Am 01.09.2015 21:33, schrieb Zwerg-im-Bikini:
@Sidschei: Wo hörst du das denn, bei der BILD?
Ne, ZiB. Das kam in den (Radio)Nachrichten. Und, Achtung, jetzt kommt’s: Auch noch auf ÖR, also nichts privat und weit weit weg von der Bild. Ich bin da naemlich schon in der Lage, entsprechende Grenzen zu ziehen g
http://www.stimme.de/polizei/suedwesten/Elfjaehrige-springt-fuer-ein-Selfie-von-Bruecke;art1495,3445940
(ich befuerchte fast, dass der Link nicht tut)
Solche Meldungen und Verallgemeinerungen werfen eher kein gutes Licht auf UNSERE Generation, weil wir daraus auf eine ganze Generation schließen
Ach, weisst Du. Ich bekomm so viel in meinem Bekanntenkreis auch teilweise mit, dass ich persoenlich nicht wirklich glaube, hier mit all zu vielen Verallgemeinerungen zu arbeiten sondern eher einen durchaus vorhandenen Querschnitt zu treffen. Klar, wie lexx auch schon sagt: Wir haben als Kinder auch viel leichtsinnigen Bloedsinn gemacht und in jeder Generation hat ihre besonders „Hellen Beispiele“. Aber es gibt fuer mich einen grossen Unterschied bei der ganzen Sache: „Wir“ haben es nicht gemacht, um in irgendwelchen virtuellen Welten einen haufen Likes zu bekommen, wir haben deswegen nicht komplett unser Hirn ausgeschalten, wie es heute wohl eher der Fall ist.
Klar, die neuen Medien erfordern einen neuen Umgang, eine andere Behandlung und ermoeglichen nicht unbedingt einen 1:1 Vergleich. Aber sie stumpfen wohl schon auch ab, das Bestreben und Handeln ist einfach ein anderes geworden. Es ist ja nun auch nicht ganz unbestritten, dass die Kehrseite der Medaille, unter anderem das (Cyber-)Mobbing, deutlich zugenommen hat. Ja, auch wir haben gemobbt, boese Dinge gemacht. Aber es war Auge in Auge, quasi Zahn um Zahn. Wir mussten fuer unsere Handlungen auch gerade stehen und haben uns nicht in der Anonymitaet versteckt, mussten uns direkt damit auseinander setzen und haben dadurch einen Lerneffekt gehabt. Wo ist der Heute, im Scheine der Anonymitaet des Internets, respektive Facebook? Jeder fuehlt sich nahezu sicher und keinen Konsequenzen ausgesetzt.
Man kann es drehen, wie man es will: Die Zeiten haben sich definitiv rapider geaendert, als es in der Vergangenheit so der Fall war und der Umgang damit ueberfordert wohl auch viele Eltern, die sich damit nicht so auskennen. In Verbindung mit dem zunehmendem Druck in Sachen Beruf und Co. werden Kinder heute einfach auch mal schneller vorm Handy oder Bildschirm abgesetzt, um auch seine Ruhe zu haben. Und auch wenn es das frueher schon gab, war’s damals zumindest nicht ganz so einfach, wie es heute ist.
Ne, sorry. Ich empfinde das nicht als Verallgemeinerung, sondern als erkennbare, wenn auch nicht globalisierbare Veraenderung unserer Zeit, die massiven Einfluss auf die Kiddies, ihre Denkweise und auch Handlungen haben. Und ne, selbst als Eltern hat man nicht immer eine Chance dagegen erfolgreich umzugehen, weil der Einfluss von Aussen durch die sozialen Medien einfach wesentlich groesser und einfacher geworden ist. Wieder sehr vereinfacht gesagt: Damals musste man „echten Umgang“ mit den falschen Freunden haben. Heute reichts schon aus, in den falschen Gruppen/Foren angemeldet zu sein… und es ist definitiv wesentlich schwerer fuer die Kinder geworden, sich „falschem Umgang“ zu entziehen, respektive zu erkennen, weil die bestaetigende Idioten immer da sind…
Und es war schon immer so, dass die Alten der Meinung waren, die Jungen würden die Welt in den Untergang stürzen. Im alten Rom haben sie auch schon darüber geklagt.
Da hast Du recht. Trotzdem sollte man die Augen nicht vor Veraenderungen der Zeit verschliessen. Sonst kann man nicht mehr drauf reagieren und nur noch hilflos zusehen, wie es sich entwickelt. Ist ein schmaler Grad, der nicht nur darin aendert, dass immer weniger Leute Filme zum selbstmitdenken sehen wollen… WAU, was fuer ein Brueckenschlag zurueck zum Thema, was? lach
Natuerlich, ZiB: Das ist nun wirklich nur die Betrachtung einer Seite, wie ueblich von mir etwas ins Extrem gezogen. Den korrekten Konklus, vor allem bezueglich Medienkompetenz und vor allem den Umgang damit hast Du selbst schon erwaehnt und das ist sicherlich mit einer der grossen Knackpunkte momentan… heute wird so schnell vieles geglaubt, ohne sich mal „rueck zu versichern“. Diese ganzen Hoax-Meldungen die blindlings immer geteilt werden, sind ja auch ein gutes Beispiel dafuer und man kommt dagegen echt kaum an, den entsprechenden Leuten nahe zu bringen, sich doch erstmal zu erkundigen… aber nur wer gegen Windmuehlen kaempft kann was erreichen g
Nur wir haben keine Selfies dabei gemacht, dafür aber He-Man Shirts getragen und mit nem Atari 2600 gedaddelt. Das ist heute Kult! Selfies machen dagegen peinlich. :grin:
Ich sehe nur einen grossen Unterschied darin: Wir haben es aus Abenteuerlust, Dummheit, Spaß oder was auch immer fuer UNS gemacht und moegliche Gefahren dabei eventuell uebersehen - aber nebenbei fuer unsere Motorik dabei viel geleistet *g* Klar, wir haben auch nicht unbedingt immer richtig nachgedacht, was es fuer Konsequenzen hat. Heute klettert man da aber fuer ein Selfie hoch oder zerstoert Einkaufswagen und filmt es dabei, um fuer all die anderen cool zu sein. Und das ist fuer mich die grosse Veraenderung dabei.
[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Sidschei am 02.09.2015 06:54 ]