Horror Trash - Horror Komödie

Ich habe mal eine Frage bzgl. der Abgrenzung der Begriffe.

Ist für Euch Horror Trash und Horror Komödie das Gleiche?

Manchmal find ich’s schwierig, zu sagen, wo sozusagen der Spaß aufhört oder anfängt. Das fiel mir auf, als ich ein paar Bewertungen nachtragen wollte.

Nehmen wir mal z.B. Evil Aliens; ist Trash mit reichlich Splatter. Für Botched gilt das wohl auch…, was aber ist mit einem Film wie Severance? Irgenwie kann ich das nicht mehr Trash nennen, weiß aber gar nicht wieso eigentlich nicht. Shaun of the Dead ist auch eher Komödie…

Und bei Filmen wie Hatchet und zum Teil auch bei Trailer Park of Terror fällt’s mir dann wirklich schwer, weil der Humor dort größtenteils vom Horror/Splatter getrennt ist.
ah, vielleicht hab ich mir selbst schon ein Teil der Antwort gegeben :confused: :bulb:
Egal, lasst mal Eure Ansicht darüber hören…

Eine allgemeingültige Antwort gibt es da sicher nicht, aber ich kann ja mal versuchen zu beschreiben, wie ich das sehe.

Zu “Trash” gehört für mich wie der Name schon andeutet ein “mülliger” Flair, der sich vor allem durch eine (ob gewollt oder ungewollt) billige Inszenierung auszeichnet. Deshalb würde ich persönlich “Botched” nicht als “Horror-Trash” bezeichnen, weil der dafür technisch viel zu gut gemacht ist.

Horror-Komödien sind für mich Filme wie “Shaun of the Dead”, “Fido” oder “Die Killerhand”.
Horror-Trash vor allem kleinere Produktionen wie “Killertongue”, “Killer Klowns from Outer Space” oder vom FFF vielleicht “The Rage”.

Trash ist also auch ungewollt? Hmm…Und wenn Botched kein Trashh ist, was dann?

Bin immer noch verwirrt, aber danke für Deine Antwort :slight_smile:

Gibt es denn hier sonst niemanden, denn dazu was sagen kann oder möchte; schreibfaules Volk!
Vielleicht der Herr Kaplan, als Trashliebhaber? :wink:

Horrortrash und Horrorkomödien sind nicht artverwand, sie können nur eine gemeinsame Schnittmenge haben. Nicht jeder Trash ist etwa lustig, viele Trashfilme sind stinklangweilig. Und nicht jede Komödie bedingt einen trashigen Look.

Ob Trash witzig wirkt, hängt von vielen Faktoren zusammen. Trash kann witzig sein, gerade weil es so schlecht ist (so bad it’s good). Oftmals gerade dann, wenn die Filmemacher überzeugt waren, etwas ganz großes zu drehen und mit vollem Ernst den größten Unsinn verzapfen. Die Klassiker von Ed Wood sind hier Paradebeispiele.

Aber auch die andere Variante ist denkbar: die Macher wissen um ihre Budgetbeschränkung, wissen dass sie nichts großes drehen und machen die Not zur Tugend: “Evil Aliens” sei hier mal als Beispiel genannt.

Gemeinsame Schnittmenge; genau sowas sucht ich doch…Ed Wood, schon gehört, sagt mir sonst nichts, war wohl vor meiner Zeit? Muß Trash denn splattern?
Wo würdest Du Hatchet einordnen?

Danke :slight_smile: für diese Aufklärung.

Ed Wood ist ein gutes Beispiel für ungewollten Trash, aber ja, der ist schon ein paar Järchen tot. :slight_smile: Es gibt aber eine interessante Biografie mit Johnny Depp.

Und Splatter kann natürlich in einem Trashfilm vorkommen, muss aber nicht. Es gibt ja nicht nur blutige Trashfilme, sondern auch z.B. die ganzen extrem bescheuerten Fantasyfilmchen aus den 80ern, die da drunter fallen. Oder “Angriff der Killertomaten”, der wohl ziemlich bekannt sein dürfte.
“Trash” als eigenes Genre abzugrenzen ist deshalb schwer möglich. Das muss man lockerer sehen…

“Hatchet” ist übrigens für mich einfach ein Horrorfilm mit einigen lustigen Szenen. Da fehlen sowohl diese gewisse Absurdität (Killer im Wald ist ja ziemlich Standard) als auch die billige Machart, die einen Trashfilm für mich auszeichnen würden.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Zwerg-im-Bikini am 29.08.2009 14:14 ]

Ed Wood dachte, er sei ein Filmauteur und in einem Zug mit Orson Welles zu nennen. Entsprechend war er von seinen Werken zutiefst überzeugt und er war der festen Meinung, dass er mit “Plan 9 aus dem Weltall” einen Film gedreht hat, durch den er in der Filmgeschichte unvergessen wird.

Ironischerweise hat er damit sogar Recht behalten, wenn natürlich auch aus ganz anderen Gründen. Wie gesagt, vor “Plan 9” ziehe ich meinen Hut, für den Wahnsinn, den er da verzapft hat, bekommt er anstandslos meine Höchstwertung. Natürlich ist das nicht “gut” im herkömmlichen Sinn, aber wer “Plan 9” versucht, mit den üblichen Bewertungskriterien zu schauen, tut dem Film unrecht und nimmt sich nur selbst den Spaß.

Trash muss nicht splattern, Trash hat auch nicht zwingend was mit Horror zu tun, Trash ist überall zu Hause, wo man schlechte Filme drehen kann. Man kann dann - wenn man möchte - das Genre hinzudichten, so ist etwa “Turkish Star Wars” natürlich eine Sci-Fi-Trashgranate, die einem an dem Sinn des Filmegucken zweifeln lässt (oder ihm überhaupt erst einen gibt, je nach Sichtweise).

Trash ist also zuächst erst mal einfach nur Müll, ein weiteres Kriterium gibt es nicht. Inwieweit man dem schlechten wieder etwas gutes abgewinnen kann, hängt davon ab, WIE schlecht der Film ist - sei es gewollt oder im besten Falle ungewollt.

Wenn Du Beispiele für Trashfilme suchst und deren Einschätzung, dann schau dich auf badmovies.de um. Da findest du haufenweise Beispiele,

“Hatchet” ist selbstverständlich ein lupenreiner Splatterfilm, steht ja schon in der Tagline meines Reviews :slight_smile: . Und kein Trash.

mal ne andre frage: darf man einen film, der gewollt einen auf trash macht, nicht unfreiwillig lustig ist aufgrund des (durch fehlendes budget oder mangelnde smartheit der filmemacher entstanden…oder beides) unvermeidbaren trashfaktors, überhaupt als trash bezeichnen? oder ist das dann eine auf trash basierende bzw. mit stilmitteln des ursprünglichen trashfilms spielende komödie???
diese völlig stumpfsinnige frage stelle ich mir dummerweise schon lange, harhar…ich doof…abba vielleicht habt ihr ja, ähnlich wie ich, nix besseres zu tun als euch ebenfalls solch dumme fragen zu stellen? :grin:

Ich denke, die Trashästhetik ist in sofern immer gewollt, da die Filmemacher ihre Visionen auf die Leinwand bringen wollen und dafür auch (mehr oder weniger gerne) billige Ausstattungen und schlechte Schauspieler in Kauf nehmen.
Ob man bei einem Trashfilm lacht, weil es so gewollt ist, oder weil der Film so misslungen ist, macht doch im Endeffekt keinen Unterschied.

Am 29.08.2009 18:25 , T-Killa schrieb:

Ich denke, die Trashästhetik ist in sofern immer gewollt, da die Filmemacher ihre Visionen auf die Leinwand bringen wollen und dafür auch (mehr oder weniger gerne) billige Ausstattungen und schlechte Schauspieler in Kauf nehmen.
Ob man bei einem Trashfilm lacht, weil es so gewollt ist, oder weil der Film so misslungen ist, macht doch im Endeffekt keinen Unterschied.

was deinen unterhaltungsgrad anbelangt vielleicht nicht. was die bezeichnung eines gewollt komisch-trashigen films (der auch in ganz andrer form hätte gedreht werden können, da es an nichts mangelte) und einer vision, die aufgrund von material-, budget-, talent-, oder sonstigem mangel miserabel umgesetzt ist (aber dennoch ja ebenfalls gewollt komisch sein kann, keine frage) anbelangt, aber doch. musst dir ja nich den kopf drüber zerbrechen, wenns dich bislang auch noch nich tangiert hat, is ja auch zugegeben ne echt völlig bescheuerte frage…abba ich stell sie mir nichtsdestotrotz…vielleicht gibts hier ja noch mehr von der bescheuerten sorte, die mir neue anregungen diesbezüglich geben könnten!? :grin:

Die Bezeichnungen sollten doch von vorneherein klar sein. Man sieht einem Film doch an, ob er gewollt lustig ist, was dann auf eine Komödie hinweist, oder ob der Film eigentlich etwas bestimmtes Aussagen will, bzw. ein bestimmtes Genre bedient. Die Ed Wood Filme sind z.B. Horrorfilme (oder SciFi), aber mit Sicherheit keine Komödien.
Somit wären deine Komödien mit Trashelementen eben Komödien. Niemand würde die nakte Kannone als Polizeifilm, Krimi oder Agentenfilm bezeichen, obwohl er sich diesen Elementen bedient.

Trash kann auch gewollt sein. Peter Jacksons Debut und Amateurprojekt “Bad Taste” ist ein gelungenes Beispiel, getreu dem Motto, wenns schon mies wird, wollen wir es wenigstens so übertreiben, dass es unterhaltsam ist. In der Regel funktioniert gewollter Trash aber eher seltener, und teuer produzierter, auf billig machender Trash geht meist völlig in die Hose.

Bei den Einteilungen in bestimmte Genre übersieht man gerne, dass sich viele Genre überschneiden, dass es selten eindeutige Abgrenzungen gibt. Über eine Komödie muss man nur lachen können, in welcher Zeit sie spielt oder welche andere Merkmale sie hat, ist erst mal unbedeutend. Demzufolge kann eine Komödie grundsätzlich in jedem Genre zu hause sein und dennoch ein eigenes Genre bilden.

So eine feine Überschneidung, so einen undeutlichen Übergang, sehe ich in dem diesjährigen “Blood - The Last Vampire”.

Der Film will ernste Vampiraction in einer glaubwürdigen Story vermitteln.
Aber (obwohl ich ihn nicht total daneben finde) es gibt doch ziemlich trashige Tendenzen, das man zeitweise nicht weiß, wie ernst man ihn nehmen soll; z. B. die zum Teil sehr schlechte CGI, die Maske des “Supermonsters” und evtl. auch die Schuluniform von Saya, der Vampirjägerin?

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: Frank am 30.08.2009 03:46 ]