La chute de la maison Usher

Weiß jemand warum bei diesem französischen Film oft als Produktionsland zusätzlich die USA gelistet ist? Ich vermute es ist fehlerhaft in die IMDb eingetragen worden und die meisten Webseiten haben es dann blind übernommen.

Rosebud listet 2014 genau wie die Cinémathèque Française nur Frankreich (1991 hatte Rosebud auch nur FR angegeben, lange Zeit hatte f3a zusätzlich USA gelistet). Erstere haben das sicher von Letzteren übernommen und Letztere erkenne ich persönlich als die Autorität in dieser Frage an. Quelle

Produzent war Jean Epstein selber, gedreht wurde in Frankreich, es waren ausschließlich Franzosen beteiligt (wenn man Buñuel außen vor lässt und der Kamermann hat nichts mit George Lucas zu tun :wink: ).

Kann nur ein Fehler sein. Entweder hat den jemand bei der imdb mit dem zeitgleich gedrehten amerikanischen Film verwechselt, oder er glaubt, dass allein die amerikanische Vorlage schon ausreicht, um als Produktionsland genannt zu werden.

Was mich viel mehr interessiert ist die Musik die dabei von den “DJ Decks” kommen soll… jemand schon Infos dazu ?

Nö, aber hast du schon in den ‘Stil’ von DJ Shahaf Thaler auf Soundcloud reingehört? Vielleicht gibt das einen Eindruck auf das zu Erwartende.

https://soundcloud.com/shahaf-thaler

Ich will (zunächst) keine Diskussion um den Soundtrack führen. Aber kann mir jemand verraten, ob der Film wenigstens im richtigen Format (4:3) gezeigt wird? Denn wenn nicht mal das der Fall ist, schenke ich mir diese Fassung.

ja der film war 4:3

So, ich habe den Film nicht gesehen. Aber ich habe ein paar reviews dazu gelesen. Es wird in einigen reviews angedeutet, dass zwei Geschichten vermischt werden, zum einen “Der Untergang des Hauses Usher” und Oscar Wildes “Das Bildnis des Dorian Gray”. Wenn ich aber so die Beschreibungen lese, nämlich die zweite Geschichte, dass das Modell des Malers welkt, während er das Bild malt, dann ist das nicht Oscar Wildes “Dorian Gray” sonder Edgar Allen Poes Geschichte “Das Ovale Portrait”.

Das ovale Portrait
erzählt die Geschichte eines Malers, dessen Frau eifersüchtig auf seine Kunst ist, weil er keine Zeit für sie hat. Sie willigt schließlich ein, Modell für ihn zu stehen. Je länger er an ihrem Portrait arbeitet, desto schwächer und blässer wird sie - vor lauter Malen merkt er das aber nicht und, sobald das Portrait fertig ist, stirbt sie.

Dorian Gray
Der Maler malt ein Portrait von sich, wird auf dieses Bild eifersüchtig und wünscht sich, dass sich Alter und Erfahrungen sich im Portrait wiederspiegel, so dass er auf ewig jung und attraktiv bleiben kann.

Nur so am Rande - wenn ich das aufgrund der reviews falsch interpretiere, dann bitte mitteilen.

Das DJ-Set scheint ja nicht so toll angekommen zu sein ?

Auch wenn ich die Kritikpunkte am DJ-Set aus den Reviews teile (vor allem den unsensiblen Umgang mit dem Film durch unsinnige Lyrics), hat mir die ausgewählte Musik dennoch im Großen und Ganzen gut gefallen und zu einem interessanten und stimmigen Gesamterlebnis beigetragen.

@Michaela: Stimmt, es ist “Das ovale Portrait”. Ich habe aber diese Geschichte aber vor Jahrzehnten gelesen und hatte sie daher nicht mehr auf dem Schirm (gleiches gilt für eine ganze Reihe anderer Poe-Geschichten). Danke für die Hinweis! Erwähnen sollte man vielleicht auch, dass Epstein aus der inszentiösen Beziehung der Ushers eine Ehe gemacht hat - auch das ist, wie ich jetzt merke, näher an “Das ovale Portrait”.

Es gibt noch einen Hinweis auf eine andere Poe-Geschichte, nämlich auf “Ligeia”. “Ligeia” ist das verbindende Glied zwischen “Portrait” und “Usher”.

Zur Musik: Ich habe das ja ausführlich in meiner Rezension geschildert. Eine generelle und wortstarke Ablehnung des Sets, vor allem wenn sie von einem sonst sorgfältig abwägenden Wortführer wie todaystomorrow gleich zu Beginn platziert wird, macht eine spätere differenzierende Diskussion sehr schwer. Entsprechend gab es hier sogar die Meinung, dass der Film aufgrund des Sets der schlechteste des Festivals sei, ohne ihn überhaupt gesehen zu haben. Die Geister, die ich rief…

Vielleicht liegt aber meine eher wohlwollende Zustimmung zur Musik auch an der erträglichen Lautstärke in Köln.

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: GeorgeKaplan am 24.09.2014 11:47 ]

Von NOSFERATU (Friedrich Wilhelm Murnau)
gibt’s auch eine musikalische Vertonung hinsichtlich elektronischer Musik!
http://www.nowt.de/web/

Am 26.09.2014 14:27, schrieb starsailor:

Von NOSFERATU (Friedrich Wilhelm Murnau)
gibt’s auch eine musikalische Vertonung hinsichtlich elektronischer Musik!
http://www.nowt.de/web/

Habe mal schnippselweise reingehört in das live mp3 und kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das zu dem Film passt…

Am 24.09.2014 11:45, schrieb GeorgeKaplan:

Eine generelle und wortstarke Ablehnung des Sets, vor allem wenn sie von einem sonst sorgfältig abwägenden Wortführer wie todaystomorrow gleich zu Beginn platziert wird, macht eine spätere differenzierende Diskussion sehr schwer.

Nun, mich hat dieses Umsetzungsexperiment aber eben auch schwer getroffen :wink: Für meinen Geschmack ist der DJ erschreckend unsensibel mit dem Filmstoff umgegangen. Da musste ich meinem Unmut schon mal Luft machen. (Hat nichts mit der Musik „für sich betrachtet“ zu tun, aber das erwähnte ich, glaube ich.)

Hatte ein paar Tage nach Sichtung übrigens auch kurz mit Fredi darüber gesprochen. Die sagte, das Publikumsfeedback in Frankfurt sei einhellig negativ gewesen (und das würde auch ganz klar so weitergegeben werden). Kann also nicht bloß an meinem Review liegen, dass diese Umsetzung des Films (auch) hier so schlecht wegkommt :wink:

[ Diese Nachricht wurde bearbeitet von: todaystomorrow am 26.09.2014 16:40 ]

Am 26.09.2014 14:42, schrieb Roughale:

Am 26.09.2014 14:27, schrieb starsailor:
Von NOSFERATU (Friedrich Wilhelm Murnau)
gibt’s auch eine musikalische Vertonung hinsichtlich elektronischer Musik!
http://www.nowt.de/web/

Habe mal schnippselweise reingehört in das live mp3 und kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das zu dem Film passt…

Ich finds gelungen und hier mal der Film mit Mucke:
http://youtu.be/nIeRP8y7VfU

Das passt gut von der Stimmung, da hat man sich doch Gedanken gemacht um die richtige Note (ja Geschmackssache) zu finden!!!

Bei dem LA CHUTE DE LA MAISON USHER Experiment wäre das Ganze im Club besser aufgehoben gewesen!
Da einige Stücke recht tanzbar waren und auch Gesang vorhanden war.
Jedenfalls auf der großen Leinwand mit dieser Musik,
wurden so einige Momente des wunderbaren Films versaut (leider)!!!