Killer Joe - Achtung Spoiler

Ich möchte mal direkt auf das Ende eingehen, von daher allergrößte SPOILER-Warnung!!! :wink:

War das einfach nur ein sehr apruptes Ende oder hatte es irgendeine tiefere Bedeutung? Killer Joe:" You got a baby?!" Ich mein, mir schon klar, was da erzählt wird aber hab dann ja schon noch dagesessen und einige Minuten überlegt. Und so erging es auch dem übrigen Publikim, so jedenfalls mein Eindruck.

Ich denke es gehört so. Das Ende ist offen.

Aber wenn wir schon dabei sind,

SPOILER

War denn jetzt eigentlich Sharla der Drahtzieher des ganzen ?

Ich denke, dass man beim Ende sich nun einfach selbst ueberlegen kann, ob sie den Abzug noch drueckt oder nicht. Jeder so, wie er es mag :wink:

Ob Sharla der Drahtzieher war, ist eine gute Frage. Ich denke, sie war jedenfalls massgeblich an der Sache beteiligt und egal, ob nun ihr “Seitensprung” oder Sie die Idee hatten… macht sie das durchaus zum Drahtzieher. Ob nun als Anfuehrer oder Marionette macht letzten Endes ja keinen Unterschied und ist wohl genauso offen wie das Ende.

heute gesehen, und als sehr gut befunden, aber…
mit dem ende war ich auch eher unzufrieden! ich mag so offene enden nicht und leider wars wirklich etwas abrupt! ich wünschte mir sie hätte sich eindeutiger für eine seite (familie oder joe) entschieden bzw dass man noch gesehen hätte ob sie abdrückt…
aber abgesehen davon, ein wirklich guter film :slight_smile:

Wikipedia sagt interessanterweise: “The film ends as Dottie moves her finger back on to the trigger”, womit die Richtung vorgegeben wäre. Gesehen habe ich das im Kino allerdings auch nicht so genau :wink: .

Für mich sah das so aus, als hätte sie ihren Finger weg vom Abzug genommen.

Interessanter finde ich eh die Frage: war sie wirklich noch Jungfrau? Ich glaube, nicht. Die Jungfräulichkeit wurde ihr von ihrem Bruder genommen, damals, nach der Trennung der Eltern. Oder? :wink:

Wenn ich es richtig verstanden habe war Rex der Initiator der Geschichte. Mit wahrscheinlichen Einflüsterung seitens Sharlas.

Für die keine Jungfrau-These würde Chris Traum und Dottis Aussage sprechen.

Was den Schluß angeht. Wenn ich mich nicht verzählt habe blieb ihr noch ein Schuß (Chris und Ansel je einen, vier in die Walachei). Bin zwar auch der Meinung gesehen zu haben das sie den Finger vom Abzug nimmt, irgendwie würde es aber zu ihr passen Joe zu erschießen.
Sie hat ihn den ganzen Film lang eher geduldet.

Ja, aber sie hat auch deutlich gesagt, dass sie “raus” will. Und das ermöglicht ihr ja (nur) Joe.

Gutes Argument. Wobei ich es eher als “weg” und nicht “raus” verstanden habe.
Und dieses würde auch Joe, vor dem sie an sich die ganze Zeit Angst hat, beinhalten.
Wenn wir davon ausgehen, sie zieht einen Schlußstrich unter ihrem bisherigem Leben, erschießt Sie Joe, nimmt den Versicherungscheck und setzt sich mit Ihrem ungeborenen Kind und den Geld nach Mexiko ab.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: MajorKeller am 13.09.2012 18:24 ]

Aber der Scheck war doch persönlich auf Rex ausgestellt - das war doch gerade der Clou, daß weder Joe noch die anderen damit was anfangen konnten, obwohl sie im Besitz desselben sind. :confused:

Ich glaub, ich muss den Film nochmal sehen.

Ich hab das dann so gesehen, dass Dottie mit Joe abhauen will, und vielleicht aus Versehen den Abzug doch noch drückt. Sie war ja nicht ganz von dieser Welt.

Ich glaube auch, dass der Bruder, obwohl er diesen inzestuösen Traum hatte, er nicht wirklich was mit Dottie hatte oder haben wollte, er ist schließlich sehr erschreckt aus diesem Traum hochgefahren. Ich habe ihn eher als fürsorglichen Bruder empfunden, auch wenn dazu natürlich nicht passt, Dottie als Pfand einem Killer zu überlassen.

Sie sagte allerdings zum einen, dass ihr Bruder sich damals “auf sie gelegt” habe, bis sie wieder ruhig war, nachdem sich die Eltern getrennt hatten… und zum anderen, als Joe sich von hinten an sie presste, dass es lange her sei, dass sie so etwas (= einen harten Schwanz) gespürt habe… das klingt für mich dann zusammengenommen schon nach einer entsprechenden “Erfahrung” mit ihrem Bruder :wink:

Es ist richtig, der Scheck ist persönlich auf Rex ausgestellt. Wenn ich mich richtig erinnere weiß Dotti es nicht weil sie bei Joes Ankunft noch in Ihrem Zimmer ist. Bin mir da aber nicht mehr hundertprozentig sicher.
Sie stellt, alleine in ihrem Zimmer fest “Wir werden jetzt gehen”.
Diese Aussage ist eher an sie selbst und das Kind gerichtet. Joe ist da meines Erachtens nicht direkt eingeschlossen.
Jetzt wäre die Frage dran ob Sie eigentlich nur wild um sich schießt, oder gezielt die sich bietende Möglichkeit Ballast los zu werden ergreift.

Die Beziehung zwischen Chris und Dotti ist auf jeden Fall sehr eng. Er hat erotische Träume mit ihr, schämt sich dafür. Sie sieht zu Ihm auf, ist aber nicht kritiklos, was man an ihrer Reaktion auf die gemeinsame Flucht sehen kann.
Ob es da was geb bleibt offen. Wie die Frage ob Sie Joe erschießt oder nicht.

@ todaystomorrow

Man kann es auch auf bloße körperliche Nähe beziehen, da ich fest davon ausgehe daß die Familie Smith eher unkuschelig ist. :stuck_out_tongue:

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: MajorKeller am 13.09.2012 20:23 ]

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu dem Ergebnis, die für den Film wichtigere Frage ist ob es zwischen Dotti und Chris eine Beziehung gab, als die, ob sie Joe erschießt oder nicht.

Zu der “da war was”-These passen nicht nur die bereits angebrachten Indizien Chris Traum und Dottis Andeutungen, sondern auch das von Michaela angebrachte “fürsorgliche” benehmen von Chris.
Sicher, er möchte sie aus den Fängen von Joe “befreien” und mit ihr durchbrennen. Die Frage ist aber, wann möchte er es.
Chris äußert zwar anfänglich Bedenken Dotti als “Vorschuss” einzusetzen. Diese Bedenken sind aber nicht groß genug um die Vereinbarung platzen zu laßen. Natürlich kann man den Versuch, sie Aktion aufzuhalten als Sorge um das Wohl der kleinen Schwester interpretieren. Andererseits will er Sie vielleicht nur wiederhaben.
Erst als die Situation für Ihn ausweglos wird will er mit Ihr durchbrennen. Ist man “böse”, könnte man sagen, sein Benehmen deutet eher auf einen verzweifelten Liebhaber als auf einen fürsorglichen Bruder hin. Er will Joe seine Dotti nicht überlassen.

Diese Konstellation könnte erklären warum Dotti ihn zum Schluß erschießt.
Nicht weil sie auf Joe hört, sondern weil sie den herrischen Looserliebhaber loswerden möchte.
Ihren Vater schießt sie an weil er Sie “verkauft” hat.
Und Joe könnte Sie erschießen, weil er trotz des Charms und des weltmännischen Auftretens nicht besser als die beiden Anderen ist.
Er sieht sie auch nur als “Preis” für die erbrachte Dienstleistung an.
Außerdem hat er Ihr erfahrungstechnisch nicht mehr Viel zu bieten. Sie hat durch Ihn gelernt daß sie, wenn sie will jeden um den Finger wickeln kann.

Zusammen mit den Schlusslied ‘This boots are made for walking’ genommen kann man sagen, es ist für den Film, sprich für die erzählte Geschichte zweitrangig ob Sie Joe erschießt oder nicht. Sie rechnet ab und ist sowohl symbolisch wie auch tatsächlich am Drücker.