Nachdem ich in der vergangenen Nacht wieder eine eher kurze, mit knapp dreieinhalb Stunden Dauer nicht wirklich Erholung bringende Ruhephase durchlebte, hatte ich heute morgen doch ein wenig Sorgen (he he he… das reimt sich), ob ich denn für den sonntäglichen Kino-(Halb-)Marathon auch fit genug sein würde. Aber, dem wichtigsten Getränk aller Zeiten, Galaxien, Universen und Dimensionen (natürlich ist hier ganz klar, und eindeutig Kaffee gemeint), sowie zwei wirklich guten, bis sehr guten Filmen, und zudem auch noch einer sehr netten Zufalls-Begegnung sei Dank, hatte ich da in der Hinsicht den lieben langen, aber dennoch kurzweilig-vergnüglichen Tag über wenig, bis eigentlich gar nichts auszustehen. Die erste Sonntags-Sichtung war eine Matinee des ganz wunderbar warmherzigen, absurd-aberwitzigen, durchgeknallt-überdrehten und spassig-systemkritischen Realfilm meets Animation-Hybriden „Coyote VS. ACME“. Eine herrlich wahnwitzig-widersinnige Non-Stop-Achterbahnfahrt von altbekanntem, aber neu verpacktem derangiert-anarchischem Looney Tunes-Zeichentrick-Humor, cartoon courtroom dramedy, von Bomben, Felsbrocken und Raketen-Rollschuhen, von menschenCartoonfigurenverachtenden Ränkespielen anmaßend-selbstherrlicher Grosskonzerne, und schnippisch-hintertriebener Gewitztheit der chancenlos scheinenden loser lawyers und ihr gezeichneten Klientel. Warum ausgerechnet genau dieser der Film ist, den die U.S. of A. zur Zeit gebrauchen können, und wieso mich der Streifen an den Titel eines Albums der Song-Poetin und New Wave-Lyrikerin, sowie musikalisch untermalter spoken word-Performerin Anne Clark erinnert hat, dazu dann hoffentlich alsbald noch mehr.
Beim screening dieser feinen „cartoon craziness goes sociocultural reality“-Perle traf ich dann unerwarteter, aber umso erfreuterer Weise noch zwei (zwar vor wenigen Wochen erst auf dem FFF HH wiedergesehene, davor aber viel zu lange Jahre gar nicht mehr angetroffene) Freunde mitsamt zweien ihrer drei Kinder. Und luden mich die beiden Papas nach dem Kino noch zum gemeinsamen Essen im syrischen Restaurant ein. Wo wir über dies und das plauschten, ich erfuhr, dass die zwei nun nicht mehr, wie vor gut acht Jahren noch, als Übersetzer für diverse pen and paper role playing games tätig sind, sondern mittlerweile ihr täglich Brot mit der translation von computer and video games (unter Anderem „Assassin’s Creed“ und The Elder Scrolls Online") verdienen. Und mir auch noch Fotos von den Plazentae ihrer Kinder zeigten (die Dinger sehen in echt, und direkt nach der Geburt ja wirklich fast genauso aus, wie der sezierte Facehugger in Ridley Scotts erstem „A L I E N“ (bislang hatte ich während meines Zuviel-Dienstes immer nur schon etwas ältere, und bereits in Ehren „ergraute“ und ausgedrögte Exemplare zu Gesicht bekommen)). Jedenfalls ein nettes Treffen, und ein schöner lunch talk.
Zum Abschluss des Tages gings dann noch ins CinemaxX am Dammtor-Bahnhof, zu meinem ersten und einzigen „FilmFest Hamburg“-Film in diesem Jahr. Und Jeanne Herrys „Garance“ (dummsinnig-nichtssagender internationaler Film-Titel: „Another Day“) mit einer wieder mal formidabel-umwerfenden, stunningly stellar, und breathtakingly bedazzling schauspielernden Adèle Exarchopoulos, war wirklich das absolute Kontrast-Programm zum Mittags-movie. Ich hatte ja bei meinem damals im Frühsommer angedachten (dann aber leider doch niemals geschriebenen) Cannes-Presse-Spiegel dem Film die headline „Adèle Exarchopoulos hängt besoffen in der Ecke rum“ verpassen wollen… Naja, das hätte viel weiter weitab vom Schuss auch nicht mehr sein können. Weil ja, im Film geht es zwar auch, und auch zu einem Gutteil, um Alkoholismus, aber eben auch nicht nur. Und sind, bzw. waren da für mich selbst aber ganz andere Aspekte weitaus gewichtiger, und berührender. Die Hälfte der Sichtung habe ich olle Heulsuse natürlich wieder mit tränenverschleierten Guck-Äuglein verbracht, weil mich die ganze chose wieder mal so sehr angefasst hat. Für mich jedenfalls ein überaus lohnender, und auch durchaus gelungener Streifen, aller im Vorfeld gelesenen Negativ-reviews zum Trotz. Und Mme. Exarchopoulos zieht selbstschreibend auch hier wieder alle Register, und ist ihr Schauspiel fast schon nicht mehr von dieser Welt. Eine wahnsinnig beeindruckende one woman show par excellence! Oder, um es mal anders auszudrücken: Der Herr @splattercheffe mag momentan zwar noch das einzige Mitglied des bundesdeutschen Adèle Exarchopoulos-Fanclubs sein, aber ich habe mein Beitritts-Formular schon gründlichst und genauestens ausgefüllt… 
Mehr Infos zu den zwei Filmen dann die kommende Woche noch, in den betreffenden threads.