Joho
Mein Kurztrip nach Schottland, meine zweite Heimat ist vorbei. In Glasgow lief das Frightfest Februar Event, sowas wie die Nights bei uns. Eigentlich läuft dort das Glasgower Filmfest allgemein in mehreren Kinos. Das Frightfest hat sich dort eingeklinkt. Wichtig ist zu erwähnen, das Filmfest dort wird gefördert, vielleicht lassen sich so einige Unterschiede zu uns erklären, es war nämlich auch viel familiärer. Nach den Filmen sind die Veranstalter rumgegangen und haben Leute nach ihrer Meinung gefragt oder sich einfach nur unterhalten, wir wurden auch gefilmt wenn wir wollten. Das wichtigste ist aber, DK Besitzer konnten sitzen bleiben, das war ein enormer Qualitätsgewinn. Die Leute haben sich teilweise richtig wie im Wohnzimmer zu Hause eingerichtet. Am zweiten Tag gab es auch eine etwas längere Essenspause. Das Kino war auch brechend voll. Die Filme waren interessant, gut, mal weniger gut, aber das Drumherum war eigentlich das viel interessantere, aber der Reihe nach:
Mögliche Spoiler!
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Deadspiel
Ein Kurzfilm, Curling, Menschen gegen Zombies, recht lustig und blutig mit einem schönen Twist. -
FROZEN von Adam Green
3 junge Leute bleiben im Skilift stecken und müssen eine Woche dort verbringen weil die Anlage so lange geschlossen bleibt. Open Water auf Skiisch quasi. Sehr spannend und facettenreich. Auch unerwartet blutig, der Film hätte auch ohne die Vierbeiner gut funktioniert.
Der Regisseur konnte leider nicht kommen da sein Flugzeug in New York im Schneesturm steckengeblieben ist, so hieß es. Tim Sullivan hat dann eine email von ihm vorgelesen und war als nächstes dran. Der Tenor von allen Regisseuren war quasi: Fuck Cameron und sein Avatar, guck mal was wir mit ganz wenig Geld auf die Beine stellen können. Ja, auf englisch flucht es sich schöner als auf deutsch.
- 2001 Maniacs - Field of Screams - Weltpremiere
Nochmal die gleiche Story, nur diesmal mit nur 400.000$ in 10 Tagen abgedreht (statt 2.2 Mill). Sieht man auch, Wald und ein paar Zelte müssen als Kulisse reichen. Einen richtigen roten Faden gibt es nicht. Dafür ist er noch ekliger, abgedrehter und blutiger geworden. Ich sag nur die Szene wo die Frau ihre Muschi zersägt bekommt, das Blut spritzt an die weiße Zeltwand und die beiden Täter geilen sich dran auf, das Publikum übrigens auch.
Der Regisseur hat in der Q & A gesagt dass Tiberius sich Sorgen macht ob der Film bei uns uncut kommen könnte. Er hat einen ganzen Stapel Poster mitbegracht, die kann ich bei den Nights weiterverteilen wenn erlaubt und erwünscht. Mir hat er beim Poster signieren gesagt dass sie ihn im Sommer bei uns zeigen wollen. Da der Film noch so neu ist, waren einige Mundbewegungen leicht asynchron zur Tonspur.
Zwischendurch gab es immer wieder (Fake) Trailer zu anderen lustig klingenden Filmen.
Es waren so viele Regisseure da, auch wenn sie keinen Film gezeigt haben: Christopher Smith, er zeigte einen Clip aus Black Death der in Sachsen Anhalt gedreht wurde. Er meinte zu mir, aus dem Grund und wegen der Filmförderung wird der Film sicherlich in Deutschland laufen, ob auf einem Filmfest oder regulär. Er sollte eigentlich komplett laufen wurde vomn Verleih aber verschoben.
In der Toilettenschlange stand Jake West hinter mir: Hallo, wir haben uns in München getroffen. Damals hatte er uns ja berichtet dass SONY Doghouse um über 10 Minuten gekürzt hat, genau diese Szenen hat er uns jetzt präsentiert. Im Grunde sind vieles Szenenerweiterungen / Verlängerungen die man eigentlich auch nicht missen möchte. Die Message ist dadurch auch eine etwas andere geworden. Die Kastrationsszene ist übrigens nicht grafisch, sie ist noch nicht mal richtig zu sehen. Schnipp ins leere und das Bild wurde rot.
Neil Marshall hat uns die ersten 5 Minuten von Centurion gezeigt, eine Darstellerin war auch da.
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Stag Night, Regisseure anwesend
Man mixe Creep, End of the Line und Midnight Meat Train und man bekommt das. Dieses Mal sind es Kannibalen die Jagd auf verirrte und eingeschlossene Passagiere machen. Relativ Low Budget würde der Film gut aufs Weekend of Fear passen, war für mich aber ein Highlight weil Überraschung. -
Lizard in a woman’s skin
Aus verschiedenen Quellen zusammengesetzte restaurierte Fassung, weiß aber nicht so recht was ich davon halten soll. Lief am Samstag Mittag, hatte mit Sekundenschlaf zu kämpfen. Wirre Story der man nicht ganz folgen kann mit ein paar psychedelischen Szenen zwischendurch. -
Amer, Regisseure anwesend
Der war interessant, kein Giallo, sondern eher abgefuckte Mystery. Soll wohl um das Erwachsenwerden eines Mädchens gehen, die sexuellen Stufen. Der Film kommt mit nur ganz wenig Dialog aus. Am Anfang ist das Mädchen noch klein und es geschehen merkwürdige Dinge in ihrem Haus die mit einer Uhr zusammenhängen. Farbspielereien und schräge Kamerawinkel. Danach sind wir ganz woanders mit lauter Bikern zusammen um am Schluß wieder in einem Haus zu sein wo dann auch mal getötet wird. Sehr schwer in Worte zu fassen, sollte aber auf jeden Fall bei uns laufen. Die Rechte liegen bei Koch Media hat mir der Regisseur gesagt.
Genau, jeder der Fragen an die Regisseure hatte bekam ein Poster geschenkt und überhaupt wurde dort soviel verteilt das reicht bei uns für die gesamte Filmfesthistorie. Erst einmal die T-Shirts vom letzten Sommer und dann kamen sie mit Kistenweise DVD’s an, für jeden Zuschauer mindestens eine, ich hab die Childen of the Corn Trilogie und eine Trailer DVD mitgenommen. Die Regisseure haben beim austeilen geholfen, das sah total abgefahren aus. Zwei Filme später wieder haufenweise Kisten, diesmal T-Shirts und Taschen. Da muss ich auf jeden Fall wieder hin, am besten schon im Sommer.
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REC 2
Hehe, freut euch, das wird ein Fest, mehr Action und noch krasser geht es hier zu und zwar gleich von Anfang an. Dafür gibt es weniger Jump Momente, irgendwann hat man sich an heranspringende Zombies gewöhnt, soviele gibt es dieses mal. Jeder der SWAT Mitglieder hatte auch eine Helmkamera dabei die auch benutzt wurde. Am Ende hatte man dann noch eine interessante Lösung parat, es geht auf jeden Fall interessant weiter. -
Splice
Tja, was soll ich sagen. Wenn man den Text liest reicht es eigentlich. Die beiden ziehen das Mädel auf und es geht schief, das war es eigentlich. Relativ konventionell ohne was besonderes, fand auch einer der Macher vom FF. Muss ich mir überlegen ob ich in München während der Vorstellung nicht zum indischen Restaurant gegenüber gehe. -
HARPOON: REYKJAVIK WHALE WATCHING MASSACRE, zwei Darsteller anwesend
Weil ein Typ sich total daneben benimmt, stirbt der Captain des Schiffs und die Gruppe Leute steuert ziellos im isländischen Wasser umher bis “Hilfe” kommt. Denn diese Hilfe hat in Wirklichkeit was ganz anderes vor. Ist an sich nicht schlecht, hat aber auch keinen roten Faden, keine stringente Story, stattdessen zuviele Subplots und Charaktere. Richtig hart ist er auch nicht, man wollte wohl mal einen anderen Ansatz bringen als die ewig gleichen Backwoods Routinen.
Insgesamt war es ein tolles Event das bei weitem nicht nur aus Filme gucken bestand. Regisseure und Darsteller zu Hauf und zum anfassen, dazu sympathische Macher und soviele Goodies, als hätte man einen Laster ausgeraubt. Warum kann es bei uns nicht auch so sein?
Regulär liefen auch viele interessante Filme die bei uns erst viel später kommen, aber für The Crazies, From Paris with Love hatte ich keine Zeit und Geld mehr. Aber einen Kracher habe ich noch mitgenommen und zwar SOLOMON KANE. Ein ganz düsterer Fantasy Film über einen einsamen Krieger der eigentlich der Gewalt abgeschworen hatte, aber wie das so ist, wenn einem die Retter genommen werden muss man sie selber retten. Statt auf Bombast setzt der Film auf seine düstere Athmossphäre, gute Kameraarbeit und fiesen Charakteren. Am Ende wird dann doch noch ein Riesen Monster ausgepackt.
