Made my day !!! ![]()
Papst Bruce Leo I.
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So, heute hat’s geklappt.
Gestern hab ich mich noch erholt, sodass ich leider den Eröffnungsfilm verpasst habe. Kommt aber wohl regulär ins Kino, sodass ich ihn nachholen kann.
Laut den Berichten anderer, wäre Jimmie and Stiggs tatsächlich nix für mich gewesen. Fand Bliss damals schon fürchterlich. Zu hektisch und jedes zweite Wort „F.ck“
Heute habe ich den ersten Film The Whale ausgelassen. Erstens zeitlich, zweitens hat’s mich nicht so angesprochen.
Mein erster Film der diesjährigen nights war dann A girl with closed eyes. Ein Film von einer Frau, aus einer sehr femininen Sicht. Ein Rollentausch, den so auch nur eine Frau auf die Leinwand bringen konnte. Das meine ich nicht wertend, ist einfach so. Mit Rollentausch meine ich, dass hier die Männer eher schmückendes Beiwerk waren und nicht, wie sonst in vielen (koreanischen) Filmen die Frauen. Fand die Geschichte spannend erzählt, auch wenn sich manche Logiklöcher aufgetan haben.
Weiter ging’s mit Bill Skarsgard und Sir Anthony Hopkins. Ich habe mich bei Locked köstlich amüsiert. Ich fand den Schlagabtausch / Dialog zwischen den beiden Männern sehr amüsant. Storytechnisch für ein Kammerspiel gut umgesetzt, wirklich was Neues war es letzlich nicht.
Tja und dann das häßliche Entlein bzw. The Ugly Stepsister
Eins vorweg, in Locked gab’s ja eine Szene, die ich schon grenzwertig halbwürgend überstanden habe, aber nach Ugly war’s mir regelrecht schlecht.
Mir gefiel der Film außerordentlich gut. Die Schauspielerin der Elvira war klasse. Das klassische Aschenputtelmärchen mal anders erzählt. Ich muss gestehen, Elvira tat mir von Anfang an leid. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen, nachfühlen, warum sie das alles erträgt. Ich wollte ihr, mit der Weisheit meines Alters - oder so - zurufen: Mädel mach’s nicht, der ist das nicht wert.
Toller Film, der, zumindest mir, sehr nahe ging.
Tja die Mermaid hatte danach keine wirkliche Chance. Hab nach ca. 20 Minuten das Handtuch geworfen, einfach auch deswegen, weil mir der Hauptdarsteller mit seinem grenzdebilen Gesichtsausdruck auf die Nerven ging und die Meerjungfrau nicht hübsch war. (Ob sich da diesbezüglich was geändert hätte, werde ich morgen erfahren).
Gut’s Nächtli
Erstmal: Schön zu lesen, dass es Dir wieder besser geht, und Du heute mit dabei sein konntest. ![]()
Ich glaub’ wirklich, dass Du damit rein gar nichts hättest anfangen können… Ich mochte „Bliss“ damals wirklich sehr (siehe auch mein damaliges review ) und finde den auch immer noch toll, wusste aber schon früh, dass ich mit „Jimmy And Stiggs“ wohl nicht warm werden würde.
Ja, so ähnlich hat das ja auch Torsten Dewi a.k.a. Wortvogel damals in seinem review dazu geschrieben, und meinte halt auch, dass es darin letztlich um die Stellung der Frauen in der südkoreanischen Gesellschaft (welche ja bekanntermaßen in vielen Bereichen nicht die allerbeste ist) gehen würde… Alleine deswegen hätte mich der Film dann halt doch schon sehr interessiert, und ärgere ich mich auch ziemlich, dass ich den nicht habe sehen können. Hoffentlich dann irgendwie, irgendwo anders nochmal.
Schlecht war mir danach zwar nicht, ich konnte das Alles halbwegs verkraften, ohne dass mein Magen hätte rebellieren wollen - auch die Sache mit dem Bandwurm, die Augen-OP, ect. pp. - Aber der Streifen hat mich dafür in anderer Hinsicht bis an meine Grenzen, und dann nochmal weit darüber hinaus, geführt (hab’ ich ja weiter oben schon ausführlichst drüber geschrieben), und mir letzten Endes ganz schön zugesetzt, und mich (auch körperlich) regelrecht fertig gemacht. Und: Ich bin ihm tatsächlich dankbar dafür! Alleine schon die Zehen-Abhack-Szene hat mir fast selbst physische Schmerzen verursacht, wie ich sie selten, vielleicht sogar noch nie in / bei einem Film erlebt habe, und mich vor lauter Mitgefühl laut aufschluchzen lassen… während die meisten Anderen um mich herum laut gelacht haben (was ich ihnen aber auch gar nicht würde ankreiden wollen, da geht ja Jede:r nochmal anders mit um).
Kann ich Alles fast Eins zu Eins so unterschreiben, bzw. hab’s fast genauso empfunden / wahrgenommen. Mir war die Elvira - im Gegensatz zu manch Anderem hier Postenden (@todaystomorrow und @Alexander , zum Beispiel) - tatsächlich auch absolut gar nicht unsympathisch, auch und gerade in ihren Wutausbrüchen und eigenem Fehlverhalten nicht - eben, weil sie halt (wie fast alle anderen Frauen im Film ja auch) in diesem blödsinnig-brutalen System gefangen, und völlig verblendet war, und erst ganz zum Schluss zu spät gemerkt hat, was sie sich (und Anderen) da angetan hat, und dann endlich die Notwendigkeit erkannt hat, den ganzen Mist mit Alma zusammen einfach ein für allemal hinter sich zu lassen.
Hach ja - In all seiner schmerzhaft-schonungslosen Radikalität ein wirklich toller und auch mich sehr bewegt habender Film.
Danke für die ausführlichen Anmerkungen, und hab’ noch viel Spaß in München. Selbiges gilt selbstverständlich auch für @splattercheffe , und alle anderen Münchner f3a-Forenmitglieder.
Ach diese eine Szene in Ugly Stepsister hat mich sehr an A Clockwork Orange erinnert. Bei manchen Szenen konnte ich tatsächlich nicht hinschauen, wie eben die Zehen … oder Bandwurm.
Nach dem Abspann von Ugly Stepsister gibt es noch eine Miniszene.
Ja, wobei man das ja eigentlich kaum „Szene“ nennen kann, weil da ja nur Papa’s Leichnam weiter von sich hingammelt…
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Welche Szene meinste denn mit „A Clockwork Orange“? Eventuell die hier?
Vielleicht trifft es Standbild besser?
Joa, bei der Zehen-Szene hab’ ich auch einen sekundenkurzen Bruchteil weg geschaut / die Augen von der Leinwand abgewandt. Hätt’s sonst wirklich nicht aushalten / ertragen können. Hab’ ich ja auch weiter oben schon geschrieben. Wenn Du (vermutlich erst irgendwann nach dem FFN-Wochenende) eventuell mal 'ne Viertelstunde oder so Zeit haben solltest, dann lies sonst gerne auch nochmal mein obligates Endlos-review zum Stiefschwesterlein… ![]()
Genau die, weil sie ja auch so große Augen hat und diese Prozedur… da läuft es mir ja jetzt noch eiskalt den Rücken runter. Brrr.
Und was mir noch nie passiert ist: es gab kein Programmheft mehr ![]()
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Eine Sache noch, weil ich die in meinem obigen Endlos-review vergessen habe zu erwähnen (und dabei ging das ja nur gefühlte fünfhundert Kilometer
): Ihre Schreie bei all diesen Torturen und OPs, wenn die Kamera weggeschwenkt hat, oder ausgeblendet wurde, die gingen mir durch Mark und Bein…
Ich glaub’, ganz hinten in meinem Kopf hör’ ich die immer noch.
Schreib’ am Besten einfach Rosebud an, die haben doch bestimmt noch irgendwo ein paar Programmhefte rum(f)liegen… hier in HH hab’ ich auch nur eins abgegriffen, ich brauch’ die Dinger aber auch nicht wirklich (ist ja mittlerweile auch Alles hier im I-Net hinterlegt). Lese da nur ab und an in den Filmpausen mal ein bisschen drin rum.
So, ich geh’ jetzt mal schlafen - muss nachher um acht schon wieder hoch, weil ich Punkt 12:00 Uhr wieder im Hamburger FFF-Kino „Savoy“ sitzen muss („Lilo & Stitch“-Realfilm-remake). Guts Nächtle allerseits, und viel Spass auch weiterhin in München.
Wahrscheinlich eh zu spät, aber das kannst Du getrost auslassen, sag ich mal als großer Fan des Originals. Gibt eigentlich nur einen gelungenen neuen Aspekt (das Duo Galafinakis & Magnussen), der Rest ist eher „Reenactment“ als Remake. Review folgt.
Also mich hat das einfach so gar nicht beeindruckt, da war jeder Teil von SAW deutlich härter. Ich fand es einfach nur EKLIG, vor allem gleich am Anfang das Ausdrücken dieses endlos langen Mitessers. Ich fand es halt weder „hart“, noch grausam, noch spannend, noch horrormäßig, sondern einfach nur „eklig“. Sogar die Aufnahmen dieses gammeligen „Essens“ auf dem Tisch, die aufgedunsenen Gesichter, der Schleim und die Kotze… irgendwie alles. Ekel als Selbstzweck beeindruckt mich nicht wenn der ganze Rest irgendwie nicht stimmt. Aber okay, meine subjektive Momentaufnahme, ist ja schön das die „Geschmäcker“ verschieden sind. ![]()
Da sind wir schon Zwei! Ich habe das Original damals sogar im Kino mit einer Freundin gesehen. Außer uns fast ausschließlich KINDER in der Nachmittagsvorstellung, aber wir haben den Film abgefeiert. Ist wirklich ein wunderschöner Film, bischen so wie „Oben“, unglaublich originell und charmant. Wie kann man denn davon ein „Remake“ machen, vollkommen sinnlos und überflüssig.
Die „Lilo & Stitch“-Diskussion (und auch dieser post hier) sollte vielleicht in den „Letzter Film, den ich gesehen habe“-thread ausgegliedert werden, weil massiv off-topic und so…
…ansonsten bin ich nun gerade aus Hamburg / dem Kino zurück. Und fand die Realfilm-Neuauflage zwar ganz nett und charming, all in all, aber jetzt auch nicht weltbewegend notwendig, und / oder mich zu Jauchzern der Verzückung hinreissend. Höchstwahrscheinlich macht der Animationsfilm (welchen ich tatsächlich zuletzt anno 2002 bei seinem damaligen Kino-release, und ebenfalls wie @Alexander in einer entspannten Nachmittagsvorstellung gesehen habe…die damalige deutsche Kinoversion war übrigens wohl leicht geschnitten, um bei der FSK eine Freigabe mit dem Siegel „Ohne Altersbeschränkung“ ergattern zu können) auch so gut wie Alles besser… das werde ich aber erst nachher herausfinden, wenn ich mir dann die am letzten Wochenende erworbene (und ungeschnittene) BluRay des Originals angeschaut haben werde. Was eigentlich schon für gestern abend als Vorbereitung fürs / Einstimmung auf das Original geplant war, aber aus diversen Gründen leider nicht hingehauen hat. Werd’ danach dann mal drüben im „Letzter Film, den ich gesehen habe“-thread Bericht über beide Filme erstatten. Jetzt geh’ ich aber erstmal Kaffee kochen, und was essen.
No offence, aber ich glaube, die Intention, der Sinn und das Anliegen des Films sind bei Deiner Sichtung scheinbar komplett an Dir vorbei gegangen. Was mein Seh-Empfinden angeht, so wird in meiner Wahrnehmung „Härte“ immer auch vor Allem durch den sonstigen Kontext und die Erzählweise eines Films mit-bestimmt. Deshalb kann ich für meinen Teil „Saw“ tatsächlich auch nur als arschlahmes Kindergeburtstags-Kino verbuchen, was mich bei meiner ersten und einzigen Sichtung nicht nur nicht beeindruckt, sondern ob seiner bockig-penetranten „Och menno, ich will aber schocken bis zum Geht-nicht-Mehr“-Haltung auch eher endlos angenervt hat. Hart ist bei „Saw“ für mich allerhöchstens diese Wischi-Waschi-Krissel-Optik, die mir schon nach fünf Minuten total auf den Senkel ging, und dieses peinlich-gewollte „Was bin ich doch für’n krasser Film!“-Getue, was bei mir halt mal so gar nicht gezündet hat. Und talking about doing / showing something for Selbstzweck: Exakt genau so habe ich die Darstellung der Gewalt in „Saw“ empfunden: Als plumpen, puren Selbstzweck, der die gezeigten physischen Torturen nur um ihrer selbst willen ausgestellt hat, und sie gerade eben nicht - wie „The Ugly Stepsister“ in einen sinnvollen Kontext eingebettet hat. Und guess what? Der Film soll doch gerade Ekel hervorrufen… Warum? Naja, so schwer herauszufinden ist das IMHO eigentlich nicht… Aber hier mal meine Interpretation: Der Brechreiz erzeugende Ekel und die (für mich) kaum erträgliche Gewalt sollen eben gerade nachempfindbar machen / bebildern, was dabei herauskommt / kommen kann, wenn Frauen sich alle möglichen unter Umständen ungesunden Dinge antun, um selbst ein absurd-unerreichbares Schönheits-Ideal verkörpern zu können.
Aber wie Du schon schriebst: Geschmäcker sind halt verschieden, und die je individuellen Sichtweisen halt auch. Und ist ja auch gut so. Muss ja auch nicht immer Jede:r Alles mögen, und gleich sehen / verstehen. Ich gönn’ Dir gerne Deinen Spaß und Deine Spannung mit der isländischen Schlaftablette „The Damned“, und ziehe es weiterhin vor, dann lieber meine kaum auszuhaltenden Qualen beim Anschauen von „The Ugly Stepsister“ erdulden zu müssen. ![]()
Heute musste ich mir einen Tag Pause nehmen zwengs Arbeit. Hat mich zuerst genervt und ich hatte mir überlegt, zumindest die Abend-Filme noch mitzunehmen, aber die Vernunft hat gesiegt - natürlich mit dem bedauerlichen Verlust, dass ich das Godard’sche Meisterwerk von Luc Besson verpasse
.
Nun, kann ich wenigstens entspannt nochmal von gestern berichten.
A WHALE
Die Referenzen zu UNDER THE SKIN sind nicht völlig von der Hand zu weisen. Empfinde ich ganz subjektiv so, kann es auch kaum erklären. Irgendwie ähnliche Bau-Art.
Aber diese absolute Klasse erreicht UNA BALLENA bei weitem nicht, soviel ist klar. Ich bin durchaus dabei geblieben und fand den Streifen keineswegs langatmig oder -weilig, allerdings türmten sich für mich sukzessive Fragen zum Hergang der Story auf. Auch nicht zwingend ein Problem, ich mag’s, wenn Filme manchmal mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben. Da das aber bis zum Schluss so blieb, ging ich weitgehend ratlos aus dem Kino. Eine grobe Interpretation hatte ich zwar im Kopf, aber da blieben immer noch wenigstens 23 völlig unklare Szenen übrig, von deren Zweck ich keinen Schimmer hatte. Schwer, so einen Fall zu bewerten… 6/10?
A GIRL WITH CLOSED EYES
Koreanische Thriller, sichere Nummer. Nicht wahr? Nope.
Irgendwo in diesem Stoff steckt ein richtig, richtig guter Film, dessen bin ich gewiss.
A GIRL war es jedoch eindeutig nicht.
Grundsätzlich frage ich mich bei Thrillern, in denen ich mitlesen muss, immer, ob ich bei gewissen Dingen etwas verpasst habe oder falsch verstanden. Tat ich hier auch, jedoch, beim 37. Logik-Loch war ich mir dann doch sicher: Es liegt nicht an mir.
(Anfangs dachte ich noch, Mensch, wir müssen uns dringend mal übers koreanische Rechtssystem unterhalten.)
Nein, das hat einfach prinzipiell nicht funktioniert. Es muss sicher nicht jeder Charakter andauernd stringent und nachvollziehbar handeln und sprechen, tut man im realen Leben auch nicht. Ich kann es auch verkraften, dass ein koreanischer Vorgesetzter seinem Untergebenen mal schnell vors Schienbein haut, weil er den Fall nicht schnell genug löst. Kein Problem. Aber wie hier schon die Zeitebene dermaßen außer Kraft gesetzt wird, dass man sich ernsthaft über die Prioritätenliste der Protagonisten Sorgen macht, ist wirklich sehr kurios.
Nein, das war leider nur unterer Durchschnitt, oder sagen wir, mit meinem Anspruch ans koreanische Kino: sehr wenig und enttäuschend. 4,5/10
THE UGLY STEPSISTER
Ja, da isser nun.
Furchtbar. Grausam. Nicht anzuschauen. Unerträglich.
Der bisher wohl zweitbeste Film des Jahres. (Nach BEATING HEARTS.)
Mir kam das irgendwie vor, als hätten wir da zwei Schwestern von Filmkunst. SUBSTANCE auf der einen, THE UGLY STEPSISTER auf der anderen Seite.
Doch, doch:
Wenn wir uns kurz darauf verständigen, dass womöglich beide Werke ähnliche Wirkung oder Botschaft intendieren, dann ist STEPSISTER das wahrhaftige, ehrliche, wirkungsvolle Geschwister, also das, was weh tut, weil es weh tun muss. Und da, wo SUBSTANCE die grundsätzlich löbliche Haltung dadurch verschenkt, dass er einfach viel zu gut aussieht, um den eigenen Voyeur im Hintergrund zu halten, der ja eigentlich kritisiert werden soll - da geht STEPSISTER ohne große Gimmicks oder Effekte oder Schnitte oder sonstiges Brimborium schlicht dahin, wo der Schmerz sitzt.
Und grade durch die bekannte Märchenstory, die sich vom literarischen Original (soweit ich mich erinnere) fast nur durch den Switch auf die Perspektive der Stiefschwester unterscheidet, ansonsten aber Ausstattung, narratives Tempo etc. beibehält, wird einem die unsägliche Grausamkeit des Geschehens bewusst.
Ich könnte jetzt noch stundenlang weitererzählen, was in mir seit dem gestrigen Tag vorgeht. Ich verweise aber der Einfachheit halber auf alles das, was @die_Lachsschaumspeise schon viel besser als ich es vermag zu THE UGLY STEPSISTER gesagt und geschrieben hat. Direkt nach dem Film hab ich noch zu meinem Kumpel gesagt:
Seitdem arbeitet dieses Meisterwerk tief in meinen Eingeweiden und Hirnwindungen, und je länger ich darüber nachdenke, desto höher schätze ich es ein. (Zur Erklärung: nicht mein Film ist eine Wendung, die ich gebrauche, um meine Liebe zu einem Kunstwerk zu verifizieren oder, wie hier, zu falsifizieren, unabhängig der Qualität.)
Daher bin ich momentan angelangt bei
9,5/10.
Schade, dass Du heute aussetzen musstet… umso schöner, von Dir lesen zu dürfen!
Ja, manchmal ist es besser / schlichtweg einfach auch nicht möglich, jeden gewünschen Film mitzunehmen, sei es nun aus arbeits-technischen, oder anderweitigen Gründen (ging mir ja beispielsweise im letzten Jahr mit (dem immer noch nicht gesehenen) „Love Lies Bleeding“ so, oder auch mit „L’amour ouf“ (a.k.a. „Beating Hearts“) (der hier in HH schon Ende November 2024 gezeigt wurde, ich am betreffenden Tag Fortbildung hatte, und es zeitlich auch arg knapp hätte schaffen können, mich dann aber einfach nicht mehr aufraffen konnte / wollte, zudem auch schon der Saal ganz schön belegt / so ziemlich alle guten Plätze weg waren)… Aber was „June And John“ angeht: Da sei mal lieber froh, dass Du den verpasst hast… das ist in meiner Perspektive absolut gar kein „Godard’sches Meisterwerk“, sondern vielmehr ein (Film-)Clochard’sches Machwerk…
Aber ich vermute mal, Du hattest das wohl ohnehin nicht so ganz ernstgemeint. Falls doch: Mach Dich darauf gefasst, dass die Fallhöhe dieser Deiner Erwartungen beim Ansehen des Films einmal von hier bis zur Galaxie HD1 reichen dürfte. ![]()
Zu „A Whale“ / „Una Ballena“ kann ich nur schreiben, dass ich den - trotz beträchtlicher Startschwierigkeiten, wo ich zwischendrin sogar Befürchtungen hatte, das würde gar nix mehr werden, mit der schweigsam-stoischen Auftragskillerin und mir - letztlich dann doch sehr mochte. Obwohl auch ich mehr als nur ein paar Fragezeichen über’m Kopf schweben hatte, als ich nach dem Filmende aus dem Kinosaal kam. Aber das macht mir eigentlich oft nicht soviel, wenn mich der Streifen dann wenigstens emotional erreicht, und mir zumindest auf einer gefühlstechnischen Ebene vermitteln kann, was sein Anliegen war, und worum es ging. Von daher stören mich da offen(geblieben)e Fragen meist nicht so sehr, wenn dafür die anderen Qualitäten des Films in meiner Wahrnehmung überwiegen… und das taten sie im Falle von „Una Ballena“.
Was soll und kann ich noch über „The Ugly Stepsister“ sagen schreiben, was ich nicht schon über ihn geschrieben hätte? Vielleicht, dass er mir unfassbar weh getan hat - und ich ihn gerade deshalb so sehr liebe. Dass das einer von ganz wenigen Filmen ist, die ich als eine zuvor kaum vorstellbare Art unmittelbares physisches (Nach-)Erleben empfunden habe. Dass er eine Dringlichkeit, Kompromisslosigkeit und Wahrhaftigkeit an den Tag legt, wie es sie nur noch sehr selten, vielleicht, nein, vermutlich, viel zu selten im zeitgenössischen Kino zu sehen und zu bestaunen gibt. Dass ich es absolut verstehen kann, wenn wohl nur die Allerwenigsten ihn zu goutieren wissen, geschweige zu lieben vermögen, in all seiner Radikalität, seinem Mut, und seiner Schmerzhaftigkeit? Dass ich sowohl unfassbare Angst davor habe, ihn noch einmal zu sehen, und ihn zugleich am Liebsten schon morgen abend wieder sehen würde? Aber das Meiste davon habe ich weiter oben ja schon längst geschrieben.
Vielleicht reicht es aus, zu schreiben, dass er (für mich) ein singuläres Kino-Erlebnis war und ist, wie ich es in einer solchen Intensität bislang nur ganz ganz selten (mit-)erleben durfte.
Dass er mich bis an Grenzen (und teilweise darüber hinaus) geführt hat, von denen ich zuvor nicht einmal wusste, dass ich sie überhaupt hatte.
Dass er mich eine ungekannte Agonie hat fühlen lassen, wie vermutlich noch kein anderes filmisches Werk.
Und wenn einem Film so etwas Seltenes gelingt, auch nach fast fünfzig Jahren Kinobesuchen noch, dann bleibt mir schlussendlich nur Eines:
Aus allertiefstem Herzen „Danke!“ zu sagen.
Sag jetzt bitte nicht das sie in der ungeschnittenen Version gevögelt haben. Mach mir den Film nicht kaputt. ![]()
In der Tat. Hatte ich nicht. ![]()
Man bemüht sich ja als Nachzügler, nicht gespoilert zu werden, und weil ja geblurred und Rücksicht genommen wird, klappt das auch ganz gut. Trotzdem will man ja ein wenig mitlesen, wie die Stimmung so ist und ja vielleicht auch das eigene Programm ein bissl anpassen. Und beim neuen Besson war die allgemeine Wahrnehmung beim besten Willen nicht zu verpassen, daher mein ironischer Kommentar
.
Nochwas zur STEPSISTER, inspiriert von Deinem Dialog mit @Alexander:
Ich verstehe auch vollkommen, wenn man zu diesem Film keinen Zugang findet. Selbst ich tat mir schwer, weil Märchen halt normalerweise so gar nicht meines ist und die historische Ebene dito.
Aber weil die SAW-Filme angesprochen wurden:
Ich finde, den Unterschied kann man da sehr gut herausarbeiten. STEPSISTER hat pornographische Szenen, ist aber nicht pornographisch. Bei SAW verhält es sich eigentlich umgekehrt, denkt man, bis man sich klarmacht, dass der Selbstzweck des Dargestellten die Pornographie erst definiert. Im Falle SAW natürlich Gewalt-Pornographie. (Hinzufügen muss ich, dass ich Pornographie momentan völlig wertfrei verwende, nicht als Kritik. Auch Filme wie die FINAL DESTINATION-Reihe leben ja wie viele andere von der einfallsreichen Darstellung diverser Kills oder Todesmethoden.)
Doch bei STEPSISTER müsste man sich fragen, was dann die langsame Erzählweise soll, als Beispiel. Die wäre dann ja kontraproduktiv. Und wieso überhaupt dieses abgenudelte, vermeintlich auserzählte Märchen?
Und so wird doch schnell klar, dass hier etwas bezweckt wird über die reine Darstellung hinaus. Und da ist die absolut offensichtliche Intention der Kommentar über unsere heutige Realität, mit ihrem tatsächlich noch nie dagewesenen Druck und Willen zur Selbstverbesserung, -optimierung, -veränderung. Der mittlerweile sogar Männer betrifft, wenngleich bei weitem nicht in diesem Ausmaß, und vor allem in einem immer noch zutiefst patriarchalischen System.
Hätte ich einen Wunsch frei (soviel zum Märchen), sollte THE UGLY STEPSISTER zu Beginn jeder Staffel dieses unsäglichen Klum-Klimbims gezeigt werden, jeder teilnehmenden Frau, jedem einschaltenden Zuseher. Damit alle verstehen, an was man da Anteil hat.
LÖLsen - Wer denn mit wem? Agent Pleakley mit Dr. Jumba Jookiba (wobei, in der aktuellen Realverfilmung hatte ich kurzzeitig sogar mal gedacht, dass es in etwa in genau diese Richtung gehen könnte, dass die beiden nämlich noch ‚ne Liebesbeziehung eingehen…
)? Nee, nee, ehrlich geschrieben hatte ich absolut gar keine Ahnung, was da genau geschnitten wurde - hab‘ das nur gestern auf der ofdb gelesen, dass da für die BRD-Kinoauswertung geschnitten wurde. Aber extra für Dich hab’ ich natürlich keinerlei Kosten und Mühen gescheut, mal eben kurz auf „Schnittberichte“ nachgeschaut - et voilà:
Kannst Dich also beruhigt im Sessel zurücklehnen - Disney bleibt auch weiterhin die keimfreie Wohnstube des sittsamen U.S.-amerikanischen W.A.S.P.-Anstands und Wahrerin hehrer (white middle class Hetero-)Familienwerte… Alles also wie gehabt, und von (fast) Allen geliebt.
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