Ja, naja… während ich mit meinem review von „28 Years Later: The Bone Temple“ doch einigermaßen zufrieden war und bin, habe ich beim Verfassen des Textes zu „Silent Friend“ doch ziemlich ge-struggled, und meiner eigenen Meinung nach den Streifen und das, was er während des Anschauens in mir ausgelöst hat, nicht so richtig zu fassen bekommen, und in Worte übersetzen habe können. Wobei gerade dieses Nicht-Fassbare, mehr im Ungenauen Verbleibende und auch (das von mir abschliessend ja auch leicht bekrittelte) Ergebnisoffene, Unabschliessbare und (wortwörtlich) Unbeschreibliche ja gerade die den Film primär auszeichnenden Qualitäten sind. Eben, weil es ja vor Allem und zuvorderst auch um nichtverbale, nicht gerade leicht zu definierende und nur schwer in sprachliche Begrifflichkeiten zu fassende Prozesse geht. Welche eben allein schon aufgrund ihrer mehr schwingenden, denn durchdringenden Unbestimmtheit vermutlich auch gar nicht zu beenden sind, und letztlich als eine vom Film zwar aufgemachte, aber gar nicht bis zu einem irgend lokalisierbaren Endpunkt verfolgbare trajectory und Perspektive halt einfach so stehenbleiben müssen. Trotzdem kann ich aber auch verstehen, wenn so etwas nicht jedermensch mundet, und man Selbiges (mit vollem Recht) dann eventuell auch eher als prätentiös, denn als poetisch wahrnimmt, wie @Herr_Kees beispielsweise. Ich fand in der Tat übrigens auch, dass der Streifen mehrmals kurz davor war, in ebensolches Territorium abzurutschen, bzw. weg zu kippen, und das ein-, zweimal auch kurz getan hat, sich dann aber in den entscheidenden Momenten immer wieder gerade nochmal „gerettet“ hat. Für mich war’s aber, all in all, ein sehr sehr schöner Kinoabend, und sind dann gerade auch diejenigen Filme, welche kein rundes Stimmungsbild hinterlassen, und mehr von ihren Leerstellen und ihrer Offenheit geprägt sind, oftmals die bei Weitem interessanteren, als wenn mich immer und allzeit Alles restlos überzeugen würde. -Zig-1000mal „Danke!“ jedenfalls nochmal für den Tipp, der wäre ansonsten wohl komplett an mir vorbei gegangen. Wobei ich da eine Zweitsichtung jetzt in der allernächsten Zeit aber dennoch nicht unbedingt brauchen würde, sondern so erstmal ganz zufrieden mit dem outcome bin. Anders als bei „In die Sonne schauen“, wo mir quasi direkt nach der Erstsichtung schon klar war, dass es da ohne mehrere Nachbetrachtungen gar nicht gehen würde. Eben, weil er so verästelt, vielschichtig und multidimensional ist.
Joa, bei mir auch schon mit auf der Liste für die Jahres-End-Abrechnung. Damit zusammen mit „The Bone Temple“ schon zwei tolle highlights im noch blutjungen Kinojahr, und der Januar ist noch nicht mal ganz rum!
Mal schauen, ob und wo ich die zu sehen bekommen kann… Streamen könnte ich sie beide wohl, genauso wie „Die My Love“ (den ich vorgestern abend leider doch nicht mehr im Kino sehen konnte, alleine schon aus dem doofen Grunde, dass ich danach nicht mehr mit dem ÖPNV heim gekommen wäre - abermaliger erneuter Wintereinbruch hin, späte Startzeit her). Das mache ich aber nicht so gerne, bzw. wenn, dann nur in absoluten „Notfällen“, wenn ich den Streifen wirklich anders gar nicht schauen kann („After The Hunt“ und „Parthenope“ waren beispielsweise solche Ausnahmen). „Die Geschichte meiner Frau“ würde mich durchaus auch noch interessieren, den sowie „Körper und Seele“ soll’s auch als deutsche Blu-Ray-Veröffentlichung geben, während „My 20th Century“ wohl nur einen U.K.-release erfahren hat.
Ich weiss jetzt nicht, welchen anderen Film du noch mit in „die beiden“ hinein rechnest, aber falls es sich dabei um „In die Sonne schauen“ handeln sollte: Der lief hier in Hamburg gute eineinhalb Monate bis Mitte Ende Oktober lang in meinem Lieblings-Kino „3001“, und hätte ich ihn alleine schon dort an die sieben-, achtmal sehen können (letzten Endes sind es dann der Sichtungen doch „nur“ fünfe geworden…
). Und war dann ab und an durchaus noch bis Ende Dezember in dem einen oder anderen Kino noch zu schauen. Von daher war das für einen solch doch eher „sperrigen“ und nicht gerade leicht verdaulichen Film doch schon eine beachtliche Kino-Laufzeit. Aber „Silent Friend“ wird wohl auch hier inner Großstadt nicht über einen Kino-Einsatz von vielleicht maximal drei Wochen hinaus kommen, befürchte ich. Wobei es gestern abend in der von mir besuchten Vorstellung doch schon ganz gut besucht war. Wir waren isgesamt so knapp über dreissig Personen (ja, ich hab’ tatsächlich mal durchgezählt), in einem Kino mit 96 Sitzplätzen. Ist jetzt zwar auch nicht gerade überragend, aber durchaus noch okay. Bloss schade, dass so manch anderer nischige Titel dann wirklich in the blink of a eye schon wieder aus den Kinos verschwunden ist - manchmal dann ja sogar, bevor man selbst überhaupt irgend etwas davon mit bekommt… So isses mir selbst gerade erst mit „Mother’s Baby“ ergangen, der - obwohl gerade mal vor nichtmal zwei Wochen erst gestartet - hier in Hamburg schon nicht mehr in den örtlichen Lichtspouielhäusern läuft. Schade, der hätte mich trotz der scheinbar ausgelutschten Thematik seiner fast durchweg guten Kritiken, des angeblich schwer beeindruckenden Schauspiels und seiner intensiv-beklemmenden Atmosphäre doch schon sehr interessiert. Naja, muss ich fix schauen, dass es mir nun mit „Little Trouble Girls“ nicht genau so ergeht. Aber vorher morgen abend erst noch Sam Raimi’s „Send Help“, und dann am Wochenende eeeeeeeeeeendlich auch mal hier in HH die diesjährigen FWN.
Öhem - Aber „Badlands“? Unfassbares Meisterwerk, einer meiner Lieblingsfilme, und absolut sicherer Kanditat für eine Top 100-Liste meiner liebsten Filme aller Zeiten (falls ich überhaupt je so eine Liste erstellen würde, wofür wahnsinnig genug ich dann aber irgendwie doch (noch) nicht bin)… Und „The Thin Red Line“ mochte ich damals eigentlich auch ganz gerne, einiger kleinerer Mängel zum Trotz (habe den aber auch schon ewig nicht mehr gesehen). „Days Of Heaven“ fehlt mir leider noch, obwohl ich den seit Jahr und Tag schon längst mal hatte sehen wollen (Linda Manz!!!
(R.I.P.)). Aber die Spätwerke „Tree Of Life“, „The New World“ und „To The Wonder“ reizen mich selbst tatsächlich auch überhaupt gar nicht, muss ich zugeben.