Letzter Film, den ich gesehen habe


#1303

Damit konnte ich dafür damals überhaupt nichts anfangen, soweit ich mich erinnere war er meine größte Enttäuschung des Jahrgangs. Das Ende gefiel mir besser als der Rest, aber ich dachte mir hinterher, dass das ganze als Kurzfilm besser für mich funktioniert hätte. Es ist halt auch ein extrem ruhiger, künstlerischer Film… wenn die einen nicht packen, zieht es sich sehr.


#1304

… und wie bei eigentlich jedem 2. Film gefiell MIR das Ende NICHT. Sonst hätte ich 10 Punkte vergeben wollen. :wink:


#1305

The Signal.

Festivaleinstimmung Teil 2. Und nochmal “BOAAAAH WIE GEIL!!!”. Ich glaube ich bin hier der einzige Mensch der dieses Meisterwerk noch nicht gesehen hatte (weil ich 2007 leider auch auf dem FFF gefehlt habe). Am liebsten würde ich jetzt eine Review schreiben, aber es gibt bereits 19 (NEUNZEHN!) Stück. Ja, früher haben die Fans hier noch geschrieben…

The Signal zieht wirklich alle Register, die ein gut gemachter Horror nur ziehen kann. Abersolute WTF Momente, blutiger Irrsinn und Wahnsinn und unendlich viele überraschende Momente. Dazu besitzt der Film die Frechheit, da anzufangen, wo andere Filme dieser Art aufhören, ohne sein “Ende” aber jemals zu einem Ende zu bringen. Ich verstehe jetzt auch warum die Kritiker von “Cell” diesen Film als Referenz heranziehen. The Signal macht unendlich viel richtig, besitzt suspense als auch einen im Mittelteil kultigen Spassfaktor, hat Anleihen am Mystery-Brainfuck, vermag einfach nur grandios zu unterhalten.

Wie so oft fand ich aber auch bei “The Signal” das Ende dem restlichen Film irgendwie nicht würdig. Aber was soll’s, von mir trotzdem 9 satte Punkte für diesen langen Film, der keine Sekunde langweilt.


#1306

Gleich zwei Tipps von Alexander, die mir gar nix sagen und die ich dankend notiert habe. Bei Adam Wingard wird man ja sowiso schnell hellhörig…

Audition

Takeshi Miike wurde letzte Woche 56 Jahre alt, also Anlass genug, um mal wieder eine Film von ihm zu schauen. Audition gehört sicher zu den weniger durchgeknallten Streifen von Miike, auch wenn jener im Vergleich mit anderen Genrevertretern natürlich ebenfalls ordentlich aufs Gaspedal tritt.
Dabei beginnt Audition sehr dialoglastig und die ersten 30 Minuten plätschern ohne großartige Vorkommnisse dahin. Es lohnt sich allerdings, am Ball zu bleiben, denn als Asami die Bühne betritt, fängt Audition langsam aber sicher an, unheimlich zu werden. Die Hinweise verdichten sich und am Ende mündet das Ganze in einen ordentlichen Mindfuck, bei dem Miike seine Trademarks (Gewalt, emotionale Kälte, Psychosen) ungezügelt auf den Zuschauer loslässt. Die letzten 30 Minuten brettern dabei so richtig schön ins Hirn, denn gerade durch den behäbigen, fast schon zähen Aufbau von Audition sägt der Exzess am Schluss doppelt so böse. Dabei bleibt vieles im Dunkeln, Fantasie ist also durchaus gefragt. Ein unkonventionelles Horrordrama mit außerordentlichem Ende. Geht klar.

7,5/10

Wenn übrigens noch wer Tipps zu Miike hat, gern. Ich kenne bisher nur 13 Assassins, einen Dead or Alive Teil (puh, welcher war das noch?) und Ichi the Killer in Aussschnitten.


#1307

Hey boneless.

Scheinbar tastest Du Dich an die “Frühwerke” von Miike heran. Sehr gut.

Wer sich schon an Audition rantraut muss unbedingt auch “Visitor Q” gesehen haben!


#1308

Circle.

Schon vor ein paar Wochen gesehen, möchte ich der Gemeinde diesen kleinen Tip nicht vorenthalten. Wer Gefallen an minimalistischen Indie-Perlen wie z.B. “The Human Race” findet, dem “Circle” thematisch sehr nahe ist, könnte auch diesen Film mögen.

In der Tradition von fiesen Horrorstreifen, die eine Gruppe Menschen in begrenztem Areal einem unausweichlichen Schicksal aussetzt und seine Protagonisten auf einer sehr individuellen Schlachtplatte drappiert, wie es der Star dieser Filmideee, “Cube”, einst begründete, werden auch in Circle eine zu Anfangs ungewöhnlich unübersichtlich große Zahl von Menschen der Reihe nach auf einer, einem seltsamen Rondell gleichenden, Bühne allmählich dezimiert.

Das vielleicht minimalistischste und unbestreitbar auch langweilige Setting dieser Geschichte fasziniert troz primitiver Thematik aufgrund der immer wieder dramatisch in Szene gesetzten Momente, in denen verzweifelte Menschen im wahrsten Sinn des Wortes versuchen, sich dem Tod von der Schippe zu quatschen, was natürlich zumeist misslingt.

Menschen als Schießbudenfiguren auf einem Rondell des Grauens, das hat man zugegebenermaßen SO zuvor noch nicht gesehen. Trotz ungewöhnlicher Umsetzung bleibt die Idee dennoch alt. “Circle” erhöht dabei die Schlagzahl seiner Opfer in Bezug auf die dem Film eigenen Vorbilder zwar drastisch, beeindruckt den Zuschauer aber wegen des statischen Settings und der langweiligen Bilder nur begrenzt, was vielleicht auch ein Grund war, warum Rosebud diesen eigentlich passenden Film nicht in die engere Wahl für 2016 gezogen hat.

6/10


#1309

Miike ? Hat hier jemand Miike gesagt? Aber immer doch

The Birdpeople in China: sowas von poetisch, zum dahinschmelzen
Sukiyaki Western Django: naja, ein Western halt, mit Auftritt von Quentin Tarantino.
Audition: hättest du schon erwähnt
Visitor q, ja ziemlich abgedreht, könnte man sagen, ebenso gozu und ichi.

Ichi war mein erster Miike und gleichzeitig meine bisher krasseste FFF-Erfahrung.

Izo ist interessant, aber merkwürdig

Yatterman ist a bissi albern

Crows Zero fand ich gigantisch. Beide Teile.

Happiness of the katakuris: da kenn ich nur das koreanische Remake, war so ganz okay.

Phoenix Wright: So sollten Gerichtsverhandlungen ablaufen

One mised call: Routinierter j horror.

Und die yakuza Apocalypse fand ich recht unterhaltsam.
13 Assassins relativ normaler martial Arts Film, eher Miike-untypisch. Aber was ist schon typisch für diesen Mann?

Der Death of a Samurai und der Big Bang Love, ,juvenile stehen bei mir noch rum. Werden aber demnächst gesichtet.


#1310

Da war doch noch was…Den Namen Bill Bryson habe ich noch nie gehört, aber solch einfache, lebensbejahende beschwingte Filme mit Grips schaue ich sehr gerne. Neben Sideways ist EIN GUTES JAHR ( Ridley Scott) so ein Film aus dieser Kategorie, auf den ich gern zurückgreife. Über weitere Filmtipps dieser Art freue ich mich, kenne einfach zu wenig. Oder vielleicht gibt es auch einfach zu wenig davon.


#1311

Takeshi Miike ist erst 56? Weil er so viele Filme gemacht hat, hätte ich ihn ältere eingeschätzt :smiley:

Als ich mit Ichi, Izo und Visitor Q angefangen habe, seine Filme zu verfolgen, habe ich ihn als “den mit den total verrückten und heftigen Ideen” abgestempelt. Im Falle von Izo sogar so abstrus, dass man ihm als westlicher Zuschauer kaum folgen kann, der war mir zu abgehoben. Aber dann kamen Filme wie “One mised call”, der in eine komplett andere Richtung geht und zugänglichen Mainstream-Grusel bietet. Trotzdem gut, aber für mich ein so anderer Stil, dass ich nicht gedacht hätte, dass es der gleiche Regisseur ist. Seitdem ist Miike für mich vor allem eine wandelnde Wundertüte. Mal gut, mal schlecht, mal völlig merkwürdig, mal ganz unscheinbar,… Er macht irgendwie alles :wink: Dieses Jahr scheint er ja auf dem FFF auch eher wieder mainstreamiger unterwegs zu sein.

Ichi the Killer wäre meine Empfehlung, von denen, die ich gesehen habe. Und dann vielleicht Visitor Q. Beides auf ihre Art sehr “krasse” Filme.


#1312

Ja, die zwei genannten sind wirklich gut. Vielleicht liegt die gefühlte geringe Anzahl solcher Filme daran, dass es schwer ist, den richtigen Ton zu treffen. Also ich empfinde das jedenfalls so. Da braucht nur eine Nuance daneben zu liegen und schon kann der Film mich fast verärgern. Picknick fand ich daher auch nicht so gut, da ich den Character von Robert Redford ziemlich scheiße fand…:wink:

Leicht, beschwingt und lustig fand ich noch Der Vater meiner besten Freundin. Ein Sommer Feel Good Movie, das immer geht, ist auch Jalla Jalla. Ganz harmlos aber sehr lebenbejahend und ganz ohne Kitsch oder Schmalz. Our Idiot Brother mit Paul Rudd, wobei der auch schon wieder ne Schippe Drama mit sich bringt. Dialog mit meinem Gärtner ist auch noch schön.


#1313

Danke, die kenne ich alle noch nicht! Sind vorgemerkt. :smile:


#1314

Bzgl. Miike, For Love´s Sake fand ich sehr genial.
Ist ein halbes Musical, mit vielen wunderbaren, obskuren Ideen und tollen Bildern.

Ansonsten muss ich aber sagen, hat Sion Sono ihm derzeit den Rang abgelaufen, an die Klasse von Sono reicht Miike derzeit nicht heran (aber wer tut das schon).


#1315

Musical, ja wurde zwar schon erwähnt, aber sein HAPPINESS OF THE KATAKURIS ist gelungen (wie auch das Remake), aber nur wenn man die Kombi aus Musical, Horror und Komödie mag.
Sono und Miike können beide extreme, sehr schräge Filme machen. Bei beiden fällt es schwer einen “typischen” Film zu definieren. Sie produzieren viele unterschiedliche Filme.

Dennoch sind die Filmemacher in meinen Augen nur bedingt vergleichbar. Sono zeigt mehr Interesse an philosophischen Themen. Auch bindet er aktuelle Ereignisse/Einflüsse mehr in seine Werke ein. Seine Wahrnehmung scheint mir breiter zu sein. Der Hang zu Perversionen ist bei Miike ausgeprägter.
Sono ist für mich auch der interessantere Filmemacher. Miike reizt mich schon länger nicht mehr, aber ältere Werke wie VISITOR Q, AUDITION, GOZU oder ICHI THE KILLER, vor Jahren einmal gesehen, haben sich ziemlich fest ins Gedächtnis eingebrannt.


#1316

Frank, ich weiss ja was du meinst, mit eher philosophischen Themen und Einbinden von aktuellen Ereignissen und Einfluessen bei Sono. Aber :joy: man darf nicht die gefuehlten 1000 Liter Blut vergessen, die er so ziemlich regelmaessig bei seinen Filmen vergiesst.


#1317

Habe ich natürlich nicht vergessen. Vielleicht stammen ja seine Erkenntnisse sogar aus dem vielen vergossenen Blut :wink:

Was gab’s bei mir? Die Gregory Peck und Isabelle Adjani Reihe haben zu einem Ende gefunden.

Der Spieler von 1949, Regie Robert Siodmak, wurde in einer 16mm Kopie gezeigt. Schärfe und Kontrast hat man schon besser gesehen. Der Zustand war ok mit ein paar Altersstreifen. Die Story bleibt cool (Vorlage Dostojewski) aber Peck war möglicherweise nicht die beste Wahl für die männliche Hauptrolle des der Spielsucht verfallenen Schriftstellers. Buch ist schon eine Weile her. Ich würde es der Verfilmung immer vorziehen. Die Inszenierung ist ruhig, lässt sich Zeit - ein bisschen zu viel, und nimmt mit einer exzellenten Spiel(er) Sequenz (Roulette) an Fahrt auf. Gute 6 Pkt.

Possession, das als Insider Tipp und teilweise über den Klee vergötterte mysteriöse Eifersuchtsdrama mit Creature Horror Elementen und Doppelgänger Thematik von Andrzej Zulawski hat bei mir nicht so eingeschlagen wie ich es mir erhofft hatte. Vielleicht habe ich zu lange darauf gewartet…oder ihn nicht ganz verstanden. Vielleicht war es der Versuch etwas in ihm zu sehen, was nicht da ist. Vorerst - also vor einer zweiten Sichtung bleibt dieses Spekulation.
Was ich aber mit Sicherheit sagen kann, ist, das der Film technisch - stilistisch und zum Teil schauspielerisch eine über jeden Zweifel erhabene Perle ist. Ein Großteil wird über die geniale Kamera und die gewählten Perspektiven erzählt. Dazu die gut gewählte und meist sehr nüchterne Kulisse Berlins, eine nüchterne und passende Farbpalette, genial gewählte Sounds bzw. Musikwahl und (wieder mal) eine I.Adjani, die sich die Seele aus dem Leib spielt; Ich fand sie grandios. Aber auch Sam Neill zu zu schauen ist eine Wonne, auch wenn ihm bei aller Leidenschaft die Routine späterer Jahre fehlt. Einzig die Figur des Heinrich und seine Attitüden wirkte völlig daneben, vielleicht wollte Zulaswki dessen Werte kritisieren…in die Tonne treten?
Wertung bleibt vorerst aus, Inhalt unklar bis schleierhaft, Schauspiel in bester Erinnerung.

Ansonsten lief noch Die Teuflischen von Clouzot aus dem Jahr 1954. Ist eine schwarze Komödie, so war ich ein wenig überrascht, da ich einen straighten Noir erwartet hatte. Einige Charakter Interaktionen empfand ich als ein bisschen nervig im Verlauf, ansonsten sehenswert besonders in s/w Kopie mit leichten Alterserscheinungen. Die Synchro war ok. Das Remake DIABOLIQUE mit Adjani und Sharon Stone kenne ich nicht. 6,5/10 Pkt.

Im TV lief noch Cursed, ein Werwolf Film von Wes Craven mit Jesse Eisenberg und Christina Ricci. Ganz gut geschauspielert aber trotzdem kein Überflieger. Wirkte etwas zerfahren und blieb hinter seinen Möglichkeiten. Gute 6/10 Pkt.


#1318

Gerade mit einem Kollegen “Se7en - Sieben” gesehen, den David Fincher Film mit Brad Pitt und Morgan Freeman. Wahrscheinlich zum dritten oder vierten Mal (Kino, VHS, DVD, jetzt Blu-Ray). Mann ist der gealtert oder ich hab ihn zu oft geschaut. Damals war er noch spitze, jetzt merke ich wie ruhig und zahm der doch ist. Würde der heute so auf dem FFF laufen, wäre es wohl nur irgendein Film von vielen und das ist das Problem. Heutzutage brauche ich da mehr Dampf und Schwung. Ist also gar nicht mal so die Schuld vom Festival. Hätte es den Psycho Raman damals schon gegeben wäre er der Hammer gewesen.


#1319

Klassiker altern nicht, erst recht nicht schlecht - und da “Sieben” ohne Zweifel einer im Thrillergenre ist, stehst du mit deiner Meinung da wohl recht allein im Wald :wink:


#1320

Ich sehe mir die miesen Amazon Prime Filme an, damit ihr sie nicht sehen müsst… Diesmal:

I, FRANKENSTEIN

Was habe ich erwartet? Natürlich ist der Film schlecht. Ein lieb- und lebloser Haufen Computereffekte, 08/15 Engel-gegen-Dämonen Backstory und Charaktere, bei denen es mich wundert, dass es dem Oberdämon solche Probleme bereitet, jemanden ohne Seele zu finden. Das Ausmaß der Geschichte wird nie deutlich, egal wie oft betont wird, dass ein jahrhundertelanger Kampf zwischen Gut und Böse tobt. Wo tobt er denn? Da hat der Böse sein “geheimes” Hauptquartier ein paar Schritte die Straße runter eingerichtet, und es fällt den Guten nie auf? Und was sind das überhaupt für armselige Armeen? Man kann dem Film einen gewissen Trashfaktor nicht absprechen, weil er so unglaublich klischeehaft daherkommt und sich dabei auch noch ernst nimmt. Aber abgesehen davon hat er keine Existenzberechtigung.

2,5/10


#1321

Eigentlich passend zum FFF habe ich als letzten Film (das war Montag) Don’t Breathe gesehen. Prinzipiell ein solider Horror-Thriller (wie der Verleiher den wohl einstuft), mit Veratzstücken, die man inj Home Invasion Filmen und Slashern finden kann. Gute inszeniert, wenn man von der aus meiner Sicht absolut unnötigen Anfangsszene absieht, aber das scheint eine Art Mode zu sein um die Zuschauer aufzuwecken oder bei der Stange zu halten (die Handygeneration hat sonst wohl ein Problem damit, die Handies in der Tasche zu lassen :grin:), aber danach geht es einen für mich normalen Weg mit recht ruhiger Einleitung und einem guten Spannungsaufbau. Schauspielerisch war das Durchschnittsware, kann aucn an den wenig sympathischen Personen liegen, die dargestellt werden sollten, der “Bösewicht” war mir streckenweise zu (ungewollt) komisch. Schnitt und Schreckmomente funktionierten gut, auch wenn es für Alteingesessene Genrefans relativ vorhersehbar abging. Ein etwas beklopptes Ende aus meiner Sicht, da wollte man wohl unbedingt was Eigenes schaffen - kann man machen, muss man aber nicht. Fazit: 7/10 - der hätte ganz gut in’s FFF Programm gepasst und hätte da vielleicht noch mehr Spass gemacht, als mit einer Horde teilweise schnell rausrenneder Sneaker :wink:


#1322

Auch gerade eben Don’t Breathe gesehen. Zum Glück verrät der Trailer noch nicht alles, das beste kommt erst noch. Ein richtig guter kleiner Horrorfilm. Wäre auf dem FFF bestimmt Top 10 gewesen.