Letzter Film, den ich gesehen habe


#1475

In Stuttgart wurde dieses Jahr an Karfreitag die Vorführung von DAS LEBEN DES BRIAN verboten. „Hold my beer“, sagt da Dustin Mills.


In seinem mikrobudgetiertem Easterploitationfilm will sich der böse Osterhase sein Fest von der katholischen Kirche zurückholen und schlachtet und kalauert sich dazu durch deren Reihen von Nonnen, Priestern, Dämonenjägern und natürlich Schulmädchen. Hatte ich schon erwähnt, dass der Hase eine vom Regisseuer gesprochene hyperaktive Handpuppe ist und unser Priesterheld sich unter anderem gegen einen Schwarm fliegender Plüschküken zur Wehr setzen muss? Na zum Glück hat ihm der Mega Pope eine Heilige Handgranate mit auf den Weg gegeben! EASTER CASKET ist ein herrlich kreativer Amateurtrash mit schönen Geschmacklosigkeiten, liebevoll handgemachten Effekten, etwas zu viel nackter Haut und etwas zu ausgewalzten Szenen, von dem man sich gut ein höher budgetiertes Remake vorstellen mag, denn Ideen und Story sind wirklich überdurchschnittlich unterhaltsam. Auch Peter Jackson hat schließlich mal mit Handpuppen und Billigsplatter angefangen.

Frohe Ostern allerseits!


#1476

Life according to Agfa

Ich zitiere mal die Lachsschaumspeise. Auch wenn ich nicht absolut sprachlos gewesen sein mag, der Film hatte schnell meine Sympathie.

Er ist überzeugend geschauspielert, hat charismatische Darsteller und starke Dialoge (wobei einige der vielen Metaphern nicht so ganz funktionierten wie ich fand) und es ist ein Film bei dem die Musik einen großen Teil der Stimmung ausmacht. Er lief als Teil einer Retrospektive mit Filmen bei dem Leonard Cohen die Musik gemacht bzw. beigesteuert hat.
Die Gäste einer Bar fungieren hier als Spiegel der israelischen Geselschaft wobei ich nicht zu beurteilen vermag inwieweit das Bild treffend gezeichnet ist und ob der Schluss zwingend folgerichtig ist weiß ich auch nicht. Aber der Film lohnt sich. Ich sah eine restaurierte Fassung. Knackscharfe 35mm Kopie.


#1477

Ich hab’ mich tatsächlich ein wenig geärgert, dass ich es nicht ins Metropolis geschafft habe… wollte den eigentlich auch noch unbedingt sehen. Hab’ ihn schon ewig nicht mehr geschaut - das letzte Mal ist bestimmt schon über zwanzig Jahre her, damals noch als TV-Mitschnitt auf VHS. Und im Kino hab’ ich ihn noch gar nicht gesehen - zumal dann noch auf 35mm, und als OmU…wär’ schon extrem schnafte gewesen. Leider hat’s dann aber zeitlich doch nicht gepasst, ist halt auch immer schwierig, seitdem ich nicht mehr in HH wohne, Samstag abend 21:30 Uhr, doch etwas längere Laufzeit, und dann noch die letzte Bahn in die böse Aussenwelt zu erwischen - wollte ich dann doch nicht riskieren (aber das ging mir damals bei der kleinen feinen Glawogger-Retrospektive mit “Whore’s Glory” leider auch schon so…).

Naja, dann halt erst wieder zu “Escape from New York” und zum 1980er-“Godzilla”-Remake ins Metropolis… “The Evil Dead” fängt ja leider auch erst um 23:45 Uhr an. Eventuell auch noch zur DokFilm-Woche, aber da hab’ ich das Programm noch gar nicht gesichtet.


#1478

Gutes Stichwort. Zur Aufmunterung hier die Filme für das kommende Monster Machen Mobil Event.


#1479

Suspiria (Dario Argento / 1977 / Blu Ray, 40th Anniversary Restored Version (TLE Films) / englischsprachige Synchro)

Nach der ganzen Bildtransfer- und Versions-Fachsimpelei drüben im “Goblin-HH-Konzert”-thread habt Ihr mich, ich muss es gestehen, ein wenig angesteckt, und auch ich habe mir darob eine Neuauflage dieses Klassikers gegönnt…in my case das Ende letzten Jahres veröffentlichte Mediabook von '84 Entertainment (welches ich in Sachen Covergestaltung zwar potthässlich finde (für mich persönlich immer ein ausgeschrieben wichtiges Kaufargument), bei dem mir aber das vorhandene Bonusmaterial mehr zusagte als bei der U.K.-Veröffentlichung von Cult Films - das vom selben Label offerierte Leather Book war mir dann doch eine ganze Ecke zu teuer).

Ich gebe unumwunden zu, dass mir der ja schon andernorts von Frank angesprochene Blaugrün-Stich (der beinahe schon wie ein Farbfilter anmutete) gerade zu Beginn des Films (die Flughafen-Szenen) doch schon ziemlich unangenehm auffiel, mit zunehmender Laufzeit gab sich das dann aber glücklicherweise (ich hatte ja vor dem Kauf auch schon extensive Bildvergleiche angestellt :thinking:, und mich dann letztendlich doch für das europäische Remaster entschieden - die Bilder und Farben der Synapse-Version sind mir persönlich zu grell und zu kontrastreich, als dass ich daran wirklich Freude haben könnte. Letzten Endes muss man wohl mit der Tatsache leben, dass bis auf Weiteres jede Version von Suspiria nur einen suboptimales Bildtransfer vorzuweisen hat… hach ja, manchmal ist es wirklich anstrengend, so dermaßen bitchy zu sein… :grin::wink:), und ich konnte mich dann doch sehr gut in den Film einfinden. Der englische 2.0-COMMAG-Stereomix mag manch Anderen vielleicht zu grell und schrill sein, verstärkte aber in meinen Ohren mit seiner lauten over the top-Klangpalette den halluzinatorisch-delirierenden Rausch, den der Film mit fortschreitender Spielzeit entfaltet, nochmal merklich und half, dieses permanent erzeugte Gefühl von Schauer und Verunsicherung konstant aufrecht zu erhalten. Überhaupt ist ja das Zusammenspiel von räumlicher Bildgestaltung, Farbgebung, Lichtsetzung und Sounddesign bei Argentos Klassiker so unglaublich perfekt, dass es tatsächlich kaum zu fassen ist. Diese übernatürliche Entrücktheit des Ganzen, die extreme Überstilisiertheit und die creepyness dieser klaustrophobisch-psychedelischen otherwordly Atmosphäre sind auch nach über 40 Jahren noch immer dermaßen dicht und enervierend, dass Suspiria trotz der Offenkundigkeit all seiner Einflüsse und Zitate immer noch eine Singularität im Genre des Horrorfilms darstellt - eine attack on all senses, eine überbordende, einschüchternde Erfahrung von so extremer sinnlicher Qualität, dass sie weit über nahezu jedwede andere filmische Erfahrung hinausgeht. Suspiria ist Kino in seiner beinahe reinsten Form, die Auflösung des Narrativs im Dienste einer beinahe schon kinetisch vom Bildschirm / der Leinwand auf die Zuschauenden überschwappenden Verdichtung von Bild und Ton, etwas, das erfahren und erlebt werden will, das sich nicht mit albernem Schnickschnack wie Dramaturgie, narrativer Stringenz und immanenter Logik aufhält - kurzum, ein Meisterwerk.

Ich bin froh, dieses zelluloidgewordene Ausnahme-Ereignis wenigstens einmal im Kino gesehen zu haben (wenn auch in verstümmelter Form) und freue mich jetzt schon auf meine nächste Sichtung.


#1480

Hounds of Love
Fieser, unangenehmer Film. Die Reviews hier sind alle top und denen ist nichts hinzuzufügen. Vielleicht meine persönliche Ambivalenz, als ich mich dabei erwischte, mir selbst die Frage zu stellen “Muss ich mir sowas eigentlich ansehen?”

Ich hatte allerdings im Gegensatz zu den Reviews, hier und du da Probleme mit der Glaubwürdigkeit. Ich hab mir gedacht, so sehen doch keine Psychopathen/Serienkiller aus? Auf der anderen Seite die Frage gestellt, wie sehen denn Psychopathen aus? Ich fand das Verhalten der Frau auch etwas unglaubwürdig oder sagen wir seltsam. Mädchen verschleppen, anketten, foltern, geht alles klar. Aber bei Vergewaltigung hört der Spaß auf? Aber vermutlich hatte das etwas mit ihrem Schicksal zu tun und sollte einmal mehr verdeutlichen, wie seelisch kaputt sie in Wirklichkeit ist.

Small Town Killers
Ein Ole Bornedal Film sehe ich immer gerne. Lustige, schwarze Komödie mit typischen dänischen Zutaten. Adams Äpfel Fans sollten sich den merken. Nicht ganz der Brüller wie letzt genannter aber das muss ja auch nicht immer zwingend sein.

Baywatch
Ganz schön blöd, im positiven Sinne. Richtiger Ami-Quatsch, selbstredend ohne jeglichen Anspruch auf Tiefgang.

He Never Died
Sehr schlecht produziert. Deutsche Synchronisation tut ihr übriges. Habe ich nicht weitergeschaut.

Colossal
War mir irgendwie zu “nett” und ehrlich gesagt fehlte mir es etwas an Tempo und “Esprit”. Als das Ding durch war (sie ist das Monster) zog es sich. Kann aber auch mit der Hauptdarstellerin nicht viel anfangen.

Table 19
Hab ich mir deutlich lustiger vorgestellt.

The Wailing
Habe lang geglaubt, der sei auch mal auf dem FFF gelaufen. Gepasst hätte es. Fand ich insgesamt etwas komisch. Exorzismus Story, eigentlich kurz erzählt, hier sehr verlängert. Ort des Geschehens ist allerdings mal was ganz anderes.

Equilibrium
Kannte ich noch nicht. Dystopisch, kurzzeitig an Blade Runner (ohne die Farben) erinnernd. Sehr viel Ballerei.

Casino Undercover
Auch wieder so richtig doof. :grin: Kann man sich aber gut reinziehen.

Schneider vs. Bax
Schräge Story, schräger Drehort. Sorte Schwarze Komödie. Diesmal aus den Niederlanden.

Tales of Halloween
War ganz nett gemacht aber so wirklich packen konnte mich der nicht.

Killing Ground
Fand ich nicht so überzeugend. Bin niemand, der nach mehr Gewalt schreit aber hier hätte es ruhig etwas deftiger zugehen können.

The Commuter
Liam Neeson rettet mal wieder was/wen vor irgendwas/irgendwem.

Yoga Hosers
Hat mir sehr gefallen. Mag den schrägen Outsider-Humor von Kevin Smith.

Daddy’s Home 2
Das war ne blöde, schwache Fortsetzung. Zu bemüht.


#1481

Ich habe das Wochenende wieder mal mit einem Filmmarathon verbracht, und zwar diesmal zum Thema GODZILLA. Fast wie ein kleines Festival :slight_smile: Weil einige aus unserer Runde bisher traurigerweise nur den Emmerich-Godzilla kannten, stellten wir einen möglichst breit gefächerten Überblick über die komplette Reihe zusammen. Zwischen den Filmen habe ich außerdem Mini-Referate zu den nicht gesehenen gehalten, damit keine Lücken entstehen. :grin: Das Ganze hat auf jeden Fall großen Spaß gemacht. Godzilla ist ja neben James Bond eine der wenigen Reihen, die über einen so langen Zeitraum mit gleicher Formel überlebt haben. Durch die vielen verschiedenen Monster und Stile (von ernstem Horror bis zu kindischem Trash) wird es dabei zum Glück nie langweilig. Solange man überhaupt etwas mit Kaijus anfangen kann natürlich.

Favoriten: Godzilla (1954) (zu Recht ein Klassiker); Godzilla und die Urweltraupen (ich mag Mothra); Godzilla, Mothra and King Ghidorah (klassische, unterhaltsame Monsterkämpfe gepaart mit (schwarzem) Humor und einem sehr bösen Godzilla - positive Überraschung!) und Shin Godzilla (momentan sogar mein Lieblings-Godzilla).
Auch noch gut: Godzilla (2014) (mich störten im Vergleich zu meiner ersten Kinosichtung dann doch Längen in der Mitte - aber die Monster wirken wunderbar majestätisch); Final Wars (ein bisschen weniger Matrix und er wäre perfekt); Tokyo SOS (überraschend gut für Mothra Fans); Godzilla gegen Destoroyah (der “kaputte” Godzilla als besondere Bedrohung hat mir sehr gefallen) und King Kong - Dämonen aus dem Weltall (extrem trashig, aber er macht Spaß)
Nostalgiebonus: Godzilla – Der Urgigant (Biollante ist super, der Rest nicht so ganz)
Ganz okay: Godzilla – Duell der Megasaurier (interessante Ideen, aber wenig erinnerungswürdig) und Godzilla gegen MechaGodzilla (2002) (nur für Mechagodzilla sehenswert)
Enttäuschend: Godzilla 2000: Millennium (ödes Monster, langatmig) und Frankensteins Kampf gegen die Teufelsmonster (kurioses Experiment, das zwar nicht gut, aber zumindest einmalig ist).


#1482

Die Auswahl auf der UK Films scheint mir eigentlich relativ identisch zur deutschen VÖ oder ging es dir um das Booklet? Ansonsten stimme ich dir und deinem Erlebnis sehr stark zu und hab mal ein bisschen was zusammengetippt:


#1483

6 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Giallo-Tipps


#1484

Eine kleine Entdeckung für Freunde des etwas unkonventionelleren Midnight Movies:


#1485

Der RAMBLER klingt gut. Ist bestellt. :sunglasses:


#1486

Dann würde mich mal Deine Meinung interessieren…


#1487

Gerade Hostile gesehen und denke mir nur, Mensch, was ist denn mit dem Gens los?
Cold Skin fand ich zwar gar gut, aber ansich werden seine Filme immer schlechter. Hostile setzt nun den absoluten Katastrophen Schlussstrich, so eine dämliche Story muss man erst Mal bereit sein zu verfilmen. Hoffe das Gans er sich wieder berapppelt, früher war er Mal eine absolute Bereicherung für jedes FFF.


#1488

So viel Gutes hat er aber doch gar nicht gemacht? Okay, Frontier(s) fand ich damals zwar nur durchschnittlich, aber er kam bei anderen soweit ich mich erinnere nicht schlecht an. Aber danach kam eigentlich nur noch The Divide, der ganz passabel war. Aber nichts, woran ich mich noch groß erinnere. :thinking:

Dafür war er neben Hostile auch noch bei Pulse / Cell Produzent, und das ist schon eher ein Grund, ihn ab jetzt zu meiden. :grin:


#1489

Du hast natürlich recht, wobei ich Frontier(s) sehr stark fand und 2007 die ABSOLUT BESTE Nights ever stattfand, von dieser Nights schwärme ich heute noch!!

Doomsday (2008)
Eden Log (2007)
Frontier(s) (2007)
Inside (2007)
[REC] (2007)
Sukiyaki Western Django (2007)
Timecrimes (2007)
Diary of the Dead (2007)

Der The ABCs of Death Beitrag und Cold Skin haben mir auch recht gut gefallen und zeigen finde ich, was Xavier Gens drauf hat, wenn er denn will. Nur will er leider nicht so oft… :disappointed:


#1490

What happened to clever Science Fiction? Tommy Wirkola leider.


#1491

Das hatte ich befürchtet, werde ich mir nicht antun. Die Geschichte (die ansich ja auch nicht soooo interessant ist…) wäre meiner Meinung am besten von Terry Gilliam verfilmt worden.


#1492

Ist ja nur meine Meinung. Und wenn ich mich recht entsinne, haben wir beide durchaus mal einen anderen Geschmack :wink:.


#1493

Erinnerungen ankurbeln…Scheint bei mir hätte es einen Themenschwerpunkt “Dschungel” gegeben. War nicht bewusst.

The Party
Hier entgleitet eine Party. Britischer Humor, Kammerspiel in schwarz-weiß. Kurzweilig und durchaus amüsant.

Der Schamane und die Schlange
Puh, langatmig. Auch in schwarz-weiß gedreht. Hätte vom Thema auch gut von Werner Herzog sein können.

Jumanji: Willkommen im Dschungel
Nochmal Dschungel. Für Zwischendurch ok. Blieb ansonsten hinter meinen Erwartungen.

The Borneo Case
Dschungel die Dritte. Diesmal bitterernst als Dokumenation. Abholzung des Regenwaldes, die Auswirkungen und die korrupten Machenschaften dahinter. Mit einem halbwegs “Happy End”.

Mustang
Nett gefilmt, gut gespielt. Stellenweise etwas überspitzt.

Draussen ist Sommer
Familiendrama. Nichts spekakuläres, einfach eine Beobachtung über eine gewisse Zeit. Coming-Of-Age.

Tigermilch
Auch Coming-Of-Age. Hier war ich dann aber wohl doch zu alt für. Das ist dann tatsächlich eher was für Teens.


#1494

Robo Vampire (HK 1988)
Ein Drogenhändlerring beschäftigt zum Schutz seiner schmutzigen Geschäfte einen ulkig herumfuchtelnden Zauberer, der einen Haufen asiatischer (also lustig umherhüpfender Vampire) beschwört. Daher wird ein in Fetzen geschossener Cop in einem supermodernen Labor aus den 1930ern mit Gummianzug und Mülleimer auf dem Kopf zu Robocop 2.0 zusammengehäkelt. So weit, so irre! Warum der Obervampir allerdings eine Gorilla-Karnevalsmaske trägt, die in ihn verknallte Geisterlady sich völlig unmotiviert die Klamotten vom Leibe reißt, wer die Söldnertruppe aus Pudelmützenhausen beschäftigt, und was eigentlich der ganze Mega-Dummfug soll? Keine Ahnung! Trash der härtesten Sorte!! Nicht verpassen!!!