Filme und Serien werden immer dümmer......

FILME UND SERIEN WERDEN IMMER DÜMMER…

Eins gleich mal vorweg: Ich hab mit Streaming bislang überhaupt nix am Hut (gehabt) - und werd das voraussichtlich auch nie haben - ergo weiss ich nicht, ob bspweise das „Second Screen Viewing“ hier vielleicht schon mal thematisiert oder erörtert wurde?!

Herr oder Frau KI meint hierzu:

„Second Screen Viewing is the name for splitting your attention between multiple devices whilst watching television. Traditionally, television is made to watch without distractions. Second Screen Viewing takes television from the main form of entertainment to a background activity.“

Betrifft natürlich auch (immer mehr) Kino-Filme, aber hauptsächlich für irgendwelche Streaming-Anbieter produzierten Content….also auch Serien.

Letztere schau ich so gut wie nie, hab zwar aus alter Verbundenheit eher frustriert die letzten Staffeln der diversen Star Trek-Ableger (DISCOVERY, PICARD, STRANGE NEW WORLDS) verfolgt, bin da jetzt aber endgültig raus. STARFLEET ACADEMY scheint es einem ja eh leicht zu machen, obwohl ich keine Sekunde davon gesehen habe – das ist einfach nicht mehr meine Baustelle.

SHOGUN, THE EXPANSE, FOUNDATION und 3 BODY (PROBLEM) – nur die chinesische Version, die US Variante hab ich nach 1 ½ Episoden aus besagten Gründen gecancelt - und davor THE MARVELOUS MRS. MAISEL waren wahrscheinlich die letzten Serien, die ich bewusst und komplett angeschaut habe. Von CURB YOUR ENTHUSIASM iss ja eine Komplett-Box mit allen Staffeln erschienen – die werde ich mir beizeiten mal zu Gemüte führen. Erste von mir gesichtete Folgen haben mir schon mal sehr zugesagt.

Vom roten N und anderen Streaming ähm Dienstleistern produzierte Filme hab ich max. eine Handvoll gesehen….that’s it!

STRANGER THINGS hatte ich mir zwar immer vorgenommen, so es denn eines Tages mal zu einem vernünftigen Abschluss kommen sollte…aber so richtig Lust drauf hab ich jetzt irgendwie auch nicht (mehr). Nach allem was man da so hört und liest….

Anyway, dazu passend auch….

Auszug Artikel im „The Guardian“:

„The streamer was in the news recently thanks to an excellent piece by Will Tavlin in n+1, which reminded readers of the platform’s microgenre of “casual viewing”: TV shows and movies designed to be watched while doing something else. One paragraph in particular incited a great deal of frustration. Tavlin claimed that Netflix have told various screenwriters to have their protagonists “announce what they’re doing so that viewers who have this program on in the background can follow along”.

Oder auch:

„It isn’t breaking news that Netflix panders to the casual viewer. As well as the award-winning TV it produces (Baby Reindeer won a Golden Globe for best miniseries earlier this month), the streamer has a history of telling showrunners that scenes aren’t “second screen enough”. In other words, if a viewer’s primary screen is their phone, they shouldn’t be so challenged by the Netflix show on their secondary screen that they switch the show off. Above all else, goes the cynical view, Netflix just wants you to have its visual muzak playing for as long as possible. (“Nothing to add from us on this one, but thanks for reaching out,” says Netflix’s PR when I contact them.)“

Diese Tendenz zur „Verdummung des Zuschauers“ zeichnet sich natürlich schon länger ab und ist auch bei älteren, vor allem jedoch amerikanischen Filmen ersichtlich, wird aber wohl immer schlimmer/krasser….

So zumindest mein Empfinden. Muss jedenfalls auch bei mir schon seit einigen Jahren ein immer größer werdendes Desinteresse an Filmen aus dem Land der unbegrenzten Dämlichkeiten feststellen. Aber eben auch ganz generell, weshalb ich mich mehr bei Klassikern oder anspruchsvolleren internationalen neueren Produktionen wohl fühle.

Vieles davon wird ja oft und gerne mit den ‚veränderten Sehgewohnheiten‘ entschuldigt bzw. erklärt, was m.E. aber nur teilweise zutrifft. Oder bin ich wirklich einfach zu alt?

Warum ich dieses Thema gerade jetzt hochbringe?! Auslöser ist vor allem dieses Video, welches ich gestern von einem Kumpel zugeschickt bekommen habe.
Die Herren Affleck & Damon sprechen’s ja selbst direkt an….

Filme und Serien werden immer dümmer - hier ist der Beweis!

Dazu auch Reddit:

“Not second screen enough.” - Why Streaming Shows Are Designed to Keep You Half-Watching : r/Filmmakers

Oder die BBC:

Is your favourite show being simplified so you can keep scrolling? - BBC Bitesize

Und grad erst vor 10 Minuten auf FB in einer Rezi zum neuen Streaming-Äkschnkracher mit den Herren Bautista & Momoa gesehen:

„Okay, davon mal abgesehen, dass wir hier wieder mal nen Film haben, der locker 20 bis 30 Minuten kürzer gewesen wäre; wenn man nicht jede Dialog-Passage als Hörbuch für das schwachsinnige, konzentrationsunfähige Nutzviech konzipiert hätte (Ernsthaft; ich habe mir zwischendurch in der Küche nebenan ein Sandwitch gemacht, ohne zu pausieren, weil ich dank der Soundanlage allem folgen konnte); ist das definitiv einer der besseren Direct-to-Streaming-Filme.“

Oh Mann. Ich hör jetzt lieber auf.

Was meint ihr? Irgendwelche Meinungen? Übertreibe ich hier? Wie seht ihr das?
Genau so, aber es geht euch halt am A…. vorbei? Oder….?

Falls das bereits an anderer Stelle tiefschürfend, allumfassend und ausgiebig diskutiert worden sein sollte bitte ich das zu entschuldigen. Ggfs. den Thread dann bitte einfach schließen…

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Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen : Ich sage das bereits seit etwa 20 Jahren. Genau wie in der Popmusik auch, fehlt zum einen der MUT, etwas wirklich neues und eigenständiges auszuprobieren, zum anderen gibt es eben immer mehr Mittel (z.B. KI Algorithmen) mit denen man den kleinsten gemeinsamen Nenner eines Zielpublikums analysieren, und das Produkt entsprechend so anpassen kann, das es möglichst vielen Menschen mit Sicherheit gefallen wird. Denn am Ende des Tages soll ja GELD damit verdient werden. Aber leider ist der kleinste gemeinsame Nenner halt nicht unbedingt das, was einem Menschen mit individueller Sozialisierung und ausgeprägtem Geschmack auf einem bestimmten Gebiet, besonders gefällt. Das kann passen, tut es in den meisten Fällen aber leider nicht. Also muss man Abstriche machen und hat eben den Eindruck, das “alles immer dümmer” wird. Die meisten Menschen sind halt auch nicht besonders schlau. Bestes Beispiel dafür : Das Nachmittagsprogramm fast aller TV Sender. Anspruchsvolle Filme werden ja fast nur noch zu nächtlichen Zeiten gezeigt, weil zu dieser Zeit die Schaltung von Werbung eben nicht mehr so viele Menschen erreicht und man deshalb zur “Primetime” massenkompatiblen Schrott zeigen muss. Bestimmt kennt Ihr den Begriff “Bügelmusik”. Das sind halt einfache Klänge zu denen man nebenbei etwas arbeiten kann, weil man sich nicht besonders auf die Musik konzentrieren muss. Und sowas scheint es wohl mittlerweile auch bei Filmen zu geben.

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Mir ist das noch nie aufgefallen, aber es wird immer behauptet, Netflix würde sowas fordern. Ich schaue aber auch nicht so viele amerikanische Filme.

Es ist aber schon so, dass viele halt heutzutage den ganzen Tag zu Hause sind und dann nur mit Smartphone und Tablet hantieren. Allerdings ist das für die meisten Menschen auch unangenehm, wenn es dann so ruhig ist. Also wird Netflix eingeschaltet für die Hintergrundbeschallung. Und ich würde sogar annehmen dass das zumindest in den USA sogar die Mehrheit der Netflix-Abonennten ist.

Es gibt den gleichen Trend übrigens auch bei Romanen, zumindest in Südkorea und wohl auch in Japan. Nennt sich Healing Fiction. Es handelt sich um kleine, alltägliche Geschichten aus dem Leben, wo nicht groß was passiert. Man braucht auch keine Aufmerksamkeit zum lesen. Handelt z.B. darum, dass die Hauptfigur in ihrem alten Job Burnout bekommen hat und jetzt einen Buchladen eröffnet und alles ruhiger angehen will. Und dann unterhalt sie sich mit den Kunden oder veranstaltet eine Lesung. Und dieses Genre, obwohl es die Bestsellerlisten so dominiert, steht unter heftiger Kritik unter südkoreanischen Literaturkritikern. Bücher für eine unaufmerksame Generation oder so.

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Yep, du hast natürlich recht. Die Entwicklung selbst zeichnet sich in der Form schon seit längerem ab, nicht erst seit ein paar Jahren. Und schlechte bzw. ‘dumme* Filme gabs auch schon immer.

Das waren ganz früher halt auch mal irgendwelche Programmers, also B- oder C-Filme, wo das Geld nicht für’n ordentliches Drehbuch gereicht hat oder in den seligen 80ern diverse Direct-to-Video-Schoten, die mal eben rasch für den schnellen Verzehr produziert und auf den Markt geschmissen werden mussten um die steigende Nachfrage nach Content zu befriedigen.

So weit, so gut! Denen konnte man das ja meist noch verzeihen, bzw. da wusste man vorab, auf was man sich einlassen würde…..

Was mich indes überrascht ist die diesbezügliche Offenheit des im verlinkten Video enthaltenen Promo-Interviews, welches die Herren Damon & Affleck zu ihrem aktuellen Film THE RIP gaben.
Da reden die unverblümt und freimütig über den Umstand, dass dies nun halt die neuen Regeln sind an denen man sich zu orientieren hat. M.E. der künstlerische Offenbarungseid bzw. Super GAU.

Das sind nun ja nicht gerade irgendwelche unwichtigen Leutchen, sondern so-called A List-Stars. Da ist ja quasi schon Resignation bzw. Einknicken vor diesen “neuen Regeln” spürbar.

Vom von dir ebenfalls angesprochenen ‘fehlenden Mut mal etwas Neues zu machen’ reden wir gar nicht erst…..das ist dann ja quasi noch das Sahnehäubchen obendrauf…. only sequels, prequels, reboots, irgendwelche überflüssigen, krampfhaft und mit der Brechstange erzwungenen, movie universes (Star Wars und/oder das MCU waren ja nur der Anfang….) usw usf…

Schlimme Aussichten wie ich finde….

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Ja, ja und ja.

Und; Auf die Gefahr hin, den „früher-war-alles-besser-Predigern“ den Wind aus den argumentativen Segeln zu nehmen, eine filmhistorische Anekdote.

Als 1982 die ZAZ-Serie POLICE SQUAD (aka THE NAKED GUN – The Series) bei der Ausstrahlung im TV-Sender ABC floppte und gleich wieder abgesetzt wurde, begründete das der damalige ABC-Unterhaltungschef Tony Thomopoulos sinngemäß mit den Worten: „You had to see it to understand it.“ Sprich: die zahlreichen Sightgags wurden vom bügelnden Publikum schlicht nicht wahrgenommen.

Entsprechend waren TV-Serien (ebenso wie die meisten fürs TV produzierten Filme) schon „immer“ als eher seichte Nebenherunterhaltung angelegt. Erst mit dem Aufkommen des Pay-TV HBO („It‘s not TV – it‘s HBO“) in den 90er-Jahren wurden die Serien anspruchsvoller, was dann schließlich auch in den Mainstream (sprich: in die normale Fernsehlandschaft) überschwappte.

Die Streamer konnten sich anfangs vor allem mit dem HBO-Konzept profilieren, nehmen aber seit ein paar Jahren zunehmend die Rolle der „Unterhaltungsgrundversorger“ ein. Offensichtlich mit den entsprechenden Konsequenzen.

Jetzt wird sich ja auf dem Tanzflur im Club auch niemand beschweren, dass die Scooter-Lyrics nicht tiefschürfend genug sind. Man sollte halt alles für das nehmen, was es ist. Bei jedem Streamingsender gibt es großartige Filme und Serien, man muss ja nicht immer die hochgehypten Blockbuster gucken, bei denen das Drehbuch ohnehin nie die Hauptrolle spielt.

Ein Freund von mir steht übrigens auf viele dieser „dumbed down“ Produkte, weil das nach einem langen Arbeitstag genau das richtige ist.

Und nicht vergessen: es heißt Filmindustrie.

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