Letzter Film, den ich gesehen habe

Joa, mal schau’n (oder auch nicht, weiss noch nicht, ob und wenn ja, wie’s denn zeit-technisch und terminlich so hinhaut). Hab’ den Kino-Start, muss ich zugeben, auch ein wenig „verpennt“ - Das wäre aber eh nicht gegangen, weil’s rein von den Arbeitszeiten, und der daran sich hätte anschliessen müssenden ÖPNV-Odyssee nach HH rein, sowieso nicht geklappt hätte… Heute wär’s zwar drin, aber für den Abend sind Gewitter mit Starkregen-Potential angesagt, da bleib’ ich dann (aus Gründen, die zu erläutern hier zu weit führen würde) mit dem Hintern doch lieber zuhause… und morgen nachmittag muss ich vielleicht nochmal auf Arbeit vorbeischauen. Ganz eventuell am Montag, wobei der da aber erst gegen 20:30 Uhr startet, und es dann mit dem Heimweg knapp werden könnte. Zumal ich am Dienstag auch noch einen Frühdienst habe, und am selben Tag abends dann auch noch den 1988er Anime " Hotaru no Haka" (deutscher Titel: „Die letzten Glühwürmchen“) im Kino sehen werde (extra Vorrat an Papier-Taschentüchern ist schon mit eingepackt… :sob: ). Bliebe also nur noch Mittwoch. Und ausgerechnet an jenem Tag läuft der im „Studio“-Kino gar nicht, und im „ABATON“ die ganze Kinowoche über leider nur in den kleineren Sälen (wo ich ihn nicht sehen will). Wobei der Trailer hier vor gut einem Monat schon vor dem von mir besuchten screening von David Lowerys „Mother Mary“ gezeigt wurde, und mich da und dort aber auch gar nicht so richtig gekickt hatte… Aber naja, is’ ja auch bloss ein Trailer, ne? Der über einen 160 Minuten langen Film also auch kaum was aussagen kann.

Der ja eigentlich sogar aus 6 bzw. 4 unterschiedlich (gefilmten) Episoden besteht, die stilistisch, formal und natürlich auch inhaltlich 100 Jahre (Kino) abdecken sollen. Der Rahmen iss quasi ein 4:3 Stummfilm, dann ändern sich Formate und eben auch Stilistik. Und Sounddesign. Und die Genres! Die letzte Episode spielt dann Silvesternacht 1999 und iss ne geniale „One Take Tour de Force Amour Fou mit Genretwist“. Die ist allein schon das Eintrittsgeld wert. Und ja, Trailer sind halt, nun ja, Trailer. Aber so ganz falsch isser auch nicht.

Wow, du hast die Möglichkeit GRAVE OF THE FIREFLIES im Kino zu sehen? Hab da bei der Erstsichtung vor Urzeiten Rotz und Wasser geheult. Für mich der beste Anime ever, und der beste Ghibli sowieso (vor SEN TO CHIHIRO und MONONOKE HIME). Knapp vor Oshii’s ANGEL’S EGG. Da bin ich jetzt aber schon ganz fett neidisch!

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Das ist tatsächlich sogar im Hamburger FFF-Kino „Savoy“ - also mit RRRichtig GROSSER Leinwand, super-bequemen Sitzen, und ganz allgemein gediegen-behaglichem Ambiente, und relaxed-entspannter Wohlfühl-Atmosphäre. Da läuft (seit Jahr und Tag schon) eine feine kleine Anime-Serie, wo alle paar Monate mal diverse Klassiker des Genres wiederaufgeführt werden. „Spirited Away“ (den ich, wie ich meiner Schande gestehen muss, de facto noch niemals nie nicht gesehen habe…), „Mononoke“, „Ghost In The Shell 2: Innocence“ (der letztes Jahr dran war, ich das screening aber leider komplett verpennt hatte, und das erst am Mittag des Vorführungs-(Sonn-)Tages gesehen hatte), usw. usf. waren auch alle schon mit dabei. Letztens gerade erst Kon Satoshis „Perfect Blue“, aber den habe ich wohlweislich ausgelassen… Ich schaffe es da einfach partout nicht mehr, über die Vergewaltigungs-Szene in der Soap Opera-TV-Serie, wo Mina mitspielt, noch ziemlich zu Film-Beginn hinauszukommen. Muss da jedes Mal, auch bei einer versuchten Heimsichtung, abbrechen… das macht mich vollkommen fertig, und kann ich das kaum ertragen. Weiss gar nicht, wie ich das damals im Kino ausgehalten hab’.

Wo wir da eh gerade beim Thema „Japanische Film-Klassiker“ zugange sind: Wie war denn eigentlich die Tübinger Sichtung von Ōshimas „Ai no korîda“? Hier in Hamburg vor 2 Wochen waren in der spätabendlichen Nach-22:00 Uhr-Vorstellung gerade mal so zehn Leutchen im Kino, und hat eine Frau den Saal irgendwann noch ziemlich am Anfang (das war bei der ersten Fellatio-Szene, mit anschliessender Ejakulation in den Mund / Rachenraum) verlassen… weiss aber natürlich nicht, ob’s jetzt wirklich an der sexuell expliziten Darstellung lag, oder eventuell doch auch andere Gründe hatte. Aber wie auch immer, was für ein unfassbar wundervolles (aber auch quälend-erschütterndes) Erlebnis, den auf der grossen Kino-Leinwand sehen zu dürfen. Müsste ich auch die Tage nochmal was zu schreiben, mal schauen, wie und wann.

Bei mir hats jetzt leider doch nicht hingehauen, da kam jetzt privat was dazwischen.
Musste ergo kurzfristig wieder stornieren :frowning:
Eine zweite Vorstellung gabs ja leider keine.

Hab aber die Online Buchungen ca. eine Stunde vor Filmbeginn gecheckt.
Der war fast rappelvoll… ca. 30 Leutchen…bei 36 Plätzen…
Hier läuft sowas eigentlich immer ganz gut! Halt viele (auch ausländische) Studenten.

Blockbuster oder auch Genrefilme haben es hier ungleich schwerer…

Generell isses natürlich nicht einfach, einen eh schon sperrigen bzw. fordernden (!)
ausländischen (soll heißen, nicht deutschen oder amerikanischen :slight_smile: ) (!!), noch dazu fünfzig Jahre alten (!!!) Film 1x unter der Woche (!!!) spätabends (!!!) im Omu (!!!) zu zeigen, und das noch dazu ohne große (Vorab)Werbung (!!!)…

Aber wie gesagt: Hier in TÜ funktioniert das!

Darüber bin ich auch ganz froh…

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Mmmhm ja, schade, dass Du den nun doch nicht sehen konntest. Aber klar, real life geht vor.

Zum Thema „Anime“ siehe auch den gerade eben erfolgten re-edit meines obigen posts

Ja, das mit dem Oshima hat mich auch geärgert… Mein deppertes 15 Jahre altes
Automobil hat mich im Stich gelassen. Habs jetzt nochmal aufpäppeln lassen und
bin gestern allen Warnungen zum Trotz (!), da ich den RESURRECTION UNBEDINGT
im Kino sehen wollte, trotzdem nach TÜ gefahren. Hat auch geklappt.
Bleibt jetzt aber in der Garage stehen…ein neuer iss eh schon gekauft, und wird am
kommenden MI abgeholt…
Deshalb in den letzten 2-3 Wochen auch keine weiteren Kinobesuche… :slight_smile:

Das ist natürlich schon schad’, wenn Einem da der fahrbare Untersatz einen Strich durch die Rechnung macht. Und mensch deswegen den Kino-Besuch (oder andere Termine) dann nicht wahrnehmen kann. Wie heisst es doch: „Ein Auto, das nicht fährt, das ist sein Geld nicht wert!“

:wink:

Zu den Animes: Ich mag eigentlich alle Ghiblis, aber der GRAVE OF THE FIREFLIES rangiert klar an der Spitze, der hat auch einen Platz in meiner absoluten Bestenliste…leider nie im Kino gesehen.
MONONOKE und CHIHIRO sind auch super, mag auch die arg unterschätzten HOWL’S MOVING CASTLE und MARNIE sehr gerne. Und TOTORO sowieso :slight_smile:

Oshii natürlich auch top, v.a. ANGEL’S EGG und GHOST IN THE SHELL… da hat der 2. Teil (INNOCENCE) bei mir auch die Nase vorn. Gottlob seinerzeit beim FFF gesehen.
Und mir damals auch gleich CDs von den wichtigsten Kawai-Soundtracks ‚brennen lassen‘ (AVALON, RINGU 1 & 2, GITS 1 & 2, DARK WATER).

Mag auch die ganzen Satoshis, allen voran PERFECT BLUE und PAPRIKA, mein Fave iss da allerdings MILLENIUM ACTRESS, den ich im Gegensatz zu den beiden Ersteren leider auch nie auf der Leinwand sehen konnte.

Die meisten Shinkais und Hosodas hab ich dann auch im Kino gesichtet.

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Ja, „Chiyoko: Millenium Actress“ ist auch mein mit Abstand herzallerliebster Kon Satoshi-Film… was für eine wunderbare Liebes-Erklärung an das japanische Kino, und ein betörend-verzaubernder Bilderreigen von über 100 Jahren Filmgeschichte. Zum Glück damals auf dem FantasyFilmFest 2003 im Kino auf der grossen Leinwand gesehen, und gleich hin und weg gewesen. „Paprika“ fand ich dann ein paar Jahre später allerdings nicht so wirklich gut, und war - aller auch hier vorhandenen Bilderpracht zum Trotz - doch ein wenig enttäuscht davon.

Shinkai Makotos „5 cm per Second“ wäre wohl der Anime, den ich am Liebsten nochmal auf der grossen Kino-Leinwand sehen würde. Und ist auch mein allerliebster Shinkai überhaupt.

Haha, jetzt wo du’s schreibst, hab den MILLENIUM ACTRESS natürlich auch im Kino gesehen.
Auch beim FFF. Wie konnte ich das nur vergessen…
Von Shinkai Makoto find ich die älteren Sachen am besten, 5 CM PER SECOND, CHILDREN WHO HEAR THE LOST VOICES und der wunderbare GARDEN OF WORDS rangieren ganz vorn, mag aber auch den SUZUME. Überhaupt, den 5 CM PER SECOND gibts ja jetzt auch als Realfilm…will ich unbedingt mal sehen, erwarte da aber nicht viel von…

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„You are nothing!“

Zur existenzphilosophischen Dimension der Epic Fantasy Sword And Sorcery-Rotoskopie-Animation von „The Spine Of Night“

„The Spine Of Night“
(Philip Gelatt & Morgan Galen King / 2021 / Blu-Ray / OmdU / Drittsichtung)

In einer sternenklaren Nacht erklimmt die Sumpfhexe Tzod den Gipfel des höchsten Berges der bekannten Welt, während die Reiche der Menschen unter dem Angriff der Truppen des brutal-rücksichtslosen und mit scheinbar gottgleichen Kräften ausgestatteten Imperators Ghal-Sur leiden, dessen unablässig marschierende Armeen seine grausame Gewaltherrschaft über den gesamten Globus auszudehnen versuchen. Eine eisigkalte, sturmumtoste und schneebedeckte Region, die seit Äonen schon keines Menschen Fuss mehr durchschritten hat, und sieht sie sich dort mit dem seit ungezählten Jahren schon zu ewig andauernder Wacht verdammten Beschützer einer seltsamen blauen Blume konfrontiert. Gemeinsam sinnieren die Beiden in diesen schwindelerregenden montanen Höhen über das Schicksal der Menschheit und den Fortgang der Welt, und erzählen einander Geschichten darüber, wie es einstmals gewesen ist. Tzod schildert dem Wächter dabei, wie sie vor langer, langer Zeit einmal die Schamanin des Sumpfvolkes war, bevor die aus der sogenannten „Zivilisation“ stammenden Krieger des degeneriert-saturierten Kaisers Pyratin dort einfielen, die Bewohner:Innen abschlachteten, den Sumpf niederbrannten, und sie selbst versklavten, und in Ketten gelegt in den Kerker warfen. Wo sie in der Gefangenschaft einen aufstrebenden Schüler des Gelehrten-Ordens von Ashgur kennen lernte, und ihn mit den Eigenschaften und der Macht der blauen Blume, die ihr zur Wahrsagerei verhalf, bekannt machte… einen wissbegierigen jungen Mann namens Ghal-Sur.

Philip Gelatts und Morgan Galen Kings phänomenale Rotoskopie-Animations-Epic-Fantasy-Schlachtplatte „The Spine Of Night“ hatte ich - CoViD19 sei (Un-)Dank - damals auf dem FantasyFilmfest ja leider nicht sehen können, dann bei der heimischen Erstsichtung vor drei Jahren aber beinahe schon wie ein persönliches Geschenk empfunden, so sehr mitgenommen, verzaubert und beeindruckt hatte mich der Streifen damals. Brachial-brutale, blutig-epochale, existenzphilosophisch angehauchte OldSkool-Fantasy für Fans von psychedelischem Fantasy-Prog Rock und episch-martialischem Power Metal, eine Offenbarung für Alle, die damals Ralph Bakshi und dem 1981er Erwachsenen-Zeichentrick-Klassiker „Heavy Metal“ verfallen waren, ein must see für diejenigen unter uns, welche als Teenies bereits die dicken Schwarten von Michael Moorcock und Robert E. Howard verschlungen haben, ein in Blutrot und Nachtschwarz geschriebenes Gedicht für Menschen, die mit Sturmbringer, Conan von Cimmeria und Elric von Melniboné aufgewachsen sind, und die schon damals gar nicht mehr zählen konnten, wie oft sie an verregneten Wochenend-Nachmittagen „Der Drachentöter“ und „Der Dunkle Kristall“ geschaut haben. Der Film entwirft eine grimmig-grausame, pyschedelisch-halluzinatorische Welt, wie man sie sich nur in seinen bösesten Fantasy-Fieberträumen vorstellt, schildert eine verrohte Gesellschaft, in der die Schwachen und Ausgestossenen ärmlich dahin vegetieren, während die Oberschicht und die sozialen Eliten in ihrem angehäuften Reichtum schwelgen, in umfangreichen Bibliotheken nutzloses, weil nicht angewandtes, Wissen und ungezählte alte Folianten sammeln, archivieren und studieren, und die Natur unter das Joch eines sie schamlos ausbeutenden und zerstörenden angeblichen Fortschritts gezwungen wird. Wobei sich die episodische, teils auch bloss Vignetten-hafte Erzählstruktur und das mosaik-artig zersplitterte, einen historischen Bogen von mehreren Jahrhunderten überspannende Narrativ wohl nicht Jeder und Jedem erschliessen, und sicherlich nicht alle Zuschauer:Innen restlos zu verzückt-jubelnden Begeisterungsstürmen hinreissen dürfte. Auch eine klassische Held(:Inn?)en-Reise sucht mensch hier vergebens, die potentiellen Identifikations-Figuren sind spärlich gesät, und segnen zudem auch recht schnell das (Über-)Zeitliche. Die Animationen sind teilweise arg behäbig, der Zeichenstil ist reichlich krude, und war schon vor 40 Jahren bei den grossen Vorbildern weitaus detailiert-plastischer, und die abrupt-krassen Zeitsprünge mögen nicht immer Allen gefallen… All das ist jedoch kleinliches Pille-Palle angesichts der formidablen Art und Weise, wie „The Spine Of Night“ hier grundlegende existenzphilosophische Fragestellungen in den Mittelpunkt seiner Geschichte(n) stellt, und sich unermüdlich an ihnen abarbeitet. Die blaue Blume dient dabei überdeutlich und wenig überraschend als Versinnbildlichung des menschlichen Strebens nach Wissen, Erkenntnis, und daraus resultierender Macht, sich die Welt und das, was in ihr lebt, untertan zu machen. Eine destruktiv-diabolische Herrschaft über die Schöpfung, eine in die eigene Vernichtung und den gesellschaftlichen Untergang führende Hybris. Die Segnungen der ach so progressiven Zivilisation, und ihrer ganze Habitate und Öko-Systeme verwüstenden Expansion werden dabei sowohl als repressiv-regressiv in Frage gestellt, und verheerend-ruinöses Macht-System enthüllt, als auch zugleich dem Spott preis gegeben, wenn es heisst, dass der einzige Geruch, der im Wind der Stadtluft liege, der von menschlicher Scheisse sei. Auch die Gelehrten in ihrem akademischen Elfenbeinturm der Forschung häufen die äonenalten Schriften nur an, um sie selbstzweckhaftem Studium zu unterziehen. Ohne das daraus gewonnene Wissen aber auch anwenden zu wollen, und zum Nutzen der Menschheit zu verwenden. Der Ordens-Oberste, zugleich auch als „Inquisitor“ betitelt, phantasiert davon, als allwissendes Orakel die Macht der Blume zu nutzen, um in seiner vermeintlichen Weisheit selbst die Götter übertreffen zu können. „The Spine Of Night“ beschreibt hier eine von der eigenen Allmacht verblendete, und an ihrer imaginierten Omni-Potenz selbstbesoffene Menschheit, die im Namen der technologisch-epistemologischen Progression beständig und unablässig an der Vernichtung der Grundlagen ihrer eigenen Existenz arbeitet. Die blaue Blume wird dabei jeweils so verwandt, dass sie den je individuell eigenen Zielen, und mögen sie ursprünglich noch so hehre und altruistische gewesen sein, bei deren bis zur Unkenntlichkeit korrumpiert-sinnentstellter Realisation möglichst widerstandslos und umstandslos zu Nutze ist - um welchen Preis auch immer. „How could we have been so blind to this vast ruin, until it was at our gates?“ heisst es in einer Szene, als eine Gruppe von drei Attentäter:Innen auf einem heimlich infiltrierten Luftschiff von Ghal-Surs Armee in Richtung seiner imperialen Residenz segelt, und dabei eine bis zum Horizont endlos sich erstreckende landschaftliche Ödnis überfliegt, eine lebensfeindliche, brachliegende, verwüstete und vergiftete Szenerie von totaler Umweltzerstörung und ökologischer Katastrophe. Der unumkehrbar scheinende Endpunkt einer Entwicklung, die ihren Anfang Jahrtausende zuvor hatte. In einer Zeit, als die Menschen ihren Respekt vor der Schöpfung verloren haben, und ihre Ehrfurcht vor dem Gleichgewicht der kosmischen Kräfte aufgegeben haben. Im Kontext des Film symbolisiert durch die Ermordung ihrer Gött:innen und Götter (allein schon diese fluoreszierend-psychotrope Sequenz mit ihrem beeindruckend-herausragend inszeniertem (Licht und-)Schatten-Theater ist so unfassbar schrecklich schön, dass es Einer:Einem beinahe dem Atem verschlägt).

Wobei der schönste, und für mich wichtigste Moment der zugleich ruhigste und besinnlichste Augenblick in diesem wogenden Bildermeer an Schlachten, Massakern, Misshandlungen und Magie-Duellen ist. Der ganz allein einem jungen Liebespaar gehört, das sich in den Trümmern ihres geplünderten und niedergebrannten Dorfes um ein improvisiertes Lagerfeuer setzt. Und die in den Ruinen der einstigen Gebäude gefundene blaue Blume nicht als Macht-Instrument missbraucht, sondern als recreational drug einsetzt, zur berauscht-besinnlichen Kontemplation nutzt. Um verloren in der Schwärze der hereinbrechenden Nacht, mutterseelenallein unter dem sterngefüllten Himmelszelt, psychedelisch-philosophierend, und reflektierend-sinnierend, über ihr eigenes kümmerliches Dasein sich zu ergehen. Was „The Spine Of Night“ nutzt, um ihnen, und uns mit dazu, die Vergeblichkeit der eigenen Existenz ins Gewissen zu rufen, und klar zu machen. Eine Vergeblichkeit, in der zugleich unsere tiefste Tragik, als auch unser einziger Trost liegen. „There is no mercy in the stars. No hope for man.“, sagt der Wächter einmal. In dieser finalen und endgültigen, Alles besiegelnden Erkenntnis liegen Triumph und Ruin, Askension und Annihilation, Transzendenz und Immanenz, Ausgang und Eingang, Fixpunkt und Fortgang, beieinander. Im Angesicht der allumspannenden, nicht vorstellbaren Grösse der Schöpfung, vor der wir ehrfürchtig zitternd stehen, sind wir nichts. Alles, was wir haben, ist dieser flüchtige und schon wieder verblassende Moment unserer kurzen Leben. Den wir demütig miteinander teilen sollten, bevor er schon wieder vergangen ist. Bevor ganz am Ende wir Alle mit unserer eigenen Sterblichkeit konfrontiert sind. Bevor Armeen aufhören zu marschieren, bevor ganze Imperien zerfallen, bevor alles Menschengemachte zu Staub wird, und wieder vom Winde verweht wird. Bevor uns das Fleisch von den Knochen gerissen wird, und wir aufhören werden zu sein. Wir in die endlose Leere des Kosmos hinein geschleudert werden. Funkelnde Diamanten, achtlos hingeworfen und leichtsinnig verstreut auf dem tiefblau-schattigen Samt des Universums. Wie die Sterne, einsame Wander:Innen in der weiten Ferne, die sich für einen kurzen Moment an den hell aufflackernden Lagerfeuern des Firmaments wärmen, bevor sie ihre endlose Reise über das milchig bleich schimmernde Rückgrat der Nacht wieder fortsetzen.

Und vom nokturnen Himmel herab abermals und wiederum eine Vielzahl von leuchtend blauen Samensporen zum Erdboden herab regnen, darauf wartend, in den Träumen und Alpträumen der Menschen erneut zu keimen, empor zu spriessen, und zu erblühen.

Gott, wie sehr ich diesen Film liebe.

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„Good taste is the enemy of comedy. Bas taste is simply saying the truth before it should be said.“

(Mel Brooks)

Vor ein paar Tagen noch dickedoll dran gedacht, es dann aber im hitze-bedingten Stress des Wochenendes fast verschwitzt (<---- pun intended) gehabt. Aber zum Glück noch dran erinnert. Denn wir begehen am heutigen Sonntag, dem 28.06.2026, ja ein ganz besonderes Jubiläum:

Mel Brooks: The First 100 Years

Na denn: Wish you a happy Birthday, dearest Mr. Brooks Mel, und auf die nächsten 100 Jahre! Mögest Du uns mitsamt Deines unnachahmlich-herzlich-ehrlichen Humors noch lange erhalten bleiben, und unser Gemüt hoffentlich auch weiterhin erheitern! Cheers, and have a good one!

:partying_face:

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Auch, wenn das Sichten der „A L I E N“-Filme und das Fertigstellen der dazugehörigen Texte selbstschreibend immer noch Vorrang hat (ich habe Camerons „A L I E N S“ in den zurück liegenden Wochen eineinhalb-mal gesehen, aber leider wegen fortgesetzter Ermattungs-Zustände und weiterhin oftmals eher schlechten Allgemein-Zustands immer noch keinen Text-Korpus dazu in Angriff nehmen können.. wird aber hoffentlich alsbald)… Aber hier dennoch einfach mal (m)eine road map of the things to (hopefully) come, a.k.a. Was ich für die Zukunft so geplant, und in petto habe. Ich weiss, ich weiss - Das Alles liest sich vollkommen irre, und schwerstens durchgeknallt - Aber hey, sometimes you just need to dream BIG, to make even BIGGER things happen… Und wenn ich schreibe: „Zukunft“, und / oder „demnächst“, dann ist damit auch eher der Zeitraum der nächsten zwei Jahre, denn der kommenden zwei Monate gemeint. Und, wie üblich, dient mir das hier auch ein ganz klein bisschen als eigener Ansporn. Die Planungen dafür liefen ja auch schon etwas länger, und die corresponding ideas reiften demzufolge bereits noch wesentlich länger in meinem wurmzerfressenen und gemütlich vor sich hinrottenden Bregen. Jedenfalls ist das Nachfolgende in etwa das, worauf ich im Großen und Ganzen in den nächsten vierundzwanzig Monaten Bock habe. Etwige Änderungen, und neue Projekte (Tarkovskij, Argento und Antonioni wären sicherlich auch andere spannende Kandidaten, und lauern noch in the back of my mind) unter Vorbehalt. Mal seh’n, ob, und wie, und wo, und wenn, und wann, das klappen kann. Stay tuned for more freaky crazy shit to come.

I won’t let the Sun go down on me

„In die Sonne schauen“ meets „Carnival Of Souls“ (allerdings, ohne weder auch mit der inszenatorisch-stilistischen Meister:Innenschaft des Ersteren ausgestattet zu sein, noch den furchteinflössend-beklemmenden Furor des Letzteren zu verströmen), im Tonfall und Stil der Berliner Schule (inclusive viel zu dumpf-verwaschen abgenommenem Ton, was mitunter zu mumblecore-artigen Verständnisproblemen führen kann). Ein Film, welcher über den Grossteil seiner zweistündigen Laufzeit ganz still und meditativ im bedächtig-beobachtenden Innehalten verharrt, und dessen lethargisch-sedierte Ereignislosigkeit die standbild-hafte Nicht-Handlung von unser Aller FFF 2024-Lieblingsfilm „Handling The Undead“ im Vergleich dazu wie einen rasant geschnittenen und furios montierten High Speed-Actionfilm erscheinen lässt. Nur, um dann in seinen letzten zwanzig Minuten eine magnetische Kraft, und magische Intensität zu entfalten, wie mensch sie in dieser Form so wohl kein zweites Mal in diesem Kinojahr mehr wird erleben können, und dürfen. Der Weg dahin dürfte Vielen allerdings zu zäh und behäbig sein, als dass sie ihn bis zum Ende mitgehen würden wollen, und der letztliche payoff dann wohl auch zu mager und gering ausfallen. Mehr dazu dann im Laufe dieses Wochenendes noch.

Auch wenn ich nicht so vermessen bin, davon auszugehen, dass irgendjemand wirklich und wahrhaftig hier auf (m)ein review warten würde… Ich war heute mittag schon drauf und dran, einen Text dazu in die Tasten zu hämmern - nur, um dann feststellen zu müssen, dass ich mich damit (zumindest zur Zeit noch) überaus schwer tue. Was mir selbst am Meisten zu schaffen macht. Denn zu keinem anderen Film, als zu diesem, habe ich seit meiner Erstsichtung von Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“ vor gut 11 Monaten das Gefühl gehabt, mich so überaus dringend, und drängend, zu ihm äussern zu müssen… und hat mich seitdem auch kein weiterer Film nach seiner Ansicht auch Tage später noch so sehr innerlich beschäftigt, zum Nach- und Weiterdenken gebracht, und mich partout nicht mehr losgelassen (und wer hier „in den Foren“ im Zeitraum des letzten Jahres halbwegs aufmerksam mitgelesen hat, die:der dürfte wohl wissen, dass allein das schon ein unglaubliches Kompliment für diesen Streifen ist). Als ich beim angestrengten Rekapitulieren, und angeregten Sinnieren über dieses Ausnahme-Werk dann aber unvermittelt in Tränen ausgebrochen bin (auch das eine weitere Gemeinsamkeit zu meiner Rezeption von Schilinskis Meister:Innen-Stück), da wurde mir allmählich aber klar, dass ich noch gar nicht wirklich in der Lage bin, mich angemessen und adäquat dazu äussern zu können, und zu wollen. Da muss tatsächlich erst noch eine Zweitsichtung her. Welche nunmehr für den Dienstag abend vorgesehen, und geplant ist. Und selbst, wenn ich hier und jetzt noch nicht allzuviel dazu sagen kann, und / oder mag, und obwohl the final verdict is still pending, Eines lässt sich jetzt schon mit absoluter Sicherheit sagen: Sandra Wollner ist mit „Everytime“ einer der wichtigsten, bedeutendsten, und nachhaltig in Erinnerung bleibendsten (vermutlich auch noch weit über dieses Kinojahr hinaus) Filme des Jahres gelungen - aller eventuellen kleineren Mängel, und vernachlässigbaren script-begründeten narrativen Defizite zum Trotz. Alle drei Hauptdarsteller:Innen spielen unglaublich gut, wobei besonders die viel zu oft viel zu übersehene Birgit Minichmayr hervor zu heben ist. Und die letzten gut zwanzig Minuten, als der Film vollends ins Surreale sich auflöst, und de facto (auch) zu so etwas wie einem Genre-Film wird, gehören zum wohl Stärksten, bildhaft Magischsten, und tief berührend Unfassbarsten, wessen mensch anno 2026 überhaupt auf der Kino-Leinwand ansichtig werden kann. Wer auch nur ein kleines bisschen Liebe für schwer verdauliches, ungewöhnlich erzähltes, zäh sich hinziehend forderndes, und endeffektiv die Möglichkeiten des Mediums Film erweiterndes und das altbekannte dramaturgisch-narrative Korsett auf bislang verblüffend-ungesehene, innovativ-Staunen machende Art und Weise sprengendes Arthouse-Kino übrig hat, sollte sich diesen Film nicht, und auf gar keinen Fall, entgehen lassen. Und wer keine Lust hat, noch ein paar Tage lang auszuharren, bis ich dann eeeeeeeeendlich auch mal mit meinem review hier rumkomme, kann sich entweder Wolle M. Schmitts youtube-Lobpreisungen ansehen, und anhören (wovon ich Euch aber !!! DRINGENDST !!! abraten würde, da das Video doch so Einiges spoilered. Und es aber gerade auch bei diesem Film immens wichtig ist, im Voraus am Besten so gut wie gar nichts über das zu wissen, was da gen Ende hin geschieht, und sich ereignet). Oder aber liest die weitgehend spoiler-freie Kritik von Mathias Hopf auf „Das Film-Feuilleton“ (der Spoiler mit der Sonne wird ja sogar auf dem Filmplakat selbst schon „verraten“). Und kauft sich danach dann hoffentlich eine Kinokarte. Es lohnt sich - auch, wenn das zu Beginn nicht gleich klar ist.

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Weiß nicht, ob der als Genrefilm qualifiziert, daher hier. Nachdem er beim FFF gestrichen wurde, konnte ich trotzdem bereits einen Blick auf Coyote vs. Acme werfen. Ich mochte die (zumindest optischen) Vorbilder Space Jam und Who Framed Roger Rabbit gerne und der hier geht für mich in eine ähnliche Richtung. Das Herz am rechten Fleck, der übliche Looney Tunes-Spaß. Am Ende hat er mich tatsächlich emotional ein wenig erwischt. Die Ironie des Inhalts, die sich in gewisser Weise in der Behandlung des Films spiegelt, ist ein weiterer Punkt, der den einfach sympatisch macht. Ich kann nicht in die Lobeshymnen einstimmen, die man vereinzelt online schon lesen kann, aber dafür bin ich auch der falsche Adressat.

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