„The Trail“ hatte ich Anfang diesen Jahres mal angefangen zu schauen, weil’s den für lau, umsonst und umme auf amazon prime zu sehen gab - Aber der hat mich wirklich mal so rein gar nicht abgeholt, und zu fesseln vermocht. Eher im Gegenteil schwer angeödet, und beinahe in den Halbschlaf gelangweilt. Reichlich dröge-lahm, auch rein filmisch nicht prägnant genug verbildlicht, und nur wenig intensiv umgesetzt, und in Gänze einfach nur depperter Schmarr’n.
Chihiros Reise ins Zauberland
Ein zauberhafter Film um ein Mädchen, das mit ihren Eltern in ein Zauberland gerät. Es warten zahlreiche Abenteuer auf sie inmitten von Hexen, Geistern, Göttern, Drachen und einem Riesenbaby. Die Rußmännchen fand ich total putzig.
Der Ideenreichtum, was die Gestaltung der Bilder und Charaktere betrifft, ist beeindruckend. Es gibt so viele Details zu entdecken, dass man sich am liebsten Standbilder wünscht, um alles richtig würdigen zu können.
War dann letztlich nicht so emotional, wie ich befürchtet habe.
Ich hatte EVERYTIME aufgrund wohlwollender Berichterstattung bereits auf meiner Watchlist und auch wenn wir zwei beide in Sachen Filmgeschmack nicht immer auf einer Linie liegen ist dies doch zumindest häufiger als mit anderen Forumsteilnehmenden der Fall und ich bin Dir (und @GrouchoMarx ) immer noch für die Empfehlung/Erfahrung von/mit IN DIE SONNE SCHAUEN dankbar.
EVERYTIME nun war wahrhaft schwere Kost, ein Film, den ich erst noch abschütteln muss. Ich mag Minichmayr und fand auch die kindlichen und jugendlichen Schauspieler toll, allerdings war mir der Film deutlich zu sehr „Trauerporno“, zwei Stunden bedrückendes Gefühl zum Preis eines Kinotickets, puh. Aber ich hatte mich auch vorher über den Inhalt null informiert und bin froh, den Film im Kino gesehen zu haben, zu Hause hätte ich womöglich nicht ohne Ablenkung durchgehalten, manchmal muss man sich eben zwingen.
Was das „surreale Finale“ angeht, empfand ich dies gar nicht als so surreal, sondern vielmehr als „reale“ Darstellung des von einem Kind Erlebten, das gerade an einem Partydrogenbonbon gelutscht hat. Wie hast Du das gesehen?
Joa, dazu kann und will ich jetzt gar nicht so viel sagen, will meinen, schreiben…ausser, dass wohl am Wochenende eeeeeeendlich mal noch (m)ein review dazu kommt. Und ja, na klar, dieses Detail mit den Drogen, die Melli in der (Hand-)Tasche findet, und (zumindest kurzzeitig / teilweise) konsumiert, kann mensch selbstschreibend dazu verleiten, das Ende des Films genauso zu lesen, wie Du das getan hast… IMHO erschöpft sich das aber nicht darin, bzw. geht diese Deutung meiner Meinung nach nicht wirklich, und komplett auf. Aber wie schon erwähnt, darauf werde ich dann im erschöpfend-ausufernden review-Text noch ausführlicher eingehen. Ansonsten hatte ich mir aber auch schon gedacht, dass der Streifen durchaus anstrengend(er) auf Dich wirken könnte, und Du den als schwer verdaulich, eher zäh und strapaziös empfinden könntest. Ging mir bei meiner Erstsichtung übrigens auch ähnlich, bzw. fast genauso. Was sich bei der (IMHO auch überaus notwendigen, und ausgesprochen lohnenden) Zweitsichtung aber wieder relativierte, und sich mir bedeutend anders darstellte / von mir wahrgenommen wurde.
Da ich aber gerade eben erst von meinem Kinobesuch von Jane Schoenbruns „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ heimgekehrt bin (den ich in etwa so wahrgenommen habe, wie Du ja neulich erst „The End Of Oak Street“, nämlich, dass der mich so heftig erwischt, und mitgenommen hat, wie wohl kaum ein, bzw. eigentlich noch gar kein anderer Film in diesem formidablen Super-Kinojahr (wobei ich aber auch der Ansicht bin, dass Du und @GrouchoMarx gut daran getan habt, den auszulassen… weil der Euch, eben gerade, wenn Ihr Euch selbst schon nicht „zur Zielgruppe“ hinzu rechnet, niemals nicht so sehr hätte nahegehen können, wie all den anderen Menschen und meiner Wenigkeit im fast ausverkauften Kinosaal)), und morgen schon wieder früh raus muss, allein deshalb, um noch in irgendeinem Hamburger Elektronik-Fachmarkt eine PS5-Kopie von „Mortal Shell 2“ erwischen, und abgreifen zu können (Ächz - das hat mensch nun davon, nicht rechtzeitig zu pre-ordern…), bevor es dann um die Mittagszeit schon wieder zur Arbeit geht, werde ich mich auch zu diesem wundervollen Ausnahme-Film wohl erst am Wochenende weitergehend äussern können. Bis dahin: Gut’s Nächtle, allerseits!
Du wirst lachen, aber nach dem ganzen Miasma-Hype werde ich mir den wohl doch nächste Woche anschauen. Diese Woche hat er zwischen die OAK STREET, EVERYTIME und meine ODYSSEY Zweitsichtung einfach nicht mehr reingepasst ![]()
The Invite
Darsteller: Olivia Wilde, Seth Rogen, Penelope Cruz und Edward Norton
Regie: Olivia Wilde
Ein Pärchenabend, bei dem sämtliche Emotionen zutage treten. Angela (Olivia Wilde) hat kurz entschlossen die Nachbarn zum Abendessen eingeladen. Was ihr Mann Joe (Seth Rogen) allerdings erst kurz vor deren Eintreffen erfährt, was dann zu einem Streit zwischen den beiden führt. Die Gäste Hawk (Ed Norton) und Piña (Penelope Cruz) bekommen das mit, sodass von Anfang an eine angespannte Stimmung herrscht. Es folgt ein rasanter Schlagabtausch zwischen den Beteiligten, der manchmal witzig ist, manchmal emotional, manchmal aggressiv.
Dauert bisschen, bis der Film in die Puschen kommt. Aber mir gefiel das timing nicht nur des Dialogs, einzelne Szenen sind wie aus dem richtigen Leben gegriffen, sodass man sich gut in die Figuren einfühlen kann. Manches, was ausgesprochen wird, kann man durchaus auch für sich beherzigen.
Ich mag Olivia Wilde, aber ich fand, sie hat ein wenig over-acting betrieben bei ihrer Figur. Da hat sie als Regisseurin bessere Arbeit geleistet.
Ich bin kein Fan von Seth Rogen, aber den Joe hat er sehr gut hingekriegt. Ein mit seinem Leben sehr unzufriedenen Mann, der das dann auch alle spüren lässt.
Und, wow, Ed Norton. Sein Hawk und dessen Hintergrundgeschichte - toll gespielt.
Penelope Cruz dominiert dieses Quartett mit ihrer Figur, indem sie sich nicht verunsichern lässt und die Zügel in der Hand behält und in entscheidenden Momenten energisch einschreitet. Ihre Figur dürfte an die Paartherapeutin Esther Perel angelehnt sein.
Ich fand, The Invite wirkt wie eine modernisierte Fassung von Who’s afraid of Virginia Woolf.
So, jetzt bin ich Dir zuvorgekommen und habe meine Gedanken zu EVERYTIME sortiert:
THE ODYSSEY war jetzt tatsächlich der einzige Film den ich in den letzten 2-3 Monaten im Kino geguckt habe.
Allerdings nur ‚normal‘, ins Leonberger IMAX kriegen mich keine 10 Gäule ![]()
Kumpel hat mittlerweile alle entsprechenden Versuche mich zu bekehren aufgegeben.
Für mich muss ein Film einfach so, ohne den ganzen Schnickschnack wie 3D, IMAX, Popcorn, Nachos, Pi Pa Po) funktionieren - und das tut er in erster Linie bzw. sogar ausschließlich über Story, Darsteller und Inszenierung (Kamera, Schnitt, Musik).
Aber ich schweife ab…
Fand ihn eigentlich ganz gut, hatte da auch so meine Bedenken. Gerade die Erzählstruktur hat mir sehr zugesagt, die Darsteller waren größtenteils wirklich gut (Holland & Damon, bin da sonst nicht so der Fan von denen) bis sehr gut/überragend (Morton, Pattinson und v.a. Hathaway) und die letzten 20-25 Minuten waren sogar richtig spannend/intensiv und hatten fast schon Thriller-Qualitäten. Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Stimmen und Reviews, die ich bislang gelesen habe, war das für meinen Geschmack sogar der mit großem Abstand bisher ‚leiseste‘ Film von Nolan.
Die Musik von Göransson hab ich nur selten überhaupt registriert, und wenn überhaupt, dann nie als störend empfunden. Eher als musikalische Untermalung im Hintergrund, kein Vergleich zum sonst üblichen Geplärre und Getöse von Herrn Zimmer, der ja gottlob und ohrenscheinlich keine Zeit hatte und derzeit wahrscheinlich am Score von DUNE 3 rumwerkelt. Aber vielleicht lags auch nur am Kino?! Oder ich bin noch schwerhöriger als ich dachte? Gut möglich…
Was mir nicht so zugesagt hat waren wie befürchtet die Fantasy-Aspekte/Elemente/Anteile des Films, die leider allesamt lust- und lieblos inszeniert waren/wirkten. Auf die scheint Herr Nolan (mal wieder, s.a. die Bruce Wayne-Trilogie) keinen so richtigen Bock gehabt zu haben. Man hat da irgendwie immer das Gefühl, dass er sich am liebsten drum herum drücken würde, sie aber letztendlich als notwendiges Übel sieht und zwar anerkennt aber leider auch entsprechend inszeniert.
Bestes Beispiel: Das einfallslose Design und der Auftritt des Zyklopen, der spannungslos und lahm war. Kein Hauch von Intensität, Spannung oder echtem Grusel, auch nicht, als es aus der Höhle raus ins Freie und zur Flucht aufs Boot geht. Irgendwie verschenkt. Wenn ich da an die entsprechenden bzw. vergleichbaren Szenen aus SINBADS 7TH VOYAGE oder JASON AND THE ARGONAUTS (Talos, you know?) denke…aber was soll’s.
Und überhaupt, so richtig episches Flair kam eigentlich nie auf, war tatsächlich mehr ein (dramaturgisches) Kammerspiel mit nur wenigen set pieces als ein fetter, überbordender Monumentalschinken. Was im Endeffekt aber wiederum ganz gut gepasst hat.
7 oder 7,5 Punkte gehen schon in Ordnung.
Puh, weiß jetzt auch nicht wirklich was ich tun soll. Könnte den prinzipiell kommenden Mittwoch, als „Appetizer“ vor HARD-BOILED (!) gucken…ein filmischer Drahtseilakt, i know…
Funktioniert wenn überhaupt nur in der Reihenfolge…erst die Arbeit, dann das Vergnügen ![]()
Sozusagen…
Mein ernst gemeinter Rat: Dann lass’ es besser bleiben, und wohl auch am Besten ganz sein. Auf den Streifen, und seine wirklich nicht ganz leicht bekömmliche, und problemlos verdauliche Thematik, die doch arg spröde Erzählweise, sowie nüchternen Inszenierungs-Stil muss mensch schon Bock haben. Ich selbst sehe das zwar vollkommen anders als @Herr_Kees , und hätte da doch so einige objectifications bezüglich seines review-Textes (zum Beispiel empfinde ich das Wort „Trauer-Porno“ nicht nur als in mehrfacher Hinsicht absolut unpassend, sondern halte eine derartige Bezeichung sogar für „objektiv“ besehen falsch), kann ihn - aus seiner Sichtweise heraus - andererseits aber wiederum auch nur allzugut verstehen, bzw. nachfühlen. Ist halt weder ein einfacher, noch ein einfach konsumierbarer Film. Muss IMHO aber auch genau so, und nicht einen Deut anders sein. Für mich definitiv der bisher beste Film des Jahres, ganz knapp vor „The Chronology Of Water“. Und mit selbigem, sowie „Mother Mary“ zusammen die Heilige Trinität meines Kinojahres 2026. Auch wenn „Teenage Sex And Death At Camp Miasma“ heftigst-ungeduldig drängelt, und allzu gerne auch noch mit aufs Treppchen möchte. Mehr zu „Everytime“ dann hoffentlich heute abend noch im ausführlichen Langtext-review.
Neenee, der interessiert mich schon, den lass ich mir jetzt nicht ausreden, bin da irgendwie neugierig drauf.
Mehr als auf das ganze filmische Kasperltheater, das derzeit mal wieder die Kinos verstopft.
Hab ja noch etwas Zeit mir das durch die Omme gehen zu lassen…machs mal von meiner Tagesform/Stimmung abhängig und werds einfach kurzfristig entscheiden.
Ansonsten guck ich den auch einfach mal bei anderer Gelegenheit. Man wird sehen…
Mit schwerer filmischer Kost hab ich generell ja überhaupt keine Probleme. Ganz im Gegenteil: Oft bzw. meist haben solche Filme und Themen ja sogar einen kathartischen Effekt. Iss zumindest bei mir so. Ob der jetzt hierher passt weiß ich nicht, aber da er mir gerade in den Sinn kommt: Fand bspweise den SON OF SAUL ziemlich beeindruckend. Könnte bzw. würde ich mir aber nicht jeden Tag anschauen wollen. Gilt im Übrigen auch für THE ZONE OF INTEREST.
Die Bezeichnung ‚Trauerporno‘ find ich tatsächlich auch irgendwie daneben (nix für ungut, Kollege Kees), da müsste man ja nahezu jeden bzw. 90% der (Horror oder Action)Filme,
die wir konsumieren und hier besprechen als ‚Gewaltporno‘ bezeichnen.
CHRONOLOGY OF WATER hab ich mir tatsächlich auch schon vor längerem angeschaut, aber nie was zu geschrieben, weil mich der seltsam unberührt und kalt gelassen hat. Lag vor allem an der für meinen Geschmack zu krampfhaft und gewollt auf „künstlerisch“ getrimmten Inszenierung mit stilistischen Gimmicks, die es m.E. nicht benötigt hätte. Hab auch aufgrund der durcheinander gewürfelten Zeitebenen allein 15-20 Minuten gebraucht um überhaupt manche Figuren zuordnen zu können. Die Schwester bspweise…da wars dann auch um mein Interesse geschehen. Bin da nie wirklich ‚reingekommen‘. Hätte mir hier eher eine geradlinige und lineare Erzählform erwartet & gewünscht. So ist der Film einfach an mir ‚vorbeigelaufen‘.
Die Figuren haben sich mir nie wirklich erschlossen, ich hab nie mit ihnen mitgefühlt sondern einfach alles nur merkwürdig distanziert zur Kenntnis genommen.
Einfacher gesagt, der iss nie wirklich zum Leben erwacht bzw. hat für mich einfach nicht funktioniert…
Also das komplette Gegenteil zu bspweise IN DIE SONNE SCHAUEN…
Meine 2 Cents halt…schön, dass er dir gefallen hat.
MOTHER MARY wiederum fand ich von den Figuren und Darstellern her ziemlich geglückt und streckenweise sogar unglaublich intensiv, vor allem was die Dialoge angeht. Gab auch viele schöne und beeindruckende Visuals…lediglich die Geschichte selbst war im Endeffekt schon etwas dünn und a bissl verschwurbelt, bzw. hatte gar nicht mal soooo viel Substanz, wie uns der Film gern weismachen will. Das Ende (Ritual) fand ich auch eher krude, hat aber insofern fast schon wieder gepasst.
Insgesamt hat mich der erstaunlich gut unterhalten und streckenweise sogar richtig gefesselt. Da bin ich voll bei dir…ob’s am Ende des Tages bzw. Jahres für nen Eintrag in die Bestenliste reicht…i don’t know.
Überhaupt fand ich das filmische Jahr bislang nicht sonderlich ähm überzeugend…
vielleicht ändern ja die jetzt anstehenden und anrollenden Festivals da etwas…
He he he - Witzig, dass Du gerade das, was Du da schreibst, jetzt so schreibst, wie Du es getan hast… denn: (Fast) ganz genau so isses mir vor einigen Wochen mit Bi Gans „Resurrection“ ergangen, den ich auf den allerletzten Metern, und beim wirklich letzten screening in meinem Lieblings-Kino „3001“ dann doch noch mitgenommen habe… und der, parallel zu Deinen Erfahrungen während der Sichtung von „The Chronology Of Water“ für mich auch mal so überhaupt und rein gar nicht funktioniert, und mich emotional erreicht, oder irgendwie berührt hat. Die Auftakt-Sequenz mit ihren Anklängen an den / ihrer Hommage des Expressionismus im deutschen Film der 1920er fand ich zwar noch sehr schön gestaltet und gespielt, und hätte der Streifen meinetwegen auch gerne noch 'ne gute halbe bis dreiviertel Stunde in genau dem Stil weitergehen können… das war’s dann aber auch schon, und hat mich der Film danach sowohl vom Narrativ, als auch vom Stil und der Inszenierung her, aller seiner Kunstfertigkeit zum Trotz, bzw. vermutlich sogar gerade wegen all seiner Kunstfertigkeit rapide verloren, und im weiteren Verlauf dann auch nie wieder einzufangen, und / oder zu überzeugen geschafft. Das kam mir persönlich Alles furchtbar leblos, steril, kalt und gekünstelt vor, hatte in meiner Wahrnehmung keine den Figuren und Geschichten innewohnende Kraft, oder inneres Feuer. Hatte ja schon nach der Trailer-Schau ein eher ungutes Bauchgefühl, mich dann aber dennoch entschlossen, dem trotzdem noch eine Chance zu geben. Naja, hat halt leider nicht hingehauen, und wird’s dann wohl auch bei der einen Erst- und Einzigsichtung bleiben. Schade, aber ist dann halt so.
Gibt halt manchmal so Filme, die für Eine:n selbst aus gewissen Gründen, mögen das nun individuell-subjektive Befindlichkeiten, und Präferenzen, oder aber dem jeweiligen filmischen Text und Stil inhärente Eigenarten sein, partout und gar nicht funktionieren. Von daher: Würd’s mich natürlich schon freuen, wenn Du „Everytime“ dann doch noch was abgewinnen könnest. Sei aber besser doch darauf gefasst, dass er Dich möglicher Weise ähnlich un-involviert, und vor lauter Langeweile und innerem Angeödetsein nervös im Kinosessel hin- und herrutschend, und ungeduldig das Ende herbeisehnend ratlos zurücklässt, wie neulich erst @Herr_Kees .
Tscha, da geht’s mir selbst tatsächlich vollkommen anders - Ich fand’ ja schon das vergangene Kinojahr überaus grossartig, spannend, und grandios gut… Aber heuer habe ich den Eindruck, das 2026 eines der wohl beeindruckendst-vielfältigsten, divers-breitgefächertsten, vielschichtig-abwechslungsreichsten, und von der Qualität der gesichteten neuen Filme her dem subjektiven eigenen Empfinden nach wohl besten Kinojahre der vergangenen 10 oder 15 Jahre sein dürfte.
Na also, geht doch…da sind wir uns doch wieder herrlich einig uneinig … ![]()
Aber im Ernst…das ist dann halt einfach so…
Zu RESURRECTION nur soviel…
Hatte den zuallererst mit grausigen englischen Subs gesehen, da hab ich
schlicht und ergreifend nix verstanden. Da mir die Optik gefiel hab ich mir
die Criterion BR geholt…et voila: Auf einmal hat fast alles Sinn gemacht.
Die Kinoversion mit dtsch. Subs iss hingegen wieder problematisch, da hab
ich mir auch öfter die Haare gerauft…hab die Leute im Kino nicht beneidet.
Da iss schon einiges dabei, was nicht ähm viel Sinn macht…leider…
Bin froh, dass ich die BR vorher geschaut habe.
In dem Fall stehen Criterion tatsächlich für Qualität…
Und ja, der iss natürlich voll auf Kunst äh getrimmt… und hat auch
seine Mängel bzw. schafft es nicht 100%ig zu überzeugen.
Aber für mich überwiegen hier die Stärken die Schwächen - vor
allem die One Take only-Episode war stilistisch und darstellerisch
einfach grandios…
Im Kino hab ich dieses Jahr jedenfalls (noch) nichts Besseres gesehen.
Vielleicht war ich auch nur in den falschen Filmen.
Aber egal, jedem Tierchen seine (filmischen) Pläsierchen…
Da merkt man erstmal wie einzigartig IN DIE SONNE SCHAUEN war / ist.
Oder um es mit einem Zitat aus Herrn Kees Lieblings-Film-Trilogie auf den Punkt zu bringen:
"Ein Film, sie zu knechten, sie alle zu finden, ins Kino zu treiben und ewig zu binden.“
Joa, kann durchaus schon sein, dass die deutschen Subs da stellenweise eher sinnbefreit daher kommen… das alleine war’s aber nicht, und auch nicht zuvorderst, was mir den Film verleidet, bzw. mich seltsam unberührt gelassen hat. Aber wie erwähnt, ich werd’ den nicht nochmal schauen. Einmal reicht in dem Falle. Hauptsache ist ja, ich hab’s immerhin versucht. Und „Long Day’s Journey Into Night“ werd’ ich mir dennoch irgendwann nochmal geben. Vielleicht überzeugt der mich dann ja mehr. Vor dem FFF wird das aber definitiv nix mehr.
Logo, iss dann halt einfach so…ich würde den unbedingt auf eine Stufe mit Tarkovsky stellen, Bi Gan hat den ja als einen seiner wichtigsten Einflüsse genannt. Und der war ja oft bzw. meist auch faszinierend und frustrierend zugleich…
Es braucht viel mehr solcher enfant terribles oder eigenwilliger, sturköpfiger Auteurs, die das Kino bzw. dessen Konventionen auf den Kopf stellen und einfach ihr Ding durchziehen…
Da fällt mir auf Anhieb auch Jia Zhangke ein, mit dem ich früher fast gar nix anfangen konnte, mittlerweile hab ich ihn aber neu bzw. zum ersten Mal richtig entdeckt…und wenn man sich auf seinen Stil mal einlassen kann entwickeln seine Filme einen ungeheuren Sog…dem man sich kaum entziehen kann. Einer meiner (neuen) Lieblingsregisseure…
Ja, die Tarkovksij-Einflüsse, IMHO eher -Zitate, waren ja auch (stellenweise zu über-)deutlich sichtbar. Ebenso die vielen Wong Kar Wai-Hommagen im letzten Segment. Auf eine(r) Stufe mit Tarkovskij würde ich Bin Gan aber niemals nicht sehen, und stellen… so etwas käme in meinen Augen beinahe schon blasphemisch-sakrileg-hafter Gotteslästerung gleich. Aber auf eine Stufe mit Tarkovskij würde ich persönlich sowieso Niemanden stellen. Und wo Tarkovskij Weltklasse, und einsam-unerreichte Spitze ist, spielt Bi Gan meiner Ansicht nach eher in der Kreisklasse. Zumindest, soweit ich das nach dem Ansehen von „Resurrection“ überhaupt beurteilen kann.
Oha, bzw. Aua bzw. Vorsicht! Den LONG DAY’S JOURNEY INTO NIGHT fand ich zwar schon irgendwie faszinierend aber gleichzeitig auch ähem ja, logo, frustrierend. Was auch sonst?
Den hätte ich halt gern mal mit dem finalen einstündigen One Take in 3D im Kino gesehen. Verstanden hab ich da fast gar nix…
Da ist RESURRECTION tatsächlich um einiges äh zugänglicher…KAILI BLUES ebenso.
Neulich erst gesehen, der hat auch ne ellenlange grandiose One Take Sequenz.
Das sind halt tatsächlich alles ausnahmslos Filme die man sich „erarbeiten“ bzw. verdienen muss. Aber gerade das macht mir Spaß daran…ich liebe solche Herausforderungen.
…da war auch viel Kurosawa drin bzw. dabei…bzw. ganz generell japanisches Kino.
Die ausgefeilten Bildkompositionen (bspweise im ruhig und gemächlich inszenierten dritten Segment, das optisch arg an STALKER erinnert hat). Und ja, das letzte und beste Segment zeigt unverkennbar Einflüsse von WKW…v.a. Kamera und Schnitt. Christopher Doyle, ick hör dir trapsen. Iss aber alles ja durchaus legitim.
So gesehen war bzw. ist der Film halt auch eine schöne Ersatzdroge…da wir von Tarkovsky ja bekanntlich nix mehr zu sehen kriegen werden…bei WKW weiss man’s ja leider nicht.
Okay, jetzt wirds schon wieder arg off topic…belassen wir es mal dabei (oder weg damit in nen anderen Thread) ![]()
DAS habe ich übrigens weder so geschrieben noch empfunden. Ich hatte zwar zwei Stunden lang ein ungutes Gefühl, war aber weder angeödet noch ungeduldig.
Mhhm okay, alles klar - Dann hatte ich das mit dem „Hin- und Herrutschen im Kinosessel“ ganz offensichtlich falsch verstanden, und allerlei hanebüchen-grenzdebilen Unsinn, welcher auf meinem eigenen gedanklichen Mist gewachsen ist, da hinein interpretiert. Thanxx 4 clarification.