I bow my head in shame. Sorry - hatte tatsächlich keine Zeit, mich früher drum zu kümmern (oder auch nur hier vorbeizuschauen…). Naja, sei’s drum, hier jetzt mal ein paar Filmempfehlungen 
Mit den Kategorien ist das allerdings so ne Sache. Generell lassen sich viele Filme ja schwer in nur eine Kategorie einordnen, und im asiatischen Kino gilt das erst recht.
Darum umfaßt die Kategorie “Heroic Bloodshed” bei mir auf der einen Seite zwar reinrassige Actionfilme, auf der anderen aber auch solche, die eher dem Krimi-Genre zuzuordnen sind…
“Drama” kann alles mögliche heißen, ich hab das mal in “Drama” und “Liebesdrama” unterteilt, wobei “Liebesdrama” nicht Komödie oder “Rum-Geschnulze” meint (sowas mag ich nur selten), sondern eher die emotional heftige Rubrik. Jeweils nur 5 Vertreter, weil du darauf ja wohl nicht so stehst.
Auf Horrorfilme hab ich dann mal schweren Herzens verzichtet… denn die wirklich guten Horrorfilme aus Asien gehen eben fast alle in die Richtung “verstörend”, die Du ja offensichtlich nicht magst. Und ich kann auch nicht ganz beurteilen, was nun wirklich “verstört” und was nicht. Falls da doch genaueres Interesse besteht, gib Bescheid… (es gibt bessere asiatische Horrorfilme als RING oder JU-ON. Aber ein “guter” Horrorfilm IST für mich nun mal einer, der die Grenzen des Normalen hinter sich läßt - und damit wohl manche “verstört”…).
Stattdessen die Rubrik “Splatter”, die Filme umfaßt, die zwar teilweise heftige Gewalt zeigen, aber trotzdem nicht mit amerikanisch/europäischem Blut-Gematsche verglichen werden können. Hier finden sich die “politisch unkorrekten”, heftigen, dreckigen Filmchen… die berühmte “Category III” und artverwandtes.
Martial Arts schließlich ist überhaupt nicht mein Gebiet. Mag ich einfach nicht besonders, darum hier auch keine Empfehlungen. “Sword in the Moon” vom FFF2004 fand ich ziemlich gut, “Bichunmoo” mag ich ebenfalls, “Hero” natürlich auch… aber schon “House of Flying Daggers” fand ich eher enttäuschend, da weder von den Bildern noch von der Story her so richtig außergewöhnlich.
Was dich wohl am meisten interessiert, sind Filme der Kategorie “Mindfuck”. Da habe ich Sachen aufgeführt, die ich von ihrer Wirkung her am ehesten mit “Sympathy for Mr. Vengeance” vergleichen würde - wobei keiner so extrem ist wie dieser (und “Old Boy”). Das ist nun mal was ganz spezielles
Aber diese Filme gehen alle in die Richtung “außergewöhnliche Story, intensiv, ggf. mit Gewalt - aber diese ist definitiv nicht Selbstzweck”.
Die Plätze 1 - 10 geben übrigens keine genaue Wertung wieder. Sind einfach jeweils 10 tolle Filme
Und die, die Du laut Deiner Aufzählungen schon kennst, fehlen hier.
So, jetzt mal los…:
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Bullet in the Head - älterer, Chow-Yun Fat-freier, teils relativ untypischer Film von John Woo. Setting: Vietnam-Krieg, Thema: Freundschaft und wie sie zerfällt, emotional schwer berührend und stellenweise extrem brutal. PFLICHT, für mich einer der besten Filme überhaupt aus Asien.
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Infernal Affairs 1-3: Eher ein Krimi und ein Film über HK, spielt im Undercover-Milieu, grandiose schauspielerische und inszenatorische Leistungen. Ein echtes Epos, ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen.
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Shiri: Ein koreanischer Actionfilm der Sonderklasse, bläst alles weg, und hat neben Dauerfeuer auch die Extraportion Gefühl bzw. Pathos. Wenn einen letzteres nicht stört - ein garantierter Lieblingsfilm.
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Where a Good Man Goes: Wie die allermeisten Filme von Johnnie To ein sehr ästhetischer und trotzdem kompromißloser, moderner Bloodshed-Film, der mehr Wert auf Charakterzeichnungen und originelle Plots bzw. Wendungen legt als die meisten anderen Regisseure…
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Full Contact: mit Chow-Yun Fat, aber nicht von John Woo, sondern von Ringo Lam - dem anderen (ehemaligen) Großmeister des HK-Actionkrachers. Generell eher der Abteilung “Laut, heftig und krachend” zuzuordnen, und hier ganz besonders. Macht Spaß
Von Ringo Lam stammt übrigens auch “City on Fire” - die Vorlage zu “Reservoir Dogs”.
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Running out of Time: wieder Johnnie To, hier aber mehr die Richtung “clever, modern und stylish”. Sehr origineller Plot auch. Ansehen und überraschen lassen…
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Young and dangerous-Serie: mindestens die ersten vier Teile sollte man gesehen haben. Rauhe und sehr modern gehaltene, durchaus verherrlichende…, Serie um Triaden-Gangs in Hong Kong. Schmutzig, rauh, ungestüm.
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As Tears go by: Als Wong Kar-Wai noch GUTE Filme machte. Sehr bewegende, kompromißlose Bloodshed-Story mit hohem “Heroic”-Anteil.
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Rich and Famous und Flaming Brothers: 2 x Heroic Bloodshed in Reinkultur. Pathos, Blutvergießen, Tempo. Und Chow Yun-Fat 
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Century of the Dragon: ist extreme Geschmackssache. Ich mag ihn sehr, aber der Regisseur (Clarence Fok) legt, wie bei fast all seinen Filmen, mehr Wert auf Flashy-ness und tolle Bilder als auf die Story … Aber macht in jedem Fall Spaß, und hat Andy Lau in Top-Form.
Außerdem: Fulltime Killer, Island of Greed, PTU, Nowhere to hide, Guns and Talks, Returner, Big Bullet, Black Mask, Ballistic Kiss, 2009 Lost Memories, A Hero never dies, Gunmen, Shanghai Grand… und und und.
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Joint Security Area: vom Regisseur von “Old Boy”, aber GANZ anders. Sehr ruhig erzählt, sehr düster und bedrückend, aber auch sehr fesselnd. Kaum “Action” im eigentlichen Sinne.
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Phantom the Submarine: Drama um Befehlsgehorsam und Widerstand an Bord eines Uboots. Große Bilder, großes Pathos.
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Hong Kong 1941: Polit-Drama mit Liebes-Drama-Anteil, um die japanische Invasion angesiedelt, mit Chow-Yun Fat.
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The Longest Summer: Um Authentizität bemühtes Sozialdrama von Fruit Chan um chinesische Ex-Soldaten der Britischen Armee in HK, die nach der Rückgabe HKs an China ohne Job dastehen.
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Lifeline: Johnnie To goes “Backdraft”. Ein Feuerwehr-Drama mit hohem Action-Anteil und fetten Bildern.
Außerdem: Prison on Fire, Hollywood Hong Kong, Twenty Something Taipai, 1:99, Silmido, Taegukgi, The Uprising, Yi Yi…
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Lost and Found: für immer das bewegendste, originellste, härteste und kreativste Liebes-Drama überhaupt. Wenn EIN Film es schaffen kann, Menschen zum HK-Drama zu bekehren, dann dieser. Mit Kelly Chen und Takeshi Kaneshiro eines der tollsten Paare der Filmgeschichte; mit so viel Verzweiflung und Schicksalsschlägen, daß man von einer Jahresladung Hollywood-Happy-Endings auf einen Schlag kuriert wird.
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Comrades - Almost a Love Story: hier gilt fast das gleiche. Der Titel sagt es schon: nur ALMOST a love story. Mehr noch eine Story über Einsamkeit und Verlassensein in der Fremde. Schwer zum Seufzen…
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Sealed with a Kiss: für manche wahrscheinlich ZU dick auftragendes Drama um eine Liebe, die erst x Hindernisse und Unglücke überwinden muss, um real zu werden. An der Grenze zum Kitsch, macnhmal, aber dann wieder knüppelhart gemein…
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C’est la vie, mon Cherie: ebenfalls. Aber mit noch viel mehr Unglück und Schicksalsschlägen…!
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Take care of my cat: hier geht es nicht mal um Liebe, sondern um Freundschaften und ihr Zerfallen, um Emtfremdung und Lieblosigkeit im Leben junger Koreanerinnen.
Außerdem: Art Museum by the Zoo, Asako in ruby shoes, Alan & Eric: Between Hello & Goodbye, Fly me to Polaris, Ditto, Anna Magdalena, Okinawa Rendez-Vous, Rouge, Phantom Lover … und wirklich eine TONNE mehr.
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Story of Ricky: der ultimative Blut-, Gedärm-, Faust-durch-die-Wand- und Totlach-Film. Kult pur; eigentlich schon fast eine eigene Gattung. Unbelievable 
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Ebola Syndrome: es geht um das mutwillige Verbreiten des genannten Virus. Auf sickeste, skrupelloseste und unkorrekteste Weise… Derber Stoff mit Lieblings-Psycho Anthony Wong.
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The Untold Story: noch mal Mr. Wong, hier in seiner wohl berühmtesten und - je nach Gusto - “leckersten” Rolle. Fleischig 
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Dr. Lamb: Sicko # 2, Simon Yam, als äußerst un-zimperlicher Arzt…
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The Imp: Man würze das Genre mit ein wenig Menschenverachtung im sexuellen Bereich und drastischen “Spielen”…
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Intruder: Sicke Gewalt und krasse Bilder in Verbindung mit packender, überraschender Story, sehr guten Schauspielerleistungen und intelligenter Narration. War für mich ein Highlight beim FFF 1999.
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There is a Secret in my Soup und Human Pork Chop: Demütigung, Folter, sexuelle Perversionen bis zum Tod - beruhend auf einem tatsächlichen Entführungs- / Mord-Fall, dem sog. “Hello Kitty”-Mord.
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Izo: Der neue Takashi Miike-Film. Mir persönlich ja fast ein wenig zuuuuu langatmig (zwischen dem Schlachten, versteht sich), bzw.: die Dialoge sind stellenweise fast peinlich naiv. Alles andere als “Ichi”-like, eher welt-erklärend und missionarisch… Jedoch: der Film hat mit den höchsten, teils sehr brutal anzusehenden Bodycount der Filmgeschichte. Und wer sowas mag, wird hier glücklich.
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Run and Kill: Eine Spirale der Gewalt, die extreme Ausmaße annimmt. Kinder anzünden = ein Tabu, anyone?
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Red to Kill: Noch unkorrekter, bitte? Gewalt und Vergewaltigungen gegenüber geistig Behinderten… und Brutalitätsarien auf hohem Level. Mal wieder von Billy Tang, wie auch “Dr. Lamb”, “Run and Kill” und weitere ähnliche Werke, wie etwa “Brother of Darkness”.
Außerdem: School on Fire, die All Night Long-Serie, Daughter of Darkness, A Living Hell, Organ (viel Blutmatsch, wenig Story… eher wirr), dann natürlich die ganzen Filme auf “Japan Shock” wie Oxen Split Torturing, Guts of a Beauty, Evil Dead Trap usw. … die sind arg Geschmackssache.
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Too many Ways to be Number One: einer der ungewöhnlichsten Filme überhaupt. Kranke Plot-Twists ohne Ende, heftige Gewalt-Ausbrüche, schwärzester Humor, manische kamera-Arbeit, absolut unvorhersehbar und originell. Super super super, unbedingt ansehen! … Falls man ihn irgendwo findet.
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Once upon a Time in Triad Society 2: Gilt offiziell als Spin-Off der “Young and dangerous”-Serie, hat aber mit ihr (und mit dem eigenen ersten Teil) nicht wirklich was zu tun. Stattdessen handelt es sich um einen völlig durchgeknallten Film in Pulp Fiction-Tradition, der alle (Genre-) Grenzen sprengt. Genial - aber leider kaum zu bekommen…
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The longest Night: Meisterwerk von Patrick Yau, das Krimi, Drama, Action und Wahnsinn kreuzt. Spannung und Überraschungen ohne Ende.
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Expect the Unexpected: Zwar nicht inhaltlich, aber stilistisch der zweite Teil von “Longest Night”. Hier gilt das selbe - Unvorhersehbar und gut.
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Bullets over Summer: Auch ein schöner, origineller Genre-Mix von einem meiner Lieblings-Regisseure aus HK, Wilson Yip. Könnte allerdings sein, daß Dir der Love-Story-Anteil inmitten von Action und Thriller hier zu hoch ist…
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Blue Spring: Siehe weiter oben in diesem Thread.
… und mehr WIRKLICH tolle Filme für diese Kategorie fallen mir gerade, ehrlich gesagt, nicht mehr ein 
Ich empfehle aber auch noch die Filme des Japaners Hiroyuki Tanaka AKA “Sabu”, der mit Dangan Runner, Unlucky Monkey, Postman Blues , Monday und Drive ein paar exzellente, oft lakonische, genrevermischende Perlen hingelegt hat (die allerdings nicht unbedingt “tough” rüberkommen).
So, das war’s erstmal. Hoffe, dein Interesse ist geweckt und du findest was, was dir gefällt 
Bin für weitere Nachfragen offen, und auch für Leute, die Lust auf gemeinsames Asia-Filme-Gucken haben :o)
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: todaystomorrow am 10.05.2005 02:11 ]