So, komme aus Identität - ja ich weiß, bin spät dran!
Meinung: Film ist okay - könnte man als David Lynch für Anfänger bezeichnen.
Ich würde sagen eine Mischung aus “Lighthouse”, “Mullholland Drive” und “Memento”. Viel schlauer als einem der Trailer dazu erst mal glauben macht. Durchaus empfehlenswert. Leider hatte ich den Hintergrund sehr schnell durchschaut, aber es gibt auch so noch einige Twist&Turns, denen ich zum Teil aufgesessen bin.
Spoiler!
Trotzdem bin ich irritiert:
Der angebliche Killer schlüpft durch eine Identitätsspaltung in die Identität von 10 seiner Opfer + 1x er selbst (der Killer). Diese angeblichen Psychologen meinen nun, ihn für unzurechnungsfähig erklären zu können, indem der Killer dafür sorgen muss, dass die Identität des Killers in seinem Kopf zerstört wird. Woher wollen die Psychologen denn wissen, wer der “Killer” unter den Identitäten ist? War ihnen einfach nur wichtig, dass nur eine Identität überlebt? Warum verdächtigen sie dann nicht auch Paris (die ja zunächst scheinbar als einzige Identität "überlebt"
? Und meinen, jetzt passt alles (von dem Kind denken sie ja zu dem Zeitpunkt, es sei schon tot)? Warum glauben sie, dass Paris nicht der Charakter des Killers ist? Könnte doch leicht sein…
Ich bin zunächst davon ausgegangen, dass diese “Opfer” auch die tatsächlichen Opfer sind (ich glaube, das wird im Film sogar gesagt). Dann weiß die Justiz aber auch, wer der Mörder ist (nämlich das Kind, weil nur dieses überlebt hat, bzw. es die einzige Identität in seinem Kopf ist, die er nicht wirklich umgebracht hat (also als einzige Identität kein echtes Opfer darstellt, das gefunden wurde)). Dann hätten die Psychologen bereits den Versuch abbrechen können, als sie glaubten, das Kind sei tot (bei der Explosion).
Vielleicht wussten sie aber auch gar nichts von dem Kind (These eines Freundes von mir) - d.h., der Killer hat nur was von den 10 Opfern erzählt. Das gäbe meiner Meinung spätestens dann keinen Sinn mehr weil die Psychologen definitiv von 10 Opfern sprechen - also müsste darunter mindestes 1 Killer sein - dann wären es aber nur 9 “richtige” Opfer gewesen (9 Opfer + 1 Killer) - und überhaupt: Warum sollten die Psychologen glauben, dass der Charakter des Killers in einer seiner Opferidentität repräsentiert sei? Zudem stellt sich dann auch wieder die Frage (siehe ganz oben): Wie wollen sie wissen, welcher der “Opfer” dann der Killer ist?
Also muss ihnen klar gewesen sein, dass es 11 Identitäten sind (und eine davon die "wahre"
.
Natürlich kann man auch glauben, dass die Leute “in seinem Kopf” einfach nur irgendwelche wir ausgedachten Identitäten sind, die mit seinen wahren Opfern nix zu tun haben. Okay, das erklärt aber weiterhin nicht, warum sie glauben, dass Paris keine Killeridentität sein könnte. Nur weil er so ein bischen schön daherredet: “Orangenplantagen…” und dabei verträumt schaut? Das kann’s ja wohl nicht sein.
/spoiler
Das gibt für mich alles keinen Sinn…
Vielleicht bringt jemand Licht ins Dunkel?
