sexistisches Chauvi-Schwein ist, haben wir - in einer grandiosen Einstellung, welche die Fasanenjagd aus dem (hier oft zitierten und auch in der Art der Darstellung und Ikonographie klar als Vorbild, an dem sich unermüdlich abgearbeitet wird, erkenntlichen) tschechischen Märchenfilm-Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ aufgreift und von seiner märchenhaften Entrücktheit auf eine knallhart realistische Ebene zurückführt - bereits zuvor feststellen müssen), verwirklichen will, brutal und rücksichtslos aus. Hauptdarstellerin Lea Myren liefert dabei eine tour de force-Ausnahme-Performance ab, die wohl zu den bislang besten schauspielerischen Leistungen des bisherigen Kinojahres gehören dürfte. Wie sie mit verklärtem Lächeln und benebeltem Sehen noch die grausamsten Misshandlungen und Qualen hinnimmt und erduldet, nur um ihrem doch so fern scheinenden und kaum erreichbaren Ziel endlich näherzukommen, wie sie mit stechend zusammengekniffenen Augen, aufeinander gepressten Lippen und wutbebendem Oberkörper ihrer doch soviel „schöneren“ Stiefschwester Agnes auch den kleinsten Triumph neidet, wie sie - dem Wahnsinn beunruhigend nahe - mit irrlichternd flackerndem Blick, strähnigem Haupthaar und schweissglänzender Stirn, nachdem sie der Hand des Prinzen schon zum Greifen nahe, im allerletzten Augenblick dann doch noch um ihren Triumph gebracht wurde, sich schliesslich gezwungen sieht, bis zum Äussersten (und noch darüber hinaus) zu gehen, um ihre trügerisch verklärte, absurd-aussichtslose Schwärmerei vielleicht doch noch wahr werden zu lassen, das dürfte ihrer darstellerischen Leistung sicherlich nicht nur in meiner Jahresbesten-Liste einen hochverdienten Platz garantieren. Wobei endeffektiv so ziemlich alle Frauen in diesem Film nicht nur Opfer, sondern auch Täterinnen sind, und werden: Von der strengen, nach gesellschaftlichem Ansehen und monetärem Reichtum gierenden Mutter, über die ihre Stiefschwester verachtende und ihr beständig Hohn und Spott angedeihen lassende Agnes, und die mehr Domina-haften, herrschsüchtigen Zuchtmeisterinnen als sittsamen Mentorinnen gleichenden Lehrerinnen der „Finishing School for Girls“, in die Elvira irgendwann überstellt wird, um ihre Chancen auf die sozialen Aufstieg verheissende Hochzeit vergrössern zu helfen, bis hin zu den sadistisch-erbarmungslosen Krankenschwester-Gehilfinnen des debil-derangierten, Frankenstein-haften Schönheits-Chirurgen „Dr. Esthétique“. Sowohl willfährig Handelnde als auch selbst Betroffene in einem System, das ihre eigenen Chancen im Leben untrennbar an die Vorstellung und das phantasmagorische Ideal von „Schönheit“ als einem raren Gut koppelt, allesamt Kombatantinnen in einem Kampf, der ihre eigenen Körper als Schlachtfeld auserkoren hat. Mit umoperierten Nasen, brutalst vernähten künstlichen Wimpern, und tief in ihren Därmen umher rumorenden Bandwürmern als gegen sich selbst gerichtete Waffen, die unfassbare Verheerungen anrichten werden. Alle Frauen, bis auf eine: Elviras jüngere Schwester Alma, die als Einzige den Wahnsinn dieses „Beauty“-Diktats erkennt und ihn als solchen benennt, die sich weigert, ihren Körper und ihr Denken einem derart irrwitzigen Schönheits-Ideal zu unterwerfen, und letzten Endes nicht erreichbaren Wahnvorstellungen hinterher zu hecheln, agiert hier als Stimme der Vernunft, und bildet den notwendigen Gegenpol zu all der, je näher der Ball rückt, auf dem der Prinz seine Braut zu erwählen gedenkt, mehr und mehr um sich greifenden Attraktivitäts-Hysterie. Und von deren Interaktionen, Diskussionen und Kollisionen mit der völlig verblendeten Elvira ich gerne noch mehr gesehen hätte. Überhaupt lassen es sämtliche Charaktere hier doch ein wenig an Tiefenschärfe vermissen, wenn man mal etwas genauer hinschaut. Was aber nicht weiter ins Gewicht fällt, weil es für das Parabelhafte des Märchens als Moral-Geschichte, und seine radikal-rücksichtslose Vergegenwärtigung und frauenzentriert-feministische Umdeutung nicht zwingend erforderlich ist.

„I am not my body, I’m somebody.“ singt die queerfeministische Riot Grrrl-Elektro-Punk-Band Dream Wife im patriarchale Machtstrukturen kritisierenden und anklagenden Song „Somebody“. Und ja, jede (Cis-)Frau ist nicht nur ihr Körper, sondern eben auch jemand. Eine Person, die gesehen sollte und anerkannt / respektiert werden muss. Auch ohne, dass sie diesen ihren Körper als grundlegend zu veränderndes Problem ansieht, und sich darob unnötig selbst malträtiert, (um-)operiert und disrespektiert. Aber: Jede Frau ist eben auch ihr Körper, bzw. dieser ihr Körper auch ein grundlegender Bestandteil ebendieser Frau. Und ganz gleich, ob es sich nun um Model-Shows, Diät-Ratgeber, Schönheits-Chirurg:Innen, gegen Abtreibung und Verhütung agitierende Kirchenvertreter:Innen, „Size Zero“-Modeschöpfer:Innen, Heidi Klum, Matthew Hussey oder Anna Wintour handelt… unterm Strich sind sie Alle ein und dasselbe.

In the end, it’s just another finishing school for girls.

„The Ugly Stepsister“ hat mich zu Tränen gerührt, er hat mich aber auch ausgesprochen wütend gemacht, ob all der unzumutbaren Zumutungen, die Frauen sich genötigt sehen, ihrem Körper, und damit auch sich selbst anzutun. In einer Szene (es war diese bescheuert-blödsinnige Tanz-Aufführung mit Elvira und den zwei anderen Frauen) war ich so aufgebracht, dass ich am Liebsten meine Bierflasche nach der Leinwand geworfen hätte. Nicht, dass ich das wirklich in Erwägung gezogen hätte - Zum Einen saß ich sehr weit hinten, und kann nicht so weit werfen, zum Anderen will ich ja auch niemanden verletzen, die:der das Behältnis dann auf den Kopf bekommt. Und zuschlechterletzt hätte ich so etwas natürlich niemals wirklich getan. Aber den Drang und die Lust dazu, die habe ich schon verspürt, in meinem jäh aufflammendem Echauffement ob all dieser normierten und verinnerlichten vermeintlichen Unzulänglichkeiten, dieser Inszenierungs-Rituale, dieser Schönheits-Ideale, all dieses Beauty-Wahns. Und eben deshalb ist diese für manche Zuschauer:Innen unter Umständen körperliches Unwohlsein und brechreizverursachenden Ekel hervorrufende Inszenierung auch und vor Allem gerade in ihrer überspannten Übertreibung zwingend notwendig für das Anliegen des Films. Sie zwingt uns, dieses eben auch im Alltagsleben und Erleben, in der tagtäglichen Lebensrealität vieler, viel zu vieler Frauen, vorhandene Leiden an der vermeintlichen Unzulänglichkeit des eigenen Körpers überhaupt wahrzunehmen, anzuerkennen, und uns damit auf mit mitfühlend-empatische Weise auseinanderzusetzen. Und gegebenenfalls auch uns selbst, in unserem Nicht-Handeln, in unserem Lieber-Nicht-Wissen-Wollen, als Teil des Problems zu begreifen, und zu verändern.

„Just have some fucking empathy!“ (Dream Wife, „Leech“ )

Der Krieg der Frauen gegen ihre eigenen Körper, gegen sich selbst, dauert nun schon einige Jahrhunderte an. Und wie in jedem Krieg, so kann auch dieser nur ein Ende finden, wenn man mit dem Gegner (s)einen Frieden schliesst.

Wenn am Ende des Films die übelst geschundene, verunstaltete und verstümmelte Elvira mit Boxer:Innen-Nase, ohne Zehen, und im Schubkarren-Gang zusammen mit ihrer Schwester Alma einen Ausgang aus dieser schwarzhumorigen Farce, aus diesem gallig-bitterbösem modernen Märchen findet, und all das Grauen und den sexistisch-misogynen Chauvinismus von Königshöfen, Benimm-Schulen und falschen Lebensvorstellungen ein für allemal hinter sich lässt, dann kann ich ihr nur inständig wünschen, was ich auch allen anderen Frauen, die - ob nun bewusst oder unbewusst - Tag für Tag, allüberall auf der Welt, unter und an derlei absurden Schönheits-Normen und Körper-Regimen leiden, wünsche:

Dass sie irgendwann, hoffentlich so bald als möglich, diese falschen, ihren Selbst-Respekt und ihr Selbstbild verzerrenden Ideale und Vorstellungen ein für allemal überwinden und hinter sich lassen, und ihren Frieden mit sich selbst machen können.

Und werde auch in Zukunft versuchen, ihnen dabei anerkennend-respektvoll und empatisch-mitfühlend so gut als möglich zur Seite zu stehen.

Auf dass dieser Krieg eines Tages einmal enden möge.

Und somit bleibt mir am Ende dieses wieder mal viel zu langen und mir beim Schreibprozess viel zu schmerzhaft gewesenen Textes nur noch, all denen, die immer noch und auch jetzt noch (Cis-)Frauen/Körper kontrollieren, normieren, (um-)operieren, (gegen deren Willen) penetrieren, malträtieren, amputieren, retuschieren und verunzieren wollen, zwei kurze Sätze zuzurufen:

Fuck you.

Fuck you all.

:fu:

:rage:

"I took on heaven / Took on heaven
Took on heaven / To find peace
I took on the world / Took on the world
Took on the world / To find me again.

I am not my body / I’m somebody "

(Dream Wife, „Somebody“ )

P.S.: Beim Weggehen direkt nach dem Film-Ende hatten wir dann (vermutlich, weil es meinen Begleiter:Innen leichter fiel, über derlei Petitessen zu sprechen, als über die „grossen“ Fragen des Films zu diskutieren) noch seltsame Konversationen über so nebensächliche Fragen wie die, wieso und warum urplötzlich aus Maden Seidenspinner-Raupen werden können (Meine Antwort: „Das ist ein Märchen, da muss nicht immer Alles mit logischen Dingen zugehen!“), oder ob es möglich ist, einen Bandwurm zu erbrechen (Ich stehe bis heute auf dem Standpunkt, dass mir das nahezu unvorstellbar erscheint, aber eine Mitseherin und langjährige FFF-Gängerin meinte, ihre Grossmutter hätte auch mal einen Bandwurm gehabt, und diesen dann auch erbrochen). Ist ja auch mal was Nettes, wenn Eine:n ein gerade gesehener Film dazu bringt, über solcherlei Dinge so dermaßen schöne Gespräche zu führen… :wink: :crazy_face: :smile:

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