Heavy Metal vs Techno

Was meint ihr ist der Grund dass es mehr Heavy Metal Filme als Techno Filme gibt, bzw. warum die auf dem FFF laufen und die anderen nicht? Was ist daran lustiger oder spannender? Ist es weil Metaller “härter” und Techno Fans Nerds sind? Gibt genug Filme mit Nerds die lustig sind, sogar ne ganze Serie “Big Bang Theory”. Oder weil man Metal gut mit Satan und Dämonen und damit Splatter verbinden kann? Es gibt wohl viele Filme mit einem Techno Score während der Actionszenen aber das wars dann auch schon. Dabei gab es mit der Love Parade die größe Musikveranstaltung der Welt.

Wie kommst du auf die Verbindung zwischen Nerds und Techno? Ich jedenfalls bin Nerd und Metal-Head :smile:.

Ich denke mal, Techno ist eher eine Club-Sache, weil die Musik ja üblicherweise live zusammengemischt wird. Rock und Metal findet man öfter im Alltag, da konkurriert er eher mit Hip-Hop als mit Techno. Und die Metal-Szene ist schon in den 80ern groß geworden und seitdem groß geblieben, da gibt es vielleicht einfach mehr heute aktive Regisseure, die da zumindest teilweise ihre Wurzeln haben.

Im übrigen war die Love Parade vielleicht mal die größte Musikveranstaltung der Welt, aber das ist einige Jahre her und sie war auch relativ alleinstehend. Es gibt aber seit Jahrzehnten und auch heute noch überall auf der Welt große Metalfestivals, auf die zig- bis über hunderttausend Fans kommen.

Ich hätte wie cthulhu314 auch eher Hip Hop als Techno als “Gegenstück” zu Metal gesehen, weil mir die beiden ähnlich weit verbreitet vorkommen und die Kultur drumherum bereits über Jahrzehnte hinweg ähnlich ausgeprägt ist. Und zu Hip Hop gibt es denke ich vergleichbar viele Filme, die sich der Kultur annehmen, wie zu Metal.

Techno kommt mir im Vergleich dazu nischiger vor. Aber vielleicht liegt das bloß am Umgang mit der Musik, dass die Fans es durch ihr Aussehen weniger nach außen tragen. Das könnte auch ein Grund sein… denke ich an Techno, denke ich nur an das, was sich in Clubs abspielt. Denke ich an Metal, denke ich aber nicht nur an die Konzerte, sondern auch z.B. an das Klischee vom Satanismus, das sich hervorragend für Horrorfilme eignet. :smiley: Und wenn sich Filme um Hip Hop drehen, bedienen sie sich häufig bei den Gangster- und Ghettoklischees. Techno hat da einfach weniger an “Drumherum” zu bieten - abgesehen von der wahrscheinlich geringeren Größe der Fanbase, die sich damit so richtig identifiziert.

Die nerdigeren Menschen, die ich kenne, hören meinem Gefühl nach eher Metal. Inklusive mir. :wink: Aber Techno soll wohl gut zum Programmieren taugen. Ob man sich dann mit der Kultur drum herum identifiziert, steht auf einem anderen Blatt.

Persönlich liebes ich beides, anspruchsvollen Techno und ebensolchen Metal.
Nach der HOCHzeit des Techno kam bei mir die HOCHzeit des Metal, vor allem Black Metal. Beide Szenen haben sich irgendwann selbstzerstört. Der Techno mit der extremen Kommerzialisierung (Mayday, Love Parade, VIVA etc.) und der Black Metal durch die ganzen lächerlichen Panda Bands, die zumeist auch schon lange wieder verschwunden sind.

Naja, ich wünsche mir schon seit längerem einen genialen Film der die technoide Faszination in Bild und Ton bannt, aber ich habe noch keinen gesehen. Letztlich bietet der Techno auch wenig Background. Der meiner Meinung nach größte Unterschied zum Metal dürfte sein, dass Techno i.d.R. erst mal instrumental daherkommt, also ohne die kleinen und großen, epischen Geschichten.
Techno und ich rede von Sachen die damals z.B auf dem Frankfurter Kultlabel Harthouse rausgekommen sind, das ist die pure, meditative, gefühlsmäßige, wie körperliche Wahrnehmung akustischer Klänge und dessen Arrangements. U.a. deshalb ist das Thema Drogen hier auch so präsent, weil sich dieses meditative Gefühl, welches auch körperlich wahrnehmbar ist, dadurch noch steigern lässt.
Wenn man einen Film erschaffen möchte, der das vermittelt, dann muss der Film in Bild, Schnitt, Musik ebenso so kunstvoll miteinander verwoben sein, wie die Techno Tracks selbst.
Das ist wesentlich anspruchsvoller, als irgendwelche Mittelalter, Landschaftsaufnahmen, Symbol triefende Klischees und nerdige Storys aufzutischen. Metal und Hip Hop bieten was diesen Hintergrund angeht, einfach wesentlich mehr Themenumfang und sind definitiv, so unterschiedlich die Musik und die Szenen auch sein mögen, in gewisser Weise vergleichbar. Der Techno dagegen, wenn wir es Mal ganz einfach betrachten, ist ein rein akustisches Vergnügen, welches sich durch Drogen noch steigern lässt. So einen Film zu fabrizieren, der das perfekt vermittelt, das ist echt anspruchsvolle Kunst und meiner Meinung nach sauschwer.

Meine Meinung dazu.

Ja, Hip Hop und Rap hab ich total vergessen, da muss ich immer an die harten Gangsta denken die immer die tollen Frauen bekommen.

Was ist mit Techno inkl. Gesang, also Dancefloor?

Einen guten Technofilm hab ich ja gesehen und würde ihn auch gerne selber zeigen. In Berlin passte er nicht mehr rein, vielleicht in Hannover, allerdings passt er nicht vom Genre her. Lief diesen Februar auf dem EFM, am gleichen Tag übrigens auch Occupation und Future World, war also ein super Tag. Wäre der was für dich?

In dem Film wird aber eher Party (Rave Musik) im allgemeinen, als Techno abgefeiert, oder?
Da könnte man auch Pop Musik oder Pop Rock unter den Trailer legen, es würde immer noch funktionieren. :wink:

Ich bin bei Techno eher in den kleinen Clubs, weil er dort quasi in Reinkultur fabriziert wird. Da bin ich dann eher bei Filmen wie Enter the Void, den würde ich gerne mit einem genialen, minimalistischen Techno Soundtrack veredeln.
Aber vielleicht gehe ich da auch zu anspruchvoll ran, es gibt eben auch kommerziellen Techno (Love Parade etc.). Das muss nicht schlecht sein, aber hier sehe ich hauptsächlich Party und das ist nicht unbedingt Techno spezifisch, sondern eher generisch und damit austauschbar,

Ich meine Techno halt als Überbegriff. Der Trailer gibt den Film auch nicht ganz wieder, die Musik passt zum Geschehen und ist ununterbrochen, nämlich ein Stummfilm.

Naja denke im Metal gibts doch viel mehr storys im Gesang. Da kann man dann cool Filme mit verbinden. Grad Horror-affie themen spielen da glaub oft ne rolle.

Beim techno spielen Texte ja glaub weniger ne rolle. Sorry falls i da unqualifizierte Aussagen von mir gebe

Habe 5 Filme dieses Jahr auf dem FFF gesehen - einer davon Climax - den ich als Techno/Tanz Film bezeichnen würde und mit Heavy Trip das Metal Pendant. Beide großartig. Wenn ich mein Regal schaue stehen hier auch Filme wie Berlin Calling und Bar 25, dem gegenüber Metalhead und Hesher. Deathgasm gab es noch in letzter Zeit, aber mehr fällt mir da auch nicht ein. Bitte kläre mich also über die “Flut” der Heavy Metal Filme auf, die ich scheinbar verpasst habe!?

Bill und Teds verrückte Reise durch die Zeit… Da kommen coole Gitarrensolos vor!

Devil’s Candy würde mir noch einfallen zu Heavy Metal.

Wieso reden wir hier eigentlich nur von Heavy Metal? Der Überbegriff ist einfach Metal.
Heavy Metal steht eher für den traditionellen Metal bis einschließlich der 80er.

Ich glaube, Filme, die in irgendeiner Weise im Metal- Milieu angesiedelt sind, boomen zurzeit etwas, einfach aufgrund des Reizes einer neuen (Retro-) Subkultur. “Metal is the new Punk”, heißt es ja, und ich finde, da ist was dran.

Heavy Metal war ja in den 1980ern schon mal ziemlich angesagt, allerdings haftete ihm damals ein wenig der Ruf des Prolligen und unfreiwillig Komischen an - zu humorlos, zu selbstverliebt, zu weltfremd, zuwenig politische Attitude, dafür Dauerwellen, Quiekstimmen und viel Muskeln und Lametta.- Eigentlich schon bald eine Karikatur seiner selbst.
Darum war das Ganze irgendwie spätestens ab 1990 (der Zeit der Wiedervereinigung und eines neuen, entspannteren Lebensgefühls) mega-out, und Techno kam als neue Jugendkultur auf; erst im Verborgenen, dann als Massenphänomen, mit riesigen Events. Der Metal (inzwischen seines Zusatzes “Heavy” verlustig gegangen) wurde allenfalls durch die Industrial- und NDH-Szene etwas am Leben erhalten (RAMMSTEIN, MINISTRY etc.) und auch neu ausgerichtet.

Und jetzt, wo Techno irgendwie gesellschaftsfähig und unspektakulär geworden ist (die Raver der ersten Stunde wohnen jetzt eben auch im Reihenhaus und nehmen Cholesterinsenker statt Ecstacy), dringt eine neue Metal-Generation nach oben, wenn auch gänzlich anders als noch vor 30 Jahren:
Der jetzige Metal ist stark durch den Stoner-Rock-, Drone- und Blues- Wolf gedreht worden. Statt Bombast setzt man mehr auf Atmosphäre. Ich finde den heutigen Metal sehr viel düsterer und rotziger als den damaligen, geichzeitig ist die Szene heute erheblich witziger, intellektueller und kreativer. Klar, dass das auch eine reizvolle Umgebung und der richtige Sound für abseitige Filme ist. Zumindest mal für die dreckigeren, die grimmigen oder die lustigen.

Elektronische Klangteppiche findet man ja auch noch, aber dann doch eher bei kühlen, stylischen Designer-Genrefilmen (NEON DEMON, NACHTMAHR).

Oder kurz gesagt, die aktuelle Lage - Stand: 2018 - würde ich so beschreiben:
Metal = finstere Spaßmacher & Kellerkinder, Techno = Boxspringbett & Quinoa :grin:

My two cents.

out, und Techno kam als neue Jugendkultur auf; erst im Verborgenen, dann als Massenphänomen, mit riesigen Events. Der Metal (inzwischen seines Zusatzes “Heavy” verlustig gegangen) wurde allenfalls durch die Industrial- und NDH-Szene etwas am Leben erhalten (RAMMSTEIN, MINISTRY etc.) und auch neu ausgerichtet.

Und jetzt, wo Techno irgendwie gesellschaftsfähig und unspektakulär geworden ist (die Raver der ersten Stunde wohnen jetzt eben auch im Reihenhaus und nehmen Cholesterinsenker statt Ecstacy), dringt eine neue Metal-Generation nach oben, wenn auch gänzlich anders als noch vor 30 Jahren:

Sprichst Du jetzt nun von dem, was die Jugend jeweils konsumiert hat?
Kling ein wenig so, als gab es zwischen den 90er bis heute keine Metal Szene mehr, dabei bin ich quasi in dieser Zeit von Techno zum Metal gewechselt. Nicht in dem ich aufgehört habe Techno zu hören, aber der Metal wurde plötzlich interessanter, da er sich von den 80er Heavy Auswüchsen verabschiedet hatte und deutlich düsterer und ernster wurde (Gothic, Black, Doom, Death, Thrash etc.). Das hat alles in den 90ern begonnen und war für mich die stärkste Metal Zeitspanne ever.

Ich spreche vor allem von der Breitenwirkung und der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit.
Klar hat Metal in den 1990ern nicht pausiert, aber doch eher ein Nischendasein geführt, zumindest bis RAMMSTEIN Mitte des Jahrzehnts die Charts stürmten. Ab dann war’s plötzlich wieder cool. Vielleicht auch, weil die Leute übersättigt waren mit dem ganzen Gaga-Techno eines DJ Ötzi & Co. Das war dann was für den Musikantenstadl und nichts Subversives mehr.

Naja, und jetzt, wo ein Lemmy Kilmister (ja, ja kein klassischer Metalhead, ich weiß. Trotzdem.) sogar von den Intellektuellen posthum mit Anerkennung überschüttet wird und sich Food-Trucks mit Totenköpfen und Tribals schmücken, ist Metal halt wieder sichtbar da und wird natürlich auch von Filmschaffenden ausgewertet, entweder nostalgisch oder als lustige Freakshow oder als Gegenentwurf zur cleanen Welt des Establishments.

Vielleicht auch, weil die Leute übersättigt waren mit dem ganzen Gaga-Techno eines DJ Ötzi & Co. Das war dann was für den Musikantenstadl und nichts Subversives mehr.

Defintiv, ich würde sogar noch solche Gestalten wie Westbam, Marusha, Scooter etc. dazurechnen, die mit banalster elektronischer Musik Massen an Leuten auf die Straße gebracht habe, bis man es nicht mehr ertragen konnte. Schade, dass es auch die Club Szene mit runtergerissen hat.

Der Metal ist denke ich auch deshalb recht beliebt, weil die Szene extrem friedlich ist. Das Wiesn (Oktoberfest) ist im Vergleich zum Wacken wahrscheinlich ein Kriegsgebiet in Syrien. Die Ältesten im Wacken Dorf sitzen auf der Straße und sehen amüsiert den wandelnden Zombies zu. Die Wackener Senioren Blaskapelle wird von den Metalheads abgefeiert, man will halt einfach nur Musik hören und gemeinsam Alkohol trinken und abfeiern.
Keine Drogenexzesse, keine Gansterkriege… einfach extrem friedlich, selbst unter den Black, Death, Thrash Fans. Ich glaube das ist ein wichtiger Grund, weshalb der Metal zwar nicht in der Gesellschaft angekommen ist (Rammstein ist für mich kein Metal), aber defintiv akzeptiert wird.
Technofreaks, Gangster Rapper oder Metal Maniac? Ich wette die meisten Bürger würde den Metal Maniac als WG Partner wählen. :wink:

P.S: Ich bin absolut kein Wacken Fan, aber wir sprechen ja von der Wahrnehmung in der Gesellschaft.

Sondern …?

Deutscher Schlager natürlich. :wink:

Ne, für mich eine Rock Band, sicherlich gibt es da Graustufen, aber Metal ist das nicht für mich. Auch bei Wiki werden sie als Rock Band betitelt.

Genau die Antwort hab ich erwartet.:heavy_check_mark::grinning:

Nur die deutschsprachige wiki ist so übervorsichtig mit der Einordung. Die englische benennt sie klar als dem Genre “industrial metal” zugehörig, Man fürchtet hierzulande wohl den Zorn der Nerdmafia. :wink: Aber gut, dann eben Rock. Ich schreibe der Szene nicht vor, wen sie als einen der ihren anerkennen soll.

Industrial? Dazu gehören für mich i.d.R. “Störgeräusche”, die höre ich bei Rammstein überhaupt nicht, aber seis drum, nur meine subjektive Meinung.
Generell ist es denke ich immer eine Frage der Sichtweise. Der Bon Jovi Fan wird Rammstein als harten Metal definieren, der Cannibal Corpse Fan als Pop Rock.
Genau festlegen ab wann die Metal Definition greift kann ich auch nicht, ist eher so eine empirische Wahrnehmung, Der Nu Metal ist für mich auch kein Metal.
Am schwierigsten tue ich mich dem Begriff Gothic, was da mittlerweile alles druntergepackt wird, von Blümchen bis Scooter scheint da alles und jeder irgendwie reinzupassen, sobald er/sie sich schwarzen Lippenstift aufsetzt.:sunglasses.

Aber von wegen Nerdmafia, ich glaube nicht, dass irgendwas oder wer ausgeklammert wird, nur weil es eher Rock, als Metal ist. Auch Rammstein wird denke ich in Metal Kreisen gerne gehört und akzeptiert, Nur dieses Schubladen Einteilung, Kategorisierung steckt halt in einem drinn und ist nicht degradierend gemeint. :wink::