High Tension >SPOILER inside<

[quote]On 2004-08-07 22:35, cthulhu314 wrote:
*** SPOILER *** SPOILER *** SPOILER[quote]On 2004-08-07 21:26, Horowitz wrote:
Aha… und siehst du, genau das ist unlogisch. du siehst ein Auto, aber es gibt kein Auto!
Wenn die Tussi wirklich Schizo ist, dann agiert entweder der Typ oder die Tussi, aber nicht beide zusammen, einer muss passiv sein, was aber nicht der Fall ist, wenn beide Auto fahren.

Ich werde mir den Film auch noch mal ansehen und darauf achten, ob sie hintem im Laster wirklich nicht wahrgenommen wird. Sollte das doch der Fall sein, wird das ganze noch unlogischer.

Vielleicht kann man damit erklären was der Reggiseur meinte, aber die Story ist trotzdem für den Arsch![/quote]Es wird immer die Perspektive der Blondine gezeigt, inklusive der Details, die sie sich nur einbildet. Quasi so, als ob sie eine Kamera in ihrem Kopf hätte :slight_smile: . Deshalb sieht man, wie sie den PKW fährt, obwohl sie in der Realität hinter dem Steuer des Lasters sitzt. Im Endeffekt ist der Film ein Einblick in ihre kranke Psyche.[/quote]Um mal was klar zu stellen: Sitzt die Blonde in der Klinik und erzählt die Geschichte? Sehen wir ihre Erzählung?
Oder sehen wir die Geschichte live und ebenso wie der Charakter wechselt?

*** SPOILER *** SPOILER *** SPOILER[quote]On 2004-08-07 23:22, Horowitz wrote:
Um mal was klar zu stellen: Sitzt die Blonde in der Klinik und erzählt die Geschichte? Sehen wir ihre Erzählung?
Oder sehen wir die Geschichte live und ebenso wie der Charakter wechselt?[/quote]Also zum gezielten Erzählen dürfte die nicht mehr fähig gewesen sein. :wink:
Ich denke, der Klinikaufenthalt ist Realtime und alles andere ein Rückblick auf ihre Erlebnisse. Wenn das Gezeigte komplett aus ihrem Kopf stammte, würden die Momente, in denen man sie als Killerin sieht (vor allem der Blick des Polizisten auf den Überwachungsmonitor), keinen Sinn machen.

*** SPOILER *** SPOILER *** SPOILER ***

Es gibt da noch eine hübsche andere kleine Szene, die überhaupt keinen Sinn macht…: fast ganz am Anfang, als die beiden auf dem Land ankommen, sehen wir den dicken Typ im alten Truck auf einem Feldweg stehen und mit dem abgetrennten Kopf einer Frau onanieren. Wie bitte läßt sich das erklären???

… naja, nur, indem man sagt, daß ALLES, was wir sehen, die Einbildung der Blondine ist. DANN macht es natürlich auch nix aus, wenn irgendetwas unlogisch ist, denn es handelt sich ja eh alles nur um Halluzinationen.

Wenn das aber die Erklärung sein soll, dann gute Nacht. Dann ist der Film zwar vielleicht nicht mehr unlogisch, aber dafür richtiggehend peinlich platt.

Gehen wir aber mal davon aus, daß dem nicht so ist: wie läßt sich dann die genannte Szene erklären? Ich bin gespannt :grin:

*** SPOILER *** SPOILER *** SPOILER ***[quote]On 2004-08-07 23:45, Epiphanie wrote:
Warum gehen wir eigentlich alle davon aus, dass es den Truck wirklich gegeben hat?

Bisher habe ich immer angenommen, dass Marie zwar Alex vom Studium kennt, dass sie von ihr aber nie eingeladen wurde, bei den Eltern auf dem Land zu lernen. Marie verfolgt also Alex in ihrem alten Truck, meuchelt die Familie und entführt Alex in eben jenem Truck. Sogesehen wären alle Anfangszenen, die Verfolgung im Maisfeld, die Begegnung mit Alex Eltern usw. hinfällig. Also alles eine Einbildung von Marie.[/quote]Hmm, das ist eine gute Variante zu meiner bisherigen Theorie. Hatte mich selbst schon gefragt, woher sie denn den Truck hatte, aber natürlich könnte der auch von der Familie stammen.[quote]Nun kam mir der Gedanke, dass doch auch der Truck nie existiert haben könnte. Die beiden Mädels fahren zum Lernen aufs Land. Marie meuchtelt die Familie und entführt Alex in dem einzigen Auto, das wir bisher kennen: nämlich dem Auto, mit dem beide aufs Land gefahren sind. Nach der Tankstellenszene fährt Marie wieder mit diesem Auto weiter (in ihrer Vorstellung ist es ein anderes). Sie hat den Unfall wegen einer eingebildeten Verfolgungsjagd, bildet sich die Szene in den Gewächshäusern ein und befreit dann Alex aus dem Unfallwagen (in ihrer Vorstellung ist es der Truck). Habt ihr gegen diese Version Einwände?[/quote]Auch nicht schlecht. Ja, ein Einwand fällt mir ein :wink: : Der Unfall war ziemlich heftig. Wenn beide im selben Wagen saßen und der Unfall tatsächlich stattgefunden hat, dann hätte Alex, die gefesselt war, unglaubliches Glück gehabt, nicht verletzt zu werden, während Marie ziemlich tiefe Wunden davontrug.

*** SPOILER *** SPOILER *** SPOILER ***[quote]On 2004-08-08 02:06, todaystomorrow wrote:

Es gibt da noch eine hübsche andere kleine Szene, die überhaupt keinen Sinn macht…: fast ganz am Anfang, als die beiden auf dem Land ankommen, sehen wir den dicken Typ im alten Truck auf einem Feldweg stehen und mit dem abgetrennten Kopf einer Frau onanieren. Wie bitte läßt sich das erklären???

… naja, nur, indem man sagt, daß ALLES, was wir sehen, die Einbildung der Blondine ist. DANN macht es natürlich auch nix aus, wenn irgendetwas unlogisch ist, denn es handelt sich ja eh alles nur um Halluzinationen.

Wenn das aber die Erklärung sein soll, dann gute Nacht. Dann ist der Film zwar vielleicht nicht mehr unlogisch, aber dafür richtiggehend peinlich platt.

Gehen wir aber mal davon aus, daß dem nicht so ist: wie läßt sich dann die genannte Szene erklären? Ich bin gespannt :grin:[/quote]Sehr guter Einwand! An die Szene hatte ich gar nicht mehr gedacht :slight_smile: . Ich würde mal sagen, sie stellt die Verselbständigung des Killers in Marie dar. Zuerst sitzt er im Hintergrund, tut halt, was man als irrer Massenmörder so tut, und bricht dann sozusagen in die Realität auf. Okay, die Erklärung ist ein bisschen holprig :slight_smile: , aber die Symbolik kommt schon hin, wenn wir mal davon ausgehen, dass der Drehbuchautor sich wirklich etwas bei all dem gedacht hat ausser “Ich bau mal ein paar interpretierbare Sachen ein, damit die Freaks hinterher was zum Analysieren haben”. :wink:

*** SPOILER *** SPOILER *** SPOILER ***[quote]On 2004-08-08 02:28, cthulhu314 wrote:

(…) wenn wir mal davon ausgehen, dass der Drehbuchautor sich wirklich etwas bei all dem gedacht hat ausser “Ich bau mal ein paar interpretierbare Sachen ein, damit die Freaks hinterher was zum Analysieren haben”. :wink:[/quote]Ich gehe ja eher davon aus, daß er sich gedacht hat: “Ich konstruier mir hier mal ne krasse Story mit reichlich Spannung und Blutvergießen; ob das dann alles Sinn macht, interessiert die Splatterfreaks ja eh nicht.” :grin:

*** SPOILER *** SPOILER *** SPOILER ***[quote]On 2004-08-07 23:05, Epiphanie wrote:
So weit waren meine Freunde und ich auch schon mit unserer Diskussion nach dem Film. Problem: Wenn die Blondine nie das Auto gefahren hat, hatte sie auch nie den Unfall. Dann sollte sie auch keine Schnittverletzungen haben. Aber diese Verletzungen sieht man nachher im Krankenhaus!

On 2004-08-07 23:14, cthulhu314 wrote:
Stimmt, das ist unlogisch :slight_smile: . Aber das würde ich dann eher als Detailfehler dieser Szene sehen und nicht deshalb alles andere in Frage stellen![/quote]Mir ist noch etwas eingefallen: Die Verletzungen im Gesicht könnte sie sich auch selbst zugefügt haben. Allerdings hat sie in der ersten Krankenhausszene tiefe, über den Rücken verteilte Wunden, die in der letzen Szene, wo sie von Alex durchbohrt wird, nicht existieren. Deshalb vermute ich nach wie vor, da hat einfach die Quality Assurance nicht aufgepasst. Aber es gab auf dem FFF schon viiiiiel Schlimmeres in dieser Richtung zu sehen… :wink:

*** SPOILER *** SPOILER *** SPOILER ***[quote]On 2004-08-08 02:35, todaystomorrow wrote:
Ich gehe ja eher davon aus, daß er sich gedacht hat: “Ich konstruier mir hier mal ne krasse Story mit reichlich Spannung und Blutvergießen; ob das dann alles Sinn macht, interessiert die Splatterfreaks ja eh nicht.” :grin:[/quote]Naja, solange ich die grobe Storyline in sich logisch finde und für alle seltsamen Details eine halbwegs brauchbare Erklärung finden kann, kriegt ein Film keine Minuspunkte bei mir, denn hundertprozentig durch alle Szenen hinweg in sich schlüssig ist kaum ein Film. Wenn die Story dann während des Films so perfekt bei mir funktioniert, wie es bei “High Tension” der Fall war (die fraglichen Details sind mir erst später aufgefallen), gibts sogar ordentlich Pluspunkte. Bleibt noch die Frage, ob das bei HT an der Intensität des Films, der Genialität des Drehbuchschreibers oder meiner Unfähigkeit als Beobachter lag (ich gebe zu, ich war nicht gerade nüchtern). :wink:

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: cthulhu314 am 08.08.2004 03:03 ]

sacht ma, jungs und mädels…
muss denn immer alles logisch sein?
wir sind alle menschen und der mensch ist nunmal kein logisches wesen.
die “storyline” eines films ist in meinen augen immer nur der rahmen für den eigentlichen transfer von gefühlen, meinungen und die filmerfahrung an sich.
ist denn alles so verdammt logisch, was ihr in eurem alltäglichen leben anstellt??? :wink:
mann, mann, mann…abgesehn davon, dass ich an dem film nichts unlogisches fand (im endeffekt kann man nämlich jede kleinste unlogik auf die vollkommen “verquerte” psyche der/s hauptdarstellers/in schieben und schon ist wieder alles schön logisch), hat ers auch alles andre als verdient, so tot zu diskutiert zu werden.
setzt ihr euch auch nach jedem david lynch-film auf eure ärsche und diskutiert stundenlang? meine fresse! sich fallenlassen und genießen sach ich da nur…nich immer so viel denken! …sind wir menschen eh nich sooo dolle drin, hehe :grin:

Hehe… cthulhu, du bist echt nicht tot zu kriegen! :wink: Aber deine Erklärungen bewegen sich mittlerweile nicht mal mehr auf dünnem Eis - langsam wird es wirklich absurd. Natürlich, man kann jeden Film, sogar wenn sich der Regisseur wirklich gar nichts dabei gedacht hat, irgendwie erklären. Und wenn gar nichts mehr passt, dann ist halt alles nur eingebildet.
Was letztlich bleibt ist aber eine Story, die wirklich nichts taugt. Ich meine wenn wir es hier mit einem Lynch zu tun hätten, OK, da ist vieles Interpretationssache, aber bei einem Splatter darf man doch erwarten, daß die Lösung den Film zu verstehen, im Film, und nicht in der eigenen Hineininterpretation zu finden ist. Ich meine eine Tussi, die sich mit einem enthaupteten Kopf einen runterholt (wie geht das rein anotomisch überhaupt?), weil ihr innerster Killer zum Vorschein gekommen ist, da verdrehen sich mir die Augen.

Aber ich merke gerade einen tollen Nebeneffekt des Filmes. Hört euch mal von Muse “New born” an, da flimmert die Spannung des Filmes geradewegs wieder auf - genial!

Horowitz

[quote]On 2004-08-08 12:12, Horowitz wrote:
eine Tussi, die sich mit einem enthaupteten Kopf einen runterholt (wie geht das rein anotomisch überhaupt?), weil ihr innerster Killer zum Vorschein gekommen ist, da verdrehen sich mir die Augen.[/quote]hast du ne ahnung! :grin:
du scheinst nicht immer alles zu bedenken, dünkt mir gerade so irgendwie, hehe…
eine frau kann sich auch mit einer zunge selbstbefriedigen…sind denn deine freundinnen immer zufrieden, wenn du nur an das rein und raus denkst? :wink:

du sprachst gerade lynch und splatter an…
wieso trennst du das denn so erbarmungslos?
warum kann denn ein splatterfilm in deinen augen nicht auch wie ein lynch funktionieren.
“high tension” steht in meiner lieblingsfilm-liste zumindest sehr weit oben…umringt von david lynch-filmen und anderen werken, die rein von ihrem genre her einen viel anspruchsvolleren ruf genießen. na und!? auf diese art von splatterfilm hab ich seit vielen jahren gewartet… :slight_smile:

“muss denn immer alles logisch sein?”

Hmmm… wenn der Film sich selber sehr ernst nimmt, dann finde ich schon. Stell dir vor da fliegen plötzlich Clowns durch die Lüfte, diese Unlogik würde doch den ganzen Film kaputt machen. Und bei Freaks fallen halt auch die unscheinbahren Sachen auf! :wink:

“wir sind alle menschen und der mensch ist nunmal kein logisches wesen.”

Menschlich ist aber, daß er immer versucht eine Logik zu finden und meistenss findet man auch eine, wenn man nicht gerade die Kirche mit einbezieht.

“die “storyline” eines films ist in meinen augen immer nur der rahmen für den eigentlichen transfer von gefühlen, meinungen und die filmerfahrung an sich.”

Ich finde die Story mit am wichtigsten, weil besonders nach dem Film die noch mal im Kopf wiedergespiegelt wird. OK, ein Film wie “Lost in Translation” hat im Prinzip keine Story, da zählt die Atmosphäre und die Emotionen der Schauspieler, die Story dient dem nur als Zweck. Aber dafür zerstört sie auch nichts, weil sie logisch bleibt.

"ist denn alles so verdammt logisch, was ihr in eurem alltäglichen leben anstellt??? :wink: "

Man könnte zumindest alles irgendwie erklären, und das reale Leben und Film gleich zu setzen, ist vielleicht nicht der richtige Weg.

“mann, mann, mann…abgesehn davon, dass ich an dem film nichts unlogisches fand (im endeffekt kann man nämlich jede kleinste unlogik auf die vollkommen “verquerte” psyche der/s hauptdarstellers/in schieben und schon ist wieder alles schön logisch),”

Dann muss der Film aber klar zeigen, daß das was wir sehen, die Psyche der Hauptdarsteller darstellt und das hat er eben verschwitzt

“hat ers auch alles andre als verdient, so tot zu diskutiert zu werden.”

Leider hat der Film versucht neunmalklug zu sein, anstatt sich an einer 08/15-Horrorstory zu bedienen. Dementsprechend hat er solche Diskussionen gewollt provoziert (die im übrigen auch in anderen Foren geführt weredn).

“setzt ihr euch auch nach jedem david lynch-film auf eure ärsche und diskutiert stundenlang?”

YES!!! Das ist immer das schönste nach einem Lynch-Film, wenn jeder seine eigenen Ideen zum Film darbringt und diese dann diskutiert werden. Bei Mulholland Drive haben wir bestimmt 2-3 Stunden diskutiert und haben ihn nur halbwegs entschlüßeln können.

“meine fresse! sich fallenlassen und genießen sach ich da nur…”

Ja das mache ich bei Braindead.
Ich frage besser nicht welche Musik du hörst. Das muss wohl alles Easy-Listening sein, ich hasse so was! (soll nicht persönlich gemeint sein) :grin:

Horowitz

[quote]hast du ne ahnung! :grin:
du scheinst nicht immer alles zu bedenken, dünkt mir gerade so irgendwie, hehe…
eine frau kann sich auch mit einer zunge selbstbefriedigen…sind denn deine freundinnen immer zufrieden, wenn du nur an das rein und raus denkst? :wink:[/quote]Hey, der Kopf hat sich nicht bewegt und ein enthaupteter Kopf der eine Frau mit der Zunge befriedigt, der Film schimpft sich doch “High Tension” und nicht “Re-Animator”!! :wink: So langsam habe ich das Gefühl der Film hat euch alle ein wenig pervers gemacht?? :grin:[quote]"du sprachst gerade lynch und splatter an…
wieso trennst du das denn so erbarmungslos?
warum kann denn ein splatterfilm in deinen augen nicht auch wie ein lynch funktionieren.
“high tension” steht in meiner lieblingsfilm-liste zumindest sehr weit oben…umringt von david lynch-filmen und anderen werken, die rein von ihrem genre her einen viel anspruchsvolleren ruf genießen. na und!? auf diese art von splatterfilm hab ich seit vielen jahren gewartet… :slight_smile:[/quote]Warum ich das trenne, weil bei Lynch-Filmen vieles passiert, was darauf schließen lässt, das seine Filme übersinnlich, skurril sind, der Logik entweichen und ihre Essenz auch aus diesen Merkmalen ziehen.
Aber “High Tension” nimmt sich bitter ernst, es gibt keinen Hinweis auf übernatürliches, übersinnliches. Außerdem ist die Story ansich super simpel, weil man nur das Gefühl hat, Mörder=wahllos killen.
Das erste mal, als der Film wirklich versucht die Story etwas komplizierter werden zu lassen, wirft er gleich etliche unlogische Fragmente auf. Das ist einfach ein schlechtes Skript und keine gewollte Verunsicherung des Zuschauers.

Horowitz

[quote]On 2004-08-08 12:12, Horowitz wrote:
Hehe… cthulhu, du bist echt nicht tot zu kriegen! :wink:[/quote]Danke schön! :wink:[quote]Aber deine Erklärungen bewegen sich mittlerweile nicht mal mehr auf dünnem Eis - langsam wird es wirklich absurd.[/quote]:slight_smile:

Das, was ich hier tue, nennt man im Allgemeinen Rückzugsgefecht :wink: . Von meiner ursprünglichen Annahme, der Film wäre eindeutig, bin ich ja schon längst abgewichen. Alles, worauf ich mittlerweile raus will, ist, dass der Film eben auch nicht eindeutig unlogisch ist, sondern sich in einer interpretierbaren Grauzone bewegt. Für den einen funktionierts, für den anderen nicht. Können wir uns denn wenigstens darauf einigen? :wink:[quote]Natürlich, man kann jeden Film, sogar wenn sich der Regisseur wirklich gar nichts dabei gedacht hat, irgendwie erklären. Und wenn gar nichts mehr passt, dann ist halt alles nur eingebildet.[/quote]Stimmt schon, aber die Grenze zwischen Logik und Unlogik scheint bei Filmen um einiges unklarer, als man sich das als naturwissenschaftlich geprägter Mensch so wünscht. :slight_smile:
Es würde mich wirklich mal interessieren, was der Regisseur zu solchen Diskussionen zu sagen hat. Hat da vielleicht jemand ein Interview parat?

[quote]On 2004-08-08 12:11, zornlamm wrote:
sacht ma, jungs und mädels…
muss denn immer alles logisch sein?
wir sind alle menschen und der mensch ist nunmal kein logisches wesen.[/quote]Wie man an diesem Thread hier sehen kann (damit meine ich mich auch durchaus selbst :slight_smile: ).[quote]die “storyline” eines films ist in meinen augen immer nur der rahmen für den eigentlichen transfer von gefühlen, meinungen und die filmerfahrung an sich.[/quote]Das hängt meiner Meinung nach vom Film ab, aber bei “High Tension” hast du wohl recht.[quote]ist denn alles so verdammt logisch, was ihr in eurem alltäglichen leben anstellt??? :wink:[/quote]Das reale Leben ist fast immer unlogisch, lass mir doch wenigstens den Glauben an die Logik in Filmen schnief.
:wink:[quote]mann, mann, mann…abgesehn davon, dass ich an dem film nichts unlogisches fand (im endeffekt kann man nämlich jede kleinste unlogik auf die vollkommen “verquerte” psyche der/s hauptdarstellers/in schieben und schon ist wieder alles schön logisch), hat ers auch alles andre als verdient, so tot zu diskutiert zu werden.[/quote]Vollste Zustimmung! Aber frag nicht, warum ich hier trotzdem x Posts zu diesem Thema geschrieben habe :slight_smile: . Es hat ganz harmlos angefangen, und plötzlich war ich nur noch am diskutieren. Ich glaube, wenn mir ein Film so gut gefallen hat wie “High tension”, entwickelt sich bei mir so eine Art Beschützerinstinkt gegen die ganzen Ignoranten da draußen. :wink:[quote]setzt ihr euch auch nach jedem david lynch-film auf eure ärsche und diskutiert stundenlang? meine fresse! sich fallenlassen und genießen sach ich da nur…nich immer so viel denken! …sind wir menschen eh nich sooo dolle drin, hehe :grin:[/quote]Na ja, jedem, wie er es mag. Sieh es einfach als Kompliment für HT (zumindest von meiner Seite). Diese Mühe mache ich mir definitiv nicht bei jedem Film :slight_smile: .

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: cthulhu314 am 08.08.2004 14:53 ]

[quote]On 2004-08-08 13:07, Horowitz wrote:
Hmmm… wenn der Film sich selber sehr ernst nimmt, dann finde ich schon. Stell dir vor da fliegen plötzlich Clowns durch die Lüfte, diese Unlogik würde doch den ganzen Film kaputt machen. Und bei Freaks fallen halt auch die unscheinbahren Sachen auf! :wink:[/quote]wer hat denn behauptet, dass sich der film ernst nimmt?[quote]Menschlich ist aber, daß er immer versucht eine Logik zu finden und meistenss findet man auch eine, wenn man nicht gerade die Kirche mit einbezieht.[/quote]bei letzterem muss ich dir recht geben.
immer nach einer logik zu suchen bedeutet allerdings nicht, dass auch eine logik existiert![quote]Ich finde die Story mit am wichtigsten, weil besonders nach dem Film die noch mal im Kopf wiedergespiegelt wird. OK, ein Film wie “Lost in Translation” hat im Prinzip keine Story, da zählt die Atmosphäre und die Emotionen der Schauspieler, die Story dient dem nur als Zweck. Aber dafür zerstört sie auch nichts, weil sie logisch bleibt.[/quote]ich hab “lost in translation” nicht gesehn, aber ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass der auch nur annähernd so atmosphärisch ist wie “high tension”.
denkst du etwa während des gesamten films “wo könnte da denn noch ein logik-fehler sein? scheiße, ich hoff, ich find noch einen!”, oder was?[quote]Man könnte zumindest alles irgendwie erklären, und das reale Leben und Film gleich zu setzen, ist vielleicht nicht der richtige Weg.[/quote]ach, dann geh doch “jäger des verlorenen schatzes” oder irgend nen dummen action-streifen gucken, wenn das deine überzeugung ist, hehe![quote]Dann muss der Film aber klar zeigen, daß das was wir sehen, die Psyche der Hauptdarsteller darstellt und das hat er eben verschwitzt[/quote]ein film MUSS schonmal von vornherein GAR NICHTS!!! es existieren praktisch keine regeln! BASTA![quote]Leider hat der Film versucht neunmalklug zu sein, anstatt sich an einer 08/15-Horrorstory zu bedienen. Dementsprechend hat er solche Diskussionen gewollt provoziert (die im übrigen auch in anderen Foren geführt weredn).[/quote]achso…wenn ich also nen außergewöhnlich guten film drehe, mach ich das, um diskussionen von unterbelichteten idioten darüber in irgendwelchen internet-foren zu provozieren? interessante these, hehe…[quote]YES!!! Das ist immer das schönste nach einem Lynch-Film, wenn jeder seine eigenen Ideen zum Film darbringt und diese dann diskutiert werden. Bei Mulholland Drive haben wir bestimmt 2-3 Stunden diskutiert und haben ihn nur halbwegs entschlüßeln können.[/quote]blüüüüüääääääärrrrrrrks…das ist ja ekelhaft![quote]Ja das mache ich bei Braindead.
Ich frage besser nicht welche Musik du hörst. Das muss wohl alles Easy-Listening sein, ich hasse so was! (soll nicht persönlich gemeint sein) :grin:[/quote]welche musik hörst du denn bitteschön?
easy-listening…höhöhö, ja, könnte man durchaus so bezeichnen, was ich höre.
:grin:

[quote]On 2004-08-08 13:18, Horowitz wrote:
Hey, der Kopf hat sich nicht bewegt und ein enthaupteter Kopf der eine Frau mit der Zunge befriedigt, der Film schimpft sich doch “High Tension” und nicht “Re-Animator”!! :wink: So langsam habe ich das Gefühl der Film hat euch alle ein wenig pervers gemacht?? :grin:[/quote]och du, ich denke, das warn wir alle schon vorher![quote]Warum ich das trenne, weil bei Lynch-Filmen vieles passiert, was darauf schließen lässt, das seine Filme übersinnlich, skurril sind, der Logik entweichen und ihre Essenz auch aus diesen Merkmalen ziehen.
Aber “High Tension” nimmt sich bitter ernst, es gibt keinen Hinweis auf übernatürliches, übersinnliches. Außerdem ist die Story ansich super simpel, weil man nur das Gefühl hat, Mörder=wahllos killen.
Das erste mal, als der Film wirklich versucht die Story etwas komplizierter werden zu lassen, wirft er gleich etliche unlogische Fragmente auf. Das ist einfach ein schlechtes Skript und keine gewollte Verunsicherung des Zuschauers.[/quote]meine fresse…du bist aber nicht zufällig auch einer dieser filmstudenden, oder!? :wink:

lehn dich doch einfach mal zurück, sieh dir den film nochmal an und genieße jeden einzelnen tropfen angstschweiß und jeden einzelnen tropfen blut!
scheiß auf logik, genieße!!! :wink:

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: zornlamm am 08.08.2004 20:03 ]

[quote]On 2004-08-08 14:52, cthulhu314 wrote:
Das reale Leben ist fast immer unlogisch, lass mir doch wenigstens den Glauben an die Logik in Filmen schnief.
:wink:[/quote]pahhh! ich werde ALLE deine illusionen ausrotten! hehehe…[quote]Na ja, jedem, wie er es mag.[/quote]stimmt! :slight_smile:

[quote]meine fresse…du bist aber nicht zufällig auch einer dieser filmstudenden, oder!? :wink:

lehn dich doch einfach mal zurück, sieh dir den film nochmal an und genieße jeden einzelnen tropfen angstschweiß und jeden einzelnen tropfen blut!
scheiß auf logik, genieße!!! :wink:[/quote]Naja, es gehen nicht alle mit solchen naiven Gedanken ins Kino (nicht persönlich nehmen), manche denken doch ein wenig darüber nach, was sie gerade sehen.
Wie gesagt, so wie du es gerade beschrieben hast kann ich mich durchaus z.B. auf Braindead einlaßen, aber ich denke “High Tension” ist ein durchaus ernster Film und vermittelt ebenso diese Atmosphäre und damit muß sie schlüßig sein, sonst fällt die Ernsthaftigkeit und damit der erhoffte Angstschweiß in sich zusammen.
Wenn der Regisseur gewollt hätte, daß der Film hauptsächlich 08/15-Splatter-Fans anspricht, hätte er sich nicht die Mühe gemacht am Ende noch so eine Schizosache einzubringen, sondern hätte einfach den Mörder Mörder sein lassen und Punkt.

Horowitz

[quote]On 2004-08-08 22:39, Horowitz wrote:
Naja, es gehen nicht alle mit solchen naiven Gedanken ins Kino (nicht persönlich nehmen), manche denken doch ein wenig darüber nach, was sie gerade sehen.[/quote]Naja, man muss sein Gehirn ja nicht komplett abschalten :slight_smile: . Für mich entscheidet der Start des Films (und leider oft genug auch Infos, die ich schon vorher hatte), wie ich an das, was ich wahrnehme, herangehe. Bei “High Tension” wusste ich vorher, dass es einen Plottwist geben sollte, der aber nicht allen zusagt :wink: . Entsprechend entspannt hab ich dann dagesessen und siehe da: Es hat funktioniert, ich habe einen der fesselndsten Filme gesehen, die ich kenne.[quote]Wie gesagt, so wie du es gerade beschrieben hast kann ich mich durchaus z.B. auf Braindead einlaßen, aber ich denke “High Tension” ist ein durchaus ernster Film und vermittelt ebenso diese Atmosphäre und damit muß sie schlüßig sein, sonst fällt die Ernsthaftigkeit und damit der erhoffte Angstschweiß in sich zusammen.[/quote]Meinst du mit ernst “nicht komisch”? So ein Film kann genauso über die Atmosphäre funktionieren, ohne allzu logisch zu sein. Bei HT ist doch der Name Programm :wink: .[quote]Wenn der Regisseur gewollt hätte, daß der Film hauptsächlich 08/15-Splatter-Fans anspricht, hätte er sich nicht die Mühe gemacht am Ende noch so eine Schizosache einzubringen, sondern hätte einfach den Mörder Mörder sein lassen und Punkt.[/quote]Du machst hier den Fehler, anzunehmen, der Regisseur müsse so einer simplen Logik folgen. Woher weisst du, dass er nicht einfach die Grundstory hatte und dann ein bisschen am Schneidetisch rumgespielt und gemerkt hat, dass der Film am intensivsten ist, wenn er durch keine langwierigen Erläuterungsszenen unterbrochen wird? So ist dann ein vielfältig interpretierbares Grundgerüst übergeblieben, das zwar nicht perfekt ist, aber langt, um den Film zu tragen, zumindest solange man es nicht totanalysiert :wink:
Aber genauso gut könnte etwas ganz anderes dahinterstecken, etwas, worauf wir selbst durch tagelanges Diskutieren nicht kommen. Deshalb meine Frage in einem früheren Post nach Interviews mit dem Regisseur.