Letzter Film, den ich gesehen habe


#1497

He he he… das passt ja gut, denn Turbine wird “TCM 2” Anfang nächsten Monats als 3-Disc-Mediabook (zum gefühlt x-ten Mal) (wieder-)herausbringen - und justament heute hab’ ich die Bestellung für mein Exemplar rausgehauen. Von den ganzen Sequels / Remakes / Remake-Prequels etc. pp. kenne ich nur noch die Markus Nispel-Version von 2003 - der war zum So-Nebenbei-Gucken ja ganz nett, hat aber mit dem Original in etwa soviel zu tun wie eine harmlose Eidechse mit einem ausgewachsenen Alligator.

Ansonsten heute noch “Solo - A Star Wars Story” auf deutsch und (in mal wieder überflüssigem) Real3D im Kino gesehen…tatsächlich der erste der neuen “Star Wars”-Filme unter Disney-Ägide, der mir ganz gut gefallen hat. Näheres dazu werde ich aber erst irgendwann am Samstag schreiben, muss morgen schon nachmittags aufs Hamburger Japan-Filmfest (und bleibe da auch bis um Mitternacht).


#1498

Jetzt erst nachgeholt: der perfekte Sommerhorror.


#1499

Beim DEATH WISH-Vergleich gewinnt das Original von 1974 nur knapp. Wenigstens ist es nicht so zum Kotzen wie Eli Roths Remake.


#1500

Hallo Herr Kees, klasse Review die es wirklich auf den Punkt bringt - ich fand THE SHALLOWS unglaublich gut (für einen Flossenhorror) und sogar noch besser als den Sharkmovie den es zuletzt auf dem FFF zu sehen gab (Titel vergessen, der mit den 2 Tussis im Unterwasserkäfig). Muss allerdings gestehen das ich ein Hai-Phobiker bin und mir solche Filme wesentlich schneller eine Gänsehaut verschaffen als z.B. Fahrstühle, dunkle Wälder oder Zombies :smiley:


#1501

„Unsane“ von Steven Soderbergh.

Vor ein paar Jahren kündigte Steven Soderbergh ja an, nie wieder einen Film machen zu wollen. Okay, jeder Mensch braucht mal eine kreative Pause, aber es wäre eine unfassbare Verschwendung von Regietalent gewesen, hätte er sein Versprechen auch wirklich eingelöst. Auf der Berlinale wurde „Unsane“ unter dem Publikum als „the iPhone movie“ weitergereicht, ist doch der gesamte Film (wirklich!) mit Apples iPhone aufgenommen worden.

Diesbezüglich wird man nicht unbedingt mit einer opulenten Optik verwöhnt, dem Film tut das aber keinen Abbruch. Die oftmals statischen Bilder, die fast ein wenig an einen 70er Jahre Streifen erinnern, unterstreichen sogar noch den klaustrophobischen Realismus und die, nicht untypisch für einen Soderbergh Film, Dialog-lastige Reduktion auf das Wesentliche. Auch in „Unsane“ stehen die Menschen im Mittelpunkt, nicht die Kulissen und Effekte, werden Personen sehr feinstofflich und detailiert charakterisiert.

Die Geschichte selbst ist ein Bild-gewordener Alptraum. Nicht nur das eine junge Frau offensichtlich Opfer eines Stalkers wird, was ihrer Psyche mehr als abträglich zu sein scheint, nein, sie wird auch noch gegen ihren Willen in einer psychiatrischen Heilanstalt festgehalten, in der sie eben diesen Stalker zu erkennen glaubt… Claire Foy spielt ihre Opferrolle grandios und trägt den Film fast alleine und was als Drama beginnt wandelt sich ganz allmählich zu handfestem Horror.

Ein wirklich intensiv gespielter, innovativer „kleiner“ Film, der zupackt und gruselt. Hätte auch prima aufs FFF gepasst.

8/10


#1502

Vor einer Weile hatte ich hier ja nach einem Film gesucht. Jetzt habe ich mir nach dem Godzillawochenende endlich die ATOR und TROLL Reihen vornehmen können, weil ich alle komplett habe. Feinster Trash aus den 80ern und frühen 90ern! Definititv etwas, wofür man sich Freunde einladen sollte, um nicht verrückt zu werden. Aber so hatten wir unheimlichen Spaß, und sogar der Kauf einer VHS-Kassette bei Ebay hat sich gelohnt. :smile: Die Bildqualität war nicht mal merklich schlechter als die mancher Billig-DVDs.
Das waren alle Filme:

  • Ator – Herr des Feuers
  • Ator II – Der Unbesiegbare
  • Ator III – The Iron Warrior
  • Ator IV – The Hobgoblin (a.k.a. Troll 3, a.k.a. Quest for the Mighty Sword)
  • Troll
  • Troll 2
  • Contamination. 7 (a.k.a. Troll 3, a.k.a. Creepers, a.k.a. Crawlers)

Barbaren-Trash ist mein Guilty Pleasure, und deshalb hatte ich besonderen Spaß mit den Ator Filmen. Die ersten beiden kannte ich schon, inklusive der legendären Szene mit dem Schloss samt bayrischer Flagge. Wer sie noch nicht kennt und Spaß an so etwas hat, sollte sie sich mal ansehen. Teil 3 versucht sich sogar an Arthouse Ansätzen, die in Kombination mit dem hohen Trashfaktor noch einmal einen besonderen Unterhaltungswert bieten. Ator IV dann baut auf einmal Elemente der Nibelungensage ein und Musik wie aus einem Videospiel. Überhaupt gibt hier niemand etwas darauf, ob das wilde Herumgemische aus Steinzeit, Antike und Mittelalter irgendeinen Sinn ergibt.

Interessant, dass die beiden ersten Ator Teile noch halbwegs zusammenhängen, aber man ansonsten kaum von Fortsetzungen sprechen kann. Vor allem die Troll Filme wurden nur deshalb durchnumeriert, um sie besser zu verkaufen. In Contamination. 7 kommt nicht einmal ein einziger Troll vor, das muss man sich mal vorstellen!

Troll dürfte der qualitativ hochwertigste Film dieses Wochenendes gewesen sein, denn man kann ihn sich als humorvollen B-Movie durchaus noch ansehen. Die verrückten Nachbarn unterhalten. Auf Troll 2 war ich aber mehr gespannt, denn er hat schließlich den Ruf, einer der schlechtesten Filme aller Zeiten zu sein. Ja… er ist wirklich sehr schlecht. Es gibt aber schlimmeres, denn wenigstens zieht er sich nicht. Contamination. 7 hingegen würde ich noch eine Spur schwächer bewerten, weil es nicht nur ein schlechter Film ist, sindern er auch noch langweilt. Bloß nicht ansehen. :wink:


#1503

Ich war nie ein Fan der Reihe, aber für alle Fans von gutem alten Retrohorror ist das hier eine Empfehlung:

Ein James Bond-Intro, Alice Cooper auf der Tonspur, selbstreferentielle Sprüche und ein Kind, das zum Einschlafen Sartres „No Exit“ liest: Es ist 1986 und der sechste FRIDAY-Film bringt erstmals den Spaß zum Splatter – damit wird JASON LIVES tatsächlich zum besten Teil der Reihe. Manche Gags sind selbst mehr als 30 Jahre später noch amüsant, das Tempo stimmt, die Spannungsszenen und Kills sind gut in Szene gesetzt und dankbarerweise nicht so goreverliebt wie in anderen Filmen. Ein unerwartet kurzweiliges Vergnügen. Schade, dass Autor und Regisseur Tom McLoughlin nach diesem, seinem zweiten Film, fast nur noch belanglose TV-Movies gemacht hat.


#1504

Letzte Filme die ich gesehen habe …

„Das siebente Siegel“

Ingrid Bergmans Mutter aller Düsternis, vielleicht der beste „Mittelalterfilm“ aller Zeiten,
irgendwo zwischen arthouse, Filmkunstdrama und Mittelalter-Horror zu verorten.
Philosophische Passagen, tiefschürfende Dialoge in denen ganz plötzlich sogar
Sätze wunderbaren Humors aufblitzen, dazu Bilder, die zeigen wie ein begnadeter
Kameramann schwarz/weisse Szenen in kleine Wunderwerke verwandeln kann.
Der Mensch wird als Narr enttarnt und der Tod schmunzelt darüber. Grandios.
Man spürt kaum das der Film 62 Jahre alt ist. Ein zeitloses Meisterwerk und Pflichtprogramm
für jeden Cineasten. Nach vielen, vielen Jahren erst zum 2. mal wieder gesehen.
Für mich der beste Film den ich bislang dieses Jahr sehen durfte.

9/10

Ghost Stories

Das soll der gruseligste Geisterfilm aller Zeiten sein ? Hab ich da irgendwas verpasst ?
Abgesehen davon das der Slang in diesem Film auch für geschulte Ohren der britischen Sprache eine Zumutung ist, kam für mich hier nur ganz wenig Freude auf. Irgendwie ist alles weniger als nur schlecht verständlich, ich schaffte es wirklich kaum, in die Geschichte(n) reinzufinden, Spannung kam so gut wie keine auf. Dabei hatte ich mich so darauf gefreut. Bizarr, ja. Spannend ? Definitiv gar nicht ! Die Geschichte ist so seltsam, das man vor lauter Grübeln für so etwas wie Angst gar keine Zeit findet. Und im Gegensatz zum ebenfalls hübsch unkommerziellen, aber VIEL besseren Geistergrusler „We Go On“ gibt es hier weder einen roten Faden, noch eine Verknüpfung der Episoden, die streng genommen für sich alleine betrachtet auch noch so unrund laufen, wie ein Getriebe das seit Jahrzehnten kein Öl mehr sehen durfte. Kein Schrott, aber die bisherige Enttäuschung des Jahres.

5/10

Incident in a Ghostland/Ghostland

Grandioser lupenreiner Horrorfilm aus Frankreich. Kunstvoll und mit der genialen Mylene Farmer in einer der Hauptrollen. Hart, gemein und mit einem der fiesesten Twists der jüngeren Horror-Filmgeschichte ausgestattet. Für mich einer der besseren Horrorfilme der letzten Jahre. Der Titel ist jedoch irreführend und schlecht gewählt.

8/10

The Endless

Ich liebe ALLE Filme des Regisseur-Duos Benson/Moorehead und fand bereits „Resolution“ klasse. Wegen seiner entschleunigten Erzählweise und dem verschwurbelten Conspiracy-Getue dürfte „The Endless“ sicherlich nur geduldigen Mystery-Hardcore-Fans Freude bereiten, die am ganz allmählichen entschwurbeln der hoch mysteriösen Vorgänge Spaß haben. Für Rätselfans ist der Film eine kleine Offenbarung und in der mit Mystery-Beiträgen leider nur sehr dünn bestückten Welt des FFF auf jeden Fall eine Perle die man nicht auslassen sollte, auch wenn der Film streckenweise unterproduziert wirkt und man sich durchaus vorstellen kann, das die Regisseure auch noch das Catering selber machen, Herr Kees :wink: . Es macht auch Sinn sich „Resolution“ vorher anzusehen, sonst entgeht einem ein großartiger Gag, der den ansonsten recht ernsten Film zeitweise sogar mit Humor ausstattet.

7.5/10

Jurassic World – Fallen Kingdom

Nunja. Seit dem letzten „Jurassic World“ Film besitzt die Reihe für mich nicht mehr den
Witz, Zauber und Charme, den die ersten 3 Filme noch zu versprühen wussten. Für die Hollywood Blockbuster der letzten Jahre so typisch, wird hier einfach nur „Quantität statt Qualität“ produziert. Noch mehr Dinosaurier, noch mehr Action, noch mehr Getöse, Lautstärke und Geschreie. Dabei ist die story so dünn wie das Eis das den Produzenten wegen Ideenarmut sichtlich unter den teuer beschuhten Füßen wegschmelzen dürfte. Neben den blassen Darstellern gibt es kaum neue Ideen und der Geschichte fehlt, mit Ausnahme von 2-3 Actionsequenzen, häufig das benötigte Tempo, so das sich die nicht ganz so spannende Geschichte immer wieder im Leerlauf verliert. Das alles bietet 25 Jahre nach dem ersten Film nicht mehr viel Originalität und liefert eigentlich nur noch absurde Szenen, die mit viel Bombast künstlich zu einer Art Actionhorror aufgebläht werden. Es wird Zeit, das der Reihe die Luft ausgeht.

6.5/10


#1505

Auswahl aus meinem bunten Programm der letzten Wochen: ein Seniorenthriller, ein getarnter Tortureporn, ein Parkourspektakel und eine asiatische Zombieapokalypse.





#1506

Wo hast du den I am a hero gesehen?


#1507

Lief bei uns im Cinemaxx mal in einer Sondervorstellung. Gibt‘s aber auch als UK DVD/BR.


#1508

Und als deutsche auch, die habe ich nämlich letzte Woche erstanden. :wink:


#1509

Ach schau mal an. Und wie fandste?


#1510

Zwischen Erstehen und Sehen liegt noch der Pile of Shame - aber sobald er da runter ist, werde ich berichten. :slight_smile:


#1512

Hit-Man
Naja. War ziemlicher Quark. Zwei Interpolagenten jagen einen Ghost-Agenten (Attentäter). Hauptsächlich versucht dieser Ghost herauszufinden, wer ihn gelinkt hat und so gibt es viele viele shoot-outs und andere Kampfszenen mit zartem love interest und irgendwie happy end. Timothy Olyphant war in seiner Ghost Rolle so ganz gut.

Dass der Film keine wirkliche Härte und Konstante hat, liegt wahrscheinlich an den unterschiedlichen Vorstellungen von Regisseur und Produzenten, die einige Szenen nachdrehen ließen, um zu einem PG13 rating zu gelangen. Kann ja nix sein.

Dass trotzdem Spannung aufkam, lag an dem treibenden soundtrack.

Hit-Man basiert auf dem gleichnamigen Videospiel.


#1513

The First Purge

Was mit dem ersten „Purge“ Film als wirklich coole neue Idee begann, hat mit dem
nunmehr vierten Teil der Reihe seinen bisherigen Tiefpunkt gefunden.
Statt die Spannungsschraube anzuziehen, ergeht sich der vierte Teil in moralinsaurem
Gelaber, ödem Herumgeballere, und tischt uns eine seltsam doppelmoralige Geschichte auf, die ohne das ganze Purge-Tammtamm auch als simpler Gangstermovie durchgehen würde.
Denn außer vielen schwarzen Ghetto-Kids mit Goldkettchen, Koks & HipHop Gejaule
gibt’s kaum was zu sehen. Das selten verspritzte CGI Blut schockiert keinen mehr,
die Geschichte ist spannungsarm und macht so gut wie nichts aus ihren Möglichkeiten.
Alles wirkt irgendwie viel zu harmlos, ideenarm und glattpoliert. Ich war gelangweilt.


#1514

Don’t Breathe

2016 gehörte er ja zu den Genrefilmen, die ganz gut ankamen, und tatsächlich hat mir die Inszenierung sehr gefallen. Die Handlung ist abgesehen von dem Kniff, dass Einbrecher an einen blinden Kriegsveteranen geraten, altbekannt: Man jagt sich halt durch ein düsteres Haus, aus dem es kein Eintrinnen zu geben scheint. Aber ein, zwei Überraschungen wurden dann doch eingestreut, die ich hier natürlich nicht verrate (der Trailer allerdings schon…).

Was wir völlig daneben fanden, war allerdings der Anfang. Kann mir jemand erklären, weshalb so viele (im weitesten Sinne) Slasherfilme denken, als erste Szene das Finale vorwegnehmen müssen? Typ/Typin befindet sich in auswegloser Situation. Dadurch weiß man exakt, wer überlebt, ohne dass es irgendeinen Vorteil für den Spannungsaufbau hätte. Ich weiß doch vorher, dass ich mir einen Horrorfilm ansehe, da braucht ihr mir nicht in der ersten Szene zu zeigen, dass jemand in tödliche Gefahr geraten wird! Außerdem könnte man es wenn dann so filmen, dass man die Person nicht erkennt. Argh! Ich verstehe so etwas einfach nicht.

Verzeihung für diesen kleinen Ausbruch. Jedenfalls hat mir Don’t Breath abgesehen davon ganz gut gefallen, auch wenn er das Rad trotz einiger frischer Ideen nicht neu erfindet. Dafür hängt er dann doch zu sehr an Genreklischees und ist in vielen Dingen sehr vorhersehbar. Aber wer einen kurzweiligen, spannenden Horrorfilm klassischer Bauart sehen möchte, der nicht mit Art House liebäugelt, ist hier richtig.

7,5/10


#1515

Ist beim unsagbaren “Desolation” auch so, allerdings noch um einiges billiger gemacht. Hat man eigentlich immer nur bei Filmen, deren Anfang sich länger “hinschleppt”, wohl um den unkundigen Zuschauern klar zu machen “keine Angst, da kommt noch was!”. Die Feigheit des Regisseurs vor dem dummen Zuschauer ? Wobei “Don’t Breathe” in der Tat noch zu den besseren Horrorfilmen der letzten Jahre gehört, finde ich.


#1516

Ich denke, das ist für viele Regisseure/Produzenten ein bequemer Weg, um dem Zuschauer gleich zu Beginn (idealerweise) einen genregerechten Adrenalinschock zu verpassen, um sich dann mit dem für gewöhnlich folgenden eher gemächlichen Aufbau der Geschichte und der Charaktere etwas Zeit lassen zu können, ohne den geneigten Genrefan zu langweilen. Was natürlich trotzdem passiert, wenn es sich um einen 08/15-Slasher handelt, dessen Figuren einen oftmals ziemlich kalt lassen, weil es einfach kein gutes Drehbuch gibt.

Das erste Mal, dass mir dieser Kniff aufgefallen ist, war bei Romeros DAWN OF THE DEAD. Der Film startet mit einem ziemlichen “Bang”, der sehr schnell klar macht, dass wir es hier mit einer echten Bedrohung zu tun haben. Allerdings wird Romeros Film auch nach dem Opening nicht mehr langweilig.

Inzwischen verfahren eben sehr viele Genrefilme nach diesem Prinzip, so dass man schon froh sein kann, wenn es mal wieder variiert wird.


#1517

Mich ärgert es nur, wenn diese Szene das Überleben einer Figur vorwegnimmt, von der man es ohne sie nicht gewusst hätte. Das verleidet mir das Mitfiebern. Ein Beispiel, bei dem es nicht stört, wäre John Wick - da sieht man ihn zwar auch in der ersten Szene schwer verwundet herumkriechen, aber man weiß bei diesem Film sowieso, dass er als einziger Protagonist nicht mitten im Film das zeitliche segnen dürfte. Deshalb ist es kein störender Spoiler.