FFN 2025 - Fantasy Filmfest Nights

"When did the pleasure stop and the pain begin? When did we start to realise that, no, we didn’t have ‚perfect‘ skin, no, we didn’t have ‚perfect‘ figures, no, we didn’t have ‚perfect‘ hair, yes, we should resist that extra piece of cake? Was it during puberty when NORMAL changes occured to a NORMAL body, or was it in our 20s and 30s, after years and years of self-denial and self-hate? Or was it when we started to believe what the magazines told us - we could be perfect? Perfection is an imaginary state - nobody and nothing is perfect. But with thousands of £s, a top makeup artist, a top hairdresser, photographer and stylist, the right lighting and - most important - good touching up techniques (for photos), we can achieve that what is perceived to be perfection by the magazines and the media.

With the constant bombardment of perfect people with perfect figures on TV and in magazines, it’s not surprising that by the age of nine, one third of girls are already dissatisfied with their bodies and have started to diet. By the time they reach adolescence, 75% of girls are unhappy with their bodies, with over 50% on diets.

With the rise of the supermodel / waif and the decline of female self-esteem, the time has come to say STOP !"

(Vodoo Queens, Info Leaflet for the „Supermodel Superficial“ 7"-Single )

"Eine unschöne Frau mit laubgesägtem Gouvernanten-Profil bringt kleine Mädchen zum Weinen, indem sie ihre orthodoxe, hochgerüstete Belanglosigkeit zum Maßstab humaner Seinserfüllung hochschwindelt, über ‚Persönlichkeit‘ redet, sich aber kaum mehr erinnern kann, was das ist, und sollte diese je zum Vorschein kommen, sie mit Rauswurf bestraft. Der Exzess der Nichtigkeit aber erreicht seinen Höhepunkt, wo Heidi Nationale mit Knallchargen-Pathos und einer Pause, in der man die Leere ihres Kopfes wabern hört, ihre gestrenge ‚Entscheidung‘ mitteilt und wertes von unwertem Leben scheidet. Da möchte man dann elegant und stilsicher, wie der Dichter sagt, sechs Sorten Scheiße aus ihr rausprügeln – wenn es bloß nicht so frauenfeindlich wäre.“

(Roger Willemsen (R.I.P.) über Heidi Klum / „Germany’s Next Top Model“)

"I am not my body / I’m somebody "

(Dream Wife, „Somebody“ )

FFN’s Next Flopmodel Oder: Eine (Stief-)Schwester hackt der anderen keine Zehen ab…

…sich selbst dafür aber schon. Doch wir greifen vor. Denn diese kaum erträgliche, im Kontext des Films aber absolut notwendige Szene, in welcher die titelgebende Stiefschwester des ach so holden Aschenputtels ihren (falschen) Fuß um seine Endglieder verkürzt, nur, damit ihr der Ausgeh-Schuh einer Anderen passen möge, ist ja nur der Endpunkt in einer langen Reihe von Erniedrigungen, Demütigungen, physischen und psychischen Zurichtungen und Prozeduren, denen sich die etwas pummelige, pausbäckige und gutgläubig-lebensunerfahrene Elvira auf Anraten ihrer geldgierigen und geltungssüchtigen Mutter Rebekka im Filmverlauf unterzieht, um endlich ihre versponnenen Tagträumereien wahr werden zu lassen, und den angehimmelten Prinzen zu ehelichen… eine Odyssee von Torturen und Maltrakturen, die sie letzten Endes nicht nur um ihre Digiti pedis, sondern beinahe auch um ihren Verstand bringen wird…

… und es ist auch diese eine Szene, vor der mir schon vor der Sichtung von „Den stygge stesøsteren“ am Meisten graute, obwohl ich natürlich wusste, dass letztlich Alles darauf hinauslaufen würde, und die mitanzuschauen mir am vergangenen Freitag abend kaum möglich war, und mich (wie befürchtet) bis ins Mark erschütterte, und mich im Angesicht dieser kaum erduldsamen Qualen zu tieftraurigen Tränen rührte.

Diese eine Szene, die das genaue Hinsehen nicht nur erfordert, sondern geradezu einfordert, diese Szene, bei der schamhaftes Wegschauen nicht erlaubt ist, und ich doch für einen kurzen Sekundenbruchteil die Augen schliessen musste - in jenem Moment, in dem das Hackmesser herabsaust, und sich tief ins Fleisch der äussersten Bein-Extremitäten gräbt. Aus beklemmend-verzweifelter Angst, das Gezeigte sonst nicht aushalten zu können.

Diese Szene, die nun für meine Film-Biographie eine Trennscheide darstellt, die von jetzt an in meinem eigenen filmischen Erleben einen Bruch markiert, die mein cineastisches Bilder- und Empfindungs-Archiv fortan in ein „Davor“ und ein „Danach“ unterteilt.

Was Coralie Fargeats „The Substance“ in vergangenen Jahr nicht einmal im Ansatz gelang, das vermochte Emilie Blichfeldts schonungs- und tabulose Märchen-De- und Rekonstruktion im Handumdrehen Zehenabschneiden: Sie verstörte und verunsicherte mich zutiefst, sie traf mich tief in meinem Innnersten, und räumte mühelos und ohne grössere Anstrengung jegliche mühsam errichtete psychische Barrieren von Selbstschutz und eigener geistiger Sicherungs-Maßnahmen beiseite, so dass ich, jeglicher individueller seelischer Sicherheitsnetze beraubt, bar jedweder Resilienz, mich gezwungen sah, diesen kaum auszuhaltenden Schmerz und die jedes Verstehen übersteigende Pein der Protagonistin beinahe ungefiltert nachzuempfinden. In meinen nun fast fünfzig Jahren Ins Kino-Gehen und Filme Schauen komme ich vielleicht auf ein gutes halbes, bis vielleicht ein ganzes Dutzend Szenen, die mich ähnlich schwer getroffen, ungeschützt erwischt, und so dermaßen tief angerührt und berührt haben, mich fast schon physisch angegriffen haben. Diese eine gehört von nun an dazu. Und vielleicht - vermutlich - ist es die für mich schmerzhafteste von Allen. Gar nicht mal nur um ihrer Selbst Willen (obwohl auch das schon kaum aushaltbar erscheint), sondern vielmehr auch dessentwillen, was ihr im Kontext des Films vorausging, und vor Allem und zuvorderst um das, was sie in mir evoziert hat. Und was mir das nachfolgende review vermutlich schwerer macht, zu schreiben, als vielleicht all jene, die ihm voran gingen. Was mir das Formulieren dieses Textes wohl mehr noch an Schmerzen verursachen wird, als den Film gesehen zu haben, von dem er handelt.

Eine Freundin von mir schlägt sich seit nunmehr über drei Jahrzehnten mit ihrer Magersuchts-Ess-Störung herum. Sie hat bereits ich-weiss-nicht-wieviele Therapien, Reha-Maßnahmen, und alle möglichen und unmöglichen Behandlungen hinter sich, und es kann ihr doch nicht gelingen, endlich und endgültig von diesem ihrem gestörten Körperempfinden wegzukommen, sich von diesem verschobenen Körperbild loszusagen, von diesem aus den Fugen geratenen Selbst-Empfinden Abstand zu nehmen. Selbst, wenn die Magersucht mal eine (mehr oder minder) längere Zeit weg ist - irgendwann erleidet sie doch wieder einen Rückfall. Inzwischen sind, nach sovielen Jahren in und mit der Krankheit - diverse Organe (u. A. Nieren und Herzmuskel) stark und irreparabel geschädigt. Wird sie zeitweise (durch einen Schlauch, welcher über die Nase zur Speiseröhre führt) künstlich ernährt, dann reisst sie sich das Schlauchteil irgendwann wieder ab. Als ich sie im letzten Jahr nach einer Weile wieder sah, bin ich stark erschrocken, wie unglaublich dürr und abgemagert sie war (sie wog zu der Zeit deutlich unter 40 Kilo).

Selbstverständlich ist das ein Extremfall, und zum Glück nicht die Regel. Dennoch sind auch solche Extremfälle nur das Ende / der Tiefpunkt eines breitgefächerten Spektrums von Ess-Störungen / gestörter Selbst-Wahrnehmung / eines krankhaft empfundenen Körper-Selbstbildes, die weitaus mehr Mädchen und (bei Weitem nicht nur) junge Frauen betreffen, als Viele das vermutlich wahrhaben wollen. In der Tat kenne ich selbst kaum (Cis-)Frauen, die nicht auf die eine oder andere Art irgendwann im Laufe ihres Lebens ein oder mehrere Male Probleme mit ihrem individuellen Körper-Bild, ihrem physischen Selbst-Empfinden und ihrer Eigenwahrnehmung gehabt haben. Was sowohl mit der Idee von (körperlicher) „Schönheit“ als primärer weiblicher Eigenschaft / hehrem Ideal, dem nachzueifern schon jungen Mädchen im Kindesalter eingeimpft und längst nicht nur medial vermittelt beigebracht wird, als auch einer ganzen Industrie von Beauty-Produkten, Diäten, Schönheits-Regimes wie Vermessungen, Körpergewichts-Tabellen, Lifestyle-Diktaturen, plastischen Operationen und soziokulturellen Normen / Normierungen zu tun hat. Ein alltäglicher Schönheits-Terror, dem letztlich und auf Dauer keine Frau entkommen kann, und mit dessen idealisierten Zerrbildern in Werbung, Mode, Zeitschriften, Fernsehen und und und, sich zu messen sie sich beinahe jeden Tag gezwungen sieht… und diesen von ihr oftmals gar nicht gewollten Vergleich mit retuschierten und operierten Ideal-Körpern mit Model-Maßen beinahe zwangsläufig verlieren muss. „The Ugly Stepsister“ nun greift ein ebensolches Muster-Beispiel verklärter Schönheit, nämlich das Grimmsche Märchen vom Aschenputtel, auf, und dreht es radikal auf links. Und stellt somit all dessen inhärente Zurichtungs-Methoden, grausamen (Selbst- und Fremd-)Verstümmelungen, all die Demütigungen und Schikanen, denen sich die naiv-unbedarfte Elvira ausgesetzt sieht, die zum Einen den Ansprüchen ihrer Mutter genügen, und zum Anderen aber auch ihre eigenen verinnerlichten Ideal-Vorstellungen von der Eheschliessung mit dem Prinzen, durch die, mit und nach der schon alles Andere auch irgendwie gut werden wird (dass der ach so empfindsame Gedichte schreibende Königssohn in Wahrheit ein mieses sexistisches Chauvi-Schwein ist, haben wir - in einer grandiosen Einstellung, welche die Fasanenjagd aus dem (hier oft zitierten und auch in der Art der Darstellung und Ikonographie klar als Vorbild, an dem sich unermüdlich abgearbeitet wird, erkenntlichen) tschechischen Märchenfilm-Klassiker „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ aufgreift und von seiner märchenhaften Entrücktheit auf eine knallhart realistische Ebene zurückführt - bereits zuvor feststellen müssen), verwirklichen will, brutal und rücksichtslos aus. Hauptdarstellerin Lea Myren liefert dabei eine tour de force-Ausnahme-Performance ab, die wohl zu den bislang besten schauspielerischen Leistungen des bisherigen Kinojahres gehören dürfte. Wie sie mit verklärtem Lächeln und benebeltem Sehen noch die grausamsten Misshandlungen und Qualen hinnimmt und erduldet, nur um ihrem doch so fern scheinenden und kaum erreichbaren Ziel endlich näherzukommen, wie sie mit stechend zusammengekniffenen Augen, aufeinander gepressten Lippen und wutbebendem Oberkörper ihrer doch soviel „schöneren“ Stiefschwester Agnes auch den kleinsten Triumph neidet, wie sie - dem Wahnsinn beunruhigend nahe - mit irrlichternd flackerndem Blick, strähnigem Haupthaar und schweissglänzender Stirn, nachdem sie der Hand des Prinzen schon zum Greifen nahe, im allerletzten Augenblick dann doch noch um ihren Triumph gebracht wurde, sich schliesslich gezwungen sieht, bis zum Äussersten (und noch darüber hinaus) zu gehen, um ihre trügerisch verklärte, absurd-aussichtslose Schwärmerei vielleicht doch noch wahr werden zu lassen, das dürfte ihrer darstellerischen Leistung sicherlich nicht nur in meiner Jahresbesten-Liste einen hochverdienten Platz garantieren. Wobei endeffektiv so ziemlich alle Frauen in diesem Film nicht nur Opfer, sondern auch Täterinnen sind, und werden: Von der strengen, nach gesellschaftlichem Ansehen und monetärem Reichtum gierenden Mutter, über die ihre Stiefschwester verachtende und ihr beständig Hohn und Spott angedeihen lassende Agnes, und die mehr Domina-haften, herrschsüchtigen Zuchtmeisterinnen als sittsamen Mentorinnen gleichenden Lehrerinnen der „Finishing School for Girls“, in die Elvira irgendwann überstellt wird, um ihre Chancen auf die sozialen Aufstieg verheissende Hochzeit vergrössern zu helfen, bis hin zu den sadistisch-erbarmungslosen Krankenschwester-Gehilfinnen des debil-derangierten, Frankenstein-haften Schönheits-Chirurgen „Dr. Esthétique“. Sowohl willfährig Handelnde als auch selbst Betroffene in einem System, das ihre eigenen Chancen im Leben untrennbar an die Vorstellung und das phantasmagorische Ideal von „Schönheit“ als einem raren Gut koppelt, allesamt Kombatantinnen in einem Kampf, der ihre eigenen Körper als Schlachtfeld auserkoren hat. Mit umoperierten Nasen, brutalst vernähten künstlichen Wimpern, und tief in ihren Därmen umher rumorenden Bandwürmern als gegen sich selbst gerichtete Waffen, die unfassbare Verheerungen anrichten werden. Alle Frauen, bis auf eine: Elviras jüngere Schwester Alma, die als Einzige den Wahnsinn dieses „Beauty“-Diktats erkennt und ihn als solchen benennt, die sich weigert, ihren Körper und ihr Denken einem derart irrwitzigen Schönheits-Ideal zu unterwerfen, und letzten Endes nicht erreichbaren Wahnvorstellungen hinterher zu hecheln, agiert hier als Stimme der Vernunft, und bildet den notwendigen Gegenpol zu all der, je näher der Ball rückt, auf dem der Prinz seine Braut zu erwählen gedenkt, mehr und mehr um sich greifenden Attraktivitäts-Hysterie. Und von deren Interaktionen, Diskussionen und Kollisionen mit der völlig verblendeten Elvira ich gerne noch mehr gesehen hätte. Überhaupt lassen es sämtliche Charaktere hier doch ein wenig an Tiefenschärfe vermissen, wenn man mal etwas genauer hinschaut. Was aber nicht weiter ins Gewicht fällt, weil es für das Parabelhafte des Märchens als Moral-Geschichte, und seine radikal-rücksichtslose Vergegenwärtigung und frauenzentriert-feministische Umdeutung nicht zwingend erforderlich ist.

„I am not my body, I’m somebody.“ singt die queerfeministische Riot Grrrl-Elektro-Punk-Band Dream Wife im patriarchale Machtstrukturen kritisierenden und anklagenden Song „Somebody“. Und ja, jede (Cis-)Frau ist nicht nur ihr Körper, sondern eben auch jemand. Eine Person, die gesehen sollte und anerkannt / respektiert werden muss. Auch ohne, dass sie diesen ihren Körper als grundlegend zu veränderndes Problem ansieht, und sich darob unnötig selbst malträtiert, (um-)operiert und disrespektiert. Aber: Jede Frau ist eben auch ihr Körper, bzw. dieser ihr Körper auch ein grundlegender Bestandteil ebendieser Frau. Und ganz gleich, ob es sich nun um Model-Shows, Diät-Ratgeber, Schönheits-Chirurg:Innen, gegen Abtreibung und Verhütung agitierende Kirchenvertreter:Innen, „Size Zero“-Modeschöpfer:Innen, Heidi Klum, Matthew Hussey oder Anna Wintour handelt… unterm Strich sind sie Alle ein und dasselbe.

In the end, it’s just another finishing school for girls.

„The Ugly Stepsister“ hat mich zu Tränen gerührt, er hat mich aber auch ausgesprochen wütend gemacht, ob all der unzumutbaren Zumutungen, die Frauen sich genötigt sehen, ihrem Körper, und damit auch sich selbst anzutun. In einer Szene (es war diese bescheuert-blödsinnige Tanz-Aufführung mit Elvira und den zwei anderen Frauen) war ich so aufgebracht, dass ich am Liebsten meine Bierflasche nach der Leinwand geworfen hätte. Nicht, dass ich das wirklich in Erwägung gezogen hätte - Zum Einen saß ich sehr weit hinten, und kann nicht so weit werfen, zum Anderen will ich ja auch niemanden verletzen, die:der das Behältnis dann auf den Kopf bekommt. Und zuschlechterletzt hätte ich so etwas natürlich niemals wirklich getan. Aber den Drang und die Lust dazu, die habe ich schon verspürt, in meinem jäh aufflammendem Echauffement ob all dieser normierten und verinnerlichten vermeintlichen Unzulänglichkeiten, dieser Inszenierungs-Rituale, dieser Schönheits-Ideale, all dieses Beauty-Wahns. Und eben deshalb ist diese für manche Zuschauer:Innen unter Umständen körperliches Unwohlsein und brechreizverursachenden Ekel hervorrufende Inszenierung auch und vor Allem gerade in ihrer überspannten Übertreibung zwingend notwendig für das Anliegen des Films. Sie zwingt uns, dieses eben auch im Alltagsleben und Erleben, in der tagtäglichen Lebensrealität vieler, viel zu vieler Frauen, vorhandene Leiden an der vermeintlichen Unzulänglichkeit des eigenen Körpers überhaupt wahrzunehmen, anzuerkennen, und uns damit auf mit mitfühlend-empatische Weise auseinanderzusetzen. Und gegebenenfalls auch uns selbst, in unserem Nicht-Handeln, in unserem Lieber-Nicht-Wissen-Wollen, als Teil des Problems zu begreifen, und zu verändern.

„Just have some fucking empathy!“ (Dream Wife, „Leech“ )

Der Krieg der Frauen gegen ihre eigenen Körper, gegen sich selbst, dauert nun schon einige Jahrhunderte an. Und wie in jedem Krieg, so kann auch dieser nur ein Ende finden, wenn man mit dem Gegner (s)einen Frieden schliesst.

Wenn am Ende des Films die übelst geschundene, verunstaltete und verstümmelte Elvira mit Boxer:Innen-Nase, ohne Zehen, und im Schubkarren-Gang zusammen mit ihrer Schwester Alma einen Ausgang aus dieser schwarzhumorigen Farce, aus diesem gallig-bitterbösem modernen Märchen findet, und all das Grauen und den sexistisch-misogynen Chauvinismus von Königshöfen, Benimm-Schulen und falschen Lebensvorstellungen ein für allemal hinter sich lässt, dann kann ich ihr nur inständig wünschen, was ich auch allen anderen Frauen, die - ob nun bewusst oder unbewusst - Tag für Tag, allüberall auf der Welt, unter und an derlei absurden Schönheits-Normen und Körper-Regimen leiden, wünsche:

Dass sie irgendwann, hoffentlich so bald als möglich, diese falschen, ihren Selbst-Respekt und ihr Selbstbild verzerrenden Ideale und Vorstellungen ein für allemal überwinden und hinter sich lassen, und ihren Frieden mit sich selbst machen können.

Und werde auch in Zukunft versuchen, ihnen dabei anerkennend-respektvoll und empatisch-mitfühlend so gut als möglich zur Seite zu stehen.

Auf dass dieser Krieg eines Tages einmal enden möge.

Und somit bleibt mir am Ende dieses wieder mal viel zu langen und mir beim Schreibprozess viel zu schmerzhaft gewesenen Textes nur noch, all denen, die immer noch und auch jetzt noch (Cis-)Frauen/Körper kontrollieren, normieren, (um-)operieren, (gegen deren Willen) penetrieren, malträtieren, amputieren, retuschieren und verunzieren wollen, zwei kurze Sätze zuzurufen:

Fuck you.

Fuck you all.

:fu:

:rage:

"I took on heaven / Took on heaven
Took on heaven / To find peace
I took on the world / Took on the world
Took on the world / To find me again.

I am not my body / I’m somebody "

(Dream Wife, „Somebody“ )

P.S.: Beim Weggehen direkt nach dem Film-Ende hatten wir dann (vermutlich, weil es meinen Begleiter:Innen leichter fiel, über derlei Petitessen zu sprechen, als über die „grossen“ Fragen des Films zu diskutieren) noch seltsame Konversationen über so nebensächliche Fragen wie die, wieso und warum urplötzlich aus Maden Seidenspinner-Raupen werden können (Meine Antwort: „Das ist ein Märchen, da muss nicht immer Alles mit logischen Dingen zugehen!“), oder ob es möglich ist, einen Bandwurm zu erbrechen (Ich stehe bis heute auf dem Standpunkt, dass mir das nahezu unvorstellbar erscheint, aber eine Mitseherin und langjährige FFF-Gängerin meinte, ihre Grossmutter hätte auch mal einen Bandwurm gehabt, und diesen dann auch erbrochen). Ist ja auch mal was Nettes, wenn Eine:n ein gerade gesehener Film dazu bringt, über solcherlei Dinge so dermaßen schöne Gespräche zu führen… :wink: :crazy_face: :smile:

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Das Problem exisitiert seit Anbeginn der Medien, sei es in Form von Zeitschriften, TV Spots, Hollywood oder irgendwelcher Prominenter. In meinen Augen ist das alles durch das Internet noch viel weiter ausgeufert bzw. wesentlich mehr ins Extreme abgedriftet. Gerade wegen den Sozialen Netzwerken, wo Kinder, Jugendliche, junge und alte Frauen und Männer tagtäglich an ihrem Selbstbild in Form von Fotos und Text herumbasteln. Da will man vor allem glänzen und oftmals repräsentiert man etwas, was man gar nicht ist. Hinzu kommen all diese idiotischen Influencer im Netz, die für irgenwelche Konzerne agieren, um möglichst ihr Produkt zu verkaufen, ermutigen sie Frauen dazu, mit ihren Mittelchen einem bestimmten Frauenbild bzw. Schönheitsideal zu entsprechen, das oftmals unrealistisch oder unerreichbar für eine normalsterbliche Frau ist. Ganz schlimm wird es, wenn operative Eingriffe auch noch im Vordergrund stehen. Brustimplantate, Fettabsaugung, Nasenkorrekturen, Hautstraffung und Botoxlippen sind bei Frauen mittlerweile an der Tagesordnung. Das Klientel wird leider immer jünger. Es sind aber mittlerweile nicht nur Frauen, sondern auch junge Männer, die sich durch kostspielige operative Eingriffe eine Verbesserung ihres Selbstwertgefühls erhoffen. Anstelle von harter Kopfarbeit ist dieses Klientel unserer modernen Gesellschaft viel zu stark auf den Körper fixiert. Ist ja auf den ersten Blick auch alles viel leichter… Letztendlich liegt die Entscheidungsfreiheit aber bei einem selbst, diesen Schritt zu gehen oder nicht. Und mein optisches Idealbild von Frau sieht so aus: Hohe Stirn, klare Augen und gute Figur. Und ja… riechen muss sie auch gut.

Das „Problem“ existiert seit der Antike. Schon immer gab es Schönheitsideale. Die heutige Jugend hat eben das Problem, das niemand mehr auf Dicke steht. Ich selbst war bereits vor 40 Jahren, als recht moppeliger Teenager, von Mobbing betroffen und heiße diesen ganzen Kult um oberflächliche Beurteilung von Menschen selbstverständlich auch nicht gut, finde es auch grässlich, wenn sich eigentlich hübsche junge Damen z.B. ihre Lippen zum Schlauchboot aufpumpen lassen. Aber meine Güte, sowas hat es schon immer gegeben, und in einigen Kulturen der Welt bohren sich Völker Spieße durch die Haut und dehnen mit Tonringen ihre Lippen auf 30cm. Und dies vollkommen ohne mediale Beeinflussung. Finde ich es gut ? Nein. Muss ich deswegen den Film „The ugly Stepsister“ hypen, weil er VERMEINTLICH sich dieses Themas annimmt ? Ebenso nein.

Eines der Probleme, die ich mit dem Film habe, hat übrigens todaystomorrow D.S. in seiner review perfekt auf den Punkt gebracht (ich darf Dich zitieren?) :

„Hier ist einfach jede Figur ein absolutes Arschloch. Fast ausnahmslos – höchstens die jüngere Stiefschwester Alma zeigt so etwas wie Menschlichkeit, allerdings spielt sie für die Handlung (bis zum Ende) so gut wie keine Rolle. Alle anderen sind aber kaum erträgliche Widerlinge. Die zwischen naiv, bemitleidenswert und niederträchtig oszillierende „hässliche Stiefschwester“ Elvira genau wie das arrogante „Aschenputtel“ Agnes, vom werten Herrn Chauvi-Prinz ganz zu schweigen. Das erhöht natürlich einerseits die Freude daran, diese Ekelpakete leiden zu sehen (und spricht die wohl jedem*jeder inhärente bösartige Ader an). Andererseits aber macht es das nahezu unmöglich, sich um das Wohlergehen der Figuren wirklich zu scheren. Was schnell zu einer erheblichen grundsätzlichen Distanz des Betrachters gegenüber dem Geschehen führen kann.“

Ganz exakt so. Ich fand Elvira von der ersten Minute an so ätzend, das sich mein Mitleid mit ihr nicht nur in Grenzen hielt, sie war mir einfach nur vollkommen egal.

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Ich sehe da trotzdem einen Unterschied. Das Schönheitsideal in der Antike, insbesondere im antiken Griechenland, war stark von Harmonie, Proportionalität und Symmetrie geprägt. Frauen wurden oft mit weichen, runden Formen dargestellt, die Gesundheit und Fruchtbarkeit symbolisierten. Das heutige Schönheitsideal ist stark durch Medien, Influencer und Prominente geprägt. Es tendiert zu extremer Schlankheit, makelloser Haut und anderen oft unerreichbaren Standards. Und Social Media heute fucked vollkommen up, die Ideale werden durch Bilder, Trends und Algorithmen bestimmt. Oft spielen auch kommerzielle Interessen eine Rolle, um Produkte zu verkaufen. In der Antike wurde Schönheit vorrangig in Skulpturen, Gemälden und Literatur idealisiert. In Modern Socal Media wird Schönheit durch Fotos, Filter und Bearbeitung präsentiert, die unrealistische Standards immens fördern.

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Kurzes Feedback zu den von mir gesehenen Filmen:

Jimmy and Stiggs
Optisch schon interessant, aber kein Vergleich zu Bliss, der doch etwas mehr Substanz hatte.

Bring Them Down
Kein Highlight, aber gute Atmosphäre.

The Ugly Stepsister (Den stygge stesøsteren)
Top umgesetzt und absolut gute Unterhaltung mit Gesellschaftskritik.

Mermaid
Trotz sehr gutem Hauptdarsteller eher ein Lowlight.

A Whale (Una Ballena)
Das ist so ein Film, der genau nach meinem Geschmack ist. Überwältigende Bilder und ganz viel geistiger Input.

The Gesuidouz (ザ·ゲスイドウズ)
Echten Punk habe ich nicht erwartet, sondern unterhaltsamen japanischen Humor. Und bekommen. Mehr aber auch nicht.

Memoir of a Snail
Nach „Mary & Max ” wurden hier meine Erwartungen voll erfüllt. Animation mit Anspruch. Bitterschön, herzerwärmend und beeindruckend anzusehen.

The Damned
Großartige Landschaftsaufnahmen, aber leider etwas mager beim Plot.

The Rule of Jenny Pen
Zum Abschluss noch ein nicht so ganz erwartetes Highlight. Altern mit all seinem Horror und dann noch mit speziellen Herausforderungen.

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Wer den Wal hat, hat die Qual

…das stimmt - zumindest, was die Wahrnehmung von „Una Ballena“ durch meine Person anbelangt - zwar gar nicht, ich fand’s als potentiellen Titel aber griffig genug, als dass ich es nicht verwerfen wollte, und somit beibehalten habe (und es trifft ja, wenigstens im Ansatz, auch auf die Hauptfigur zu). Wobei ich immer noch verwundert darüber bin, dass diese headline dem ansonsten ja doch sehr fabulierungsfreudigen f3a-Foren-Kollegen @Leimbacher-Mario (dem der Film ja bedeutend weniger zugesagt hat, als meiner Wenigkeit) für sein Negativ-review nicht eingefallen zu sein scheint… oder wenn doch, diese ihm vielleicht einfach auch als viel zu platt erschien. Aber Ihr kennt mich - ich lasse ja keine Peinlichkeit und kein Fettnäpfchen aus, mir ist nichts zu doof, kann keine Schlagzeile blöd genug sein. :wink: Von daher… :smile:

Nun gut - Kommen wir dann mal zum Film selbst. Ich muss zugeben, dass auch ich eingangs erst einmal ziemliche Schwierigkeiten hatten, mich in die undurchsichtig-opak geschilderte Geschichte und die ja doch sehr trist-skizzenhafte Bildsprache einzufinden… Ich kam mit dieser graublauen Farbpalette zu Beginn gar nicht klar, tappte doch auch sehr lange im Dunkeln, was die Motivation der einzelnen Charaktere und ihre Beziehungen zueinander anging - Klar, das ist Alles vom Regisseur / Drehbuch-Autor in Personal-Union genauso gewollt, machte es mir aber nicht gerade einfach, zum Leinwandgeschehen emotional anzudocken, oder das Gesehene irgend zu mir selbst ins Verhältnis zu setzen. Zumal dann ja die Narration auch eher schroff-spartanisch ist, der:dem Zuschauer:In ständig nur kleine Brocken hingeworfen werden, man immer bloß Bruchstücke eines viel grösseren Mosaiks zu sehen bekommt, und es eine ganze Weile dauert, bis man diese passend zusammensetzen kann. Aber mit zunehmender Laufzeit entwickelt der Streifen um die wortkarg-gefühlsarme Auftragskillerin und den desillusionierten ältlichen Schmuggler doch einen sehr angenehmen flow, der zwar niemals auch nur im Ansatz den rauschhaften Sog seines (über-)großen Vorbilds „Under The Skin“ zu entwickeln vermag, zumindest mich aber dennoch genug fesselte, dass ich es sehr genossen habe. Und wies die Story nachher auch genug philosophisch-existentialische Tiefe auf, dass ich ab der zweiten Hälfte doch sehr gebannt auf die Leinwand starrte. In Sachen Bildgestaltung und Photographie / Kamera-Arbeit kann man „Una Ballena“ jedenfalls nichts vorwerfen: Der Film hat eine Vielzahl an wirklich ausserweltlich-schönen Bildern und atmosphärisch-realitätsentrückten Szenerien vorzuweisen. Stilistisch ein Gedicht! Eine der schönsten Szenen zeigt die schwarze Silhouette der Auftragsmörderin vor einer Fensterfront, durch die milchig-weissliches Licht fällt, und in der ihr Profil samt der bei ihren Jobs stets aufgesetzten Badekappe sie selbst wie ein reptilienhaftes Unterwassergeschöpf erscheinen lässt (siehe das obige film still). Gelegentlich fühlt man sich auch an die Ikonographie des video games „Death Stranding“ erinnert, wenn Ingrid eine andere Dimension / Wirklichkeit betritt, und ätherisch-fremdartige (Unterwasser oder doch outer space?-)Welten voll schwarzen Lavagesteins durchschreitet. Dass diese opulent betörenden Szenerien bisweilen etwas unvermittelt und zusammenhanglos nebeneinander stehen: Geschenkt, hat mich jetzt nicht so gestört. Was die Schauspieler:Innen angeht, so machen sowohl die zwar äusserst reduziert und zurückgenommen, dafür aber überaus prägnant aufspielende Ingrid García Jonsson als distanziert-verschlossene hit woman from out of this world, als auch der stoisch-knorrige, pragmatisch-melancholisch agierende Ramón Barea als verpassten Chancen nachtrauernder Gangster eine wirklich gute Figur, und ergänzen sich in ihren gemeinsamen Szenen schon beinahe unheimlich perfekt. Last but not least sei noch der zwar durchaus stimmungsvolle, mir selbst aber nicht einprägsam genug klingende und zudem für mein persönliches Empfinden oft (zu oft) etwas zu sehr sich im Sound-Hintergrund haltende score genannt. Für mich ein wirklich schöner, durchaus auch länger nachhallender Neo Noir-Sci-Fi-Mystery-Thriller um Schuld und Sühne, Identität und emotionale Isolation, Erinnerung und lebensgeschichtliche Erstarrung. Als Einstieg in den Tag zudem auch gut programmiert. Wiewohl viele andere Mitgucker:Innen das auch anders sahen, und viele wohl auch nicht so angetan waren wie ich. HH-Local Staff-Rosebud-die Sven jedenfalls sah sich genötigt, als ich ihm gleich nach der Vorstellung mitteilte, dass der Streifen mir durchaus gefallen habe, direkt bei Fredi anzurufen, und ihr im Brustton der Begeisterung die frohe Kunde, dass immerhin ein:e im Kinosaal Anwesende:r nicht komplett enttäuscht war, persönlich mitzuteilen - O-Ton: „Hallo Fredi, wir haben [eine Person], [die:der] den Film okay findet!“… :smile: Weiss jetzt aber nicht, ob er sie auch persönlich dran hatte, klang eher so, als habe er ihr auf die voice-mailbox gesprochen.

„Una Ballena“ ist spröde erzähltes, gelegentlich ein wenig zähes, aber letztlich durchaus lohnendes, verkopftes Sci-Fi-Kino im Stil von Jonathan Glazer und Stanley Kubrick, gepaart mit einem Neo Noir-Thriller, der gerade auch in der Unzugänglichkeit und emotionalen Erstarrtheit seiner Protagonstin sehr an Jean-Pierre Melvilles (<— Wer den Streifen gesehen hat, der:dem dürfte der Name bekannt vorkommen, und ich bin immer noch felsenfest der Meinung, dass diese Namensgleichheit nix, aber auch gar nix, mit dem Romanautor von „Moby Dick“, sondern mit ebenjenem französischen Regie-Genie zu tun hat) „Le Samouraï“ (der laut Aussage von Regisseur Pablo Hernando auch eines der grossen Vorbilder für diese lakonisch-hypnotische Sci-Fi-Ballade war) erinnert, voller magisch-betörender Bilder, stilsicher komponierter Tableaus und über den Kontext der Geschichte hinausweisender Themen, das klug genug ist, nicht auch gleich auf jede aufgeworfene Frage eine passgenaue Antwort geben zu wollen, sondern die Zuschauenden für mündig und aufgeklärt genug hält, sich selbst einen Reim auf das Gesehene machen zu können und wollen. In short: Kino für Kenner:Innen, eine wunderschön abgefilmte Indie-Perle mit Tiefgang und opak schimmernden Oberflächen, in denen sich die Ungewissheit über das eigene Sein und den individuell-biographischen Sinn widerspiegelt. Grosse Seh-Empfehlung für Alle, die sich im Kinosaal gerne mal in fremde Welten, die sie nicht unbedingt verstehen können / müssen, entführen lassen, die keine Probleme haben, wenn sie von einem Film auch mal zum Selberdenken aufgefordert werden, und die nicht gleich entschlummern, wenn’s mal etwas unverständlich-gemächlicher zugeht. Ein kleiner Lichtstrahl der Hoffnung am Horizont des anspruchsvollen europäischen Genre-Kinos, der nicht Jeder / Jedem gefallen will.

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Der Fischmensch stinkt vom Kopf her

…glücklicherweise aber nicht dieser Film. „Orang Ikan“ ist mal wieder einer dieser kleinen, mit sehr wenig Budget, dafür aber umso mehr Liebe für’s althergebrachte, klassische Genre-Kino gedrehten Filme, die nichts, aber auch wirklich gar nichts, irgendwie weltbewegend anders machen als ihre grossen Vorbilder (in diesem Falle „Creature From The Black Lagoon“ und „Enemy Mine“) und diesen auch in keiner einzigen Einstellung auch nur ansatzweise das Wasser reichen können (was sie ja aber auch gar nicht wollen), die aber einfach nur Spaß machen, anzuschauen. Und manchmal - zumal an einem sonnigen Samstag nachmittag - reicht sowas ja durchaus auch schon aus, um einfach nur eine gute Zeit im Kino zu haben. Klar ist die Ausleuchtung, gerade auch in den Nachtszenen, grottenschlecht bis hundsmiserabel, natürlich sind hier weder Kamera, noch Schnitt oder Effekte, und auch nicht die Kostüme, state of the art - ist das Alles aber immer noch ausreichend genug, um die Genre-kundigen Zuschauer:Innen die perfekt passende, nicht zu lange und nicht zu kurze Laufzeit von gut achtzig Minuten über mit launigem Amüsement bei der Stange zu halten. Die beiden sich zuerst bis aufs Blut hassenden Kontrahenten, welche im Angesicht eines gemeinsamen, übermächtig anmutenden Feindes sich gezwungen sehen, ihre Vorurteile zu überwinden und zusammen arbeiten zu müssen, das gar nicht mal so grausliche, eher komisch als gruselig anmutende, jederzeit als man in a rubber suit erkennbare Monster, die schnörkellos-geradlinig inszenierte und routiniert abgespulte 08/15-Geschichte: All das kennen wir schon. Alle das lieben wir aber auch - zumindest, wenn man (so wie ich) seit Kindertagen schon ein Herz und eine Schwäche für diese Art von 1950er-creature feature flicks hat. Die abgelegen-archaische Dschungelinsel gibt dabei ein passend urtümliches Setting ab. „Orang Ikan“ ist ein feiner kleiner low budget-Film, der nicht so tut, als würde er das monster movie-(Sub-)Genre-Rad neu erfinden, der um seine Schwächen weiss, sich für diese aber auch nicht schämt (und auch gar nicht schämen muss), von dem Einer:Einem nach dem Verlassen des Kinosaals zwar absolut nichts längerfristig im Gedächtnis haften bleibt, mit dem man aber zuvor für knappe eineinhalb Stunden einfach nur Spaß im Kino gehabt hat. Und auch, wenn der titelgebende Orang Ikan so stocksteif daher watschelt, als hätte man ihm gerade einen Besenstiel in den Fischmenschen-Arsch gerammt, und bestimmt auch mindestens dreizehnmal zu oft die altbekannte „Predator“-victory pose einnimmt, und es zudem wirklich absolut hirnverbrannt blödsinnig ist, dass fast der gesamte vorhergegangene Film am Ende nochmal ge-recapped wird - Spaß gemacht hat’s trotzdem. Passt scho’ so! :+1: Kein Film für die Ewigkeit, aber für einen netten FFN-Nachmittags-Slot.

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Tranig Pixie Dumm Girl

„Bonjour Luc! Na, wie gehts?“

„Ah, la condition de le monde, c’est terrible!“

„Ja, schrecklich, mit dieser ganzen CoViD-Pandemie, und Allem. Kannste denn zur Zeit überhaupt drehen?“

„A oui, isch habe ein ganz neues Proschekt am Start.“

„Ah, interessant, erzähl doch mal. Worum gehts?“

„Alors, da ist dieser junge Mann, der hasst einfach Alles. Seine Arbeit, c’est stupide, seine Wohnung, seinen Chef, tout la vie, c’est la merde! Hängt ihm Alles zum Hals raus, ah? Und dann, un jour, da lernt er so eine Schnecke kennen…“

„Moment, Moment, Luc… ‚Schnecke‘? Du meinst, eine Frau, oder?“

„Ah, oui, oui, Sag’ isch doch. Und la fille jeune, ah, sie ischd… wie sagt man? Ein wenig verrückt, un peu fou. Farfelu, et tres spontané. Und er verknallt sisch gleich in sie, und nach un quart d’heure, schie schon machen amour…“

„Warte mal, Luc! Das geht mir jetzt aber Alles viel zu schnell. Was hat denn diese junge Frau denn überhaupt so für Eigenschaften, was für eine Funktion hat sie denn für die Geschichte, und was bedeutet sie dem Mann?“

„Ah, schie soll ihm helfen, schu finden, la magique de la vie. You know - ich hab in letzter Scheid ja nullement essen gehen können, oui? Da hab ich mir immer vom Chinois beschtelld, le dîner… und in die biscuits de bonheur, da waren schoooo viele kluge Lebensweisheit. Isch hab die alle aufgehoben, und auch mein Kalender, den hab isch nun selbst abgerisse. Isch hab’ ja nun temps. Ah, tres bon, beaucoup des dictons. Dasch sagt schie ihm alles.“

„Also, ich weiss ja nicht, Luc. Das hört sich für mich Alles ziemlich abgedroschen und schwer versimplifizierend an. Darauf kann man doch keine weibliche Hautrolle aufbauen. Was macht sie denn noch so, diese junge Frau?“

„Ah, c’est complément egal! Weissch Du, die soll doch nur dumm grinsen, und blöd gucken, und ab unn schu mal - wie sagt ihr allemands? - ihre Titten in die Kamera schlenkern, unnhd nackisch embrasser les arbres. La érotique francaise, oui?“

„Oh Mann, Luc - das sind doch keine hinreichenden Charakter-Eigenschaften… und auch keine Handlungsweisen, die Du im 21. Jahrhundert einer weiblichen Hauptfigur zuschreiben solltest. Das ist doch, entschuldige bitte, ganz platter Sexismus, und allerübelster Chauvinismus!“

„Ah, toutes les allemands - Ihr scheid alle, non romantique!“

„Hmmm… ich weiss nicht. Aber gut - was passiert denn sonst noch so, in Deinem Film?“

„Ah, schie bringt ihm bei, schwimme, in le swimming pool. Un schie is complement furieuse, contre un Jäh-Gerr. Weil, er meurtre les animales innocentes. Und schie Beide, les deux manger un Hamburger, en coucher de soleil… in Sonnenuntergang…“

„Äh, warte mal kurz, Luc. Hamburger sind doch teilweise auch aus toten Tieren gemacht. Wie kann sie die denn essen wollen, wenn sie kurz vorher noch vollkommen ausgeflippt ist, weil Einer unschuldige Tiere auf der Jagd getötet hat?“

„A oui, toutes les cineastes, sont crétins… Dasch merken die doch gahr nischd. Und wenn sie dann noch mit ihre Titten in die Kamera…“

„Mensch Luc, jetzt hör’ doch mal auf mit Deiner Brust-Fixierung! Aber vielleicht hast Du recht, ich glaube auch immer mehr und mehr, dass die avisierte ideale Zielgruppe für Deinen Film wohl in der Mehrzahl Idiot:Innen sein müssen. Wie soll er denn überhaupt heissen, der Film?“

„Ah, exactement wie les protagonistes…„June et John“

„Das klingt mir aber verdächtig nach „Jules et Jim“ von Truffaut… Hast Du denn gar keine Angst, mit einem solchen Meisterwerk eines Genies des Kinos verglichen zu werden?“

„Ah, non, non - moi, c’est le plus grand génie de cinema, absolutement magnifique!“

„Ah ja, verstehe… Du hör’ mal, Luc, ich muss dann jetzt auch Schluss machen, hab’ noch was zu tun. War aber wirklich nett, mal wieder mit Dir zu plaudern. Alles Gute, Du, und viel Glück mit Deinem neuen Film. Bis dann, Auf Wiederhören!“

„Oui oui, merci, et à bientôt!“

(Legt auf, wählt umgehend neue Nummer)

„Allo? Salpêtrière, psychiatrische Abteilung? Ah oui, ich würde gerne einen akuten Fall von gemeingefährlichem cineastischen Größenwahn und völliger filmischer Realitätsverblendung melden… Ich bin mir nicht sicher, ob die Person noch ganz zurechnungsfähig ist… le nom? Luc Besson… Oui oui, le directeur… Ja, aber bitte beeilen Sie sich. Ich befürchte, dass Monsieur Besson sonst in Bälde etwas tres horrible auf le monde de cinema loslassen wird…“

:-1: :face_vomiting:

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Nun denn… hiermit wünsche ich allen in der Münchner Nachhut ins Halbdunkel des Kinosaals einmarschierenden FFN-Gänger:Innen, zuvorderst aber selbstschreibend @Michaela und @splattercheffe, und allen anderen an der Isar logierenden f3a-Forenmitgliedern, die ich jetzt vergessen haben sollte, übers Wochenende viel Spass, gute Filmsichtungen, schröcklich-schöne Stunden im Kinosessel, immer passgenaue Ballschuhe ohne Hackmesser-Korrekturen der unteren Geh-Extremitäten :wink: , und nette Fachsimpeleien im Foyer / Innenhof. Und lasst gerne auch a bissi was (oder auch a bissi mehr) von Euch lesen, so denn Zeit dafür sein sollte.

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Vielen Dank. Heut wirds mal nix, bin gesundheitlich angeschlagen und versuch mich auszukurieren. Ich war schon länger nicht mehr krank, und ausgerechnet jetzt. Menno. :face_with_thermometer::sob:

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Ach menno, das ist aber schad’ - ich kann’s Dir nachempfinden, bin ja in der letzten Zeit (lies: im letzten halben Jahr) leider auch oft gesundheitlich nicht so ganz auf dem Damm, war ja auch am letzten Sonntag (und auch letzten FFN 2025-Tag) so…

Ich wünsch’ Dir auf alle Fälle möglichst schnelle und vor Allem Gute Besserung, und grüss’ mir doch bitte ganz :heart:lichst den Herrn @splattercheffe , so Ihr Euch denn persönlich sehen solltet.

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Ice Ice Crazy

Das im isländischen Eis gedrehte Schauerstück „The Damned“ sollte dann also als closing night den Abschluss meiner diesjährigen FFN-Kino-Exkursionen bilden… stellte sich dann aber bereits als von Anfang an stark schlingernder und alsbald Leck schlagender abgewrackt- (Cineast:Innen-)seeuntüchtiger Seelenverkäufer heraus… Was mehr als nur ein bisschen schade war und ist, da der Streifen zum Einen mit einer gerade auch in den Natur- und Landschaftsaufnahmen wirklich überaus schönen Kamera-Arbeit in einer die Zuschauer:Innen unwillkürlich im Kinosessel frösteln lassenden, überaus beeindruckend abgebildeten arktischen Szenerie aufwarten kann, und zum Anderen - wie ja auch schon „The Ugly Stepsister“ - als thematischen Hintergrund ein hochgradig aktuelles Sujet erwählt hat… hier sind es der Umgang der EU-Staatengemeinde mit übers Meer kommenden migrantischen Flüchtlingen, respektive das tatenlose Zusehen bei deren tausendfachem Ertrinkungstod im Mittelmeer, und die daraus resultierenden drängenden Fragen nach persönlicher Verantwortung, individueller Schuld und nachhängendem schlechten Gewissen. Im Gegensatz zum formidablen, die patriarchalen Normierungs-Mechanismen und rigiden Schönheits-Regime gnadenlos darstellenden und anprangernden (Stief-)Schwestern-Drama, macht dieser Streifen hier allerdings so gut wie gar nichts aus seiner auch ethisch-moralisch spannenden Prämisse, sondern mäandert bloss unentschlossen verloren im eisigen Nebel der Belanglosigkeit herum, ohne klare Orientierung, Richtung oder Ziel. Die im Grunde durchaus interessanten Charaktere werden vom Film nie zu ebensolchen ausgeformt, sondern bleiben bis zum Ende nur schablonenhafte, blass-konturlose Schemen ohne eigene Motivation, Überzeugungen und Motive. Dazu kommt dann noch eine generisch-klischeehafte Geschichte ohne wirklichen drive, die kaum je einmal von sich selbst überzeugt scheint, sondern stattdessen die seltsam ratlos-träge Narration müde und lustlos-sediert im Halbdunkel der windschiefen Holzhütten der kleinen Fischersiedlung vor sich hindämmert. Immerhin: Ausstattung und Kostüme sind toll, und lassen zusammen mit der schönen Lichtsetzung stellenweise eine wirklich überzeugend-realistische, stimmungsvolle Atmosphäre aufkommen. Das Alles hilft aber nur bedingt, wenn das script nicht weiss, wie es das, worauf es hinauswill, adäquat und effektiv ins Bild setzen soll und kann, und auch die Regie diese eklatanten Drehbuch-Mängel auszugleichen sich nicht der Lage sieht. Bestes Beispiel für diese ganze malaise ist, wie der zum Auftakt hin geschilderte, unterschwellige Antagonismus zwischen der jungen Witwe Eva, welcher der Grund und Boden und letzten Endes die gesamte Siedlung gehören, und dem älteren Fischer-Anführer Ragnar, der ihr diesen ihren Besitz scheinbar streitig zum machen versucht, und von dem man denkt, dass dieser noch einen interessanten Konflikt darstellen wird, und den beiden Figuren bedeutend an Tiefe und Komplexität verleihen könnte, weder wirklich etabliert, noch irgend weiter geführt / ausgespielt wird. Weil Ragnar dann nämlich schon nach etwa 30 Minuten aus dem Film verschwindet, und der Streifen auch bis dahin noch nichts, aber wirklich gar nichts, aus dieser zwar erwähnten, aber nicht ausgearbeiteten Idee gemacht hat. Ebenso verhält es sich sodann mit Ragnars (von Eva auserkorenem) Nachfolger, mit dem die junge Frau alsbald eine zarte und zaghafte Liebesbeziehung eingeht, aus welcher dem Film aber auch wieder kein Kapital zu schlagen gelingt! Es ist wirklich ein Jammer mit „The Damned“, dass er weder sein tolles Setting, noch die sich redlich bemühende und ordentlich aufspielende Schauspieler:Innen-Riege, geschweige denn die uralten Sagengeschichten um die Draugr (als nordische Wiedergänger:Innen) dazu nutzt, aus all dem einen spannenden, unheimlichen und interessanten Gruselfilm zu machen, sondern einfach nur tatenlos am Strand des eisigen cineastischen Genre-Meers steht, und mit schreckgeweiteten Augen dabei zusieht, wie dieses enorme Potential in den kalten Fluten versinkt. Wenn die einzigen Momente in den 90 Minuten Laufzeit, welche die Zuschauer:Innen dann wirklich einmal vor Schreck in ihren Kinosesseln zusammenzucken lassen, diejenigen sind, wenn nach einer langen Kamerafahrt auf ein schlafendes Gesicht urplötzlich ein Schnitt erfolgt, und dann laut bollernde Bohlen auf ein Fischerboot knallen, dann weiss man wirklich, dass hier etwas ganz und gar nicht mit rechten Genrefilm-Dingen zugehen kann. Was für eine verschenkte Gelegenheit!

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Auch von mir viel Spaß allen Bajuwaren und Bajuwarinnen!

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DANKE! :pray::pray::pray::pray::pray::pray::pray::pray::pray::pray::pray::pray::pray:

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Die zu spät gekommenen Münchner sind jetzt auch am Start…

…leider nicht sehr zahlreich.
Das hatte ich auch noch nicht:
Ein Opener mit gerade mal halbvollem Saal?
Sehr schade, sehr bedauerlich. Aber ich bin’s müßig, mir über die Ursachen Gedanken zu machen, wie oft haben wir das schon getan. Wahrscheinlich ist es wirklich auch eine Altersfrage, ich merk’s ja an mir selber, dass man öfters mal ausfällt mit dem einen oder anderen Zipperlein (gute Besserung, @Michaela, ich hoffe, man sieht sich noch!). Das wir Alten ab und an wegbleiben oder wegbrechen, ist glaube ich normal, die Tragödie ist wohl eher, dass die Jungen nicht nachrücken.

Aber gut, es ist, wie es ist.
Jedenfalls:
Mich hatte der Eröffnungsfilm schon mit dem (nachweislich dämlichen) deutschen Titel KUNG FU IN ROME. Das ist wie SNAKES ON A PLANE, es gibt einfach strunzdumme Titel, die einem doch vermitteln, dass hier gutes Entertainment lauern könnte, wenngleich fraglich, auf welchem Niveau :wink:
Aber dann noch Gabriele Mainetti und Martial Arts, da ist doch der Abend gerettet, oder?
Und tatsächlich:
Auch für mich hat das wunderbar funktioniert, wie Mainetti den Genre-Mix auf die Leinwand zaubert.
Ja, ein wenig geschwätzig, aber das hat mich nicht gestört, da alle Charaktere so hübsch und charmant gezeichnet und gespielt waren. Auch die Inszenierung des Multi-Kulti-römischen Viertels fand ich ganz reizend, die Fights waren einfallsreich und grundsolide inszeniert (hätten wegen mir gerne auch noch mehr sein können).
Nicht der beste Opener aller Zeiten, aber ein schöner Auftakt! 8/10
Und mich gruselt es jetzt bereits, nach dem ersten Trailer, vor der ugly stepsister:slightly_smiling_face:

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Oh honey - You ain’t seen nothing yet!

:grimacing: :wink:

Lag vielleicht auch an dem vollkommen hirnrissigen, verfremdeten Titel des Openers. Im Original heißt der Film „La città proibita“, da hätte man sich viel besser für den engl. Titel „Forbidden City“ entscheiden sollen. Viele unwissende Mitmenschen assoziieren mit Kung Fu oftmals irgendwelche Klopper oder Billigstreifen. Mal ganz abgesehen davon, hätte ich einen anderen Opener gewählt. Als Beispiel „Redux, Redux“ oder „Memoir of a Snail“ evtl. auch „The Rule of Jenny Pen“. Aber egal, ist jetzt eh zu spät.

Hmmm… finde ich nicht unbedingt. Ich halt’s da dann doch eher mit @splattercheffe : „Kung Fu In Rome“ hat so 'n büssch’n den Charme des Debil-Depperten, analog zu so Kloppern wie „Snakes On A Plane“, „Sharknado“ etc. pp. - Der Name ist Programm, da weiss man eigentlich gleich, was Sache ist und Eine:n erwartet (auch, wenn das für „La città proibita“ scheinbar ja nur bedingt zutreffen dürfte, und der (von mir noch ungesehene) Film dann vermutlich doch noch ein wenig vielschichtiger sein dürfte, als bloss Fuchtel-Keile in der Ewigen Stadt). „Forbidden City“ hingegen liest sich in meinen Augen so dermaßen austauschbar, stinklangweilig und generisch-nichtssagend, dass mir da die zwar leicht überdreht-alberne, dafür aber griffig-einprägsamere deutsche Betitelung eigentlich sogar besser gefällt.

Naja - eine Opening Night muss ja nicht notwendiger Weise immer auch gleich den „besseren“ (<— und überhaupt, für wen eigentlich „besseren“?) Film repräsentieren, sondern soll ja mehr so als nette Einstimmung für die kommenden Tage dienen, und dabei sowohl die Genre-mässig etwas unbewandertere Laufkundschaft, als auch das langjährige Stammpublikum „mitnehmen“. Von daher finde ich den Mainetti-Streifen als Opener eigentlich schon recht perfekt gewählt. Die von Dir erwähnten Alternativ-Beispiele sind IMHO allesamt eher etwas „spezieller“: „Memoir Of A Snail“ ist Animation, was eh schonmal eine „Nische“ darstellt, zudem thematisch auch eher komplex und stellenweise ja auch recht abgründig; „Redux Redux“ finde ich sowohl von der Thematik als auch vermutlich der Machart her eher ungeeignet für eine Opening Night, welche halt das Publikum in der Breite erreichen soll; und „The Rule Of Jenny Pen“ ist schon vom Sujet und auch Setting her (Zwei-Personen-Psychoduell, noch dazu im Senior:Innen-Heim) IMHO nicht so ganz passend für einen Eröffnungsfilm. But well, that’s just my two (Euro-)Cents. :wink:

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Vielleicht lag es auch am Papst. Der starb am Ostermontag im Vatikan. Da will man doch kurze Zeit später keine Kung Fu Filme in Rom sehen.

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Während die Münchner:Innen das Schlimmste (und damit auch den IMHO besten FFN25-Film) noch vor sich haben, bzw. wohl gerade mittendrin stecken, bin ich einfach mal so frei, und tippsel mir hier (m)ein FFN 2025-Fazit zusammen… und so wie ich mich, und Ihr mich, kenne / kennt, werd’ ich damit wohl erst dann fertig sein, wenn die Münchner:Innen das Schlimmste (und auch Beste) schon hinter sich haben… (<— Quod erat demonstrandum) :foot: :hocho: :drop_of_blood: :scream: :wink:

Aber das, was auf der Kino-Leinwand das Schlimmste ist, ist immer noch nichts, verglichen mit den Schrecken der Realität… Erst gestern war ich selbst noch am Hamburger Hauptbahnhof (die tollen Turbostaat spielten ihr Tour-Abschluss-Konzert in der altehrwürdigen Markthalle (in welcher mein seliger Vater (R.I.P.) in einer längst vergangenen eisig kalten Winternacht, lange bevor der Ort zum Veranstaltungszentrum umfunktioniert wurde, einstmals den Leichnam eines dort erfrorenen Obdachlosen bewachen musste (was irgendwie ganz gut zur Musik und zum Stil der Band passt, aber dennoch eine ganz andere Geschichte ist, die hier und jetzt auch nicht Thema sein soll)) - und heute abend dann das hier. :sob: Ich verspüre absolut gar keinen Funken eines irgendwie gearteten Gefühls, nochmal das Glück gehabt zu haben, nicht selbst zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen zu sein, sondern kann nur inständigst hoffen, dass auch die Schwer- und Schwerstverletzten noch mit dem Leben davonkommen werden, und sich auch möglichst einigermaßen davon erholen können (sowie auch mit der vermutlich unvermeidlichen PTBS irgendwann klarkommen, bzw. diese überwinden werden können).

Es fällt mir schwer, nun nach solcherlei Ereignissen und an einem solchen Abend gedanklich wieder zum vergangenen Wochenende zurückzukehren, aber dennoch will ich es versuchen…

Aaaalso: Auch, wenn ich am Freitag nachmittag und Samstag und Sonntag vormittag arbeiten musste, und somit direkt von der Arbeit mit dem ÖPNV nach HH reingedüst bin, hat das Alles doch super geklappt, und war tatsächlich auch nicht allzu anstrengend. Normaler Weise hätte ich zwar frei gehabt, aber wenn Not am Mann / der Frau ist, weil Kollegin erkrankt, und so…

Wie auch immer - Ich kann mich abermals nur wiederholen, was die Lokalität der Feierlichkeiten anbelangt: Wir haben hier in HH das beste FFF-Kino überhaupt und ever !!! Und ja, ich weiss, das sagen wohl alle F3a-Forenmitglieder über ihre jeweiligen home bases, der Unterschied ist aber einfach: Bei uns in Hamburch stimmts!!! :wink: :smile: :stuck_out_tongue_winking_eye: Nein, aber mal im Ernst: Es ist - vom formidablen „Zweites Wohnzimmer“-Ambiente des Kinos selbst abgesehen - einfach immer wieder wunderbar, am Steindamm einzukehren. Ich meine, in welchem anderen Lichtspielhaus spricht Eine:n schon mal die Mitarbeiterin von hinterm Tresen an und sagt zu Einer / Einem: „Du bist die einzige andere Person, die ich kenne, die mit „Léon – Der Profi“ auch nix anfangen kann!“, oder steht ein bekannter Herr vom (Stamm-)Personal (für alle HH-ler: Es war Arne), außerhalb der Arbeitszeit in „Zivil“ mit den Fans zusammen, fachsimpelt, und trinkt ein Bier mit uns (und gerät nur gaaaaaaaanz leicht aus der Fassung, als ich in seiner Anwesenheit die Sache mit der Bierflasche, welche ich ob meiner Wut der in „The Ugly Stepsister“ gezeigten Torturen, Demütigungen und Maltrakturen am Liebsten in Richtung der Leinwand gezimmert hätte, erwähnte… :wink: )? Eben! Und deshalb kann ich auch hier an dieser Stelle Savoy-Chef Gerry, Arne, und all den anderen aus dem Team und vom Kino-Personal wieder einmal gar nicht genug danken… Ihr seid die (Aller-)Besten! :clap: HH-Local staff-Rosebuddy Sven sowieso!

Ansonsten war es auch heuer wieder sehr nett, zumindest ein paar der üblichen Verdächtigen mal wieder leibhaftig und in personae wiederzusehen, und mit denen / Euch auch mal im real life zu fachsimpeln (wenn auch meist eher kurz, weil ja schon der nächste Film wartete)… Getroffen / geschnackt habe ich unter Anderem mit @todi , Hagen (dem ich erstmal zu seinem unverhofften I-Net-fame (siehe die (auch wenn man das Format ansonsten nicht so mag, überaus empfehlenswerte) „Kino+“-Episode mit Olli Schulz) gratuliert habe), André von „Kino+“ (den ich erstmal gebeten habe, mich in puncto meiner Vorab-Vermutung für das Ende von „Redux Redux“ zu spoilern (O-Ton in etwa: „Jetzt sag’ mir mal, es ist doch garantiert so, dass sie am Ende die Ersatzmutter für das andere Mädel, das sie da auf ihren Dimensions- / Zeitreisen trifft, wird, oder?“ Was er dann bejaht hat, und auch meinte, der Streifen wäre besser gewesen, wenn dem nicht so wäre)), Ed und Michael vom „Savoy Film Club“, und etwa ein bis anderthalb Dutzend Menschen, die ich vorher nicht kannte, und die ich auch jetzt noch nicht wirklich kenne (aber hey, ich olle Quasselstrippe sabbel ja eh immer Alles voll, was nicht bei Drei auf den Bäumen wieder im Kinosaal ist… :wink: :smile:). Nicht getroffen habe ich @Umelbumel (zu unterschiedliche Filmauswahl, bzw. beim Stiefschwesterlein zu voll im Foyer und Kino - hat mich aber sehr gefreut, wenigstens was von Dir zu lesen :+1: :slightly_smiling_face: ), @Roughale , @Brain3ug , @Frank (der vermutlich gar nicht da war, und sich ja in den letzten Jahren ohnehin zunehmend rar(er) gemacht hat), und alle möglichen anderen HH-f3a-netties, zu deren User:Innen-Namen ich keine Gesichter habe (was vielleicht auch besser so ist - jedenfalls für Euch :wink: :smile: :crazy_face: ).

Von den Filmen her war jetzt quasi Alles irgendwie mit dabei: Angefangen von „Vermutlich jetzt schon einer der besten Filme des Jahres“, über „Schön abgefilmtes food for thought“, „Putzig-nettes Nachmittags-Wegguck-movie“ und „Schnachnasiges Mehr Schlaf- als Schauer-Debakel“, bis hin zu „Hat den Titel als „Schlechtester Film, den ich je auf dem FFF gesehen habe“ schon sicher, und wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wohl auch die Krone im Rennen um den Schlechtesten Film des Jahres mühelos ergattern können“.

Mal ganz kurz (Jaaa, auch sowas kann ich, wenn ich denn wirklich will (aber meistens will ich halt einfach nicht! :stuck_out_tongue: )), mit der üblichen Verlinkung zu meinen ausführlichen Bleiwüsten:

  • „The Ugly Stepsister“ : Absolutes must-see !!! Egal, was Ihr dann nachher davon halten werdet. Einer der schmerzhaftesten Filme, die ich je ertragen musste - und ich meine das im vollkommen positiven Sinne (sofern man bei solch überaus negativ besetzten Themen überhaupt von „positiv“ sprechen will). Ich weiss, dass ich diese eine Szene am Liebsten wirklich nie wieder sehen möchte, weil sie mir so gottverdammt nahe geht - und weiss gleichzeitig auch, dass ich sie definitiv wieder sehen muss und werde (hoffentlich auch wieder im Kino). Jetzt schon einer der besten Filme des Jahres für mich.

  • „Una Ballena“ : Poetisch-atmosphärische, melancholisch-triste Neo Noir-Sci-Fi-Ballade um vereinsamte Seelen, vergessene Lebensträume und verlorene Identitäten. Schönste Kinematographie der diesjährigen Nights, eine klare Empfehlung für Alle, die nicht gleich dichtmachen, wenn ihnen nicht Alles vom Film wiedergekäut wird, sondern sie selbst nach- und weiterdenken müssen.

  • „Orang Ikan“ : Drollig-possierliches Nachmittags-Filmchen für Alle, die auf die alten U.S.-Monsterfilme stehen. Manchmal ist playing by the numbers, und möge es auch noch so redundant / dilettantisch anmuten, auch mir tatsächlich lieber, als immer auf Krampf zu versuchen, irgendwas weltbewegend Neues und Anderes zu machen, und daran dann aber krachend zu scheitern. Ein Film für Liebhaber:Innen, den man sieht, sich dabei glänzend amüsiert, und drei Tage später fast schon wieder vergessen hat. Was seinen Wert, auch wenn dieser von eher kurzer Dauer ist, aber in keinster Weise schmälern soll.

  • „June And John“ : Ich kann mich da nur wiederholen: Das ist - und zwar mit Abstand - der allerallerallerschlechteste Film, den ich jemals auf dem FFF gesehen habe! Ein Film, so brunzdumm und widerlich-degoutant, dass er schlichtweg auch kein „richtiges“ review verdient hat. Zudem auch ein Streifen, bei dem man sich während des Ansehens verdutzt und verdattert die Augen darüber reibt, wie ihm tatsächlich noch das Wunder gelingt, wo er doch schon so fürchterlich miserabel und völlig misslungen begonnen hat, sich mit zunehmender Laufzeit immer mehr und mehr in die (man muss es wirklich so hart sagen, will meinen: schreiben) Scheisse reinzureiten. Und dennoch: So panne ich den Film auch empfunden habe, ich hoffe, dass er noch lange Bestand haben, und oft gezeigt werden wird. Dieses Machwerk darf einfach nicht in Vergessenheit geraten, denn es hat einen unschätzbaren kulturellen Wert: „June And John“ wird hoffentlich noch Generationen von künftigen Filmemacher:Innen als Anschauungsmaterial dafür dienen, was man bei einem Film(dreh) so Alles falsch machen kann, und wie man ein angestrebtes Filmprojekt eben gerade nicht umsetzen sollte… :wink: :smile:

  • „The Damned“ - Die GROSSE Langeweile zum (nicht ganz so guten) Schluss. Schöne Kamera, atemberaubendes Setting, fröstelig-klirrendkalte Atmosphäre… und aus all dem macht der Film: Absolut gar nichts! Vertane Chancen am laufenden Band Draugr, im eisigen Nebel Islands verloren gegangene Handlungsfäden, tief im arktischen Meer versunkene Chancen und Möglichkeiten. Bedauernswert, wie man aus viel Potential so dermaßen wenig machen kann. Beste Szene: Wie einer Leiche der Bauch aufgeschlitzt wird, und sich neben den Gedärmen auch noch ein paar Aale auf den vereisten Strand ergießen. Würde man versuchen, „The Damned“ an die filmischen Innereien zu wollen, man fände dort - trotz der andauernd im Film vorherrschenden Minusgrade - vermutlich nichts weiter vor, als einen Schwall heisser Luft.

Und das war’s dann, mit den FantasyFilmFest-Nights 2025. Über mein persönliches ranking der bisherigen FFN-issues habe ich ja schon andernorts geschrieben… Und was das diesjährige Programm anbelangt: Trotz eines absoluten Ausreißers nach oben (die Stiefschwester, wer sonst?), würde ich die FFN 2025 in der Gesamtheit eher im unteren Mittelfeld aller bisherigen FFN einordnen (aber das Total-Desaster „June And John“ würde vermutlich jedes noch so gute Programm ins Bodenlose hinabziehen… :wink: :smile:). Dennoch hatte ich auch am vergangenen Wochenende wieder viel Spass, und würde keine Sekunde davon missen wollen - na gut, bis auf eventuell die gesamte Laufzeit von „June And John“. Aber eigentlich noch nicht mal die… …denn so ein train wreck von movie bekommt man auch nicht alle Tage zu sehen, und muss man schon mit eigenen Augen erblickt haben, um zu glauben, dass eine derartige filmische Vollkatastrophe tatsächlich existieren kann.

Ich bin mal gespannt, was uns dann im Herbst so erwartet, und wie sich die Haupt-Festivität für mich in diesem Jahr so angeht… Habe leider am geplanten Hamburger-FFF-Termin gar keinen Urlaub, und werde das Festival darum wohl um die Arbeit herum planen müssen. Hoffentlich gehen mir dann nicht zuviele Perlen durch die Lappen. Naja, mal schau’n. Bis dahin ist ja auch noch a bissi was Zeit. Freue mich auf jeden Fall jetzt schon drauf.

Hier noch ein paar kleine Anekdoten und seltsame Begebenheiten, welche sich um das vergangene Wochenende herum und am selbigen Wochenende so zugetragen haben:

  • Sowohl am Donnerstag, dem 15.05. (also dem Auftakt-Tag der Hamburger FFN), als auch am Samstag hatte ich obskur-denkwürdige Begegnungen in den Elektrofachmärkten meines Vertrauens. Als ich am Donnerstag im SATURN „DOOM:The Dark Ages“ käuflich erwerben wollte, und ein Mitarbeiter das (noch nicht einsortierte) game erstmal aus dem Lager holen musste, wurde er bei seiner Rückkehr von einem weißhaarigen Senioren angesprochen, der eine DVD vom FWN2025-Film „Companion“ in Händen hielt, und ihn fragte, was das denn für ein Film sei, und ob er ihm dazu etwas sagen könnte… konnte er nicht. Ich dagegen aber natürlich schon. Auf meine ultrakurze, superknappe (<— ja ja, ich weiss… Ich glaub’s doch fast selbst nicht, während ich es abtippe, war aber wirklich so… Ihr hättet halt dabei gewesen sein müssen, dann würdet Ihr’s mir wohl auch glauben) Inhaltsbeschreibung in drei Sätzen schaute er eher skeptisch aus der Wäsche… ich vermute, er hatte sich unter dem deutschen Untertitel „Die perfekte Begleitung“ (talk about stupid german movie titles :wink: ) wohl etwas arg Anderes (evtl. mit Escort Service oder so? :face_with_spiral_eyes: ) vorgestellt… und am Samstag vormittag, während ich im „Media Markt“ an der Mönckebergstraße am Durchstöbern des BluRay-Angebots war, suchte eine Dame in den späten Fünfzigern / frühen Sechzigern nach den DVDs der ersten drei Filme der „Halloween“-Reihe… woraufhin ihr der entsprechende Mitarbeiter entgegnete, diese gäbe es in Deutschland bislang gar nicht frei zu kaufen, da sie immer noch auf dem Index stünden, bla bla bla… Dabei hatten sie die alle drei sogar im Angebot (ungeschnitten). Bis ich ihr die DVDs dann allerdings rausgesucht hatte, war sie leider schon verschwunden. Wie auch immer: Vielleicht sollte ich demnächst ja doch noch mal einen Nebenjob als „Filmberater:in vom Dienst“ bei Media Markt / SATURN anstreben… :wink: :smile:

  • Du weisst, dass Du zuviel FFN intus hast, wenn Du am Tag nach dem screening von „The Ugly Stepsister“ in Hamburg Wandsbek Markt am U-Bahnsteig stehst, und sich plötzlich in Deinem rechten Fuss seltsame Phantomschmerzen, was das (Nicht-)Vorhandensein Deiner dort sich befinden sollenden Zehen betrifft, breitmachen… :foot: :scream: :crazy_face: :smile:

  • Und immer, wenn Ihr (ganz gleich, ob nun auf dem FFF, oder anderswo) fortan mal denken solltet, dieser oder jener Film sei schwer verdaulich, und / oder würde Euch unangenehm im Magen liegen, dann macht es doch am Besten einfach so wie ich, und ruft Euch ganz einfach folgende Szene wieder ins cineastische Gedächtnis:

:wink: :face_vomiting: :crazy_face:

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