Na denn, wenn das FWN 2026-line up nun vollständig is’, dann fang’ ich doch gleich mal an, mir die einzelnen Programmpunkte vorzuknöpfen, und ein paar vorläufige favourites raus zu filtern.
- … von denen „Deathgasm: Goremageddon“ schon mal keiner ist. Falls es jemand noch nicht wissen sollte, oder vielleicht auch nie wissen wollte: Ich bin bekennende:r Metal-Fan, schon seit Teenie-Tagen, und mochte den ersten „Deathgasm“ so leidlich (Jason Lei Howden war damals bei uns in Hamburg zu Gast, und hatte auf seiner Kutte einen Slayer-back patch prangen). Was mir aber schon damals etwas arg sauer aufstiess, war der ganze doof-schlonzige Sex-Witzchen-Krams… viel zu infantil-postpubertär - Was ich dagegen mochte, waren die schön gestalteten Charaktere und deren Beziehungen zueinander, gerade zu Beginn des Streifens. Nun soll aber, den ersten reviews zufolge, „Goremageddon“ vom Ersteren eher mehr, und vom Zweiteren eher weniger, bis fast gar nix mehr beinhalten. Zitate: "[…] The first Deathgasm found a great balance between the dark humor of a horror comedy while also injecting a reason to care about these characters. None of that is to be found in „Deathgasm 2: Goremageddon“, which is far more concerned with gross-out jokes and a surprising amount of meta humor that was not nearly as prevalent in the original film and thus feels out of place this time around. […] [O]ne part, which we’ll sparingly describe as „the glory hole scene“, [is] trying far too hard to shock audiences. It’s not even that shocking, just overall unpleasant to watch." - „The original film was derided by critics for being crude, exploitative and immature. Fans will be pleased to know that this one delivers more of the same.“ - Ich weiss ehrlich geschrieben nicht, ob ich (noch) bereit dafür bin. Ich glaube, eher nicht. Da kann mich auch kein GWAR-Band Cameo locken…zumal Dave Brockie (Oderus Urungus) ja eh schon tot ist (R.I.P.). Dann lieber nochmal Morbid Angel’s „Altars Of Madness“ in voller Lautstärke!
https://collider.com/deathgasm-2-goremageddon-review/
- Da taugt mir der koreanische Beitrag „My Daughter Is A Zombie“ doch schon mehr. Scheint ein schön abgefilmter emotional roller coaster ride zu sein, ein Wechselbad der Gefühle, obendrein noch schön abgedreht und überkandidelt, aber offenbar dennoch warmherzig und liebevoll. Eine knallbunt-poppige Wundertüte, quasi „Maggie“ als durchgeknallte Korea-POP!!!-Familien-Komödie… Hab’ ich derbe Bock drauf, kommt erstmal in die engere Auswahl!
- Der spanische Animationsfilm „Decorado“ dagegen scheint mir einfach zu creepy und zu spooky zu sein, als dass ich den wirklich unbelastet goutieren könnte. Weder komm’ ich auf diesen art style, noch auf diese paranoid-psychotischen Thematiken klar, und schon gar nicht auf diese Super furry & fluffy animals have extremely schizomaniac episodes-Kombination - nicht, weil ich es nicht mögen würde, but because it scares the fucking bejesus out of me! Die Kino-Vorstellung würd’ ich wohl nicht unbeschadet durchstehen - da würde ich heftigste Zustände bekommen! „Decorado“ basiert übrigens auf einem Kurzfilm des Regisseurs Alberto Vázquez, den Ihr Euch auf youtube ansehen könnt:
" „Decorado“ is a beautifully animated, reality-altering nightmare that is both depressing and enchanting."
- „Vieja Loca“ is natürlich ein must-see für mich, und dafür reichen allein zwei Worte, bzw. ein Name: Carmen Maura!
Aber auch davon ab interessiert mich die verhandelte Thematik sehr, sieht der Trailer in aller seiner shabby Düsternis unfassbar geil aus, und hab’ ich jetzt schon fett Bock drauf, mir den möglichst bald anzusehen. Die ersten reviews sind auch überaus positiv, also immer her damit! Roman Polanski’s / Ariel Dorfman’s „Death And The Maiden“ goes Gothic Horror Torture Porn? - I’m all in for it!
" „Vieja Loca“ is, in its own way, a fairly traditional horror film—one that respects certain gothic conventions of the genre. It starts off deceptively light, even flirting with dark comedy, before gradually sinking into something far more disturbing. Mauregui plays with themes of mental instability, buried trauma, and family violence. With echoes of „Misery“ and other psychological captivity thrillers, his unsettling, claustrophobic film unfolds as a nightmarish series of events that spiral into despair."
- Zweites must-see für meine Wenigkeit dürfte dann wohl „Dolly“ sein… ein räudig-schmutzig-sudeliger, blutig-brutaler, bizarr-ultrasicker, heruntergekommen-verdorbener Backwoods Slasher in schöner alter Seventies-Machart, (vielleicht ein bisschen zu sehr) in the vein of „The Texas Chainsaw Massacre“? Aber gerne doch, bin ich immer für zu haben… wenn’s denn geht, liebe Rosebud-dies, bitte in die Abend- oder Spätabend-Schiene programmieren. Stört mich auch gar, dass der nicht allzu originell zu sein scheint, gelinde geschrieben. Und auch das in einem review beiläufig erwähnte piss play / water sports kann mich persönlich nicht abschrecken - Andere aber möglicher Weise schon…
- Okay, ein Bild alleine sollte genügen, um Euch „Dust Bunny“ schmackhaft zu machen, und zwar das folgende, in dem Sigourney Weaver vermittels der in ihren High Heels eingebauten Pistolen wild in der Gegend rumballert:
Noch nicht so ganz überzeugt? Na gut, ich selbst auch nicht… was aber vor Allem daran liegt, dass ich noch nie allzu grosser Fan von „Léon – Der Profi“ war und bin… aber naja, wenn es davon eine dark fairy tale-Variante mit Monstern gibt, die jene aus der „Monster AG“ eben mal kurz zum Frühstück, will meinen, als Mitternachts-Happen verspeisen würden, und dieser Film dann auch noch so berückend-entrückt ausschaut, wie eben „Dust Bunny“, und on top of that auch noch Mads Mikkelsen, Sigourney Weaver und David Dastmalchian mitspielen, und auch Newcomerin Sophia Sloan für ihre chemistry mit Mikkelsen über den grünen Klee gelobt wird, dann überleg’ ich mir das auch noch mal, ob ich mir den nicht doch geben sollte… Nicht fest gesetzt, aber mit in der engeren Auswahl.
- Und damit kommen wir zum weirdest of the weird of this year’s winter season crop - „Every Heavy Thing“: Now what the fucking fuck is this? Some crazy-mind fuck-variation of „Blue Velvet“, directed by Miike Takashi based on a script by David Cronenberg, filmed in ultra low budget style, set in an alternate universe in the Mid-80s? I don’t care, I’m sold already… Just gimme the damn thing ASAP! Midnight Madness at it’s maddest. „Oooh Baby, it’s makin’ me crazy… Every time I look around, it’s in my face!“ PLU-US: Barbara Crampton !!!
" „Every Heavy Thing“ is really something special that plays by its own rules and resists conventional categorization. A sweeping crime saga unspools, yet this story is full of such jarring, abrupt turns that radically throw „Every Heavy Thing“ off balance and threaten to topple this spectacle, only for it to build greater momentum. „Every Heavy Thing“ is a hardboiled murder mystery. It’s a slacker hangout comedy. It’s Dadaist filmmaking that’s a sweeping indictment against gentrification. And it’s so much more." - " It cannot be stressed enough that „Every Heavy Thing“ is akin to entering an absurdist parallel universe that’s familiar but just distorted enough to feel surreal. Reece expertly crafts such a lived-in universe that’s infinitely odd, but incredibly natural. „Every Heavy Thing“ is like Thomas Pynchon by way of Tim & Eric or „Max Headroom“ doing Brian De Palma. It shouldn’t work, and yet it commits to the bit and never lacks conviction in its lunacy."
" „Every Heavy Thing“ [is] a movie that’s not afraid to get messy, to take risks, and to confuse you on purpose. It doesn’t spell everything out — and it doesn’t care if you like that or not." Is [it] the best movie from Fantasia this year? Maybe not. But it’s very possibly the most memorable. It’s the kind of movie that inspires late-night conversations, repeat viewings, and online theories. In an age of safe, studio-backed, genre fare, „Every Heavy Thing“ stands out like a fever dream on celluloid. It’s not for everyone, but for those it clicks with, it might just be the cult gem of 2025."
- Keine Ahnung, ob „The Holy Boy“ nun eine Art sozialkritisch-juveniler coming of (r)age-Mix aus „„Smile“ meets „The Stepford Wives““ oder etwas Ähnliches ist, aber der Trailer weckt schon mal mein Interesse, und die reviews lesen sich überaus interessant. Noch nicht zwingend genug, um nun unbedingt auf der Stelle eine Kinokarte erwerben zu wollen, aber allemal so spannend, dass ich den fürs Erste mal im Auge behalten werde.
„„The Holy Boy“ is its own thing, maintaining its moral ambivalence even as it ramps up to a spectacular finale. Plot and character are knotted elegantly around a surprisingly melancholic core, that reminds us we need pain in our lives, even when our lives are made unlivable by that pain.“
- „Shelby Oaks“ wurde hier ja schon von zwei Foren-Urgesteinen, nämlich @Herr_Kees und @Leimbacher-Mario , reviewed, und haut mich nach dem Lesen dieser fachkundigen Meinungen nun auch nicht so sehr aus den Puschen, dass ich den sehen wollte / müsste.
" “Shelby Oaks” is a film that plays like a checklist of clichés, a movie that so aggressively employs techniques we’ve seen work better elsewhere that it becomes almost numbing. Horror fans don’t mind familiarity, but not if it feels like the echo is all there is to listen to."
- Bleibt als letzter Kandidat also nur noch Can Evrenols „The Turkish Coffee Table“. Ich kenne das Original nicht, aber das Setting und die Ausgangslage lesen sich top, der Kleinkindstod schreckt mich nicht ab, und auf eine tragically bleak pitch black marriage comedy hab’ ich sowieso meistens Lust. „Hold my missing screw!“ ??? Na, das mach’ ich doch nur allzu gerne… !!! ACHTUNG !!! Schwerste Spoiler im Interview !!!
Macht summa summarum und unter’m Strich also drei must-sees („Vieja Loca“, „Every Heavy Thing“, „Dolly“), zwei sehr wahrscheinliche Kandidaten („My Daughter Is A Zombie“ und „The Turkish Coffee Table“), sowie einen potentiellen sechsten FWN-Film („The Holy Boy“). Was aus „Dust Bunny“ in meiner persönlichen Gunst noch werden wird, weiss ich noch nicht, aber der dürfte dann gegenüber den anderen Streifen wohl doch eher das Nachsehen haben. Na gut, nun heisst es erstmal Stechapfeltee trinken und in aller Ruhe den time table abwarten!

